- Steht die T-Online Flatrate möglicherweise vor dem Aus?
Das Top-Thema dieser Tage ist die Diskussion um den Fortbestand
der monatlich 79 Mark teuren T-Online Flatrate.
Bereits Mitte November, einen Tag nachdem die
Deutsche Telekom von der
Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post
(RegTP) verpflichtet worden war,
ihren Mitbewerbern eine Großhandels-Flatrate anzubieten,
hatte Telekom-Chef Ron Sommer unverhohlen die
Einstellung der Endkunden-Flatrate
angedroht. Anfang Dezember gab es wilde
Spekulationen über das unmittelbar
bevorstehende Ende, als kurzzeitig die Anmeldung über die
T-Online-Startseite nicht möglich war. Im Nachhinein ließ die
Telekom erklären, ein Serverausfall
sei schuld gewesen und an eine Einstellung des Angebotes nicht
gedacht.
Vor rund vierzehn Tagen hatte der neue Chef von T-Online,
Thomas Holtrop, in Berlin seinen ersten öffentlichen Auftritt auf
einer Pressekonferenz. Die Nachrichtenagenturen zitierten ihn
seinerzeit mit den Worten, T-Online werde einschließlich der Tarife
komplett überarbeitet und das neue Geschäftsmodell am 13. März
in Frankfurt vorgestellt. Nach einem Bericht der Wirtschaftswoche
vom vergangenen Montag jedoch sollen die neuen Preismodelle bereits
ab dem 1. März gelten und am heutigen Donnerstag verkündet
werden. Demnach sei auch nicht ausgeschlossen, dass die Flatrate
aufgegeben werde. Zumindest ein Faktum konnte uns Herr Lachmann,
Pressesprecher von T-Online, bestätigen: Am 1. März kommen
neue Tarife, alles andere sei "hochspekulativ".
Hat damit das große Flatrate-Sterben
auch die Deutsche Telekom erreicht? Auch T-Online hat sich offenbar
bei der Kalkulation ihrer Internet-Pauschalpreise verschätzt.
Das Flatrate-Angebot für 79 Mark monatlich für Kunden mit
analogen und ISDN-Anschlüssen ist nicht nur billiger, als die
Konkurrenz verkraftet, sondern beschert dem Unternehmen mehr
Verluste, als der Zugewinn an Kunden wert sein kann. Nicht zu
vergessen: Wird die Flatrate eingestellt, nimmt man Mitbewerbern
wie AOL etwas Wind aus den Segeln, die einen
Großhandelstarif weit unterhalb des Preisniveaus für Privatkunden
fordern.
Bis heute nachmittag also viel Verwirrung, und kein eindeutiges,
klares Dementi der Telekom zu einem Zeitungsbericht, der bei
Abertausenden von Surfern erhebliche Unruhe auslösen dürfte.
Sollte sich das Gerücht heute bestätigen, haben diejenigen Glück, die
die Flatrate vor der Umstellung auf die
monatliche Kündigung bestellt hatten. Denn der alte Jahresvertrag
läuft dann weiter - auch für die Deutsche Telekom. Ebenfalls
nicht betroffen sind die Highspeed-Surfer, die T-DSL mit der T-Online
DSL-Flatrate
nutzen. Hier stehen - vorerst jedenfalls - keine Veränderungen
an.
Die aktuelle Berichterstattung hierzu können Sie heute online auf
www.teltarif.de verfolgen. Dort finden Sie unter der URL
http://www.teltarif.de/s/s4344.html auch
weitere Hintergrundinformationen zu diesem Thema.
- Wird die Musiktauschbörse Napster demnächst kostenpflichtig?
Die Musiktauschbörse Napster
darf urheberrechtlich geschützte Musik nicht mehr, wie bisher,
kostenlos zum Download anbieten. Dies hat am Montag das zuständige
Berufungsgericht in San Francisco (USA) entschieden.
Der Urteilsspruch bedeutet zwar nicht das sofortige Ende, doch
erhebliche Einschränkungen für das Angebot. Napster war von der
Musik-Industrie verklagt worden, da sie das Urheberrecht durch den
weltweiten kostenlosen Datenaustausch im Netz verletzt sieht.
Der Medienkonzern Bertelsmann, der vor kurzem eine Allianz mit
der Tauschbörse eingegangen ist, sieht nach dem Urteil die Chance,
das bisher kostenfreie Angebot von Napster in ein gewinnbringendes
Unternehmen umzuwandeln. Um das Urheberrecht einhalten zu können,
müssten Napster-Nutzer künftig für geschützte Musiktitel eine
Gebühr entrichten oder eine Pauschale an das Unternehmen zahlen.
