Newsletter 17/99 vom 26.08.1999
Die Neuigkeiten im Telefonbereich bis zum 26.08.1999 - von teltarif.de für Sie zusammengefasst.
  1. Neues Design und neuer Service auf www.teltarif.de.
  2. Microcall - der Preisbrecher im Festnetz.
  3. Gigabell - der Preisbrecher im Internet.
  4. Weitere neue Internet-Produkte.
  5. Internet im 48-Pfennig-Takt: 01804.
  6. Steigen die Call-by-Call-Gebühren demnächst?
  7. Tarifänderung zuhauf.
  8. WAP, GPRS, HSCSD, IFA.
  9. Deutsche Telekom: Leichte Umsatzeinbußen.
  10. Erdbebenhilfe.
  1. Noch bevor die IFA '99 in Berlin übermorgen ihren Premierenvorhang hebt, startet www.teltarif.de durch - mit neuem Design, frischeren Farben und noch mehr kostenlosem Service: eine Tarifuhr, die automatisch die günstigsten Preise zur jeweiligen Tageszeit anzeigt, ein News-Archiv, das die Hintergrund-Infos der letzten Tage parat hält, eine neue Dépendance in der Schweiz unter www.tel-tarif.ch und natürlich ein Special zur IFA (ab heute nachmittag). Hier findet sich alles Aktuelle, das die weltgrößte Fachmesse für Unterhaltungselektronik in diesem Jahr auf den Markt bringt - zumindest in Bezug auf Internet und Telekommunikation, die einen wesentlichen Themenschwerpunkt in Berlin stellen. Schauen Sie also mal wieder vorbei.

  2. Etwas überraschend kam sie schon - die Attacke von Microcall im Niedrigpreissektor. Der Geschäftskunden-Spezialist aus der Porzellanstadt Selb offeriert ab 1. September einen wirklich sehenswerten Tarif, der der Einfachheit halber "Easy" genannt wird und auch tatsächlich schlicht in der Handhabe ist.

    Die Variante "national" bietet deutschlandweite Ferngespräche für 8,5 und Mobilverbindungen für 39,8 Pfennig tagsüber. Die günstigsten Auslandsgespräche werden ab 20,3 Pfennig (Schweiz) angeboten. In der Variante "international" gibt es die USA und Großbritannien für 12,9 Pfennig und weitere europäische Ziele ab 15,7 Pfennig. Hier sind die Deutschlandgespräche mit 10,3 Pfennig pro Minute tagsüber ebenfalls konkurrenzfähig. Abgerechnet wird allerdings in beiden Fällen im Minutentakt, der Kunde ist zur Pre-Selection verpflichtet. Alle weiteren Einzelheiten stehen wie übliche auf www.teltarif.de.

    Für die Bereitstellung des neuen Dumping-Tarifs hat Microcall ein eigenes Netz zusammengeschaltet. Die bisherige Geschäftskundschaft braucht sich also keine Sorgen zu machen, wegen des neuen Angebots plötzlich auf besetzte Leitungen zu stoßen. Und schließlich: Auf Anregung von teltarif weitete Microcall den Nahbereich beim nationalen Tarif von 25 auf 50 km aus - hier kann man für 5,9 Pfennig telefonieren! Auch auf den zunächst vorgesehenen Mindestumsatz von 100,- Mark wird verzichtet.

  3. Flatrate oder Pauschalangebot - das ist die Frage beim neuen myOKAY.NET von Gigabell, das exakt zum Start der IFA eingeführt wird. Die Antwort: keines von beidem, sondern eher eine Kombination von "preiswert" und "Internet by Call". Die Eckdaten: DM 17,90 Monatspauschale, dazu 3 Pfennig Telefongebühren rund um die Uhr. Die Frankfurter Gesellschaft tritt damit als Vorreiter einer Entwicklung auf, die AOL zuvor angekündigt, aber noch nicht realisiert hat. DM 20,- pro Monat und ebenfalls 3 Pfennig pro Minute lauten die Zahlen des zweitgrößten Internet-Providers in Deutschland.

  4. Bewegung im Tarif-Spiel rund um den Internet-Zugang hat es vor und nach dem neuen Gigabell-Produkt auch gegeben. Der Dortmunder Provider UUNET bietet sein Internet-Produkt "knUUt" seit Mitte August auch per Call by Call an: 5,9 Pfennig pro Minute tagsüber und 4,9 Pfennig sonst.

    Variantenreich kommt die 1 & 1 AG aus Montabaur mit ihrer internet.profi-Reihe ab Mitte September daher. Für Grundgebühren zwischen DM 6,90 und DM 29,90 kann ab 4 Pfennig gesurft werden - bei der "premium"-Version sogar rund um die Uhr.

    (Fast) ganz umsonst können Preselection-Kunden von Econophone ab Start der IFA surfen - zumindest 99 Minuten täglich zwischen 22:00 und 23:39 Uhr. Das "Econo99Freenet" ist zunächst nur in den 03-Vorwahlgebieten (Berlin und neue Bundesländer) verfügbar; ein Ausbau des Angebots ist aber bereits in Arbeit. Tagsüber ist das "Freenet" aber mit 8 Pfennig pro Minute nicht sonderlich billig.

