- D1: Preishammer mit Folgen
Seit Freitag, 21. Januar 20 Uhr gilt sie - die neue
Preisrechnung im Mobilfunk. D1 legt
vor: Am Wochenende telefonieren T-D1-Laufzeit-Vertragskunden in den
Tarifen Telly, Telly Plus, ProTel und Company für 18 Pfennig
pro Minute vom Handy zum Festnetz.
Vier Tage später legt D2 nach:
Die 18 Pfennig pro Minute gelten ab 1. Februar in allen
Tarifen, auch bei der Prepaid-Karte D2 CallYa, und zusätzlich auch
bei Ortsgesprächen im Rahmen der Tarifoption BestCity Special.
Runde drei im aktuellen Preiskrieg der Mobil-Marktführer: Auch
bei T-D1 bezahlen XTra-Prepaid-Kartenkunden am Wochenende und Nutzer
der "City"-Gespräche rund um die Uhr die besagten 18 Pfennig
pro Minute.
Von den großen Mobilfunk-Providern sind
Talkline umgehend und
Debitel sowie D-Plus mit dezentem
Verzug (26. Januar) den neuen Preisen
gefolgt; von MobilCom liegt derzeit noch keine Reaktionen vor.
Nun wird mit Spannung auf den schon angekündigten Preis-Konter
von e-plus gewartet; VIAG Interkom hält sich mit neuen Preisen
bislang (noch) ganz zurück. http://www.teltarif.de/
wird weiter berichten - auch im Rahmen des neu auf unserer Website
gestarteten Mobilfunkberaters.
- DTAG plant Flatrate
Lange hat die Deutsche Telekom die Einführung von Pauschaltarifen
abgelehnt. Doch offenbar ändert man so langsam die Meinung und Ron
Sommer kündigte auf einer Veranstaltung der Zeitschrift "Werben
und Verkaufen" in der Tat an, dass man noch in diesem Jahr eine
Flatrate einführen möchte. Statt der
Onlinezeit wird die tatsächlich genutzte Bandbreite und Datenmenge
in Rechnung gestellt werden. Doch genauer Termin und Preise sind
noch offen. Für Internetnutzer mit mittlerem Surfvolumen soll
es alternativ auch günstige Minutenpakete geben. Möglicherweise,
so ist zu vermuten, gibt es die DTAG-Flatrate nur im Kombipack mit
einem T-Online-Zugang. Dabei wäre die Alternative, beliebig viele
und lange Wählverbindungen zu einem Wunschprovider zum Festpreis
erstehen zu können, noch interessanter.
- Preisrutsch bei Auslandspreisen
Mehr als 12 Pfennig braucht man seit 25. Januar
für ein Gespräch nach Großbritannien nicht mehr zu zahlen -
jedenfalls nicht bei Drillisch.
Der Kölner TK-Anbieter kalkuliert
jetzt jedes Land einzeln und will eigenen Zielvorgaben zufolge
"nachhaltig Spitzenanbieter für Auslandstarife" werden. Kurios:
Mit dem neuen Preis von 12 Pfennig kostet die Gesprächsminute
nach Großbritannien nur noch soviel wie derzeit ein innerdeutsches
Ferngespräch z.B. bei TelDaFax.
Auch für Gespäche in die USA, die Schweiz, nach Frankreich oder
Belgien sind die neuen Drillisch-Preise ausweislich unserer
Tarifdatenbank Spitzenklasse. Sparvorwahl:
010050. Anmeldung ist nicht erforderlich; dafür wird im Minutentakt
abgerechnet.
Billiger, aber nicht ganz so schön günstig wird auch
die Deutsche Telekom bei
Auslandsgesprächen. Termin: 1. Februar,
Takt: 60/60, Preisbeispiel: USA für 24 Pfennig im Normaltarif
und für 19 Pfennig bei Nutzung der Sparoption Aktiv Plus
oder T-ISDN-300. Leider warten wir immer noch auf die wiederholt
versprochene Pressemitteilung mit allen Tarifdetails.
