Newsletter 10/00 vom 18.05.2000
Die Neuigkeiten im Telefonbereich bis zum 18.05.2000 - von teltarif.de für Sie zusammengefasst.
  1. Telekom-Flatrate: Deutlich unter 100 Mark für 12-faches ISDN-Tempo!
  2. Internet
  3. Internet mit Höchsttempo
  4. Inland: Leichte Preisänderungen
  5. Ausland: Preissenkungen auch außerhalb der "westlichen Staaten"
  6. Mobilfunk-Service-Gebühren unzulässig: ein weiterer Sieg der Verbraucher
  7. Viren und andere Gefahren für das Internet
  1. Telekom-Flatrate: Deutlich unter 100 Mark für 12-faches ISDN-Tempo!

    Die im Vorfeld der CeBIT angekündigte "Flatrate für unter hundert Mark" soll nun Ende Juni per ADSL in 12-facher ISDN-Geschwindigkeit realisiert werden. Dies sagte uns Telekom-Sprecher Walter Genz und konkretisierte damit die Aussagen seines Chefs Ron Sommer, der dem Wirtschaftsmagazin "Capital" ein Interview gegeben hatte. Dort Sprach Sommer von einer Internet-Preisoffensive, mit der er den Branchenriesen AOL weltweit überholen will. Er kündigte an, allen T-ISDN-Kunden Internet-Surfen mit "zwölffacher ISDN-Geschwindigkeit" ab Mitte des Jahres für "deutlich unter 100 Mark im Monat anzubieten."

    Auch zur "Schüler-Flatrate" hat sich Sommer geäußert. Schulkinder sollen für "ein Taschengeld" einen ganzen Monat lang täglich von 15 bis 18 Uhr, statt wie ursprünglich angkündigt von 14 bis 18 Uhr surfen können. Den genauen Preis und Einführungtermin nannte er allerdings nicht. Nach dem letzten Informationsstand liegt der Preis bei "einer Mark pro Tag" und die Einführung beim "Ende der Sommerferien."

    Die "Schmalspur-Flatrate" der Deutsche Telekom mit Namen ISDN@active befindet sich noch bis Ende Mai in der Testphase. Die Hotline sagte uns bereits, dass dieses Angebot ab dem 1. Juni bundesweit verfügbar sein soll. Von offizieller Stelle wurde diese Aussage allerdings nicht bestätigt. Zuerst müssen die Testergebnisse ausgewertet werden, anschließend müsse die entsprechende Hardware beschafft werden.

    Bei ISDN@active handelt es sich um eine Flatrate für knappe 10 Mark im Monat, mit der man über den ISDN-D-Kanal "always online" sein kann. Das Angebot hatte sehr schnell den Spitznamen "Schmalspurflatrate" weg, weil Übertragungsraten nur auf Mobilfunkniveau möglich seien - so lautete die offizielle Sprachregelung der Telekom. Vermutlich hatte man den Begriff bewusst etwas schwammig formuliert. Denn die maximale Übertragungsrate des D-Kanals ist mit 9600 bit/s zwar ebenso hoch wie im GSM-Netz, bei schlechter Empfangsqualität muss man aber ein paar Abstriche machen. Ebenso will die Telekom bei T-ISDN@ctive ein paar Abstriche machen. So geht beispielsweise für das Übertragungsprotokol X75 einiges an Leistung flöten und schließlich muss der D-Kanal auch noch seinen eigentlichen Zweck - wie die Signalisierung von Anrufen - erfüllen. Zum Surfen wird die Telekom nur 4.800 bit/s zur Verfügung stellen, bestätigte uns Telekom-Sprecher Walter Genz auf Anfrage.

    Doch es gibt einen Trick: Mittels SkyDSL von Strato oder dem AstraNet sollte sich kostengünstig ein schneller Kanal vom Internet zum Nutzer zuschalten lassen. Voraussetzungen ist in beiden Fällen allerdings eine Satellitenantenne und eine weitere monatliche Grundgebühr. Die Kombination "T-ISDN@ctive + Satellit" ist schnell im Download, allerdings weiterhin langsam im Upload. Wer häufiger größere E-Mails versendet oder Web-Seiten hochlädt, dürfte damit nicht glücklich werden.

