- Inland: Tele2 setzt sich mit 6 Pfennig zur Hauptzeit
an die Spitze
Wenn zwei sich streiten, kommt der Dritte mit einem hervorragenden
Angebot, dachte sich wohl Tele2 (01013)
und überraschte mit neuen Tarifen für Ferngespräche im Festnetz.
Ab heute werden von Montag bis Freitag in der Zeit von 6 bis
18 Uhr nur noch 6 Pfennig pro Minute für ein Ferngespräch
über die 01013 fällig. In der übrigen Zeit, also abends, am gesamten
Wochenende und an bundesweiten Feiertagen, kostet ein Ferngespräch
sogar nur noch 4 Pfennig in der Minute. Abgerechnet wird im
Minutentakt.
Zum Vergleich: Ein Ortsgespräch kostet bei der Deutschen Telekom
zur Hauptzeit weiterhin alle 90 Sekunden eine Einheit. Rechnet
man das in einen Minutenpreis um, kommt man auf 8 Pfennig.
Damit sind Ferngespräche bei Tele2 glatt 25 Prozent günstiger
als Ortsgespräche bei der Telekom! Bei kurzen Verbindungen ist
aufgrund der ungünstigen Ortsgespräch-Taktung der Preisunterschied
sogar noch größer.
Wer vor einer Pre-Selection auf Tele2 nicht zurückschreckt,
wird im Gegenzug mit dem kundenfreundlichen Sekundentakt belohnt.
Um Tele2 nutzen zu können, muss man sich zunächst bei der
Service-Hotline unter der Nummer 0800-2401013 anmelden, auch dann,
wenn man nur Call by Call will.
Mit den neuen Preisen ist Tele2 tagsüber von 9 bis
21 Uhr die Nummer 1 in der Tariftabelle, mit einer
Ausnahme: Zwischen 17 und 18 Uhr an Werktagen ist
Interoute etwas günstiger. Nachts
führt weiterhin Super24 mit zumeist
3,3 Pfennig pro Minute.
Einen Überblick über die neuen Tarife liefert online unsere
Tarifabfrage auf unserer Homepage
www.teltarif.de . Dort können Sie die
verschiedenen Varianten (Minutentakt, Sekundentakt, mit und ohne
Anmeldung) detailliert miteinander vergleichen und sich dann
entscheiden, ob und falls ja, welche Form der Anmeldung Sie bei
Tele 2 wählen.
Vor der Tarifsenkung bei Tele2 lieferten sich
Super24 (01024) und
Talkline (01050) einen Kampf um die
Preisführerschaft in den Abendstunden. Talkline startete die
Offensive mit einem Preis von 4,3 Pfennig in der Zeit von
18 bis 22 Uhr. Wie zu erwarten, konterte Super24 mit einem
Preis von 4,2 Pfennig pro Minute für die Zeit von 18 bis
21 Uhr.In der Zeit nach 21 Uhr verlangt Super24 schon seit
längerem nur 3,3 Pfennig in der Minute. Beide Anbieter sind
im Call by Call ohne Anmeldung nutzbar. Abgerechnet wird bei beiden
im Minutentakt.
- Neuigkeiten zu Service-Nummern
Einmal waren sich alle einig: Eine effektive Lösung für die
technischen Probleme beim Hin- und Herleiten von Anrufen zu
Service-Nummern musste her. So beschlossen die in Deutschland
tätigen Netzbetreiber im Arbeitskreis für technische und betriebliche
Fragen der Nummerierung und Netzzusammenschaltung (AKNN), dass
ab dem 4. Juli 2000 alle Verbindungen zu Service-Rufnummern
direkt zu der Telefongesellschaft geleitet werden sollen, die
diese Rufnummern betreibt. Damit werden gleichzeitig die Tarife
für Service-Rufnummern einfacher und transparenter.
Umgekehrt heißt das allerdings auch, dass die Tarifierung
und Abrechnung dieser Verbindungen ausschließlich bei der
Telefongesellschaft liegt, bei der man seinen Telefonanschluss hat.
Pre-Selection- oder Call-by-Call-Angebote können für den Anruf
von Service-Nummern nicht mehr genutzt werden. Vorteil: man weiß
endlich genau, was auf einen zukommt, weil man die Tarife seiner
Telefongesellschaft ja schwarz auf weiß hat. Insofern besteht
wirklich Tarifsicherheit. Damit liegt der Nachteil aber schon auf
der Hand: Man kann diesen Tarif nicht beeinflussen, es sei denn,
man wechselt mit dem Anschluss komplett zu einem anderen Anbieter.
