- Flatrate-Sterben: Regulierungsbehörde will gegen Deutsche Telekom vorgehen
Nachdem nicht nur eines, sondern fast alle Kinder in den Brunnen
gefallen sind (sprich: Flatrates scheiterten), hat sich die
Regulierungsbehörde
für Telekommunikation und Post (RegTP) entschlossen, ein "förmliches
Verfahren" gegen die Deutsche Telekom ins Auge zu fassen. Das Ziel
dieses förmlichen Verfahrens ist die Gleichbehandlung von T-Online
und den Mitbewerbern durch die Telekom. Die Flatrate-Mitbewerber
hatten immer wieder die hohen Interconnection-Gebühren beklagt, die
die Deutsche Telekom erhebe, während das Tochterunternehmen des rosa
Riesen, T-Online, frei von derlei Zahlungen ist. Zudem klagen die
Telekom-Konkurrenten über jene Kunden, die Flatrates als ultimative
Aufforderung zur Dauernutzung sehen. So ergab es sich also, dass
kleine Anbieter, deren Mittel und Möglichkeiten begrenzt waren oder
sind, förmlich vom Markt ausgesaugt wurden. Das Vabanque-Spiel
zwischen Marketing-Erfolg und finanziellem Scheitern forderte auch
diese Woche seine Opfer:
Nachdem der in Nordrhein-Westfalen ansässige Anbieter
WebX bereits im August seine Billig-Flatrate
zurückgezogen hatte, sind jetzt wohl alle Lichter ausgegangen.
Die 0800er Zugangsnummern werden zum 30. September
gesperrt, und nach Auskunft des Geschäftsführers wird es keine
Gebührenrückerstattung geben. WebX bietet auf seiner Homepage nur
noch ein Feature an: die Kontaktaufnahme.
Auch die Funone-Flatrate (ehemals Erotikwelt) von
MIC wird nicht fortgeführt. Alle Kunden
werden, so es nicht schon geschehen ist, eine Vertragskündigung
in ihrer Post vorfinden. Immerhin scheint der vernichtende
Kostenstrudel den Hamburger Anbieter noch nicht in die Tiefe
gerissen zu haben: Flatrate-Nutzer mit langfristiger Mindestlaufzeit
sollen das Angebot bis zum Ende der Vertragslaufzeit nutzen können.
Sogar eine Neuauflage des Konzepts "Flatrate" zieht man bei Funone
in Betracht: allerdings erst, wenn sich die Rahmenbedingungen bei
den Durchleitungsentgelten verbessert haben.
Während wir beim Verfassen dieses Newsletters noch davon
ausgingen, dass Sonne, wenn auch mit
rigiden Einschränkungen, seine Flatrate weiterhin anbieten wird,
wurde die Teltarif-Redaktion vor neue Umständen gestellt: auf der
Homepage gab Sonne bekannt, von heute 0:00 Uhr an seine Flatrate
auszusetzen, bis eine Entscheidung der Regulierungsbehörde bezüglich
einer Interconnection-Flatrate gefallen ist.
Damit verbleiben lediglich T-Online, NGI und AOL als bundesweite
Anbieter einer Flatrate für unter 100 Mark.
- Umsonst nach Olympia: Tele2 überholt Talkline und Talkline sperrt bestimmte Nummern
Olympische Höchstleistungen gibt es auch auf dem Telefonmarkt.
So war es Tele2 einen Tag vor Beginn der
Spiele gelungen, den endgültigen Spitzenplatz bei der kostenlosen
Olympiatelefonie zu erringen: Seit dem 16. September bis
einschließlich 30. September telefoniert man nun über die
01013 umsonst nach Australien und Neuseeland. Dies gilt sowohl
für die Fest- als auch die Mobilfunknetze.
Dahinter war das Angebot von Talkline,
zwei Wochen lang gratis nach Australien zu telefonieren,
zurückgeblieben. Hinzu kamen bei diesem Anbieter technische
Probleme. Bei Bestandskunden von Talkline erscheinen Gespräche
nach Australien zunächst auf der Rechnung und werden erst im
Nachhinein wieder gutgeschrieben. Eine rechtzeitige Umschaltung
auf das Gratis-Angebot sei nicht möglich gewesen.
Darüber hinaus sah sich Talkline am vergangenen Wochenende
veranlasst, einige Einwahlnummern ins australische Internet zu
sperren. Damit sollte kostenloses Internetsurfen via Australien
unterbunden werden. Tele2 griff hingegen nicht zu derartigen
Maßnahmen. Besonders viel Spaß macht das Surfen mit dem Umweg um
die halbe Welt allerdings eh nicht: Die Reaktionszeiten verlängern
sich erheblich und die Downloadraten gehen gleichzeitig in den
Keller.
