Newsletter 24/99 vom 02.12.1999
Die Neuigkeiten im Telefonbereich bis zum 02.12.1999 - von teltarif.de für Sie zusammengefasst.
  1. Flatrate für unter DM 100,-
  2. Internet ohne Anmeldung ab 4,5 Pfennig pro Minute
  3. Es wird Weihnachten, Fest der Sonderpreise
  4. Mobilfunk mit Großkundenrabatt
  5. Günstiger in die Mobilnetze
  6. Auslandsverbindungen weiterhin im freien Fall
  7. Nichts los innerdeutsch
  8. Regulierungs-Knatsch und Kabel-Druck
  9. "Ich fresse Dich!" - "Nein, ich will nicht!"

Wieder sind zwei Wochen vergangen, die teltarif dieses Mal genutzt hat, um den Mobilfunkberater auszubauen. Neu hinzugekommen sind die Rubriken "Service Provider" und "SMS". Erstere führt interessante Tarifoptionen der Mobilfunk-Wiederverkäuft auf. Auf den SMS-Seiten wird erläutert, wie Sie eine E-Mail auf einem Handy empfangen können oder ein Telefax per Handy verschicken. In Vorbereitung: Ein Abschnitt zum Thema Datenfunk.

  1. Flatrate für unter DM 100,-

    Immer wieder lohnt sich der Blick auf Telefonanbieter jenseits der deutschen Grenzen, fördert dieser doch erstaunliches zu Tage. Vor wenigen Wochen hat die Telekom Austria eine Internet-Offensive gestartet. Für 85 Mark im Monat bekommt man einen ISDN-Anschluss inklusive einem Onlinezugang und allen Einwahlkosten! Zieht man von diesem Betrag die in Deutschland üblichen Kosten für einen "nackten" ISDN-Anschluss ab, bleibt ein Betrag von ca. DM 40,-, den die österreichische Flatrate kostet.

    Hierzulande ist man hingegen schon froh, wenn Silyn-Tek (früher Surf 1) die Kosten für seine Flatrate auf monatlich DM 209,- senkt und die Mindestlaufzeit von einem Jahr auf einen Monat reduziert. Wählt man trotzdem weiterhin die jährliche Variante, bezahlt man nur DM 189,- im Monat. Die Einrichtungsgebühren sind mit DM 399,- (monatlich kündbarer Vertrag) bzw. DM 199,- (Jahresvertrag) weiterhin hoch. Alles weitere zu Silyn Tek und allen anderen hier erwähnten Anbietern finden Sie übrigens wie üblich auf unserer Homepage www.teltarif.de .

    Neben der ISDN-Flatrate gibt es in Österreich auch ADSL zu einem guten Preis: Kombiniert man den schnellen Internetzugang mit einem Analoganschluss, kostet das DM 114,- im Monat. Wählt man ADSL und ISDN, sind DM 135,- zu berappen. Hierzulande wird ADSL in Verbindung mit einem Analoganschluss gar nicht erst angeboten; bei Kombination mit ISDN zahlt man mindestens DM 198,- im Monat, inklusive 50 Freistunden. In Österreich ist hingegen die Onlinezeit bei beiden Varianten unbegrenzt, und man muss schon eine ganze Menge an Downloads durchführen, um die dort geltende Volumengrenze von einem Gigabyte zu überschreiten.

    In dieselbe Kerbe, nämlich dass die Telekom weiterhin zu teuer ist, schlägt die Feststellung einer EU-Kommission, dass Mietleitungen in Deutschland und Europa überteuert sind. So übertrifft die Telekom die Preisobergrenzen teilweise deutlich, die die Kommission für Mietleitungen empfiehlt. Günstigere Mietleitungen ermöglichen aber billigere und schnellere Backbones und damit eine bessere Entwicklung des Internets.

  2. Internet ohne Anmeldung ab 4,5 Pfennig pro Minute

    In den letzten Monaten wurden diverse neue Internetzugänge mit immer niedrigeren Preisen vorgestellt. Doch bei Internet by Call ohne Anmeldung tat sich erstaunlich wenig. MobilComs Tarif von 5 Pfennig pro Minute, der im Frühjahr herauskam, ist zur Geschäftszeit immer noch eines der besten Angebote in dieser Kategorie.

