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Newsletter 09/00 vom 04.05.2000

Die Neuigkeiten im Telefonbereich bis zum 04.05.2000 - von teltarif.de für Sie zusammengefasst.

  1. T-ISDN XXL: Sonntags kostenlos telefonieren und surfen
  2. UMTS-Milliardenpoker: Von Großbritannien nach Deutschland
  3. Surfen im Drei-Minuten-Takt für 1,9 Pfennig
  4. Flatrate: Einer weniger und einer mehr
  5. Festnetz-Inland: Preissenkung für eine Stunde
  6. Verschiebungen bei Auslandstarifen - Australien für 15,9 Pfennig
  7. Mobilfunk: Netz wechseln, Nummer behalten
  8. Die Tricks der Telefonfirmen - Preiserhöhungen werden oft geschickt versteckt
  1. T-ISDN XXL: Sonntags kostenlos telefonieren und surfen

    Von den vier von der Deutschen Telekom angekündigten Flatrates wurde vorgestern die erste von der Regulierungsbehörde genehmigt. Ab 1. Juni können T-ISDN XXL-Kunden dann für eine monatliche Grundgebühr von 59,90 Mark am Sonntag beliebig lang ins deutsche Festnetz telefonieren, ohne dass zusätzliche Kosten entstehen. Gegenüber dem herkömmlichem ISDN-Mehrgeräteanschluss bedeutet dies einen Aufpreis in Höhe von knapp 15 Mark. Ausserdem sind bei "XXL" viele Komfortmerkmale und der Optionstarif AktivPlus enthalten.

    Bei dem Pauschaltarif handelt es sich aber vorerst um einen Test, der bis zum Ende des Jahres beschränkt ist. Danach soll geprüft werden, wie stark das Angebot genutzt wird. Erst dann solle über eine mögliche vorliegende Wettbewerbsverzerrung entschieden werde, erläuterte Regulierungsbehörden-Chef Scheurle. Private Telefonfirmen und Online-Anbieter befürchten, dass die Telekom bei XXL nicht kostendeckend arbeitet und auf diesem Wege Konkurrenten ausbooten will. Prinzipiell seien Pauschaltarife "zukunftsweisend", sagte hingegen Scheurle. Das Interesse der Verbraucher an der Erprobung solcher Tarifmodelle wiege somit schwerer als die Gefahr möglicher Wettbewerbsbeeinträchtigungen.

    Der Branchenverband VATM, in dem zahlreiche Telekom-Konkurrenten zusammengeschlossen sind, nannte die Entscheidung unverständlich. "Dieser Versuch hätte zusammen mit den Wettbewerbern gestartet werden müssen", kritisierte VATM-Geschäftsführer Jürgen Grützner in Bonn. Die Privatanbieter würden der Telekom ihrerseits ebenfalls gern einen Pauschaltarif für die Nutzung deren Netzinfrastruktur zahlen, um bei dem günstigen Endkundentarif mithalten zu können. "Jetzt können wir nach Ende der Testphase lediglich zählen, wie viele Kunden wir verloren haben", monierte Grützner.

    Bei T-ISDN XXL ist zunächst nur das Telefonieren umsonst. Um auch kostenlos Surfen zu können, kann man zusätzlich T-Online Pro beziehen, das monatlich aber knapp 20 Mark kostet. Doch es geht auch günstiger: Da bei XXL alle sonntags alle nationalen Gespräche kostenlos sind, wählt man einen derjenigen Internetprovider, bei denen man nur für die Einwahl bezahlt, während der Zugang selber kostenlos ist. Ein Beispiel dafür ist DellNet, die in Kooperation mit Viag Interkom arbeiten.

  2. UMTS-Milliardenpoker: Von Großbritannien nach Deutschland

    Noch vor einem Monat konnten mit dem Kürzel "UMTS" nur wenige etwas anfangen. Seitdem sich aber die Telefonriesen mit Milliardengeboten um die Mobilfunk-Lizenzen streiten, hat das Thema sogar seinen Weg auf die Titelseiten einiger Tageszeitungen gefunden. "Universal Mobile Telecommunications Systems" heißt das Kürzel ausgeschrieben und steht für einen neuen Mobilfunkstandard, der Datenübertragung mit dem Handy in 31-facher ISDN-Geschwindigkeit erlaubt und so eine Fülle mobiler Multimedia-Anwendungen schon bald möglich macht. So wird es in zwei Jahren möglich sein - das nötige Kleingeld vorausgesetzt - seinen zuhause gebliebenen Kollegen direkt vom Strand eine E-Mail mit dem Foto der neuen Urlaubsbekanntschaft zu schicken. Sogar mobile Videotelefonie soll möglich werden.