    Die vierte im Bunde der Telekom-Flatrates ist die "XXL" getaufte Sonntagsflatrate, mit der für 15 Mark im Monat nach Belieben an Sonn und Feiertagen telefoniert werden kann. Indem man einen Internet-Provider wählt, bei dem man nur für die Einwahl bezahlt, kann man über XXL aber sonntags auch kostenlos surfen. Entsprechende Angebote gibt es zum Beispiel von DellNet.

    Am Tag der Genehmigung von XXL hatte Regulierungsbehördenchef Scheuerle zwar noch vor Journalisten darauf gepocht, dass die Telekom die geplanten Pauschalkonditionen im Online-Bereich nicht nur T-Online-Kunden, sondern auch anderen Internet-Providern gewähren wird, bis heute hat aber nur NGI ein Sonntags-Angebot angekündigt. Aber auch das ist noch wenig konkret. Lediglich, dass man Sonn- und Feiertags kostenlos surfen kann, sagte uns Corporation Manager Konrad Hill. Was man für das "kostenlose" Surfvergnügen monatlich zahlen muss, ist noch nicht bekannt.

  2. Internet

    Talkline hat neue Internet-Tarife. Im offenen Internet-by-Call gibt es jetzt von 18 bis 9 Uhr einen Nebenzeit-Tarif in Höhe von 3,8 Pfennig die Minute. In der Hauptzeit werden weiterhin 4,8 Pfennig verlangt. Neu ist außerdem, dass jeder Neukunde 100 Gratisminuten erhält, die er allerdings nur am Stück absurfen kann.

    Für den neuen easysurf-Tarif werden in der Hauptzeit 3,3 Pfennig und in der Nebenzeit 2,3 Pfennig die Minute fällig. Vorraussetzung ist allerdings, dass man in einem von mehr als 480 Vorwahlgebieten, den sogenannten TalkCitys, wohnt. Eine Liste der Städte, die zum Talk-City-Bereich zählen, befindet sich auf der Talknet-Homepage. Wer nicht dazu gehört, muss einen Zuschlag in Höhe von einem Pfennig die Minute zahlen. Für 9,90 Mark Grundgebühr surft man bei smartsurf in der Hauptzeit für 2,8 Pfennig und in der Nebenzeit für 1,8 Pfennig die Minute. Auch hier gilt Zuschlag außerhalb der Vorwahlgebiete.

    Die Flensburger KomTel bietet ab sofort den neuen Tarif 040-KomtelNet für die Einwahl ins Internet an. Über die Einwahl 040-5555 0666 kann man das Web erkunden. Außer den Telefongebühren fallen keine weiteren Kosten an. Das Verfahren ist denkbar einfach: Passwort und Benutzername sind frei wählbar, eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Interessant wird das Angebot in Verbindung mit dem T-ISDN-xxl-Tarif, den die Telekom ab 1. Juni anbieten wird. Bei diesem Tarif sind Telefonate an Sonntagen kostenlos, so dass man sich dann kostenlos bei Komtel einwählen kann.

    Der US-Anbieter HotTelephone.com bietet kostenloses Telefonieren über das Internet in 15 verschiedene Länder an. So lassen sich von Deutschland aus Festnetzanschlüsse in Australien, Belgien, England, Frankreich, Hongkong, Irland, Kanada, Niederlande, Neuseeland, Schweden, Schweiz und der USA erreichen. Die Finanzierung erfolgt durch die Einblendung von Werbung. Der ganze Dienst ist problematisch, die Qualität der Gespräche schlecht, und die Homepage, von der die Gespräche starten, ist nicht immer erreichbar.

