- Telekom-Flatrate: Deutlich unter 100 Mark für 12-faches ISDN-Tempo!
Die im Vorfeld der CeBIT angekündigte
"Flatrate für unter hundert Mark" soll nun Ende Juni per ADSL in
12-facher ISDN-Geschwindigkeit realisiert werden. Dies sagte
uns Telekom-Sprecher Walter Genz
und konkretisierte damit die Aussagen seines Chefs Ron Sommer,
der dem Wirtschaftsmagazin "Capital" ein Interview gegeben hatte.
Dort Sprach Sommer von einer Internet-Preisoffensive, mit der er den
Branchenriesen AOL weltweit überholen will. Er kündigte an, allen
T-ISDN-Kunden Internet-Surfen mit "zwölffacher ISDN-Geschwindigkeit"
ab Mitte des Jahres für "deutlich unter 100 Mark im Monat
anzubieten."
Auch zur "Schüler-Flatrate" hat sich Sommer geäußert.
Schulkinder sollen für "ein Taschengeld" einen ganzen Monat
lang täglich von 15 bis 18 Uhr, statt wie ursprünglich
angkündigt von 14 bis 18 Uhr surfen
können. Den genauen Preis und Einführungtermin nannte er allerdings
nicht. Nach dem letzten Informationsstand liegt der Preis bei "einer
Mark pro Tag" und die Einführung beim "Ende der Sommerferien."
Die "Schmalspur-Flatrate" der Deutsche Telekom mit Namen
ISDN@active befindet sich noch bis Ende Mai in der Testphase.
Die Hotline sagte uns bereits, dass dieses Angebot ab dem 1. Juni
bundesweit verfügbar sein soll. Von offizieller Stelle wurde diese
Aussage allerdings nicht bestätigt. Zuerst müssen die Testergebnisse
ausgewertet werden, anschließend müsse die entsprechende Hardware
beschafft werden.
Bei ISDN@active handelt es sich um eine Flatrate für knappe
10 Mark im Monat, mit der man über den ISDN-D-Kanal
"always online" sein kann. Das Angebot hatte sehr schnell den
Spitznamen "Schmalspurflatrate" weg, weil Übertragungsraten nur
auf Mobilfunkniveau möglich seien - so lautete die offizielle
Sprachregelung der Telekom. Vermutlich hatte man den Begriff bewusst
etwas schwammig formuliert. Denn die maximale Übertragungsrate des
D-Kanals ist mit 9600 bit/s zwar ebenso hoch wie im GSM-Netz, bei
schlechter Empfangsqualität muss man aber ein paar Abstriche machen.
Ebenso will die Telekom bei T-ISDN@ctive ein paar Abstriche
machen. So geht beispielsweise für das Übertragungsprotokol
X75 einiges an Leistung flöten und schließlich muss der D-Kanal
auch noch seinen eigentlichen Zweck - wie die Signalisierung von
Anrufen - erfüllen. Zum Surfen wird die Telekom nur 4.800 bit/s
zur Verfügung stellen, bestätigte uns Telekom-Sprecher Walter Genz
auf Anfrage.
Doch es gibt einen Trick: Mittels SkyDSL von Strato oder
dem AstraNet sollte sich kostengünstig ein schneller Kanal vom
Internet zum Nutzer zuschalten lassen. Voraussetzungen ist in
beiden Fällen allerdings eine Satellitenantenne und eine weitere
monatliche Grundgebühr. Die Kombination "T-ISDN@ctive + Satellit"
ist schnell im Download, allerdings weiterhin langsam im Upload.
Wer häufiger größere E-Mails versendet oder Web-Seiten hochlädt,
dürfte damit nicht glücklich werden.
Die vierte im Bunde der Telekom-Flatrates ist die "XXL"
getaufte Sonntagsflatrate, mit der
für 15 Mark im Monat nach Belieben an Sonn und Feiertagen
telefoniert werden kann. Indem man einen Internet-Provider wählt,
bei dem man nur für die Einwahl bezahlt, kann man über XXL aber
sonntags auch kostenlos surfen. Entsprechende Angebote gibt es
zum Beispiel von DellNet.
