- Festnetzpreise weiterhin im freien Fall
Ein wahres Preisfeuerwerk veranstalteten die Discounter am
letzten Tag des vergangenen Monats: Sowohl
Interoute, als auch
RSL Com,
Super 24,
Talkline und
TelDaFax gaben neue Preise für
Inlandsgespräche bekannt. Wenige Tage zuvor hatte bereits
01051 die Kosten für Inlandsgespräche
gesenkt. Quintessenz der neuen Preise: Alles, was zur
Hauptzeit mehr als 8 Pfennig (minutengenau) bzw.
9 Pfennig (sekundengenau) kostet, ist teuer. Zur
Nebenzeit liegt die Schallmauer hingegen bei 4 bis 6 Pfennig
pro Minute.
Super 24 reduzierte beispielsweise
am Wochenende zwischen 9 und 18 Uhr den Tarif von 6,6 auf
4,4 Pfennig pro Minute. Damit ist Super 24 nun zu fast
allen Zeiten die Nummer 1 in der Tariftabelle. Lediglich zu
einzelnen Stunden (zum Beispiel zwischen 7 und 8 Uhr)
schiebt sich Interoute noch davor.
Die Sparvorwahl von Super 24: 01024. Eine Anmeldung ist nicht
erforderlich, die Abrechnung erfolgt im Minutentakt.
Allerdings stellen sich bei Super 24 wegen des tollen Preises
mittlerweile die ersten Probleme ein: Man hat noch gar nicht
fertig gewählt, da ertönt ein schnelles Tuten: Gassenbesetzt.
Hier hilft nur, eifrig die Wahlwiederholungstaste zu benutzen
oder auf einen anderen Anbieter auszuweichen. Beim Discounter
sind eben die Wartezeiten länger als anderswo.
Doch über das Netz mit der Netzvorwahl 01024 wird
nicht nur das offene Call by Call von Super 24, sondern auch das
angemeldete Call by Call oder die Pre-Selection von
Telepassport abgewickelt. Letztere
sind mit 6 bis 14 Pfennig pro Minute ungefähr doppelt so
teuer wie Super 24. Da kann der Kunde zu recht erwarten, dass die
Leitungen frei sind. Bei der teltarif-Redaktion gingen aber etliche
Beschwerden von Telepassport-Kunden ein, die ebenfalls im
01024-Gassenbesetzt landeten. Empfehlung der Hotline in diesem
Fall: 01019 vorwählen - das ist die Netzvorwahl von
MobilCom, der sowohl TelePassport als
auch Super 24 gehören.
Werktags tagsüber bietet sich 01051
mit 7 Pfennig pro Minute als nur geringfügig teurere Alternative
zu Super 24 an. Anders als die meisten anderen
Telefonfirmen senkt aber 01051 den Tarif zur Nebenzeit nicht ab -
so dass man nachts bei 01051 weiterhin mehr bezahlt als selbst bei
der Deutschen Telekom.
Ebenfalls seit 1. April preislich sehr interessant ist
Interoute mit 3,8 bis 7,8 Pfennig
pro Minute. Der günstige Nachttarif gilt allerdings erst ab
22 Uhr. Zur Nebenzeit (17 bis 22 Uhr werktags bzw.
8 bis 22 Uhr am Wochenende) hat Interoute mit 5,8 Pfennig
pro Minute nur ein mittleres Preisniveau. Dafür sind
Überlastungserscheinungen bei Interoute selten. Netzvorwahl:
01066, Minutentakt.
Über ein sehr gut ausgebautes Netz verfügt
Arcor mit der Netzvorwahl 01070. Der
Nebenzeittarif von 4 bis 5 Pfennig ist auch preislich sehr gut,
während man um die 18 Pfennig zur Hauptzeit Montag bis Freitag
von 7 bis 18 Uhr als sparbewusster Kunde besser einen großen
Bogen macht. Auch Arcor rechnet beim Call by Call immer ganze
Minuten ab.
Preislich ähnlich liegt seit 1. April auch
Talkline, die über die 01050 erreichbar
sind. Nach 18 Uhr werden 4,9 und nach 22 Uhr 3,9 Pfennig
pro Minute berechnet. Es gilt der Minutentakt.
