Newsletter 22/99 vom 04.11.1999
Die Neuigkeiten im Telefonbereich bis zum 04.11.1999 - von teltarif.de für Sie zusammengefasst.
  1. Harter Preiskampf beim Internetzugang
  2. Festnetz: Sekundengenau unter zehn Pfennig
  3. Ausland: Ab 13,9 Pfennig sekundengenau
  4. Festnetz-Freiminuten für Mobilfunkgespräche
  5. Callback: Mobil -> Festnetz für 16 Cent
  6. Call by Call wird wahrscheinlich bleiben
  7. Erster Richtfunk-Direktanschluss
  8. Das Spiel der Großen: Umsatzzahlen und Übernahmen
  9. "Servicewüste Deutschland"
  1. Harter Preiskampf beim Internetzugang

    Die wohl interessantesten (Preis-)Entwicklungen hat es in den vergangenen 14 Tagen im Bereich Internet gegeben. Microcall kündigt zum 1. Dezember massive Preissenkungen für seine Direktanschluss-Kunden an - 3,9 statt bislang 6,94 Pfennig pro Minute tagsüber für den Internet-Zugang, bei sekundengenauer Abrechnung einschließlich Kanalbündelung. Eine tolle Sache, vor allem für Geschäftskunden. Private Preselection-Kunden müssen bei Microcall künftig allerdings einen Pfennig pro Minute mehr bezahlen; dafür ist dann Kanalbündelung, also doppelte Geschwindigkeit, bereits im Preis enthalten. Wer von den (Analog-)kunden das Highspeed-Angebot nicht nutzen wolle bzw. könne, könne ja z.B. zu knUUt wechseln, empfiehlt Microcall, deren Interesse an Privatkundschaft abgeflaut zu sein scheint.

    Viag Interkom legt zum 9. November drei neue Tarifvarianten für sein "planet interkom" auf: premium 3, 4 oder 5 mit monatlicher Grundgebühr von 18,90/6,90/0 Mark und einem Minutenpreis von 3/4/5 Pfennig bei Minutentakt.

    Ob sich Kombitarife (Grundgebühr + Minutenentgelt) wie der von Viag Interkom für Sie lohnen, überprüfen Sie am besten online auf teltarif mit unserer Internetabfrage: Einfach Ihr Surfverhalten eingeben und Kostenberechnung durchführen.

    Eine interessante Pauschale für Stoppuhr-Surfer bietet SpaceNet mit "I-Dial": 25 Stunden für 55 Mark bei sekundengenauer Abrechnung. Das entspricht einem Minutenpreis von 3,7 Pfennig. Mehrzeit ist dagegen mit 7 Pfennig pro Minute teuer.

    Sehr variantenreich bleibt das Angebot von Networking People, dem der Tarif "Internet-Anytime" per 1. November hinzugefügt wurde: Bei 14,95 Mark monatlicher Grundgebühr surft man für 3,39 Pfennig rund um die Uhr. Acht Mark im Monat kostet der Rund-um-die-Uhr-Surf zu 3,8 Pfennig pro Minute.

    1 & 1 ändert zum 18. November seine "internet.profi"-Tarife: Bei der "Premium"-Variante z.B. fallen 5 Mark mehr an monatlicher Grundgebühr an. Im Gegenzug fällt die Einwahlgebühr von 6 Pfennig weg. Drillisch tritt ab 11. November als Full-Service-Provider auf und bietet ebenfalls Internet-by-Call: Ab 3,79 Pfennig pro Minute rund um die Uhr - dieser Tarif gilt (leider) nur für die Drillisch-Superregionen, die in den Großstädten liegen. POP aus Hamburg wendet sich ab 1. Dezember mit seinem neuen Produkt "Easy" an Privatkunden: neun Mark Grundgebühr sowie Minutenpreise von 4,9 bzw. 3,8 Pfennig pro Minute bei sekundengenauer Abrechnung.

    Bei inetservice kostet die Onlineminute komplett ab 1. November 5,9/3,9/2,9 Pfennig pro Minute bei Minutentakt; cityweb verlangt ab Allerheiligen im Minutentakt rund um die Uhr 3,9 Pfennig pro Minute plus 5 Pfennig Einwahlgebühren bei 8,88 Mark Monatsgebühr (Abonnenten der WAZ-Gruppe: 5,55 Mark); NDH berechnet nunmehr 4,4 bzw. 3 Pfennig sekundengenau bei 19,90 Mark monatlicher Grundgebühr.

