Newsletter 02/00 vom 27.01.2000
Die Neuigkeiten im Telefonbereich bis zum 27.01.2000 - von teltarif.de für Sie zusammengefasst.
  1. D1: Preishammer mit Folgen
  2. DTAG plant Flatrate
  3. Preisrutsch bei Auslandspreisen
  4. Lücken beim D1-Roaming von VIAG
  5. Surf by Flat oder Internet by Call
  6. Sonder-Services online
  7. .de-Domains kostenlos...
  8. Callthrough günstig, Callback teurer
  9. Call by Call läuft weiter
  10. Korrekturen und Nachträge zum letzten Newsletter
  11. Kurioses von der Börse
  1. D1: Preishammer mit Folgen

    Seit Freitag, 21. Januar 20 Uhr gilt sie - die neue Preisrechnung im Mobilfunk. D1 legt vor: Am Wochenende telefonieren T-D1-Laufzeit-Vertragskunden in den Tarifen Telly, Telly Plus, ProTel und Company für 18 Pfennig pro Minute vom Handy zum Festnetz.

    Vier Tage später legt D2 nach: Die 18 Pfennig pro Minute gelten ab 1. Februar in allen Tarifen, auch bei der Prepaid-Karte D2 CallYa, und zusätzlich auch bei Ortsgesprächen im Rahmen der Tarifoption BestCity Special.

    Runde drei im aktuellen Preiskrieg der Mobil-Marktführer: Auch bei T-D1 bezahlen XTra-Prepaid-Kartenkunden am Wochenende und Nutzer der "City"-Gespräche rund um die Uhr die besagten 18 Pfennig pro Minute.

    Von den großen Mobilfunk-Providern sind Talkline umgehend und Debitel sowie D-Plus mit dezentem Verzug (26. Januar) den neuen Preisen gefolgt; von MobilCom liegt derzeit noch keine Reaktionen vor.

    Nun wird mit Spannung auf den schon angekündigten Preis-Konter von e-plus gewartet; VIAG Interkom hält sich mit neuen Preisen bislang (noch) ganz zurück. http://www.teltarif.de/ wird weiter berichten - auch im Rahmen des neu auf unserer Website gestarteten Mobilfunkberaters.

  2. DTAG plant Flatrate

    Lange hat die Deutsche Telekom die Einführung von Pauschaltarifen abgelehnt. Doch offenbar ändert man so langsam die Meinung und Ron Sommer kündigte auf einer Veranstaltung der Zeitschrift "Werben und Verkaufen" in der Tat an, dass man noch in diesem Jahr eine Flatrate einführen möchte. Statt der Onlinezeit wird die tatsächlich genutzte Bandbreite und Datenmenge in Rechnung gestellt werden. Doch genauer Termin und Preise sind noch offen. Für Internetnutzer mit mittlerem Surfvolumen soll es alternativ auch günstige Minutenpakete geben. Möglicherweise, so ist zu vermuten, gibt es die DTAG-Flatrate nur im Kombipack mit einem T-Online-Zugang. Dabei wäre die Alternative, beliebig viele und lange Wählverbindungen zu einem Wunschprovider zum Festpreis erstehen zu können, noch interessanter.

  3. Preisrutsch bei Auslandspreisen

    Mehr als 12 Pfennig braucht man seit 25. Januar für ein Gespräch nach Großbritannien nicht mehr zu zahlen - jedenfalls nicht bei Drillisch. Der Kölner TK-Anbieter kalkuliert jetzt jedes Land einzeln und will eigenen Zielvorgaben zufolge "nachhaltig Spitzenanbieter für Auslandstarife" werden. Kurios: Mit dem neuen Preis von 12 Pfennig kostet die Gesprächsminute nach Großbritannien nur noch soviel wie derzeit ein innerdeutsches Ferngespräch z.B. bei TelDaFax. Auch für Gespäche in die USA, die Schweiz, nach Frankreich oder Belgien sind die neuen Drillisch-Preise ausweislich unserer Tarifdatenbank Spitzenklasse. Sparvorwahl: 010050. Anmeldung ist nicht erforderlich; dafür wird im Minutentakt abgerechnet.

