Nokia

Retro-Test: Multimedia-Smartphone Nokia 3650

Nokias Herausforderung für "Simser"
AAA

Ziemlich genau vor zehn Jahren kam das Nokia 3650 mit einer unverbindlichen Preisempfehlung von 429 Euro auf den Markt und gehörte damit im Smartphone-Segment zu den eher preisgünstigen Modellen. Die damaligen Highlights: Foto- und Videokamera, Farbdisplay mit 4 096 Farben und, nicht zu vergessen, ein außergewöhnliches Design mit Tastatur in Wählscheibenform, für welches das Handy auf der CeBIT in Hannover mit dem iF-Design-Award ausgezeichnet wurde. Zehn Jahre Nokia 3650 - Zeit, das Gerät einmal wieder in die Hand zu nehmen.

Nokia 3650

Das Nokia 3650 war Testsieger - bei unseren Kollegen der Zeitschrift Connect. In den Jahren 2002 und 2003 sind die ersten Handys mit eingebauten Kameras erschienen, viele von ihnen fotografierten nur in CIF-Auflösung (352 mal 288 Pixel), das Nokia 3650 hingegen konnte schon VGA (640 mal 480 Pixel). Und die "gute" Bildqualität brachte dem 3650 damals den Testsieg. Nicht unerwähnt bleiben soll, dass das 3650 auch als Camcorder diente, mit einer aus heutiger Sicht unglaublichen Auflösung von 128 mal 96 (!) Bildpunkten. Nach einem Software-Update konnte das 3650 auch Ton aufnehmen. Mit zehn Bildern pro Sekunde waren die Clips aber recht ruckelig und zudem sehr kurz, denn Nokia hatte die Dateigröße auf 100 KB limitiert, was etwa zehn Sekunden Film entsprach.

Speichererweiterung per MMC um 16 MBSpeichererweiterung per MMC um 16 MB Kommen wir erst aber einmal zurück zu den Basics. Das Nokia 3650 steckte in einem recht großen Gehäuse, vor allem die Dicke von 26 Millimetern würde dem heutigen Nutzer sicher aufstoßen. Vollkommen im Rahmen war dagegen das Gewicht mit lediglich 130 Gramm. Nokia erkaufte dies durch ein vollständig aus Plastik gefertigtes Gehäuse, das an allen Ecken und Kanten Knarzgeräusche von sich gab. Designfans konnten - für Nokia typisch - die Frontschale wechseln. Neben den Originalteilen von Nokia selbst gab es auch zahlreiche Nachbauten, die günstig über den Onlinehandel und bei "fliegenden Händlern" auf Märkten den Besitzer wechselten. Unter den Akkudeckel passt neben Akku und SIM-Karte auch eine Speicherkarte vom Typ MMC (MultiMedia-Card). Die beigelegte Karte besaß eine Speicherkapazität von 16 MB, offiziell unterstützt werden bis zu 256­MB. Einen solchen Kartenslot hatten im Jahr 2003 nicht viele Handys zu bieten. Ebenso nicht den für 2003 üppigen internen Speicher von 4 MB.

Die Rückkehr der "Wählscheibe"

Nokia 3650: Tastenanordnung im Wählscheiben-DesignNokia 3650: Tastenanordnung im Wählscheiben-Design Der Hingucker saß aber auf der Vorderseite. Denn Nokia wich von der traditionellen Handytastatur in jeder Form ab und ordnete die Tasten kreisförmig an, ähnlich wie bei einer Wählscheibe. Links und rechts davon saßen Abheben- und Auflegen-Taste und zwei kleine Buttons für Textoptionen beim SMS-Schreiben und Löschen von Texteingaben. In der Mitte brachte Nokia die sonst unten links und rechts angeordneten Tasten "Stern" und "Raute" unter sowie eine Fünf-Wege-Navigationstaste (Steuerkreuz) und den Button zum Aufrufen des Hauptmenüs. Darüber zwei Softkeys zum Auswählen von Menüfunktionen. Klingt verschachtelt, war es auch.

Nicht nur die Anordnung, sondern auch die Vielzahl der Tasten des Nokia 3650 sorgten beim ersten Betrachten für Verwirrung. Im Gegensatz zu den Ziffern fiel das Steuerkreuz sehr klein aus und reagierte oftmals ungenau auf Eingaben. Insbesondere das Bestätigen (ein Druck auf die Mitte der Taste) konnte manchmal zum Geduldspiel werden.

Auf der nächsten Seite lesen Sie mehr zum Betriebssystem des Nokia 3650 sowie zu den Details, mit denen Nokia sich damals von der Konkurrenz abheben wollte .

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