- Ist auch die Flatrate von NGI tot?
Das Flatrate-Sterben scheint ein weiteres Opfer gefunden zu haben.
Nachdem es schon in der vorherigen Woche zu massiven Einwahlproblemen
bei NGI gekommen war, die der Anbieter zunächst
mit einem Umzug begründete, hat das Unternehmen seinen Pauschaltarif
inzwischen faktisch eingestellt. Bei Redaktionsschluss dieses
Newsletters stellte sich die arg verworrene Situation wie folgt
dar: Für alle Internet-Angebote von NGI außer der Flatrate gibt
es mit der 019161 eine neue Einwahlnummer. Hieß es zunächst, die
Zugänge der Flatrate-Kunden würden "sukzessiv" freigeschaltet,
berichteten andere Leser zum gestrigen Nachmittag, die Flatrate
würde komplett eingestellt.
Alleine die Deutsche Telekom hat bislang
eindeutig Stellung bezogen, und alle Vorwürfe von NGI zurückgewiesen,
dass es "massive" technische Probleme mit der Telekom gegeben hätte.
Die "wirtschaftliche Situation" des Anbieters wollte der
Ex-Monopolist hingegen ausdrücklich nicht kommentieren.
Erwartungsgemäß wurde das Thema in unserem Online-Forum auf
www.teltarif.de intensiv diskutiert. Über 500
Beiträge in zwei Tagen belegen eindeutig das Interesse von Ihnen,
den Lesern. Hauptdiskussionspunkt war neben der Frage, ob und wie
es weitergehen wird, die Suche nach dem letztendlich Schuldigen.
Fakt ist: NGI hat seit Frühjahr 1999 Internet-Leistungen
der Deutschen Telekom zu einem sehr
günstigen Preis weiterverkauft. Während T-Online damals noch mit
Minutentakt, monatlicher Grundgebühr und Extra-Gebühr pro Einwahl
daherkam, war NGI von Anfang an sekundengenau. Als die Deutsche
Telekom ADSL-Anschlüsse für Geschäftskunden einführte, führte
NGI diese ebenfalls bald im Programm, für ein paar Mark weniger.
Doch machte teltarif hier die Erfahrung, dass zwei über NGI bestellte
ADSL-Anschlüsse - angeblich wegen mangelnder Ports - nie realisiert
wurden. Einige Monate später nochmals bei der Deutschen Telekom
in Auftrag gegeben, wurde ADSL hingegen problemlos geschaltet.
Als die Deutsche Telekom am 26. Mai für den 1. Juni den Start der
Internet-Flatrate für 79 Mark monatlich ankündigte, dauerte
es nur wenige Stunden, bis NGI nachzog, ebenfalls ab 1. Juni.
Preis: 77,77 Mark. Das deutet auf eine fruchtbare vertragliche
Beziehung zwischen beiden Partnern hin.
Die ungleiche Partnerschaft zwischen NGI und Deutscher Telekom
ist nun kaputt. Wer dafür die Verantwortung trägt, dürfte sich
nur schwer rekonstruieren lassen. Die Stellungnahmen der beiden
Kontrahenten ähneln denen von zwei Eheleuten nach der Scheidung -
jeder streitet eigenes Verschulden ab und weist mit dem Finger auf
den anderen. Aus der Hastigkeit des Wechsels und dem schlechten
Timing kann man aber schließen, dass NGI unter Druck war. Druck,
den vermutlich die Deutsche Telekom ausgeübt hat.
Es verbleiben damit zwei ernstzunehmende bundesweite Anbieter
von Flatrates für Privatkunden: T-Online und AOL. Von Konkurrenz
kann man da nicht sprechen, und ein Preiskampf ist zwischen diesen
beiden Firmen keinesfalls zu erwarten. Zwar gibt es einige sehr
interessante Angebote von regionalen Carriern, die aber jeweils
auf wenige Ortsnetze oder Teile davon beschränkt sind.
Was hat zu dem Dilemma geführt? Die Interconnect-Preise der
Telekom werden pro Minute berechnet. Für Firmen, die Interconnect
bezahlen müssen, ist somit eine Flatrate nicht kalkulierbar, denn die
eigenen Kosten steigen mit jeder Online-Minute, die man aber aufgrund
des Preismodells "Flatrate" nicht umlegen darf. Die logische Folge
wäre eine Änderung des IC-Preismodells, beispielsweise einer Art
"Mengenrabatt", wenn zu einem bestimmten Anschluss hin besonders
viele Minuten vermittelt werden.