    Klar, dass bei diesem Mobilfunk-Quantensprung jede große Telefongesellschaft dabei sein will. Weltweit soll die neue Technik zuerst in Japan zur Verfügung stehen, in Deutschland fällt der Startschuss ca. 2002.

    Inzwischen wurde der Abkürzung UMTS noch eine zweite Bedeutung zugedichtet: "Unerwartete Mehreinnahmen zur Tilgung von Schulden" - so denkt z.B. Finanzminister Hans Eichel über die Milliardensummen und weist aufkeimende Begehrlichkeiten seiner Kabinettskollegen beharrlich zurück. Ursprünglich hatte das Finanzministerium einen Erlös in Höhe von 1,45 Milliarden Mark eingeplant. Nach dem Milliardenpoker um die britischen Lizenzen wird in Deutschland aber ein Auktionserlös von ca. 120 Milliarden Mark erwartet.

    In England ist der Hammer am 27. April für umgerechnet 75,45 Milliarden Mark gefallen. Das kanadische Konsortium TIW zahlt für die einem neuen Anbieter vorbehaltene A-Lizenz 4,38 Milliarden Pfund und Mannesmann-Mutter Vodafone blättert 5,96 Milliarden Pfund für die B-Lizenz hin. Ex-Monopolist British Telecom bekommt die C-Lizenz für 4,03 Milliarden Pfund und die deutsche Telekom-Tochter One2One erhält für vier Milliarden Pfund die D-Lizenz. Die Mannesmann-Tocher Orange hat sich die E-Lizenz für 4,09 Milliarden Pfund gesichert, muss allerdings aus Kartelrechtlichen Gründen im Zuge der Fusion zwischen Vodafone und Mannesmann abgespaltet werden.

    Die A- und B-Lizenz sind etwas üppiger ausgestattet als die anderen drei, daher auch der höhere Preis. Mobiles Telefonieren werden natürlich alle ermöglichen, aber wenn es auf höchste Datenraten ankommt, haben A und B die Nase vorn.

    In Deutschland können hingegen die Telefonfirmen selber entscheiden, wie viele Lizenzen es am Schluss geben wird und wie viel Bandbreite diesen jeweils zugeordnet wird. Dazu werden die für UMTS verfügbaren Frequenzen in zwölf Pakete aufgeteilt. Zwei Pakete müssen von einer Telefonfirma mindestens ersteigert werden, das entspricht dann in etwa den kleineren britischen Lizenzen vom Typ C, D oder E. Es können aber auch drei der Frequenz-Pakete von einer Firma ersteigert werden, was der britischen B-Lizenz gleichkommt.

    In Deutschland wollen für die vier bis sechs UMTS-Lizenzen zwölf Unternehmen oder Konsortien Gebote abgeben. Außer den vier aktiven Mobilnetz-Betreibern (T-Mobil, D2-Mannesmann, e-plus und Viag-Interkom) haben acht weitere Bieter eine Zulassung für die im Sommer geplante Versteigerung beantragt. Im Vorfeld hatten bereits debitel/Swisscom, MobilCom/France Telecom und Talkline/Tele Danmark ihre Bewerbung für eine UMTS-Lizenzen angekündigt. Zu den weiteren ausländischen Firmen zählen das Konsortium Group 3 G aus der spanischen Telefonica, der finnischen Sonera und der britischen Orange ebenso wie der französische Mischkonzern Vivendi und die deutsche Mobil-Tochter des US-Anbieters MCI WorldCom. Die neuen Bewerber Auditorium Investments Germany SARL und die Nets AG halten sich über ihre Partner noch bedeckt.

