Newsletter 29/00 vom 23.11.2000
Die Neuigkeiten im Telefonbereich bis zum 23.11.2000 - von teltarif.de für Sie zusammengefasst.
  1. Mobilfunk-Prepaid: Zur Hauptzeit drastisch billiger
  2. D2 startet HSCSD-Vermarktung / HSCSD-Communicator von Nokia angekündigt
  3. Großhandels-Flatrate: Gezerre um den Preis beginnt
  4. Regulierungsbehörde Teil 2: Wunschtarif der Telekom verboten!
  5. Neues von der Regulierungsbehörde: Gebührentatbestände und Eitelkeitsnummern
  6. Telekommunikations-Datenschutz: Bundeskabinett übergeht Bedenken
  7. Fehlerhafte Rechnung muss nicht bezahlt werden
  8. 01051 verbessert Gebührenanzeige aus: Tarifansage jetzt auch nach dem Gespräch
  9. Teledump: Keine Ortsgespräche mehr über 01051 031
  10. Ausland: 01017 mit Spitzenpreisen für sieben osteuropäische Ziele
  11. Internet: 10 Freistunden bei Planet Internet
  12. Regional: ADSL von Teleos oder billig zu HanseNet wechseln
  1. Mobilfunk-Prepaid: Zur Hauptzeit drastisch billiger

    Wie erwartet, wenn auch nicht ganz so schnell wie erwartet, hat D2-Mannesmann auf die von T-D1 vor knapp einem Monat vorgestellte neue Prepaid-Karte Xtra4You reagiert. Dabei wurde nicht nur eine "Kopie" von Xtra4You unter dem Namen "CallYa-Blue" vorgestellt, sondern auch der neue Tarif "CallYa-White". Zusammen mit dem "alten" CallYa, nun CallYa-Red, gibt es nun drei Prepaid-Tarife bei D2. Es dürfte nur eine Frage der Zeit sein, bis T-D1 wiederum nachzieht.

    Beim neuen CallYa-White bezahlt man rund um die Uhr 69 Pfennige pro Minute für Gespräche ins nationale Festnetz und innerhalb des D2-Netzes. Damit sind Gespräche ins nationale Festnetz zur Hauptzeit sogar günstiger sind als bei Vertragskunden im D2-Fun-Tarif. Entsprechend attraktiv ist CallYa-White für alle, die ihr Handy zur Geschäftszeit nutzen.

    CallYa-Blue gleicht dem neuen Xtra4You Tarif von T-D1, und kostet damit zur Hauptzeit 99 Pfennig und zur Nebenzeit 49 Pfennig pro Minute ins nationale Festnetz und ins D2-Netz. Wie bei Xtra4You beginnt die Nebenzeit bereits um 18 Uhr.

    Der Vergleich zwischen den neuen Karten und den bestehenden Angeboten für Laufzeitverträgen wird immer schwieriger. Hilfe im Tarifdschungel bietet aber unsere Profil-Abfrage auf http://www.teltarif.de . Nach Eingabe, wann und wie viel Sie mobil telefonieren, wird das für Sie günstigste Angebot herausgesucht.

    Nachteilig ist, dass bei beiden neuen Karten der der 60/1-Takt gilt. Das heißt, man zahlt jeweils mindestens eine Minute, auch dann, wenn man kürzer telefoniert, zum Beispiel, weil die Mailbox rangeht. Erst danach wird sekundengenau abgerechnet. Im CallYa-Red-Tarif bleibt es beim 10-Sekundentakt.

    Weiterhin gibt es bei CallYa-White und CallYa-Blue nicht den von CallYa bekannten günstigen Wochenendtarif (15 Pfennig pro Minute) und auch keine BestFriend-Nummer (39 Pfennig pro Minute).

    Man wird ab der Einführung am 14. Dezember zwischen den verschiedenen CallYa-Varianten wechseln können. Aber nur der erste Wechsel ist kostenlos, danach werden jeweils 11,50 Mark fällig. Das ist einer der wesentlichsten Nachteile von CallYa im Vergleich zu Xtra, wo Tarifwechsel kostenlos sind. Die Berechnung von 11,50 Mark war bei D2 bisher auch schon beim Wechsel der CallYa BestFriend-Nummer bekannt, bei D1 Xtra ist der Wechsel der vergleichbaren Xtra-Nr.1 ebenfalls kostenlos.