Am Tag der Genehmigung von XXL hatte Regulierungsbehördenchef
Scheuerle zwar noch vor Journalisten darauf gepocht, dass die
Telekom die geplanten Pauschalkonditionen im Online-Bereich nicht nur
T-Online-Kunden, sondern auch anderen Internet-Providern gewähren
wird, bis heute hat aber nur NGI ein Sonntags-Angebot angekündigt.
Aber auch das ist noch wenig konkret. Lediglich, dass man Sonn-
und Feiertags kostenlos surfen kann, sagte uns Corporation Manager
Konrad Hill. Was man für das "kostenlose" Surfvergnügen monatlich
zahlen muss, ist noch nicht bekannt.
- Internet
Talkline hat neue Internet-Tarife.
Im offenen Internet-by-Call gibt es jetzt von 18 bis 9 Uhr
einen Nebenzeit-Tarif in Höhe von 3,8 Pfennig die Minute.
In der Hauptzeit werden weiterhin 4,8 Pfennig verlangt. Neu
ist außerdem, dass jeder Neukunde 100 Gratisminuten erhält, die er
allerdings nur am Stück absurfen kann.
Für den neuen easysurf-Tarif werden in der Hauptzeit
3,3 Pfennig und in der Nebenzeit 2,3 Pfennig die Minute fällig. Vorraussetzung ist allerdings, dass man in einem von mehr als 480 Vorwahlgebieten, den sogenannten TalkCitys, wohnt. Eine Liste der Städte, die zum Talk-City-Bereich zählen, befindet sich auf der Talknet-Homepage. Wer nicht dazu gehört, muss einen Zuschlag in Höhe von einem Pfennig die Minute zahlen. Für 9,90 Mark Grundgebühr surft man bei smartsurf in der Hauptzeit für 2,8 Pfennig und in der Nebenzeit für 1,8 Pfennig die Minute. Auch hier gilt Zuschlag außerhalb der Vorwahlgebiete.
Die Flensburger KomTel bietet
ab sofort den neuen Tarif 040-KomtelNet für die Einwahl ins Internet an. Über die Einwahl 040-5555 0666 kann man das Web erkunden. Außer den Telefongebühren fallen keine weiteren Kosten an. Das Verfahren ist denkbar einfach: Passwort und Benutzername sind frei wählbar, eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Interessant wird das Angebot in Verbindung mit dem T-ISDN-xxl-Tarif, den die Telekom ab 1. Juni anbieten wird. Bei diesem Tarif sind Telefonate an Sonntagen kostenlos, so dass man sich dann kostenlos bei Komtel einwählen kann.
Der US-Anbieter HotTelephone.com bietet kostenloses Telefonieren über das Internet in 15 verschiedene Länder an. So lassen sich von Deutschland aus Festnetzanschlüsse in Australien, Belgien, England, Frankreich, Hongkong, Irland, Kanada, Niederlande, Neuseeland, Schweden, Schweiz und der USA erreichen. Die Finanzierung erfolgt durch die Einblendung von Werbung. Der ganze Dienst ist problematisch,
die Qualität der Gespräche schlecht, und die Homepage, von der
die Gespräche starten, ist nicht immer erreichbar.
Das Gegenteil von kostenlos bietet AdOne: richtig teuer!
1 Pfennig kostet bei diesem Angebot die Onlineminute bei Abrechnung im Minutentakt. Hinzu kommt eine Einwahlgebühr von 99 Pfennig. Das Zeitlimit für die maximale Nutzung pro Einwahl beträgt 120 Minuten. Das ergibt einen Minutenpreis von 1,825 Pfennig bei optimaler Ausnutzung des Angebotes.
Bei einem Verbindungsabbruch zahlt man im schlechtesten Fall 99 Pfennig Einwahlgebühr, den Minutenpreis für die erste Minute. Kosten: eine ganze Mark! Selbst wenn die Verbindung später abreißt, sind die Minutenpreise nicht ohne. Beim Abbruch nach einer Stunde kostet die Online-Minute umgerechnet immer noch 2,65 Pfennig.
