- Flatrate als Heißluftballon
Es war zu schön, um wahr zu sein: 89 Mark Monatsgebühr plus
89 Mark Einrichtungsgebühr bei dreimonatiger Laufzeit - und
fertig ist Deutschlands billigste Flatrate im neuen Jahr 2000.
Doch das Angebot von cTOnline hielt dem
Nachrechnen von teltarif nicht stand. Schon ab 50 Stunden
monatlicher Nutzungszeit hätte der Anbieter zugezahlt - und deshalb
hat cTOnline die Flatrate zurückgenommen, kaum 24 Stunden nach
ihrem Start.
Surf1 hat dagegen alle bisherigen
Versprechen gehalten; für die private Flatrate gelten
rückwirkend ab 1. Januar
Monatspauschalen zwischen 139 und 179 Mark plus
Einrichtungsgebühren zwischen 129 und 199 Mark, je nach
Vertragsdauer. Auch die Minutenpakete werden günstiger - die
20 Stunden gibt's ab 1. Februar für 35 Mark plus
40 Mark Einrichtungsgebühr; größere Pakete sind entsprechend
preiswerter.
- Internet - Neue Preise, neue Anbieter
Wirklich kostenlos, also auch ohne
Telefongebühren kann surfen, wer mindestens fünf Jahre Mitglied im
Deutschen Jugendherbergswerk ist. Limit: 10 Stunden im Monat,
danach ist Schluss, ab dann wird bezahlt. Schade, dass dieses
Angebot so exklusiv ist!
An jedermann, der keine Grundgebühr bezahlen will,
wendet sich das neue Angebot von
LibertySurf: 4,9 Pfennig
tagsüber und 3,9 Pfennig in der Nebenzeit bei Minutentakt
ohne Vertragsbindung sind ein faires Angebot eines neu am
deutschen Markt auftretenden französisch-englischen Konsortiums.
Internet heißt eben auch "international". Die weiteren Daten
finden Sie wie üblich auf teltarif.de. Klicken
Sie dazu auf unserer Startseite auf den Link "Internetanbieter".
Sie können aber auch den Anbieter direkt ansteuern - tippen Sie
einfach http://www.teltarif.de/libertysurf in das URL-Fenster
Ihres Browsers. Unser Webserver führt Sie dann automatisch auf
die richtige Seite.
AddCom hat als einer
der ersten Internet-Provider auf die neu festgelegten Interconnect-Gebühren reagiert und die
Nebenzeit vorverlegt, so dass seit
1. Januar die 3,9 Pfennig pro Minute im Minutentakt
schon ab 18 statt bislang erst ab 21 Uhr gelten. Derselbe
Preis gilt auch durchgehend am ganzen Wochenende, da lohnt es
sich besonders. Tagsüber sind die 5,9 Pfennig pro Minute
unverändert geblieben.
Modifiziert hat Alpha Telecom
seinen Internet-Zugang Alphasurf,
den es seit 1. Januar in drei Varianten gibt. Vielsurfer
zahlen 3,9 Pfennig pro Minute bei 14,90 Mark
Grundgebühr, Normalsurfer 4,4 Pfennig pro Minute bei
8,90 Mark Grundgebühr und Wenigsurfer 6 Pfennig
pro Minute ohne Grundgebühr jeweils im neuen, unfreundlicheren
Minutentakt. E-Mail-Adresse und 5-MB-Homepage kosten jeweils zwei
Mark extra.
Ebenfalls 6 Pfennig pro Minute ohne zusätzliche Grundgebühr
ist der Preis für T-Online-by-Call,
das allerdings nur in Verbindung mit einem ISDN-Anschluss der Deutschen Telekom angeboten wird.
4 Pfennig pro Minute bei 20 Mark monatlichem
Mindestumsatz zuzüglich 4 Pfennig Einwahlgebühren verlangt die
Nahetal Internet Service GmbH i.G., die neu am deutschen Markt ist.
- Auslandsgespräche wieder billiger
39 mal Spitzenreiter in der teltarif-Datenbank - das kann
First Telecom seit 8. Januar von
sich behaupten, und zwar bei Auslandsgesprächen im offenen Call
by Call über die 01039. Hong Kong (15 Pf./Min.), Japan
(22), Luxemburg (25) oder China (63) seien nur beispielhaft
genannt; Interessenten mögen sich den Preisvergleich
online auf http://www.teltarif.de/ für ihr
Wunschland selber ausrechnen lassen - einfach auf die
Standardabfrage klicken. Wie immer
bei FT: 2 Pfennig Verbindungsgebühr extra und Minutentakt.