    Statt der teuren Tarifwechsel dürfte sich aber eher "Call by Handy" oder "Call by SIM" als mobile Variante des Call by Calls durchsetzen: Zur Nebenzeit telefoniert man mit einer CallYa-Red-Karte, zur Hauptzeit nutzt man die CallYa-White-Karte, mit Ausnahme der Telefonate zur BestFriend-Nummer, bei der CallYa-Red immer ungeschlagen ist.

    D2-Mannesmann hat übrigens auch bekannt gegeben, dass von den insgesamt 16,5 Millionen Kunden Ende September rund 50 Prozent Besitzer einer Prepaid-Karte sind. Da wundert es nicht, dass D2-Mannesmann auf den neuen T-D1-Preis in diesem Marktsegment reagiert.

    Ob auch die anderen beiden deutschen Netzbetreiber E-plus und Viag Interkom neue Tarife vorbereiten, ist bisher nicht bekannt. Neu ist allerdings bei E-plus, dass ab sofort alle Free & Easy-Handys mit einem harten SIM-Lock ausgestattet werden. War es bisher möglich, eine beliebige E-Plus-Karte in einem Free & Easy-Handy zu verwenden, funktioniert das Handy künftig nur noch mit der dazu gelieferten Karte.

  2. D2 startet HSCSD-Vermarktung / HSCSD-Communicator von Nokia angekündigt

    Nach E-Plus hat auch D2 Privat jetzt offiziell die HSCSD-Technik in sein Netz integriert und die Vermarktung über den Fachhandel aufgenommen. HSCSD (High Speed Circuit Switched Data) ermöglicht es, via Handy und Laptop mit einer Geschwindigkeit von bis zu 38,4 kbit/s ins Internet zu gehen. Mit demselben Tempo können auch Punkt-zu-Punkt-Datenverbindungen aufgebaut werden. Bislang waren beim GSM-Mobilfunk maximal 14,4 kbit/s möglich.

    Das derzeit aktuelle Einführungsangebot von D2 Privat ist in Bezug auf die Grundgebühr erheblich günstiger als der Service von E-Plus, wo man für die HSCSD-Freischaltung monatlich 15 Mark Grundgebühr zahlt. D2 berechnet einmalig 11,50 Mark und monatlich 1,95 Mark. Wer bereits eine D2-Datenrufnummer hat, kommt sogar um die Einrichtungspauschale von 11,50 Mark herum.

    Die Minutenpreise für die Datenübertragung sind vom jeweiligen D2-Tarif abhängig. Nutzt man den netzinternen Internet-Zugang, den der Netzbetreiber seinen Kunden zur Verfügung stellt, so zahlt man in der Hauptzeit 39 Pfennig pro Minute. Nach 22.00 Uhr reduziert sich der Minutenpreis sogar auf 19 Pfennig.

    Nutzen können HSCSD alle D2-Kunden mit Laufzeitverträgen. Die Freischaltung erfolgt über die Kundenbetreuung unter der netzinternen Rufnummer 1212 (bzw. 0800-1721212 von allen anderen Anschlüssen aus). Nutzbar ist der Datendienst bereits wenige Minuten nach Auftragseingang bei der Hotline.

    Sowohl bei E-Plus, als auch bei D2 ist HSCSD derzeit noch nicht bundesweit nutzbar. Hierfür muss zum Teil noch Hardware umgerüstet werden. Daran wird nach Angaben der Netzbetreiber jedoch bereits mit Hochdruck gearbeitet. Dort, wo der Dienst bereits läuft, sind die Datenverbindungen in beiden Netzen sehr stabil, während das Konkurrenz-System GPRS nach ersten Erfahrungen noch in den Kinderschuhen steckt.

    Nachdem nun der HSCSD-Standard in die Mobilfunknetze Einzug hält, kündigt der Mobilfunkhersteller Nokia einen Nachfolger seines Communicators an. Der Nokia 9210 Communicator verfügt über ein hochauflösendes Farbdisplay, 40 MB Speicher und ist für Dualband sowie HSCSD gerüstet. Es wird aber noch ein paar Monate dauern, bevor das Gerät in die Läden kommt. Dennoch: Mit den bereits verfügbaren HSCSD-Geräten Nokia Cardphone 2.0 und Nokia 6210 hat es der Hersteller geschafft, sich zum Vorreiter für diese Technologie am Markt zu machen.