- Mobilfunk: Kostenlose Olympia-News dank Cell Broadcast
Wer während der Olympischen Spiele auch mobil "up to date"
sein will, hat verschiedene Möglichkeiten zur Auswahl. Wie wir
schon im letzten Newsletter berichteten, bietet Starwap einen
netzübergreifenden und kostenlosen SMS-Olympia-Service an.
Kunden von T-D1 und VIAG
Interkom erhalten Ergebnisse und Informationen aus Sydney
ebenfalls per kostenloser SMS. D2 versendet
kostenlose Olympia-News nur an seine Service-World-Kunden, wir
bitten den Fehler in unserem letzten Newsletter (demzufolge der
Dienst für alle D2-Kunden kostenlos sei) zu entschuldigen.
T-D1 hat für seine Nutzer das Cell Broadcast-System
reaktiviert, mit dem in der Vergangenheit mehrfach
Tests durchgeführt wurden. Neben
verschiedenen Testkanälen gibt es auch Informationen rund um die
Olympiade. Diese werden auf Kanal 555 übertragen. Regional können
auch Informationen zur Expo in Hannover auf Kanal 333 empfangen
werden. Vom Verfahren her arbeitet Cell Broadcast ähnlich wie das
gute alte Videotext: Während ungenutzter Pausen im Signal werden
Textinformationen übertragen, die geeignete Endgeräte empfangen
und darstellen können. Für den Empfänger ist der Service kostenlos.
Für Kunden von D2 Privat ist Cell
Broadcast nichts neues mehr. Seit Einführung der Tarifoption "Best
City Special" werden über dieses System die Vorwahlen übermittelt,
zu denen gerade der günstige Ortstarif gilt. Das ist ein Vorteil
des Cell Broadcast gegenüber Videotext - denn die Textbotschaften
können regional unterschiedlich sein. D2-Kunden können neben der
Anzeige der Best City Special-Vorwahlen, die auf den Kanälen 50
und 100 übertragen werden, auch die Infodienste von Pro Sieben und
Handelsblatt nutzen, die auf den Kanälen 107 und 140 übertragen
werden. Außerdem gibt es bei Mannesmann Mobilfunk die Online-Auktion
12snap auf dem Kanal 123.
E-Plus setzt die Cell Broadcast-Technik
derzeit noch nicht ein. VIAG Interkom
strahlt auf Kanal 221 die Koordinaten seiner Senderstandorte im
Gauß-Krüger-Format aus. Mit Hilfe dieser Daten wird die Anzeige
von City- und Homezone generiert.
- Ausland: Super24 erweitert Sonderaktion, dafür wirds bei FITphone teurer
Nicht nur günstiger wurden Auslandsgespräche in der letzten Woche.
Daher vorab die Empfehlung, im Zweifelsfall das eigene Telefonverhalten
anhand der Tarifdatenbank auf unserer
Homepage www.teltarif.de zu überprüfen. Sonst
können insbesondere Anrufe zu ausländischen Handys teuer werden.
Noch bis zum 30. September läuft die aktuelle Sonderaktion von
Super24. Sie wurde in der vergangenen Woche
auf weitere Länder ausgedehnt: Gespräche nach Puerto Rico kosten
10,9 Pfennig, nach Brasilien 34,9 Pfennig und nach
Tunesien 54,9 Pfennig in der Minute. Neue Preise im Rahmen
der Aktion gelten für die vier folgenden Länder (in Klammern
sind die Preise angegeben, die nach dem Ende der Aktion, also
ab dem 1. Oktober gelten): Island 21,9 Pfennig (23,9),
Israel 18,9 Pfennig (23,9), Taiwan 18 Pfennig (23,7) und
Estland 34,9 Pfennig (40,8). Mit diesen Minutenpreisen liegt
Super24 bis zum 30. September an der Spitze der Tariftabellen
im offenen Call by Call.
Im regulären Angebot hat Super24 einige osteuropäische
Länder neu ins Programm aufgenommen: Mit 58,2 Pfennig für
Gespräche nach Rumänien, 52,8 Pfennig nach Lettland und
Litauen, 20,4 Pfennig nach Moskau und 23,9 Pfennig nach
St. Petersburg belegt Super24 auch hier den Spitzenplatz.
Allerdings gibt es bei Super24 auch Preissteigerungen:
Gespräche nach Griechenland steigen von 11,1 Pfennig auf
23,9 Pfennig pro Minute. Trotz dieser Anhebung um satte
115 Prozent bleibt Super24 weiterhin der billigste Anbieter.
Ebenfalls teurer wurden Portugal mit nun 12,7 Pfennig und
die Türkei mit 37,9 Pfennig pro Minute. Während es für
Portugal keine billigere Alternative zu Super24 gibt, ist
Callino (Netzvorwahl: 01075) bei
Gesprächen in die Türkei nun drei Pfennig billiger.