    Das neue Internetprodukt der Lübecker Nachrichten, einer Zeitung, ist mit 5,5 Pfennig pro Minute zur Geschäftszeit ebenfalls teurer als MobilCom. Trotzdem ist das Angebot erwähnenswert: Es handelt sich nämlich um den ersten Internetzugang ohne Anmeldung, der sekundengenau abgerechnet wird. Damit ist er ideal geeignet, die E-Mail abzuholen oder zu überprüfen, ob sich auf der Lieblings-Website etwas verändert hat. Und mit 4,5 Pfennig in der Nebenzeit setzen sich die Lübecker Nachrichten in der beliebten Surfzeit von 18 bis 21 Uhr bzw. am Wochenende von 5 bis 21 Uhr gar an die Spitze. Einwahlnummer: 01088/019 23 61, Benutzerkennung: LN, Passwort: online. Bitte beachten Sie die Groß- und Kleinschreibung.

    NGI bietet die beiden neuen Produkte Basic und Premium. Ersteres kostet DM 8,90 pro Monat, dafür sinkt der Minutenpreis auf 3,89 Pfennig. Zahlt man gar die DM 17,90 für Premium, kann man rund um die Uhr für 3 Pfennig surfen. Ob sich die Angebote auch für Sie rechnen, können Sie mit der Internet-Abfrage auf www.teltarif.de ermitteln.

  3. Es wird Weihnachten, Fest der Sonderpreise

    Pünktlich zum 1. Advent haben diverse Telefonfirmen damit begonnen, Weihnachts-Sonderpreise vorzustellen. So drückt RSL-Com die Preise für 19 Länder bis zum 3. Januar 2000. Großbritannien ist für 12 Pfennig im Programm, Schweden für 15 oder Italien für 19 Pfennig. Anmeldung ist nicht erforderlich, einfach die 01015 vorwählen. Pre-Select-Kunden bekommen den Sekundentakt, sonst gilt die Abrechnung in ganzen Minuten.

    Ganz umsonst kann in den nächsten Tagen bei Talkline gesurft werden. Am kommenden Nikolaus (6. Dezember) läuft die Aktion von 18 Uhr bis um 6 Uhr am nächsten Morgen. Ebenfalls kostenlos ist der 12. Dezember von Mittag bis Mitternacht. Einwahlnummer: 01050/019251, Benutzername: nikolaus, Passwort: gratis.

    Statt den Kunden beschenkt Viag Interkom Kinder in Not: Für jede Minute, die bis zum 26. Dezember über die 01090 telefoniert wird, geht ein Pfennig an den Spenden-Marathon des Fernsehsenders RTL. Eine löbliche Aktion.

    KielNet (Sparvorwahl 01043, nur in Kiel) halbiert an den Adventswochenenden und an Weihnachten (Heiligabend + Weihnachtsfeiertage) die Preise. Doch besonders günstig sind auch diese nicht: Mit rund um die Uhr 19 Pfennig pro Minute für Ferngespräche überbietet KielNet nämlich selbst die Deutsche Telekom zur Nebenzeit drastisch. Letztere wird zwischen Heiligabend und Neujahr voraussichtlich ihren üblichen Weihnachtstarif anbieten, das heißt, dass auch an den Werktagen die Wochenendpreise verlangt werden. Apropos Werktage: Heiligabend und Silvester sind grundsätzlich Arbeitstage, wenn auch nur zur Hälfte. Daher weigern sich einige Telefonfirmen, diese zum Feiertagstarif abzurechnen, wie die Erfahrung von 1998 zeigt. Andere Firmen wie Viatel kennen sowieso keine Feiertage bei Ihrem Schema. Seien Sie also vorsichtig.

    Umsonst telefonieren können an Weihnachten Kunden der Redwing Telecom. Allerdings wird das günstige Vergnügen auf eine Stunde pro PreSelect-Kunde begrenzt. Ob die daraus resultierende Ersparnis von ein paar Mark es rechtfertigt, sich extra wegen dem Weihnachtsgeschenk anzumelden?

  4. Mobilfunk mit Großkundenrabatt

    Communitel e.V. hat sich zum Ziel gesetzt, Großkundenrabatte an seine Mitglieder weiterzugeben. Ein Beispiel dafür ist der Mobilfunktarif "T-D1 Company Profi", der DM 48,60 Grundgebühr kostet und dafür rund um die Uhr Gespräche ins Festnetz für 39,6 Pfennig ermöglicht. Es wird sekundengenau abgerechnet. Allerdings kommen noch DM 78,- Mitgliedsbeitrag für Communitel hinzu. Legt man diese auf die Mobilfunk-Grundgebühr um, ergibt sich ein monatlicher Grundpreis von DM 55,10. Man muss Telekom-Festnetz-Kunde sein, um dieses Produkt nutzen zu können, dafür werden als Nebeneffekt Ortsgespräche vergünstigt.