  3. Großhandels-Flatrate: Gezerre um den Preis beginnt

    Die Flatrate-Entscheidung der Regulierungsbehörde vom letzten Donnerstag (wir berichteten) hat große Wellen geschlagen. Während die Telekom den Teufel der drohenden Netzüberlastung an die Wand malt, befürchten die Mitbewerber, dass der Großhandels-Preis üben jenen 79 Mark liegen wird, den T-Online-Kunden zur Zeit für die Flatrate bezahlen.

    Der Regulierer hat der Deutschen Telekom bis jetzt lediglich vorgeschrieben, dass bis zum 1. Februar den Telekom-Konkurrenten eine Großhandels-Flatrate angeboten werden muss. Deren Gestaltung wird allerdings der Telekom überlassen. Sogar ein kapazitätsorientiertes Gebührenmodell wird nicht ausgeschlossen, bei dem man eigentlich nicht mehr von einer Flatrate sprechen kann. Die Telekom-Mitbewerber, die ihren Kunden eine Flatrate anbieten, müssten sich dann zwar nicht mehr sorgen, wie lange ihre Kunden im Internet sind, dafür aber wie viel ihre Kunden im Netz herunterladen. Ein Flatrate-Angebot würde dann also weiterhin ein Risiko behaftetes Spiel mit unbekannten Größen sein. So wären die Endkunden, die bei der Telekom eine Flatrate zu 79 Mark nutzen, gegenüber den "Großhändlern" besser gestellt, die zu schlechteren Konditionen einkaufen müssen.

    Um sich gegen den Vorwurf zu verwahren, den eigenen Endkunden die Flatrate unter Preis zu verkaufen, ließ Telekom-Chef Ron Sommer in einem Interview mit der Frankfurter Allgemeinen Zeitung wissen, dass T-Online möglicherweise aus diesem Marktsegment aussteigen werde. "Wenn die Telekom den Wettbewerbern eine Großhandels-Flatrate anbieten muss, weil T-Online für die Endkunden eine Flatrate von 79 Mark hat, stellen wir sie ein", sagte Sommer. Das lässt nichts gutes ahnen.

    Vermutlich beabsichtigt der Rosarote Riese, den Preis für die Großhandels-Flatrate erheblich höher als 79 Mark festzusetzen. Die Mitbewerber, die nach der Verkündung der Entscheidung der Regulierungsbehörde schon die Hoffnung auf Preise unter 50 Mark äußerten, werden ein so günstiges Angebot wahrscheinlich nicht bekommen, zumindest nicht direkt von der Telekom. Wahrscheinlich wird die Regulierungsbehörde demnächst abermals zum Thema Flatrate eine Entscheidung treffen müssen, wenn sich Telekom und die Konkurrenz nicht über den Preis einigen können.

    Ganz unabhängig vom Flatrate-Rummel hat die Regulierungsbehörde eine konkrete Entscheidung zu den minutenabhängigen Verbindungspreise für Online-Dienste gefällt. Diese sogenannten AfOD-Gebühren sind das Internet-Pendant zu den Interconnect-Gebühren aus dem Telefonverkehr. So, wie die AfOD-Gebühren gestaltet waren, ergaben sie eine Bevorzugung von T-Online gegenüber den Konkurrenten. Das neue AfOD-Entgelt beträgt ab dem 15. Dezember für alle Internet-Provider rund um die Uhr 1,53 Pfennig die Minute netto, wenn der Anbieter einen Zusammenschaltungs-Punkt im selben City-Bereich hat, in dem sein Kunde sitzt. Da bisher zwei getrennte Preise für Haupt- und Nebenzeit galten, bedeutet dies eine Verteuerung in der Nebenzeit und eine Preissenkung zur Hauptzeit.

  4. Regulierungsbehörde Teil 2: Wunschtarif der Telekom verboten!

    Die Gebührentatbestände waren in dieser Woche nicht der einzige Streich der Bonner Regulierer: Einige Tage zuvor untersagte die Behörde den Wunschtarif "Talk2Friends", den die Deutsche Telekom im September dieses Jahres beantragt hatte. Gegen einen Aufpreis von monatlich 4,99 Mark sollten ISDN-Kunden in der Zeit von 12 bis 20 Uhr mit anderen Teilnehmern im City-Bereich kostenlos telefonieren können, sofern auch die Gesprächspartner diesen Wunschtarif gewählt hätten.