Wer lieber sekundengenau telefoniert, für den ist
TelDaFax (Vorwahl: 01030) wieder
interessanter geworden. Per 1. April wurden die Tarife werktags
um 0,1 Pfennig und am Wochenende um 4,1 Pfennig gesenkt.
Damit ist TelDaFax am Wochenende tagsüber mit 4,9 Pfennig der
zweitgünstigste Anbieter im offenen Call by Call überhaupt.
Nur die bereits erwähnten Super 24 sind
mit 4,4 Pfennig zwar formal günstiger, aber bei kurzen
Gesprächen aufgrund der schlechteren Taktung dennoch teurer.
Werktags zwischen 9 und 18 Uhr ist 3U
(Vorwahl: 01078) mit 8,9 Pfennig pro Minute weiterhin die
günstigste sekundengenau abrechnende Firma. Werktags zur
Nebenzeit sind 3U und TelDaFax mit jeweils 5,9 Pfennig
gleichauf.
Aus dem genannten ergeben sich folgende "Vorwahlregeln" für
den Sparfuchs: Wer meist lange telefoniert und wen mehrmaliges
Probieren nicht stört, wählt zu allen Zeiten die 01024 vor. Deutlich
bessere Verfügbarkeit bieten hingegen zur Hauptzeit (werktags 9 bis
18 Uhr) die 01051 und die 01066. Zur Nebenzeit ist hingegen
die 01070 generell zu empfehlen. Nach 18 Uhr ist auch 01050
ein heißer Tipp, während am Wochenende tagsüber die 01030 gute
Konditionen bietet.
Für kurze Gespräche und Faxe sind hingegen die sekundengenau
abrechnenden Firmen zu bevorzugen: 01030 am Wochenende und 01078
werktags.
Wem diese Regeln zu allgemein sind, dem steht es frei, sich
auf unserer Homepage http://www.teltarif.de/ die
aktuellen Tariftabellen mit allen Details berechnen zu lassen.
Ebenfalls auf unserer Homepage finden Sie auch eine Übersichtsseite
zu jedem Anbieter, auf der auch die Hotline-Nummern oder die
aktuellen Preise und weiteren Angebote aufgeführt sind.
- Internet by Call für nur 1,9 Pfennig pro Minute
Als am 17. Februar Microsoft sein Internetangebot
MSN wiederbelebt hat
und aus dem Stand mit 3,3 Pfennig die Minute ohne Grundgebühr
die Spitze der Tariftabelle erobert hat, dachte Mancheiner, dies wäre
das Ende der Fahnenstange. Schließlich hat Microsoft selbst bekannt
gegeben, dass es sich um ein Nullsummenspiel handelt. Der Internetzugang
sei nur ein Service, mit dem man keinen Gewinn erwirtschaften will.
Und tatsächlich waren die etablierten Internetprovider äußerst
verhalten mit ihren Preissenkungen. Lediglich
NGI ist
mit MSN gleichgezogen und bietet 3,29 Pfennig die Minute.
Auch Nikoma liegt mit 3,49 Pfennig
tagsüber und 2,89 Pfennig die Minute nachts in derselben
Größenordnung.
Ab 1. April gab es dann bei Comundo,
dem Angebot von Lycos, den Internetzugang für 2,9 Pfennig die Minute.
Allerdings wird im ungünstigen Takt mit Einheiten zu je 12 Pfennig
abgerechnet und pro Einwahl fallen nochmal 5 Pfennig extra an -
also nur etwas für Langsurfer. Ebenfalls 2,9 Pfennig verlangt
TelDaFax - aber nur während der ersten
drei Monate nach der Anmeldung. Danach verdoppelt sich der Preis
glatt, wenn man sich nicht unter anderem E-Mail-Namen erneut
registriert.
Doch ab heute, dem 6. April, gibt es eine neue
Preissensation auf dem Internet-by-Call-Markt.
freenet aus dem Hause
MobilCom bietet
Internet ohne Grundgebühr und Mindestumsatz für 2,5 Pfennig
die Minute. Allerdings ist für dieses Angebot im Gegensatz zu
bisher eine Anmeldung erforderlich; andernfalls wird mit
4,9 Pfennig fast das doppelte berechnet.