Anmeldung ist aber nicht erforderlich
Am Tag zuvor hatte 01051 eine
ihrer beliebten pfennigweisen Preissenkungen verkündet - Hong
Kong (18 Pf./Min.), die Philippinen (60) und China (66)
standen seinerzeit auf dem Plan; ganz frisch sind noch die
neuen Preise für Moskau und St. Petersburg
(je 34) sowie die Ukraine für 74 Pfennig pro Minute im
Minutentakt - ebenfalls je einen Pfennig billiger als zuvor. Eher
"unstandesgemäß" bei 01051: Eine dezente Erhöhung für Gespräche nach
Polen; sie kosten ab 8. Januar 43 statt zuvor 38 Pfennig
pro Minute. Grund: Verschlechterte Einkaufsbedingungen.
- Nationaler Markt: Talkline etwas günstiger
Auch Talkline gibt die
anstehenden Vergünstigungen der neuen
Interconnect-Regelung weiter und verbilligt und verlängert zugleich
die Nebenzeit. Statt 8 werden ab 17. Januar zwischen 18 und
22 Uhr nur noch 6,9 Pfennig pro Minute (bei Minutentakt)
für nationale Ferngespräche über die 01050 verlangt - bis 21 Uhr
bedeutet das den Spitzenplatz in der Tarifdatenbank. Verbindungen in
die Mobilfunknetze kosten künftig durchgehend 59 Pfennig pro
Minute, also 10 Pfennig weniger als bislang.
o.tel.o wird ab Februar
in neun deutschen Großstädten mit einem eigenen
ISDN-Anschluss am Markt sein.
In der monatlichen Grundgebühr ist dieser identisch mit dem
Angebot von "Mutter" Arcor, aber vor allem bei Verbindungen in die
Mobilfunknetze lässt sich der eine oder andere Pfennig durchaus
sparen.
Preiswerter werden Verbindungen in die Mobilfunknetze
bei Callino zum 1. Februar.
Call-by-Call-Kunden zahlen künftig 89 Pfennig pro Minute,
Preselection-Kunden 49.
Ganz "einsparen" wird Mox das Call
by Call mit Anmeldung. Neuanmeldungen werden seit 3. Januar
nicht mehr angenommen - zu hoher Aufwand, so die Begründung.
Ein geplatzter Wechsel eines Großkunden
schließlich soll die Ursache für das Aus von Prokscha
& Prokscha sein: Das TK-Unternehmen aus Hof hat
Insolvenzantrag gestellt - der vornehme
Begriff für "pleite".
- Mobilfunk mit mehr Service
Wer den Netzbetreiber wechselt, kann künftig wahrscheinlich seine
Mobilfunknummer behalten. Eine dahingehende Entscheidung noch in
diesem Jahr hat jetzt die Regulierungsbehörde in Aussicht gestellt.
Von der sogenannten Rufnummernportabilität
erwartet die Behörde eine Intensivierung des Wettbewerbs und damit
auch Preissenkungen.
VIAG-Mobilfunkkunden werden künftig auch während des Gesprächs
zu D1 "umgebucht", wenn sie den Versorgungsbereich des E2-Netzes
verlassen. "Handover" heißt der Service, der allerdings erst in
Planung ist.
- 0190-Nummern auf dem Prüfstand
Betreiber von 0190er-Nummern bekommen in diesen Tagen Nachricht
über geänderte Geschäftsbedingungen.
Den "Stöhnlines" geht es dann an den Kragen, wenn Sittenwidrigkeit
vorliegt. Absender sind sechs in diesem "Gewerbe" tätigen
TK-Unternehmen, die bei einem Treffen Ende vergangenen Jahres einen
gemeinsamen Kriterien-Katalog aufgestellt haben.
Die DTAG, KomTel, Star
und andere umtreiben aber auch ganz handfeste ökonomische Sorgen:
Nämlich die mangelnde Zahlungsmoral mancher "Telefon-Freier", die
unter Hinweis auf einschlägige Gerichtsurteile einfach nicht löhnen.
Professionelle Animateure werden künftig jedenfalls nicht mehr so
einfach ihr Geld über 0190 verdienen. Telefonsex wird es trotzdem
weiterhin geben - wahrscheinlich per Vorkasse.
Gerichtsnotorischen Zank liefern sich
derzeit Topware und TelDaFax wegen
ihrer Auskunft-CD-ROMs. Topware ("D-Info") möchte, dass TelDaFax den
Hinweis auf den Datenbestand bei der TelDaInfo von "Winter '99" auf
"Oktober '99" ändert; das Landgericht Hamburg hat eine Einstweilige
Verfügung erlassen, gegen die TelDaFax Widerspruch einlegt.
