Newsletter 07/00 vom 06.04.2000
Die Neuigkeiten im Telefonbereich bis zum 06.04.2000 - von teltarif.de für Sie zusammengefasst.
  1. Festnetzpreise weiterhin im freien Fall
  2. Internet by Call für nur 1,9 Pfennig pro Minute
  3. Flatrates ab 49 Mark (und vorübergehend sogar ab 22 Mark)
  4. In allen Mobilnetzen ab 15 Pfennig pro Minute telefonieren
  5. Ausland: Günstiger in den Osten
  6. Milliarden für ein Mobilfunknetz
  7. Iridium-Satellitennetz abgeschaltet
  1. Festnetzpreise weiterhin im freien Fall

    Ein wahres Preisfeuerwerk veranstalteten die Discounter am letzten Tag des vergangenen Monats: Sowohl Interoute, als auch RSL Com, Super 24, Talkline und TelDaFax gaben neue Preise für Inlandsgespräche bekannt. Wenige Tage zuvor hatte bereits 01051 die Kosten für Inlandsgespräche gesenkt. Quintessenz der neuen Preise: Alles, was zur Hauptzeit mehr als 8 Pfennig (minutengenau) bzw. 9 Pfennig (sekundengenau) kostet, ist teuer. Zur Nebenzeit liegt die Schallmauer hingegen bei 4 bis 6 Pfennig pro Minute.

    Super 24 reduzierte beispielsweise am Wochenende zwischen 9 und 18 Uhr den Tarif von 6,6 auf 4,4 Pfennig pro Minute. Damit ist Super 24 nun zu fast allen Zeiten die Nummer 1 in der Tariftabelle. Lediglich zu einzelnen Stunden (zum Beispiel zwischen 7 und 8 Uhr) schiebt sich Interoute noch davor. Die Sparvorwahl von Super 24: 01024. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich, die Abrechnung erfolgt im Minutentakt.

    Allerdings stellen sich bei Super 24 wegen des tollen Preises mittlerweile die ersten Probleme ein: Man hat noch gar nicht fertig gewählt, da ertönt ein schnelles Tuten: Gassenbesetzt. Hier hilft nur, eifrig die Wahlwiederholungstaste zu benutzen oder auf einen anderen Anbieter auszuweichen. Beim Discounter sind eben die Wartezeiten länger als anderswo.

    Doch über das Netz mit der Netzvorwahl 01024 wird nicht nur das offene Call by Call von Super 24, sondern auch das angemeldete Call by Call oder die Pre-Selection von Telepassport abgewickelt. Letztere sind mit 6 bis 14 Pfennig pro Minute ungefähr doppelt so teuer wie Super 24. Da kann der Kunde zu recht erwarten, dass die Leitungen frei sind. Bei der teltarif-Redaktion gingen aber etliche Beschwerden von Telepassport-Kunden ein, die ebenfalls im 01024-Gassenbesetzt landeten. Empfehlung der Hotline in diesem Fall: 01019 vorwählen - das ist die Netzvorwahl von MobilCom, der sowohl TelePassport als auch Super 24 gehören.

    Werktags tagsüber bietet sich 01051 mit 7 Pfennig pro Minute als nur geringfügig teurere Alternative zu Super 24 an. Anders als die meisten anderen Telefonfirmen senkt aber 01051 den Tarif zur Nebenzeit nicht ab - so dass man nachts bei 01051 weiterhin mehr bezahlt als selbst bei der Deutschen Telekom.

    Ebenfalls seit 1. April preislich sehr interessant ist Interoute mit 3,8 bis 7,8 Pfennig pro Minute. Der günstige Nachttarif gilt allerdings erst ab 22 Uhr. Zur Nebenzeit (17 bis 22 Uhr werktags bzw. 8 bis 22 Uhr am Wochenende) hat Interoute mit 5,8 Pfennig pro Minute nur ein mittleres Preisniveau. Dafür sind Überlastungserscheinungen bei Interoute selten. Netzvorwahl: 01066, Minutentakt.