Einzelheiten eines neuen Geschäftsmodells sind jedoch noch nicht
bekannt geworden.
Weitere Informationen und erste Stellungnahmen der
US-amerikanischen und der deutschen Musik-Industrie können
Sie online in unserem Hintergrundbericht unter der URL
http://www.teltarif.de/s/s4342.html
nachlesen. Auf
http://www.teltarif.de/s/s4354.html
zeigen wir, was nach Napster kommt: Selbst, wenn Napster verboten
wird, der private Tausch von Musik über das Internet wird sich
künftig kaum mehr eindämmen lassen.
- Service im Internet: SMS mit 700 Zeichen und Online-Steuererklärung
Über die Möglichkeit, mehrere Kurznachrichten (SMS)
vom Handy aus durch die Eingabe von speziellen Codes
zu einer langen Mitteilung zu verknüpfen,
hatten wir in unserem vorigen Newsletter berichtet. Nun haben
wir einen neuen Tipp für Sie parat: Unter der Internet-Adresse
www.time2bcool.de kann man
solche langen SMS-Mitteilungen mit bis zu 700 Zeichen bequem
über Internet versenden, und das ganze ist sogar kostenlos.
Time2bCool verlangt allerdings eine Anmeldung, bei der einige
persönliche Daten sowie die eigene E-Mail-Adresse abgefragt werden.
Denkbar wäre also, dass der Anbieter die E-Mail-Adressen weitergibt
und man irgendwann unerwünschte Werbe-E-Mails in seinem elektronischen
Briefkasten hat. Zunächst jedoch erhält man von Time2bCool eine
Begrüßungsmail, die aber für die Nutzung des Dienstes unerheblich
ist. Während des Anmeldevorgangs wählt man nämlich Login-Namen und
Passwort selbst, so dass man den Dienst bereits wenige Sekunden nach
der Anmeldung nutzen kann.
Genau genommen handelt es sich bei dem von Time2bCool verwendeten
Verfahren nicht um überlange SMS. Vielmehr wird die Nachricht
in einzelne SMS gewöhnlicher Länge aufgeteilt. Am Anfang steht
jeweils eine Seriennummer (wie 2/5), die anzeigt, um welchen Teil der
Gesamtnachricht es sich handelt. Je nach Komfort des SMS-Menüs im
Handy kann man diese notfalls per Hand in die richtige Reihenfolge
sortieren. Wir haben von teltarif.de Test-SMS zu Teilnehmern in
allen vier deutschen Mobilfunknetzen versandt und waren zufrieden:
Die einzelnen Teile kommen beim Empfänger innerhalb weniger Sekunden
an und enthielten keine Werbung. Man sollte in den Text jedoch
seine Absenderdaten einfügen. Time2bCool verschickt die Mails
nämlich über eine Rufnummer im österreichischen One-Mobilfunknetz.
Eine direkte Antwort, wie beim SMS-Versand von Handy zu Handy üblich,
ist somit nicht möglich.
Wer von uns hat sich noch nicht über den alljährlichen
Gang zum Finanzamt beklagt. Den kann man sich ab diesem Jahr
ersparen: Die Steuererklärung kann nach Angaben des Bayerischen
Finanzministeriums nun bundesweit über das Internet gemacht werden.
Die Nutzer können sich dafür ein Programm aus dem Internet
herunterladen, um ihre Steuerdaten in eine dem normalen Formular
für Steuererklärungen ähnlichen Grafikoberfläche einzugeben, teilte
das Bayerische Finanzministerium in München mit. Bayern hatte
nach eigenen Angaben die Federführung für das länderübergreifende
Projekt. Das Programm "Elster" (die schöne Abkürzung steht
für "elektronische Steuererklärung") verschlüssele die Daten und
übermittele sie sicher an die Finanzämter. Außerdem würden
die Eingaben direkt auf Stimmigkeit geprüft. Die Steuererklärung
per Internet beschleunige die Bearbeitung bei den Finanzämtern.
Die Beamten müssten die Daten dann nicht mehr manuell eingeben.
Papierlos sei die Steuererklärung jedoch nicht. Ein Ausdruck müsse
unterschrieben und mit der Lohnsteuerkarte und anderen Belegen an
das zuständige Finanzamt geschickt werden. "Der elektronischen
Steuererklärung gehört die Zukunft. Unsere Vision ist das virtuelle
Finanzamt und eine vollelektronische, papierlose Steuererklärung"
sagte Bayerns Finanzminister Kurt Faltlhauser (CSU).
