- Harter Preiskampf beim Internetzugang
Die wohl interessantesten (Preis-)Entwicklungen hat es in
den vergangenen 14 Tagen im Bereich Internet gegeben.
Microcall kündigt zum 1. Dezember
massive Preissenkungen für seine
Direktanschluss-Kunden an - 3,9 statt bislang 6,94 Pfennig
pro Minute tagsüber für den Internet-Zugang, bei sekundengenauer
Abrechnung einschließlich Kanalbündelung. Eine tolle Sache, vor
allem für Geschäftskunden. Private Preselection-Kunden müssen bei
Microcall künftig allerdings einen Pfennig pro Minute mehr bezahlen;
dafür ist dann Kanalbündelung, also doppelte Geschwindigkeit,
bereits im Preis enthalten. Wer von den (Analog-)kunden das
Highspeed-Angebot nicht nutzen wolle bzw. könne, könne ja z.B. zu
knUUt wechseln, empfiehlt Microcall,
deren Interesse an Privatkundschaft abgeflaut zu sein scheint.
Viag Interkom legt zum 9. November
drei neue Tarifvarianten für sein "planet
interkom" auf: premium 3, 4 oder 5 mit monatlicher Grundgebühr von
18,90/6,90/0 Mark und einem Minutenpreis von 3/4/5 Pfennig
bei Minutentakt.
Ob sich Kombitarife (Grundgebühr + Minutenentgelt) wie der von
Viag Interkom für Sie lohnen, überprüfen Sie am besten online auf
teltarif mit unserer Internetabfrage:
Einfach Ihr Surfverhalten eingeben und Kostenberechnung
durchführen.
Eine interessante Pauschale für
Stoppuhr-Surfer bietet SpaceNet
mit "I-Dial": 25 Stunden für 55 Mark bei sekundengenauer
Abrechnung. Das entspricht einem Minutenpreis von 3,7 Pfennig.
Mehrzeit ist dagegen mit 7 Pfennig pro Minute teuer.
Sehr variantenreich bleibt das Angebot
von Networking People, dem der
Tarif "Internet-Anytime" per 1. November hinzugefügt
wurde: Bei 14,95 Mark monatlicher Grundgebühr surft man für
3,39 Pfennig rund um die Uhr. Acht Mark im Monat kostet der
Rund-um-die-Uhr-Surf zu 3,8 Pfennig pro Minute.
1 & 1 ändert zum 18. November
seine "internet.profi"-Tarife: Bei der "Premium"-Variante
z.B. fallen 5 Mark mehr an monatlicher Grundgebühr an.
Im Gegenzug fällt die Einwahlgebühr von 6 Pfennig
weg. Drillisch tritt ab
11. November als Full-Service-Provider auf und bietet
ebenfalls Internet-by-Call: Ab
3,79 Pfennig pro Minute rund um die Uhr - dieser Tarif
gilt (leider) nur für die Drillisch-Superregionen, die in den
Großstädten liegen. POP aus Hamburg
wendet sich ab 1. Dezember mit seinem neuen Produkt "Easy"
an Privatkunden: neun Mark Grundgebühr sowie Minutenpreise von 4,9
bzw. 3,8 Pfennig pro Minute bei sekundengenauer Abrechnung.
Bei inetservice kostet die
Onlineminute komplett ab 1. November 5,9/3,9/2,9 Pfennig
pro Minute bei Minutentakt; cityweb
verlangt ab Allerheiligen im Minutentakt rund um die Uhr
3,9 Pfennig pro Minute plus 5 Pfennig Einwahlgebühren
bei 8,88 Mark Monatsgebühr (Abonnenten der WAZ-Gruppe:
5,55 Mark); NDH berechnet nunmehr
4,4 bzw. 3 Pfennig sekundengenau bei 19,90 Mark
monatlicher Grundgebühr.
Der Vollständigkeit halber: Marktführer
T-Online wirbt zur Zeit
massiv mit einem Preis von "2 Pfennig", erläutert aber erst
im Kleingedruckten, dass Telefongebühren von 3 Pfennig pro
Minute hinzukommen. Acht Mark Grundgebühr und Minutentakt sind
die Features, die man beim Vergleich berücksichtigen sollte.