Doch behaupten zur Zeit alle Beteiligten, dass die
Interconnect-Gebühren die variablen Kosten pro Minute abgelten
sollen, die eben anfallen, während ein Telefonat vermittelt wird.
Die Änderung dieses rein minutenbasierten Modells in ein Modell mit
Mengenrabatt oder gar einem monatlichen Maximum pro Anschluss würde
bedeuten, dass man anerkennt, dass auch ein Teil der Fixkosten des
jeweiligen Telefonanschlusses in diese IC-Gebühren eingerechnet sind.
Das ist aber eigentlichen nicht zulässig. Die Leitungskosten
für den Anschluss gehören über die Grundgebühr abgedeckt, nicht
in den Interconnect. Wer eine Änderung der IC-Regeln verlangt,
um auch alternativen Internet-Carriern eine kalkulierbare Flatrate
zu ermöglichen, muss sich folglich fragen, ob er im Gegenzug eine
erhöhte Grundgebühr für alle Analoganschlüsse akzeptieren will.
Die Schuldigen für das Flatrate-Desaster sind aber nicht nur
bei den IC-Regelungen, sondern auch bei den alternativen Carriern
zu suchen. Hohe Minutenpreise für Telefonie, die Nichtverfügbarkeit
von Call by Call und vielen Internet-Providern machen den Wechsel
zu regionalen Carriern unattraktiv. Statt frühzeitig den eigenen
Kunden "Internet-Power-Packs" anzubieten, stellten die meisten
Regionalen ihre Flatrate-Produkte erst vor, nachdem die Deutsche
Telekom vorgeprescht war. In der Regel verlangen aber die Gesetze
des Marktes von den Konkurrenten, schneller als der Platzhirsch
zu sein, da sie sonst kaum eine Chance gegen diesen haben werden.
Bei der BerliKomm gibt es zwar kostenlose
Ortsgespräche - ideal für Provider, die Flatrates anbieten wollen -
doch überlegt man nun bei der BerliKomm, dem angerufenen Provider
Telefongebühren von 1 Pfennig pro Minute in Rechnung zu stellen.
Auch durch solche Maßnahmen können Flatrates sterben.
Moderne Zugangstechniken wie xDSL sind sogar von praktisch
allen alternativen Anschluss-Anbietern verschlafen worden.
Während die Telekom im Juni 1999 in einer aufwändigen Präsentation
in sechs Städten gleichzeitig DSL dem Fachpublikum vorstellte,
erfuhr teltarif bei einem Interview mit Arcor im Rahmen der Genfer
ITU-Messe im Oktober 1999, dass man "am Beobachten" sei. Die zwölf
Monate Vorsprung, die die Deutsche Telekom im Bereich xDSL vor
allem im Privatkundenbereich hat, dürften von der Konkurrenz nur
schwer aufzuholen sein.
- 01051: Ferngespräche für 5 Pf./Min. rund um die Uhr
In Punkto Ferngesprächs-Preise war es in der letzten Woche sehr
ruhig, allein der Düsseldorfer Telekommunikationsanbieter
01051 Telecom macht mit einer Sonderaktion von
sich reden: Vom 1. bis zum 7. Oktober kosten alle Ferngespräche
im Land nur noch 5 Pfennig pro Minute. Das bedeutet den
Spitzenplatz der Tabelle beim offenen Call-by-Call in der Zeit
zwischen 9 und 16 Uhr. Um vom "Düsseldorfer Oktoberfest" zu
profitieren, muss man nur die 01051 vor der gewünschten Rufnummer
wählen - die automatische Ansage bestätigt dann den günstigen Tarif.
- Oktober-Aktion: Interoute mit Spitzentarif für die Alpenländer
Kunden von Interoute können bereits
seit dem 1. Oktober einen Monat lang für supergünstige
8,5 Pfennig pro Minute nach Österreich, Italien und in die
Schweiz telefonieren. Dies gilt unter der Einwahl 01066 für Nutzer
des offenen Call by Call und für Kunden, die den Preselection-Tarif
easy route 66 nutzen. Für diesen Zeitraum hat sich Interoute damit
die Tabellenspitze gesichert. Abgerechnet wird im Minutentakt.
Ob die Aktion auch über den 31. Oktober hinaus gilt, bleibt
abzuwarten.