Zur CeBIT sind von der Deutschen Telekom weitere Preisknüller
angekündigt. Wir werden darüber berichten - auch im Rahmen unserer
CeBIT-Specials, das ab 1. Februar unter der eigenen URL
http://www.cebit.teltarif.de/ online geht.
Von der Swisscom, Ex-Monopolist
in unserem Nachbarland, kommt die gute Idee, Auslandsgespräche
in die umliegenden Nachbarländer am Wochenende zum Preis von
Inlands-Ferngesprächen zur Nebenzeit abzurechnen - Nachahmer
erwünscht!
- Lücken beim D1-Roaming von VIAG
In einigen Ballungsgebieten hat VIAG Interkom die Möglichkeit des
D1-Roamings eingeschränkt. Nach München und Köln sind auch Berlin,
Hamburg und das Ruhrgebiet von solchen Abschaltungen betroffen.
Über das E2-Netz kann man in den genannten Städten aber natürlich
weiterhin telefonieren.
Ein Plus an Komfort gibt es dagegen demnächst beim SMS-Versand
über VIAG. Hier werden für März erweiterte Kapazitäten angekündigt.
LOOP-Kunden hatten sogar kurzfristig das Vergnügen, kostenlose
SMS an D1-Handys schicken zu können; die Zentralnummer von T-Mobil
wurde für diese aber schnell wieder gesperrt.
Dank eines Roaming-Abkommens mit Microcell können VIAG-Kunden nun
auch in Kanada mobil telefonieren - allerdings nur mit entsprechendem
GSM-1900-Handy.
- Surf by Flat oder Internet by Call
Flatrate-Gegenwart im Gegensatz zur DTAG ist
einstweilen das Angebot von
canaletto: 189 Mark pro
Monat plus 299 Mark Einrichtungsgebühr bei monatlicher
Kündigungsfrist.
Nur um Pfennige geht es - naturgemäß - bei den
Internet-by-Call-Angeboten. surfEU
aus Österreich ist ein neues darunter:
4,8 Pfennig pro Minute rund um die Uhr im Sekundentakt ohne
Grundgebühr, dafür mit Netzpartner RSL COM und (zunächst) auch
nur für deren Kunden; tagsüber derzeit eine der attraktiveren
Offerten.
Drillisch verlangt nach
seiner Preissenkung vom 14. Januar für seinen bundesweit
verfügbaren "010050 online Standard"-Tarif 5 Pfennig pro
Minute im Minutentakt und nur noch 4 Pfennig pro Minute in
den Superregionen. Bei GTS Deutschland
kostet Internet by Call seit 18. Januar 5,3 Pfennig
tagsüber und 4,8 Pfennig pro Minute in der Nebenzeit,
ebenfalls bei Minutentakt. Anmeldung ist in beiden Fällen
nicht erforderlich; die Einwahldaten erfahren Sie wie alle
anderen Hintergrundinformationen auf unserer Homepage
http://www.teltarif.de .
Übrigens: Wer bei AOL die Grundgebühr
sparen will, braucht nur die Kündigung auszusprechen. Der Account
bleibt dann noch ein Vierteljahr ohne monatliche Grundgebühr
von 9,90 Mark nutzbar - zu den gewohnten Konditionen von
6 Pfennig pro Einwahl und 3,9 Pfennig pro Minute.
Variante 2, von AOL so bestätigt: Verbleib in der Kundenkartei
ohne zeitliche Begrenzung und Nutzung des Accounts für 6 Pfennig
pro Einwahl plus 6 Pfennig pro Minute.
- Sonder-Services online
USA-Gespräche zum Ortstarif bzw. gar darunter bietet der
US-koreanische Provider dialpad.
Der "Trick": Telefonieren via Internet. Internetzugang,
Soundkarte, Mikrofon und Lautsprecher sind die Voraussetzungen
für besonders günstige "small talks" über den großen Teich, die
nach Schilderungen von teltarif-Lesern problemlos funktionieren.
Die notwendige Software läuft per Java im Browser, man muss also
nichts weiter installieren.
