- Neu auf telarif: Internet-Abfrage, News-Archiv
teltarif im Wandel - so könnte man die Entwicklungen
überschreiben, mit denen sich "Ihr Wegweiser im Tarifdschungel"
online präsentiert. Nach dem neuen Outfit der Homepage und dem
News-Archiv kommen nun zwei neue
Internet-Abfragen auf den Monitor.
Die Varianten: "Wieviel Geld will ich pro Monat fürs Internet
bezahlen?" oder "Wieviel Stunden will ich pro Monat im Internet
surfen?" Die Antworten: naked eye oder myOKAY.NET oder Econophone
oder Microcall - je nach persönlichen Vorlieben.
Tip: Auf www.teltarif.de reinklicken und
austesten!
- Telegate: Rund um die Uhr auf Platz 1 der Call-by-Call-Liste
Als neuer Discount-König im offenen Call-by-Call wird ab sofort
Telegate in der Tarifdatenbank von
teltarif ausgewiesen. Der Münchener Auskunftsspezialist mausert
sich zur vollwertigen Telefonfirma. Seit Anfang August war Telegate
zunächst regional verfügbar, inzwischen ist aber der größte Teil
Deutschlands am Netz. Ferngespräche über Telegate (Vorwah: 01080)
kosten 8,9 bis 3,8 Pfennig pro Minute. Damit wird Telegate
seinem eigenen Anspruch gerecht, zu jeder
Tageszeit der billigste Anbieter zu sein - zumindest, wenn man nur
auf die Minutenpreise achtet. Denn die ein oder andere Firma ist
zwar 0,1 Pfennig pro Minute teurer - rechnet aber nicht wie
Telegate im Minutentakt, sondern im Sekundentakt ab. Unterm Strich
hat die Konkurrenz insbesondere bei kurzen Gesprächen weiterhin die
Nase vorn. Wenn auch die förmliche Bestätigung durch die Deutsche
Telekom noch aussteht, so ist der Dienst über die 01080 bis auf
die Vorwahlgebiete 02 (NRW) de facto bundesweit nutzbar.
- Microcall: Ausland ab 11 Pfennig, Inland ab 3,5 Pfennig
Willkommen im Club der Discounter - so hatte man Microcall aus der Porzellanstadt Selb
auf teltarif schon unlängst begrüßen können.
Nun legt der niederbayrische vormalige Geschäftskunden-Spezialist
nach und reduziert nochmals seine Preise im Tarif Easy international: USA und
Großbritannien ab sofort für 11 Pfennig pro Minute. Innerhalb
Deutschlands telefoniert man für 3,5 Pfennig in der Neben- und
für 8,5 Pfennig pro Minute in der Hauptzeit. Da muss man
nur noch bedauern, dass Preselection erforderlich ist. Alle
weiteren Informationen für die Anmeldung wie üblich auf
www.teltarif.de.
- Berlikomm: Kostenlos in Berlin quasseln, günstig surfen
A propos Discounttarife: hier kommt noch einer, diesmal für
Surfer. sireco und BerliKomm
fanden auf der IFA zueinander und kamen überein. Ergebnis: 100 Onlinestunden für
rund 100 Mark pro Monat, der nötige ISDN-Anschluss bei
BerliKomm bereits inklusive! sireco nutzt damit als erster großer
Internet-Provider den auf der IFA vorgestellten Nulltarif für Interngespräche bei
der Berliner Regional-Telco, die auf über 10.000 Kilometer
Abwasser- und Revisionskanäle zurückgreifen kann, wenn sie ihre Kabel
kostensparend zu den Kunden bringen will. Hoffentlich nicht als
einziger, möchte man anfügen, denn Konkurrenz belebt ja bekanntlich
das Geschäft.
- Kostenlos telefonieren und surfen
Noch billiger als Discount ist ... kostenlos. Auch in dieser Sparte
hat es kürzlich erstaunliche Angebote gegeben, die z.T. allerdings
recht schnelllebig sind. 01051,
der Telefon-Aldi aus Düsseldorf, bietet
kostenloses Telefonieren
gleich ganzen Städten an; die Deutschland-Tournee startet am
14. September in Regensburg, und wohin sie sonst noch führt,
entscheiden die 01051-Kunden per online-Abstimmung.
Mox Telecom wagt eine Neuauflage des
werbefinanzierten Telefonierens.
Ab heute können Interessenten aus den Großräumen Köln und
Düsseldorf per Einwahl in eine 0800er-Nummer zu den zunächst
5.000 Testpersonen gehören, die nach Zwangsanhörung eines
Werbespots drei Minuten lang umsonst telefonieren dürfen. Angeblich
stehen die Werbepartner bei Mox schon in der Warteschlange, und dem
Vernehmen nach soll das Verfahren später auch bundesweit angeboten
werden.