Das ist aber in vielen Regionen immer noch nicht möglich. Und damit
hat die Deutsche Telekom wieder einmal
ein Heimspiel. Betroffen sind die Service-Nummern 0130, 0137,
0138, 0180, 01888, 01901 bis 01909, 02000, 0700, 0800, und 00800.
- Auslandstarife: Fußballer schießen die Preise in den Keller
Etwas besonderes hat sich First Telekom
zur Fußball-EM einfallen lassen: Jeweils an dem Abend, an
dem eine Mannschaft spielt, kann man in das Heimatland dieser
Mannschaft günstig telefonieren. Der Preis beträgt dabei nur
8 bzw. 32 Pfennig pro Minute. Der niedrigere Preis gilt
für Belgien, Dänemark, Frankreich, Großbritannien, Italien,
Niederlande, Norwegen, Schweden und Spanien, letzterer für
Jugoslawien, Rumänien, die Tschechische Republik, Slowenien
und die Türkei. Mit diesem Preis schlägt First Telecom alle
Mitbewerber. Die Sonderaktion läuft jeweils am Spielabend ab
18 Uhr bis Mitternacht. Alle weiteren Details erfahren Sie
über unsere Tarifdatenbank oder über
unsere Sonderseite zu den Spielterminen.
Dauerhaft sind hingegen die folgenden Tarifsenkungen: Seit
dem 9. Juni bezahlt man für Gespräche nach Liechtenstein
nur noch 16,9 Pfennige und damit 2,2 Pfennige
weniger als zuvor - rund um die Uhr und im Minutentakt.
Super24 (01024) nimmt damit wieder
den Spitzenplatz für dieses Land im offenen Call by Call
ein. Ebenfalls seit dem 9. Juni ist die Slowakische Republik
für 35 Pfennig pro Minute zu erreichen. Etwas weiter weg,
aber telefontechnisch billiger, ist das Ziel Dominikanische
Republik. 31,9 Pfennig kostet eine Gesprächsminute über die
01024 in das karibische Urlaubsparadies. Sollten die Leitungen
von Super24 überlastet sein, kann man für 33 Pfennig in der
Minute auch über First Telecom (01039)
telefonieren. Abgerechnet wird bei beiden im Minutentakt.
Auch über Callino (01075)
kann man im offenen Call by Call günstiger ins Ausland
telefonieren. Die Ländergruppe Europa 1 wird billiger und
kostet nun 17 Pfennig pro Minute. Dazu gehören die Länder
Belgien, Dänemark, Finnland, Frankreich, Großbritannien, Irland,
Italien, Liechtenstein, Luxemburg, Niederlande, Norwegen, Österreich,
Schweden, Schweiz, Spanien und der Vatikan. Ebenfalls 17 Pfennig
pro Minute kosten Gespräche in die USA und nach Kanada.
Eine andere Möglichkeit, Telefonkosten zu sparen, ist leider
Geschichte. Die österreichische Auskunft 11811, die auch deutsche
Rufnummern mitteilte, ist ab sofort nicht mehr über die 01024 von
Super24 zu erreichen, da die Telekom Austria den Wiener und den
Salzburger Zugang für deutsche Telefonsparfüchse gesperrt hat.
Das ist auch nachvollziehbar, handelt es sich doch um ein
Minusgeschäft für die Telekom Austria.
In Zukunft will auch Rapid Link
auf dem gesamten deutschen Markt beim Tarifgeschehen mitmischen. Ab
sofort kann man das Angebot über die 01065 im gesamten Bundesgebiet
nutzen. Wer Kunde bei Rapid Link werden will, muss sich allerdings
anmelden. Es fallen dafür aber keine Kosten oder Grundgebühren an.
Der Einstand für das bundesweite Angebot ist zwar ein Auslandstarif,
aber der kann sich sehen lassen: Gespräche in die USA kosten ab heute
nur 10 Pfennig in der Minute. Unterboten wird dieser Preis nur
vom Normaltarif von Super24 mit 9,9 Pfennig pro Minute. Noch
billiger sind die allerdings die Juni-Spezial-Angebote von Super
24 und GTS (01040). Hier werden in der
Zeit von 21 bis 7 Uhr nur 8,9 bzw. 9 Pfennig pro Minute
für Gespräche in die USA fällig. Alle genannten Tarife werden im
Minutentakt abgerechnet, wobei Super24 und GTS keine Anmeldung
erfordern. Wer den günstigen Sekundentakt haben möchte, kann sich
bei Rapid Link pre-selecten lassen. Die Anmeldung für die Dienste
von Rapid Link ist unter der kostenlosen Nummer 0800/01065 00
möglich.