Wer sich verpflichtet, mindestens 20 Stunden abzunehmen,
der surft bei freenet sogar für nur 1,9 Pfennig pro Minute.
In beiden Varianten wird im Minutentakt abgerechnet. Die bisher
beim 20-Stunden-Paket verlangte Einwahlgebühr entfällt.
Ebenfalls drastisch reduziert wurden die Preise beim Angebot
planet-interkom von Viag Interkom: Ein
abgestuftes Angebot mit 4 Pfennig pro Minute nach Anmeldung,
3 Pfennig bei DM 6,90 Grundgebühr und 2 Pfennig
bei DM 18,90 Grundgebühr verlangt allerdings vom Surfer,
sein Verhalten richtig einzuschätzen.
- Flatrates ab 49 Mark (und vorübergehend sogar ab 22 Mark)
Immer noch voller Überraschungen steckt der Markt für Flatrates,
den Internetzugängen zum monatlichen Pauschalbetrag. Nur wenige
Monate nach dem Start musste inWest.net
sein Angebot wieder vom Markt nehmen. Die Kunden von inWest.net
sollen aber von Surf 1 zu ähnlichen
Koditionen wie bei inWest.net (DM 148,- monatliche Grundgebühr)
übernommen werden. Die DM 299,- Anmeldegebühr sind also in
diesem Fall nicht verloren.
Unklar ist hingegen die Situation um
NetBeat. Zwischenzeitlich verschwand
bei denen sogar der Hinweis von der Homepage, dass überhaupt
eine Flatrate angeboten wird. Auf Nachfragen von teltarif wurden
technische Probleme als Grund genannt; der Start verzögert sich bis
mindestens Mitte April. Nach eigenen Angaben hat man bereits über
10 000 Kunden - eine sehr hohe Zahl für einen Newcomer.
Nur DM 89,- im Monat verlangt die Hamburger
Medien Info Center GmbH für ihre Flatrate, die über
http://www.erotikwelt-online.de/ vertrieben wird. Der Haken: Als
Startseite ist ein Online-Sex-Shop Pflicht. Die Vermutung der
Medien Info Center GmbH ist nun, dass sich der Surfer verführen
lässt, dort auch ab und zu einzukaufen. Insofern wird diese
Flatrate also durch Werbung für nackte Tatsachen teilfinanziert.
Ob die Rechnung aufgeht, wird sich zeigen.
Die teltarif-Redaktion staunte nicht schlecht, als sie eine
AOL-CD näher besah, die am 24. März mit der Post eingetroffen war,
einen Tag nach dem letzten teltarif-Newsletter. Auf dieser CD
hieß es nämlich: "AOL und Internet zum Festpreis: 69 Mark".
Während AOL letzten Herbst ebenfalls damit geworben hatte,
"Internet zum Festpreis" anzubieten, aber dabei die Telefongebühren
von 3,9 Pfennig pro Minute noch extra waren, handelt es sich
dieses mal um eine echte Flatrate. Im Laufe des Tages stellte
sich sogar heraus, dass einige eine 49-Marks-CD erhalten haben,
während bei anderen eine 99-Mark-Variante eintrudelte. Manche
49-Marks-CDs sind wiederum auf 30 Stunden im Monat beschränkt.
Der Sinn der Aktion: AOL will testen, wie gut eine Flatrate zum
jeweiligen Preis angenommen wird. Daher wurden die CDs nur an
etwa 1000 ausgewählte Kunden verschickt. Wer keine bekommen hat,
kann das Angebot auch nicht nutzen.
Auf teltarif meldeten wir den CD-Fund
natürlich gleich in unserem aktuellen Newsticker. In dem zum
AOL-Artikel gehörenden Onlineforum entwickelte sich in der Folge
ein schwunghafter Handel, bei dem die glücklichen, die eine CD
erhalten hatten, aber nicht gebrauchen konnten, diese meistbietend
versteigerten. Anscheinend sind Online-Auktionen in - nicht nur
auf einschlägigen Websites wie ebay. Ob AOL Anmeldungen akzeptieren
wird, bei denen der Registriercode von dem Namen desjenigen abweicht,
der sich anmeldet, ist uns nicht bekannt.