- Festnetz: Sekundengenau unter zehn Pfennig
9,9 Pfennig pro Minute tagsüber sekundengenau - das ist das neue Angebot von
3U für nationale Ferngespräche im offenen
Call by Call über die 01078, gültig seit 27. Oktober. Für die
übrige Zeit gilt unverändert 5,9 Pfennig. Verändert allerdings
der Start der Nebenzeit: Mit 21 Uhr leider eine Stunde später
als bislang. Trotzdem: Der neue Tarif von 3U ist ein sehr gutes
Angebot für alle, die die sekundengenaue Abrechnung bevorzugen,
weil sie vor allem kurze Gespräche führen.
Auch mit dem folgenden Angebot hat das Preiskarussel einen
weiteren Dreh bekommen: Tagsüber für 6 Pfennig deutschlandweit
telefonieren, allerdings nur mit einem Vollanschluss von M-Net in München bei einer monatlichen
Grundgebühr von 99 Mark. Mit gehörigem Abstand dahinter die
Offerte von COMCEPT mit dem Tarif
IQ-Select per 1. November: 12 bzw. 8,5 Pfennig pro Minute
im Sekundentakt.
Talkline wendet sich mit neuen
Business-Tarifen auch an kleinere
Geschäftskunden, die einen Mindestumsatz von 100 Mark netto
pro Monat erzielen: 11,5 Pfennig (brutto) tagsüber für
Deutschland-Gespräche und 6,84 Pfennig pro Minute für
Citygespräche in und zu 475 Vorwahlbereichen. Wie im
Business-Bereich üblich wird Pre-Selection verlangt - alles
weitere erfahren Sie wie üblich online auf unserer Website
http://www.teltarif.de/ .
Callino (Vorwahl 01075) weitet
ab 1. November die Nebenzeit aus.
Für 7,9 Pfennig pro Minute lässt sich jetzt schon ab 18 Uhr
telefonieren, ab 21 Uhr gelten unverändert die 5,9 Pfennig
bei Minutentakt im offenen Call by Call über die 01075.
Telegate dagegen wird sein
Call-by-Call-Angebot über die 01080 gegen Ende des Jahres
einstellen und sich verstärkt dem Internet
mit einem Business-Auskunftsdienst widmen. Wahrscheinlich ist
damit mehr Geld zu verdienen als mit den
Call-by-Call-Dumpingpreisen, die oft nicht überall verfügbar waren.
- Ausland: Ab 13,9 Pfennig sekundengenau
Die Gebührensenkung bei 3U umfasste auch einige sehr interessante
Auslandsziele: Großbritannien und die USA sind seit dem
27. Oktober für 13,9 Pfennig pro Minute im Sekundentakt
zu erreichen - im offenen Call by Call ist zu diesen Bedingungen
keiner derzeit billiger!
Bis auf Drillisch,
die UK und USA im November und Dezember als
"Halloween-Special" für 12,95 Pfennig
pro Minute ins Programm genommen haben, allerdings im Minutentakt.
Und schließlich gibt es KomServ,
die seit neuestem auch Chile anbieten.
Für 24 Pfennig pro Minute wird man gern den bekannten
"Nummern-Salat" 01805/024024 vorwählen. Zum Vergleich: Die Deutsche
Telekom berechnet in das südamerikanische Land den zehnfachen Preis
von KomServ!
- Festnetz-Freiminuten für Mobilfunkgespräche
Was es nicht alles gibt: Freiminuten im Festnetz für Umsatz beim
Mobilfunk. Debitel bietet die neue
Konvergenzidee namens "BonusMinutes",
die angeblich bis zu 200.000 neue Kunden im nächsten Jahr
bringen soll. 10 Minuten Freigespräch im Festnetz setzen aber
eine D1-, D2- oder E-Plus-Mobilfunkrechnung von fast 70 Mark,
einen Mobilfunkvertrag und Festnetz-Preselection bei dem Stuttgarter
Unternehmen voraus. Also viele Bedingungen für ein kleines
Geschenk.
Überschaubarer dagegen die Preissenkung der
Xtra-Card von T-Mobil: ab 2. November
kostet sie statt 149 nur noch 99 Mark.