    Hinter dem Rätselraten steckt mehr als bloße Geheimniskrämerei: Die Bonner Regulierer müssen nach dem Eingang der Bieter-Meldungen zunächst sichten, ob die eingereichten Unterlagen vollständig sind und dann die Eignung der Firmen beurteilen. Zuverlässig, leistungsfähig und fachkundig haben die Bieter für die Mobilfunk-Lizenzen im UMTS-Standard zu sein, so steht es im Gesetz. Die Regulierungsbehörde muss dies eigentlich bei allen Interessenten genau prüfen. In vielen Fällen hat sie sich diese Arbeit aber schon gemacht, wie bei den vier deutschen Mobilfunk-Platzhirschen. Auch andere Firmen, die bereits Telefon-Lizenzen in Deutschland besitzen, wie MCI Worldcom aus den USA, brauchen die Prüfung nicht zu fürchten.

    Haben die Aspiranten die erste Stufe überstanden, müssen sie noch eine "Trockenübung" absolvieren: Zwei Mobilfunk-Experten und zwei Ersatzleute aus jedem Konsortium werden dann je einen Tag lang in die Filiale der Regulierungsbehörde nach Mainz geladen, wo die Lizenzen für einen bis zu dreistelligen Milliardenerlös versteigert werden sollen. Zunächst wird der Ernstfall in einem kleinen PC-Netzwerk durchgespielt, Dabei versuchen die von der Außenwelt fast vollständig abgeschnittenen Repräsentanten ihre zunächst noch von Behördenmitarbeitern gespielten Konkurrenten bei einer Test-Auktion zu übertrumpfen. Nach diesem Testlauf soll dann voraussichtlich im Juli der Ernstfall folgen.

  3. Surfen im Drei-Minuten-Takt für 1,9 Pfennig

    Wer sich beeilt, kann noch bis zum 7. Mai bei Talknet 100 Gratis-Minuten absurfen. Die Einwahl erfolgt über die Nummer 01050/019251, Benutzername ist "sonderaktion" und das Passwort lautet "computerbild". Die 100 Gratisminuten stehen allen zur Verfügung, die sich zum erstenmal mit der obigen Kennung einwählen. Wird die Verbindung unterbrochen, gilt ab der nächsten Einwahl allerdings wieder der Standard-Tarif in Höhe von 4,8 Pfennig die Minute - auch wenn man seine 100 Gratisminuten noch nicht verbraucht hat.

    Compuserve bietet ab dem 8. Mai einen neuen Internet-Tarif: Mit CompuServeOffice kann man dann von 9 bis 18 Uhr für 1,9 Pfennig im Internet surfen, wenn man sich zuvor auf der Homepage www.compuserve.de oder unter der Telefonnummer 0800-5111777 angemeldet hat. Weitere Telefonkosten, Einwahl- oder Grundgebühren fallen nicht an. Abends wird es dann teurer: Hier kostet der Aufenthalt im weltweiten Datennetz 4,9 Pfennig pro Minute. Registrierte Nutzer erhalten eine E-Mail-Adresse und 20 MB-Webspace für die persönliche Homepage. Die Abrechnung erfolgt im Drei-Minuten-Takt (!) über die Rechnung der Deutschen Telekom. Mit dem Tagespreis von 1,9 Pfennig belegt CompuServeOffice den Spitzenplatz der Internet-Tariftabelle, die bis dahin noch von Freenet mit 2,5 Pfennig pro Minute im Call By Call ohne Mindestumsatz und Grundgebühr gehalten wird.

    AOL Deutschland will mit CompuServeOffice sein bislang aus den beiden Online-Diensten AOL und CompuServe bestehendes Produktportfolio um eine weitere Marke ergänzen. CompuServeOffice ist nicht an die beiden Online-Dienste gebunden. Zielgruppe sind professionelle Nutzer, die sich überwiegend tagsüber im Internet aufhalten, zum Beispiel Mittelständler, Freiberufler oder Telearbeiter.

    Das Internetportal Yahoo hat seinen Partner für den Internetzugang gewechselt. Seit dem 3. Mai surft man bei Yahoo-Online nicht mehr zum Arcor-Tarif in Höhe von 4,9 Pfennig die Minute, sondern bekommt ein Angebot des neuen Kooperationspartners Gigabell. Der Minutenpreis ist mit 2,89 Pfennig zwar deutlich günstiger, dafür wird aber im ungünstigen 3-Minuten-Takt abgerechnet, und es fällt pro Einwahl eine Gebühr in Höhe von 5 Pfennig an. Einmal E-Mail-Abholen kostet also neu 13,67 Pfennig - fast dreimal so viel wie bisher!