Auch Rapid Link hat ab sofort neue
Preise zu einigen Auslandszielen. Der Mannheimer Anbieter hält
den Spitzenplatz der Tariftabellen für Gespräche nach Südkorea mit
20 Pfennig pro Minute. Billiger wurden auch folgende vier
Ziele: Kanada 10 Pfennig, St. Petersburg und Moskau
25 Pfennig und Singapur 20 Pfennig pro Minute. Diese
Preise gelten im angemeldeten Call by Call über die 01065
(Minutentakt) und bei Pre-Selection auf Rapid Link (Sekundentakt).
Leider ist, wie bereits bei Super24 erwähnt, auch eine Tendenz
zu Preiserhöhungen feststellbar. Diese betreffen vor allem die
Kosten für Gespräche in ausländische Mobilnetze. Bei Rapid Link
wurden die beliebten Urlaubsländer Frankreich, Spanien, Italien,
Schweiz, Belgien und die Türkei, daneben auch Japan, Nicaragua
und Indonesien teurer. Auch einige Festnetzziele sind betroffen:
Monaco, Syrien, Nicaragua, Ecuador, und Marokko. Besonders kräftig
fallen die Tariferhöhungen bei FITphone aus.
Sie treten bereits am 22. September in Kraft. Wer bislang über
die 010021 von den gleichen Preisen für ausländische Festnetze und
Mobilfunknetze profitierte, muss bei folgenden elf Mobilfunkzielen
aufpassen: Italien, Belgien, Frankreich, Irland, Israel, Niederlande,
Norwegen, Portugal, Spanien, Schweiz und Großbritannien. Bei allen
anderen ausländischen Mobilfunkzielen bleiben die Preise von FITphone
vorerst unverändert.
- Ferngespräche: Mit Alo Vatan ab 1 Pf./Min telefonieren
Nicht nur bei den Mobilfunktarifen ins Ausland, auch bei den
Inland-Tarifen gibt es unerfreuliche Neuigkeiten von
FITphone: Am 30. September endet das
"Startangebot" für Ferngespräche innerhalb der Bundesrepublik. Die
Erhöhung von knapp 30 bzw. knapp 50 Prozent dürfte nur von dem
übertroffen werden, was sich zur Zeit an den Tankstellen abspielt.
Ab dem 1. Oktober kosten Ferngespräche über die Netzvorwahl
010021 ganztägig 9,5 Pfennig. Diese Änderung gilt sowohl für
Call by Call als auch für Pre-Selection über FITphone.
Neues gibt es aber im Pre-Selection-Bereich: Die
Alo Vatan Telefondienste GmbH aus
Wuppertal startet ab 1. Oktober eine neue Offensive für ihre
überwiegend türkischsprachigen Kunden: Alle angemeldeten Teilnehmer
telefonieren untereinander in ganz Deutschland, rund um die Uhr,
für nur 1 Pfennig pro Minute. Das gilt für Kunden in allen
Tarifen
Mit dem Staffeltarif "Dinamik" bezahlen Alo Vatan-Kunden von
7-19 Uhr 11,1 Pfennig pro Minute, von 19-22 Uhr
6,6 Pfennig pro Minute und von 22-7 Uhr 3,3 Pfennig
pro Minute sowie ganztags in die Türkei 44 Pfennig pro Minute.
Dies gilt sowohl für das türkische Fest- als auch Mobilfunknetz.
Es wird immer sekundengenau abgerechnet und eine monatliche
Grundgebühr fällt auch nicht an. Als kostenlosen Service bietet
Alo Vatan Auskunftsdienste zu Behördennummern in Deutschland und
der Türkei aber auch zu Sportergebnissen und dem Wetter wahlweise
auf Deutsch oder auf Türkisch an. Anmelden kann man sich bei Alo
Vatan unter der kostenlosen Hotline 0800-555 0090.
- Gigabell ging die Puste aus
Am vergangenen Freitag gab die Gigabell AG,
deren Angebotsumfang u.a. Festnetztelefonie und Internet umfasst,
in einer kurzen Mitteilung bekannt, beim Amtsgericht Frankfurt am
Main die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens beantragt zu haben.
Dieser Schritt wurde unternommen, da die Zahlungsunfähigkeit drohe.
Gigabell wartete auf die unterstützende Zahlung einer britischen
Investorengruppe. Dieses Geld blieb jedoch aus. Weiterhin führt
Gigabell seine Schwierigkeiten auf die schlechte Ertragslage zurück.
Nicht leichter wurde die Kapitalbeschaffung durch das Auftauchen des
Unternehmens auf so genannten "Todeslisten", die in der Börsenszene
kursieren. Der vom Gericht bestellte Insolvenzverwalter hat jetzt zu
beurteilen, was zu tun ist, um das Unternehmen am Leben zu erhalten
und die Fortführung der Geschäfte zu ermöglichen.
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