Newsletter 23/99 vom 18.11.1999
Die Neuigkeiten im Telefonbereich bis zum 18.11.1999 - von teltarif.de für Sie zusammengefasst.
  1. In eigener Sache
  2. Duell der Giganten
  3. Dezente Variationen
  4. Discounter auf Kundenjagd
  5. Kleine Ursache - große Wirkung?
  6. Neue Technik lässt weiter auf sich warten
  7. Kampf mit Haken und Ösen
  8. Schnell und günstig
  9. Spiel der großen Zahlen
  1. In eigener Sache

    Einen neuen Service bietet Ihnen teltarif seit einigen Tagen: Infos zum Mobilfunk. Neben den Mobilfunk-Meldungen im Newsticker möchten wir Ihnen auf den Seiten unseres "Handyberaters" praktische Tipps und konkrete Entscheidungshilfen an die Hand geben, die Ihnen bei der Wahl von Vertrag, Netz und Anbieter nützlich sein werden. Es ist geplant, diesen Service in den nächsten Tagen und Wochen weiter auszubauen - erst heute ist zum Beispiel eine neue Seite über das Callback-Verfahren hinzu gekommen. Schauen Sie doch einmal vorbei!

  2. Duell der Giganten

    "Feindliche Übernahme", "Abwehrschlacht" und "totale Zerschlagung" sind nur einige der martialischen Vokabeln, die auch bei teltarif im Zusammenhang mit einer mehr oder minder erzwungenen Fusion zweier Unternehmen verwendet wurden. Der weltgrößte Mobilfunk-Anbieter Vodafone Airtouch ist buchstäblich "wild" entschlossen, den Düsseldorfer Mannesmann-Konzern aufzukaufen - mit oder notfalls auch ohne dessen Zustimmung. Der wiederum wehrt sich mit allen ihm zur Verfügung stehenden Mitteln. In Rede steht eine Gesamtsumme von über 230 Milliarden Mark, was der zweitgrößte Übernahme-Coup aller Zeiten wäre. Vodafone will mit eigenen Aktien bezahlen, Mannesmann soll auf der Suche nach Partnern sein, die den Deal verhindern helfen. Ängste werden geschürt, Emotionen werden geweckt, Manager, Politiker und die Mitarbeiter sind in Aufruhr. Am Freitag soll eine neue Offerte von Vodafone auf den Tisch kommen, und man wird sehen, ob sich die Aktionäre von Mannesmann verlocken lassen.

  3. Dezente Variationen

    UPX, der Telefon-Discounter aus Zittau, hat den PhoneLine-Tarif neu strukturiert: Seit 1. November gibt's nur noch einen Preis rund um die Uhr. Schön übersichtlich. Schade, dass Mobilfunkverbindungen jetzt mit 82,3 Pfennig ziemlich teuer geworden sind. Auf der anderen Seite lässt sich neuerdings ab 15,9 Pfennig pro Minute ins Ausland (Preisbeispiel: USA) telefonieren. Bei dem angebotenen Sekundentakt sind viele Ziele durchaus konkurrenzfähig.

    Talkline hat den Preselection-Tarif "EasyLine" zum 15. November neu aufgelegt. Privatkunden können drei Festnetznummern aussuchen und diese ab 22 Uhr für 2,9 Pfennig pro Minute im 60/60-Takt anrufen.

    Drillisch hat das offene Call by Call per 15. November ärgerlich verteuert. Vor allem am Wochenende muss man tagsüber statt bislang 6,95 Pfennig nun 11,95 Pfennig pro Minute löhnen, es sei denn, man wohnt in einer der Drillisch-Superregionen. Dafür sind Auslandsziele etwas günstiger geworden. Weniger interessant als ursprünglich angekündigt: Der neue Internet-by-Call-Tarif, der nicht weniger als ein halbes Dutzend (!) Varianten zwischen 3,79 und 5,79 Pfennig pro Minute vorsieht.

    Tendenziell werden die Preise für die Telefon-Endkunden im nächsten Jahr weiter sinken, weil die Interconnection-Gebühren billiger werden. Diese "frohe Botschaft" hat der Präsident der Regulierungbehörde, Klaus-Dieter Scheurle, kürzlich verkündet.

