- Weitere Neuerungen auf teltarif
So wie der gesamte Telefonmarkt bleibt auch teltarif in reger
Bewegung - zu Gunsten der Leser, wie wir tollkühn unterstellen.
Neueste Errungenschaft: Eine Druckversion für unsere Tariftabellen, die für bessere
Übersicht und weniger Tinten- und Papierverbrauch sorgt. Sie sparen
also Zeit und Geld. Sagen Sie's ruhig weiter!
Zum Erzeugen der Druckversion rufen Sie bitte zunächst die
normale Tariftabelle auf - und verwenden dann den Link für die
Druckversion, der unter der Tabelle steht.
- Internet: Wettstreit der Giganten
Nach dem Kampf um Festnetz-Anteile ist nun die Schlacht um Kunden
fürs Internet entbrannt. Marktführer T-Online und Herausforderer
MobilCom über- bzw. unterboten sich
zu Wochenbeginn mit Angeboten, die es in der Tat in sich haben.
MobilCom verlangt für die Online-Minute im
Paket nur noch 3,3 Pfennig plus
6 Pfennig pro Einwahl bei 20 Stunden Mindestnutzung pro
Monat ohne Grundgebühr. Starttermin ist der 15. Oktober.
Bereits zum 1. Oktober rückwirkend verkündete T-Online eine
Preissenkung um einen auf 5 Pfennig
pro Online-Minute. Ab demselben Termin entfällt auch der
Einwahl-Obulus von 6 Pfennig. Ab 1. November gibt es
für 19,90 Mark pro
Monat T-Online pro. Der Minutenpreis sinkt bei dieser Variante
auf 3 Pfennig rund um die Uhr. Wie bisher muss man sich für
T-Online anmelden. Die neuen Preise dürften dafür sorgen, dass
so schnell niemand T-Online die Rolle als führender Onlinedienst
streitig macht.
Beide großen Anbieter hatten damit auf Mitbewerber
AOL reagiert, die die Nummer zwei auf
dem deutschen Markt sind. Deren Paket, das AOL aufgrund von
erfolgreichen Klagen der Konkurrenz nicht mehr "pauschal" nennen
darf, kostet 9,90 Mark im Monat zuzüglich 3,9 Pfennig
Minutenpreis plus 6 Pfennig pro Einwahl. Die "Bertelsmänner"
wollen ihrerseits mit einer millionenschweren Werbekampagne und
Boris Becker an der Spitze der Herausforderung begegnen. Solange
der Kunde Sieger bleibt: nur zu!
- Weitere Internet-Preissenkungen
Natürlich sind auch die kleineren Internet-Provider nicht untätig
gewesen auf der Suche nach Kundschaft und neuen Produkten.
Surf1 z.B. versucht, seine Flatrate
durch Verlängerung der Vertragslaufzeit zu
verbilligen. Zwei- und Drei-Jahres-Abonnenten
erhalten nach 12 Monaten 15 Prozent, die Drei-Jahres-Abos
nach 24 Monaten abermals 20 Prozent Preisnachlass. Hier
wird die zu erwartende Kostensenkung bereits von vornherein
einkalkuliert.
Digital Transfers bietet
den Nonstop-Surf für 299 Mark pro Monat
bei einmonatiger Vertragslaufzeit an. Bei dieser Gelegenheit: Für
T-Online ist das Thema "Flatrate"
derzeit entgegen anderslautenden Gerüchten
immer noch keines.
Billigeres Internet gibt es darüber hinaus bei
VEW Telnet (4,8 Pfennig pro Minute
rund um die Uhr), bei AddCom (ab
3,9 Pfennig), Germany.Net
(2,9 Pfennig nachts; mit 3,9 Pfennig am Wochenende der
Spitzenreiter im Internet by Call) sowie bei
KomTel (4,6 Pfennig rund um die Uhr
per 0800er-Einwahl). Auch bei Callino ist
seit 1. Oktober Internet by Call verfügbar - für 5,9
bzw. 4,5 Pfennig pro Minute.