    Auffällig ist die Ähnlichkeit zum Comundo-Tarif des Internetportal-Konkurrenten Lycos. Die Einwahlgebühr ist identisch, und der Minutenpreis liegt bei Yahoo einen hundertstel Pfennig niedriger. Auch mit dem 3-Minuten-Takt wollte Yahoo vermutlich Lycos unterbieten, wo bis vor zwei Wochen im noch schlechteren 4-Minutentakt abgerechnet wurde. Doch da dort auf den Minutentakt umgestellt wurde, hat Lycos wieder die Nase vorn. Beide Anbieter spielen ganz vorne in der Tariftabelle mit, können aber nicht die Spitze erobern. Sie sind aber beide aufgrund der Einwahlgebühren und der schlechten Taktung nur für längere Surf-Sessions zu empfehlen.

    Auch für Kunden, die direkt bei Gigabell angemeldet sind, gelten neue Preise. Im callOKAY-Tarif ohne Grundgebühr kostet die Minute - ebenso wie bei Yahoo - 2,89 Pfennig, und es wird eine Einwahlgebühr in Höhe von 5 Pfennig verlangt. Gigabell-Direktkunden werden allerdings minutengenau abgerechnet, nicht wie bei Yahoo im 3-Minutentakt.

    Im myOkay-Tarif wird die monatliche Grundgebühr von 17,90 Mark auf 9,90 Mark gesenkt. Dafür bekommt man einen sehr ordentlichen Minutenpreis: Rund um die Uhr kostet das Surfen nur 1,89 Pfennig die Minute. Allerdings schlägt auch hier jede Einwahl mit 5 Pfennig zu Buche und verschlechtert das Angebot bei Nutzung zu anderen Zwecken als für lange Online-Sitzungen deutlich.

    Kurz vor Ostern hat AddCom noch neue Preise für den Internetzugang bekanntgegeben. Mit 2,48 Pfennig in der Nebenzeit wird auch eine neue Bestmarke für Internet-by-Call erreicht. Zwar ist Freenets Powertarif günstiger, verlangt aber eine Mindestnutzung von 20 Stunden im Monat. Mit 3,88 statt vorher 4,9 Pfennig zur Hauptzeit schließt Addcom zwar wieder näher zur Spitze auf, kann aber dennoch nicht mit anderen anmeldepflichtigen Angeboten wie Freenets EnterPrice-Tarif oder NGIs Standardangebot mithalten.

    Angesichts der vielen Angebote fällt es immer schwerer, den Überblick zu bewahren und den "richtigen" Online-Dienst herauszufiltern. Daher hier nochmal Werbung für unsere Internet-Abfrage, die Sie online auf http://www.teltarif.de/ finden. Bei dieser geben Sie Ihr ungefähres Surfverhalten ein, entweder in Form des Betrages, den Sie monatlich maximal ausgeben wollen, oder die Zahl der Stunden, die Sie online sind. Dazu schätzen Sie noch ob, wie oft Sie online sind. Die Tarifdatenbank berechnet dann die für Sie wirklich günstigsten Provider zur jeweiligen Tageszeit.

  4. Flatrate: Einer weniger und einer mehr

    Callando zieht sich aus dem Flatrate-Geschäft zurück: Noch bevor einer der Kunden wirklich zum Pauschaltarif surfen konnte, hat man das angekündigt Produkt wieder aus dem Programm genommen und den angemeldeten Interessenten stattdessen die Flatrate von Erotikwelt Online empfohlen. Bei dieser wird man allerdings bei jeder Einwahl auf die Startseite eines virtuellen Sex-Shops geführt - nicht jedermanns bzw. jederfraus Sache.

    In dem Markt der teilweise durch Werbung finanzierten Internet-Flatrates will ab Mitte Mai auch Flashconnect mitmischen. Es solch sich dabei um eine jugendfreie Alternative zum Erotikwelt-Angebot handeln.

