IPTV

o2: Alice TV wird aus der Vermarktung genommen

IPTV-Plattform bleibt für Bestandskunden bestehen
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Alice TV - hier noch mit dem alten Alice-Logo - wird nicht mehr vermarktet.Alice TV - hier noch mit dem alten Alice-Logo - wird nicht mehr vermarktet. Telefónica Deutschland wird nach der Übernahme von Alice zum Ende dieses Monats die Vermarktung seines IPTV-Produktes Alice TV einstellen. Das bestätigte eine Sprecherin von Telefónica, zu der auch die Mobilfunkmarke o2 gehört, heute gegenüber der teltarif.de-Redaktion. Begründet wird die Einstellung des Dienstes mit geänderten Bedürfnissen der Kunden. Für die - wenigen - bestehenden Kunden werde sich nichts ändern, betonte die Sprecherin.

Alice TV wurde von HanseNet im Mai 2006 gestartet. Der Anbieter war damit noch vor der Deutschen Telekom, die heute den IPTV-Markt dominiert, der erste Anbieter, der echtes IPTV in Deutschland angeboten hatte. Die Telekom startete ihr Angebot mit einer Schmalspur-Vermarktung im Sommer des gleichen Jahres und nur über VDSL, während Alice damals ausschließlich auf klassische DSL-Leitungen setzte.

Ein wirklicher Kundenmagnet wurde Alice TV jedoch nie. Zwar legte Alice TV binnen eines Jahres bis Ende 2011 um acht Prozent zu, erreichte aber nur knapp 83 000 Kunden. Insgesamt zählt Telefónica 2,588 Millionen DSL-Kunden. Nach Angaben von Telefónica können auch alle Telefónica-Kunden seit etwa einem Jahr Alice TV nutzen, was lange Zeit auf das originäre HanseNet-Netz beschränkt war. Der Anteil der IPTV-Kunden an den DSL-Kunden des Anbieter beträgt also etwas mehr als drei Prozent.

Keine Änderungen für bestehende Kunden

Für diese bestehenden Kunden wird sich nichts ändern, hieß es bei Telefónica auf Nachfrage. Auch werde die Videothek des Anbieters, die den Kunden Filme auf Abruf präsentiert, weiterhin gepflegt werden. Auch online ließen sich Filme bei Alice weiterhin über den Browser abrufen. Nicht auszuschließen ist allerdings, dass das Angebot irgendwann eingestellt wird, wenn viele bestehende Kunden den IPTV-Zugang einmal gekündigt haben sollten.

Um den Ansprüchen der Kunden nach interaktiven Diensten gerechter zu werden, prüft der Anbieter nach eigenen Angaben die Einführung von interaktiven Services, die sich überall und über jedes Endgerät nutzen lassen. Dabei gehe es vor allem um Musik-, Spiele- und Video-Services, hieß es weiter.

Einen Überblick über die in Deutschland üblichen Wege, TV-Signale zu empfangen, haben wir heute Morgen im Rahmen eines umfangreichen Ratgebers für Sie zusammengestellt.

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