    Das Gegenteil von kostenlos bietet AdOne: richtig teuer! 1 Pfennig kostet bei diesem Angebot die Onlineminute bei Abrechnung im Minutentakt. Hinzu kommt eine Einwahlgebühr von 99 Pfennig. Das Zeitlimit für die maximale Nutzung pro Einwahl beträgt 120 Minuten. Das ergibt einen Minutenpreis von 1,825 Pfennig bei optimaler Ausnutzung des Angebotes. Bei einem Verbindungsabbruch zahlt man im schlechtesten Fall 99 Pfennig Einwahlgebühr, den Minutenpreis für die erste Minute. Kosten: eine ganze Mark! Selbst wenn die Verbindung später abreißt, sind die Minutenpreise nicht ohne. Beim Abbruch nach einer Stunde kostet die Online-Minute umgerechnet immer noch 2,65 Pfennig.

  3. Internet mit Höchsttempo

    Wer es gerne schnell hätte, für den bietet sich ein DSL-Anschluss der Deutschen Telekom an. Die billigste Variante für Geschäftskunden kostet rund 320 Mark im Monat, hinzu kommen 95 Mark pro Gigabyte und die Einrichtungsgebühr von knapp 1500 Mark (!). Dafür bekommt man dann mit bis zu 1,5 Megabit pro Sekunde eine Auffahrt zur Datenautobahn, die diesen Namen auch verdient. Privatkunden werden ab nächsten Monat sogar unter 100 Mark bezahlen, Datentransfer inklusive, allerdings bei auf 768 kbit gedrosseltem Tempo.

    Als Alternative bietet sich im Geschäftskundenbereich z.B. TCP/IP an. 2 Mbit pro Sekunde Downstream sind für 990 Mark im Monat zu haben, das erste Gigabyte ist im Preis enthalten, jedes weitere kostet ab 60 Mark.

    Eine andere Möglichkeit ist die Highspeed-Flatrate von MobilCom, die allerdings den MobilCom-Vollanschluss erfordert. Hat man diesen, kann man immerhin mit 384 kbit pro Sekunde downloaden. Die Monatspauschale beträgt 99 Mark, der Datentransfer ist unbegrenzt enthalten.

    Mit Satelliten-Technik, die z.B. Strato mit dem Sky-DSL anbietet, sind bis zu maximal 4 Mbit pro Sekunde im Downstream möglich. Die Grundgebühr ist mit 29 oder (je nach Tarif) 39 Mark im Monat gering und beinhaltet das unbegrenzte Surfen mit 128 kbit pro Sekunde. Bei höchster Geschwindigkeitsstufe kann man für einen Pfennig in der Hauptzeit allerdings gerade mal 12 Kilobyte herunterladen. Das Gigabyte kostet dann rund 830 Mark.

  4. Inland: Leichte Preisänderungen

    Callino ist wieder billiger geworden: Über die 01075 kann man seit dem 14. Mai in der Nebenzeit (von 18 bis 8 Uhr sowie ganztags am Wochenende und an allen bundesweiten Feiertagen) für nur noch 4,7 Pfennige pro Minute telefonieren. Damit ist Callino in der Nebenzeit vor 21 Uhr auf Platz zwei der Tariftabelle gelandet. Auch tagsüber wird es bei Callino günstiger: In der Zeit von 8 bis 18 Uhr werden dann 9,9 Pfennig pro Minute fällig. Die Abrechnung erfolgt im Minutentakt.

    Die Pre-Selection-Kunden bei Callino können von diesen Preissenkungen noch nicht profitieren. Allerdings werden zum 1. Juni Preisreduzierungen versprochen, die noch deutlicher ausfallen sollen.

    Tele2 hat sich entschlossen, den ursprünglich angekündigten Mindestumsatz von 3 Mark doch nicht einzuführen. Vor allem die massiven Kundenbeschwerden über die Verschlechterung der Vertragsbedingungen haben den Düsseldorfer Telefondiscounter zu diesem Schritt bewogen. Auch die Proteste im teltarif-Leserforum waren Tele2 ein Dorn im Auge.