Um die Übersicht zu behalten, empfiehlt sich die
Internet-Abfrage auf teltarif, die
immer beliebter wird: Monatliche Surfzeit oder Kostenlimit
eingeben und eine Liste der günstigsten Angebote als Antwort
erhalten. Sich beim richtigen Provider anmelden und das
Netzwerk neu konfigurieren müssen Sie aber noch selber.
Damit das Internet keine Männer-Domäne bleibt, gibt es die Aktion
www.frauen-ans-netz.de:
ein kostenloses Training für
Internet-Einsteigerinnen in 101 Städten bundesweit.
- Leichte Bewegung im Festnetz
Mit Bedacht zu "genießen" sind die deutlich spärlicher verkündeten
Preissenkungen im nationalen Bereich. Drillisch bietet seit 1. Oktober
für nationale Ferngespräche 9,8 statt bislang 11 Pfennig
pro Minute im offenen Call by Call über die 010050. Die übrigen
Preisreduktionen des Kölner Anbieters spielen sich in der zweiten
Stelle hinter dem Komma (!) ab. Ärgerlich:
statt 60/15-Takt gilt künftig 60/60-Takt - da ist die Preissenkung
nur noch die Hälfte wert.
Ebenfalls zum 1. Oktober hatte
Microcall seine (Kampf-)Preise gesenkt.
7,9 bzw. 3,5 Pfennig pro Minute für nationale Gespräche im
Festnetz, 34,3 Pfennig für Verbindungen zum Mobilfunk sind
aller Achtung wert. Doch immer wieder melden Leser von teltarif,
dass sie mit der Anmeldung Probleme haben. Die Hotline ist erst
nach zig Anwahlversuchen zu erreichen und auf der Website standen
lange falsche Informationen bezüglich eines Mindestumsatzes (den es
nun doch nicht gibt) - das ist die Kehrseite des Discounttarifs.
- Mobile (Preis)bewegungen
Mit einem erfreulichen Preisrutsch bei Verbindungen in die D-Netze will
Mannesmann Arcor sein Terrain ausbauen.
Per 1. Oktober sinken die Gebühren für Call-by-Call-Gespräche
ins D2-Netz von 94 auf 59 Pfennig pro Minute tagsüber; D1 wird
von 96 auf 69 Pfennig reduziert. Auch Preselection-Kunden und
"sunny"-Nutzer kommen in den Genuss nennenswerter Vergünstigungen.
Vorteil bei Arcor: Da ohne Auslandsumweg geroutet wird, ist
die Sprachqualität immer erstklassig und Merkmale wie die
Rufnummernübermittlung funktionieren problemlos.
RSL COM betätigt sich nun auch
als Mobilfunk-Service-Provider. "CleverMobil light" heißt das
neue Produkt der Frankfurter, mit dem man seit 1. Oktober bei
14,95 Mark Grundgebühr zu allerdings teureren Preisen als im
Original bei D1, D2 und E-Plus telefonieren kann. Eine schöne Sache
für denjenigen, der vergleichsweise wenig mobil kommuniziert oder
sich vor allem anrufen lässt.
Mehr mobile Entfaltungsmöglichkeit bietet E-Plus voraussichtlich ab kommendem Frühjahr. Dann nämlich soll die "Free&Easy"-Karte
roamingfähig werden. Wegen der aufwendigen Abrechnungsmodalitäten dauert's aber
noch und vielleicht lassen sich ja einige Leute bis dahin von
dieser Meldung abschrecken: Handys taugen nämlich als "Wanzen".
Durch schlichte Kombination der Funktionen "automatische Rufannahme"
und "Klingelton aus" kann das Mobiltelefon als Abhörgerät missbraucht
werden. Tip: Einfach abschalten, wenn man ein fremdes Handy rumliegen
sieht!
- Callback im Wechsel
Die einen kommen - die anderen gehen. So lässt sich die Bewegung
im Bereich Callback in den vergangenen 14 Tagen beschreiben.
Sakon hat seinen Dienst in Deutschland zum 1. Oktober ganz eingestellt, die Spatzen hatten es schon
von den Dächern gepfiffen. Kunden mit Restguthaben sollen dieses
erstattet bekommen. Moral von der Geschicht': Trau' nicht gleich
dem Billigsten nicht.