Interessierte Steuerbürger können unter der URL
http://www.elsterformular.de
das erforderliche Programm herunterladen. Wegen der bereits jetzt
großen Nachfrage wurde ein zweiter Server zum Download eingerichtet.
Dennoch kann es zeitweilig zu Überlastungen kommen.
- T-Mobil durchbricht drei Tage nach D2 Vodafone die 20-Millionen-Grenze
Im T-Punkt der rheinischen Stadt Krefeld konnte
T-Mobil am vergangenen Donnerstag
seinen 20-millionsten Kunden im T-D1-Mobilfunknetz begrüßen.
Der Kunde, der einen ProTel-Vertrag abgeschlossen hatte, bekam
von T-Mobil-Regionalmanager Thomas Ebert ein GPRS-fähiges
Motorola-Handy vom Typ Timeport T260 und einen Gutschein über
zwei Jahre Grundgebührbefreiung überreicht.
Das Durchbrechen der 20-Millionen-Grenze ist laut T-Mobil
Ausdruck für das anhaltend rasante Wachstum des D1-Netzes.
In nur elf Monaten habe sich die Kundenzahl verdoppelt,
der Gesamtzuwachs lag im vergangenen Jahr den Angaben zufolge bei
111 Prozent. Der Konkurrent D2 Vodafone konnte bereits
drei Tage vorher seinen 20-millionsten Teilnehmer begrüßen und ist
damit weiterhin - mit allerdings nur noch hauchdünnem Vorsprung
- gemäß den Teilnehmerzahlen Marktführer unter den deutschen
Mobilfunknetzen. Insgesamt telefonieren jetzt theoretisch etwa
50 Millionen Deutsche per Handy, wenn man den Trend zum Zweit-
und Dritt-Handy nicht berücksichtigt.
- Neues Abrechnungssystem bei T-D1 - ab März keine "Sonderverträge" mehr
T-Mobil führt derzeit eine neue Abrechnungssoftware ein. Die
immer größere Anzahl von Kunden im D1-Mobilfunknetz macht dies
erforderlich. Wer in den nächsten Tagen seine Rechnung erhält,
wird sich sicher über die höhere Grundgebühr wundern, die der
Netzbetreiber verlangt. Der monatliche Basispreis wurde aber nicht
wirklich erhöht, vielmehr hat sich der Abrechnungszeitraum durch
den Softwarewechsel etwas verlängert. In der nächsten Rechnung,
so verspricht T-Mobil, wird dann ein entsprechend geringerer
Grundpreis erhoben, ab der übernächsten Abrechnung läuft alles
wieder wie bisher. Das heißt, der Abrechnungszeitraum entspricht
dann wieder einem Kalendermonat.
Unangenehm ist die neue Software für Kunden mit individuell
ausgehandelten Sonderverträgen. Wer sich beispielsweise vor
zwei Jahren gegen die Erhöhung des Preises für SMS-Nachrichten in
Fremdnetze von 15 auf 39 Pfennig wehrte, erhielt von D1 in
der Regel kein Sonderkündigungsrecht, sondern das Angebot, weiter
zu den alten Preisen Kurznachrichten zu versenden. Je nachdem,
wie viele solche Nachrichten man versendet, konnte man so eine
Menge Geld sparen.
Damit ist es nun vorbei, denn die neue Software kennt derartige
Sonderlösungen nicht mehr. T-Mobil bietet betroffenen Kunden die
vorzeitige Auflösung des Vertrags an. Alternativ kann man sich
mit dem Netzbetreiber auch auf eine Gutschrift verständigen.
- VIAG Loop: Mit EasyMoney ab sofort wieder Geld verdienen
Nach einer Entscheidung des Oberlandesgerichts Hamburg darf
Viag Interkom das EasyMoney-Feature für
seine LOOP-Kunden ab sofort wieder anbieten. Einige Tage hat es
naturgemäß gedauert, bis die Viag-Abrechnungssysteme entsprechend
umgestellt waren. Doch nun ist EasyMoney wieder da!
Mit EasyMoney steigt das Guthaben auf einer LOOP-Karte mit jedem
Anruf, den man innerhalb des Viag Interkom-Netzes entgegen
nimmt. Pro voller Gesprächsminute werden drei Pfennig auf
einem speziellen EasyMoney-Konto gutgeschrieben. Sobald auf diese
Art zwei Mark zusammen gekommen sind, wird der Betrag auf das
Kartenguthaben übertragen. Der Kunde erhält hierüber jeweils eine
SMS zur Benachrichtigung.
Ob dieses Angebot wirklich lohnenswert ist, mag jeder für
sich selbst entscheiden. Um mit EasyMoney auch nur eine Mark
zu verdienen, müssen die Gesprächspartner mindestens 14 Mark
vertelefonieren.
