
o2-Nutzer klagen über Netzprobleme - vor allem in Großstädten und Ballungsräumen
Mit Überlastungsphänomenen bei der mobilen Nutzung des Internets war wohl fast jeder
Smartphone-Nutzer - vor allem in Großstädten beziehungsweise
Ballungsräumen - schon einmal konfrontiert. Je nach Stadt beziehungsweise Nutzungsort können solche
Probleme bei allen Mobilfunk-Netzbetreibern auftauchen - bei einigen jedoch häufiger als bei
anderen.
Auch der Berliner IT-Entwickler Matthias Bauer hatte immer wieder mit Überlastungsproblemen -
vorrangig in punkto mobile Daten - bei seinem Netzbetreiber o2 - "vor allem in
Großstädten (Hamburg, Berlin, München) und bei Events" zu kämpfen. Zudem seien ihm eine Vielzahl
weiterer Fälle aus der ganzen Republik bekannt. Bauer ärgerte sich vor allem darüber, dass ihn der
Kundenservice der deutschen Telefónica-Marke stets auf "zeitweise
Störungen", "Einzelfälle" oder "örtliche begrenzte" Probleme verwies. Daher nahm er das Unternehmen
beim Wort und gründete das Blog "Wir sind
Einzelfall". Motto: "Es wird Zeit, o2 unsere Meinung zu sagen."
Nach wenigen Tagen bereits 700 "Einzelfälle" gesammelt
Bauer entwarf ein Abfrageformular zur Störungsmeldung für betroffene Nutzer, um die "Einzelfälle"
zusammenzutragen und o2 damit zu konfrontieren. Innerhalb nur weniger Tage (Start war am
12. November) trugen sich bis gestern mehr als 700 Betroffene mit ihren Problemen bei der
mobilen Datennutzung auf der Website ein. Die Hauptprobleme der Nutzer: 71 Prozent beklagen
(zeitweise) eine zwar existierende Datenverbindung, über die jedoch keine Daten fließen. Und bei
67 Prozent der Betroffenen fließen die Daten zeitweise nur äußerst langsam.
Störungsmeldungen gab es indes nicht nur in punkto mobilem Surfen: Mehr als je 30 Prozent der
Einträge beziehen sich auch auf Telefonieprobleme wie "Anrufe brechen ab", "kein Netz" oder
"eingehende / ausgehende Telefonate kommen nicht durch".
Besondere Brennpunkte: Berlin und Hamburg
Besonders betroffen sind laut des "Einzelfall-Blogs" die Städte Berlin (20,8 Prozent aller
Einträge) und Hamburg (20,5 Prozent). Im weiteren Ranking folgen München, Mannheim,
Frankfurt/Main und Köln. Diese Resultate sind an sich wenig überraschend, handelt es sich doch
ausschließlich um Großstädte beziehungsweise Ballungsräume. Allerdings: Auch o2 meldete sich im Zuge
der Aktion und verwies darauf, dass o2 die immer größere Anzahl von Smartphones als Signal erkannt habe, den Netzausbau zu beschleunigen. Dabei gehe es vorrangig um den Ausbau
bestehender Stationen, da dies schneller zu bewerkstelligen sei, als der Aufbau neuer
Basisstationen. Die Ergebnisse von Bauer will sich der Konzern indes genauer ansehen und mit den
eigenen Netzausbauplänen abgleichen.
o2 kommt mit dem Netzausbau nicht hinterher
Auf sozialen Netzwerken wie Twitter gestehen die Münchener indes freimütiger ein, je nach Region an
die Kapazitätsgrenzen des Netzes gestoßen zu sein: "Es kommen momentan schneller Smartphones ins
Netz als wir ausbauen können", schreibt ein Mitarbeiter. Und: "90 Prozent aller neuen o2-Handys
sind Smartphones. Die erzeugen eine riesen Last aufs Netz. Der Boom braucht also mehr Kapazitäten."
Allerdings verweist o2 auch auf die hohe finanzielle Belastung des Netzausbaus: "Wir tun unser
bestes um die Netzqualität auszubauen. Leider ist das immer ein recht teurer und va langwieriger
Prozess." [sic!]
Auch teltarif-Umfrage fiel für o2 nicht sehr positiv aus
Die von Nutzern beklagten Probleme decken sich durchaus mit den
Ergebnissen unserer teltarif-Umfrage in
punkto mobile Internet-Nutzung, die wir im September durchgeführt hatten. Dort konnte sich o2 in
punkto Qualität nur knapp vor E-Plus positionieren. Bei der mobilen Nutzung des Internets per
Smartphone erzielte o2 sogar das schlechteste Ergebnis aller Netzbetreiber. Berücksichtigt werden muss indes, dass kein Netzbetreiber überragende Bewertungen erzielen konnte: Selbst der in unserer Umfrage am besten bewertete Anbieter, Telekom Deutschland, erhielt nur die Schulnote 2,54 (o2: 3,34).
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