    Billiger, aber nicht ganz so schön günstig wird auch die Deutsche Telekom bei Auslandsgesprächen. Termin: 1. Februar, Takt: 60/60, Preisbeispiel: USA für 24 Pfennig im Normaltarif und für 19 Pfennig bei Nutzung der Sparoption Aktiv Plus oder T-ISDN-300. Leider warten wir immer noch auf die wiederholt versprochene Pressemitteilung mit allen Tarifdetails.

    Zur CeBIT sind von der Deutschen Telekom weitere Preisknüller angekündigt. Wir werden darüber berichten - auch im Rahmen unserer CeBIT-Specials, das ab 1. Februar unter der eigenen URL http://www.cebit.teltarif.de/ online geht. Von der Swisscom, Ex-Monopolist in unserem Nachbarland, kommt die gute Idee, Auslandsgespräche in die umliegenden Nachbarländer am Wochenende zum Preis von Inlands-Ferngesprächen zur Nebenzeit abzurechnen - Nachahmer erwünscht!

  4. Lücken beim D1-Roaming von VIAG

    In einigen Ballungsgebieten hat VIAG Interkom die Möglichkeit des D1-Roamings eingeschränkt. Nach München und Köln sind auch Berlin, Hamburg und das Ruhrgebiet von solchen Abschaltungen betroffen. Über das E2-Netz kann man in den genannten Städten aber natürlich weiterhin telefonieren.

    Ein Plus an Komfort gibt es dagegen demnächst beim SMS-Versand über VIAG. Hier werden für März erweiterte Kapazitäten angekündigt. LOOP-Kunden hatten sogar kurzfristig das Vergnügen, kostenlose SMS an D1-Handys schicken zu können; die Zentralnummer von T-Mobil wurde für diese aber schnell wieder gesperrt.

    Dank eines Roaming-Abkommens mit Microcell können VIAG-Kunden nun auch in Kanada mobil telefonieren - allerdings nur mit entsprechendem GSM-1900-Handy.

  5. Surf by Flat oder Internet by Call

    Flatrate-Gegenwart im Gegensatz zur DTAG ist einstweilen das Angebot von canaletto: 189 Mark pro Monat plus 299 Mark Einrichtungsgebühr bei monatlicher Kündigungsfrist.

    Nur um Pfennige geht es - naturgemäß - bei den Internet-by-Call-Angeboten. surfEU aus Österreich ist ein neues darunter: 4,8 Pfennig pro Minute rund um die Uhr im Sekundentakt ohne Grundgebühr, dafür mit Netzpartner RSL COM und (zunächst) auch nur für deren Kunden; tagsüber derzeit eine der attraktiveren Offerten.

    Drillisch verlangt nach seiner Preissenkung vom 14. Januar für seinen bundesweit verfügbaren "010050 online Standard"-Tarif 5 Pfennig pro Minute im Minutentakt und nur noch 4 Pfennig pro Minute in den Superregionen. Bei GTS Deutschland kostet Internet by Call seit 18. Januar 5,3 Pfennig tagsüber und 4,8 Pfennig pro Minute in der Nebenzeit, ebenfalls bei Minutentakt. Anmeldung ist in beiden Fällen nicht erforderlich; die Einwahldaten erfahren Sie wie alle anderen Hintergrundinformationen auf unserer Homepage http://www.teltarif.de .

    Übrigens: Wer bei AOL die Grundgebühr sparen will, braucht nur die Kündigung auszusprechen. Der Account bleibt dann noch ein Vierteljahr ohne monatliche Grundgebühr von 9,90 Mark nutzbar - zu den gewohnten Konditionen von 6 Pfennig pro Einwahl und 3,9 Pfennig pro Minute. Variante 2, von AOL so bestätigt: Verbleib in der Kundenkartei ohne zeitliche Begrenzung und Nutzung des Accounts für 6 Pfennig pro Einwahl plus 6 Pfennig pro Minute.