  4. Discounter auf Kundenjagd

    "Al di Günstig-Anbieter wollen nur das eine": mit Schnäppchen neue Kunden locken. 01051 hat neue Auslandstarife seit 13. November im halben Dutzend, darunter Großbritannien für 13 und die Schweiz für 17 Pfennig pro Minute. Heute ist Polen für 38 Pfennig pro Minute hinzugekommen - günstiger hat's niemand (im offenen Call by Call).

    Bei Callino kann man die Türkei über die 01075 für 36 Pfennig pro Minute erreichen, im Preselection sogar noch einen Pfennig darunter.

    First Telecom bietet seit 8. November u.a. Österreich für 18 und Italien für 20 Pfennig pro Minute an; alle drei genannten Firmen rechnen im Minutentakt ab.

  5. Kleine Ursache - große Wirkung?

    Verbindungen in die Mobilfunknetze hierzulande werden möglicherweise demnächst günstiger. Denn MCI WorldCom hat jetzt bei der EU-Wettbewerbsbehörde in Brüssel Beschwerde gegen fünf namhafte europäische Mobilfunk-Betreiber erhoben, darunter auch die Telekom-Tochter T-Mobil. Der Vorwurf: Überhöhte Interconnection-Gebühren. Der Schaden: Geschätzt 3,5 Milliarden Euro pro Jahr. Die Aussicht: Im Schuldfall niedrigere Preise. Die wären dem Verbraucher sicher nur recht...

    Die Regulierungsbehörde hat sich massive Kritik der Mobilfunk-Netzbetreiber zugezogen. Die beklagen sich, dass die Behörde im nächsten Jahr UMTS-Lizenzen zur Versteigerung bringen will, die gar nicht den vollen Umfang der Multimediafähigkeiten dieser Technologie der dritten Generation erlauben würden. Dem entgegnet die Behörde, dass das Frequenz-Spektrum so aufgeteilt worden sei, um so viele Lizenzen wie möglich zu vergeben.

    Etwas handfester einige Kurzmeldungen mit konkretem Tarifbezug: Preselection-Kunden von Viag Interkom telefonieren seit 15. November für 45 Pfennig rund um die Uhr ins eigene Mobilfunknetz. Marktführer D2-Mannesmann hat den Preis für die Prepaid-Karte D2 CallYa von 149 auf 99,50 Mark gesenkt. Auch die monatlichen Grundpreise für zusätzliche Fax- und Datenrufnummern haben die Düsseldorfer verbilligt - von bisher 11,50 Mark auf nur noch 1,95 Mark. Komserv hat seinen Nummern-Service über 01805-024024 zu Mobiltelefonen aus Kostengründen abgeschaltet. Auch die Deutsche Telekom routet Mobilfunk-Verbindungen in Einzelfällen, vor allem zu den neuen E-Plus-Anschlüssen mit der 0178-Vorwahl, anscheinend über das Ausland. Volle Absicht oder technische Panne - nichts Genaues weiß man nicht.

  6. Neue Technik lässt weiter auf sich warten

    Konvergenz von Mobiltelefonie und Internet, das war das große Thema bei der Internationalen Funkausstellung in Berlin Ende August/Anfang September. Mit dem Handy ins Internet, Nachrichten lesen, Börsenkurse abrufen, selbst den Lottoschein ausfüllen, das alles soll möglich sein, wenn, ja wenn man denn nur wappen könnte. T-Mobil hat den Start seiner WAP-Dienste per 5. November verkündet. Einziger Knackpunkt: Ein Gerät, mit dem die Dienste zu nutzen wären, ist derzeit nicht zu haben. Nokias 7110, das einzige WAP-fähige Handy auf dem Markt, ist nach Darstellung des Produzenten im vergangenen Monat "ausgeliefert" worden. Man fragt sich, wohin. In den T-Punkten wird das WAP-Handy frühestens im Dezember erwartet, D2-Shop-Betreiber richten sich auf Wartezeiten bis ins nächste Jahr ein. Gut Ding' braucht manchmal Weile.