    Überschaubarer werden unterdessen die Flatrate-Angebote der Bitburger Silyn-Tek GmbH, bekannt unter dem Namen Surf1. Seit dem 1. Mai gibt es dort nur noch einen Pauschal-Tarif mit einer Einrichtungsgebühr von 129 Mark und monatlichen Kosten in Höhe von 139 Mark. Statt einer bis zu jährlichen gilt künftig einheitlich die monatliche Kündigungsfrist. Mit dem neuen Preis dürfte Surf1 seine bereits vorhandene Marktführerschaft weiter ausbauen.

  5. Festnetz-Inland: Preissenkung für eine Stunde

    Super 24, Telefon-Discounter aus dem Hause MobilCom, hat seine Preise zum Mai leicht korrigiert. Die Nachtzeit wurde um eine Stunde verlängert, so dass nun zwischen 7 und 8 Uhr statt 4,4 nur noch 3,3 Pfennig pro Minute fällig werden. Damit verdrängt Super 24 zu dieser Zeit die bisher führende Interoute vom Platz 1.

    Ab heute sollen über die 01024 auch die vier deutschen Mobilfunknetze erreichbar sein. Als wir das Angebot allerdings kurz nach 24 Uhr testeten, klappte es noch nicht. Unabhängig davon gilt es vorerst nur für den Monat Mai, da der Telefon-Discounter zunächst Erfahrungen im Bereich Mobilfunk und mit der Netzauslastung sammeln möchte. Zum Zeitpunkt, da dieser Newsletter

    Mit 39,9 Pfennig ist Super24 um 0,1 Pfennig billiger als die 01051 Telecom GmbH, die bisher den niedrigsten Preis im offenen Call by Call ins Mobilfunknetz angeboten hat.

    Wer Super 24 nutzen will, sollte einmalig die 01024-031 wählen. Hört man dann "Willkommen bei TelePassport", gelten die Tarife von TelePassport, zu denen man sich in der Vergangenheit angemeldet hatte, nicht die von Super 24. Nach der Ansage "Willkommen bei Super 24", stehen dem günstigen Telefonieren höchstens noch überlastete Leitungen im Wege. Abgerechnet wird im Minutentakt.

    Der Kölner Telekommunikationsanbieter o.tel.o hat mit Wirkung zum 1. Mai die Preise geändert. Im Call by Call (01011) führt o.tel.o für nationale Festnetzgespräche eine neue Lunch-Time-Zeitzone in der Mittagszeit von 12 bis 14 Uhr ein. Hier kostet ein Ferngespräch nur 6,9 Pfennig in der Minute und nähert sich damit in dieser Zeit dem Spitzenplatz in der Tariftabelle. Dies ist ein "Geheimtipp" für Leute, die den überlasteten Leitungen der Konkurrenz ausweichen wollen. Dafür entfällt aber leider ein anderer "Geheimtipp": Bisher konnte man abends in der Zeit von 21 bis 23 Uhr über o.tel.o für 4 Pfennig in der Minute telefonieren. Doch wurde die etwas teurere Freizeit-Zone um zwei Stunden nach hinten verlängert, so dass zwischen 21 und 23 Uhr nun 5 Pfennig pro Minute fällig werden - eine Preissteigerung von immerhin 25 Prozent!

    Microcall stellt seine Pre-Selection-Tarife Easy-National und Easy-International mit Wirkung zum 31. Mai ein. In einer E-Mail an die Kunden hat Microcall darauf hingewiesen, dass es kein Folgeprodukt geben wird. Die Kunden müssen bis Ende Mai bei der Deutschen Telekom selber ihre Pre-Selection auf die von Microcall benutzte 01088 löschen lassen. Wer das vergisst, kann laut Microcall ab 1. Juni keine Ferngespräche mehr führen, da die Nutzung der 01088 ab diesem Termin gesperrt werden wird.