MDS bietet dagegen reduzierte Preise per 30. September. Gespräche innerhalb Deutschlands für umgerechnet
30 Pfennig pro Minute sind dann unschlagbar, wenn sie - was
möglich ist - vom Handy aus geführt werden. Achtung: Bestandskunden
müssen sich ummelden!
- Kostenlos telefonieren in ganz NRW
Kostenlos telefonieren - das geht bei Mox Telecom seit 1. Oktober in ganz NRW
und im nördlichen Rheinland-Pfalz (Vorwahlgebiet 02). Drei Minuten
auf Kosten eines Sponsors sprechen kann jeder, der sich zuvor
einen Werbespot angehört hat, und der sich vor allem bei Mox als
Testperson hat registrieren lassen. Die Ratinger Telco hatte schon
im Sommer mit einer ähnlichen Werbeaktion
auf sich aufmerksam gemacht.
- Elefantenhochzeit
Um richtig dickes Geld (in Aktien) ging es bei der Übernahme der
US-Telco Sprint durch MCI Worldcom, die am
Dienstag vermeldet wurde. Umgerechnet 236
Milliarden Mark werden bewegt - die größte Firmenfusion, die es
jemals gegeben hat. Auch die Deutsche
Telekom profitiert von dem Mega-Deal: Sie wird sich dem
Vernehmen nach von ihrem Zehn-Prozent-Anteil an Sprint trennen.
Der Wert des Aktienpäckchens hat sich in den drei Jahren im Besitz
der DTAG auf rund 20 Milliarden Mark mehr als verfünffacht. Da sind
die 850 Millionen US-Dollar, die der deutsche Ex-Monopolist am Tag
zuvor für einen 35-Prozent-Anteil an der staatlichen kroatischen
Hrvatske Telekommunikacije hingeblättert
hat, kaum mehr als die sprichwörtlichen "Peanuts".
Um etwas mehr - nämlich rund 3,3 Milliarden Mark geht es bei der
geplanten Übernahme eines etwa 17-prozentigen Anteils an E-Plus,
den die France Télécom erwerben möchte. Für die Franzosen, die
sich ja im Sommer mit (Ron) Sommer über Telecom Italia zerstritten
hatten, wäre es so etwas wie süße Rache: Der erste Schritt auf
"feindliches" Gebiet. Voraussetzung ist allerdings, dass RWE
und VEBA als Mehrheitseigentümer an E-Plus auf ihr Vorkaufsrecht
verzichten würden. "Geld stinkt nicht" ist ein Sprichwort, dass
sicher auch in Vorstandsetagen nicht unbekannt sein dürfte.
Schließlich steht auch auf dem innerdeutschen Markt eine
freundliche Übernahme an, die von TelDaFax
durch Talkline. Fast möchte man sagen:
Alles Gute dort!
- Auch die Deutsche Telekom benutzt teltarif
Zum Schluss noch ein Schmankerl in eigener Sache: Wir wissen, dass
teltarif ein viel gelesenes und gern zitiertes Online-Magazin in
der TK-Branche ist. Unbekannt war uns, dass die Abfrage-Ergebnisse
unserer Tarifdatenbank als Argumentationshilfe von aufgeregten
Advokaten genutzt wird. So geschehen in einer Abmahnung,
die 01051 jetzt von Anwälten der
Deutschen Telekom erhalten hat.
Aber lesen Sie doch bitte selbst. So sehr
uns unser Gewicht auch freut - dies ist der Ehre nun fast zuviel...
Erstaunlich schon, dass sich die Deregulierung in '98 vor allem auf
die Festnetzpreise auswirkte und erst jetzt die Internet-Preise
so richtig ins Rutschen kommen. Wer das Internet vor allem
zur Geschäftszeit nutzt, bezahlte früher allein 8 Pfennig für
die Einwahl per Ortsgespräch. Künftig sind es hingegen nur noch
etwas über 3 Pfennig - eine Preisreduktion von ca. 60%!
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