    Doch daraus wird erstmal nichts. Die Regulierungsbehörde entschied, dass dieser Tarif nicht zulässig sei. Zum einen wäre mit der Option "Talk2Friends" keine Preselection auf einen anderen Anbieter mehr möglich gewesen, zum anderen hätte die Telekom bei längeren Gesprächen Verlust machen müssen, wenn man die hauseigenen Interconnection-Gebühren als Berechnungsgrundlage nimmt. Andere Anbieter wären deshalb nicht in der Lage, ähnliche Tarife anzubieten. Damit hätte die Telekom erneut einen ungerechtfertigten Wettbewerbsvorteil - aufgrund der Monopolstruktur im Ortsnetzbereich wäre Talk2friends sicherlich der gefragteste Optionstarif der Deutschen Telekom geworden.

    So bleiben die kleinen lokalen bzw. regionalen Anbieter wie BerliKomm oder osnatel die einzigen, die kostenlose Ortsgespräche innerhalb des eigenen Netzes ermöglichen.

  5. Neues von der Regulierungsbehörde: Gebührentatbestände und Eitelkeitsnummern

    Nachdem die Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post (RegTP) es bisher nicht besonders eilig hatte, die Gebührenbescheide für die Zuteilung von Rufnummern zuzustellen, will sie nun ein Weihnachtsmailing der besonderen Art starten: Ab Anfang Dezember werden zum ersten Mal Bescheide über die entstandenen Gebühren bei der Vergabe von 0180-, 0700- und 0800-Rufnummern versendet. Seit dem Beginn der Rufnummernvergabe am 1. August 1996 sind rund 80.000 Bescheide über insgesamt 270.000 so genannte Gebührentatbestände aufgelaufen. Mit diesem markanten Begriff werden die mit den einzelnen Rufnummernzuteilungen zusammenhängenden Verwaltungsvorgänge amtlich korrekt bezeichnet. Für jede zugeteilte Nummer werden 125 Mark berechnet, das macht alles in allem einen Verwaltungsaufwand von 30.259.375 Mark.

    Besonders unangenehm dabei ist, dass auch für die Ablehnung von beantragten Rufnummern eine Aufwandsgebühr in Rechnung gestellt wird, weil ja auch ein gewisser Arbeitsaufwand nötig ist, um festzustellen, dass eine bestimmte Nummer schon vergeben ist. Allerdings wird nicht die volle Gebühr, sondern ein Anteil von 31,25 Mark fällig.

    Vorausschauenderweise hat die Regulierungsbehörde eine Hotline eingerichtet, unter der Fachpersonal Fragen rund um den Gebührentatbestand beantwortet. Die Nummer ist einleuchtenderweise 01803-NUMMER, in Zahlen 01803-686637. Allerdings ist die Hotline nur werktags zwischen 7.30 und 15.30 Uhr besetzt; freitags nur bis 14.30 Uhr.

  6. Telekommunikations-Datenschutz: Bundeskabinett übergeht Bedenken

    Das Bundeskabinett hat einen geänderten Entwurf der Telekommunikations-Datenschutzverordnung (TDSV) beschlossen, welche die bisherige Verordnung aus dem Jahre 1996 ablöst. Nach Verkündung im Bundesgesetzblatt tritt diese unverzüglich in Kraft. In dem neuen Entwurf wurden die Änderungswünsche des Bundesrates berücksichtigt.

    Nicht berücksichtigt wurden jedoch die Bedenken des Bundes-Datenschutz-Beauftragten und elf seiner Länder-Kollegen, welche sich seit Monaten dafür aussprechen, den Speicherzeitraum für Verbindungsdaten nicht auf sechs Monate auszudehnen. Bisher mussten diese Daten nach spätestens 80 Tagen gelöscht werden.