    In diesem Protest drohte die Preisoffensive von Tele2 völlig unterzugehen: Tatsächlich steht Tele2 mit seiner Preissenkung vom 8. Mai sehr weit vorne in der Tariftabelle. Nach einer Anmeldung telefoniert man innerhalb Deutschlands für 7 Pfennig und in die meisten europäischen Länder für 10 Pfennig die Minute bei minutengenauer Abrechnung. Wer eine Smartbox bestellt oder sich preselecten lässt, der wird sogar im fairen Sekundentakt abgerechnet. Unter den Sekundentaktern steht Tele2 sogar meist auf Platz 1 der Tariftabelle.

    Nach der Preissenkung für Viag Interkom-Privatkunden zum 15. Mai haben sich die "Viag-Tarifrechner" auch des Preselection-Tarifs für Geschäftskunden angenommen. Ferngespräche zur Hauptzeit jetzt ab 10,2 Pf./Min. möglich - ins Ausland gibt es leider einige Preiserhöhungen. Am 15. Mai wurden alle partnerpro-Kunden in den neuen partnerpro universal-Tarif umgeschaltet. Es wird laut Viag allerdings noch 2 bis 3 Monate dauern, bis dieser korrekt abgerechnet wird. Zwischenzeitlich arbeitet man mit Gutschriften über den Differenzbetrag zum partnerpro universal-Tarif.

    Und zum Schluss noch ein prima Angebot: kostenlos telefonieren mit 01051: Die Düsseldorfer 01051 Telecom geht auch dieses Jahr wieder auf Tour durch die Bundesrepublik. Dabei können die Einwohner der Etappenstädte jeweils 24 Stunden kostenlos innerdeutsche Ferngespräche führen. Die Tarifansage, die vor jedem Gespräch eingeblendet wird, lautet dann: "Dieses Gespräch ist kostenlos!" Normalerweise kostet ein Ferngespräch über die 01051 7 Pfennig in der Minute.

    Folgende Städte sind dieses Jahr an der Reihe: Magdeburg (20. Mai), Chemnitz (27. Mai), Erfurt (3. Juni), Mönchengladbach (10. Juni), Wuppertal (17. Juni) und Heilbronn (24. Juni). Bleibt zu hoffen, dass die Leitungskapazitäten von 01051 dem erwarteten Ansturm standhalten.

  5. Ausland: Preissenkungen auch außerhalb der "westlichen Staaten"

    Neues gibt es vor allem bei Super 24. Seit dem 12. Mai kann man über den Erfurter Telefondiscounter mit der Vorwahl 01024 für 13,3 Pfennige in der Minute nach Hongkong telefonieren. Damit übernimmt der selbsternannte Telefondiscounter Nr.1 im Lande tatsächlich den ersten Platz in der Tariftabelle für Gespräche im offenen Call by Call. Die Abrechnung erfolgt im Minutentakt, der Tarif gilt rund um die Uhr. Super 24 drängt auch auf einen weiteren ersten Platz der Tariftabelle: Zum Tiefstpreis von 9,9 Pfennig die Minute erreicht man jetzt auch die Niederlande.

    Einen Spitzenplatz hält Super 24 auch für Gespräche im offenen Call by Call nach Slowenien. Die Gesprächsminute kostet nur noch 35 Pfennig. Abgerechnet wird im Minutentakt. Und am 19. Mai nimmt dieser Anbieter ein weiteres Land in seine "35-Pfennig-Tarifzone auf". Über die 01024 kann man zu diesem Preis dann, nach Ungarn und Slowenien, auch nach Kroatien am billigsten telefonieren.

    Wie immer der Hinweis: Ob man den günstigen Super 24-Tarif auch wirklich nutzen kann, erfährt man, indem man die kostenlose Nummer 01024-031 anruft. Hört man dann die Ansage von Super 24, kann man auch zu deren Preisen telefonieren. Kommt eine Ansage von Telepassport, muss man sich dort erst abmelden, da in der Vergangenheit eine Ameldung für Call by Call oder Pre-Selection bei Telepassport durchgeführt wurde, die ebenfalls über 01024 arbeiten.