- Fusionsfieber im Markt
AOL und Time Warner planen die größte Unternehmensfusion der
Wirtschaftsgeschichte. Bis Ende des Jahres wollen der weltweit
größte Internet-Anbieter und der weltgrößte Medienkonzern per
Aktientausch zusammengehen. Gemeinsamer Börsenwert: Umgerechnet
665 Milliarden Mark. Die Zustimmung von Wettbewerbsbehörden
und Aktionären steht aber noch aus. Der EU-Wettbewerbskommissar
Mario Monti kündigte eine Untersuchung der Auswirkungen auf den
europäischen Markt an; der Internationale Journalistenverband
sieht die Meinungsvielfalt bedroht. Aufhalten lassen wird sich
die Branche dadurch wohl kaum.
Dagegen ist selbst der schwelende Übernahmekampf zwischen
Vodafone Airtouch und Mannesmann ein wenig in den Hintergrund
geraten. Die groß angekündigte "mobile
Internet-Plattform" von Vodafone, die im Juli zur Verfügung
stehen und vor allem die Aktionäre ködern soll, entpuppte sich
allerdings bei näherem Hinsehen als nur geringfügig innovativ.
Immerhin stehen mit IBM, Sun Microsystems, Infospace.com, Ericsson
und Nokia namhafte Technik- und Content-Provider an der Seite von
Vodafone.
Auch die Deutsche Telekom bleibt um internationale
Geltung bemüht. Einerseits wird ihr Interesse am Kauf
des französischen Internet-Providers Club Internet
nachgesagt, andererseits bietet sie bei
der Versteigerung von UMTS-Lizenzen in
Spanien mit.
Ein paar Nummern kleiner: TelDaFax,
die 1999 ein Rekordvolumen von 4,9 Milliarden Gesprächsminuten
vermittelten, davon allein 1,3 Milliarden im letzten Quartal.
- Zukunftsmusik aus der Branche
Trotz Rekordzahlen, Rekordumsätzen
und Rekordgewinnen: Trends im TK-Markt kommen eher selten aus
Deutschland. In Schweden soll es ab 1. Februar - zunächst
im Testbetrieb - eine Telefonpauschale
von umgerechnet 22 Mark geben. Damit kann man dann so viele
Inlands- und Stadtgespräche führen, wie man will.
Auch in Österreich ist eine Telefonpauschale in Planung, die für
umgerechnet rund 35 Mark monatlich unbegrenztes landesweites
Telefonieren ermöglichen soll.
In den USA soll zum 1. April ein
werbefinanzierter Breitband-Internetzugang per DSL verfügbar sein,
den Kunden kostenlos nutzen können. Bleibt zu hoffen, dass sich
manche der guten Ideen auch in Deutschland bald blicken lassen.
- Gut gerutscht
Der viel diskutierte Y2K-Bug entpuppte sich - zum Glück - als viel
weniger dramatisch als befürchtet. In ein paar Kernkraftwerken
fielen zwar Überwachungsanlagen für die Radioaktivität aus, aber
von Kernschmelze, Flugzeugabstürzen und anderen GAUs blieben wir
verschont.
Auch die von vielen Telefongesellschaften befürchteten
Netzüberlastungen nach Neujahr, weil jeder das Telefon ausprobiert,
blieben zumindest im Festnetz aus. Hart erwischt hat es aber die
Mobilnetze: Wer in einer der Riesenpartys wie der in Berlin war,
hatte echte Probleme, seine mobilen Neujahrsgrüße in die Welt
zu senden. Besonders hart erwischt hatte es dabei das junge
Viag-Netz. Statt einer Verbindung vom Festnetz -> Mobilnetz kam
wiederholt die Ansage: "Die von Ihnen gewählte Rufnummer ist nicht
vergeben. Bitte rufen Sie die Auskunft an." So etwas darf auch
bei Netzüberlastung nicht passieren - hier müssen die Techniker
also noch etwas nachbessern.
Echte Y2K-Fehler gab es zuhauf auf Websites, die per Java-Script
das aktuelle Datum im Text anzeigen. Besonders schön der Fehler auf
der Website von Gigabyte: Je nach Browser wurde das Jahr 2100 oder
gar 4000 verkündet. Schlug man im Quelltext nach, fand man oberhalb
der fehlerhaften Datumsfunktion den Hinweis, dass diese Y2K-compliant
sei. Da hatte wohl der Programmierer nicht ausreichend getestet.
Bug hin oder her: Das teltarif-Team hofft, dass Sie gut im neuen
Jahr angekommen sind. Selbstverständlich werden wir Sie weiterhin
mit aktuellen Nachrichten und Tarifen versorgen, ob online auf
unserer Website oder offline im Newsletter. Und wenn Sie mit uns
zufrieden sind, dann empfehlen Sie uns doch einfach weiter - leiten
Sie z.B. diese E-Mail mit einem kurzen Anschreiben an Freunde oder
Bekannte weiter.
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