    "Die Verlängerung der Speicherfrist bei den Anbietern ist eine gefährliche, verfassungsrechtlich angreifbare Vorratsdatenspeicherung", erklärten die Datenschützer in ihrer Stellungnahme zum ersten Entwurf. "Sie erfolgt nicht zur Abwicklung des Telekommunikationsverkehrs, sondern dient nur als vorsorgliche Datensammlung für eventuell in der Zukunft stattfindende Zugriffe der Sicherheitsbehörden. [...] Von der Verlängerung der Fristen in erster Linie betroffen bleiben die arglosen Telekommunikationsnutzenden. Das Risiko eines Missbrauchs ihrer Daten wird durch die längere Speicherungsdauer massiv erhöht. [...] Das Bundesverfassungsgericht hat wiederholt festgestellt, dass das Fernmeldegeheimnis ein hohes Gut ist, das auch die Verbindungsdaten schützt. Es geht grundsätzlich niemanden etwas an, wer wann mit wem telefonisch, per Fax oder E-Mail Kontakt hatte. Wir erwarten vom Plenum des Bundesrates, dass er der sinnlosen Datensammelei einen Strich durch die Rechnung macht."

    Der Entwurf enthält ferner einen Passus, nach dem die Invers-Suche (Teilnehmer-Suche anhand der Rufnummer) in Telekommunikations-Verzeichnissen (Telefonbuch-CD-ROMs) unzulässig ist. Das war auch bisher so, allerdings wird diese Regelung durch Hacker-Tools und Zusatz-Programme zu Telefonbuch-CDs immer wieder unterwandert. Außerdem berücksichtigt die Novellierung insbesondere den durch die Marktliberalisierung erweiterten Kreis der Diensteanbieter und den technischen Fortschritt im Bereich der Telekommunikation. Die Verordnung enthält u. a. eine Reihe von Verfahrensvereinfachungen und eine Ordnungswidrigkeitenvorschrift, die die Durchsetzung einzelner Datenschutzregelungen sicherstellt.

  7. Fehlerhafte Rechnung muss nicht bezahlt werden

    Bei Abrechnungsfehlern in der Telefonrechnung vertraten die Telefongesellschaften bisher die Meinung, dass der Kunde diese auch beweisen müsse. Die IHK Berlin verweist auf ein Urteil (2 C 820/98) des Amtsgerichts in Ebersberg, welches die Sachlage genau entgegengesetzt sieht: Wer eine Forderung geltend mache, müsse diese auch belegen. Es sei Sache der Telefongesellschaft, die Posten auf der Rechnung aufzuschlüsseln und nachzuweisen. Selbst der Tatbestand, dass der Kunde keinen Einzelgesprächsnachweis gewünscht habe und der Anbieter daher alle Verbindungsdaten sofort nach Rechnungsstellung gelöscht habe, ändere nichts daran.

    Das Unternehmen hatte zwar, versteckt im Kleingedruckten der Allgemeinen Geschäftsbedingungen, darauf hingewiesen, dass dem Kunden die Beweislast für die Richtigkeit der Rechnung obliegt. Dies genügte dem Gericht jedoch nicht, da eine solche Vereinbarung einen deutlicheren Hinweis auf die rechtlichen Konsequenzen erfordere. Weiterhin könne diese Klausel die Telefongesellschaft allenfalls von der Pflicht befreien, die Richtigkeit der Rechnung anhand der Verbindungsdaten nachzuweisen. Dann sei sie aber verpflichtet, ihren Anspruch anderweitig zu belegen. Im vorliegenden Falle blieb der Anbieter auf seiner Mobilfunkrechnung in Höhe von 1101 Mark sitzen und konnte dem Kunden nur die Grundgebühr in Rechnung stellen.

  8. 01051 verbessert Gebührenanzeige aus: Tarifansage jetzt auch nach dem Gespräch

    Seit dem 14. November tickt der Gebührenzähler auch, wenn man über Telekom-Konkurrenten telefoniert. Doch statt des richtigen Preises bekommt man - wie berichtet - nur ungefähre Werte im Display angezeigt, da auf Vielfache von 12 Pfennig aufgerundet wird und die Taktung nicht immer korrekt berücksichtigt wird. Die Düsseldorfer Telefongesellschaft 01051 hat deswegen bei der Regulierungsbehörde gegen den vom AKNN (Arbeitskreis für Technische Nummerierung und Netzzusammenschaltung) ersonnenen Dienst Beschwerde eingelegt. Bis über die Beschwerde entschieden ist, sind 01051 und seine Kunden "dem Verwirrspiel der Telekom leider ausgeliefert", sagte Firmenchef Wolff dazu. Aber die Düsseldorfer haben schon einen neuen Service als Gegenmittel ausgedacht: Nach jedem Gespräch werden die tatsächlichen Kosten angesagt. Sobald der Partner aufgelegt hat, ertönt nun: "Dieses Gespräch kostete soundso viel Pfennig." Hoffen wir nur, dass nicht mancher Telefonierer völlig verwirrt ist, weil er zeitgleich im Display einen ganz anderen Wert sieht.