- Internet mit Höchsttempo
Wer es gerne schnell hätte, für den bietet sich ein DSL-Anschluss der
Deutschen Telekom an. Die billigste
Variante für Geschäftskunden kostet rund 320 Mark im Monat,
hinzu kommen 95 Mark pro Gigabyte und die Einrichtungsgebühr
von knapp 1500 Mark (!). Dafür bekommt man dann mit bis
zu 1,5 Megabit pro Sekunde eine Auffahrt zur Datenautobahn,
die diesen Namen auch verdient. Privatkunden werden ab nächsten
Monat sogar unter 100 Mark bezahlen, Datentransfer inklusive,
allerdings bei auf 768 kbit gedrosseltem Tempo.
Als Alternative bietet sich im Geschäftskundenbereich z.B. TCP/IP an. 2 Mbit pro Sekunde Downstream
sind für 990 Mark im Monat zu haben, das erste Gigabyte ist
im Preis enthalten, jedes weitere kostet ab 60 Mark.
Eine andere Möglichkeit ist die Highspeed-Flatrate von MobilCom,
die allerdings den MobilCom-Vollanschluss
erfordert. Hat man diesen, kann man immerhin mit 384 kbit
pro Sekunde downloaden. Die Monatspauschale beträgt 99 Mark,
der Datentransfer ist unbegrenzt enthalten.
Mit Satelliten-Technik, die z.B. Strato mit dem Sky-DSL
anbietet, sind bis zu maximal 4 Mbit pro Sekunde im
Downstream möglich. Die Grundgebühr ist mit 29 oder (je nach Tarif)
39 Mark im Monat gering und beinhaltet das unbegrenzte Surfen
mit 128 kbit pro Sekunde. Bei höchster Geschwindigkeitsstufe
kann man für einen Pfennig in der Hauptzeit allerdings gerade
mal 12 Kilobyte herunterladen. Das Gigabyte kostet dann rund
830 Mark.
- Inland: Leichte Preisänderungen
Callino ist wieder billiger geworden:
Über die 01075 kann man seit dem 14. Mai in der Nebenzeit
(von 18 bis 8 Uhr sowie ganztags am Wochenende und
an allen bundesweiten Feiertagen) für nur noch 4,7 Pfennige
pro Minute telefonieren. Damit ist Callino in der Nebenzeit
vor 21 Uhr auf Platz zwei der Tariftabelle
gelandet. Auch tagsüber wird es bei Callino günstiger:
In der Zeit von 8 bis 18 Uhr werden dann 9,9 Pfennig pro Minute
fällig. Die Abrechnung erfolgt im Minutentakt.
Die Pre-Selection-Kunden bei Callino können von diesen
Preissenkungen noch nicht profitieren. Allerdings werden zum
1. Juni Preisreduzierungen versprochen, die noch deutlicher
ausfallen sollen.
Tele2 hat sich entschlossen, den
ursprünglich angekündigten Mindestumsatz von 3 Mark doch
nicht einzuführen. Vor allem die massiven Kundenbeschwerden über
die Verschlechterung der Vertragsbedingungen haben den Düsseldorfer
Telefondiscounter zu diesem Schritt bewogen. Auch die Proteste im
teltarif-Leserforum waren Tele2 ein Dorn im Auge.
In diesem Protest drohte die Preisoffensive von Tele2 völlig
unterzugehen: Tatsächlich steht Tele2 mit seiner Preissenkung
vom 8. Mai sehr weit vorne in der Tariftabelle. Nach einer
Anmeldung telefoniert man innerhalb Deutschlands für 7 Pfennig
und in die meisten europäischen Länder für 10 Pfennig die
Minute bei minutengenauer Abrechnung. Wer eine Smartbox bestellt
oder sich preselecten lässt, der wird sogar im fairen Sekundentakt
abgerechnet. Unter den Sekundentaktern steht Tele2 sogar meist
auf Platz 1 der Tariftabelle.