    Auch First Telecom kämpft sich wieder in Richtung Spitze der Tariftabelle bei Auslandsgesprächen. 10 Pfennig für die Niederlande in der Nebenzeit von 18 bis 8 Uhr und am Wochenende sind nur haarknapp an den 9,9 Pfennig von Super 24 vorbei. Großbritannien und die USA (incl. Hawaii) kosten zur Nebenzeit ebenfalls 10 Pfennig, und sind somit auf Platz zwei im offenen Call by Call zu finden. Tagsüber werden für Großbritannien 13, die USA 14 und die Niederlande 15 Pfennig in der Minute fällig. Abgerechnet wird leider im Minutentakt. Das Angebot gilt bereits seit dem 5. Mai.

    Nach mehreren Ankündigungen hat es die Bonner KDD-CONOS AG nun endlich geschafft, in die Riege der bundesweiten Call-by-Call-Anbieter aufzusteigen. Zu diesem Anlass wurde eine neue Preisliste aufgelegt: KDD bietet im Call-by-Call über die 01063 weiterhin keine Inlandgespräche an, sondern konzentriert sich auf das Auslandsgeschäft. In gewissen Regionen erlangt KDD sogar die Preisführerschaft: Beispielsweise kosten Anrufe nach China 51 Pfennig, nach Hongkong 13,9 Pfennig, nach Nord-Korea 1,04 Mark sowie in die Mongolei 1,25 Mark pro Minute.

    Auch Arabien gehört zu den Regionen, wohin die 01063 eine gute Wahl ist. An der Spitze der Tariftabelle stehen zum Beispiel die Minutenpreise nach Saudi-Arabien mit 1,14 Mark und in die Vereinigten Arabischen Emirate mit 67 Pfennig. Auch exotischere Ziele wie Urugay mit 75 Pfennig die Minute, die Seychellen für 1,07 Mark oder die Malediven für 1,19 Mark erreicht man mit KDD am billigsten. Den besten Preis für ein Anruf in das Land Ihrer Wahl erfahren Sie aber über unsere Tarifabfrage online unter http://www.teltarif.de/ .

  6. Mobilfunk-Service-Gebühren unzulässig: ein weiterer Sieg der Verbraucher

    Immer wieder versuchen die Mobilfunkanbieter ihr Glück und verlangen Service-Gebühren, von denen wohl nur sie selbst wissen, wozu sie gut sind. Und immer wieder gelingt es Verbraucherschutzverbänden, den Anbietern einen Strich durch die Rechnung zu machen.

    Diesmal hat das Landgericht München einer Klage des Verbraucherschutzvereins gegen die Drillisch AG stattgegeben. Der Service Provider hatte im Preisverzeichnis unter dem Stichwort "sonstige Service-Gebühren" eine Reihe von unzulässigen Kosten aufgelistet. So verlangte das Unternehmen für die Deaktivierung eines Anschlusses 68 Mark. Für die Deaktivierung dürfen Mobilfunkunternehmen allerdings keine Gebühr berechnen. Sie dürfen auch nicht in jedem Fall Sperrkosten in Rechnung stellen, wenn der Kunde die Rechnung nicht zahlt.

    Bereits Anfang diesen Jahres hatte sich ein Hamburger Rechtsanwalt vor dem Amtsgericht Schleswig gegen seinen Mobilfunk-Provider durchgesetzt. Ihm wurden unberechtigt fünf Mark pro Monat für einen Einzelverbindungsnachweis berechnet. Die Telekommunikations-Kundenschutzverordnung (TKV) schreibt allerdings seit dem 1. Januar 1998 vor, dass Einzelverbindungsnachweise dem Kunden kostenlos zur Verfügung gestellt werden müssen.

    Dennoch versuchen immer wieder einige Mobilfunkanbieter ihr Glück. Victorvox beispielsweise berechnet keine verbotene Deaktivierungsgebühr, sondern verlangt, dass man die SIM-Karte zurückgibt. Tut man dies nicht, dann fallen 49,95 Mark an. Dabei kann Victorvox mit dem Chip auf der SIM-Karte auch nicht mehr machen, als ihn fachgerecht zu entsorgen.