Mit Super24 kann man ab heute
auch in fünf neue Auslandsziele zum derzeit billigsten Tarif
im offenen Call by Call telefonieren: Zypern (griechischer
Teil) 34,8 Pfennig, Kuwait 97,0 Pfennig, Vereinigte
Arabische Emirate 66,4 Pfennig, Thailand 58,4 Pfennig
und Saudi-Arabien 113 Pfennig. Abgerechnet wird, wie immer bei
Gesprächen über die 01024, im Minutentakt. Alternativen mit
günstigerer Taktung finden Sie über die
Tarifabfrage auf den teltarif-Seiten
www.teltarif.de .
- Deutsche Telekom: Bei Auslandsgesprächen werden falsche Gebühren angezeigt
Die seit dem 1. September geltenden Gebührenzuschläge für
Mobilfunkgespräche ins Ausland ärgern nicht nur die Telefonkunden:
Auch die Techniker bei der Telekom haben
ihre Probleme damit. Denn die Gebührenzähler können noch nicht
unterscheiden, ob ein ausländischer Fest- oder Mobilfunkanschluss
angerufen wird - die Telekom wies im Vorfeld bereits darauf
hin, dass die Gebührenzähler der ISDN-Anlagen für eine
"gewisse Übergangszeit" immer den teureren
Mobilfunktarif anzeigen würden, auch wenn ein Festnetzanschluss
angewählt würde. Wie der Pressesprecher der Telekom, Walter Genz,
teltarif.de versicherte, würden die falsche Taktung nur angezeigt,
aber nicht berechnet.
Allerdings sollte man beispielsweise bei Hotelanschlüssen
darauf achten, dass man nicht den angezeigten teureren Tarif
bezahlen müsse. Wer aus Hotels telefoniert, sollte seine Gespräche
genau protokollieren, um später belegen zu können, dass kein Mobil-,
sondern ein Festnetzanschluss im Ausland angerufen wurde. Auch die
Nutzer von Telefonanlagen in Bürogemeinschaften können durch diesen
Verzug bei der Umstellung mit überhöhten Abrechnungen der Vermieter
konfrontiert werden.
- Neuauflage: AddCom bietet Internet für 1 Pf./Min.
Zum 1. Oktober startete der Internet-Provider
AddCom noch einmal seine erfolgreiche Aktion
vom August. Vier Wochen lang surfen die ersten 50.000 Neukunden
für 1,0 Pfennig pro Minute rund um die Uhr. Abgerechnet wird
im Minutentakt. Es fallen weder Grundgebühr noch Anmelde- oder
Einwahlgebühr an. Außerdem erhält man 10 Megabyte Webspace
für die eigene Homepage und fünf E-Mail-Adressen. Wer nach den
vier Wochen weitersurft, zahlt dann 2,48 Pfennig pro Minute.
Die Anmeldung für diesen Internet-by-Call-Zugang erfolgt unter
www.addcom.de.
Ein identisches Angebot kommt von den beiden
AddCom-Resellern flat4you und
econoNet. Es gilt also auch jeweils
für die ersten 50.000 Neuanmeldungen. Diese erfolgen bei
flat4you unter
www.flat4you.de
und bei econoNET unter
www.econonet.de.
Bei letzterem Anbieter erhält der Kunde zusätzlich ein sechsmonatiges
Probeabonnement von com!online.
Eine Neuerung gibt es auch für Kunden von
Talknet-adweb. Hier beträgt
der neue Minutenpreis 1,48 Pfennig. Dies ist das Ergebnis
der siebentägigen Aktion von Talkline,
die am 3. Oktober um 24 Uhr endete. Dabei senkte
jede Neuanmeldung während dieser Zeit den Preis. Das Ergebnis
blieb vielleicht hinter den Erwartungen zurück. Dennoch sind
1,48 Pfennig pro Minute ohne Grundgebühr und Mindestumsatz
für Nutzer, die das ständige Werbefenster nicht stört, ein sehr
gutes Angebot.
- D1, D2, Viag Interkom und Cellway: Neukunden werden mit Aktionen gelockt
T-Mobil und Mannesmann Mobilfunk haben ihre seit nunmehr knapp einem
Jahr laufende Aktion abermals um einen Monat bis zum 30. Oktober
verlängert. Die Netzbetreiber verlangen daher auch im Oktober
keine Anschlussgebühr beim Abschluss eines Laufzeitvertrags über
einen Zeitraum von 24 Monaten.
VIAG Interkom hat seine seit Anfang August laufenden
Genion-Aktionswochen bis zum 31. Oktober verlängert. Kunden,
die bis Ende Oktober einen Genion-Vertrag abschließen, sparen somit
nicht nur die Anschlussgebühr, sondern zahlen auch bis Jahresende
keine monatliche Grundgebühr. Wer bei E2 einen Citypartner-
oder Businesspartner-Vertrag abschließt, spart zumindest die
Anschlussgebühr.
