- Einen Werbegag der besonderen Art leistet sich Telegate aus München.
Der Auskunfts-Spezialist ist seit Anfang des Monats auch
im Ferngesprächsmarkt vertreten und will zu jeder Tageszeit ein
bisschen billiger sein als alle anderen.
Die Folge ist eine extravagante Zeitzonen-Struktur mit nicht weniger
als sieben Zonen. Der Erfolg: Telegate ist in der Geschäftszeit
ebenso an Platz 1 der Tarifdatenbank wie nachts; wenngleich der
Unterschied nur 1/10 Pfennig beträgt. Zwischen 3,8 und
8,9 Pfennig pro Minute kostet Telegate, minutengetaktet, ohne
Anmeldung über die 01080 nutzbar. Der Dienst der Münchener läuft
in acht deutschen Großstädten an. Flächendeckend soll der Service
spätestens Anfang September verfügbar sein, ab dann wird der
Tarif auch automatisch in die Ergebnisse der Tarifdatenbank
eingebunden werden. Über die Profi-Abfrage ist Telegate aber
bereits ansteuerbar.
Geld verdienen will Telegate mit dem Produkt nicht - vielmehr
macht man auf diesem Weg Werbung für den eigenen Namen und den
Auskunftsdienst, der unter 11880 erreichbar ist.
- Preiserhöhungen nennt keiner gerne - und so musste teltarif in
den letzten Tagen einige Male energisch nachfragen. Grund ist
der Wegfall einer alten Sonderregelung: Bis vor kurzem machte
es bei Verbindungen aus dem Ausland nämlich keinen Unterschied,
ob das Gesprächsziel in Deutschland im Fest- oder Mobilnetz lag.
Es gab einen einheitlichen, niedrigen Preis für beides. Das führte
zu dem Trick, Telefonate ins deutsche Mobilnetz zunächst ins Ausland
zu führen und von dort als internationales Gespräch zurücklaufen
zu lassen. Zwar waren die Leitungskosten so deutlich höher, aber
man umging die immer noch sehr teuren Gebühren, die die nationalen
Mobilfunkfirmen verlangen, wenn man das Gespräch direkt über diese
terminieren lässt.
Dieser Trick mit dem Umweg wird nun immer schwieriger, da die
internationalen Altverträge einer nach dem anderen auslaufen.
EconoPhone reagierte am
5. August mit mehr als 50 Prozent Preisaufschlag bei
Mobilfunkgesprächen in der Hauptzeit. Auch Mox
Telecom wird sich für Verbindungen vom Fest- zum Mobilfunknetz
ab 15. August 59,9 Pfennig statt 45,9 Pfennig bislang
zahlen lassen. Bei den Ratingern wurden immerhin die nationalen
Festnetzverbindungen zeitgleich gesenkt.
Man darf gespannt sein, wer als nächstes mit den Preisen nach
oben geht.
- Die US-Callback-Anbieter Sakon
und Enlinea versuchen zumindest in Deutschland, sich
gegenseitig die Kundschaft abzujagen.
Die einen - Sakon - mussten, kaum in der teltarif-Datenbank,
eine Preiserhöhung kundtun, die anderen - Enlinea - konnten mit
vereinzelten Preisreduktionen wieder Boden gewinnen. Bei Sakon
kostet das Deutschland-gespräch am Festnetz jetzt 30,4 Pfennig,
genausoviel wie bei Enlinea. Dafür
verlangt Sakon einen Zuschlag für Mobilfunkgespräche; Handy zu
Handy bei Sakon also seit 1. August für umgerechnet 32,3 Pfennig.
- Das D-Netz zu E-Netz-Konditionen - das bietet ab sofort
VIAG Interkom dank einem nationalen
Roaming-Vertrag mit T-Mobil. In der Tat klappt es problemlos,
sich mit einem Dual-Band-Handy und einer E2-Karte in das D1-Netz
einzubuchen - lediglich beim ersten Mal muss man dazu das D1-Netz
von Hand anwählen. Für den Viag-Kunden ist dieser Service ohne
Aufpreis - er bezahlt zum Beispiel weiterhin nur 29 Pfennig
pro Minute bei Gesprächen zu anderen Viag-Kunden. Einziger Haken:
Während eines laufenden Telefonats kann das Handy (noch) nicht
das Netz wechseln.
Unterdessen bereitet Mannesmann für das Netz D2 eine kleine
technische Revolution vor: Mit GPRS soll man im ISDN-Tempo (bis zu
100000 bit pro Sekunde) mobil auf die Datenautobahn auffahren können.
Dabei sind nur die wirklich übertragenen Daten zu bezahlen - es
macht also keinen Unterschied im Preis, ob man mehrere Webseiten
gemütlich hintereinander liest oder sich hastig durchklickt.