Keine Testaktion, sondern ein offizielles Angebot ist eine
Flatrate für ebenfalls nur DM 49,- im Monat von
MobilCom. Voraussetzung ist
allerdings ein Analoganschluss bei MobilCom, der zur Zeit nur
in den Innenstadtbereichen von acht Städten (Berlin, Dortmund,
Frankfurt/Main, Hamburg, Köln, München, Nürnberg, Stuttgart)
verfügbar ist. Düsseldorf, Hannover und Karlsruhe sollen bis Mitte
des Jahres folgen. Die MobilCom-Hotline 0800/0101900 gibt zwar
bereitwillig Auskunft, ob man sich im versorgten Gebiet befindet.
Doch bekommt man allzuoft eine negative Auskunft, da in vielen
Fällen wirklich nur der Stadtkern angeschlossen ist. Wie lange
die weiter außen wohnenden warten müssen, ist offen.
ISDN-Kunden zahlen bei MobilCom DM 69,- für das
unbeschränkte Surfvergnügen. Eine Highspeed-Flatrate für
DM 99,- per DSL rundet das Programm nach oben ab. Damit werden
eigentlich alle Wünsche abgedeckt. Doch sollte man bedenken, dass
nach dem Wechsel zu MobilCom Call by Call nur noch eingeschränkt
möglich ist. Wer viele Fern- und Auslandsgespräche führt, ist
unter Umständen mit einem Telekom-Anschluss besser bedient.
Unglaublich günstig war das Angebot einer "XL-online AG", die nur
13 Euro pro Monat für eine Flatrate haben wollte. Der Haken:
Bis zu 100 Euro Anmeldegebühr und Vorkasse für 24 volle
Monate, während XL-online sich in den AGB das Recht vorbehielt,
erst nach vier Monaten überhaupt zu liefern. Das sind Konditionen,
die nichts Gutes ahnen lassen. Nachdem teltarif und andere Medien
das XL-Angebote entsprechend heftig kritisiert hatten, besserte
XL-online nach. Der Preis wurde auf 22 Euro angehoben, die
Mindestlaufzeit verkürzt und die Vorkasse auf die Anmeldegebühr
beschränkt. Kurze Zeit später hieß es dann, dass XL-online nur
starten wolle, wenn sich mindestens 30 000 Kunden anmeldeten.
Das Angebot sollte teilweise werbefinanziert werden. Doch auch
zu diesen Konditionen kann keine Empfehlung ausgesprochen werden:
AOL kann es sich als Milliardenunternehmen leisten, bei maximal 1000
Testkunden bei der oben beschriebenen Test-Flatrate draufzuzahlen.
Die Marketing-Erfahrung, die auf diesem Weg gesammelt wird, ist
wahrscheinlich deutlich mehr wert. Für ein Startup-Unternehmen
wie XL-online ist es hingegen fraglich, welchen Sinn es macht,
Flatrate-Kunden Monat für Monat zu subventionieren. Da wir zudem
Probleme hatten, XL-online für Rückfragen zu erreichen, lautet die
Empfehlung ganz klar: Vorsicht!
- In allen Mobilnetzen ab 15 Pfennig pro Minute telefonieren
Nach dem Preiskrieg zur CeBIT (wir berichteten) folgte zum
1. April die Umsetzung der neuen Konditionen. Das Wochenende
über telefoniert man mit allen D1-,
D2- und
Viag-Interkom-Verträgen für 15 Pfennig
die Minute ins Festnetz. Unter der Woche gilt der 15-Pfennig-Preis
für Ortsgespräche rund um die Uhr. Allerdings bieten nicht alle
Verträge eine City-Option, insbesondere dem businesspartner-Tarif
von Viag Interkom sowie den Prepaid-Karten aller Netzbetreiber
fehlt dieses Angebot. Bei E-plus gelten die
15 Pfennig nur für den Privatkundenvertrag und die Prepaidkarte
Free & Easy Weekend, nicht jedoch beim stark beworbenen Produkt
Time & More.