Nach der Preissenkung für Viag
Interkom-Privatkunden zum 15. Mai haben sich die
"Viag-Tarifrechner" auch des Preselection-Tarifs für
Geschäftskunden angenommen. Ferngespräche
zur Hauptzeit jetzt ab 10,2 Pf./Min. möglich - ins Ausland
gibt es leider einige Preiserhöhungen. Am 15. Mai wurden
alle partnerpro-Kunden in den neuen partnerpro universal-Tarif
umgeschaltet. Es wird laut Viag allerdings noch 2 bis 3 Monate
dauern, bis dieser korrekt abgerechnet wird. Zwischenzeitlich
arbeitet man mit Gutschriften über den Differenzbetrag zum partnerpro
universal-Tarif.
Und zum Schluss noch ein prima Angebot: kostenlos telefonieren
mit 01051: Die Düsseldorfer 01051 Telecom
geht auch dieses Jahr wieder auf Tour durch die Bundesrepublik. Dabei
können die Einwohner der Etappenstädte jeweils 24 Stunden
kostenlos innerdeutsche Ferngespräche führen. Die Tarifansage,
die vor jedem Gespräch eingeblendet wird, lautet dann: "Dieses
Gespräch ist kostenlos!" Normalerweise kostet ein Ferngespräch über
die 01051 7 Pfennig in der Minute.
Folgende Städte sind dieses Jahr an der Reihe: Magdeburg
(20. Mai), Chemnitz (27. Mai), Erfurt (3. Juni),
Mönchengladbach (10. Juni), Wuppertal (17. Juni)
und Heilbronn (24. Juni). Bleibt zu hoffen, dass die
Leitungskapazitäten von 01051 dem erwarteten Ansturm standhalten.
- Ausland: Preissenkungen auch außerhalb der "westlichen Staaten"
Neues gibt es vor allem bei Super 24.
Seit dem 12. Mai kann man über den Erfurter Telefondiscounter
mit der Vorwahl 01024 für 13,3 Pfennige in der Minute
nach Hongkong telefonieren. Damit übernimmt der selbsternannte
Telefondiscounter Nr.1 im Lande tatsächlich den ersten Platz in der
Tariftabelle für Gespräche im offenen Call by Call. Die Abrechnung
erfolgt im Minutentakt, der Tarif gilt rund um die Uhr. Super 24
drängt auch auf einen weiteren ersten Platz der Tariftabelle: Zum
Tiefstpreis von 9,9 Pfennig die Minute erreicht man jetzt auch
die Niederlande.
Einen Spitzenplatz hält Super 24 auch für Gespräche im
offenen Call by Call nach Slowenien. Die Gesprächsminute kostet
nur noch 35 Pfennig. Abgerechnet wird im Minutentakt. Und
am 19. Mai nimmt dieser Anbieter ein weiteres Land in seine
"35-Pfennig-Tarifzone auf". Über die 01024 kann man zu diesem Preis
dann, nach Ungarn und Slowenien, auch nach Kroatien am billigsten
telefonieren.
Wie immer der Hinweis: Ob man den günstigen Super 24-Tarif
auch wirklich nutzen kann, erfährt man, indem man die kostenlose
Nummer 01024-031 anruft. Hört man dann die Ansage von Super 24,
kann man auch zu deren Preisen telefonieren. Kommt eine Ansage
von Telepassport, muss man sich dort erst abmelden, da in der
Vergangenheit eine Ameldung für Call by Call oder Pre-Selection
bei Telepassport durchgeführt wurde, die ebenfalls über 01024
arbeiten.
Auch First Telecom kämpft sich wieder
in Richtung Spitze der Tariftabelle bei Auslandsgesprächen.