- VIAG Interkom: Neue Features zur CeBIT / Swisscom Roaming wird abgeschaltet
VIAG Interkom gab nun offiziell bekannt, dass man ab der CeBIT
zusätzlich zum bisherigen "City"-Konzept auch die Tarifoption
"Local" anbieten wird. Mit diesem Feature kann man zu einem
Festnetz-Vorwahlbereich nach Wahl bundesweit vergünstigt
telefonieren. Die genauen Preise werden allerdings erst auf der
Ende März in Hannover stattfindenden Messe bekannt gegeben.
Die "Local"-Option wird als Alternative zu den bestehenden
Cityzonen angeboten und kann von allen Kunden des VIAG Interkom
Mobilservice mit Laufzeitverträgen genutzt werden. Die Umstellung
erfolgt über einen künftig unter der Rufnummer 0179-1414 erreichbaren
Tarifmanager.
Ebenfalls zur CeBIT wird dem Vernehmen nach das schon
seit mehr als einem Jahr geplante "Family Genion"-Konzept
vorgestellt. Hierbei sollen mehrere Genion-Verträge innerhalb einer
Familie zusammengefasst werden können. Intern gelten günstige
Sondertarife und technisch machbar wäre sogar die Möglichkeit,
Gespräche untereinander zu verbinden.
Berichten aus Insiderkreisen zufolge soll es zukünftig auch
eine Art "LOOP Nummer 1" geben, zu der man - wie bei den
entsprechenden Tarifoptionen von D1 Xtra und D2 CallYa -
rund um die Uhr verbilligt telefonieren kann.
Eine schlechte Nachricht gibt es allerdings noch für neue
Viag-Vertragskunden zu vermelden. Ab sofort ist das Auslandsroaming
mit Hilfe der fünfstelligen PIN für Neukunden nicht mehr
möglich. Bisher konnte man damit eine Karte des Partnernetzes
Swisscom "simulieren" und so die Vorteile eines Swisscom-Kunden
genießen. Die schweizer Swisscom hat weltweit die meisten
Roamingpartner und bietet teilweise günstigere Roamingpreise als
man mit direkter Nutzung der Viag-Karte hat. Viag bietet mittlerweile
82 Roamingländer - das sind jedoch 30 weniger als Swisscom.
- Mit 01051 für 7 Pfennig pro Minute nach Frankreich telefonieren
Im Festnetzbereich ist in der vergangenen Woche nicht
viel zu berichten, einzig der Düsseldorfer Anbieter
01051 startet heute eine Sonderaktion: Vom
15. bis zum 28. Februar telefoniert man für 7 Pfennig
die Minute nach Frankreich. Der Tarif gilt innerhalb der zwei
Wochen rund um die Uhr. Abgerechnet wird im Minutentakt. Damit
liegt 01051 deutlich unter dem nächstgünstigen Anbieter Super24,
der Gesprächsminute nach Frankreich mit 8,4 Pfennig
berechnet. "Voilà!"
- Regulierungsbehörde für mehr Wettbewerb im Ortsnetz - Telekom-Gebührenerhöhung für Preselection abgewehrt
Die Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post
(RegTP) hat
diese Woche einmal mehr verkündet, für mehr Wettbewerb im Ortsnetz
sorgen zu wollen. Matthias Kurth, der neue Präsident der RegTP,
sieht in der Marktstellung der Telekom einen "Flaschenhals" im
Telefon-Ortsnetz. In diesem Bereich sei auf die Konkurrenten der
Deutschen Telekom im vergangenen Jahr erst ein Marktanteil von rund
1,5 Prozent entfallen, sagte Kurth am Dienstag bei der Vorlage
des Jahresberichtes. "Wir müssen uns diesem Thema intensiver widmen",
meinte Kurth.
Die Regulierungsbehörde hat am letzten Donnerstag konsequenterweise
den Antrag der Deutschen Telekom abgelehnt,
die Gebühr für Kunden, die zu einem Preselection-Anbieter wechseln
wollen, von 10 auf 20 Mark zu erhöhen. Diese Gebühr übernehmen
die Preselection-Anbieter meistens. Die Telekom hatte in dem
seit letzten November laufenden Verfahren argumentiert, dass die
Umstellung hauptsächlich manuell geschehe und wegen gestiegener
Lohnkosten kostenintensiver geworden wäre. Die RegTP entsprach
in ihrer Entscheidung dem Einspruch der Telekom-Konkurrenz - darunter
Arcor und Viag Interkom).
Im internationalen Vergleich erweise sich die deutsche
Situation aber keineswegs ungünstiger als in anderen Ländern.