    Über ein sehr gut ausgebautes Netz verfügt Arcor mit der Netzvorwahl 01070. Der Nebenzeittarif von 4 bis 5 Pfennig ist auch preislich sehr gut, während man um die 18 Pfennig zur Hauptzeit Montag bis Freitag von 7 bis 18 Uhr als sparbewusster Kunde besser einen großen Bogen macht. Auch Arcor rechnet beim Call by Call immer ganze Minuten ab.

    Preislich ähnlich liegt seit 1. April auch Talkline, die über die 01050 erreichbar sind. Nach 18 Uhr werden 4,9 und nach 22 Uhr 3,9 Pfennig pro Minute berechnet. Es gilt der Minutentakt.

    Wer lieber sekundengenau telefoniert, für den ist TelDaFax (Vorwahl: 01030) wieder interessanter geworden. Per 1. April wurden die Tarife werktags um 0,1 Pfennig und am Wochenende um 4,1 Pfennig gesenkt. Damit ist TelDaFax am Wochenende tagsüber mit 4,9 Pfennig der zweitgünstigste Anbieter im offenen Call by Call überhaupt. Nur die bereits erwähnten Super 24 sind mit 4,4 Pfennig zwar formal günstiger, aber bei kurzen Gesprächen aufgrund der schlechteren Taktung dennoch teurer.

    Werktags zwischen 9 und 18 Uhr ist 3U (Vorwahl: 01078) mit 8,9 Pfennig pro Minute weiterhin die günstigste sekundengenau abrechnende Firma. Werktags zur Nebenzeit sind 3U und TelDaFax mit jeweils 5,9 Pfennig gleichauf.

    Aus dem genannten ergeben sich folgende "Vorwahlregeln" für den Sparfuchs: Wer meist lange telefoniert und wen mehrmaliges Probieren nicht stört, wählt zu allen Zeiten die 01024 vor. Deutlich bessere Verfügbarkeit bieten hingegen zur Hauptzeit (werktags 9 bis 18 Uhr) die 01051 und die 01066. Zur Nebenzeit ist hingegen die 01070 generell zu empfehlen. Nach 18 Uhr ist auch 01050 ein heißer Tipp, während am Wochenende tagsüber die 01030 gute Konditionen bietet.

    Für kurze Gespräche und Faxe sind hingegen die sekundengenau abrechnenden Firmen zu bevorzugen: 01030 am Wochenende und 01078 werktags.

    Wem diese Regeln zu allgemein sind, dem steht es frei, sich auf unserer Homepage http://www.teltarif.de/ die aktuellen Tariftabellen mit allen Details berechnen zu lassen. Ebenfalls auf unserer Homepage finden Sie auch eine Übersichtsseite zu jedem Anbieter, auf der auch die Hotline-Nummern oder die aktuellen Preise und weiteren Angebote aufgeführt sind.

  2. Internet by Call für nur 1,9 Pfennig pro Minute

    Als am 17. Februar Microsoft sein Internetangebot MSN wiederbelebt hat und aus dem Stand mit 3,3 Pfennig die Minute ohne Grundgebühr die Spitze der Tariftabelle erobert hat, dachte Mancheiner, dies wäre das Ende der Fahnenstange. Schließlich hat Microsoft selbst bekannt gegeben, dass es sich um ein Nullsummenspiel handelt. Der Internetzugang sei nur ein Service, mit dem man keinen Gewinn erwirtschaften will.

    Und tatsächlich waren die etablierten Internetprovider äußerst verhalten mit ihren Preissenkungen. Lediglich NGI ist mit MSN gleichgezogen und bietet 3,29 Pfennig die Minute. Auch Nikoma liegt mit 3,49 Pfennig tagsüber und 2,89 Pfennig die Minute nachts in derselben Größenordnung. Ab 1. April gab es dann bei Comundo, dem Angebot von Lycos, den Internetzugang für 2,9 Pfennig die Minute. Allerdings wird im ungünstigen Takt mit Einheiten zu je 12 Pfennig abgerechnet und pro Einwahl fallen nochmal 5 Pfennig extra an - also nur etwas für Langsurfer. Ebenfalls 2,9 Pfennig verlangt TelDaFax - aber nur während der ersten drei Monate nach der Anmeldung. Danach verdoppelt sich der Preis glatt, wenn man sich nicht unter anderem E-Mail-Namen erneut registriert.