Telefonkonferenzen, die übers Internet angemeldet werden,
bietet die Düsseldorfer Operator AG
zum Preis von 36,4 Pfennig pro Teilnehmer. Unschön: Mehr als
neun Personen können nicht teilnehmen. Dann heißt es auszuweichen
auf die teureren Anbieter Telekom bzw. Telegate.
Letztere startet zur CeBIT Ende Februar ihr bereits angekündigtes
Online-Branchenverzeichnis mit zunächst
rund 3,5 Millionen Einträgen. Mindestens teilweise wird der
Dienst auch für Nutzer kostenpflichtig sein.
- .de-Domains kostenlos...
...offerieren drei Anbieter, die teltarif in den letzten Tagen
unter die Lupe genommen hat.
www.freedoms.de erscheint
uns derzeit als einziger davon empfehlenswert, weil die Domain in
den Besitz des Kunden übergeht und insofern eine Rechtssicherheit
gegeben ist. Allerdings sollte man gegen die Weitergabe von
persönlichen Daten an dritte Werbepartner bei Freedoms Widerspruch
einlegen. Zu beachten ist außerdem eine Gebühr von 48 Mark,
die fällig wird, wenn man mit der Domain zu einem anderen Provider
wechseln will. Nachteil des kostenlosen Angebots: Bei jedem Aufruf
der Domain werden Pop-Up-Werbefenster eingeblendet.
www.nic.de.vu bietet zwar eine
werbefreie, aber nicht vollwertige Domain an. Statt www.xyz.de
bekommt man nur www.xyz.de.vu. Der gewählte Name, in dem Beispiel
ist das "xyz", steht bei der vu-Domain nicht an zweiter, sondern
erst an dritter Stelle von hinten. Statt einer offiziellen
Domain-Anmeldung bei der für ein Land zuständigen Stelle handelt
es sich hier lediglich um einen privaten Vertrag mit einem
Internet-Provider. Im Falle von nic.de.vu behält sich dieser sogar
per AGB vor, den Dienst nach Belieben abzuändern oder einzustellen.
Das sind keine guten Voraussetzungen; man sollte sich also von dem
"offiziell" klingenden "nic" (= "network information centre")
in www.nic.de.vu nicht täuschen lassen.
www.internetadresse.kostenlos.de
bringt zwar vollwertige Domains an den Mann oder die Frau, behält sich
aber nicht nur das Eigentumsrecht an dem bestellten Domainnamen vor,
sondern verlangt auch noch eine Einrichtungsgebühr von 19 Euro.
"Kostenlos" kann man das sicherlich nicht nennen.
- Callthrough günstig, Callback teurer
49 Pfennig pro Minute bei Sekundentakt für
Gespräche vom Handy zum Festnetz verlangt
Transglobe bei Zugang über eine
(0)0800-Nummer. Rufnummernerkennung ist inklusive, aber nur, wenn
beim Handy die Rufnummernübertragung aktiviert ist. Möglich wird
der Preis, der ja unterhalb des für 0800-Nummern vorgesehenen
Interconnection-Tarifs liegt, dadurch, dass Transglobe einen
internationalen Carrier als Partner hat, der nicht entbündelt mit der
Deutschen Telekom abrechnet. In diesem
Fall wird nicht danach unterschieden, wohin das Gespräch geht.
Aufpreise für Mobilfunkverbindungen hat
Enlinea per 16. Januar
eingeführt, mit der Folge, dass
Gespräche vom Handy zum Handy in Deutschland jetzt 47 statt bislang
31 Pfennig pro Minute kosten. Mobil -> Festnetz kostet
jetzt 39 Pfennig pro Minute; Festnetz -> Festnetz bleibt bei
umgerechnet 31 Pfennig. Aber für letzteres braucht man keinen
Callback-Anbieter.