10 Pfennig für die Niederlande in der Nebenzeit von 18
bis 8 Uhr und am Wochenende sind nur haarknapp an den
9,9 Pfennig von Super 24 vorbei. Großbritannien und die
USA (incl. Hawaii) kosten zur Nebenzeit ebenfalls 10 Pfennig,
und sind somit auf Platz zwei im offenen Call by Call zu
finden. Tagsüber werden für Großbritannien 13, die USA 14 und die
Niederlande 15 Pfennig in der Minute fällig. Abgerechnet
wird leider im Minutentakt. Das Angebot gilt bereits seit dem
5. Mai.
Nach mehreren Ankündigungen hat es die Bonner
KDD-CONOS AG nun endlich geschafft, in die
Riege der bundesweiten Call-by-Call-Anbieter aufzusteigen. Zu
diesem Anlass wurde eine neue Preisliste aufgelegt: KDD bietet
im Call-by-Call über die 01063 weiterhin keine Inlandgespräche
an, sondern konzentriert sich auf das Auslandsgeschäft. In
gewissen Regionen erlangt KDD sogar die Preisführerschaft:
Beispielsweise kosten Anrufe nach China 51 Pfennig, nach
Hongkong 13,9 Pfennig, nach Nord-Korea 1,04 Mark sowie
in die Mongolei 1,25 Mark pro Minute.
Auch Arabien gehört zu den Regionen, wohin die 01063 eine gute
Wahl ist. An der Spitze der Tariftabelle stehen zum Beispiel die
Minutenpreise nach Saudi-Arabien mit 1,14 Mark und in die
Vereinigten Arabischen Emirate mit 67 Pfennig.
Auch exotischere Ziele wie Urugay mit 75 Pfennig die
Minute, die Seychellen für 1,07 Mark oder die Malediven
für 1,19 Mark erreicht man mit KDD am billigsten.
Den besten Preis für ein Anruf in das Land Ihrer Wahl
erfahren Sie aber über unsere Tarifabfrage online unter http://www.teltarif.de/ .
- Mobilfunk-Service-Gebühren unzulässig: ein weiterer Sieg der Verbraucher
Immer wieder versuchen die Mobilfunkanbieter ihr Glück und verlangen
Service-Gebühren, von denen wohl nur sie selbst wissen, wozu sie
gut sind. Und immer wieder gelingt es Verbraucherschutzverbänden,
den Anbietern einen Strich durch die Rechnung zu machen.
Diesmal hat das Landgericht München einer
Klage des Verbraucherschutzvereins gegen die Drillisch AG stattgegeben.
Der Service Provider hatte im
Preisverzeichnis unter dem Stichwort "sonstige Service-Gebühren"
eine Reihe von unzulässigen Kosten aufgelistet. So verlangte das
Unternehmen für die Deaktivierung eines Anschlusses 68 Mark.
Für die Deaktivierung dürfen Mobilfunkunternehmen allerdings keine
Gebühr berechnen. Sie dürfen auch nicht in jedem Fall Sperrkosten
in Rechnung stellen, wenn der Kunde die Rechnung nicht zahlt.
Bereits Anfang diesen Jahres hatte sich ein Hamburger
Rechtsanwalt vor dem Amtsgericht Schleswig gegen seinen
Mobilfunk-Provider durchgesetzt. Ihm wurden unberechtigt fünf
Mark pro Monat für einen Einzelverbindungsnachweis berechnet.
Die Telekommunikations-Kundenschutzverordnung (TKV) schreibt
allerdings seit dem 1. Januar 1998 vor, dass
Einzelverbindungsnachweise dem Kunden kostenlos zur Verfügung
gestellt werden müssen.
Dennoch versuchen immer wieder einige Mobilfunkanbieter
ihr Glück. Victorvox beispielsweise berechnet keine verbotene
Deaktivierungsgebühr, sondern verlangt, dass man die SIM-Karte
zurückgibt. Tut man dies nicht, dann fallen 49,95 Mark an.
Dabei kann Victorvox mit dem Chip auf der SIM-Karte auch nicht mehr
machen, als ihn fachgerecht zu entsorgen.
Etwas erfreuliches gibt es für Free & Easy-Kunden zu
berichten: E-plus hat angekündigt, dass man mit der Prepaidkarte
ab Herbst auch im Ausland telefonieren kann. Damit ist E-Plus der
zweite Anbieter nach T-D1, der diesen Service ankündigt. Wie der
Service umgesetzt werden soll und was er kosten wird, war allerdings
noch nicht zu erfahren.
