Newsletter 20/00 vom 21.09.2000
Die Neuigkeiten im Telefonbereich bis zum 21.09.2000 - von teltarif.de für Sie zusammengefasst.
  1. Flatrate-Sterben: Regulierungsbehörde will gegen Deutsche Telekom vorgehen
  2. Umsonst nach Olympia: Tele2 überholt Talkline und Talkline sperrt bestimmte Nummern
  3. Mobilfunk: Kostenlose Olympia-News dank Cell Broadcast
  4. Ausland: Super24 erweitert Sonderaktion, dafür wirds bei FITphone teurer
  5. Ferngespräche: Mit Alo Vatan ab 1 Pf./Min telefonieren
  6. Gigabell ging die Puste aus
  1. Flatrate-Sterben: Regulierungsbehörde will gegen Deutsche Telekom vorgehen

    Nachdem nicht nur eines, sondern fast alle Kinder in den Brunnen gefallen sind (sprich: Flatrates scheiterten), hat sich die Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post (RegTP) entschlossen, ein "förmliches Verfahren" gegen die Deutsche Telekom ins Auge zu fassen. Das Ziel dieses förmlichen Verfahrens ist die Gleichbehandlung von T-Online und den Mitbewerbern durch die Telekom. Die Flatrate-Mitbewerber hatten immer wieder die hohen Interconnection-Gebühren beklagt, die die Deutsche Telekom erhebe, während das Tochterunternehmen des rosa Riesen, T-Online, frei von derlei Zahlungen ist. Zudem klagen die Telekom-Konkurrenten über jene Kunden, die Flatrates als ultimative Aufforderung zur Dauernutzung sehen. So ergab es sich also, dass kleine Anbieter, deren Mittel und Möglichkeiten begrenzt waren oder sind, förmlich vom Markt ausgesaugt wurden. Das Vabanque-Spiel zwischen Marketing-Erfolg und finanziellem Scheitern forderte auch diese Woche seine Opfer:

    Nachdem der in Nordrhein-Westfalen ansässige Anbieter WebX bereits im August seine Billig-Flatrate zurückgezogen hatte, sind jetzt wohl alle Lichter ausgegangen. Die 0800er Zugangsnummern werden zum 30. September gesperrt, und nach Auskunft des Geschäftsführers wird es keine Gebührenrückerstattung geben. WebX bietet auf seiner Homepage nur noch ein Feature an: die Kontaktaufnahme.

    Auch die Funone-Flatrate (ehemals Erotikwelt) von MIC wird nicht fortgeführt. Alle Kunden werden, so es nicht schon geschehen ist, eine Vertragskündigung in ihrer Post vorfinden. Immerhin scheint der vernichtende Kostenstrudel den Hamburger Anbieter noch nicht in die Tiefe gerissen zu haben: Flatrate-Nutzer mit langfristiger Mindestlaufzeit sollen das Angebot bis zum Ende der Vertragslaufzeit nutzen können. Sogar eine Neuauflage des Konzepts "Flatrate" zieht man bei Funone in Betracht: allerdings erst, wenn sich die Rahmenbedingungen bei den Durchleitungsentgelten verbessert haben.

    Während wir beim Verfassen dieses Newsletters noch davon ausgingen, dass Sonne, wenn auch mit rigiden Einschränkungen, seine Flatrate weiterhin anbieten wird, wurde die Teltarif-Redaktion vor neue Umständen gestellt: auf der Homepage gab Sonne bekannt, von heute 0:00 Uhr an seine Flatrate auszusetzen, bis eine Entscheidung der Regulierungsbehörde bezüglich einer Interconnection-Flatrate gefallen ist.

    Damit verbleiben lediglich T-Online, NGI und AOL als bundesweite Anbieter einer Flatrate für unter 100 Mark.

  2. Umsonst nach Olympia: Tele2 überholt Talkline und Talkline sperrt bestimmte Nummern

    Olympische Höchstleistungen gibt es auch auf dem Telefonmarkt. So war es Tele2 einen Tag vor Beginn der Spiele gelungen, den endgültigen Spitzenplatz bei der kostenlosen Olympiatelefonie zu erringen: Seit dem 16. September bis einschließlich 30. September telefoniert man nun über die 01013 umsonst nach Australien und Neuseeland. Dies gilt sowohl für die Fest- als auch die Mobilfunknetze.

    Dahinter war das Angebot von Talkline, zwei Wochen lang gratis nach Australien zu telefonieren, zurückgeblieben. Hinzu kamen bei diesem Anbieter technische Probleme. Bei Bestandskunden von Talkline erscheinen Gespräche nach Australien zunächst auf der Rechnung und werden erst im Nachhinein wieder gutgeschrieben. Eine rechtzeitige Umschaltung auf das Gratis-Angebot sei nicht möglich gewesen.