- Internet: Weitere Flatrates und kostenloses Surfen bei Gigabell
Die Flatrate-Hysterie aus dem vorigen Newsletter klingt noch etwas
nach: Der Flatrate-Anbieter Flat4You
verbessert seine Vertragsbedingungen, indem er den Flatrate-Tarif
PowerNet für einen Pauschalpreis von 77,27 Mark im Monat nun
ohne einmalige Anmeldegebühr anbietet. Die Einwahl kann von praktisch
jedem Telefonanschluss im Deutschland erfolgen. PowerNet ermöglicht
auch Kanalbündelung, wobei der zweite Kanal dann 2,99 Pfennig
pro Minute zusätzlich kostet. Die Mindestvertragslaufzeit beträgt
sechs Monate. Leider ist der PowerNet-Tarif von flat4you derzeit
auf 5.000 Kunden beschränkt.
Die Bitburger Silyn-Tek, bekannt unter dem Namen
Surf1, hat ein spezielles Flatrate-Angebot
für Lehrerinnen und Lehrer aufgelegt. Die sogenannte Surf1 Power
Teacher Flatrate kostet den halben Preis der "normalen" Flatrate,
und ist damit für 69,50 Mark im Monat zu haben. Auch die
Anmeldegebühr ist nur halb so hoch wie normal und schlägt somit
für einmalig 64,50 Mark zu Buche. Wer als Lehrer nicht zu
den Rund-um-die-Uhr-Surfern gehört, kann auch die zwei folgenden
Tarife ins Auge fassen. Surf1 Power Teacher 10 beinhaltet zehn
Stunden Surfen zum monatlichen Festpreis von 9,95 Mark. Eine
Online-Minute kostet demnach gerundet 1,66 Pfennig. Die
doppelte Zeit gibt es bei Surf1 Power Teacher 20. Hier sind
20 Stunden Surfen zum monatlichen Festpreis von 19,95 Mark
enthalten. Das ergibt ebenfalls 1,66 Pfennig pro Minute. Surf1
verlangt für alle drei Teacher-Tarife eine schriftliche Bestätigung
der Schule, danach steht einer Freischaltung nichts mehr im
Wege.
Einen ganz anderen Weg beschreitet Gigabell. Unter dem Motto "Flatrate
ist out, kostenlos ist in" bewirbt Gigabell auf seiner Homepage
sein kostenloses Surf-Angebot, das nach den Sommerferien starten
soll. Unter dem Namen freeOKAY.net soll es ermöglicht werden,
werbefinanziert ohne alle Kosten online zu sein. Interessenten können
sich ab sofort auf der Homepage unter der Adresse www.okay.net
voranmelden. Die ersten 100.000 Interessenten nehmen von Anfang
an am Pilotversuch teil. Wann der genaue Starttermin sein wird,
steht noch nicht fest.
Eine ganz "normale" Preissenkung gibt es auch noch zu berichten:
germany.net hat zum 1. Juni
seine Preise für den Internetzugang gesenkt. Hier die genauen
Tarife: germany.net online privat (mit Anmeldung) Montag bis Freitag
2,9 Pfennig pro Minute, Samstag und Sonntag 2,2 Pfennig
Minute. germany.net online (ohne Anmeldung) 3,3 Pfennig
pro Minute rund um die Uhr. Leider fällt bei beiden Tarifen
eine Einwahlgebühr von 6 Pfennig an, so dass ein kurzes
E-Mail-Abholen ein relativ teures Vergnügen wird.
- teltarif-Leser geben AOL die rote Karte
5000 Teltarif-Leser haben innerhalb einer guten Woche an
unserer Blitz-Umfrage zum
Streit zwischen
AOL auf der einen und der
Regulierungsbehörde und der Deutschen
Telekom auf der anderen Seite teilgenommen. Zankapfel ist der
Tarif T-ISDN xxl, der Sonntags
kostenloses Telefonieren und in Verbindung mit dem T-Online-pro-Tarif
auch kostenloses Internet-Surfen ermöglicht. Gefragt war, wie
die Sympathien in dieser gerichtlichen Auseinandersetzung verteilt
sind. Hat AOL recht? Oder die Telekom? Oder gilt das altbekannte
Sprichwort: Wenn zwei sich streiten, dann freut sich der Dritte?