    Doch ab heute, dem 6. April, gibt es eine neue Preissensation auf dem Internet-by-Call-Markt. freenet aus dem Hause MobilCom bietet Internet ohne Grundgebühr und Mindestumsatz für 2,5 Pfennig die Minute. Allerdings ist für dieses Angebot im Gegensatz zu bisher eine Anmeldung erforderlich; andernfalls wird mit 4,9 Pfennig fast das doppelte berechnet.

    Wer sich verpflichtet, mindestens 20 Stunden abzunehmen, der surft bei freenet sogar für nur 1,9 Pfennig pro Minute. In beiden Varianten wird im Minutentakt abgerechnet. Die bisher beim 20-Stunden-Paket verlangte Einwahlgebühr entfällt.

    Ebenfalls drastisch reduziert wurden die Preise beim Angebot planet-interkom von Viag Interkom: Ein abgestuftes Angebot mit 4 Pfennig pro Minute nach Anmeldung, 3 Pfennig bei DM 6,90 Grundgebühr und 2 Pfennig bei DM 18,90 Grundgebühr verlangt allerdings vom Surfer, sein Verhalten richtig einzuschätzen.

  3. Flatrates ab 49 Mark (und vorübergehend sogar ab 22 Mark)

    Immer noch voller Überraschungen steckt der Markt für Flatrates, den Internetzugängen zum monatlichen Pauschalbetrag. Nur wenige Monate nach dem Start musste inWest.net sein Angebot wieder vom Markt nehmen. Die Kunden von inWest.net sollen aber von Surf 1 zu ähnlichen Koditionen wie bei inWest.net (DM 148,- monatliche Grundgebühr) übernommen werden. Die DM 299,- Anmeldegebühr sind also in diesem Fall nicht verloren.

    Unklar ist hingegen die Situation um NetBeat. Zwischenzeitlich verschwand bei denen sogar der Hinweis von der Homepage, dass überhaupt eine Flatrate angeboten wird. Auf Nachfragen von teltarif wurden technische Probleme als Grund genannt; der Start verzögert sich bis mindestens Mitte April. Nach eigenen Angaben hat man bereits über 10 000 Kunden - eine sehr hohe Zahl für einen Newcomer.

    Nur DM 89,- im Monat verlangt die Hamburger Medien Info Center GmbH für ihre Flatrate, die über http://www.erotikwelt-online.de/ vertrieben wird. Der Haken: Als Startseite ist ein Online-Sex-Shop Pflicht. Die Vermutung der Medien Info Center GmbH ist nun, dass sich der Surfer verführen lässt, dort auch ab und zu einzukaufen. Insofern wird diese Flatrate also durch Werbung für nackte Tatsachen teilfinanziert. Ob die Rechnung aufgeht, wird sich zeigen.

    Die teltarif-Redaktion staunte nicht schlecht, als sie eine AOL-CD näher besah, die am 24. März mit der Post eingetroffen war, einen Tag nach dem letzten teltarif-Newsletter. Auf dieser CD hieß es nämlich: "AOL und Internet zum Festpreis: 69 Mark". Während AOL letzten Herbst ebenfalls damit geworben hatte, "Internet zum Festpreis" anzubieten, aber dabei die Telefongebühren von 3,9 Pfennig pro Minute noch extra waren, handelt es sich dieses mal um eine echte Flatrate. Im Laufe des Tages stellte sich sogar heraus, dass einige eine 49-Marks-CD erhalten haben, während bei anderen eine 99-Mark-Variante eintrudelte. Manche 49-Marks-CDs sind wiederum auf 30 Stunden im Monat beschränkt. Der Sinn der Aktion: AOL will testen, wie gut eine Flatrate zum jeweiligen Preis angenommen wird. Daher wurden die CDs nur an etwa 1000 ausgewählte Kunden verschickt. Wer keine bekommen hat, kann das Angebot auch nicht nutzen.