  5. Gleich drei Firmen kündigten während der letzten zwei Wochen Internetzugänge per 01804-Servicenummer an. Diese kostet einmalig 48 Pfennig pro Einwahl - egal, wie lange man online ist. Allerdings gelten diese für Surfer und Chatter paradiesischen Zustände erst nach 20 bzw. 21 Uhr.

    Allen voran ging Westsurf mit seinem Produkt "Flat Me". Der monatliche Pauschalpreis zusätzlich zum Einwahlpreis: DM 74,-.

    Auch die Bremer Internet Professionell nimmt einen zweiten Anlauf für ein Internet-Pauschalangebot. Die Monatsgebühr beträgt DM 129,-, wiederum kann man nachts für einmalig 48 Pfennig beliebig lang surfen. Tagsüber bezahlt man 5 Pfennig pro Minute. Die Bremer Gesellschaft war Anfang Juli mit Sicherheitsproblemen und stark begrenzten Kapazitäten unangenehm aufgefallen.

    Internet-by-Night - so nennt sich ab sofort der neue Privatkundentarif der Federle GmbH in Augsburg. In der bereits beschriebenen Zeitspanne kann für 1 Pfennig pro Minute gesurft werden, auch hier fallen pro Einwahl 48 Pfennig an. Bei der Einrichtung werden einmalig DM 39,- fällig, es gibt keine monatliche Pauschale. Der Anschluss der Gesellschaft wird mit so namenhaften Anbietern wie UUNET und Cable & Wireless ECRC realisiert und steht bundesweit zur Verfügung.

    Der Service geht auf ein Angebot der RSL COM zurück, wonach in den Nachtstunden zwischen 21 und 9 Uhr für 01804-Servicenummern kein zeitabhängiges Entgelt verlangt wird - weder vom Anrufer, noch vom Angerufenen. Allerdings ist fraglich, ob RSL Com diesen Service aufrechterhalten kann, wenn über 01804 künftig immer häufiger ewiglange Internet-Sessions laufen. So stehen auch hinter vielen der neuen Flatrate-Betreiber junge und experimentierfreudige Anbieter.

  6. Über das offene Call by Call - des Deutschen liebstes Produkt seit Öffnung des Marktes - ist heftiger Streit zwischen der Deutschen Telekom und den Mitbewerbern entbrannt. Anlass: die DTAG will die Inkasso-Gebühren erhöhen. Zusätzlich zur Umsatz-"Provision" und den Pfennigen für EVN und Gesamtsumme verlangt der Ex-Monopolist nun zusätzlich ein Minimum von 80 Pfennig pro Kunde und Telefonfirma. Wenig-Telefonierer, die das offene CbC nach Herzenslust anwenden, würden so zum Klotz am Bein der privaten Anbieter, die die Summe ja an die Telekom abzuführen hätten.

    Ferner denkt die Telekom darüber nach, Gespräche, die über die Wettbewerber geführt werden, gar nicht mehr abzurechnen. Wenn die Kunden das Geld einzeln an die Gesellschaften überweisen müssten, wäre dies faktisch das Aus für Call by Call. Ob die Regulierungsbehörde den Zank im Sinne von mehr Wettbewerb im Privatkundenbereich lösen kann, bleibt abzuwarten (und zu hoffen).

  7. 01051, der "Telefon-Aldi" aus Düsseldorf, hat seinen lange geplanten Tarif für Mobilfunk-Gespräche verwirklicht: 40 Pfennig pro Minute im 60/60-Takt - das Angebot steht. Die Frage: Wie lange? Andere mussten Gespräche zum Mobilfunk nämlich bereits wieder verteuern.

    Wie schnelllebig das Geschäft ist, davon wissen die meisten inzwischen ein Lied zu singen - auch Kunden. Negativ-Beispiel der letzten zwei Wochen: Mox, die den Mindestumsatz verfünffachten. Statt bislang DM 9,90 fallen für Kunden, die sich ab 15. August für Call by Call anmelden, DM 49,90 im Monat an. Schade, denn so wird die gleichzeitig vorgenommene Tarifsenkung zur zweischneidigen Sache. Für Altkunden von Mox gilt hingegen der alte, niedrigere Mindestumsatz weiter.

    Klipp und klar die neuen Auslandstarife von First Telecom: Mit den 15 Pfennig pro Minute (plus 2 Pfennig Verbindungsgebühr) waren die Frankfurter ein paar Tage lang Preisführer für USA und UK, bis 01051 nachzog. Sparvorwahl: 01039. A propos USA: Aus dem Land der unbegrenzten Möglichkeiten kommt die Meldung, dass es dort demnächst Ferngespräche zum Nulltarif geben könnte. Die Konkurrenz macht's möglich und eine Tendenz zur Verlagerung auf Internet-Aktivitäten - das Telefon wird dann sozusagen nur noch Marketingzwecke haben.

