Zukunftstechnik

Nokia FastMile soll "Letzte Meile" drahtlos überbrücken

Nokia will mit der LTE-basierten FastMile-Technik die "Letzte Meile" überbrücken, ohne dass Nutzer an Verbindungsabbrüchen oder lahmer Geschwindigkeit leiden. Die Technik wird auf dem MWC zu sehen sein.
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Nokia FastMile soll Letzte Meile drahtlos überbrücken
Nokia FastMile soll "Letzte Meile" drahtlos überbrücken
Obwohl es um Nokia als Gerätehersteller sehr ruhig geworden ist, bleibt die noch verbliebene Netzwerksparte ein innovatives Unternehmen. Zum MWC in Barcelona wird Nokia ein Konzept vorstellen, das mit Hilfe von LTE-Funkfrequenzen Wohngebiete ohne Breitband-Versorgung ans Internet anbinden soll.

Die Technik nennt sich Nokia FastMile und soll nicht nur in ländlichen Gebieten zum Einsatz kommen, sondern auch in städtischen Wohngebieten, die bisher nur eine lahme Internet-Anbindung haben. Mit FastMile will Nokia die Nachteile bisheriger Lösungen abschaffen: Bei heutigen LTE-Zuhause-Techniken, die beispielsweise von der Telekom oder Vodafone angeboten werden, ist manchmal das LTE- oder HSPA-Signal so schwach, dass die Versorgung hinter Mauern, also beispielsweise in einem Haus mit Stahlbeton-Wänden, unzureichend ist.

So funktioniert Nokia FastMile

Nokia beschreibt in den Erläuterungen zu FastMile, dass bisherige LTE-Techniken zur Überbrückung der "Letzten Meile" oft an mehreren Punkten kranken. Zum einen ist das der bereits erwähnte schlechte LTE-Empfang in Gebäuden. Doch selbst wenn der Nutzer eine externe LTE-Antenne am Haus anbringt, sei die Weiterleitung des Datensignals zum Router oft mangelhaft gelöst und von der ursprünglichen Bandbreite komme nur wenig bei den Hausbewohnern an.

Nokia FastMile setzt demgegenüber auf einen anderen Ansatz: Bestehende LTE-Basisstationen sollen so umgerüstet werden, dass sie eine zusätzliche FastMile-Sendeeinrichtung bekommen, es müssen also keine neuen Funkstandorte aufgebaut werden. FastMile soll auf bislang ungenutzten höheren LTE-Frequenzbereichen funken und darüber eine stabile Verbindung zu den Endanwendern bereitstellen. Ein Cloud-basierter Controller übermittelt die Daten der Station an den Netzbetreiber und erlaubt diesem, die Bandbreite der Station flexibel zu steuern.

Die Kunden bekommen ein Set, das aus zwei Teilen besteht: Zunächst müssen sie ein speziell für diese Frequenzbereiche ausgelegtes LTE-Empfangsmodem außen am Haus installieren. Dies soll laut Nokia so einfach sein, dass dafür kein Besuch eines Technikers notwendig ist. Die Antenne des Modems wird direkt auf die nächstliegende FastMile-fähige LTE-Basisstation ausgerichtet. Eine digitale Kabelverbindung führt zum zweiten Teil des FastMile-Sets, einem speziellen WLAN-Router in der Wohnung. Der Nutzer erledigt dann die Einrichtung bequem per Smartphone-App.

Wenn ein Netzbetreiber die FastMile-Lösung an seine Kunden verkauft, kennt er deren Wohnort und kann jede FastMile-fähige LTE-Basisstation so ausrüsten, dass jeder Kunde eine garantiert hohe Bandbreite erhält. Denn das ist der Nachteil momentaner LTE- und HSPA-Zuhause-Lösungen: Sind auf einen Schlag - beispielsweise bei einer Großveranstaltung - Tausende Nutzer in derselben Basisstation eingebucht, können sie durch exzessives Surfen und Telefonieren das Netz für die in derselben Basisstation eingebuchten LTE-/HSPA-Zuhause-Nutzer förmlich lahmlegen. Der FastMile-Aufsatz wäre nur für die angemeldeten Zuhause-Kunden nutzbar.

Nokia will die FastMile-Lösung zwar auf dem MWC vorstellen, es gibt aber noch keine Informationen darüber, ob bereits erste Netzbetreiber Interesse an der Technik signalisiert haben. In Deutschland wäre eine Einführung in ländlichen Gebieten denkbar, in denen es bereits einen LTE-Ausbau gibt, wo die Kunden aber mit einer schlechten Indoor-Versorgung kämpfen oder die Basisstationen aufgrund hoher Nutzerzahlen schon wieder überlastet sind.

Nokia FastMile im Video

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