Der Preis für Ferngespräche sinkt während der Hauptzeit
in den Privatkunden-Tarifen bei D1 und D2 von 1,29 Mark auf 99
Pfennig die Minute. So kommt es, dass sich seit 1. April die
Privat-Tarife aller Netze sehr ähneln. Für Gesprächs ins Festnetz in
der Hauptzeit und am Wochenende sind die Minutenpreise identisch,
nur in der Nebenzeit verlangt Viag mit 29 Pfennig weniger als
die Konkurrenz mit 39 Pfennig. Auch bei der Grundgebühr und
bei netzinternen Gesprächen bleibt das junge Viag-Netz weiterhin
am günstigsten: Bei 10-Sekunden-Takt zahlen Viag-Kunden DM 10
und e-plus-Kunden DM 5 weniger als Kunden der beiden D-Netze.
Eine ausführliche Übersicht zu den neuen Tarifen finden Sie in
unserem Mobilfunkberater - Privatkunden
auf http://www.teltarif.de/ .
Für Geschäftkunden wurden ebenfalls am 1. April die Preise
gesenkt. Bei T-D1 TellyPlus und D2 Classic fällt der Minutenpreis
in der Hauptzeit von 69 auf 49 Pfennig. In den Tarifen T-D1 ProTel,
D2 ClassicPremium und Viag businesspartner zahlt man künftig rund um
die Uhr 29 statt 39 Pfennig. Den besten Überblick verschafft Ihnen
auch hier ein Blick in unseren Mobilfunkberater
- Geschäftskunden.
Für Kunden von Service-Providern gelten teilweise abweichende
Konditionen. Informieren Sie sich im Zweifelsfall bei der
Hotline, bevor Sie am Wochenende in dem Glauben lostelefonieren,
nur 15 Pfennig pro Minute zu bezahlen.
- Ausland: Günstiger in den Osten
Nachdem die Preise für internationale Gespräche in den
"Westen" in den letzten Monaten kontinuierlich gefallen waren,
wird jetzt das Preissenkungspotential in den "Osten" ausgelotet.
So lieferten sich Anfangs dieses Monats 01051
und Super 24 ein kleines Preisduell.
Letztere hatten begonnen und am 3.4. Ungarn und Tschechien für
jeweils 35 Pfennig pro Minute ins Programm genommen. Am
4.4. senkte 01051 seinen Preis für Tschechien auf 34 Pfennig,
was Super 24 am nächsten Tag mit 33 Pfennig konterte. Dem
Kunden mag es recht sein.
Neu am Markt ist die 010012. Mit
14 Pfennig nach Großbritannien oder 15 Pfennig in die
USA ist man zwar noch nicht rekordverdächtig, doch günstigere
Preise sind angekündigt. Auffällig bei 010012: Inlandsgespräche
sind mit bis zu 16 Pfennig pro Minute teilweise teurer als
internationale. Entfernung scheint also keine Bedeutung mehr zu
spielen.
01051 hat die Preise für
Georgien und Singapur gesenkt: Eine Minute dorthin kostet
79 bzw. 27 Pfennig pro Minute.
Drillisch hat diesen Monat die
USA, Großbritannien und Schweden für jeweils 11 Pfennig
pro Minute im Sonderangebot. Vorwahl: 010050, Minutentakt.
Ab Mai kosten diese Länder dann wieder 12 Pfennig bzw.
13 Pfennig für die USA.
- Milliarden für ein Mobilfunknetz
Alle Erwartungen übertroffen hat die Versteigerung von
UMTS-Mobilfunklizenzen in Großbritannien. UMTS ist die Technologie,
die in einigen Jahren den zur Zeit üblichen GSM-Mobilfunk ablösen
soll. Inzwischen werden insgesamt über 36 Milliarden Mark
geboten, um eine der begehrten Lizenzen zu ersteigern. Zwar sind
in den letzten Tagen mehrere der Bieterkonsortien ausgestiegen,
doch ringen weiterhin neun Firmen um fünf Lizenzen. Das Ende ist
also noch nicht erreicht.