    Der Vollständigkeit halber: Marktführer T-Online wirbt zur Zeit massiv mit einem Preis von "2 Pfennig", erläutert aber erst im Kleingedruckten, dass Telefongebühren von 3 Pfennig pro Minute hinzukommen. Acht Mark Grundgebühr und Minutentakt sind die Features, die man beim Vergleich berücksichtigen sollte.

  2. Festnetz: Sekundengenau unter zehn Pfennig

    9,9 Pfennig pro Minute tagsüber sekundengenau - das ist das neue Angebot von 3U für nationale Ferngespräche im offenen Call by Call über die 01078, gültig seit 27. Oktober. Für die übrige Zeit gilt unverändert 5,9 Pfennig. Verändert allerdings der Start der Nebenzeit: Mit 21 Uhr leider eine Stunde später als bislang. Trotzdem: Der neue Tarif von 3U ist ein sehr gutes Angebot für alle, die die sekundengenaue Abrechnung bevorzugen, weil sie vor allem kurze Gespräche führen.

    Auch mit dem folgenden Angebot hat das Preiskarussel einen weiteren Dreh bekommen: Tagsüber für 6 Pfennig deutschlandweit telefonieren, allerdings nur mit einem Vollanschluss von M-Net in München bei einer monatlichen Grundgebühr von 99 Mark. Mit gehörigem Abstand dahinter die Offerte von COMCEPT mit dem Tarif IQ-Select per 1. November: 12 bzw. 8,5 Pfennig pro Minute im Sekundentakt.

    Talkline wendet sich mit neuen Business-Tarifen auch an kleinere Geschäftskunden, die einen Mindestumsatz von 100 Mark netto pro Monat erzielen: 11,5 Pfennig (brutto) tagsüber für Deutschland-Gespräche und 6,84 Pfennig pro Minute für Citygespräche in und zu 475 Vorwahlbereichen. Wie im Business-Bereich üblich wird Pre-Selection verlangt - alles weitere erfahren Sie wie üblich online auf unserer Website http://www.teltarif.de/ .

    Callino (Vorwahl 01075) weitet ab 1. November die Nebenzeit aus. Für 7,9 Pfennig pro Minute lässt sich jetzt schon ab 18 Uhr telefonieren, ab 21 Uhr gelten unverändert die 5,9 Pfennig bei Minutentakt im offenen Call by Call über die 01075.

    Telegate dagegen wird sein Call-by-Call-Angebot über die 01080 gegen Ende des Jahres einstellen und sich verstärkt dem Internet mit einem Business-Auskunftsdienst widmen. Wahrscheinlich ist damit mehr Geld zu verdienen als mit den Call-by-Call-Dumpingpreisen, die oft nicht überall verfügbar waren.

  3. Ausland: Ab 13,9 Pfennig sekundengenau

    Die Gebührensenkung bei 3U umfasste auch einige sehr interessante Auslandsziele: Großbritannien und die USA sind seit dem 27. Oktober für 13,9 Pfennig pro Minute im Sekundentakt zu erreichen - im offenen Call by Call ist zu diesen Bedingungen keiner derzeit billiger!

    Bis auf Drillisch, die UK und USA im November und Dezember als "Halloween-Special" für 12,95 Pfennig pro Minute ins Programm genommen haben, allerdings im Minutentakt. Und schließlich gibt es KomServ, die seit neuestem auch Chile anbieten. Für 24 Pfennig pro Minute wird man gern den bekannten "Nummern-Salat" 01805/024024 vorwählen. Zum Vergleich: Die Deutsche Telekom berechnet in das südamerikanische Land den zehnfachen Preis von KomServ!

  4. Festnetz-Freiminuten für Mobilfunkgespräche

    Was es nicht alles gibt: Freiminuten im Festnetz für Umsatz beim Mobilfunk. Debitel bietet die neue Konvergenzidee namens "BonusMinutes", die angeblich bis zu 200.000 neue Kunden im nächsten Jahr bringen soll. 10 Minuten Freigespräch im Festnetz setzen aber eine D1-, D2- oder E-Plus-Mobilfunkrechnung von fast 70 Mark, einen Mobilfunkvertrag und Festnetz-Preselection bei dem Stuttgarter Unternehmen voraus. Also viele Bedingungen für ein kleines Geschenk.

