o2 sieht geringe Chancen für LTE-Ausbau mit der Telekom
21.10.2010 10:03
Markus Haas warnt zudem vor zu starker Senkung der Terminierungsentgelte
Die Vize-Präsidentin der Bundesnetzagentur ( BNetzA), Dr. Iris Henseler-Unger, hält eine flächendeckende Breitbandabdeckung in Deutschland nur durch das Zusammenspiel aller Beteiligten (Mobilfunker, Kabel-Anbieter, Festnetzanbieter...) für möglich. Das sagte sie auf der von der BNetzA und dem BDI initiierten Regulierungskonferenz in Berlin.
Dabei seien vor allem auch die Konkurrenten der Deutschen Telekom relevant."Die Wettbewerber haben weit mehr investiert als der einstige Monopolanbieter", sagt Henseler-Unger. Beim Thema der "weißen Flecken" sieht die Behörden-Vize-Chefin in der Ausbauverpflichtung für die Ersteigerer der 800-MHz-Frequenzen der Digitalen Dividende einen großen Anreiz für die Mobilfunker, den Ausbau zu beschleunigen. Die Verpflichtung sieht vor, dass zunächst ländliche Gebiete mit Breitband erschlossen werden müssen. "Erst dann kann man in lukrative Gebiete abwandern", sagt Henseler-Unger. "Natürlich wollten die Mobilfunker das nicht", letztlich habe man sich aber auf diesen Kompromiss geeinigt.
o2: Zu starke Senkung der Terminierungsentgelte gefährdet Breitband-Ausbau
 o2-Geschäftsführer Markus Haas
Markus Haas, Geschäftsführer Corporate und Legal Affairs bei Telefónica o2 Germany, hat die BNetzA hinsichtlich der Mobilfunk-Terminierungsentgelte, die zum 1. Dezember neu festgelegt werden, aufgefordert, den "bislang eingeschlagenen Weg weiterhin beizubehalten". Auch wenn es aus Brüssel (EU-Kommission) sehr hohen Druck in Hinsicht auf eine (starke) Senkung gebe, soll die BNetzA eine selbstbewusste nationale Haltung einnehmen, sagte Haas. Würden die Entgelte zu stark gekürzt, fehlten Investitionsmittel. Ähnlich hatte o2 bereits bei der Abgabe seiner IC-Entgeltanträge Ende September argumentiert.
Markus Haas: Flächendeckender gemeinsamer LTE-Ausbau nicht realistisch
Eine flächendeckende Kooperation beim LTE-Ausbau mit der Telekom beziehungsweise Vodafone hält der o2-Geschäftsführer indes für nicht realistisch. "Ich denke, da hat jeder [Netzbetreiber] seine eigenen Ausbaupläne in der Tasche", sagte Haas im Gespräch mit teltarif.de. Zwar bemühe sich Bundesnetzagentur-Präsident Matthias Kurth, den Rollout der LTE-Netze zu koordinieren, dennoch könne er sich eine Zusammenarbeit nur in konkreten Einzefällen vorstellen, sagte der für Regulierung zuständige o2-Manager.
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