Seinen PrePaid-Kunden bietet D2 mit
BestFriend demnächst ein neues Zuckerstück,
lässt sich doch damit eine vorher festgelegte Festnetz- oder
(D2-)Mobilfunk-Nummer zu einem besonders günstigen Tarif anrufen.
T-Mobil, mit der "Nummer Eins" bereits im Besitz eines ähnlichen
Tarifs, plant weitere Tarifsenkungen - Einzelheiten soll es auf
der Internationalen Funkausstellung IFA geben.
Ebenfalls auf der IFA will E-Plus sein Konzept für Fixed Mobile
Integration vorstellen. Das System lehnt sich an das Produkt
Genion der VIAG Interkom an. Wie E-Plus
die dabei auftretenden technischen Probleme mit der teilweise
älteren Soft- und Hardware zu lösen gedenkt, bleibt abzuwarten.
Der Festnetzanbieter Telepassport
dringt immer stärker in den Mobilfunkbereich ein. Neben E-Plus-
werden ab sofort auch D1-Karten angeboten. Insgesamt gibt es
vier verschiedene Tarifmodelle als
Mobilfunk-Serviceprovider für T-Mobil.
- Die einen wollen nicht mehr, die anderen können noch mehr - daher
wechselt die Sparvorwahl 01015 den Namen:
debitel gibt das offene Call by Call
zum 15. August nach mehreren Monaten Betriebszeit auf (mangels
Möglichkeit, ordentlich Geld zu verdienen) und Ex-Netz-Partner
RSL COM springt zum selben Termin
in die Bresche. Argument: Der Markt sei noch längst nicht fest
aufgeteilt. Konsequenz: nationale Ferngespräche preiswerter,
Mobilfunkverbindungen etwas teurer, Auslandsziele variantenreich
ein bisschen billiger.
Vorteil der Aktion: Weniger Verwirrung, denn bisher galt für
die 01015, dass diese technisch von RSL-Com, marketingmäßig aber
von Debitel abgewickelt wurde. Nun gehört beides zu RSL Com -
ein winziger Schritt zu mehr Klahrheit im Tarifdschungel.
- Ultimo ist die schöne Zeit, zu der das Geld aufs Konto
fließt. Und die Zeit, zu der die Telcos neue Preise machen,
gelegentlich jedenfalls. Auf nationaler Ebene stach
diesmal SUPER 24 hervor, die
mit 9,9 Pfennig rund um die Uhr bei
Ferngesprächen innerhalb Deutschlands tagsüber fast konkurrenzlos
sind. Die Telepassport-Reseller bieten seit 8. August auch Internet
zum Vorzugspreis an: 4,9 Pfennig, ebenfalls rund um die Uhr inklusive
Telefongebühren. Es gilt der Minutentakt. Wie bei allen anderen
Firmen, bei denen keine Call-by-Call-Vorwahlen genannt werden,
ist eine Anmeldung erforderlich.
Die Berliner Pronet GmbH liegt
mit Preisen ab 10 Pfennig neuerdings ebenfalls im Vorderfeld der
Anbieter. Hier wird allerdings ein Rechnungs-Mindestbetrag von DM
9,90 verlangt.
An Geschäftskunden wenden sich die
Anbieter Citrus und
GermanBusinessNet. Die Network GmbH
mit dem fruchtigen Namen aus Ludwigshafen muss mit Preisen ab
13,9 Pfennig tagsüber sehen, wie sie ihre Kunden überzeugt.
GBN hat Ende des letzten Monats eine
Tarifsenkung in Aussicht gestellt, die erst ab Anfang des kommenden
gilt: 11,5 Pfennig tagsüber bei sekundengenauer Berechnung,
allerdings nur für Geschäftskunden.
- Sie sind in der Branche populär geworden mit ihren "Servicenummern",
die Frankfurter KomServ GmbH.
Mit Ideenreichtum und beharrlicher Pfiffigkeit versucht die
KomTel-Tochter, über 0180X-Nummern aufsehenerregende Sonderangebote
aufzulegen, die (fast) unerreicht sind. Zuletzt war das der
Fall mit dem Viertelstunden-Talk für 48 Pfennig pauschal. Die
Testphase mit diesem Angebot ist
erfolgreich verlaufen, melden die Frankfurter mit Dank an die Kunden.
Vielleicht ja sogar zu gut, denn für
3,2 Pfennig pro Minute konnte man
sonst nirgends telefonieren. Wie es heißt, wird nun an einem
"maßgeschneiderten" neuen Produkt gearbeitet, das im Oktober am
Markt sein soll.