    Überschaubarer dagegen die Preissenkung der Xtra-Card von T-Mobil: ab 2. November kostet sie statt 149 nur noch 99 Mark.

    Bei D2 ist mit etwa vierwöchiger Verspätung eine "Best Friend"-Nummer für die CallYa-Kunden verfügbar - 39 Pfennig rund um die Uhr kosten Gespräche zu diesem Ziel. T-Mobil hatte diese Sparidee mit der "Nummer 1" zuerst erfunden. Nur stellt sich die Frage, warum alle anderen Mobilfunkverbindungen so viel teurer als die Lieblingsnummer sein müssen.

    TelDaFax führt die Verbindungen in die D1- und D2-Netze ab sofort über die Deutsche Telekom, inklusive merklicher Komfortverbesserungen: gute Sprachqualität, schnellerer Verbindungsaufbau und Rufnummernübermittlung. Der aktuelle Preis von 48 Pfennig sekundengenau bleibt bestehen und vor allem auch unübertroffen.

    Viag Interkom gibt seinem "Schlüsselprodukt" Genion einen kleinen Schub - mit fünf Mark weniger im Monat sind Sie als Kunde ab 1. November dabei. Damit kostet Genion nun dasselbe, wie ein "normaler" Vertrag im D-Netz, wenn Sie bei letzterem 10-Sekunden-Abrechnung wählen. Vorteil von Genion: Wenn Sie sich innerhalb der beim Kauf festgelegten "Home Zone" aufhalten, können Sie mit dem Handy zum Viag-Festnetzpreis telefonieren. Sie erhalten auch eine Festnetzrufnummer, mit der Sie auf dem Mobiltelefon angerufen werden können.

    Und noch etwas Zukunftsmusik aus diesem Bereich: Die Regulierungsbehörde prüft, ob man beim Wechsel der Mobilfunkgesellschaft seine Nummer behalten darf. Im Festnetz ist diese "Portabilität" der Rufnummer ja bereits gegeben. Auch Call by Call soll es künftig im Mobilfunk gegen. Das ist zumindest die Erwartung des Bundeswirtschaftsministers, der bei einem Symposium in Berlin darauf hinwies, dass man auf die Regelung, Verbindungsnetzbetreiber grundsätzlich in allen Netzen zulassen wolle, künftig nicht verzichten werde. Geschätzter Zeitpunkt für diese spannende Entwicklung: Das Jahr 2002. Wahrscheinlich werden aber nur die neuen UMTS-Netze von dieser benutzerfreundlichen Regelung profitieren.

    Schon eher dürften die bisweilen unangenehmen Kapazitätsprobleme in den D1- und D2-Netzen der Vergangenheit angehören. Denn die Marktführer T-Mobil und Mannesmann Mobilfunk haben bei der Versteigerung zusätzlicher 1800er-Mobilfunkfrequenzen Ende Oktober bei der Regulierungsbehörde am lautesten "Hier" gerufen: Für insgesamt über 400 Millionen Mark kamen die begehrten Frequenzen unter den Hammer. Diese werden die neuen E-Netz-Frequenzen überall dort aufschalten, wo ihre bisherigen D-Netz-Frequenzen bereits ausgelastet sind. lohnt sich also für D-Netz-Kunden ab sofort, sich ein Dualband-Handy anzuschaffen.

  5. Callback: Mobil -> Festnetz für 16 Cent

    Nach dem Rückzug von Sakon aus dem deutschen Markt ist die Lücke bei den Callback-Anbietern auf teltarif jetzt von GlobalTel geschlossen worden. Das New Yorker Unternehmen bedient Kunden in über 150 Ländern weltweit und kann sich mit seinen Tarifen sehen lassen. Umgerechnet 30 Pfennig für Deutschland-Gespräche auch aus und in die Mobilfunknetze - das ist einer der Gründe, warum Callback nach wie vor interessant ist.

  6. Call by Call wird wahrscheinlich bleiben

    Nichts bewegt Sie wie...ein handfester Zank ums Geld. Das sagen sich die Regulierungsbehörde, die Deutsche Telekom und ihre Wettbewerber zum Thema Inkasso. Während der Ex-Monopolist ankündigt, den Gebühreneinzug für die Konkurrenz ab 1. April 2000 nicht mehr vornehmen zu wollen, reden die anderen schon dramatisch vom Tod des Call by Call. Dazwischen die RegTP, die dem Rosa Riesen deutlich macht, dass es gewisse Regelungen und Vorschriften gibt, an die er sich zu halten habe.