    Etwas erfreuliches gibt es für Free & Easy-Kunden zu berichten: E-plus hat angekündigt, dass man mit der Prepaidkarte ab Herbst auch im Ausland telefonieren kann. Damit ist E-Plus der zweite Anbieter nach T-D1, der diesen Service ankündigt. Wie der Service umgesetzt werden soll und was er kosten wird, war allerdings noch nicht zu erfahren.

  7. Viren und andere Gefahren für das Internet

    Der letzte teltarif-Newsletter war gerade wenige Stunden alt, da startete eine wesentlich weniger informative E-Mail ihren Rundlauf um die Welt: ILOVEYOU, das Virus, das Millionen von Internet-PCs infizierte. Die schlimmsten Auswirkungen von ILOVEYOU dürften mittlerweile behoben sein. Die meisten der infizierten Rechner wurden vom Internet getrennt und anschließend wurde das Betriebssystem neu installiert oder wurden mittels Virenscannner die infizierten Dateien gelöscht. Doch der Schaden ist immens. Schätzungen zufolge wurden drei Millionen PCs infiziert. Im Schnitt dürften pro PC über 1000 Mark an Schaden entstanden sein, denn die Kosten für Ausfallzeiten, zerstörte Daten und die Arbeitszeit der Systemverwalter addieren sich. Teilweise waren Betriebe für mehrere Tage vollkommen lahmgelegt.

    Multipliziert man die Zahl der infizierten Systeme mit dem vermuteten Schaden pro PC, kommt man auf Werte von mehreren Milliarden Mark, die das Virus innerhalb weniger Stunden zerstörte! Einige Quellen sprechen sogar von einem Schaden von 20 Milliarden Mark. ILOVEYOU könnte damit in die Kriminalgeschichte als der größte Sachschaden eingehen, den ein Einzeltäter je verursacht hat. Zum Vergleich: Beim durchschnittlichen Bankraub werden nur einige zehntausend Mark erbeutet. Diebstähle von Millionenwerten gelten immer als Sensation, doch erreichen nicht einmal tausend Millionen-Coups zusammen den Schaden, den ILOVEYOU alleine angerichtet hat!

    Angesichts der Bedrohung stellt sich die Frage, wie man sich schützen kann. Mit Sicherheit werden in den nächsten Wochen und Monaten die Verkaufszahlen der Virenscanner nach oben schnellen. Doch droht genau dadurch neues Unheil: Als sich ILOVEYOU vor zwei Wochen explosionsartig verbreitete, wurde es von keinem der etablierten Virenschutz-Programme erkannt. Dadurch wähnten sich Anwender in falscher Sicherheit und öffneten neugierig oder arglos die verseuchte E-Mail, über die sich das Virus selbst verbreitete. Die Folge: Virenschutzprogramme können zwar effizient die Weitergabe von alten und bekannten Viren unterbinden, aber fördern gleichzeitig auch die explosionsartige Verbreitung von neuen Viren!

    Bereits Stunden nach dem Bekanntwerden der Seuche forderten Politiker Strafgesetze gegen das Verbreiten von Viren, wohl in dem Unwissen, dass es solche schon gibt: §303 b droht bis zu fünf Jahre Haft an, wenn man die Computer in einem fremden Betrieb oder Unternehmen dadurch unbrauchbar macht, dass man Daten löscht oder verändert. Doch Strafandrohung schreckt erfahrungsgemäß nur einen Teil der Täter ab und hat auch beim Loveletter nicht geholfen. Abgesehen davon hilft Strafe eh nichts, wenn der Täter aus einem der Länder kommt, in denen es kein funktionierendes Rechtssystem gibt, oder wenn der Täter sogar auf staatliche Anweisung handelt: Computerviren eignen sich zweifelsohne als moderne Terror-Waffe.