  8. GPRS, HSCSD und WAP sind keine Zutaten aus der Alchimisten-Küche, sondern Abkürzungen für neue Techniken im Mobilfunkbereich. T-Mobil und Ericsson haben mit Tests für die Weiterentwicklung des GSM-Standards begonnen. "General Packet Radio Service" heißt das unter Fachleuten. Die Wirkung: Die Datenübertragungsrate im Mobilfunk erhöht sich - von derzeit 9.600 über 50.000 auf bis zu 2 Millionen Bit pro Sekunde. Schon zuvor hatte D2privat die flächendeckende Einführung der neuen Technik bis Mitte 2000 angekündigt.

    Gleichfalls auf dem Prinzip der Kanalbündelung basiert die "High Speed Circuit Switched Data-Technik" (HSCSD), mit der E-Plus Übertragungsgeschwindigkeiten bis zu 43,2 kbit/s noch in diesem Jahr ermöglichen will. Start der neuen Technik: Mitte Oktober auf der Systems in München.

    WAP - Wireless Application Protocol - ist die Voraussetzung fürs Internet-Surfing per Handy. Die neue Technologie ist einer der Renner auf der diesjährigen IFA in Berlin und wird sowohl von T-D1 als auch D2privat und Viag Interkom vorgeführt. Schade, dass man zur Nutzung all dieser Rafinessen natürlich ein neues Handy haben muss. Was das kostet? Erst die IFA wird es uns verraten...

  9. Und dann waren da noch die Begebenheiten, bei denen übers Geld geredet wurde: Halbjahres-Bilanzen, Übernahme-Phantasien, Verkaufs-Ambitionen, geplante Börsengänge, Umsatzerlöse. Die Deutsche Telekom einmal mehr im Mittelpunkt großer Zahlen - etwas weniger Umsatz, etwas weniger Ertrag, aber mehr Kurswert an der Börse durch die Verkündung der Halbzeit-Bilanz. Perspektiven: Gar nicht übel, denn der Verkauf des Fernsehkabelnetzes bringt reichlich Geld in die Kasse, mindestens 10 Milliarden. Die Deutsche Bank soll die besten Karten haben beim Schacher um die Goldgrube unterm Bürgersteig. T-Mobil und T-Online sind Kandidaten für einen weiteren Börsengang, theoretisch binnen einen Jahres, wie DTAG-Chef Ron Sommer vermeldet. Der Ex-Monopolist also mitten im Wettbewerb, der weiter geht: Mannesmann Arcor hat ISIS gekauft, ISIS und fünf andere Regionalgesellschaften schließen ihr Netz zusammen und die Regulierungsbehörde vergibt Funkfrequenzen für die "Letzte Meile" im Ortsnetz. Hoffen wir, dass daraus möglichst schnell Produkte werden.

  10. Trauriger Anlass für einige Spezialtarife war das Erdbeben in der Türkei. So hat die türkische ALO VATAN Telefondienste GmbH einen kostenlosen Informationsdienst eingerichtet. Unter der Rufnummer 0800/1005815 können im Callcenter z.B. Adressen und Telefonummern von türkischen Behörden und Konsulaten erfragt werden.

    Die Deutsche Telekom stellt Sonderkonditionen für Türkei-Gespräche bereit: Bis einschließlich 2. September kann das humanitäre Angebot - Halbierung des regulären Türkei-Tarifs - in Anspruch genommen werden. Bis zum 15. September ist die Katastrophenhilfe der Erfurter TelePassport AG befristet. Sie besteht aus der Möglichkeit, kostenlose Gespräche in vier der betroffenen Regionen zu führen. Voraussetzung für die Nutzung ist allerdings eine Preselection im Türkiyem-Tarif. Wer einen der anderen Telepassport-Tarife benutzt, zahlt hingegen 96 Pfennig pro Minute für Türkei-Anrufe - nicht gerade billig.

    Seit 25. August mischt nun auch der Kölner Anbieter Drillisch in Sachen telefonischer Erdbebenhilfe mit: Für einen Verbindungspreis von 45 Pfennig pro Minute können Telefonate in die Türkei geführt werden. Diese Aktion soll voraussichtlich bis Ende September laufen.

    Teltarif spricht allen Angehörigen der Opfer sein Beileid aus. Hoffen wir, dass in der Krisenregion möglichst bald ausreichend Wohnraum geschaffen wird, so dass die Überlebenden nicht auf der Straße überwintern müssen. Hoffen wir auch, dass keine Seuchen ausbrechen.


Sie können diesen Newsletter auch abonnieren. Sie erhalten dann regelmäßig eine exemplarische Aufstellung aller Neuigkeiten auf diesen Web-Seiten. Tippen Sie dazu Ihre E-Mail-Adresse in untenstehendes Feld und klicken Sie dann auf den Knopf "Abo bestellen". Dieser Service ist für Sie kostenlos.

Unmittelbar nach dem Bestellen wird eine Willkommensmail an Sie geschickt. Heben Sie diese bitte auf, da sich darin auch die Information befindet, wie Sie Ihr Abo wieder beenden. Ihre Adresse wird von uns nur für den Versand dieses Newsletters verwendet und nicht weitergegeben.

E-Mail: