- Rückblick auf das Jahr 2000
Kurz vor Jahresende wird es Zeit, mit den Prognosen abzurechnen, die
teltarif vor einem Jahr abgab. Sie können die damaligen Prognosen
unter folgenden URLs nachlesen:
http://www.teltarif.de/s/s1287.html
für den Teil 1 (Festnetz),
http://www.teltarif.de/s/s1286.html
für den Teil 2 (Internet),
http://www.teltarif.de/s/s1285.html
für den Teil 3 (Jahr-2000-Bug) und
http://www.teltarif.de/s/s1284.html
für den letzten Teil (Mobilfunk).
Ab dem 31. Dezember werden Sie unsere Prognosen für 2001 auf
unserer Homepage http://www.teltarif.de/
nachlesen können. Doch zunächst zur Abrechnung mit den alten
Vorhersagen:
Im Festnetz-Bereich hatten wir prophezeit, dass neue
Call-by-Call-Discounter die bisherigen Spitzenreiter wie
01051 oder 3U ablösen
werden. Ein Blick auf die Spitzenplätze der Tariftabelle zeigt,
dass wir richtig lagen: Super24,
Teledump oder One.Tel,
das sind alles Namen, die dieses Jahr neu hinzugekommen sind. Was
wir nicht geahnt hatten: Teilweise sind diese neuen Namen spezielle
Discount-Marken von bereits etablierten Anbietern wie
MobilCom oder
01051 Telecom. Dafür hatten wir beim Preisniveau
ganz gut getippt: Für Ende 2000 hatten wir "ca. 6 Pfennig pro Minute"
zur Hauptzeit erwartet - 5,5 sind es schließlich geworden. Auch die
Auslandspreise unter 10 Pfennig sind inzwischen vielfach
Realität.
Im Internetbereich hatten wir erwartet, dass der
Durchschnitts-User (20 Online-Stunden im Monat) im Jahr 2000
nicht mehr als 40 Mark bezahlen muss. Das entspricht einem
Minutenpreis von 3,3 Pfennig, der als Durchschnittswert für
das Jahr 2000 wohl ganz gut hinkommt. Inzwischen gibt es aber
diverse günstigere Angebote.
Nicht einmal andeutungsweise geahnt hatten wir Aufstieg und
Fall der Flatrate. Wir hatten gehofft, dass diverse regionale
Anbieter dem Vorbild von Arcor folgen und eine Flatrate zusammen
mit dem eigenen Anschluss anbieten werden. Doch es kam nicht
dazu. Erst, als die Telekom ihre eigene Flatrate vorstellte,
zogen einige regionale Anbieter nach. Stattdessen wurden die
Interconnect-basierten Flatrates immer häufiger, die jedoch eine
nach der anderen genauso schnell wieder verschwanden, wie sie
erschienen waren. Zwar hat die Regulierungsbehörde eine wegweisende
Entscheidung in Richtung auf eine Großhandels-Flatrate getan, doch
dank gerichtlicher Klagen der Deutschen Telekom und Haken bei dem
Flatrate-Angebot selber steht die Renaissance der Flatrate noch
nicht bevor.
Richtig verschätzt hatten wir uns, was es die Zahl der
Handys betrifft. 30 Millionen hielten wir bis Ende dieses
Jahres für "machbar", dabei sind es über 40 Millionen geworden.
Korrekt lagen wir hingegen mit der Einschätzung bezüglich des
Datentarifs GPRS: 0,5 Pfennig pro Kilobyte entspricht dem, was
Viag Interkom auf einer Webpage schonmal vorab
rausgerutscht war: 30 bzw. 60 Pfennig pro 100 Kilobyte.
Auch die gemischte Zeit-/Volumenabrechnung (z.B. 50 Pfennig
bei Viag pro Onlinestunde) hatten wir korrekt vorhergesehen.
Total daneben lagen wir hingegen, was es den Einführungszeitpunkt
angeht: Statt Mitte 2000 wird es wohl Mitte 2001 sein, bis GPRS so
richtig funktioniert.
- Die Ergebnisse unserer großen Leserumfrage
Wie bereits im letzten Newsletter angekündigt, haben wir die
Ergebnisse unserer großen Leserumfrage in drei Artikeln online
gestellt. Hier die URLs:
http://www.teltarif.de/s/s3914.html ,
http://www.teltarif.de/s/s3930.html und
http://www.teltarif.de/s/s3935.html .
Im Newsletter fassen wir für Sie - wie üblich - kurz die
Highlights zusammen:
20 % unserer Leser nutzen eine Flatrate. Dabei fällt auf,
dass nur 10 % der Analoganschluss-Inhaber, aber fast 60 %
der Leser mit DSL-Anschluss eine Flatrate haben. Das mag zum einen
am Preis liegen - die DSL-Flatrates sind günstiger - zum anderen
daran, dass Power-User stärker motiviert sind als andere, sich einen
höherwertigeren Internet-Zugang wie ISDN oder DSL zuzulegen.
84,2 % unserer Leser haben bereits ein Handy. Dabei ist
fast die Hälfte der Handy-Nutzer bereits seit zwei Jahren und mehr
mobil erreichbar. 99 Prozent (!) dieser Altkunden haben einen
Laufzeitverträge abgeschlossen. Hingegen hat die Mehrheit (genau:
57 Prozent) derjenigen, die sich erst im letzten Jahr ein
Handy zugelegt haben, eine Prepaid-Karte gewählt. Über drei Viertel
dieser Neukunden geben jeweils nicht einmal 20 Mark im Monat für
mobile Telefonie aus. Hier dürfte es für die Netzbetreiber sehr
schwer werden, die Handy-Subventionen wieder hereinzuverdienen.
Der mobile Datendienst WAP stößt bei unseren Lesern nur auf wenig
Gegenliebe: Nicht einmal die Hälfte derjenigen, die ein WAP-Handy haben,
nutzt WAP auch einmal im Monat oder häufiger. Schlechte Inhalte,
schwierige Handhabung, schlechte Aufbereitung und der hohe
Minutenpreis schrecken der Umfrage zufolge einfach zu sehr ab.
Dennoch gaben überraschend viele der befragten Leser (73,1 %)
an, dass UMTS zu einer Verbesserung
der Kommunikationsprozesse führen wird. Trotz dieser positiven
Einstellung zu UMTS wollen sich jedoch nur 3,2 % der Befragten
zur UMTS-Markteinführung ein UMTS-Handy zulegen, 57,9 % wollen
dies nach einiger Zeit nachholen und erstaunliche 38,9 %
der Befragten sogar niemals.
Unter den möglichen UMTS-Anwendungen schnitten Mobile-Office-
und Businessanwendungen eindeutig besser ab als Freizeit- und
Unterhaltungsanwendungen. 52,8 % der Leser wünschen sich
regionalisierte Dienste. In der dafür notwendige Lokalisierung des
Nutzers sehen jedoch 57,8 % der Befragten eher eine Gefahr als
einen Vorteil (33,8 % unter denjenigen, die regionalisierte
Dienste wünschen).
Wir fragten Sie auch, wie viel Sie bereit sind, für
Telekommunikation auszugeben. Der Durchschnitt ergab
etwa 100 Mark pro Monat. Wenn man voraussetzt, dass
der durchschnittliche Nutzer in der Regel auch über einen
Festnetzanschluss verfügt, welcher bei ISDN schon knapp 50 Mark
allein an Grundgebühr kostet, bleibt somit kaum noch etwas für
mobiles Telefonieren übrig. Die UMTS-Netzbetreiber werden also
große Probleme haben, dem Kunden für die neuen Dienstleistungen
wesentlich mehr Geld aus der Tasche zu locken als bisher für GSM.
Hingegen müssten die Netzbetreiber monatlich 100 bis 160 Mark
pro UMTS-Kunden einnehmen, um trotz der hohen Lizenzkosten von
fast 100 Milliarden Mark rentabel zu sein. Ohne Anwendungen,
welche die Nutzer wirklich überzeugen und ihnen einen Mehrwert
bieten, dürften diese Umsätze schwer zu erzielen sein.
- NGI ist pleite - Insolvenzantrag liegt dem Amtsgericht Hamburg vor
Zuerst geisterte es als Gerücht durch das Internet:
NGI ist Pleite. Doch jetzt ist es offiziell:
Dem Amtsgericht Hamburg liegt bereits seit dem 1. Dezember
ein Antrag auf Eröffnung des Insolvenzverfahrens vor. Wie lange
die Kunden noch die Dienste von NGI in Anspruch nehmen können, ist
derzeit unklar. Die NGI-Pressestelle ist derzeit nicht besetzt.
Der Grund für die Pleite ist vermutlich das
gescheiterte Flatrate-Angebot,
mit dem sich NGI verkalkuliert hat. NGI war der zweitgrößte
Anbieter von Internetzugängen zum Pauschalpreis. Da an die Telekom
allerdings minutenabhängige Entgelte gezahlt werden mussten, und die
Flatrate-Kunden im Normalfall Vielsurfer sind, konnte sich das
Angebot nicht rechnen. Als die NGI-Flatrate eingestellt wurde, hatte
die Financial Times Deutschland gemeldet, dass NGI offene Rechnungen
in Höhe von 20 Millionen Mark bei der Deutschen Telekom hatte.
- Tiscali schluckt AddCom
Der italienische Internet-Anbieter Tiscali,
nach eigenen Angaben bereits jetzt die Nummer Zwei in
Europa, bekommt auf einen Schlag 271.000 Kunden in der
Bundesrepublik Deutschland dazu: Der Münchner Provider wird
AddCom im Zuge eines Aktientauschs zu
100 Prozent von Tiscali übernommen. Tiscali als zukünftiger
Alleinaktionär der AddCom AG will so seine Position in
Deutschland festigen: Nach der Akquisition hat Tiscali nunmehr
1,1 Millionen registrierte Kunden, hiervon sind etwa eine
halbe Million User aktiv.
Laut eigener Auskunft gehören die rund 182.000 aktiven
AddCom-Kunden "zu den besonders aktiven Usern, die durchschnittlich
27 Minuten pro Tag online sind". Das entspricht bei
AddCom-Preisen gerade mal 20 Mark monatlichen Kosten - eine
Flatrate lohnt sich für diesen Durchschnitts-Surfer also wirklich
nicht.
- Letzte Meile: Telekom will 39,48 statt 29,23 Mark von den Wettbewerbern
Wer einmal mit dem Gedanken gespielt hat, mit seinem Telefonanschluss
voll und ganz zu einem Telekom-Wettbewerber zu wechseln, hat sicher
festgestellt, dass man dort zwar günstige ISDN-Anschlüsse, aber
keine günstigen Analog-Anschlüsse bekommt. Das hat einen einfachen
Grund: Der Wettbewerber muss 29,23 Mark brutto monatlich für
die Anmietung der sogenannten letzten
Meile an die Telekom zahlen, während der Telekom-Endkunde
einen Analoganschluss für 24,81 Mark erhält. Wenn der
Wettbewerber also keine Verluste mit einkalkulieren will, kann er
keine konkurrenzfähigen Analog-Anschlüsse anbieten.
Zum 31. März 2001 läuft die bisherige Regelung allerdings
aus, so dass die Regulierungsbehörde einen neuen Preis für die
"letzte Meile" festlegen muss. Wenn es nach dem Willen der
Telekom geht, soll dieser Preis künftig 39,48 Mark brutto
monatlich betragen. Das gab das Unternehmen am Mittwoch in einer
Pressemitteilung bekannt. Als Begründung verweist die Telekom auf
langfristige Kosten, sowie auf die "im Vergleich zu alternativen
Realisierungsmöglichkeiten des Teilnehmerzugangs im nationalen
Markt als auch im internationalen Vergleich enstehenden Kosten".
Die Wettbewerber werden freilich ihre Ortsnetze nur ausbauen
wollen, wenn sie auch Kunden finden, die aufgrund attraktiver
Angebote zu ihnen wechseln wollen. Im Interesse des Wettbewerbs,
der im Ortsnetz gerade mal 2 bis 3 Prozent ausmacht, läge
also eine Senkung der Kosten für die letzte Meile. Es dürfte also
bald Preisvorschläge der Telekom-Konkurrenten geben, die vermutlich
deutlich weniger zahlen wollen. Das Telekom-Angebot ist somit nur
der Auftakt zum erneuten Tauziehen um die letzte Meile. Das letzte
Wort liegt dann wieder einmal bei der Regulierungsbehörde.
Eine weitere Baustelle der Regulierung heißt
Großhandelsflatrate. Hier hat die Telekom bereits Anfang
Dezember zwei Verfahren gegen die Flatrate-Entscheidung der
Regulierungsbehörde angestrengt. In einem Fall wolle die Telekom mit
einem Eilverfahren verhindern, dass wie von der Regulierungsbehörde
gefordert, die Verbindungspreise für die Einwahl ins Internet
zwischen Haupt- und Nebenzeit angeglichen werden. Im zweiten Fall
wolle die Telekom die Entscheidung mit einem Hauptsacheverfahren
als Ganzes zu Fall bringen.
Unabhängig von der juristischen Vorgehensweise war die Telekom
in der vergangenen Woche der Auflage der Regulierungsbehörde
nachgekommen, ihren konkurrierenden Online-Diensten ein Angebot für
Internet-Pauschaltarife zu machen, das
allerdings de facto keine neuen Flatrates für Endkunden ermöglicht.
Telekom-Chef Ron Sommer hatte zudem wiederholt erklärt, dass er die
Entscheidung der Behörde für inakzeptabel hält und bekämpfen will.