  6. Sonder-Services online

    USA-Gespräche zum Ortstarif bzw. gar darunter bietet der US-koreanische Provider dialpad. Der "Trick": Telefonieren via Internet. Internetzugang, Soundkarte, Mikrofon und Lautsprecher sind die Voraussetzungen für besonders günstige "small talks" über den großen Teich, die nach Schilderungen von teltarif-Lesern problemlos funktionieren. Die notwendige Software läuft per Java im Browser, man muss also nichts weiter installieren.

    Telefonkonferenzen, die übers Internet angemeldet werden, bietet die Düsseldorfer Operator AG zum Preis von 36,4 Pfennig pro Teilnehmer. Unschön: Mehr als neun Personen können nicht teilnehmen. Dann heißt es auszuweichen auf die teureren Anbieter Telekom bzw. Telegate.

    Letztere startet zur CeBIT Ende Februar ihr bereits angekündigtes Online-Branchenverzeichnis mit zunächst rund 3,5 Millionen Einträgen. Mindestens teilweise wird der Dienst auch für Nutzer kostenpflichtig sein.

  7. .de-Domains kostenlos...

    ...offerieren drei Anbieter, die teltarif in den letzten Tagen unter die Lupe genommen hat. www.freedoms.de erscheint uns derzeit als einziger davon empfehlenswert, weil die Domain in den Besitz des Kunden übergeht und insofern eine Rechtssicherheit gegeben ist. Allerdings sollte man gegen die Weitergabe von persönlichen Daten an dritte Werbepartner bei Freedoms Widerspruch einlegen. Zu beachten ist außerdem eine Gebühr von 48 Mark, die fällig wird, wenn man mit der Domain zu einem anderen Provider wechseln will. Nachteil des kostenlosen Angebots: Bei jedem Aufruf der Domain werden Pop-Up-Werbefenster eingeblendet.

    www.nic.de.vu bietet zwar eine werbefreie, aber nicht vollwertige Domain an. Statt www.xyz.de bekommt man nur www.xyz.de.vu. Der gewählte Name, in dem Beispiel ist das "xyz", steht bei der vu-Domain nicht an zweiter, sondern erst an dritter Stelle von hinten. Statt einer offiziellen Domain-Anmeldung bei der für ein Land zuständigen Stelle handelt es sich hier lediglich um einen privaten Vertrag mit einem Internet-Provider. Im Falle von nic.de.vu behält sich dieser sogar per AGB vor, den Dienst nach Belieben abzuändern oder einzustellen. Das sind keine guten Voraussetzungen; man sollte sich also von dem "offiziell" klingenden "nic" (= "network information centre") in www.nic.de.vu nicht täuschen lassen.

    www.internetadresse.kostenlos.de bringt zwar vollwertige Domains an den Mann oder die Frau, behält sich aber nicht nur das Eigentumsrecht an dem bestellten Domainnamen vor, sondern verlangt auch noch eine Einrichtungsgebühr von 19 Euro. "Kostenlos" kann man das sicherlich nicht nennen.

  8. Callthrough günstig, Callback teurer

    49 Pfennig pro Minute bei Sekundentakt für Gespräche vom Handy zum Festnetz verlangt Transglobe bei Zugang über eine (0)0800-Nummer. Rufnummernerkennung ist inklusive, aber nur, wenn beim Handy die Rufnummernübertragung aktiviert ist. Möglich wird der Preis, der ja unterhalb des für 0800-Nummern vorgesehenen Interconnection-Tarifs liegt, dadurch, dass Transglobe einen internationalen Carrier als Partner hat, der nicht entbündelt mit der Deutschen Telekom abrechnet. In diesem Fall wird nicht danach unterschieden, wohin das Gespräch geht.

    Aufpreise für Mobilfunkverbindungen hat Enlinea per 16. Januar eingeführt, mit der Folge, dass Gespräche vom Handy zum Handy in Deutschland jetzt 47 statt bislang 31 Pfennig pro Minute kosten. Mobil -> Festnetz kostet jetzt 39 Pfennig pro Minute; Festnetz -> Festnetz bleibt bei umgerechnet 31 Pfennig. Aber für letzteres braucht man keinen Callback-Anbieter.