  7. Kampf mit Haken und Ösen

    T-Online ist mit seiner jüngsten Werbe-Kampagne ("3 Monate T-Online zum Nulltarif") der Zentrale zur Bekämpfung unlauteren Wettbewerbs aufgefallen. Abmahnung, Unterlassungserklärung, neue Reklame - so schnell kann's gehen. Es kann auch anders gehen: Mit neuen Preisen, die komplett genannt werden. Silyn-Tek ("Surf1") senkt seine Flatrate-Tarife per 1. Dezember auf 299,- bis 189,- Mark Monatsgebühr bei ein- bis dreijähriger Vertragslaufzeit.

    Billiger gesurft werden kann bei UUNET: knUUt 1.0 bietet seit 1. November einen Nacht-Surf für 2,3 Pfennig pro Minute bei sekundengenauer Abrechnung und 19,- Mark Monatsgebühr. Tagsüber: 5 Pfennig über eine 0800-Einwahlnummer.

    Auch Arcor Online hat seine Surf-Tarife reduziert. Aber Vorsicht: "sunny" gibt es zweimal, zum Telefonieren und zum Surfen. Was erst später deutlich wurde: es muss auch zweimal bezahlt werden.

    Überhaupt nichts bezahlen muss man bei tesion)): Zum 1. Advent bietet die baden-württembergische Regionalgesellschaft 24 Stunden lang kostenloses Surfen, allerdings nur nach Anmeldung.

    Und überhaupt nicht mehr surfen können EASY-Kunden von Microcall. Unter Hinweis auf Sicherheitsprobleme wurde kurzerhand die ganze Plattform abgeschaltet.

    Schließlich konnte die gesamte Online-Branche heute aufatmen: Das Landgericht München hat den früheren Deutschland-Geschäftsführer von Compuserve, Felix Somm, vom Vorwurf der Verbreitung von Kinder-Pornographie im Internet freigesprochen. Ein wegweisendes Urteil, nach dem Vermittler von (illegalen) Internet-Inhalten - im Gegensatz zu deren Urhebern - nicht ohne weiteres haftbar gemacht werden können.

  8. Schnell und günstig

    Die Hamburger NGI bietet Firmenkunden einen ADSL-Zugang ab 299,- Mark brutto im Monat. Der Zugang kann in allen Städten genutzt werden, in denen ein ADSL-Anschluss der Deutschen Telekom bereits zur Verfügung steht.

    QS Communications hat in Köln seinen SDSL-Dienst gestartet - bis zu 35fache ISDN-Geschwindigkeit über die normale Telefonleitung. Der Preis für "Speedway", die Standleitung zum Internet: ab 295,- Mark zuzüglich Installationskosten.

  9. Spiel der großen Zahlen

    Alle Welt redet von Mannesmann/Vodafone, derweil die Deutsche Telekom eine weitere "kleinere" Firmen-Übernahme vermeldet: Mit dem französischen TK-Unternehmen Siris hat sich der Ex-Monopolist eigenen Angaben zufolge einen der führenden Festnetzanbieter in Frankreich einverleibt. Kaufpreis: Umgerechnet 1,37 Milliarden Mark. Zuvor war die Telekom mit dem französischen Mobilfunk-Anbieter Bouygues in Verbindung gebracht worden - sicher nicht nur eine Retourkutsche für den Aufkauf von E-Plus-Anteilen durch France Télécom im vergangenen Monat.

    Befremdet waren schließlich die Interessenten und Bieter für das TV-Kabelnetz der DTAG, als ihnen die Telekom unvermittelt neue Verkaufsbedingungen nannte: Nunmehr sollen zunächst nur etwa 35 Prozent der Anteile an den regionalen Kabelgesellschaften direkt verkauft und rund 40 Prozent an die Börse gebracht werden. Chance auf Mehreinnahme sagt die Telekom - Versuch, die Kontrolle zu behalten, sagt die Konkurrenz. Und die Regulierungsbehörde sagt: Da kann sie keinen Einfluss nehmen. Ob das den Wettbewerb fördert?


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