Ebenfalls auf der Suche nach
Testkunden ist adOne. Ab Oktober soll denen dann beim Surfen
ein Always-On-Top-Werbefenster erscheinen, das die Online-Minuten
zählt und vergütet. Wer lange genug "drauf" bleibt, erhält nachher
ein Guthaben. Pro Stunde fallen 60 Pfennig an, ausgezahlt wird ab
20 Mark. Nach gut 33 Stunden hat man also das Spar-Ziel erreicht und
kann seine Telefongebühren für die Internet-Verbindung entsprechend
reduzieren.
Kunden aus dem Vorwahlbereich 03 der Firma
Econophone haben es da noch
besser: Täglich zwischen 22:00 und 23:39 können diese umsonst
surfen! Die Idee dahinter: 99 Freiminuten mit 01099. Bedingung
ist aber ein PreSelect-Vertrag mit Econophone.
- Internet ab 3 Pfennig pro Minute
Auch im Internet-Bereich viel Bewegung:
Nikoma ermöglicht den nächtlichen
Surf zwischen 1 und 8 Uhr für 2,99 Pfennig pro
Minute. Tagsüber fallen 4,79 Pfennig pro Minute an. Es
wird sekundengenau abgerechnet, Anmeldung ist erforderlich.
Gigabell verlangt 3 Pfennig
pro Minute - rund um die Uhr. Einziger Haken: Anmeldung und
DM 17,90 monatliche Grundgebühr. Damit ist Gigabells
neues Angebot vor allem für Vielsurfer interessant.
Auch der Onlinedienst AOL möchte
da nicht nachstehen - und senkt seine Preise zum Oktober
drastisch auf 3,9 Pfennig pro Minute und DM 9,90
monatliche Grundgebühr. Leider kommen je Einwahl nochmal
6 Pfennig für den Verbindungsaufbau hinzu.
Ohne Grundgebühr, ohne Einwahlkosten und mit Sekundentakt:
So präsentiert sich weiterhin NGI.
Der neue Preis: 4,89 Pfennig pro Minute. Das ist zwar
etwas teurer als Nikoma, ein (empirischer) Test zeigt aber, dass
NGI die besseren Übertragungsqualitäten bietet, vor allem bei
ausländischen Websites.
- Flatrate ade
Kaum waren sie da, sind sie auch schon wieder weg: die
traumhaften Nightsurf-Flatrates. Alle basierten sie auf den
01804-Einwahlnummern, die über RSLcom
zwischen 21 und 9 Uhr Telefonieren zum Einmalbetrag
von 48 Pfennig ermöglichten. Jetzt ist der
Traum geplatzt, denn die
Deutsche Telekom hat den Anbieter der
Clever0180-Dienste, RSLCom, abgemahnt
und ihm zugleich neue Tarife abverlangt: 14 statt 4 Pfennig
tagsüber und 6 statt 0 nachts. Macht summa summarum: Aus
für die Flatrates. Es verbleibt die begründete Hoffnung, dass es
per Richtfunk bald Alternativen zur TAL
(Teilnehmeranschlussleitung) gibt. Viag
Interkom will nach dem Erhalt der benötigten Lizenzen bereits
ab kommendem Monat in Bayern damit starten.
- Günstige Telefontarife nur für kurze Gespräche
Mit Lockvögeln gingen Drillisch und
Herzog in den letzten Tagen hausieren.
Oder freundlich gesagt: Kurztelefonierer
bekommen neue Sparmöglichkeiten. Bei der Trierer Herzog AG heißt das
neue Produkt doch tatsächlich "Fass dich
kurz". Wem das stets gelingt, der kommt günstig weg:
7,9 Pfennig pro Minute - aber nur in den ersten beiden
Gesprächsminuten! Doch Vorsicht: Der ungünstige Minutentakt
verteuert gerade kurze Gespräche deutlich - wer zwei Telefonate
zu je 30 Sekunden führt, bezahlt zwei volle Minuten für
zusammen 15,8 Pfennig, obwohl er insgesamt nur eine
Minute genutzt hat. Der effektive Minutenpreis beträgt also
15,8 Pfennig - deutlich teurer als z.B. bei TelDaFax (01030),
die dank sekundengenauer Abrechnung nur die tatsächlich
telefonierte Zeit auch in Rechnung stellen.
Drillisch musste gar eigens eine neue Zeitzone einführen,
um sein Angebot von 3,95 Pfennig pro Minute (aber nur für die
ersten drei Minuten!) nachts zwischen 22 und 6 Uhr unterzubringen.
