Wieder sind zwei Wochen vergangen, die teltarif dieses Mal genutzt
hat, um den Mobilfunkberater auszubauen. Neu hinzugekommen sind
die Rubriken "Service Provider" und "SMS". Erstere führt
interessante Tarifoptionen der Mobilfunk-Wiederverkäuft auf. Auf
den SMS-Seiten wird erläutert, wie Sie eine E-Mail auf einem Handy
empfangen können oder ein Telefax per Handy verschicken. In
Vorbereitung: Ein Abschnitt zum Thema Datenfunk.
- Flatrate für unter DM 100,-
Immer wieder lohnt sich der Blick auf Telefonanbieter jenseits
der deutschen Grenzen, fördert dieser doch erstaunliches zu Tage.
Vor wenigen Wochen hat die Telekom Austria eine Internet-Offensive
gestartet. Für 85 Mark im Monat bekommt man einen
ISDN-Anschluss inklusive einem Onlinezugang und allen Einwahlkosten!
Zieht man von diesem Betrag die in Deutschland üblichen Kosten
für einen "nackten" ISDN-Anschluss ab, bleibt ein Betrag von
ca. DM 40,-, den die österreichische Flatrate kostet.
Hierzulande ist man hingegen schon froh, wenn
Silyn-Tek (früher Surf 1) die
Kosten für seine Flatrate auf monatlich DM 209,- senkt und
die Mindestlaufzeit von einem Jahr auf einen Monat reduziert.
Wählt man trotzdem weiterhin die jährliche Variante, bezahlt man
nur DM 189,- im Monat. Die Einrichtungsgebühren sind mit
DM 399,- (monatlich kündbarer Vertrag) bzw. DM 199,-
(Jahresvertrag) weiterhin hoch. Alles weitere zu Silyn Tek und
allen anderen hier erwähnten Anbietern finden Sie übrigens wie
üblich auf unserer Homepage www.teltarif.de .
Neben der ISDN-Flatrate gibt es in Österreich auch ADSL zu einem
guten Preis: Kombiniert man den schnellen Internetzugang mit einem
Analoganschluss, kostet das DM 114,- im Monat. Wählt man ADSL
und ISDN, sind DM 135,- zu berappen. Hierzulande wird ADSL
in Verbindung mit einem Analoganschluss gar nicht erst angeboten;
bei Kombination mit ISDN zahlt man mindestens DM 198,- im
Monat, inklusive 50 Freistunden. In Österreich ist hingegen
die Onlinezeit bei beiden Varianten unbegrenzt, und man muss schon
eine ganze Menge an Downloads durchführen, um die dort geltende
Volumengrenze von einem Gigabyte zu überschreiten.
In dieselbe Kerbe, nämlich dass die Telekom weiterhin zu teuer
ist, schlägt die Feststellung einer EU-Kommission, dass Mietleitungen
in Deutschland und Europa überteuert sind. So übertrifft die
Telekom die Preisobergrenzen teilweise deutlich, die die Kommission
für Mietleitungen empfiehlt. Günstigere Mietleitungen ermöglichen
aber billigere und schnellere Backbones und damit eine bessere
Entwicklung des Internets.
- Internet ohne Anmeldung ab 4,5 Pfennig pro Minute
In den letzten Monaten wurden diverse neue Internetzugänge mit
immer niedrigeren Preisen vorgestellt. Doch bei Internet by
Call ohne Anmeldung tat sich erstaunlich wenig.
MobilComs Tarif von 5 Pfennig
pro Minute, der im Frühjahr herauskam, ist zur Geschäftszeit
immer noch eines der besten Angebote in dieser Kategorie.
Das neue Internetprodukt der Lübecker
Nachrichten, einer Zeitung, ist mit 5,5 Pfennig pro Minute
zur Geschäftszeit ebenfalls teurer als MobilCom. Trotzdem ist
das Angebot erwähnenswert: Es handelt sich nämlich um den ersten
Internetzugang ohne Anmeldung, der sekundengenau abgerechnet
wird. Damit ist er ideal geeignet, die E-Mail abzuholen oder zu
überprüfen, ob sich auf der Lieblings-Website etwas verändert hat.
Und mit 4,5 Pfennig in der Nebenzeit setzen sich die Lübecker
Nachrichten in der beliebten Surfzeit von 18 bis 21 Uhr bzw. am
Wochenende von 5 bis 21 Uhr gar an die Spitze. Einwahlnummer:
01088/019 23 61, Benutzerkennung: LN, Passwort: online.
Bitte beachten Sie die Groß- und Kleinschreibung.