    Darüber hinaus sah sich Talkline am vergangenen Wochenende veranlasst, einige Einwahlnummern ins australische Internet zu sperren. Damit sollte kostenloses Internetsurfen via Australien unterbunden werden. Tele2 griff hingegen nicht zu derartigen Maßnahmen. Besonders viel Spaß macht das Surfen mit dem Umweg um die halbe Welt allerdings eh nicht: Die Reaktionszeiten verlängern sich erheblich und die Downloadraten gehen gleichzeitig in den Keller.

  3. Mobilfunk: Kostenlose Olympia-News dank Cell Broadcast

    Wer während der Olympischen Spiele auch mobil "up to date" sein will, hat verschiedene Möglichkeiten zur Auswahl. Wie wir schon im letzten Newsletter berichteten, bietet Starwap einen netzübergreifenden und kostenlosen SMS-Olympia-Service an. Kunden von T-D1 und VIAG Interkom erhalten Ergebnisse und Informationen aus Sydney ebenfalls per kostenloser SMS. D2 versendet kostenlose Olympia-News nur an seine Service-World-Kunden, wir bitten den Fehler in unserem letzten Newsletter (demzufolge der Dienst für alle D2-Kunden kostenlos sei) zu entschuldigen.

    T-D1 hat für seine Nutzer das Cell Broadcast-System reaktiviert, mit dem in der Vergangenheit mehrfach Tests durchgeführt wurden. Neben verschiedenen Testkanälen gibt es auch Informationen rund um die Olympiade. Diese werden auf Kanal 555 übertragen. Regional können auch Informationen zur Expo in Hannover auf Kanal 333 empfangen werden. Vom Verfahren her arbeitet Cell Broadcast ähnlich wie das gute alte Videotext: Während ungenutzter Pausen im Signal werden Textinformationen übertragen, die geeignete Endgeräte empfangen und darstellen können. Für den Empfänger ist der Service kostenlos.

    Für Kunden von D2 Privat ist Cell Broadcast nichts neues mehr. Seit Einführung der Tarifoption "Best City Special" werden über dieses System die Vorwahlen übermittelt, zu denen gerade der günstige Ortstarif gilt. Das ist ein Vorteil des Cell Broadcast gegenüber Videotext - denn die Textbotschaften können regional unterschiedlich sein. D2-Kunden können neben der Anzeige der Best City Special-Vorwahlen, die auf den Kanälen 50 und 100 übertragen werden, auch die Infodienste von Pro Sieben und Handelsblatt nutzen, die auf den Kanälen 107 und 140 übertragen werden. Außerdem gibt es bei Mannesmann Mobilfunk die Online-Auktion 12snap auf dem Kanal 123.

    E-Plus setzt die Cell Broadcast-Technik derzeit noch nicht ein. VIAG Interkom strahlt auf Kanal 221 die Koordinaten seiner Senderstandorte im Gauß-Krüger-Format aus. Mit Hilfe dieser Daten wird die Anzeige von City- und Homezone generiert.

  4. Ausland: Super24 erweitert Sonderaktion, dafür wirds bei FITphone teurer

    Nicht nur günstiger wurden Auslandsgespräche in der letzten Woche. Daher vorab die Empfehlung, im Zweifelsfall das eigene Telefonverhalten anhand der Tarifdatenbank auf unserer Homepage www.teltarif.de zu überprüfen. Sonst können insbesondere Anrufe zu ausländischen Handys teuer werden.

    Noch bis zum 30. September läuft die aktuelle Sonderaktion von Super24. Sie wurde in der vergangenen Woche auf weitere Länder ausgedehnt: Gespräche nach Puerto Rico kosten 10,9 Pfennig, nach Brasilien 34,9 Pfennig und nach Tunesien 54,9 Pfennig in der Minute. Neue Preise im Rahmen der Aktion gelten für die vier folgenden Länder (in Klammern sind die Preise angegeben, die nach dem Ende der Aktion, also ab dem 1. Oktober gelten): Island 21,9 Pfennig (23,9), Israel 18,9 Pfennig (23,9), Taiwan 18 Pfennig (23,7) und Estland 34,9 Pfennig (40,8). Mit diesen Minutenpreisen liegt Super24 bis zum 30. September an der Spitze der Tariftabellen im offenen Call by Call.

    Im regulären Angebot hat Super24 einige osteuropäische Länder neu ins Programm aufgenommen: Mit 58,2 Pfennig für Gespräche nach Rumänien, 52,8 Pfennig nach Lettland und Litauen, 20,4 Pfennig nach Moskau und 23,9 Pfennig nach St. Petersburg belegt Super24 auch hier den Spitzenplatz.

    Allerdings gibt es bei Super24 auch Preissteigerungen: Gespräche nach Griechenland steigen von 11,1 Pfennig auf 23,9 Pfennig pro Minute. Trotz dieser Anhebung um satte 115 Prozent bleibt Super24 weiterhin der billigste Anbieter. Ebenfalls teurer wurden Portugal mit nun 12,7 Pfennig und die Türkei mit 37,9 Pfennig pro Minute. Während es für Portugal keine billigere Alternative zu Super24 gibt, ist Callino (Netzvorwahl: 01075) bei Gesprächen in die Türkei nun drei Pfennig billiger.