Wer sich in diesem Monat für einen Privatkunden-Movilfunkvertrag
bei Cellway entscheidet, profitiert nicht nur von der fast schon
obligatorischen Anschlussgebührenbefreiung, sondern auch davon,
dass der Provider bis zum Jahresende keine Grundgebühr berechnet.
Wie Cellway in einem Händlerfax mitteilte, gilt diese Aktion
für Vertragsabschlüsse in den Tarifen T-D1 Telly und D2 Fun,
im E-Plus-Privattarif und in allen Xtreme-Tarifen, die Cellway
zusätzlich zu den Original-Netzbetreiber-Tarifen anbietet.
Erst ab 1. Januar 2001 werden die normalen Grundgebühren in Rechnung
gestellt. Keine Anschlussgebühr zahlt man auch in allen anderen D1-,
D2- und E-Plus-Tarifen, die Cellway anbietet.
- Bei E-Plus bis Ende Januar kostenlos mobil telefonieren!
Als wir im letzten Newsletter die neuen
E-Plus-Business-Tarife vorgestellt hatten,
gab es noch einige Unklarheiten. Zum einen konnte uns die
Pressestelle vor Redaktionsschluss nicht mehr mitteilen, ob es sich
bei den in einem Händlerfax bekanntgegebenen Preisen um Brutto-
oder Netto-Preise handelt, zum anderen war nicht klar, ob auch
Privat-Kunden einen Businesstarif abschließen können. Beide Fragen
können wir jetzt positiv beantworten. Die Preise sind also bereits
inklusive Mehrwertsteuer. Wer als Privatkunde in einen E-Plus laden
geht und nach den Business-Tarifen fragt, bekommt sie auch.
Beworben werden die Tarife aber im Privatkundensegment nicht.
Damit aber noch nicht genug des Guten: Wer sich für einen der
drei neuen Businesstarife entscheidet, kann netzinterne Gespräche
bis zum 31. Januar 2001 kostenlos führen. Ab 1. Februar
kosten netzinterne Telefonate dann je nach Tarifmodell 15, 25
oder 50 Pfennig pro Minute. Außerdem ist es - wie in den
Time&More-Tarifen mit 240, 500 und 1000 Inklusiv-Minuten - möglich,
Rufumleitungen innerhalb des E-Plus-Netzes und ins Festnetz kostenlos
zu nutzen. So kann man beispielsweise seine E-Plus-Nummer auf sein
Festnetz-Telefon zu Hause umleiten, ohne dass hierfür Kosten
entstehen.
Auch für datenhungrige E-Plus-Business-Kunden gibt es einen
besonderen Preis. Der Premium-Datendienst "High Speed Mobile
Data", kurz HSMD, wird günstiger. Statt - wie sonst üblich -
39 bzw. 29 Pfennig pro Minute (Hauptzeit/Nebenzeit) werden
für Business-Kunden einheitlich 20 Pfennig berechnet. Unverändert
bleibt hingegen der monatliche Aufpreis von 15 Mark für die
HSMD-Freischaltung. Auch ohne diese Extra-Grundgebühr können
Nutzer der Geschäftskundentarife für 20 Pfennig pro Minute
mobile Datendienste und WAP nutzen, dann allerdings mit maximal
14,4 kilobit pro Sekunde. Für 20 Pfennig pro Stück können
auch SMS verschickt werden. Die anderen Netze berechnen einheitlich
39 Pfennig für WAP sowie meist 29 bis 39 Pfennig für
mobile Datendienste. E-Plus befindet sich mit 20 Pfennig
folglich am unteren Ende der Preisskala.
- E-Plus-Studenten-Tarif auch für Vieltelefonierer
E-Plus hat neben den neuen Business-Tarifen noch weitere
Tarif-Varianten vorgestellt. Ab November ist dann der
Tarif Time&More Student nicht nur - wie bisher - mit 20
Inklusivminuten, sondern auch mit 60 oder 120 Minuten zu haben.
Die Preise für die Studententarife liegen bei 25 Mark (20
Inklusivminuten), 35 Mark (60 Inklusivminuten) bzw. 50 Mark (120
Inklusivminuten), beinhalten aber im Gegensatz zu den regulären
"Time&More"-Tarifen monatlich zusätzlich 50 kostenlose
Kurznachrichten (SMS). Nach wie vor nicht als Studententarif
erhältlich sind die "Time&More"-Pakete mit 240, 500 und 1000
Inklusivminuten bzw. der Privattarif.
.
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