NGI bietet die beiden neuen Produkte
Basic und Premium. Ersteres kostet DM 8,90 pro Monat,
dafür sinkt der Minutenpreis auf 3,89 Pfennig. Zahlt man
gar die DM 17,90 für Premium, kann man rund um die Uhr für
3 Pfennig surfen. Ob sich die Angebote auch für Sie rechnen,
können Sie mit der Internet-Abfrage auf
www.teltarif.de ermitteln.
- Es wird Weihnachten, Fest der Sonderpreise
Pünktlich zum 1. Advent haben diverse Telefonfirmen damit begonnen,
Weihnachts-Sonderpreise vorzustellen. So drückt
RSL-Com die Preise für 19 Länder
bis zum 3. Januar 2000. Großbritannien ist für 12 Pfennig
im Programm, Schweden für 15 oder Italien für 19 Pfennig.
Anmeldung ist nicht erforderlich, einfach die 01015 vorwählen.
Pre-Select-Kunden bekommen den Sekundentakt, sonst gilt die
Abrechnung in ganzen Minuten.
Ganz umsonst kann in den nächsten Tagen bei
Talkline gesurft werden. Am kommenden
Nikolaus (6. Dezember) läuft die Aktion von 18 Uhr bis
um 6 Uhr am nächsten Morgen. Ebenfalls kostenlos ist
der 12. Dezember von Mittag bis Mitternacht. Einwahlnummer:
01050/019251, Benutzername: nikolaus, Passwort: gratis.
Statt den Kunden beschenkt Viag
Interkom Kinder in Not: Für jede Minute, die bis zum
26. Dezember über die 01090 telefoniert wird, geht ein Pfennig an
den Spenden-Marathon des Fernsehsenders RTL. Eine löbliche Aktion.
KielNet (Sparvorwahl 01043, nur
in Kiel) halbiert an den Adventswochenenden und an Weihnachten
(Heiligabend + Weihnachtsfeiertage) die Preise. Doch besonders
günstig sind auch diese nicht: Mit rund um die Uhr 19 Pfennig
pro Minute für Ferngespräche überbietet KielNet nämlich selbst die
Deutsche Telekom zur Nebenzeit drastisch.
Letztere wird zwischen Heiligabend und Neujahr voraussichtlich
ihren üblichen Weihnachtstarif anbieten, das heißt, dass auch an den
Werktagen die Wochenendpreise verlangt werden. Apropos Werktage:
Heiligabend und Silvester sind grundsätzlich Arbeitstage, wenn auch
nur zur Hälfte. Daher weigern sich einige Telefonfirmen, diese zum
Feiertagstarif abzurechnen, wie die Erfahrung von 1998 zeigt. Andere
Firmen wie Viatel kennen sowieso keine
Feiertage bei Ihrem Schema. Seien Sie also vorsichtig.
Umsonst telefonieren können an Weihnachten Kunden der
Redwing Telecom. Allerdings wird das
günstige Vergnügen auf eine Stunde pro PreSelect-Kunde begrenzt.
Ob die daraus resultierende Ersparnis von ein paar Mark es
rechtfertigt, sich extra wegen dem Weihnachtsgeschenk anzumelden?
- Mobilfunk mit Großkundenrabatt
Communitel e.V. hat sich zum Ziel
gesetzt, Großkundenrabatte an seine Mitglieder weiterzugeben. Ein
Beispiel dafür ist der Mobilfunktarif "T-D1 Company Profi", der
DM 48,60 Grundgebühr kostet und dafür rund um die Uhr Gespräche
ins Festnetz für 39,6 Pfennig ermöglicht. Es wird sekundengenau
abgerechnet. Allerdings kommen noch DM 78,- Mitgliedsbeitrag
für Communitel hinzu. Legt man diese auf die Mobilfunk-Grundgebühr
um, ergibt sich ein monatlicher Grundpreis von DM 55,10. Man
muss Telekom-Festnetz-Kunde sein, um dieses Produkt nutzen zu können,
dafür werden als Nebeneffekt Ortsgespräche vergünstigt.
Telecom Italia Mobile in Italien geht unterdessen andere Wege:
Wer sich auf dem Handy anrufen lässt, erwirbt bei der neuesten
Tarifcreation ein Guthaben, dass dann abtelefoniert werden kann.