Wenig Begeisterung konnte AOL mit seinem gerichtlichen Vorgehen
hervorrufen. Nur 17 Prozent der Teilnehmer gaben AOL ihre
Stimme. Mit 49 Prozent verfehlte die Telekom die Mehrheit nur
haarknapp. Die "Dritten" vereinigten die restlichen 34 Prozent
auf sich.
Inzwischen haben nicht nur die Teltarif-Leser, sondern
auch die Gerichte entschieden. Bereits am vergangenen
Freitag legte das Oberverwaltungsgericht
in Münster fest, dass die Telekom ihren xxl-Tarif weiter vertreiben
darf. Der von AOL erwirkte Zwischenentscheid ist damit aufgehoben.
- Mobilfunk: Mehr als 1,5 Millionen Handy-Nutzer zahlen Rechnung
nicht
Da arbeitet sich teltarif Tag für Tag durch das Angebotswirwarr um
die billigsten Tarife für Sie herauszufinden, und dann gibt es doch
tatsächlich nicht gerade wenig Leute die einen Rabatt der besonderen
Art nutzen: Sie zahlen einfach nicht.
Mehr als 1,5 Millionen Handy-Nutzer in Deutschland
bezahlen nach Schätzungen der Unternehmensberatung Mummert+Partner
ihre Mobilfunkrechnung nicht oder nicht pünktlich. Das Unternehmen
veröffentlichte eine Studie, wonach die Mobilfunkgesellschaften in
diesem Jahr wegen säumiger Zahler an die 750 Millionen Mark
werden abschreiben müssen. Das seien im Schnitt 3,5 Prozent
des Umsatzes; bei den "Spitzenreitern" der Branche gingen sogar
bis zu acht Prozent Umsatz durch zahlungsunfähige Kunden verloren,
ermittelten die Unternehmensberater.
Wer lieber einen günstigen Tarif wählt und anschließend
ehrlich zahlt, der hat nach wie vor mit unserem
Mobilfunkberater auf unserer
Homepage www.teltarif.de einen guten Wegweiser
bei der Hand. Ganz neu im Mobilfunkberater sind die
WAP-Seiten, in denen wir den Fragen auf den
Grund gehen: Was ist WAP, was kostet es, was gibt es für Handys
und wie komme ich online?
Echte Preisänderungen haben wir diesmal aus dem Mobilfunkbereich
nicht zu melden. Statt dessen gibt es ein paar Änderungen
bei den "Sparoptionen für Fortgeschrittene". Die Rede ist von
Callthrough und Callback. Sparen können Handy-Nutzer neurdings
auch mit der T-Card von der Deutschen
Telekom. Gespräche innerhalb Deutschlands kosten über diese
Karte pro Minute vom Festnetz zum Festnetz 39 Pfennig und vom
Mobilfunknetz 69 Pfennig in der Minute. Die mögliche Ersparnis
ist eine satte Mark pro Minute. So kostet bei der D1-xtraCard die
Minute tagüber 1,69 Mark, mit der T-Card nur 69 Pfennig. Für Leute
die sich nicht binden wollen, gibt es auch eine Prepaid-Version
der T-Card. Diese heißt Holiday-Card und ist mit Guthaben von 25
oder 50 Mark in jedem T-Punkt erhältlich.
Eine Preiserhöhung gab es für Sparfüchse, die den
Callback-Service von Rapidlink nutzen. Gespräche vom Festnetz
in die deutschen Mobilnetze kosten mit 24 US-Cent pro Minute
rund doppelt so viel wie bisher. Umgekehrt ist es genauso, fast
der doppelte Preis. Gespräche vom Mobilfunk zum Mobilfunk kosten
nun stolze 36 US-Cent pro Minute. Auslandsziele vom Mobilfunk
werden ebenfalls teurer. Hier eine Auswahl: Frankreich (33 US-Cent),
Großbritannien (21 US-Cent), Italien (28 US-Cent). Besonders schade
ist, dass die Kunden anscheinend nicht über diese Preiserhöhungen
informiert worden sind. Auf diesen Fehler und die 25 Dollar
Vorkasse angesprochen, sagte uns Rapidlink, dass für Bestandskunden
vorerst noch die alten Preise gelten. Wie lange, wollte man uns
allerdings nicht verraten. Rapidlink gehört damit nicht mehr zu den
Callback-Anbietern, die wir empfehlen könnten. Alternativen finden
Sie auf der Callback-Seite
unseres Mobilfunkratgebers.