Die Call-by-Call-Vorwahl für die Stoppuhr-Telefonierer: 010050.
- Schnelle Telefonkonferenzen
Dienstleistung - dieser Begriff, so scheint's, kommt ja
in Deutschland gelegentlich einer Beleidigung gleich,
gerade im TK-Business. Dabei sind "dienen" und "leisten"
an sich keine anrüchigen Worte, wie die Münchener
Telegate AG gerade zeigt. Sie
bietet nämlich ab sofort spontane Telefonkonferenzen für bis zu
25 Personen ohne wochenlange Voranmeldung - zu Preisen, die
man sich "leisten" kann. Voraussetzungen
sind lediglich ein funktionierendes Telefon und ein Anruf unter
11880.
A propos Dienstleistung: deutschlandweite Ferngespräche sind
im Jahresverlauf um 43,3 Prozent billiger
geworden, hat das Statistische Bundesamt ermittelt. Schuld ist der
"böse" Wettbewerb. Sage noch einer, (Dienst-)Leistung lohne nicht...
- Arcor: ISDN-Anschlüsse in mehreren Großstädten
Dass die Deutsche Telekom
im Ortsnetz nicht alleiniger Anbieter bleibt, davon haben
viele schon lange geträumt. Seit der Internationalen
Funkausstellung in Berlin ist nun amtlich, dass es Alternativen
gibt. Mannesmann Arcor bietet
ISDN-Komplettanschlüsse in zunächst 10 deutschen Großstädten,
ein zügiger Ausbau ist geplant. Rund 13 Millionen Menschen
hätten damit (rechnerisch) die Gelegenheit, zu wechseln. Preislich
wäre das Arcor-Angebot mit einer monatlichen Grundgebühr von
DM 39,90 rund 15 Prozent günstiger als das vergleichbare
Produkt der DTAG.
Neben dem Komplettanschluss per ISDN hat Arcor seit der
IFA auch neue Surfprodukte im Angebot, und zwar gleich im
Dreierpack. "sunny" heißt nicht nur so,
sondern bietet auch sonnige Tarife beim Surfen: DM 9,90 monatliche
Grundgebühr und 4,9 bzw. 3,9 Pfennig pro Minute.
- Neue Kooperationen im Telefonmarkt
Auf die Dauer hilft nur Power - den Leitspruch von Generationen
gefrusteter Einzelkämpfer nehmen sich auch Telcos gerne zu Herzen.
Beispiel eins: GTS. Mit Esprit und
Westcom übernimmt die Firma auch
gleich einen neuen Markennamen - GTS Esprit. Zuckerbrot: die alten
Super-Sommer-Spartarife von Esprit gelten
nun generell; Peitsche: statt Sekundentakt wie früher bei Westcom
gibt's im neuen Haus nur noch Minutentakt. Schade eigentlich.
Aber für die Bestandskunden bleibt alles wie gehabt, heißt es.
Beispiel zwei, auf regionaler Ebene: Das
Trio bayernale, bestehend aus der
Nürnberger NEFkom, der Münchener M"net
und der Augsburger AugustaKom. Als Einkaufsgemeinschaft tritt
man gestärkt in die Verhandlungen um Minuten und Preise, letztere
sollen kundenfreundlich gestaltet werden: z.B. mit Regio-Tarifen
zwischen den drei Partnernetzen, wo bislang Ferngesprächsgebühren
fällig waren.
- Call by Call vorerst gesichert
Call by Call wird es nun doch noch eine Weile geben. Jedenfalls
ist der Zank um die Inkasso-Gebühren
zwischen der Deutschen Telekom und ihren
Wettbewerbern auf die längere Bank geschoben - bis 31. März 2000.
Solange nimmt die DTAG Abstand von ihrer
zuvor ausgesprochenen Kündigung der Inkassoverträge. Dabei hatte
es einen öffentlichen Aufschrei der "Privaten" gegeben, die das
Ende des CbC prophezeit hatten, wenn sie die vom Bonner Riesen
(angeblich) geforderten Einmalgebühren von 80 Pfennig pro
Rechnung hätten zahlen sollen.
Nun wird neu verhandelt. Einiges spricht dafür, dass die
privaten Telcos künftig ihre Rechnungen (und Reklamationen) selber
bestreiten müssen.
Nach dem Sommerloch ist also wieder Bewegung im Markt! Es bleibt
aber zu hoffen, dass nicht vor lauter Preisdumping die Qualität
leidet - denn dann wäre der Kunde am Ende doch wieder der Dumme.
.
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