    Auf teltarif meldeten wir den CD-Fund natürlich gleich in unserem aktuellen Newsticker. In dem zum AOL-Artikel gehörenden Onlineforum entwickelte sich in der Folge ein schwunghafter Handel, bei dem die glücklichen, die eine CD erhalten hatten, aber nicht gebrauchen konnten, diese meistbietend versteigerten. Anscheinend sind Online-Auktionen in - nicht nur auf einschlägigen Websites wie ebay. Ob AOL Anmeldungen akzeptieren wird, bei denen der Registriercode von dem Namen desjenigen abweicht, der sich anmeldet, ist uns nicht bekannt.

    Keine Testaktion, sondern ein offizielles Angebot ist eine Flatrate für ebenfalls nur DM 49,- im Monat von MobilCom. Voraussetzung ist allerdings ein Analoganschluss bei MobilCom, der zur Zeit nur in den Innenstadtbereichen von acht Städten (Berlin, Dortmund, Frankfurt/Main, Hamburg, Köln, München, Nürnberg, Stuttgart) verfügbar ist. Düsseldorf, Hannover und Karlsruhe sollen bis Mitte des Jahres folgen. Die MobilCom-Hotline 0800/0101900 gibt zwar bereitwillig Auskunft, ob man sich im versorgten Gebiet befindet. Doch bekommt man allzuoft eine negative Auskunft, da in vielen Fällen wirklich nur der Stadtkern angeschlossen ist. Wie lange die weiter außen wohnenden warten müssen, ist offen.

    ISDN-Kunden zahlen bei MobilCom DM 69,- für das unbeschränkte Surfvergnügen. Eine Highspeed-Flatrate für DM 99,- per DSL rundet das Programm nach oben ab. Damit werden eigentlich alle Wünsche abgedeckt. Doch sollte man bedenken, dass nach dem Wechsel zu MobilCom Call by Call nur noch eingeschränkt möglich ist. Wer viele Fern- und Auslandsgespräche führt, ist unter Umständen mit einem Telekom-Anschluss besser bedient.

    Unglaublich günstig war das Angebot einer "XL-online AG", die nur 13 Euro pro Monat für eine Flatrate haben wollte. Der Haken: Bis zu 100 Euro Anmeldegebühr und Vorkasse für 24 volle Monate, während XL-online sich in den AGB das Recht vorbehielt, erst nach vier Monaten überhaupt zu liefern. Das sind Konditionen, die nichts Gutes ahnen lassen. Nachdem teltarif und andere Medien das XL-Angebote entsprechend heftig kritisiert hatten, besserte XL-online nach. Der Preis wurde auf 22 Euro angehoben, die Mindestlaufzeit verkürzt und die Vorkasse auf die Anmeldegebühr beschränkt. Kurze Zeit später hieß es dann, dass XL-online nur starten wolle, wenn sich mindestens 30 000 Kunden anmeldeten. Das Angebot sollte teilweise werbefinanziert werden. Doch auch zu diesen Konditionen kann keine Empfehlung ausgesprochen werden: AOL kann es sich als Milliardenunternehmen leisten, bei maximal 1000 Testkunden bei der oben beschriebenen Test-Flatrate draufzuzahlen. Die Marketing-Erfahrung, die auf diesem Weg gesammelt wird, ist wahrscheinlich deutlich mehr wert. Für ein Startup-Unternehmen wie XL-online ist es hingegen fraglich, welchen Sinn es macht, Flatrate-Kunden Monat für Monat zu subventionieren. Da wir zudem Probleme hatten, XL-online für Rückfragen zu erreichen, lautet die Empfehlung ganz klar: Vorsicht!

  4. In allen Mobilnetzen ab 15 Pfennig pro Minute telefonieren

    Nach dem Preiskrieg zur CeBIT (wir berichteten) folgte zum 1. April die Umsetzung der neuen Konditionen. Das Wochenende über telefoniert man mit allen D1-, D2- und Viag-Interkom-Verträgen für 15 Pfennig die Minute ins Festnetz. Unter der Woche gilt der 15-Pfennig-Preis für Ortsgespräche rund um die Uhr. Allerdings bieten nicht alle Verträge eine City-Option, insbesondere dem businesspartner-Tarif von Viag Interkom sowie den Prepaid-Karten aller Netzbetreiber fehlt dieses Angebot. Bei E-plus gelten die 15 Pfennig nur für den Privatkundenvertrag und die Prepaidkarte Free & Easy Weekend, nicht jedoch beim stark beworbenen Produkt Time & More.