100 Minuten, die man entgegennimmt, bringen immerhin
19 Minuten, die man selber zurückrufen kann - dann kostenlos.
- Günstiger in die Mobilnetze
Unbestätigten Berichten von Mitarbeitern der
Deutschen Telekom
zufolge plant diese eine Tarifsenkung für
Aktiv-Plus-Kunden: Verbindungen
in die Mobilnetze D1 und D2 sollen künftig nur noch 39 Pfennig
pro Minute kosten. Die Haken: Wahrscheinlich gilt der Minutentakt
und Aktiv Plus wird weiterhin eine Grundgebühr von DM 9,90
im Monat kosten. Im Vergleich zu den bisherigen Preisen von bis
zu 96 Pfennig pro Minute ist das aber ein großer Schritt
vorwärts. Arcor hat mit
Sunny bereits ein ähnliches Angebot
im Programm.
Die Preissenkung für Verbindungen vom Festnetz zum Mobilfunk
dürfte sich auch auf Verbindungen mobil -> mobil auswirken, wenn man
in Fremdnetze telefoniert. Im Bereich der Call-by-Call-Gespräche vom
Festnetz zum Mobilfunk ist zwar nicht mit Preissenkungen zu rechnen,
dafür mit einer Abnahme der Auslandsroutings: Bei letzteren wird
das Telefonat über eine ausländische Gesellschaft geführt, die noch
alte Verträge mit der Deutschen Telekom hat, bei denen nicht danach
unterschieden wird, ob das Gespräch als Ziel ein Festnetztelefon
oder ein Handy hat. Die Folge sind jedoch meist lange
Verbindungsaufbauzeiten und schlechte Gesprächsqualität. Die
Übermittlung der Rufnummer des Anrufers klappt in diesen Fällen
fast nie. Wenn die ausländische Gesellschaft überlastet ist, kommt
es zu Ansagen wie: "Sorry, your call did not get through at this
time. All lines are busy. Please try again later." Hoffen wir,
dass dieser Anachronismus bald stirbt, wenn die Entgelte, die die
Mobiltelefonfirmen für die Terminierung verlangen, sinken.
Auch Viag Interkom ermöglicht ab
sofort günstige Gespräche in das eigene Mobilnetz für 45 Pfennig
pro Minute. Wenn man ein E2-Handy (Vorwahl 0179) anruft, empfiehlt
es sich also, die 01090 vorzuwählen. Reseller von Viag Interkom
wie Herzog Telekom geben diesen Vorteil
ebenfalls an ihre Kunden weiter; so können Pre-Select-Kunden von
Herzog sogar für 39 bzw. 33 Pfennig ins E2-Netz telefonieren,
je nachdem, ob sie Sekundentakt bzw. Minutentakt gewählt haben.
- Auslandsverbindungen weiterhin im freien Fall
UPX verlangt von angemeldeten Kunden bei
Pre-Selection nur noch 9,5 Pfennig pro Minute für Gespräche
nach London im Minutentakt. Das ist der erste einstellige Preis
für Auslandsgespräche, der kein Sonderangebot ist. Der Rest
Großbritanniens ist mit 11,6 Pfennig allerdings etwas teurer.
Wählt man sekundengenaue Abrechnung, werden 10,6 bzw. 13.7 Pfennig
pro Minute berechnet. Auch diverse weitere Länder wurden vergünstigt.
KomServ, Auslandsdiscounter, bietet
nun neben der Einwahl über 01805/024 024 auch die Nutzung der
01803/018 018 für Auslandsgespräche an. Über die neue Nummer
ist praktisch ganz Westeuropa, aber auch Nordamerika, Australien,
Neuseeland und Hongkong erreichbar. Die Kosten betragen bei der
Einwahl über die Deutsche Telekom 18 Pfennig pro Minute
vom Festnetz aus, bzw. 30 Pfennig in der Telefonzelle.
Abgerechnet wird im 40-Sekunden-Takt. Man zahlt bereits ab dem
Zeitpunkt, wo der KomServ-Servicecomputer den Anruf antgegennimmt.
01051 hat diverse neue Länder
in Osteuropa und Asien im Programm, zum Beispiel Lettland für
64 Pfennig pro Minute oder Russland für 55 Pfennig. Andere
Länder wurden gesenkt, z.B. Jugoslawien von 62 auf 55 Pfennig.
Ob auch Ihr Land dabei ist, und ob vielleicht ein anderer Anbieter
mit Pre-Selection noch etwas günstiger ist, erfahren Sie in der
Tarifdatenbank auf www.teltarif.de.
Wenn Ihnen das zu umständlich ist: Bei Auslandsgesprächen einfach
probieren, die 01051 vorzuwählen. Wenn Sie durchkommen, bezahlen Sie
einen vernünftigen Preis, denn es gibt kein Land, für das 01051
überteuert wäre. Nur bei innerdeutschen Gesprächen nach 21 Uhr
sind andere Konkurrenten, wie z.B. o.tel.o
01011 die deutlich bessere Wahl.