    Öffentliches Säbelrasseln, das man aus Tarifverhandlungen sonst nur zwischen Arbeitgebern und Gewerkschaften kennt. Was bislang unbekannt geblieben ist: Die wahre Höhe der Kosten, die der DTAG für ihren Inkasso-Aufwand entstehen. Offenlegung - fordern die Wettbewerber. Missbrauchsverfahren - droht die RegTP. Der Preis bleibt also heiß...

  7. Erster Richtfunk-Direktanschluss

    In kleinen Schritten kommen auch die Versuche voran, die "Letze Meile" zwischen Netz und Endkunde an der Deutschen Telekom und ihren Kabeln drahtlos vorbei zu installieren. Viag Interkom hatte im vergangenen Monat die Freischaltung des ersten Kunden im Richtfunk-Ortsnetz vermeldet - die niederbayrische Staatsregierung.

    Den Kreis der Wettbewerber auf diesem Marktsegment ergänzt künftig auch PSINet, die Anfang des kommenden Jahres in Düsseldorf die ersten Funkstrecken in Betrieb nehmen wollen. Angekündigt wird eine echte "Flatrate", die man aber noch nicht beziffern will, und die ausschließlich Geschäftskunden vorbehalten sein wird.

  8. Das Spiel der Großen: Umsatzzahlen und Übernahmen

    Kurz vor Schluss wieder das beliebte Spiel der großen Zahlen. 60 Milliarden Mark, das ist die Summe, die Mannesmann für die Übernahme des britischen Mobilfunkbetreibers Orange auf den Tisch blättern will. Sehr viel Geld für ein Unternehmen, das die Deutschen zum europaweiten Marktführer in der Mobilfunkbranche machen wird. Manche sagen: zu viel. Auch für die Schweizer Cablecom Holding hat der Düsseldorfer Konzern ein Gebot abgegeben.

    Klar, dass die Deutsche Telekom da nicht untätig bleibt: Ron Sommer hat die Fühler nach Mittel- und Osteuropa ausgestreckt und (weitere) Beteiligungen in Polen, Ungarn und Russland erworben - für ein Zehntel des Preises, den Mannesmann pro Kunde zahlt. Keine schlechte Sparmaßnahme, möchte man sagen, denn Umsatz und vor allem Gewinn sind in den ersten neun Monaten des Jahres zurückgegangen. Minus 19 Prozent beim Überschuss - und das obwohl die "Wachstumsmotoren" Mobilfunk und Internet einen Teil des zurückgegangenen Gewinns aus dem Festnetzbereich wiedergutmachen.

  9. "Servicewüste Deutschland"

    Ein wenig abseits der Schlagzeilen ganz zum Schluss noch dies: o.tel.o stellt seinen internationalen Card-Service ein. Aufwand und Ertrag stehen offenbar in einem unerträglichen Missverhältnis.

    Wer sich für einen Direktanschluss bei BerliKomm beworben hat, muss unter Umständen viel Geduld aufbringen. Statt der versprochenen 60 Arbeitstage, innerhalb derer ein Anschluss geschaltet werden sollte, kann es in Einzelfällen zu einer Wartezeit von bis zu acht Monaten kommen. Muss soviel "Service" wohl sein?

    First Telecom hat vor Gericht die vorläufige Aussetzung einer Regelung erstritten, nach der die Wettbewerber bislang bei Überschreitung einer bestimmten Menge an Telefonverkehr weitere Interconnect-Leitungen zur Deutschen Telekom schalten mussten. Kippt die Regelung, dürfen sich die Wettbewerber über eine Kostenentlastung freuen - und die Kunden sich möglicherweise über noch häufigeres "Gassenbesetzt" ärgern.

Hinter den Kulissen wird also weiterhin gerungen. Telekommunikation ist also "big business". Schade, dass dabei immer wieder die Kunden aus den Augen verloren werden, und erst durch das Einschreiten von staatlichen Organen für Servicequalität gesorgt wird. So war es bisher oft nötig, beim Wechsel von einem Vertrag zu einem anderen im selben Netz die Rufnummer zu wechseln. Die Aktion der Regulierungsbehörde könnte diesem Treiben ein Ende setzen und sogar für netzübergreifende Rufnummernportabilität sorgen.
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