"Systembereinigung"

o2 stellt zahlreiche Mobilfunk-Tarife ein [Update]

Nutzer bestimmter Alttarife müssen sich für neues Modell entscheiden
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o2 stellt Tarife eino2 stellt diverse Alttarife ein Der Mobilfunk-Netzbetreiber o2 stellt zahlreiche Alttarife sowie Tarifoptionen ein. Das hat das Münchener Unternehmen gegenüber teltarif.de bestätigt. Entsprechende Schreiben werden seit Anfang dieser Woche an betroffene Kunden versendet.

Betroffene o2-Kunden werden postalisch informiert

Nutzer erhalten einen Brief, in dem sie über die Einstellung ihres Tarifmodells beziehungsweise etwaiger gebuchter Optionen informiert werden. In dem Schreiben wird den Kunden ein Alternativ­tarif empfohlen. Reagiert der Kunde nicht, wird er nach teltarif.de vorliegenden Informationen nach Ablauf von 30 Tagen automatisch in das vorgeschlagene Modell umgestellt. Ist der Kunde mit dem o2-Vorschlag nicht einverstanden, kann er kostenfrei in ein anderes aktuell vermarktetes Tarifmodell wechseln.

Im Notfall bleibt nur die Kündigung als Option

Ein Beharren auf dem genutzten Tarifmodell scheint indes nicht möglich zu sein. Einerseits wird Kunden für diesen Fall ein außerordentliches Kündigungsrecht eingeräumt, andererseits wird o2 bei einem Widerspruch des Kunden gegen die Umstellung wohl selbst eine fristgemäße Kündigung des Vertrages ins Auge fassen.

o2 bezeichnet Vorgang als marktübliche Systembereinigung

o2-Sprecherin Carolin Eckert erklärte auf unsere Anfrage hin: "Im Rahmen einer Systembereinigung schalten wir einige unserer Alt-Tarife und Tarifoptionen ab. Dies ist ein marktüblicher Vorgang. Die betroffenen Kunden kontaktieren wir und machen ihnen ein alternatives Angebot. Sollte der Kunden keinen für sich passenden Tarif finden, bieten wir ihm eine Vertragslauflösung an."

Zahl der Betroffenen liege bei "deutlich unter einem Prozent" der Mobilfunk-Kunden

Insgesamt handele es sich dabei nur um sehr wenige Kunden, so Eckert. "Die Anzahl der Betroffenen liegt deutlich unter einem Prozent, da es sich um Tarife und Optionen handelt, die wir bereits seit vielen Jahren nicht mehr anbieten."

Keine genauen Aussagen über die betroffenen Tarifmodelle

Doch um welche Tarifmodelle handelt es sich genau? Hier konnte o2 bislang nicht ins Detail gehen. Es handele sich jedoch nicht um die "Grundtarife" der verschiedenen Tariflinien der Vergangenheit (zum Beispiel Genion, Inklusivpaket, Starter), sondern "um Tarifvariationen, die wir seit mehreren Jahren nicht mehr anbieten." Nach dieser Aussage dürften besonders beliebte Grundtarife - wie etwa der grundgebührenfreie Genion-S-Tarif - also weiterhin genutzt werden können.

Alle betroffenen Kunden würden in jedem Falle angeschrieben und über ihre individuelle Situation aufgeklärt, verspricht o2. Wir haben die o2-Pressestelle um eine Auflistung derjenigen Tarifmodelle und Optionen, die eingestellt werden, gebeten und werden Sie diesbezüglich auf dem Laufenden halten.

[Update:] Genion-Tarife offenbar doch von Einstellung betroffen

Offenbar sind doch manche oder alle Genion-Tarife von der "Systembereinigung" betroffen, wie Leser unseres Magazins berichten. Im Schreiben eines Genion-Kunden, das teltarif.de vorliegt, heißt es: "In Zeiten zahlreicher Angebot für Mobilfunk und Internet wünschen sich viele Kunden von o2 vor allem eines: Einfachheit und Übersichtlichkeit bei den Tarifen. Diesen Wunsch greifen wir gerne auf und reduzieren ab Dezember 2012 die Anzahl unserer Tarife."

Und weiter: "In dem Zuge wird auch ihr derzeitiger Tarif o2 Genion eingestellt und steht ab Dezember 2012 nicht mehr zur Verfügung. Damit sie unsere Dienste wie gewohnt weiternutzen können, nehmen wir für Sie zu diesem Zeitpunkt automatisch die Umstellung auf den Tarif o2 o Postpaid mit Festnetznummer vor." Die Kosten für diesen Alternativ-Tarif liegen bei 5 Euro pro Monat.

Ein anderer teltarif-Leser berichtet, ihm sei von der o2-Hotline bestätigt worden, Nutzer sämtlicher Genion-Tarife seien von der Umstellung betroffen. Ihnen bliebe nur die Vertragsumstellung oder die Kündigung / Auflösung.

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