    Nach wie vor widersprüchliche Aussagen erhält man von verschiedenen Stellen der Deutsche Telekom AG (Pressestelle, Kundenhotline etc.) zu den Tarifsenkungen für Telefonate vom Festnetz in die Mobilfunknetze. Klar ist demnach nur, dass ab 1. Mai zu D2 Mannesmann die gleichen Preise gelten wie bereits seit Januar ins D1-Netz. Telekom-Kunden ohne Tarifoption zahlen demnach 48 Pfennig pro Minute, T-ISDN 300- oder Aktiv Plus-Nutzer zahlen nur 39 Pfennig. Anders als bisher gilt allerdings der Minutentakt, was Anrufe zu Mobiltelefonen über die Telekom abends teurer macht.

    Die E-Netze passen ihre Interconnection-Preise für eingehende Gespräche aus dem Telekom-Festnetz am 1. Juni an. Dennoch soll der neue Minutenpreis von 57 Pfennig (bzw. 48 Pfennig mit Aktiv Plus) ins E2-Netz von VIAG Interkom bereits ab 1. Mai gelten, während für die neuen Preise ins E-Plus-Netz (54 Pfennig ohne Aktiv Plus, 45 Pfennig mit Optionstarif) dem Vernehmen nach der 1. Juli angestrebt wird.

    Andere Quellen besagen, dass die Preise für Kunden ohne Optionstarif generell zum 1. Mai eingeführt werden, während die Sonderkonditionen für Aktiv Plus- und T-ISDN 300-Kunden erst acht Wochen später - nach entsprechender Genehmigung der Regulierungsbehörde - in Kraft treten. teltarif wird auf jeden Fall weiter berichten.

  6. Verschiebungen bei Auslandstarifen - Australien für 15,9 Pfennig

    Mit 15,9 Pfennig pro Minute bietet Super24 einen neuen Bestpreis für Gespräche nach Australien. Damit ist Super24 um 0,1 Pfennig günstiger als Interoute, die bisher den niedrigsten Preis im offenen Call by Call nach Australien hatten. Ebenfalls gesenkt wurden die Tarife für Großbritannien und die USA auf 9,9 Pfennig pro Minute. Einige Sonderaktionen vom April (z.B. die USA für 8,8, Schweden für 10,5 oder Ungarn für 31,9 Pfennig pro Minute) werden hingegen nicht verlängert; hier steigen die vom Kunden bei Super24 zu zahlenden Tarife also wieder leicht.

    Für alle Gespräche über die 01024 von Super24 gilt der Minutentakt; Gespräche in Auslands-Mobilfunknetz sind nicht möglich. Kunden, die in der Vergangenheit bei TelePassport angemeldet waren, sollten sicherstellen, dass sie nicht mehr dort registriert sind, da sonst deren Preise und nicht die von Super24 Anwendung finden.

    GTS hat seine Sonderpreise zu Ostern jetzt ins reguläre Angebot übernommen. Allerdings werden einige Länder durch das geänderte Auslandschema deutlich teurer. Mit dem "langem Dackel" telefoniert man jetzt sowohl als Call-by-Call- als auch als Preselection-Kunde tagsüber (7-21 Uhr) für 23 Pfennig und nachts sowie an Samstagen, Sonn- und Feiertagen ganztags für 13,9 Pfennig die Minute in die Auslandszone "Spezial". Andorra, Finnland, Färöer, Griechenland, Island, Liechtenstein, Luxemburg und Monaco wurden allerdings aus dieser Spezial-Zone in die "Europa A"-Zone verbannt und kosten daher künftig mit 47 Pfennig die Minute mehr als doppelt so viel wie vorher. Auch für Anrufe in Mobilfunknetze der Spezial-Zone fällt neuerdings ein Aufschlag in Höhe von 35 Pfennig an. Umgekehrt rutscht die Türkei aus der "Zone B" in die "Zone A" und verbilligt sich somit auf 47 Pfennig pro Minute.

  7. Mobilfunk: Netz wechseln, Nummer behalten

    Die Nutzer von Mobiltelefonen in Deutschland können ab Februar 2002 bei einem Anbieterwechsel ihre bisherige Telefonnummer mitnehmen. Zur Zeit muss man als Handy-Nutzer in Deutschland bei einem Wechsel des Netz-Anbieters sowohl auf die bisherige Vorwahl (0170 bis 0179) verzichten als auch auf die eigentliche Handy-Nummer. Nicht einmal die Rufnummernmitnahme innerhalb eines Netzes, zum Beispiel bei Umstieg von einer Prepaid-Karte zu einem Laufzeit-Vertrag, funktioniert problemfrei.