Man darf gespannt sein, auch darauf, wie lange
"handshake e.V." aus Saarbrücken seine
Internet-Pauschale im Angebot behält. Die läuft ebenfalls über eine
01804-Nummer und bietet für 48 Pfennig pro Einwahl non-stop-surfing
ab 21 bis 9 Uhr. Allerdings wird die Clubmitgliedschaft
vorausgesetzt, die DM 75,- im Monat kostet...
- Kaum ein Tag vergeht, an dem nicht irgendwer einen neuen
Tarif anpreist. Nach dem vorläufigen Ende des Preiskampfes
an der Ferngesprächs-Front kommen jetzt nach und nach
Auslandsverbindungen unter den Hammer. Wer bietet weniger -
dies die Frage, die die Telcos reihum sich selbst und ihren
Kunden beantworten. Türkei z.B. derzeit nicht schlecht bei
Telepassport
mit dem Türkiyem-Tarif per Call by Call mit Anmeldung zu 49
Pfennig pro Minute. Oder Alo Vatan,
zu gut deutsch: Hallo Heimat, die die türkische Heimat ab 44
Pfennig im Angebot hat. Entsprechend der Zielgruppe ist die
Homepage www.alovatan.de in
türkischer Sprache verfasst. Auch Mox
bietet mit 48,9 Pfennig pro Minute mit. Alle genannten
Firmen benötigen eine Anmeldung; weitere Details siehe
www.teltarif.de .
Viatel vermittelt Gespräche in
die USA, nach Kanada, Großbritannien, Frankreich, Belgien und
Niederlande seit 1. August für 18 Pfennig rund um die Uhr. Es gilt
der Minutentakt; keine Anmeldung erforderlich, sondern einfach die
01079 vorwählen. First Telecom wirbt mit
Preisnachlässen beim Prepaid-Service First Phone. Puerto Rico gibt
es damit seit 1. August für 35 Pfennig rund um die Uhr, Südkorea
für 51 Pfennig und Angola für DM 1,04. Italien, Österreich
und Irland hat sich Drillisch zum
Ziel seiner Preisrutsch-Aktion gesetzt
- jeweils für 22 statt vorher 33 Pfennig, ab 5. August.
Netzvorwahl: 010050.
- Nach dem Börsengang des Jahres jetzt vielleicht die
Übernahme des Jahres: Von Erfolgsnachweis-Pflicht getrieben,
verkündete Telekom-Chef Ron Sommer am vergangenen Freitag die
100-Prozent-Übernahme von One2One.
Das britische Mobilfunk-Unternehmen gilt als eines der
wachstumsstärksten in der Branche und kostet die DTAG runde 20
Milliarden Mark. Damit sei ein weiterer wichtiger Schritt in
der Internationalisierungsstrategie der Telekom getan, meinte
ein nicht ganz so strahlender Ron Sommer bei der obligatorischen
Pressekonferenz hinterher. Visionen treibt der Mann weiter
vor sich her: Als nächstes soll T-Mobil an die Börse, dann eine
paneuropäische, wenn nicht gar globale Mobilfunkmarke entstehen.
Ebenfalls europäischen, aber ungleich unerfreulicheren
Inhalts ist die Beschwerde, die
die Arbeitsgemeinschaft RegioNet bei den Wettbewerbshütern in
Brüssel gegen die DTAG vorgetragen hat. Sie wirft der Telekom
missbräuchliche Ausnutzung einer marktbeherrschenden Stellung vor,
indem diese von den Regionalanbietern zu hohe Gebühren für die
Übernahme von Anschlüssen abverlange. Über diese Gebühren war 1998
und Anfang '99 lange gestritten worden, bis die Regulierungsbehörde
in einer viel kritisierten Entscheidung die momentan gültigen
Preise festsetzte.
Um Geld - und nicht zu knapp - geht es auch beim Verkauf
des telekomeigenen TV-Kabelnetzes,
der auf Betreiben eben jener Brüsseler Wettbewerbshüter demnächst
vonstatten gehen soll. Das TV-Kabel gilt als die Goldgrube der
Multimedia-Zukunft, nicht nur wegen seines Alternativ-Charakters zur
Teilnehmeranschlussleitung. Neben Namen wie Bertelsmann, Mannesmann,
gar Microsoft ist nun auch die Deutsche Bank im Bieterpool vertreten.
Da kann man sicher sein, dass es um mehr als nur Peanuts geht...
Und noch einmal Thema "Geld und Zukunft": Das
Beratungs-Unternehmen PricewaterhouseCoopers (PWC) ist
sicher, dass Telefonminuten und Bandbreiten schon bald an
der Börse gehandelt werden. Der
liberalisierte TK-Markt verlange nach effizienteren Handelsformen
und transparenteren Preisen, meinen die Experten. In Düsseldorf
solle demnach bereits in spätestens eineinhalb Jahren ein solcher
Börsenhandel starten.
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