    Telecom Italia Mobile in Italien geht unterdessen andere Wege: Wer sich auf dem Handy anrufen lässt, erwirbt bei der neuesten Tarifcreation ein Guthaben, dass dann abtelefoniert werden kann. 100 Minuten, die man entgegennimmt, bringen immerhin 19 Minuten, die man selber zurückrufen kann - dann kostenlos.

  5. Günstiger in die Mobilnetze

    Unbestätigten Berichten von Mitarbeitern der Deutschen Telekom zufolge plant diese eine Tarifsenkung für Aktiv-Plus-Kunden: Verbindungen in die Mobilnetze D1 und D2 sollen künftig nur noch 39 Pfennig pro Minute kosten. Die Haken: Wahrscheinlich gilt der Minutentakt und Aktiv Plus wird weiterhin eine Grundgebühr von DM 9,90 im Monat kosten. Im Vergleich zu den bisherigen Preisen von bis zu 96 Pfennig pro Minute ist das aber ein großer Schritt vorwärts. Arcor hat mit Sunny bereits ein ähnliches Angebot im Programm.

    Die Preissenkung für Verbindungen vom Festnetz zum Mobilfunk dürfte sich auch auf Verbindungen mobil -> mobil auswirken, wenn man in Fremdnetze telefoniert. Im Bereich der Call-by-Call-Gespräche vom Festnetz zum Mobilfunk ist zwar nicht mit Preissenkungen zu rechnen, dafür mit einer Abnahme der Auslandsroutings: Bei letzteren wird das Telefonat über eine ausländische Gesellschaft geführt, die noch alte Verträge mit der Deutschen Telekom hat, bei denen nicht danach unterschieden wird, ob das Gespräch als Ziel ein Festnetztelefon oder ein Handy hat. Die Folge sind jedoch meist lange Verbindungsaufbauzeiten und schlechte Gesprächsqualität. Die Übermittlung der Rufnummer des Anrufers klappt in diesen Fällen fast nie. Wenn die ausländische Gesellschaft überlastet ist, kommt es zu Ansagen wie: "Sorry, your call did not get through at this time. All lines are busy. Please try again later." Hoffen wir, dass dieser Anachronismus bald stirbt, wenn die Entgelte, die die Mobiltelefonfirmen für die Terminierung verlangen, sinken.

    Auch Viag Interkom ermöglicht ab sofort günstige Gespräche in das eigene Mobilnetz für 45 Pfennig pro Minute. Wenn man ein E2-Handy (Vorwahl 0179) anruft, empfiehlt es sich also, die 01090 vorzuwählen. Reseller von Viag Interkom wie Herzog Telekom geben diesen Vorteil ebenfalls an ihre Kunden weiter; so können Pre-Select-Kunden von Herzog sogar für 39 bzw. 33 Pfennig ins E2-Netz telefonieren, je nachdem, ob sie Sekundentakt bzw. Minutentakt gewählt haben.

  6. Auslandsverbindungen weiterhin im freien Fall

    UPX verlangt von angemeldeten Kunden bei Pre-Selection nur noch 9,5 Pfennig pro Minute für Gespräche nach London im Minutentakt. Das ist der erste einstellige Preis für Auslandsgespräche, der kein Sonderangebot ist. Der Rest Großbritanniens ist mit 11,6 Pfennig allerdings etwas teurer. Wählt man sekundengenaue Abrechnung, werden 10,6 bzw. 13.7 Pfennig pro Minute berechnet. Auch diverse weitere Länder wurden vergünstigt.

    KomServ, Auslandsdiscounter, bietet nun neben der Einwahl über 01805/024 024 auch die Nutzung der 01803/018 018 für Auslandsgespräche an. Über die neue Nummer ist praktisch ganz Westeuropa, aber auch Nordamerika, Australien, Neuseeland und Hongkong erreichbar. Die Kosten betragen bei der Einwahl über die Deutsche Telekom 18 Pfennig pro Minute vom Festnetz aus, bzw. 30 Pfennig in der Telefonzelle. Abgerechnet wird im 40-Sekunden-Takt. Man zahlt bereits ab dem Zeitpunkt, wo der KomServ-Servicecomputer den Anruf antgegennimmt.

    01051 hat diverse neue Länder in Osteuropa und Asien im Programm, zum Beispiel Lettland für 64 Pfennig pro Minute oder Russland für 55 Pfennig. Andere Länder wurden gesenkt, z.B. Jugoslawien von 62 auf 55 Pfennig. Ob auch Ihr Land dabei ist, und ob vielleicht ein anderer Anbieter mit Pre-Selection noch etwas günstiger ist, erfahren Sie in der Tarifdatenbank auf www.teltarif.de. Wenn Ihnen das zu umständlich ist: Bei Auslandsgesprächen einfach probieren, die 01051 vorzuwählen. Wenn Sie durchkommen, bezahlen Sie einen vernünftigen Preis, denn es gibt kein Land, für das 01051 überteuert wäre. Nur bei innerdeutschen Gesprächen nach 21 Uhr sind andere Konkurrenten, wie z.B. o.tel.o 01011 die deutlich bessere Wahl.