    Die Telekom-Tochter T-Mobil will zum Sommerurlaub ihren XtraCard-Kunden das Telefonieren im Ausland erleichtern. Bisher war dies nur mit Roaming-Karte und zusätzlichem Vertrag möglich, in Zukunft soll es genauso einfach gehen, wie das Telefonieren im Inland. Das neue Angebot soll zunächst für die 20 wichtigsten europäischen Urlaubsländer gelten. Genauere Angaben, insbesondere zu den Kosten, sind noch nicht bekannt. Der Start ist für Mitte bis Ende Juni geplant.

    Der Mobilfunk-Anbieter Viag-Interkom ermöglicht jetzt allen seinen Kunden Gespräche zu den internationalen Freecall-Nummern mit der Vorwahl 00800. Die Freigabe der Vorwahl 00800, für D1- und D2-Kunden schon lange eine Selbstverständlichkeit, ist wichtig, da man auf diesem Wege nicht nur Calling-Card-Dienste erreicht, sondern auch die Kundenbetreuungen zahlreicher Firmen, die in mehreren Ländern tätig sind. Nach wie vor nicht anwählbar ist die Vorwahl 00800 für Kunden, die im E-Plus-Netz telefonieren.

  8. Die Tricks der Telefonfirmen - Preiserhöhungen werden oft geschickt versteckt

    Preissenkungen werden bei den Telefonfirmen normalerweise mit großem Aufwand laut kundgetan. Immer häufiger passiert es aber, dass sich in den zum Teil wilden Tarifstrukturen auch Preiserhöhungen verstecken. Insbesondere Call-by-Call-Kunden sind betroffen, da sie nicht über derartige Veränderungen von den Telefonfirmen informiert werden.

    Ein beliebtes Beispiel sind die Auslandszonen. Hier fällt es leicht, generelle Preissenkungen für die Zonen zu verkünden. Strickt man aber die Zuordnung einzelner Länder zu den Zonen um, so kann es vorkommen, dass Länder auf einmal sehr viel teurer werden. Als besonders schlechtes Beispiel zeigte sich hier GTS. Die Länder Andorra, Finnland, Färöer, Griechenland, Island, Liechtenstein, Luxemburg und Monaco wurden Anfang dieser Woche in eine andere Zone verbannt und kosten mit 47 Pfennig die Minute mehr als doppelt so viel wie vorher.

    Ein anderes beliebtes Spiel ist die Einführung eines Aufschlags für Anrufe in ausländische Mobilnetze. Zwar wird das Festnetz im jeweiligen Land billiger, aber Mobilfunkanschlüsse deutlich teurer. Mit etwas Glück findet man den Preis für diesen Zuschlag am Ende vielseitiger Tariftabellen. So hat Viatel z.B. seine Preissenkungen von Anfang März zurückgenommen und diese Gelegenheit gleich genutzt, den Aufschlag für Telefonate in die Mobilnetze im Ausland zu erhöhen.

    Auch die Veränderung von Zeitzonen wird gern zur versteckten Preiserhöhung benutzt. So geschehen bei o.tel.o. Zwar senkt man die allgemeinen Tarife zugegebenermaßen recht deutlich, aber an einer Stelle wird es auch teurer. Im vorliegenden Fall wurde die etwas teurere Freizeit-Zone um 2 Stunden nach hinten verlängert, so dass man nun von 21 bis 23 Uhr 1 Pfennig in der Minute mehr zahlt. Schade denn o.tel.o war nach 21 Uhr ein "Geheimtipp" mit gutem Preis bei sehr guter Verfügbarkeit.

    Noch ein Trick: Verlängerung der Taktung. Wie wir oben vorgerechnet haben, bewirkt das neue Schema bei Yahoo Online, dass kurze Besuche im Internet 179 Prozent teurer geworden sind. Erst dann, wenn man mindestens drei Minuten bleibt, spart man wirklich mit den neuen Preisen im Vergleich zu den alten.

    teltarif.de wird sich auf jeden Fall weiterhin bemühen, den Telefonfirmen genau auf die Finger zu schauen!


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