  9. Teledump: Keine Ortsgespräche mehr über 01051 031

    Nachdem das Gericht die Entscheidung im Streit zwischen der Deutschen Telekom und 01051 vertagt hat, war nun MobilCom im Kampf gegen die Teledump-Ortsgespräche erfolgreich. Durch die Zustellung einer einstweiligen Verfügung wurde dem Düsseldorfer Discounter untersagt "im geschäftlichen Verkehr, zu Zwecken des Wettbewerbs, Ortsgespräche im Call-by-Call-Verfahren unter der Vorwahl 01051 031 anzubieten oder anbieten zu lassen."

    01051 hatte aber bereits vorgesorgt und die neue Einwahlnummer 0192101 parallel zur 01051 031 in Betrieb genommen. Teledump-Ortsgespräche kann man ab sofort nur noch über die 0192101 führen. Für Ferngespräche ist die 01051 031 weiter offen.

  10. Ausland: 01017 mit Spitzenpreisen für sieben osteuropäische Ziele

    Das Pfennig-Bruchteil-Spiel geht weiter: Wer 01017 von seinem oder ihrem Anschluss aus nutzen kann, zahlt seit vorigem Freitag folgende neue Minutenpreise (bisheriger Preis in Klammern):

    • Bulgarien 49,6 Pfennig (49,8 Pfennig)
    • Tschechien 30,6 Pfennig (30,8 Pfennig)
    • Lettland 51,6 Pfennig (51,8 Pfennig)
    • Estland 39,3 Pfennig (39,5 Pfennig)
    • Litauen 51,6 Pfennig (51,8 Pfennig)
    • Polen 31,6 Pfennig (31,8 Pfennig)
    • Rumänien 51,4 Pfennig (51,7 Pfennig)
    Diese Preise liegen jeweils einen Zehntelpfennig unter denen des Mitbewerbers Super24 für das jeweilige Zielland und - von befristet gültigen Sonderpreisen anderer Anbieter für Tschechien und Polen einmal abgesehen - damit an der Spitze der Tariftabelle im offenen Call by Call.

    01017 hat außerdem 23 neue Auslandsziele von Ägypten bis hin zur Weihnachtsinsel in ihr Angebot aufgenommen. Hier sind andere Anbieter jedoch billiger. Wir wollen daher lediglich auf eine Kuriosität hinweisen: Ein Gespräch ins chinesische Mobilnetz ist mit 89,8 Pfennig tatsächlich günstiger als ein Gespräch ins chinesische Festnetz, wo die Minute mit 95 Pfennig zu Buche schlägt.

    Ein fairer Zug des Anbieters ist der Hinweis, dass seit dem 14. November Probleme bei der Nutzung von 01017 auftreten können. Wenn man weiterhin über die 01017 telefonieren möchte und den Gebührenimpuls bei der Deutschen Telekom mitbeauftragt hat, muss man diesen dort abschalten lassen.

    Kunden der First Telecom müssen ebenfalls verzichten, wenn auch nur auf den Firmennamen. Das Unternehmen firmiert nach der Verschmelzung mit Atlantic Telecom nun unter dem einheitlichen Namen Atlantic Telecom und bewirbt in den Printmedien die "Call-Mc-Call" getauften Call-by-Call-Tarife mit "Schottenpreisen". Die Vorwahl 01039 bleibt jedoch unverändert.

    Auf das "gute Gefühl", dass eine Firma mit Schottenpreisen wie Atlantic für seine Kunden "auf den Pfennig" schaut, sollte man sich jedoch nicht allein verlassen. Die beworbenen Tarife für Brasilien, China, Israel, Japan, Russland und Thailand belegen nur durchschnittliche Tabellenplätze. Super24 und andere Mitbewerber sind teilweise deutlich günstiger. Lediglich bei Ägypten führt Atlantic mit 89 Pfennig pro Minute die Tabelle im offenen Call by Call an.

