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Nokia will Weltmarktführer für ortsbezogene Dienste werden

Nokia-Vorstand Michael Halbherr räumt Imageproblem ein
Von mit Material von dpa
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Wie man mit einem einzigen durchdachten Handy-Modell den Aufstieg in die Weltspitze der Smartphone-Produzenten schaffen kann, hat der iPhone-Hersteller Apple eindrucksvoll vorgemacht. Bei Nokia konnte man dagegen beobachten, wie ein Weltmarktführer mit jeder Menge Knowhow und einer extrabreiten Produktpalette durch einige wenige verpasste Trends ins Abseits geraten kann. Allerdings arbeitet Nokia intensiv daran, verlorenen Boden wieder gut zu machen.

Das neue Nokia-Flaggschiff Lumia 920 in Aktion.Das neue Nokia-Flaggschiff Lumia 920 in Aktion. Nokia-Vorstand Michael Halbherr sieht den finnischen Mobilfunkkonzern wieder auf einem positiven Weg. "Nokia ist in vielen Bereichen sehr gut aufgestellt. Und um bei Smartphones wieder an die Weltspitze zu kommen, brauchen wir gute Produkte. Und die haben wir jetzt", sagte Halbherr dem Tagesspiegel mit Blick auf das neue Spitzenmodell, das im November auf den deutschen Markt kommt. "Das Lumia 920 wird heute als das innovativste Smartphone angesehen, auch nach dem Launch des iPhone 5", sagte der Nokia-Manager.

Der Nokia-Vorstand räumte jedoch ein, dass sein Unternehmen in Deutschland ein Imageproblem habe. Der einstige Weltmarktführer hat in den vergangenen Jahren massiv Marktanteile an Wettbewerber wie Apple und Samsung verloren und zu lange an seinem veralteten Smartphone-Betriebssystem Symbian festgehalten - wobei die Abkehr von der beliebten Plattform zugunsten von Microsofts Windows Phone auch wieder für Kritik sorgte, zumal Nokia das System im vergangenen Jahr erst überarbeitet und an neue Nutzungsszenarien angepasst hatte.

Nokia muss überall sein

Nokia legt morgen die aktuellen Quartalszahlen vor, in denen sich eine mögliche Trendwende durch die kommenden Smartphones mit dem Microsoft-System Windows Phone 8 allerdings noch nicht widerspiegeln wird.

Halbherr ist im Nokia-Vorstand für den Bereich Location and Commerce verantwortlich, der Karten, Navigation und ortsbasierte Dienste an den Standorten Berlin, Chicago und Boston entwickelt. "Wir sind ein Teil von Nokia, ein extrem wichtiger Teil", erklärt der Schweizer. "Wer weiß, vielleicht sind wir einmal mehr wert als andere Geschäftseinheiten von Nokia. Firmen müssen sich wandeln." Nokia wolle Weltmarktführer bei ortsbezogenen Diensten werden. Dafür müsse man überall sein, aber "eben nicht nur auf Nokia-Geräten".

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