- Viren und andere Gefahren für das Internet
Der letzte teltarif-Newsletter war gerade wenige Stunden alt,
da startete eine wesentlich weniger informative E-Mail ihren
Rundlauf um die Welt: ILOVEYOU, das Virus, das Millionen von
Internet-PCs infizierte. Die schlimmsten Auswirkungen von ILOVEYOU
dürften mittlerweile behoben sein. Die meisten der infizierten
Rechner wurden vom Internet getrennt und anschließend wurde das
Betriebssystem neu installiert oder wurden mittels Virenscannner
die infizierten Dateien gelöscht. Doch der Schaden ist immens.
Schätzungen zufolge wurden drei Millionen PCs infiziert. Im Schnitt
dürften pro PC über 1000 Mark an Schaden entstanden sein, denn
die Kosten für Ausfallzeiten, zerstörte Daten und die Arbeitszeit
der Systemverwalter addieren sich. Teilweise waren Betriebe für
mehrere Tage vollkommen lahmgelegt.
Multipliziert man die Zahl der infizierten Systeme mit
dem vermuteten Schaden pro PC, kommt man auf Werte von mehreren
Milliarden Mark, die das Virus innerhalb weniger Stunden zerstörte!
Einige Quellen sprechen sogar von einem Schaden von 20 Milliarden
Mark. ILOVEYOU könnte damit in die Kriminalgeschichte als der
größte Sachschaden eingehen, den ein Einzeltäter je verursacht
hat. Zum Vergleich: Beim durchschnittlichen Bankraub werden nur
einige zehntausend Mark erbeutet. Diebstähle von Millionenwerten
gelten immer als Sensation, doch erreichen nicht einmal tausend
Millionen-Coups zusammen den Schaden, den ILOVEYOU alleine
angerichtet hat!
Angesichts der Bedrohung stellt sich die Frage, wie man sich
schützen kann. Mit Sicherheit werden in den nächsten Wochen und
Monaten die Verkaufszahlen der Virenscanner nach oben schnellen.
Doch droht genau dadurch neues Unheil: Als sich ILOVEYOU vor
zwei Wochen explosionsartig verbreitete, wurde es von keinem der
etablierten Virenschutz-Programme erkannt. Dadurch wähnten sich
Anwender in falscher Sicherheit und öffneten neugierig oder arglos
die verseuchte E-Mail, über die sich das Virus selbst verbreitete.
Die Folge: Virenschutzprogramme können zwar effizient die Weitergabe
von alten und bekannten Viren unterbinden, aber fördern gleichzeitig
auch die explosionsartige Verbreitung von neuen Viren!
Bereits Stunden nach dem Bekanntwerden der Seuche forderten
Politiker Strafgesetze gegen das Verbreiten von Viren, wohl in
dem Unwissen, dass es solche schon gibt: §303 b droht bis zu
fünf Jahre Haft an, wenn man die Computer in einem fremden Betrieb
oder Unternehmen dadurch unbrauchbar macht, dass man Daten löscht
oder verändert. Doch Strafandrohung schreckt erfahrungsgemäß nur
einen Teil der Täter ab und hat auch beim Loveletter nicht geholfen.
Abgesehen davon hilft Strafe eh nichts, wenn der Täter aus einem
der Länder kommt, in denen es kein funktionierendes Rechtssystem
gibt, oder wenn der Täter sogar auf staatliche Anweisung handelt:
Computerviren eignen sich zweifelsohne als moderne Terror-Waffe.
Die Lösung muss sein, Betriebssysteme sicherer gegen Viren
und Würmer zu machen. In diesem Zusammenhang hört man oft das
Stichwort Linux. Doch Linux (oder allgemeiner Unix) löst die
Probleme auch nicht. Bereits 1988 schaffte es der Internet-Wurm,
6 000 Unix-Rechner über Nacht zu befallen. Das waren
10 Prozent des gesamten Internets, das damals 60 000
Rechner umfasste. Damit war der Internet-Wurm damals im Unix-Bereich
genauso weit verbreitet wie heute der Loveletter im Windows-Bereich.