    Der Preis für Ferngespräche sinkt während der Hauptzeit in den Privatkunden-Tarifen bei D1 und D2 von 1,29 Mark auf 99 Pfennig die Minute. So kommt es, dass sich seit 1. April die Privat-Tarife aller Netze sehr ähneln. Für Gesprächs ins Festnetz in der Hauptzeit und am Wochenende sind die Minutenpreise identisch, nur in der Nebenzeit verlangt Viag mit 29 Pfennig weniger als die Konkurrenz mit 39 Pfennig. Auch bei der Grundgebühr und bei netzinternen Gesprächen bleibt das junge Viag-Netz weiterhin am günstigsten: Bei 10-Sekunden-Takt zahlen Viag-Kunden DM 10 und e-plus-Kunden DM 5 weniger als Kunden der beiden D-Netze. Eine ausführliche Übersicht zu den neuen Tarifen finden Sie in unserem Mobilfunkberater - Privatkunden auf http://www.teltarif.de/ .

    Für Geschäftkunden wurden ebenfalls am 1. April die Preise gesenkt. Bei T-D1 TellyPlus und D2 Classic fällt der Minutenpreis in der Hauptzeit von 69 auf 49 Pfennig. In den Tarifen T-D1 ProTel, D2 ClassicPremium und Viag businesspartner zahlt man künftig rund um die Uhr 29 statt 39 Pfennig. Den besten Überblick verschafft Ihnen auch hier ein Blick in unseren Mobilfunkberater - Geschäftskunden.

    Für Kunden von Service-Providern gelten teilweise abweichende Konditionen. Informieren Sie sich im Zweifelsfall bei der Hotline, bevor Sie am Wochenende in dem Glauben lostelefonieren, nur 15 Pfennig pro Minute zu bezahlen.

  5. Ausland: Günstiger in den Osten

    Nachdem die Preise für internationale Gespräche in den "Westen" in den letzten Monaten kontinuierlich gefallen waren, wird jetzt das Preissenkungspotential in den "Osten" ausgelotet. So lieferten sich Anfangs dieses Monats 01051 und Super 24 ein kleines Preisduell. Letztere hatten begonnen und am 3.4. Ungarn und Tschechien für jeweils 35 Pfennig pro Minute ins Programm genommen. Am 4.4. senkte 01051 seinen Preis für Tschechien auf 34 Pfennig, was Super 24 am nächsten Tag mit 33 Pfennig konterte. Dem Kunden mag es recht sein.

    Neu am Markt ist die 010012. Mit 14 Pfennig nach Großbritannien oder 15 Pfennig in die USA ist man zwar noch nicht rekordverdächtig, doch günstigere Preise sind angekündigt. Auffällig bei 010012: Inlandsgespräche sind mit bis zu 16 Pfennig pro Minute teilweise teurer als internationale. Entfernung scheint also keine Bedeutung mehr zu spielen.

    01051 hat die Preise für Georgien und Singapur gesenkt: Eine Minute dorthin kostet 79 bzw. 27 Pfennig pro Minute.

    Drillisch hat diesen Monat die USA, Großbritannien und Schweden für jeweils 11 Pfennig pro Minute im Sonderangebot. Vorwahl: 010050, Minutentakt. Ab Mai kosten diese Länder dann wieder 12 Pfennig bzw. 13 Pfennig für die USA.

  6. Milliarden für ein Mobilfunknetz

    Alle Erwartungen übertroffen hat die Versteigerung von UMTS-Mobilfunklizenzen in Großbritannien. UMTS ist die Technologie, die in einigen Jahren den zur Zeit üblichen GSM-Mobilfunk ablösen soll. Inzwischen werden insgesamt über 36 Milliarden Mark geboten, um eine der begehrten Lizenzen zu ersteigern. Zwar sind in den letzten Tagen mehrere der Bieterkonsortien ausgestiegen, doch ringen weiterhin neun Firmen um fünf Lizenzen. Das Ende ist also noch nicht erreicht.