Bei D2 ist mit etwa vierwöchiger Verspätung eine "Best
Friend"-Nummer für die CallYa-Kunden verfügbar - 39 Pfennig
rund um die Uhr kosten Gespräche zu diesem Ziel. T-Mobil hatte
diese Sparidee mit der "Nummer 1" zuerst erfunden. Nur stellt
sich die Frage, warum alle anderen Mobilfunkverbindungen so viel
teurer als die Lieblingsnummer sein müssen.
TelDaFax führt die
Verbindungen in die D1- und D2-Netze ab sofort über die
Deutsche Telekom, inklusive
merklicher Komfortverbesserungen: gute Sprachqualität, schnellerer
Verbindungsaufbau und Rufnummernübermittlung. Der aktuelle Preis
von 48 Pfennig sekundengenau bleibt bestehen und vor allem
auch unübertroffen.
Viag Interkom gibt seinem
"Schlüsselprodukt" Genion einen
kleinen Schub - mit fünf Mark weniger im
Monat sind Sie als Kunde ab 1. November dabei. Damit kostet
Genion nun dasselbe, wie ein "normaler" Vertrag im D-Netz, wenn
Sie bei letzterem 10-Sekunden-Abrechnung wählen. Vorteil von
Genion: Wenn Sie sich innerhalb der beim Kauf festgelegten "Home
Zone" aufhalten, können Sie mit dem Handy zum Viag-Festnetzpreis
telefonieren. Sie erhalten auch eine Festnetzrufnummer, mit der
Sie auf dem Mobiltelefon angerufen werden können.
Und noch etwas Zukunftsmusik aus diesem Bereich:
Die Regulierungsbehörde prüft, ob man beim Wechsel der
Mobilfunkgesellschaft seine Nummer behalten darf. Im Festnetz
ist diese "Portabilität" der
Rufnummer ja bereits gegeben. Auch Call by Call soll es
künftig im Mobilfunk gegen. Das ist zumindest die Erwartung
des Bundeswirtschaftsministers, der bei einem Symposium in Berlin
darauf hinwies, dass man auf die Regelung, Verbindungsnetzbetreiber
grundsätzlich in allen Netzen zulassen wolle, künftig nicht
verzichten werde. Geschätzter Zeitpunkt für diese spannende
Entwicklung: Das Jahr 2002.
Wahrscheinlich werden aber nur die neuen UMTS-Netze von dieser
benutzerfreundlichen Regelung profitieren.
Schon eher dürften die bisweilen unangenehmen Kapazitätsprobleme
in den D1- und D2-Netzen der Vergangenheit angehören.
Denn die Marktführer T-Mobil und Mannesmann Mobilfunk haben
bei der Versteigerung zusätzlicher
1800er-Mobilfunkfrequenzen Ende Oktober bei der Regulierungsbehörde
am lautesten "Hier" gerufen: Für insgesamt über 400 Millionen
Mark kamen die begehrten Frequenzen unter den Hammer. Diese
werden die neuen E-Netz-Frequenzen überall dort aufschalten, wo
ihre bisherigen D-Netz-Frequenzen bereits ausgelastet sind.
lohnt sich also für D-Netz-Kunden ab sofort, sich ein
Dualband-Handy anzuschaffen.
- Callback: Mobil -> Festnetz für 16 Cent
Nach dem Rückzug von Sakon aus dem deutschen Markt ist die
Lücke bei den Callback-Anbietern auf teltarif jetzt von
GlobalTel geschlossen worden. Das New
Yorker Unternehmen bedient Kunden in über 150 Ländern weltweit
und kann sich mit seinen Tarifen sehen lassen. Umgerechnet 30
Pfennig für Deutschland-Gespräche auch aus und in die Mobilfunknetze
- das ist einer der Gründe, warum Callback nach wie vor
interessant ist.
- Call by Call wird wahrscheinlich bleiben
Nichts bewegt Sie wie...ein handfester Zank ums Geld. Das sagen
sich die Regulierungsbehörde, die Deutsche
Telekom und ihre Wettbewerber zum Thema Inkasso. Während
der Ex-Monopolist ankündigt, den
Gebühreneinzug für die Konkurrenz ab 1. April 2000 nicht mehr
vornehmen zu wollen, reden die anderen schon dramatisch vom Tod
des Call by Call. Dazwischen die RegTP, die dem Rosa Riesen
deutlich macht, dass es gewisse Regelungen
und Vorschriften gibt, an die er sich zu halten habe.