- Super24: Preissenkungen für acht ausländische Ziele
Seit dem 22. Dezember kann man mit
Super24 über die 01024 zu acht ausländischen
Zielen günstiger telefonieren.
Die Preissenkungen sind wirklich deutlich und liegen zwischen einem
und sechs Pfennig pro Minute. Somit hat sich Super24 für diese
Gesprächsziele den Spitzenplatz der Tariftabelle zurückerobert.
Abgerechnet wird jedoch nach wie vor im Minutentakt.
Nicht runter, sondern rauf gehen die Preise bei
Komtel. Ein Blick in das aktuelle
Amtsblatt der Regulierungsbehörde fördert zu Tage, dass Komtel
ab Januar 2001 einen Zuschlag für Anrufe in einige ausländische
Mobilfunknetze einführt. Komtel lag bisher für diese Ziele auf
den vorderen Plätzen der Tariftabelle. Mit der Preiserhöhung
folgt Komtel dem Markttrend, dem sich nicht einmal die Deutsche Telekom
entziehen konnte.
- Telekom senkt Weiterleitungspreise für 0700-Nummern
Die Deutsche Telekom AG hat die
Weiterleitungspreise für persönliche Rufnummern mit der
Vorwahl 0700 gesenkt. Die Umleitung ins Festnetz ist, wie
bisher, kostenlos. Die Weiterleitung in die Mobilfunknetze
und ins Ausland ist ab sofort billiger. Allerdings bleibt
eine herkömmliche Rufumleitung via Call-by-Call oder im
Telekom-Optionstarif Aktiv Plus immer noch preiswerter.
Die genauen Preise für diesen Service
entnehmen Sie bitte unserem Beitrag unter
http://www.teltarif.de/s/s3936.html .
Die Abrechnung erfolgt weiterhin für alle Umleitungen im
30/1-Sekunden-Takt. Weitere Informationen zu 0700-Nummern
finden Sie auf unserer Info-Seite
zum Thema im Festnetzbereich.
- T-D1 senkt Verbindungspreis in beide E-Netze
T-D1 hat seinen Kunden im Vertrag "Telly"
ein Geschenk zu Weihnachten gemacht: Der Minutenpreis für Verbindungen
in die Netze von E-Plus und
VIAG Interkom wird von 1,89 Mark
auf 1,29 Mark gesenkt. Der neue Preis gilt jeweils in
der Hauptzeit, montags bis freitags von 7 bis 17 Uhr.
Zu allen übrigen Zeiten gilt nach wie vor der Minutenpreis von
39 Pfennig. Prepaid-Kunden bezahlen hingegen weiterhin
bis zu 1,69 Mark pro Minute für Verbindungen in andere
Mobilnetze.
- 1stop2load.com: Prepaid-Guthaben per SMS aufladen
So mancher Prepaid-Handy-Besitzer kennt das Problem vielleicht:
Gerade wenn das Guthaben abtelefoniert ist, befindet man sich in der
schönen Natur, fernab vom nächsten Geschäft, das Nachlade-Karten
verkauft. Aber man muss dringend telefonieren. 1stop2load.com
verspricht jetzt Abhilfe.
Man registriert sich auf der
Homepage
von 1stop2load.com, wählt Netzbetreiber und Aufladebetrag aus, gibt
die gewünschte Zahlungsweise an - die Bezahlung ist per Kreditkarte
oder Paybox möglich - und erhält dann einen Aktivierungscode für
das neue Guthaben. Dann ruft man mit seinem Prepaidhandy bei der
jeweiligen Nummer des Konto-Managers an, gibt über die Tastatur den
Aktivierungscode ein - und voilà, das neue Guthaben wird aktiviert.
Die Nummern des Kontomanagers:
- D1 Xtra: 2000
- D2 CallYa: 22922
- E-Plus Free&Easy: 1155
- Viag Interkom Loop: 5667
Als registrierter Nutzer kann man das System auch dann nutzen,
wenn man gerade keinen Internetzugang hat: Einfach eine SMS an den
SMS-Server von 1stop2load.com senden, das gewünschte Netz, den
Aufladebetrag und die persönlich PIN angeben und die SMS-Antwort
mit dem neuen Aktivierungscode vom Server abwarten. Jetzt kann
das Guthaben auf dem üblichen Weg aktiviert werden.
Die Frage ist allerdings, warum man zum Aufladen auf einen
Drittanbieter ausweichen soll. Schließlich bieten die meisten
Netzbetreiber auch automatische Auflade-Dienste per Bankeinzug.
Wir wünschen Ihnen einen guten Rutsch und auch im neuen Jahr viel
Spaß beim Lesen von teltarif!
.
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