    Die Lösung muss sein, Betriebssysteme sicherer gegen Viren und Würmer zu machen. In diesem Zusammenhang hört man oft das Stichwort Linux. Doch Linux (oder allgemeiner Unix) löst die Probleme auch nicht. Bereits 1988 schaffte es der Internet-Wurm, 6 000 Unix-Rechner über Nacht zu befallen. Das waren 10 Prozent des gesamten Internets, das damals 60 000 Rechner umfasste. Damit war der Internet-Wurm damals im Unix-Bereich genauso weit verbreitet wie heute der Loveletter im Windows-Bereich. Zum Eindringen nutzte der Internet-Wurm gezielt Schwachstellen und Fehler im Betriebssystem aus. Er war damit in einer Hinsicht sogar erfolgreicher als der Love Bug: Das Love-Virus kann nämlich nur aktiv werden, indem man die verseuchte E-Mail öffnet. Der Internet-Wurm befiel hingegen alle Rechner vollautomatisch.

    Schwachstellen, wie die vom Internet-Wurm benutzten, werden immer wieder entdeckt, auch und gerade in Linux. Die jüngsten Attacken, mit denen die Web-Server von Ebay und Co. stundenlang lahmgelegt wurden, waren von gehackten Rechnern aus gestartet worden, auch von gehackten Linux-Rechnern aus. Der einzige wirkliche Vorteil von Linux ist im Moment, dass es nicht das am häufigsten verwendete Betriebssystem ist. Linux-Viren und -Würmer verbreiten sich deswegen langsamer, weil sie auf der Masse der Windows-PCs nicht existieren können und folglich länger umherirren müssen, bevor sie auf den nächsten Linux-Rechner treffen. Darüber hinaus ist Linux schwieriger zu administrieren, so dass Linux-Nutzer im Durchschnitt in EDV-Dingen erfahrener als Windows-Benutzer sind, so dass sie einen Virus früher erkennen und stoppen können.

    Das Problem aller Betriebssysteme: Es gibt keinen Zugriffsschutz auf die CPU. Ist ein Programm einmal eingedrungen und wurde es einmal gestarte, kann es beliebige Aktionen ausführen, insbesondere also Angriffe auf weitere Rechner unternehmen.

    Die gängigen Betriebssysteme unterscheiden nicht, ob ein Programm von "drinnen" oder "draußen" kommt. Alle werden auf Anforderung hin unterschiedslos abgearbeitet. Dabei wäre es mit heutiger Technologie machbar, alle Programme mit einem eindeutigen und unfälschbaren Herkunftsnachweis zu versehen, einer sogenannten digitalen Signatur. Sicherheitsrelevante Systeme könnten dann so konfiguriert werden, dass sie alle unbekannte Software ablehnen. Systeme für den Heimbereich würden so eingestellt, dass sie fremde Software zwar akzeptieren, diese aber bei der Ausführung streng überwachen. Gefährliche Aktionen wie das (Über)schreiben von Dateien oder Versenden von Daten in das Internet würden dabei generell verboten oder nur nach Bestätigung durch den Anwender erlaubt sein.

    Im Bereich der Web-Server gibt es ein Duopol: Große Seiten werden fast ausschließlich entweder auf Apache unter Unix oder Microsoft IIS unter Windows NT/2000 gehostet, wobei Apache der Marktführer ist. Wenn ein Hacker ein Loch in einem von beiden findet, könnte er einen Wurm schreiben, der sich von Web-Server zu Web-Server frisst. Da fast alle Web-Seiten Links auf andere Web-Seiten beinhalten, wäre es für den Wurm kein Problem, neue Opfer zu finden. Binnen Minuten wären alle die Web-Seiten lahmgelegt, die von der betroffenen Web-Server-Software ausgeliefert werden. Aber auch das "andere Lager" der Web-Server würde zumindest straucheln, da sie von den gehackten Web-Servern aus mit Angriffsversuchen bombardiert werden.

    Findet ein Hacker gar ein Loch in beiden Web-Server-Softwarepaketen, könnte er eine "Bombe" bauen, die binnen Minuten das World Wide Web einfach ausschaltet. Damit das nicht passiert, sind die Betriebssystem-Entwickler gefordert, umgehend mehr Sicherheitsmerkmale in die Software einzubauen.


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