Zum Eindringen nutzte der Internet-Wurm gezielt Schwachstellen und
Fehler im Betriebssystem aus. Er war damit in einer Hinsicht sogar
erfolgreicher als der Love Bug: Das Love-Virus kann nämlich nur aktiv
werden, indem man die verseuchte E-Mail öffnet. Der Internet-Wurm
befiel hingegen alle Rechner vollautomatisch.
Schwachstellen, wie die vom Internet-Wurm benutzten, werden immer
wieder entdeckt, auch und gerade in Linux. Die jüngsten Attacken,
mit denen die Web-Server von Ebay und Co. stundenlang lahmgelegt
wurden, waren von gehackten Rechnern aus gestartet worden,
auch von gehackten Linux-Rechnern aus. Der einzige wirkliche
Vorteil von Linux ist im Moment, dass es nicht das am häufigsten
verwendete Betriebssystem ist. Linux-Viren und -Würmer verbreiten
sich deswegen langsamer, weil sie auf der Masse der Windows-PCs
nicht existieren können und folglich länger umherirren müssen,
bevor sie auf den nächsten Linux-Rechner treffen. Darüber hinaus
ist Linux schwieriger zu administrieren, so dass Linux-Nutzer im
Durchschnitt in EDV-Dingen erfahrener als Windows-Benutzer sind,
so dass sie einen Virus früher erkennen und stoppen können.
Das Problem aller Betriebssysteme: Es gibt keinen Zugriffsschutz
auf die CPU. Ist ein Programm einmal eingedrungen und wurde es
einmal gestarte, kann es beliebige Aktionen ausführen, insbesondere
also Angriffe auf weitere Rechner unternehmen.
Die gängigen Betriebssysteme unterscheiden nicht, ob ein Programm
von "drinnen" oder "draußen" kommt. Alle werden auf Anforderung hin
unterschiedslos abgearbeitet. Dabei wäre es mit heutiger Technologie
machbar, alle Programme mit einem eindeutigen und unfälschbaren
Herkunftsnachweis zu versehen, einer sogenannten digitalen Signatur.
Sicherheitsrelevante Systeme könnten dann so konfiguriert werden,
dass sie alle unbekannte Software ablehnen. Systeme für den
Heimbereich würden so eingestellt, dass sie fremde Software zwar
akzeptieren, diese aber bei der Ausführung streng überwachen.
Gefährliche Aktionen wie das (Über)schreiben von Dateien oder
Versenden von Daten in das Internet würden dabei generell verboten
oder nur nach Bestätigung durch den Anwender erlaubt sein.
Im Bereich der Web-Server gibt es ein Duopol: Große Seiten werden
fast ausschließlich entweder auf Apache unter Unix oder Microsoft IIS
unter Windows NT/2000 gehostet, wobei Apache der Marktführer ist.
Wenn ein Hacker ein Loch in einem von beiden findet, könnte er
einen Wurm schreiben, der sich von Web-Server zu Web-Server frisst.
Da fast alle Web-Seiten Links auf andere Web-Seiten beinhalten, wäre
es für den Wurm kein Problem, neue Opfer zu finden. Binnen Minuten
wären alle die Web-Seiten lahmgelegt, die von der betroffenen
Web-Server-Software ausgeliefert werden. Aber auch das "andere
Lager" der Web-Server würde zumindest straucheln, da sie von
den gehackten Web-Servern aus mit Angriffsversuchen bombardiert
werden.
Findet ein Hacker gar ein Loch in beiden
Web-Server-Softwarepaketen, könnte er eine "Bombe" bauen, die binnen
Minuten das World Wide Web einfach ausschaltet. Damit das nicht
passiert, sind die Betriebssystem-Entwickler gefordert, umgehend
mehr Sicherheitsmerkmale in die Software einzubauen.
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