Öffentliches Säbelrasseln, das man aus Tarifverhandlungen
sonst nur zwischen Arbeitgebern und Gewerkschaften kennt.
Was bislang unbekannt geblieben ist: Die wahre Höhe der
Kosten, die der DTAG für ihren Inkasso-Aufwand entstehen.
Offenlegung - fordern die Wettbewerber.
Missbrauchsverfahren - droht die RegTP. Der Preis bleibt also
heiß...
- Erster Richtfunk-Direktanschluss
In kleinen Schritten kommen auch die Versuche voran, die
"Letze Meile" zwischen Netz und Endkunde an der Deutschen
Telekom und ihren Kabeln drahtlos vorbei zu installieren.
Viag Interkom hatte im vergangenen
Monat die Freischaltung des ersten
Kunden im Richtfunk-Ortsnetz vermeldet - die niederbayrische
Staatsregierung.
Den Kreis der Wettbewerber auf diesem Marktsegment
ergänzt künftig auch PSINet, die Anfang des kommenden Jahres
in Düsseldorf die ersten Funkstrecken in Betrieb nehmen wollen.
Angekündigt wird eine echte "Flatrate",
die man aber noch nicht beziffern will, und die ausschließlich
Geschäftskunden vorbehalten sein wird.
- Das Spiel der Großen: Umsatzzahlen und Übernahmen
Kurz vor Schluss wieder das beliebte Spiel der großen Zahlen.
60 Milliarden Mark, das ist die Summe, die Mannesmann für die Übernahme des britischen Mobilfunkbetreibers
Orange auf den Tisch blättern will. Sehr viel Geld für ein
Unternehmen, das die Deutschen zum europaweiten Marktführer in der
Mobilfunkbranche machen wird. Manche sagen: zu viel. Auch für
die Schweizer Cablecom Holding hat der Düsseldorfer Konzern ein
Gebot abgegeben.
Klar, dass die Deutsche
Telekom da nicht untätig bleibt: Ron Sommer hat die
Fühler nach Mittel- und Osteuropa ausgestreckt und (weitere)
Beteiligungen in Polen, Ungarn und
Russland erworben - für ein Zehntel des Preises, den Mannesmann
pro Kunde zahlt. Keine schlechte Sparmaßnahme, möchte man sagen,
denn Umsatz und vor allem Gewinn sind in den ersten neun Monaten
des Jahres zurückgegangen. Minus 19
Prozent beim Überschuss - und das obwohl die "Wachstumsmotoren"
Mobilfunk und Internet einen Teil des zurückgegangenen Gewinns aus
dem Festnetzbereich wiedergutmachen.
- "Servicewüste Deutschland"
Ein wenig abseits der Schlagzeilen ganz zum Schluss noch dies:
o.tel.o stellt seinen internationalen
Card-Service ein. Aufwand und Ertrag stehen offenbar in einem
unerträglichen Missverhältnis.
Wer sich für einen Direktanschluss bei
BerliKomm beworben hat, muss unter
Umständen viel Geduld aufbringen. Statt der versprochenen 60
Arbeitstage, innerhalb derer ein Anschluss geschaltet werden sollte,
kann es in Einzelfällen zu einer Wartezeit
von bis zu acht Monaten kommen. Muss soviel "Service" wohl sein?
First Telecom hat vor Gericht die
vorläufige Aussetzung einer Regelung
erstritten, nach der die Wettbewerber bislang bei
Überschreitung einer bestimmten Menge an Telefonverkehr weitere
Interconnect-Leitungen zur Deutschen Telekom schalten mussten.
Kippt die Regelung, dürfen sich die Wettbewerber über eine
Kostenentlastung freuen - und die Kunden sich möglicherweise über
noch häufigeres "Gassenbesetzt" ärgern.
Hinter den Kulissen wird also weiterhin gerungen. Telekommunikation
ist also "big business". Schade, dass dabei immer wieder die Kunden
aus den Augen verloren werden, und erst durch das Einschreiten von
staatlichen Organen für Servicequalität gesorgt wird. So war es
bisher oft nötig, beim Wechsel von einem Vertrag zu einem anderen
im selben Netz die Rufnummer zu wechseln. Die Aktion der
Regulierungsbehörde könnte diesem Treiben ein Ende setzen und sogar
für netzübergreifende Rufnummernportabilität sorgen.
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