    Auch in Deutschland steht demnächst eine UMTS-Versteigerung auf dem Programm. Dabei werden zwölf Frequenzblöcke gehandelt werden, von denen man jeweils mindestens zwei braucht, um ein UMTS-Netz aufzubauen. Anbieter können aber auch drei Blöcke ersteigern, wenn sie ihr Netz besonders tauglich für schnelle Multimedia-Anwendungen machen wollen. Dadurch wird es in Abhängigkeit von den Geboten der Telefonfirmen zwischen vier und sechs UMTS-Lizenzen in Deutschland geben. Wurde anfangs des Jahres noch geschätzt, dass bei der Versteigerung insgesamt über 1 Milliarde Mark erlöst wird, so wurden die Erwartungen zwischenzeitlich auf eine Milliarde pro Lizenz nach oben korrigiert. Die Erfahrung der Briten zeigt nun, dass man diese zweite Schätzung am besten dadurch korrigiert, dass man eine Null hinten anhängt. So falsch kann man liegen.

    Freude bereitet der unerwartete Versteigerungs-Geldsegen mit Sicherheit dem jeweiligen Finanzminister, in dessen Etat das Geld fließt. Doch das Versteigerungsverfahren wirft auch einige Fragen auf. Schon jetzt kosten die Lizenzen deutlich mehr als der geplante Aufbau der UMTS-Netze. Berücksichtigt man, dass nur ein geringer Anteil der Kinder unter 14 und Rentner ein Handy besitzt, kosten die Lizenzen fast 1000 Mark pro potenziellem Kunden. Das ist sehr viel Geld. Es muss letztendlich über Telefongebühren wieder hereingeholt werden. UMTS wird also anfangs kein billiges Vergnügen sein. Und um ihre UMTS-Investitionen zu schützen, werden sich die Telefonfirmen auch mit GSM-Preissenkungen zurückhalten. Dadurch wirken sich die Versteigerungen letztendlich wie eine Sondersteuer auf Mobilfunk-Dienstleistungen aus. Das könnte die Entwicklung des Marktes in den nächsten Jahren bremsen.

  7. Iridium-Satellitennetz abgeschaltet

    Es war eines der kühnsten Projekte zur mobilen Telefonie - und steht nun vor dem endgültigen Aus: Iridium. 66 Satelliten haben mobiles Telefonieren an jedem Ort der Erde ermöglicht. Aber es fanden sich nicht genügend zahlungskräftige Kunden. So ging Iridium pleite. In den letzten beiden Wochen betrieb Motorola das Satellitennetz noch auf eigene Faust weiter - doch auch damit ist jetzt Schluss. Wenn sich nicht in letzter Minute doch noch ein Käufer findet, werden die Satelliten demnächst gezielt in der Erdatmosphäre verglühen.

    Immer wieder wird gefragt, ob das nicht Verschwendung sei. Immerhin seien die Satelliten im Orbit und würden ein funktionierendes Telefonnetz darstellen. Doch die Kontrolle der künstlichen Trabanten von der Bodenstation aus ist weder einfach noch billig. Regelmäßig müssen Kurskorrekturen durchgeführt werden, die jeweils einen Teil des nur beschränkt vorhandenen Treibstoffes verbrauchen. "Nachtanken" ist im Weltraum nicht möglich, und daher ist die Lebenszeit der Iridium-Satelliten von vornherein auf fünf Jahre beschränkt. Selbst, wenn man Iridium zum Selbstkostenpreis am Laufen hält: Wer kauft sich für mehrere tausend Dollar ein Iridium-Telefon, wenn er weiß, dass dieses höchstens drei bis vier Jahre nutzbar ist, bis die ersten Satelliten ausfallen?

    Iridium ist von den terrestrischen Mobilnetzen überholt worden. Allein die oben genannten UMTS-Lizenzen in Großbritannien kosten mehr als das gesamte Iridium-System, obwohl letzteres ein vielfach größeres Gebiet abdeckt. Doch die Zahl der nutzbaren Telefonkanäle bei Iridium ist beschränkt, was die Kosten pro Telefonminute in die Höhe treibt.


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