Erst Ende letzter Woche hat die französische Telekom-Aufsicht ART
dem halbstaatlichen Konzern France Télécom Preissenkungen bei den
Gebühren für Ortsnetzleitungen auferlegt. Demnach darf der ehemalige
Monopolbetreiber je Leitung höchsten 14,50 Euro (28,36 Mark) bei den
Wettbewerbern in Rechnung stellen, gab die ART am Donnerstag an.
France Télécom hatte ursprünglich 17,07 Euro gefordert (33,39
Mark).
Auch in Frankreich war das Ortsnetzmonopol der France Télécom zum
Jahresende 2000 ausgelaufen. Die privaten Mitbewerber hatten sich
allerdings bei der Aufsichtsbehörde über zu hohe Preise und andere
Behinderungen beklagt. Nach Angaben der Pariser Behörde liegt
der zugestandene Preis zwischen den in Deutschland praktizierten
Gebühren, die etwas niedriger sind, und den vergleichbaren
Leitungskosten in Großbritannien, die etwas höher ausfallen.
Eine positive Bilanz zog Kurth bei der Entwicklung
aller anderen Bereiche der Telekommunikation. Eine
Zusammenfassung der Marktzahlen finden Sie unter der URL
http://www.teltarif.de/s/s4338.html .
Kommentar: Es ist erfreulich, dass die Regulierungsbehörde den
Missstand im Ortsnetz erkannt hat. Leider hat die Behörde in den
vergangenen Jahren wenig dafür getan, dass sich an dieser Situation
etwas ändert. Wenn der neue Präsident einen echten Wettbewerb im
Ortsnetz will, wird er der halbstaatlichen Telekom schmerzhafte
Entscheidungen zumuten müssen. Der Telekom-Aktienkurs hat bereits
mit negativen Rekorden reagiert.
Allein zu hoffen, dass Wettbewerber in eine eigene "letzte
Meile" investieren, wäre naiv. Kein deutscher Telekom-Konkurrent
hat auch nur einen Bruchteil an notwendiger Finanzkraft, um mit
eigener Technik der Telekom auf breiter Front im Ortsnetz Konkurrenz
machen zu können, ganz davon abgesehen, dass der doppelte Aufbau
der Ortsnetz-Infrastruktur auch ökonomisch kaum sinnvoll wäre.
Die anstehende Entscheidung der RegTP, wie hoch die zukünftige
Telekom-Leitungsmiete für die "letzte Meile" sein darf, wird die
entscheidenden Weichen für einen Wettbewerb im Ortsnetz stellen.
- Wettbewerbsverzerrung bei der Rufnummernvergabe?
Auf die Citycarrier kommen nach mehreren Musterverfahren
Millionenzahlungen für die Vergabe von Rufnummern zu.
Das Verwaltungsgericht in Köln hatte entschieden, dass die
Erhebung der Gebühren für die Zuteilung von Ortsnetzrufnummern
durch die Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post
(RegTP)
rechtmäßig ist. Dies wollen die im Bundesverband der regionalen
und lokalen Telekommunikationsgesellschaften (BREKO) organisierten
Telekommunikationsunternehmen so nicht hinnehmen und haben bereits
einen Antrag auf Zulassung zur Berufung gestellt.
Auf die Unternehmen kämen Forderungen in Millionenhöhe zu, da
sie für jede Rufnummer, die sie zur Verfügung gestellt bekommen,
eine Mark an die Regulierungsbehörde zu zahlen hätten. BREKO hat
ausgerechnet, dass dann in der Summe mehrere Millionen Mark
für einen einfachen Verwaltungsakt aufgewendet werden müssten.
Der Geschäftsführer von BREKO, Rainer Lüddemann, spricht in
diesem Zusammenhang von Wettbewerbsverzerrung und fordert die
Gleichbehandlung: "Die Telekom sitzt auf einem kostenlosen
Berg von Rufnummern und wird nie mehr welche beantragen müssen.
Für die Wettbewerber tickt dagegen der Gebührenzähler mit jeder
vergebenen Rufnummer weiter." Weiterhin stellt sich die
Frage, welche Gebührenhöhe für einen Verwaltungsakt dieser Art
angemessen sei. Laut Lüddemann übersteigt der geforderte Betrag
die tatsächlichen Verwaltungskosten um 1 600 Prozent.
Unverständlich bleibt für BREKO auch, weshalb die Reservierung von
Rufnummern für die Telekom kostenlos sei, nur weil sie vor 1998
erfolgte. Bei fast 400 Millionen von der Telekom beanspruchten
Rufnummern läge sogar der Verdacht der Nummernhortung nahe.
.
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