Aktueller Netzbericht

o2 veröffentlicht neuen Netzbericht [Update]

89 Standorte betroffen - o2 verspricht Kunden Reaktion in 24 Stunden
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Der Mobilfunk-Netzbetreiber o2 hat seinen seit März in periodischen Abständen veröffentlichten Netzbericht erneut aktualisiert. Bis Ende des ersten Quartals habe man "den größten Teil der Kapazitäts­engpässe, die letztes Jahr durch die vielen Smartphones entstanden sind", beheben können, teilt die deutsche Telefónica-Marke mit. Allerdings: Noch immer gibt es Netzüberlastungen - die entweder sowohl Telefonie als auch die mobile Daten­übertragung betreffen oder sich rein auf den mobilen Datenverkehr beschränken.

o2: Netzüberlastung betrifft nur 0,3 Prozent des gesamten Netzwerks

o2-NetzberichtDer aktuelle o2-Netzbericht
(Kompaktansicht)
Im aktuellen Netzbericht vom 8. Juli, der die Situation im Zeitraum vom 18. Juni bis 24. Juni abbildet, seien insgesamt 89 von rund 30 000 Standorten beeinträchtigt gewesen. "Das entspricht 0,3 Prozent unseres Netzwerks", schreibt o2.

Interessant: Diese Zahlen stellen gegenüber der Situation von Anfang März sogar eine Verschlechterung dar: Damals waren insgesamt nur noch 62 Standorte von Überlastungs­problemen betroffen. [Update: Diese Zahl bezog sich seinerzeit ausschließlich auf Stationen mit Kapazitätsengpässen - dabei unberücksichtigt blieben aktuelle Störungen im Netz. Mittlerweile hat o2 seine Zählweise geändert - mehr lesen Sie im Update dazu am Ende des Artikels.]

Verbesserte Karte zur Anzeige von Orten mit Netzüberlastung

In einer neuen Karte, die auch als Großansicht per PDF-Datei zur Verfügung steht, können all diejenigen Standorte mit Überlastungs-Problemen eingesehen werden, die sich auf Städte/Regionen mit mehr als 10 000 Einwohnern beziehen. Die jeweiligen Standorte, die mit Kapazitäts­engpässen zu kämpfen haben, sind in der Karte entweder gelb (nur mobiler Datenverkehr betroffen - nach o2-Definition "langsamer Verbindungsaufbau, Wartezeiten") oder rot (Telefonie - hier: "verzögerter Rufaufbau, wiederholte Anrufversuche" - und mobile Daten betroffen) markiert.

Brennpunkte: München, Berlin, Hamburg und Mannheim

Wie der o2-Netzbericht zeigt, befinden sich rote Standorte aktuell vor allem in München, Hamburg, Berlin und Mannheim, aber auch in Karlsruhe, Pforzheim, Siegen, Köln sowie dem Ruhrgebiet. "Der mobile Datenverkehr wächst enorm stark. Unsere Netzplaner prognostizieren die Zuwächse bestmöglich, und unsere Ingenieure geben jeden Tag ihr Bestes, um die Kapazitäten rechtzeitig bereitzustellen. (...) Alle Standorte so auszurüsten, dass sie jeden Verkehranstieg zu jeder Zeit verarbeiten könnten, wäre nicht wirtschaftlich", begründet o2 die verbliebenen Probleme.

Dies sei auch kein o2-spezifisches Thema: "Kein Netzbetreiber kann daher ausschließen, dass es bei allen Investitionen in das Netz auch in Zukunft zu punktuellen und vorübergehenden Engpässen im Netz kommen kann." Man investiere "auch in diesem Jahr hohe Summen" in den Ausbau des Netzes. So will o2 auch durch den Ausbau des LTE-Netzes in Großstädten zur Entspannung der Situation beitragen.

o2 verspricht Reaktion und individuelle Lösung innerhalb von 24 Stunden

Der Mobilfunker verspricht seinen Kunden indes: "Wenn Ihr Fragen zu bestimmten Standorten oder Probleme mit Telefonie oder Mobile Data habt, schreibt einfach eine Mail an socialmedia@o2.com - inklusive der Angabe Eurer Handynummer, einer Problembeschreibung und der PLZ". Dann, so o2, werde man "sehen, wie wir Euch helfen können und eine individuelle Lösung finden. Ihr erhaltet eine Antwort innerhalb von 24 Stunden."

Update (11.06.2012, 10:30 Uhr): Netzberichte berücksichtigen nun auch akute Störungen

o2 hat unserer Redaktion unterdessen mitgeteilt, dass die Zahl der "Problemstandorte" nicht nur Engpässe durch Überlastungsphänomene beinhalte, sondern auch "zeitlich begrenzte Störungen, die in einem Mobilfunknetz immer mal wieder örtlich vorkommen". o2-Sprecher Göbel: "Durch diese Erweiterung der Sichtweise erhöhte sich im Betrachtungszeitraum die Anzahl der erwähnten Standorte und sank seitdem wieder, denn die Störungen sind behoben."

Wohl auch als Reaktion auf unseren Artikel hat o2 seinen Netzbericht, der erst am 8. Juli erschienen war und normalerweise etwa alle 14 Tage aktualisiert wird, bereits durch eine neue Version mit Stand vom 11. Juli ersetzt. Hier heißt es auch in punkto der erwähnten Problemstellen auf der Netzkarte: "Standorte mit Einschränkungen beim Rufaufbau für Telefonie und Mobile Data - egal, ob diese durch Überlast oder andere operative Störungen, wie sie in einem Mobilfunknetz immer vorkommen, auftreten." Übrigens: Im neuen Netzbericht sind nach o2-Angaben nur noch 83 Standorte betroffen.

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