Handy-Absatz: Nokia verkauft 4,4 Millionen Lumia-Smartphones
10.01.2013 17:22
Aktie steigt zum Jahresabschluss über 13 Prozent auf 3,40 Euro
Von mit Material von dpa
 Jahresabschluss von Nokia
Nokia spricht im Zuge der Veröffentlichung seiner
Vorabergebnisse des vierten Quartals von einem profitablen Geschäftsjahr.
Lag der finnische Konzern auch mit neuen Modellen seiner
Lumia-Smartphones bisher weit hinter dem Absatz führender Rivalen wie
Samsung und Apple zurück, konnte das Unternehmen
in den letzten Monaten des vergangenen Jahres zumindest etwas aufholen. Im Schlussquartal
2012 konnte Nokia insgesamt 86,3 Millionen Mobiltelefone
absetzen - 9,3 Millionen Geräte gehörten dabei der Asha-Reihe an,
4,4 Millionen verkaufte Geräte waren Modelle der Lumia-Reihe, wie Nokia mitteilte.
Der Netto-Umsatz für die Geräte- und Service-Sparte lag bei
3,9 Milliarden Euro.
Die Lumia-Verkaufszahlen waren zwar wieder deutlich besser als die
2,9 Millionen Smartphones im dritten Vierteljahr, vor dem Start der
neuen Modelle. Samsung dürfte im Weihnachtsquartal aber dank seiner profitablen Galaxy-Serie 50 bis
60 Millionen Smartphones abgesetzt haben und Apple verkaufte vom neuen
iPhone 5 allein am ersten Wochenende mehr als fünf Millionen Geräte.
Zudem kam Nokia auch mit seinen im November gestarteten
Hoffnungsträgern Lumia 920 und 820 auch nur leicht über den bisherigen Bestwert von vier Millionen Geräten im zweiten Quartal.
Nokia zeigt sich zufrieden
Das Geschäft lief für den einstigen Handy-Weltmarktführer
finanziell insgesamt besser als erwartet. Während Nokia zuvor eine negative
Rendite im Mobilfunk-Geschäft in Aussicht gestellt hatte - also einen
operativen Verlust - soll die Marge tatsächlich ausgeglichen gewesen
sein oder bis zu zwei Prozent erreicht haben. Die Aktie schoss am
Nachmittag um über 13 Prozent auf 3,40 Euro hoch. Bereits
im November stieg der Aktienkurs aufgrund
von Lieferengpässen der Lumia-Geräte um über fünf Prozent auf 2,22 Euro.
Trotz des besser als erwartet ausgefallenen Jahresabschlusses steht
Nokia weiterhin einigen Hürden gegenüber. Nach ersten Schätzungen wird
die Betriebsmarge für das erste Quartal des aktuellen Jahres minus zwei
Prozent betragen. Dabei sei der Abschwung nach dem Weihnachtsgeschäft saisonbedingt.
Die endgültigen und vollständigen Zahlen des Jahresabschlusses 2012 will Nokia
aller Voraussicht nach am 24. Januar veröffentlichen.
Sparprogramm macht sich bezahlt
Beim Netzausrüster Nokia Siemens Networks (NSN), der schon
häufiger die Quartalsbilanzen verhagelte, trägt die Sanierung
unterdessen erste Früchte. Das finnisch-deutsche
Gemeinschaftsunternehmen erwirtschaftete im Schlussquartal 2012 einen
überraschend deutlichen Betriebsgewinn und rechnet auch im
laufenden Quartal mit einem positiven operativen Ergebnis.
Seit der Gründung 2007 hatte NSN jedes Jahr Verlust gemacht und
fährt jetzt einen harten Sanierungskurs mit dem
Abbau von weltweit 17 000 Stellen
und der Konzentration auf Breitband-Mobilfunknetze. Seit
dem zweiten Quartal 2012 schreibt NSN zumindest operativ schwarze
Zahlen. Wie Nokia in Espoo mitteilte, erwirtschaftete
NSN im vierten Quartal rund 4,0 Milliarden Euro Umsatz und zwischen
13 und 15 Prozent Umsatzrendite - rund 6 Prozentpunkte mehr als
bisher in Aussicht gestellt.
Dieses Jahr läuft der Vertrag aus, der den beiden Eigentümern
Nokia und Siemens einen einseitigen Ausstieg aus dem
Gemeinschaftsunternehmen verbietet. Wie es dann weitergeht, ist
offen. Siemens hatte erklärt, erst einmal müsse NSN auf eigenen Füßen
stehen können.
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