Auch in Deutschland steht demnächst eine UMTS-Versteigerung auf
dem Programm. Dabei werden zwölf Frequenzblöcke gehandelt werden,
von denen man jeweils mindestens zwei braucht, um ein UMTS-Netz
aufzubauen. Anbieter können aber auch drei Blöcke ersteigern, wenn
sie ihr Netz besonders tauglich für schnelle Multimedia-Anwendungen
machen wollen. Dadurch wird es in Abhängigkeit von den Geboten
der Telefonfirmen zwischen vier und sechs UMTS-Lizenzen in
Deutschland geben. Wurde anfangs des Jahres noch geschätzt, dass
bei der Versteigerung insgesamt über 1 Milliarde Mark erlöst wird,
so wurden die Erwartungen zwischenzeitlich auf eine Milliarde pro
Lizenz nach oben korrigiert. Die Erfahrung der Briten zeigt nun,
dass man diese zweite Schätzung am besten dadurch korrigiert, dass
man eine Null hinten anhängt. So falsch kann man liegen.
Freude bereitet der unerwartete Versteigerungs-Geldsegen
mit Sicherheit dem jeweiligen Finanzminister, in dessen Etat das
Geld fließt. Doch das Versteigerungsverfahren wirft auch einige
Fragen auf. Schon jetzt kosten die Lizenzen deutlich mehr als
der geplante Aufbau der UMTS-Netze. Berücksichtigt man, dass
nur ein geringer Anteil der Kinder unter 14 und Rentner ein Handy
besitzt, kosten die Lizenzen fast 1000 Mark pro potenziellem Kunden.
Das ist sehr viel Geld. Es muss letztendlich über Telefongebühren
wieder hereingeholt werden. UMTS wird also anfangs kein billiges
Vergnügen sein. Und um ihre UMTS-Investitionen zu schützen, werden
sich die Telefonfirmen auch mit GSM-Preissenkungen zurückhalten.
Dadurch wirken sich die Versteigerungen letztendlich wie eine
Sondersteuer auf Mobilfunk-Dienstleistungen aus. Das könnte die
Entwicklung des Marktes in den nächsten Jahren bremsen.
- Iridium-Satellitennetz abgeschaltet
Es war eines der kühnsten Projekte zur mobilen Telefonie - und steht
nun vor dem endgültigen Aus: Iridium. 66 Satelliten haben mobiles
Telefonieren an jedem Ort der Erde ermöglicht. Aber es fanden sich
nicht genügend zahlungskräftige Kunden. So ging Iridium pleite.
In den letzten beiden Wochen betrieb Motorola das Satellitennetz
noch auf eigene Faust weiter - doch auch damit ist jetzt Schluss.
Wenn sich nicht in letzter Minute doch noch ein Käufer findet, werden
die Satelliten demnächst gezielt in der Erdatmosphäre verglühen.
Immer wieder wird gefragt, ob das nicht Verschwendung
sei. Immerhin seien die Satelliten im Orbit und würden ein
funktionierendes Telefonnetz darstellen. Doch die Kontrolle der
künstlichen Trabanten von der Bodenstation aus ist weder einfach
noch billig. Regelmäßig müssen Kurskorrekturen durchgeführt werden,
die jeweils einen Teil des nur beschränkt vorhandenen Treibstoffes
verbrauchen. "Nachtanken" ist im Weltraum nicht möglich, und daher
ist die Lebenszeit der Iridium-Satelliten von vornherein auf fünf
Jahre beschränkt. Selbst, wenn man Iridium zum Selbstkostenpreis
am Laufen hält: Wer kauft sich für mehrere tausend Dollar ein
Iridium-Telefon, wenn er weiß, dass dieses höchstens drei bis vier
Jahre nutzbar ist, bis die ersten Satelliten ausfallen?
Iridium ist von den terrestrischen Mobilnetzen überholt worden.
Allein die oben genannten UMTS-Lizenzen in Großbritannien kosten
mehr als das gesamte Iridium-System, obwohl letzteres ein vielfach
größeres Gebiet abdeckt. Doch die Zahl der nutzbaren Telefonkanäle
bei Iridium ist beschränkt, was die Kosten pro Telefonminute in
die Höhe treibt.
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