    Bei den Auslandspreisen muss beachtet werden, dass Atlantic bei vielen Zielen zwei Zeitzonen unterscheidet. Nicht alle Preise gelten also, wie die beworbenen, rund um die Uhr! So kosten Gespräche in die USA werktags von 8 bis 18 Uhr 14 Pfennig pro Minute, außerhalb dieser Zeiten noch 10 Pfennig. Abgerechnet wird im Call-Mc-Call-Tarif übrigens im Minutentakt. Das ist bei exotischeren Zielen, für die bis zu 3,47 Mark pro Minute berechnet wird, sicher nicht "schottengünstig".

    Preselection-Kunden von Atlantic Telecom sollten folgenden Hinweis zur Kenntnis nehmen: Bei Gesprächen in ausländische Mobilfunknetze zahlen sie teilweise drastisch mehr, als im Call-Mc-Call-Tarif. Dazu einige ausgewählte Beispiele (in Klammern der Call-Mc-Call-Preis):

    • Frankreich 76,6 Pfennig (58 Pfennig)
    • Großbritannien 94 Pfennig (58 Pfennig)
    • Italien 90,5 Pfennig (58 Pfennig)
    • Österreich 59,2 Pfennig (51 Pfennig)
    • Schweiz 74,2 Pfennig (52 Pfennig)
    • Belgien 98,6 Pfennig (55 Pfennig)
    • Dänemark 1,03 Mark (38 Pfennig)
    • Niederlande 70,8 Pfennig (49 Pfennig)
    • Schweden 1,09 Mark (35 Pfennig)
    • Spanien 90,5 Pfennig (53 Pfennig)
    • Tschechien 1,404 Mark (61 Pfennig)
    Bei derartigen Differenzen geht auch der eigentliche Vorteil des Pre-Selection-Tarifs gegenüber dem Call-by-Call-Tarif, die sekundengenaue Taktung, verloren.

    Abschließend noch ein Hinweis: Ab dem 25. November beträgt bei One.Tel im offenen und angemeldeten Call by Call der Aufschlag für Gespräche in ausländische Mobilnetze 40 Pfennig pro Minute. Bislang sind noch 30 Pfennig zusätzlich zum jeweiligen Festnetztarif zu zahlen.

  11. Internet: 10 Freistunden bei Planet Internet

    Planet Internet bietet ab sofort einen neuen Tarif an. Im "Planet Internet Einsteigerpaket" sind 10 Freistunden enthalten, die im ersten Monat abgesurft werden müssen. Nach dem Verbrauch der Freistunden verlangt Planet Internet 2,7 Pfennig pro Minute rund um die Uhr. Abgerechnet wird im fairen Sekundentakt. Zusätzlich wird ab dem vierten Monat eine Grundgebühr von 5 Mark fällig. Die Anmeldung für dieses Angebot ist bis zum 31. Januar 2001 möglich. Die bisher angebotenen Tarife Planet Go und Planet Premium bleiben weiterhin im Programm. Verglichen mit anderen Angeboten, sind die Preise von Planet Internet nicht gerade günstig. Allerdings hat die Firma auch gar nicht den Anspruch billig zu sein, sondern möchte, wie bereits berichtet, durch ein eigenes Portal auf Qualität setzen.

    Der Aalener Internetanbieter Cyberfun hat ab dem 1. Dezember neue Preise in seinen vier Tarifen Easy, Basic, Classic und Profi. Wer in einer der 500 "Cybercities" wohnt, für den gelten die im folgenden genannten Preise. Wer nicht dieses Glück hat, muss 1 Pfennig in der Minute dazuzahlen. Die Liste der bevorzugten Städte findet sich auf der Homepage von Cyberfun.

    Der Tarif "Cyberfun Easy" ist ein Internet-by-Call-Angebot mit Anmeldung, bei dem dann tagsüber 3,9 und abends und am Wochenende 2,9 Pfennig pro Minute berechnet werden. Bei "Cyberfun Basic" werden 6,90 Mark Grundpreis pro Monat fällig. Tagsüber kann man künftig für 2,9 Pfennig und ab 18 Uhr und am Wochenende für 2,2 Pfennig in der Minute surfen. Künftig sind neben der Homepage auch bis zu fünf E-Mail-Adressen inklusive. Mit "Cyberfun Classic" werden pro Minute Onlinezeit tagsüber künftig 2,8 Pfennig und ab 18 Uhr und am Wochenende nur noch 1,9 Pfennig berechnet. Die Grundgebühr beträgt hier 19,90 Mark. Bei "Profi" ist zusätzlich noch eine eigene Homepage auf einer eigenen Domain dabei, dafür steigt die Grundgebühr auf 39,90 Mark monatlich.