    Auch Rapid Link hat ab sofort neue Preise zu einigen Auslandszielen. Der Mannheimer Anbieter hält den Spitzenplatz der Tariftabellen für Gespräche nach Südkorea mit 20 Pfennig pro Minute. Billiger wurden auch folgende vier Ziele: Kanada 10 Pfennig, St. Petersburg und Moskau 25 Pfennig und Singapur 20 Pfennig pro Minute. Diese Preise gelten im angemeldeten Call by Call über die 01065 (Minutentakt) und bei Pre-Selection auf Rapid Link (Sekundentakt).

    Leider ist, wie bereits bei Super24 erwähnt, auch eine Tendenz zu Preiserhöhungen feststellbar. Diese betreffen vor allem die Kosten für Gespräche in ausländische Mobilnetze. Bei Rapid Link wurden die beliebten Urlaubsländer Frankreich, Spanien, Italien, Schweiz, Belgien und die Türkei, daneben auch Japan, Nicaragua und Indonesien teurer. Auch einige Festnetzziele sind betroffen: Monaco, Syrien, Nicaragua, Ecuador, und Marokko. Besonders kräftig fallen die Tariferhöhungen bei FITphone aus. Sie treten bereits am 22. September in Kraft. Wer bislang über die 010021 von den gleichen Preisen für ausländische Festnetze und Mobilfunknetze profitierte, muss bei folgenden elf Mobilfunkzielen aufpassen: Italien, Belgien, Frankreich, Irland, Israel, Niederlande, Norwegen, Portugal, Spanien, Schweiz und Großbritannien. Bei allen anderen ausländischen Mobilfunkzielen bleiben die Preise von FITphone vorerst unverändert.

  5. Ferngespräche: Mit Alo Vatan ab 1 Pf./Min telefonieren

    Nicht nur bei den Mobilfunktarifen ins Ausland, auch bei den Inland-Tarifen gibt es unerfreuliche Neuigkeiten von FITphone: Am 30. September endet das "Startangebot" für Ferngespräche innerhalb der Bundesrepublik. Die Erhöhung von knapp 30 bzw. knapp 50 Prozent dürfte nur von dem übertroffen werden, was sich zur Zeit an den Tankstellen abspielt. Ab dem 1. Oktober kosten Ferngespräche über die Netzvorwahl 010021 ganztägig 9,5 Pfennig. Diese Änderung gilt sowohl für Call by Call als auch für Pre-Selection über FITphone.

    Neues gibt es aber im Pre-Selection-Bereich: Die Alo Vatan Telefondienste GmbH aus Wuppertal startet ab 1. Oktober eine neue Offensive für ihre überwiegend türkischsprachigen Kunden: Alle angemeldeten Teilnehmer telefonieren untereinander in ganz Deutschland, rund um die Uhr, für nur 1 Pfennig pro Minute. Das gilt für Kunden in allen Tarifen

    Mit dem Staffeltarif "Dinamik" bezahlen Alo Vatan-Kunden von 7-19 Uhr 11,1 Pfennig pro Minute, von 19-22 Uhr 6,6 Pfennig pro Minute und von 22-7 Uhr 3,3 Pfennig pro Minute sowie ganztags in die Türkei 44 Pfennig pro Minute. Dies gilt sowohl für das türkische Fest- als auch Mobilfunknetz. Es wird immer sekundengenau abgerechnet und eine monatliche Grundgebühr fällt auch nicht an. Als kostenlosen Service bietet Alo Vatan Auskunftsdienste zu Behördennummern in Deutschland und der Türkei aber auch zu Sportergebnissen und dem Wetter wahlweise auf Deutsch oder auf Türkisch an. Anmelden kann man sich bei Alo Vatan unter der kostenlosen Hotline 0800-555 0090.

  6. Gigabell ging die Puste aus

    Am vergangenen Freitag gab die Gigabell AG, deren Angebotsumfang u.a. Festnetztelefonie und Internet umfasst, in einer kurzen Mitteilung bekannt, beim Amtsgericht Frankfurt am Main die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens beantragt zu haben. Dieser Schritt wurde unternommen, da die Zahlungsunfähigkeit drohe. Gigabell wartete auf die unterstützende Zahlung einer britischen Investorengruppe. Dieses Geld blieb jedoch aus. Weiterhin führt Gigabell seine Schwierigkeiten auf die schlechte Ertragslage zurück. Nicht leichter wurde die Kapitalbeschaffung durch das Auftauchen des Unternehmens auf so genannten "Todeslisten", die in der Börsenszene kursieren. Der vom Gericht bestellte Insolvenzverwalter hat jetzt zu beurteilen, was zu tun ist, um das Unternehmen am Leben zu erhalten und die Fortführung der Geschäfte zu ermöglichen.


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