Zum Schluss fassen wir noch einmal zusammen, wieviele
Handy-Prepaidkarten sie bei welchem
Anbieter kaufen können. Seit unserem letzen Newsletter hat e-plus
mitgeteilt, dass die maximale Anzahl von Free&Easy-Prepaid-Karten
pro Kunde ab sofort auf fünf festgelegt ist. Unterdessen hat T-Mobil
die D1-XtraCard-Freischaltungen von fünf auf drei Karten je Kunde
noch weiter begrenzt. Mehr Karten gibt es nur für Geschäftkunden,
die dargelegen, wofür die zusätzlichen Karten benötigt werden.
D2 Mannesmann bleibt bis auf weiteres bei der Beschränkung auf zwei
CallYa-Karten pro Kunde. Nur noch bei VIAG Interkom sind weiterhin
unbegrenzte LOOP-Karten-Freischaltungen möglich.
- UMTS: Hohe Lizenzkosten schrecken immer mehr Firmen ab
Immer auf Draht, Spiele und Einkaufen per Handy und
Videokonferenzen im Fonds des Dienstwagens: Technik-Optimisten
träumen vom omnipräsenten Online-Dasein, Politiker hoffen auf
Milliardenerlöse aus Lizenzverkäufen und haben das Geld im Geiste
längst verteilt. Doch die deutsche Auktion der Mobilfunk-Lizenzen
im neuen UMTS-Standard für multimediafähigen Mobilfunk schreckt
sechs Wochen vor ihrem Start immer mehr Bewerber ab. Bei aller
gezeigten Begeisterung für die Zukunftstechnik Universal Mobile
Telecommunications System ziehen spätestens die Finanzexperten der
Firmen die Notbremse. Sie sehen horrend hohe Kosten für Lizenzkauf
und Netzaufbau und auf der Gegenseite nur schwer vorhersagbare
Einnahmen durch Handy-Gebühren. Nach der französischen
Vivendi-Gruppe springt nun mit Talkline bereits der zweite von elf
zugelassenen Bietern in Deutschland ab.
"Die zu erwartenden hohen Lizenzkosten für UMTS rechnen sich für
unser Unternehmen in keinem Fall", stellt Talkline-Geschäftsführer
Kim Frimer nüchtern fest. Damit gibt auch der Chef der vom
US-Konzern SBC Communications und der SBC-Tochter Tele Danmark
kontrollierten Firma die branchenübliche Zurückhaltung auf.
Vivendi-Boss Jean-Marie Messier rügte öffentlich mehrfach die
hohen Kosten für UMTS-Lizenzen in Europa und wies die vorgegebene
Summe von 32,5 Milliarden Franc (9,69 Milliarden Mark) für jede
der vier UMTS-Lizenzen in Frankreich als "exorbitant" zurück.
In Großbritannien hatten die Bieter um British Telecom, Vodafone,
Orange und die Telekom-Tochter one2one für fünf Lizenzen
durchschnittlich rund 14 Milliarden Mark je Lizenz gezahlt.
Weil der deutsche Markt als noch lukrativer als der britische
eingeschätzt wird, rechnen Bankanalysten damit, dass die Bieter bis
zu 20 Milliarden Mark hinlegen müssen, um ab dem 31. Juli
in Mainz eine der vier bis sechs Lizenzen ersteigern zu können.
Doch die Reihen der Bewerber könnten sich noch weiter lichten.
Debitel-Chef Peter Wagner betonte in der vergangenen Woche auf der
Hauptversammlung der von Swisscom dominierten Telefonfirma, er wolle
"nicht um jeden Preis" mitbieten.
Am Schluss könnte es passieren, dass die vier bereits etablierten
Netzbetreiber je eine Lizenz ersteigern. Dem Wettbewerb täte es
hingegen gut, wenn eine oder zwei Lizenzen an Neueinsteiger gingen.
Die im Moment anzutreffende Ruhe an der Mobilfunk-Preisfront ist mit
Sicherheit auch eine Folge der anstehenden Versteigerungen: Wenn
Milliarden für den Lizenzerwerb zurückgestellt werden, bleibt kein
Spielraum mehr für Preismaßnahmen.
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