    Neben der Einwahl in Deutschland gibt es auch die Möglichkeit zur Online-Nutzung in 83 Ländern und per Handy. Eine Mindestvertragslaufzeit gibt es in keinem der Tarife von Cyberfun.

    Nicht mehr verfügbar ist offensichtlich Cisma: Wer deren Internet-Homepage aufruft, findet zur Zeit nur noch eine leere Seite. Unter der Rufnummer des Anbieters bekommt man den Hinweis: "Kein Anschluss unter dieser Nummer". Auch eine E-Mail an das Schöppinger Unternehmen hilft nicht weiter, man erhält die Fehlermeldung: "User unknown". Leser berichten, dass auch die Einwahl über das Call-by-Call-Angebot von Cisma nicht mehr funktioniere. Im September hatte die Cisma GmbH bereits die Flatrate vom Markt genommen.

  12. Regional: ADSL von Teleos oder billig zu HanseNet wechseln

    Der Regionalanbieter Teleos GmbH, von deren Dreifach-Flatrate-Angebot wir in der vergangenen Woche berichteten, geht mit weiteren Kombi-Angeboten an den Markt, wieder in Partnerschaft mit den Elektrizitätswerken Minden-Ravensburg (EMR). Dieses Mal ist es der schnelle Internetzugang per ADSL-Technologie, der in drei Paketen angeboten wird. "Strom &Fon Speed 2" kostet 166 Mark im Monat. Dieses Angebot beinhaltet einen ADSL-Internet-Zugang mit einer Geschwindigkeit von 1.024 kBit/s für den Download und 192 kBit/s für den Upload. Inbegriffen sind ein Datentransfer bis zu 100 MB sowie kostenlose Ortsgespräche und 2.000 kWh Strom pro Jahr. Überschreitet man das Limit von 100 MB - das kann bereits nach einigen größeren Downloads der Fall sein - kostet jedes weitere Megabyte 5 Pfennig.

    "Strom &Fon Speed 4" kostet 199 Mark monatlich und bietet die selben Leistungen für Telefonie und Internetnutzung sowie ein Stromkontingent von 4.000 kWh pro Jahr.

    Wer sich nur für ADSL interessiert, kann "Fon &Speed" nutzen. Hier beträgt der monatliche Grundpreis 109 Mark. Man hat ebenfalls ein Transfer-Volumen von 100 MB und kostenlose Ortsgespräche inbegriffen.

    Wer ab sofort komplett zu HanseNet wechselt und somit auch seine Ortsgespräche über den Hamburger Regionalanbieter führen möchte, bezahlt keine Anschlussgebühren. Außerdem entfällt die Grundgebühr in den ersten drei Monaten: Besitzer eines ISDN-Anschlusses sparen dabei 164,70 Mark, zusammengesetzt aus dreimal 39,90 Mark für die monatliche Grundgebühr plus 45 Mark für die Anschlussübernahme. Wer einen ISDN-Neuanschluss benötigt oder von analog zu ISDN wechselt, spart insgesamt sogar 214,70 Mark: 95 Mark für die Einrichtung und dreimal 39,90 Mark für die Grundgebühr. Die Aktionswochen der Hanseaten dauern bis zum 31. Januar 2001. Netzinterne Ortsgespräche kosten ab 1,9 Pfennig pro Minute, Gespräche in die "Partner-Citys" Dortmund, Düsseldorf, Köln, Oldenburg und Stuttgart ab 4,9 Pfennig pro Minute. Alle weiteren Tarife von HanseNet entnehmen Sie bitte der Anbieterseite auf http://www.teltarif.de .

    Überdies hat HanseNet seinen gesamten Web-Auftritt neu konzipiert: Potenzielle Kunden können erstmals auch online Aufträge erteilen. Das virtuelle Service-Center auf den Internetseiten des Unternehmens bietet die Möglichkeit, das gesamte Spektrum von der ersten Information über die Beratung bis hin zum Vertragsabschluss online abzuwickeln. HanseNet-Kunden können ihre Rechnungen außerdem online erhalten, verwalten und bei Bedarf ausdrucken.


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