Handy-Test

Nokia Lumia 900 Test: Was kann das Windows-Phone-Flaggschiff?

Vergleich mit dem Lumia 800 zeigt einige Unterschiede auf
AAA

Microsoft sorgte diese Woche unter anderem mit der Ankündigung von Windows Phone 8 für einen ordentlichen Paukenschlag, vor allem in Verbindung mit der Tatsache, dass die aktuellen Windows Phones kein echtes Update auf die neue Version der Software bekommen. Doch noch liegt der Start von Windows Phone 8 einige Monate in der Zukunft, und im Hier und Jetzt versucht der angeschlagene finnische Handy-Riese Nokia, mit dem Lumia 900 mit Windows Phone 7.5 verlorenen Boden im Smartphone-Markt wettzumachen. Ob das gelingen kann, haben wir im Test des Nokia Lumia 900 näher beleuchtet. Auch den Vergleich mit dem kleineren Vorgänger Lumia 800 muss das neue Handy antreten.

Nokia Lumia 900

Nokia Lumia 900 im TestNokia Lumia 900 im Test Nokia hat sich beim Lumia 900, das derzeit rund 500 Euro ohne Vertrag kostet, für ein Kunststoff-Gehäuse im bekannten Design entschieden. Die Käufer haben die Wahl zwischen den Farben Schwarz, Weiß und Cyan. Das Gehäuse, das sehr stabil und gleichzeitig elegant wirkt und hervorragend verarbeitet ist, beherbergt einen Single-Core-Prozessor mit 1,4 GHz Taktfrequenz, 512 MB RAM, 16 GB internen Speicherplatz sowie zwei Kameras (8 Megapixel und LED-Leuchte hinten, 0,3 Megapixel vorne). Für die Kamera gibt es an der rechten Seite, die auch die Lautstärketaste und den Power-Button beherbergt, einen separaten Auslöser. An der Unterseite sitzt ein Lautsprecher, der einen ausgewogenen Klang und ausreichende Lautstärke mitbringt, hinter feinen Bohrungen. An der linken Seite ist nichts zu sehen, oben wurden ein Micro-USB-Port und ein Kopfhörer­ausgang mit 3,5-Millimeter-Klinken-Buchse angebracht.

Bei der Software zeigt sich das neue Nokia-Flaggschiff mit der aktuellen Windows-Phone-Version 7.5 auf der Höhe der Zeit. Zusätzlich sind zahlreiche Nokia-Apps installiert, die im Vergleich zur Konkurrenz einiges zu bieten haben. Da gibt es etwa gutes Kartenmaterial inklusive Turn-by-Turn-Navigation für zahlreiche Länder, die auch offline verfügbar ist, wenn vorher die Karten heruntergeladen werden. Musik- und Radio-Apps sind ebenso an Bord wie eine Anwendung für den öffentlichen Nahverkehr, die allerdings in Deutschland derzeit nur Berlin und Brandenburg unterstützt. Im Gegensatz zum Nokia Lumia 800, dem immer noch das entsprechende Update fehlt, bietet das Lumia 900 auch die Möglichkeit zum WLAN-Tethering an.

Das große Display kann auch zickig sein

Lautsprecher sitzt hinter feinen Bohrungen an der UnterseiteLautsprecher sitzt hinter feinen Bohrungen an der Unterseite Das Display des Lumia 900 hat eine Diagonale von 4,3 Zoll bei einer Auflösung von 480 Mal 800 Pixel. Hier hätte Nokia dem Flaggschiff sicher gerne mehr Pixel spendiert, ist aber ein weiteres Mal an die derzeit noch aktuellen Vorgaben von Microsoft gebunden. Der guten Qualität des Bildschirm, der von einer kratzfesten Schutzschicht überzogen ist, tut das allerdings keinen Abbruch. Farben, Kontraste, Helligkeit, Blickwinkel­stabilität - hier überzeugt das Lumia 900 durch die Bank. Zudem hat die Kombination aus großer Fläche und moderater Auflösung auch ihr Gutes, denn die Kacheln, Schaltflächen und - vor allem - die Tasten der Bildschirmtastatur sind hier deutlich größer als bei anderen Modellen mit Windows Phone und lassen sich hervorragend bedienen. Allerdings haben bei dieser Display-Größe, verbunden mit der Bauform des Nokia, Menschen mit Durchschnitts-Daumen bereits Probleme bei der Ein-Hand-Bedienung, nicht immer ist der Daumen lang genug, um in die Ecken des Displays zu gelangen. Dann muss die zweite Hand assistieren, was den Komfort verringert, aber ein Problem von vielen aktuellen High-End-Smartphones darstellt.

Kleinere Probleme bei der Touchscreen-BedienungKleinere Probleme bei der Touchscreen-Bedienung Neben dem Problem mit der Finger-Reichweite, das jedem Käufer bewusst sein sollte, ist der Touchscreen des Nokia Lumia 900 ab und an noch anderweitig negativ aufgefallen. So zeigt das Smartphone in unregelmäßigen Abständen Schwächen beim Scrollen. Dann flutschen die Menüs und Icons nicht schnell wie von Windows Phone gewohnt über das Display, sondern bewegen sich nur noch sehr langsam, sobald der Finger das Display verlässt. Um einen Hardware-Defekt oder falsche Bedienung auszuschließen, haben wir unser Testgerät gegen ein neues Exemplar ausgetauscht und das Verhalten mit mehreren Personen getestet - stets das gleiche Ergebnis. Zwar trat dieses Problem am Nokia Lumia 900 nur selten und in unregelmäßigen Abständen auf - während des Tests gab es einmal für über drei Tage keine Auffälligkeiten - bedenklich ist es aber schon. Immerhin: Ein Neustart des Smartphones brachte stets alles wieder ins Gleichgewicht. Abseits der Aussetzer, die nicht unbedingt bei jedem Exemplar auftreten dürften, funktioniert der Touchscreen sehr präzise.

Auf der zweiten Seite vergleichen wir das Lumia 900 mit dem etwas kleineren Vorgänger Lumia 800.

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