Vertriebs-Strategie

o2 gibt ab Januar 300 Partnershops ab

o2 und E-Plus werden ab Januar nicht nur Shops an Drillisch abgeben, sondern gegebenenfalls auch unwirtschaftliche Standorte schließen. Ein o2-Vertriebs-Manager gibt dazu nun erste Anhaltspunkte.
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o2 gibt ab Januar 300 Partnershops abo2 gibt ab Januar 300 Partnershops ab Das fusionierte Unternehmen aus o2 und E-Plus wird ab Januar etwa 300 Partnershops abgeben. Dies sagte Marcus Epple, Director Retail bei Telefónica Deutschland, im Gespräch mit der Telecom Handel. Damit will der Konzern dem Problem begegnen, dass an vielen Orten o2- und Base-Shops sehr dicht beieinander liegen.

Marcus Epple wird nach Angaben der Zeitung auch im fusionierten Unternehmen den Retail-Vertrieb leiten. In dem Interview äußerte er sich nicht nur zur künftigen Vermarktung, sondern auch zur Zukunft der Mehrmarkenstrategie und zur Netzfusion.

300 Shops werden abgegeben - einige davon sind unwirtschaftlich

Bereits im September wurde bekannt, dass das Fusionsunternehmen aus o2/E-Plus ab 2015 erste Mobilfunk-Shops an Drillisch abgibt. Die Drillisch-Produkte sollen dann im o2-Netz realisiert werden. Im Interview nennt Epple nun konkrete Zahlen: Momentan gebe es insgesamt etwa 1 700 Shops, 500 davon seien Filialen und 1 200 sind Partnershops. Ab 2015 will sich das Unternehmen nun sukzessive von rund 300 o2- und Base-Partnershops trennen.

Bei der Entscheidungsfindung soll allerdings nicht nur die räumliche Nähe zum nächsten Shop eine Rolle spielen. Es gebe auch Standorte, bei denen die Performance "wirtschaftlich betrachtet nicht optimal" sei. Welche Standorte das Unternehmen abgibt oder schließt, kann der Manager aktuell noch nicht sagen, weil seitens Drillisch noch keine finale Entscheidung vorliegt, welche Standorte von o2/E-Plus übernommen werden sollen. Regional kann Epple allerdings schon Anhaltspunkte nennen: In den Regionen Nord, Ost, West und Süd werde es "etwa 50 bis 60 Standorte treffen", in der "Region Südwest Mitte rund 60 bis 70 Standorte".

Base-Bestandskunden können bereits o2-DSL buchen, zukünftig könnten weitere ausgewählte o2-Produkte in den Base-Shops angeboten werden. Und die o2-Standorte sollen künftig Base-Vertragsverlängerungen ermöglichen - auch so lassen sich Shops, die beispielsweise in einer Fußgängerzone zu dicht beieinanderliegen, einsparen.

Mit den Inhabern der 1 200 Partnershops wolle man sich im ersten Quartal 2015 zusammensetzen und den jeweiligen Standort "in einer Einzelbetrachtung ansehen". Im Gespräch solle dann ein "Plan für die Zukunft" erarbeitet werden. Es sei auch möglich, dass Drillisch nicht nur Partnershops, sondern ehemalige Filialen übernimmt, dass Partnershops zu einer Filiale aufsteigen oder aber Filialen in Partnershops umgewandelt werden. Es sei aber nicht geplant, 300 Shops komplett abzuwickeln. o2 und E-Plus seien mit ihren Partnern groß geworden, und daher stehe das "partnerschaftliche Miteinander" auch bei diesen schwierige Entscheidungen im Vordergrund.

Zukunft von Netz und Mehrmarkenstrategie

Für die zukünftige Vertriebsstrategie orientiert sich der Gesamtkonzern zukünftig am Beispiel Base: Die "Vernetzung der Online- und Offline-Welt" werde von den Kunden gefordert, darum sollen die Produkte und Services des gemeinsamen Unternehmens nach wie vor auf mehreren Kanälen für den Kunden verfügbar gemacht werden.

Das Markenportfolio werde momentan untersucht, offenbar steht aber noch nicht fest, welche Marken der Konzern behält und was mit den aktuellen Mobilfunkmarken geschieht. Für yourfone gibt es bereits eine Absichtserklärung, diese Marke an Drillisch abzugeben. Auch über eine Trennung von Aldi Talk kursieren in der Branche hinter vorgehaltener Hand immer wieder Gerüchte.

Durch den "beschleunigten LTE-Ausbau" und mit dem Start der Netz­zu­sammen­führung ab Mitte 2015 sollen sich für die Kunden bei Deutschlands größtem Netzbetreiber spürbare Verbesserungen ergeben.

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