Bilanziert

o2: Umsatz pro Kunde fällt, Kundenzahl steigt

Kunden buchen häufiger o2 Blue als o2 o
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Telefónica Deutschland (Alice, o2) zeigt sich selbst mit dem ersten Quartal 2011 zufrieden. Das Unternehmen hat heute seine Geschäftszahlen für die ersten drei Monate dieses Jahres vorgelegt. Es ist das letzte Quartal, in dem die ehemalige HanseNet GmbH noch nicht vollständig in die Telefónica Germany integriert war. Die Zahlen in Kürze: Umsatz, Gewinn und Kundenzahlen steigen, doch der Umsatz pro Kunde geht zurück.

308 000 neue SIM-Karten in einem Quartal

o2 zeigt sich mit dem 1. Quartal zufriedeno2 zeigt sich mit dem 1. Quartal zufrieden Die Gesamtkundenzahl für Mobilfunk und DSL lag im ersten Quartal 2011 bei fast 20 Millionen, was einer Steigerung um 9,2 Prozent gegenüber demselben Quartal des Vorjahres entspricht. Unter Berücksichtigung des Festnetz-Wholesale-Geschäfts, der Festnetz-Telefonie und von Pay-TV (Alice) hat das Unternehmen insgesamt 23,5 Millionen Kundenanschlüsse. Insgesamt zählten die Münchener 17,357 Millionen SIM-Karten, 8,460 Millionen, also etwas weniger als die Hälfte, sind Vertragskarten. Mit 11,1 Prozent besonders deutlich auf Wachstumskurs ist aber der Prepaid-Markt. Beim Postpaid-Bereich wächst o2 hingegen nur um 7,7 Prozent. Binnen eines Quartals legte o2 um 308 000 aktive SIM-Karten zu.

2,591 Millionen Kunden haben einen DSL-Anschluss von o2 oder Alice. Einzig im Bereich der Schmalband-Kunden verliert Telefónica. Da dies vor allem Ex-AOL-Nutzer sein dürften, dürfte der Verlust für das Unternehmen verschmerzbar sein. Prozentual besonders stark wächst Alice TV, das IPTV-Produkt von Alice. Angesichts der Einführung des Produktes vor fast exakt fünf Jahren ist die absolute Kundenzahl von 79 000 jedoch eher enttäuschend.

Zwei Drittel der Postpaid-Neukunden bucht ein Datenpaket

Die überwiegende Mehrheit der Postpaid-Neukunden schließt nach o2-Angaben inzwischen einen Vertrag für o2 Blue ab. Der Anteil von Smartphones an den Handyverkäufen lag im ersten Quartal des Jahres erneut bei fast 90 Prozent. Diese Entwicklung wirkt sich entsprechend auf das Datengeschäft aus. Zwei Drittel der neuen Postpaid-Kunden der Kernmarke o2 buchten im ersten Quartal auch ein Datenpaket. Dadurch hat sich der Anteil der Datenpaketnutzer in der Postpaid-Kundenbasis seit dem Vorjahresquartal mehr als verdreifacht. Der Datenumsatz ohne SMS wuchs entsprechend deutlich um 31,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Auch der durchschnittliche Monatsumsatz (ARPU) stieg im Datengeschäft ohne SMS mit 20,4 Prozent sehr deutlich an. Insgesamt lag der ARPU für das Mobilfunkgeschäft bei 13,10 Euro, gegenüber dem Vorjahr sank er um 11,7 Prozent. Das Unternehmen begründet dies mit fehlenden Hardwareumsätze, die seit der Einführung von o2 My Handy nicht mehr dem ARPU zugerechnet werden. Grund sei aber auch die starke Absenkung des Mobilfunkterminierungsentgelts.

LTE kommt in Kürze

Große Hoffnungen setzt o2 auch auf den neuen Mobilfunkstandard LTE. o2 sei einer von drei Anbietern im deutschen Markt, die hier Dienste anbieten könne und will hier von überdurchschnittlichem Datenwachstum profitieren. Der Netzausbau laufe bereits, erste LTE-Produkte wolle das Unternehmen in Kürze vorstellen. Die Mitbewerber Telekom und Vodafone sind mit ihren Angeboten jedoch bereits am Markt.

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