- Call by Call läuft weiter
Eine "verbraucherorientierte" Entscheidung
will die Regulierungsbehörde in Sachen
Call-by-Call-Inkasso voraussichtlich
noch im Februar treffen. Die Telekom und ihre Wettbewerber werden
sich die Aufgabenstellung beim Eintreiben der Gebühren demnächst
vermutlich so aufteilen: Die DTAG stellt wie bisher die Rechnung aus
und zieht die Gebühren ein. Zahlt der Kunde aber nicht, müssen sich
die Wettbewerber um das Reklamations- und Mahnwesen selber kümmern
und sollen die nötigen Datensätze dazu von der Telekom erhalten.
Ursprünglich wollte die Telekom gar kein Inkasso mehr machen und
man hätte die Call-by-Call-Rechnungen einzeln an alle genutzten
Telefonfirmen überweisen müssen. Dieses "effektive Aus" für Call
by Call scheint aber vom Tisch zu sein.
Der VATM hält allerdings eine vernünftige Testphase für nötig
und befürchtet, dass der Datenversand zumindest nicht zeitnah
funktioniert, wie Geschäftsführer Grützner gegenüber teltarif
erläuterte.
Im soeben vorgelegten Jahresbericht der Regulierungsbehörde sieht
deren Präsident Klaus-Dieter Scheurle noch erheblichen Spielraum
für weitere Preissenkungen vor allem bei Mobilfunktarifen, die im
internationalen Vergleich noch zu hoch seien.
- Korrekturen und Nachträge zum letzten Newsletter
Im letzten Newsletter hatten wir eine Absatzschaltung im Text
vergessen. Dadurch standen das Ende des angemeldeten Call by Call
bei Mox und die Pleite von Prokscha &
Prokscha so nah zusammen, dass einige Leser aufgeregt bei Mox
anriefen und fragten, ob auch diese in Schwierigkeiten steckten.
Dem ist aber nicht so! Vielmehr setzt Mox auf neue Produkte wie
Prepaid-Karten oder Werbetelefonie und zieht sich folglich aus dem
Geschäft mit dem angemeldeten Call by Call zurück.
Wir entschuldigen uns bei Mox Telecom für dieses
Missverständnis.
Der Vorführeffekt hatte uns erwischt, als wir im
letzten Newsletter angaben, dass es reicht, eine URL wie
http://www.teltarif.de/libertysurf in das Browserfenster zu tippen,
um die Daten zur Firma "libertysurf" anzuzeigen. Das Programm, das
im Hintergrund auf teltarif von Hand getippte URLs vervollständigt,
war am Morgen nach dem Newsletterversand abgestürzt...
Doch jetzt funktioniert die Software wieder wie erwünscht.
Probieren Sie es einfach mal mit Ihrer Lieblings-Telefonfirma aus.
Bei den meisten Web-Browsern können Sie auch noch das "http://www"
am Anfang weglassen. Die Eingabe teltarif.de/drillisch führt Sie
zum Beispiel direkt zum Anbieter Drillisch.
- Kurioses von der Börse
Auf Anzeigenschaltungen konzentrieren sich derzeit Mannesmann
und Vodafone in der seit Wochen andauernden Übernahmeschlacht.
Nach Baby-Gesichtern und Mutterbrüsten prangen in diesen
Tagen Statistiken, Zahlen und Kurvenverläufe auf ganzseitigen
Inseraten. Information, Apokalypse oder schlicht: Vernichtung
von shareholder-value, das ist die Frage, die erst nach
Ende des Dramas beantwortet sein dürfte. Jüngste Posse:
Bundeswirtschaftsminister Müller hat nach Angaben des "SPIEGEL"
seine Zusage, am 1. Februar die 23. Congressmesse Online
2000 in Düsseldorf zu eröffnen, zurückgezogen, weil direkt nach ihm
Vodafone-AirTouch-Chef Chris Gent sprechen soll. Er fühle durch
diese Gesprächsfolge seine Unabhängigkeit berührt.
Keine Berührungsängste hat die Deutsche Telekom, wenn's ums
Geld geht. Neuester Plan des Ex-Monopolisten: Im April soll
Tochter T-Online an die Börse - Kapital einsammeln für weitere
internationale Akquisitionen.
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