  9. Call by Call läuft weiter

    Eine "verbraucherorientierte" Entscheidung will die Regulierungsbehörde in Sachen Call-by-Call-Inkasso voraussichtlich noch im Februar treffen. Die Telekom und ihre Wettbewerber werden sich die Aufgabenstellung beim Eintreiben der Gebühren demnächst vermutlich so aufteilen: Die DTAG stellt wie bisher die Rechnung aus und zieht die Gebühren ein. Zahlt der Kunde aber nicht, müssen sich die Wettbewerber um das Reklamations- und Mahnwesen selber kümmern und sollen die nötigen Datensätze dazu von der Telekom erhalten. Ursprünglich wollte die Telekom gar kein Inkasso mehr machen und man hätte die Call-by-Call-Rechnungen einzeln an alle genutzten Telefonfirmen überweisen müssen. Dieses "effektive Aus" für Call by Call scheint aber vom Tisch zu sein.

    Der VATM hält allerdings eine vernünftige Testphase für nötig und befürchtet, dass der Datenversand zumindest nicht zeitnah funktioniert, wie Geschäftsführer Grützner gegenüber teltarif erläuterte.

    Im soeben vorgelegten Jahresbericht der Regulierungsbehörde sieht deren Präsident Klaus-Dieter Scheurle noch erheblichen Spielraum für weitere Preissenkungen vor allem bei Mobilfunktarifen, die im internationalen Vergleich noch zu hoch seien.

  10. Korrekturen und Nachträge zum letzten Newsletter

    Im letzten Newsletter hatten wir eine Absatzschaltung im Text vergessen. Dadurch standen das Ende des angemeldeten Call by Call bei Mox und die Pleite von Prokscha & Prokscha so nah zusammen, dass einige Leser aufgeregt bei Mox anriefen und fragten, ob auch diese in Schwierigkeiten steckten. Dem ist aber nicht so! Vielmehr setzt Mox auf neue Produkte wie Prepaid-Karten oder Werbetelefonie und zieht sich folglich aus dem Geschäft mit dem angemeldeten Call by Call zurück.

    Wir entschuldigen uns bei Mox Telecom für dieses Missverständnis.

    Der Vorführeffekt hatte uns erwischt, als wir im letzten Newsletter angaben, dass es reicht, eine URL wie http://www.teltarif.de/libertysurf in das Browserfenster zu tippen, um die Daten zur Firma "libertysurf" anzuzeigen. Das Programm, das im Hintergrund auf teltarif von Hand getippte URLs vervollständigt, war am Morgen nach dem Newsletterversand abgestürzt...

    Doch jetzt funktioniert die Software wieder wie erwünscht. Probieren Sie es einfach mal mit Ihrer Lieblings-Telefonfirma aus. Bei den meisten Web-Browsern können Sie auch noch das "http://www" am Anfang weglassen. Die Eingabe teltarif.de/drillisch führt Sie zum Beispiel direkt zum Anbieter Drillisch.

  11. Kurioses von der Börse

    Auf Anzeigenschaltungen konzentrieren sich derzeit Mannesmann und Vodafone in der seit Wochen andauernden Übernahmeschlacht. Nach Baby-Gesichtern und Mutterbrüsten prangen in diesen Tagen Statistiken, Zahlen und Kurvenverläufe auf ganzseitigen Inseraten. Information, Apokalypse oder schlicht: Vernichtung von shareholder-value, das ist die Frage, die erst nach Ende des Dramas beantwortet sein dürfte. Jüngste Posse: Bundeswirtschaftsminister Müller hat nach Angaben des "SPIEGEL" seine Zusage, am 1. Februar die 23. Congressmesse Online 2000 in Düsseldorf zu eröffnen, zurückgezogen, weil direkt nach ihm Vodafone-AirTouch-Chef Chris Gent sprechen soll. Er fühle durch diese Gesprächsfolge seine Unabhängigkeit berührt.

    Keine Berührungsängste hat die Deutsche Telekom, wenn's ums Geld geht. Neuester Plan des Ex-Monopolisten: Im April soll Tochter T-Online an die Börse - Kapital einsammeln für weitere internationale Akquisitionen.


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