- Nichts los innerdeutsch
Ob es die berühmte "Ruhe vor dem Sturm" ist - oder ob die von
vielen prophezeite Talsohle bei den Tarifen bereits erreicht
ist? Man weiß es nicht. Jedenfalls fällt auf: Bei nationalen
Ferngespräche hat sich praktisch nichts bewegt. Einzig
Callino hat an den Preisen gedreht,
und verlangt bei Pre-Selection künftig 9,9 Pfennig für Gespräche
bis 50 Kilometer und 13,9 Pfennig darüberhinaus. Es wird
nach den ersten 60 Sekunden sekundengenau abgerechnet.
Offenbar ist zur Zeit jeder zufrieden: Discounter wie 01051
oder 3U lassen die Preistabelle für sich sprechen. Andere verlangen
zwar teilweise doppelt so viel wie die Discounter, akquirieren ihre
Kunden aber über intensive Fernsehwerbung, wo ein Preisvergleich
naturgemäß nicht stattfindet.
- Regulierungs-Knatsch und Kabel-Druck
Seitdem die Regulierungsbehörde Anfang '98 die Arbeit aufnahm,
war ein ständiger Kampf zwischen Scheuerle (harter Deregulierer)
und Börnsen (Telekom-Schützer) zu spüren. Offenbar hat sich
dabei der Chef gegen den Vizechef durchgesetzt, denn Börnsen hat
bekannt gegeben, dass er sich von seinem Posten zurückziehen will.
Sicherlich wird die nun zu erwartende Politik der fortgesetzten
Marktöffnung den ein- oder anderen Arbeitsplatz bei der Deutschen
Telekom kosten. Doch die Folge der Arbeit der Regulierungsbehörde,
nämlich ein Angebot von preiswerten und gut verfügbaren
Telekommunikationsdienstleistungen, sind Arbeitsplätze anderswo,
zum Beispiel im Internet.
Ein Bereich, den Deutschland komplett verschlafen könnte, wenn
nicht bald gehandelt wird, ist die Nutzung des Fernsehkabelnetzes
als breitbandiges Kommunikationsnetz für Sprache und Daten.
Die Deutsche Telekom, Eignerin
des Netzes, hat bereits vor Jahren den Verkauf zugesichert und
diesen auch letztes Jahr mit einer Ausschreibung angekündigt.
Zwischenzeitlich hat die Telekom wiederholt die Bedingungen geändert,
den Preis nach oben gesetzt, neue Bewerber mit in den Pool genommen,
also so ziemlich alles getan, was einen Verkauf verzögern kann.
Neueste Idee: Nur noch rund 35% der Anteile werden verkauft.
25,1% will die Telekom behalten, der Rest wird später an die Börse
gebracht und breit gestreut. Der Grund: Die Deutsche Telekom will
sich nicht selber Konkurrenz machen, denn jeder potentielle Käufer
des Kabelnetzes hat seine Absichten bekräftigt, dieses zu einem
leistungsfähigen Sprach- und Datennetz auszubauen. Der Schaden:
Die Leistungsfähigkeit des Wirtschaftsstandortes Deutschland sinkt,
wenn die vorhandene Infrastruktur, und das sind nunmal das Telefon-
und das TV-Kabelnetz gemeinsam, nicht optimal genutzt wird.
- "Ich fresse Dich!" - "Nein, ich will nicht!"
"Wir wollen Euch kaufen!" - "Nein, wir verkaufen nicht!" - "Dann
kaufen wir Euch direkt von den Aktionären!" - "Ok, probiert es
doch!", so, oder so ähnlich, läuft das Gerangel zwischen Vodafone und
Mannesmann zur Zeit ab. Die einen befürchten Arbeitsplatzverlust in
Deutschland, wenn der Deal klappt. Die anderen sind der Meinung,
dass ein Riesenkonzern schlagkräftiger wäre als zwei einzelne.
Tatsache ist: Mit Vodafone/Mannesmann entstünde der größte
alternative Netzbetreiber in Europa, ein starkes Gegengewicht
zu den Ex-Monopolisten wie France Télécom oder Deutsche Telekom.
Doch ist es sinnvoll, dass wir uns von den alten Monopolisten
verabschieden, nur, um neue auszubrüten? Mit Sicherheit wird uns
das Thema der Riesen-Fusion in den nächsten Wochen noch in den
Nachrichten verfolgen.
.
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