  7. Nichts los innerdeutsch

    Ob es die berühmte "Ruhe vor dem Sturm" ist - oder ob die von vielen prophezeite Talsohle bei den Tarifen bereits erreicht ist? Man weiß es nicht. Jedenfalls fällt auf: Bei nationalen Ferngespräche hat sich praktisch nichts bewegt. Einzig Callino hat an den Preisen gedreht, und verlangt bei Pre-Selection künftig 9,9 Pfennig für Gespräche bis 50 Kilometer und 13,9 Pfennig darüberhinaus. Es wird nach den ersten 60 Sekunden sekundengenau abgerechnet.

    Offenbar ist zur Zeit jeder zufrieden: Discounter wie 01051 oder 3U lassen die Preistabelle für sich sprechen. Andere verlangen zwar teilweise doppelt so viel wie die Discounter, akquirieren ihre Kunden aber über intensive Fernsehwerbung, wo ein Preisvergleich naturgemäß nicht stattfindet.

  8. Regulierungs-Knatsch und Kabel-Druck

    Seitdem die Regulierungsbehörde Anfang '98 die Arbeit aufnahm, war ein ständiger Kampf zwischen Scheuerle (harter Deregulierer) und Börnsen (Telekom-Schützer) zu spüren. Offenbar hat sich dabei der Chef gegen den Vizechef durchgesetzt, denn Börnsen hat bekannt gegeben, dass er sich von seinem Posten zurückziehen will. Sicherlich wird die nun zu erwartende Politik der fortgesetzten Marktöffnung den ein- oder anderen Arbeitsplatz bei der Deutschen Telekom kosten. Doch die Folge der Arbeit der Regulierungsbehörde, nämlich ein Angebot von preiswerten und gut verfügbaren Telekommunikationsdienstleistungen, sind Arbeitsplätze anderswo, zum Beispiel im Internet.

    Ein Bereich, den Deutschland komplett verschlafen könnte, wenn nicht bald gehandelt wird, ist die Nutzung des Fernsehkabelnetzes als breitbandiges Kommunikationsnetz für Sprache und Daten. Die Deutsche Telekom, Eignerin des Netzes, hat bereits vor Jahren den Verkauf zugesichert und diesen auch letztes Jahr mit einer Ausschreibung angekündigt. Zwischenzeitlich hat die Telekom wiederholt die Bedingungen geändert, den Preis nach oben gesetzt, neue Bewerber mit in den Pool genommen, also so ziemlich alles getan, was einen Verkauf verzögern kann. Neueste Idee: Nur noch rund 35% der Anteile werden verkauft. 25,1% will die Telekom behalten, der Rest wird später an die Börse gebracht und breit gestreut. Der Grund: Die Deutsche Telekom will sich nicht selber Konkurrenz machen, denn jeder potentielle Käufer des Kabelnetzes hat seine Absichten bekräftigt, dieses zu einem leistungsfähigen Sprach- und Datennetz auszubauen. Der Schaden: Die Leistungsfähigkeit des Wirtschaftsstandortes Deutschland sinkt, wenn die vorhandene Infrastruktur, und das sind nunmal das Telefon- und das TV-Kabelnetz gemeinsam, nicht optimal genutzt wird.

  9. "Ich fresse Dich!" - "Nein, ich will nicht!"

    "Wir wollen Euch kaufen!" - "Nein, wir verkaufen nicht!" - "Dann kaufen wir Euch direkt von den Aktionären!" - "Ok, probiert es doch!", so, oder so ähnlich, läuft das Gerangel zwischen Vodafone und Mannesmann zur Zeit ab. Die einen befürchten Arbeitsplatzverlust in Deutschland, wenn der Deal klappt. Die anderen sind der Meinung, dass ein Riesenkonzern schlagkräftiger wäre als zwei einzelne. Tatsache ist: Mit Vodafone/Mannesmann entstünde der größte alternative Netzbetreiber in Europa, ein starkes Gegengewicht zu den Ex-Monopolisten wie France Télécom oder Deutsche Telekom. Doch ist es sinnvoll, dass wir uns von den alten Monopolisten verabschieden, nur, um neue auszubrüten? Mit Sicherheit wird uns das Thema der Riesen-Fusion in den nächsten Wochen noch in den Nachrichten verfolgen.


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