Newsletter 16/99 vom 12.08.1999
Die Neuigkeiten im Telefonbereich bis zum 12.08.1999 - von teltarif.de für Sie zusammengefasst.
  1. Telegate immer an Nummer 1 der Tariftabelle!
  2. Telefonate zum Mobilfunk immer teurer.
  3. Auch Callback teurer.
  4. Viele neue Ideen im Mobilfunkbereich.
  5. Aus Debitel 01015 wird RSL Com 01051.
  6. Weitere Runde im nationalen Preiskampf.
  7. KomServ stoppt 01804-Tarif vorerst.
  8. Türkei und andere Länder billiger.
  9. Die Kapitalströme der Großen.
  1. Einen Werbegag der besonderen Art leistet sich Telegate aus München. Der Auskunfts-Spezialist ist seit Anfang des Monats auch im Ferngesprächsmarkt vertreten und will zu jeder Tageszeit ein bisschen billiger sein als alle anderen. Die Folge ist eine extravagante Zeitzonen-Struktur mit nicht weniger als sieben Zonen. Der Erfolg: Telegate ist in der Geschäftszeit ebenso an Platz 1 der Tarifdatenbank wie nachts; wenngleich der Unterschied nur 1/10 Pfennig beträgt. Zwischen 3,8 und 8,9 Pfennig pro Minute kostet Telegate, minutengetaktet, ohne Anmeldung über die 01080 nutzbar. Der Dienst der Münchener läuft in acht deutschen Großstädten an. Flächendeckend soll der Service spätestens Anfang September verfügbar sein, ab dann wird der Tarif auch automatisch in die Ergebnisse der Tarifdatenbank eingebunden werden. Über die Profi-Abfrage ist Telegate aber bereits ansteuerbar.

    Geld verdienen will Telegate mit dem Produkt nicht - vielmehr macht man auf diesem Weg Werbung für den eigenen Namen und den Auskunftsdienst, der unter 11880 erreichbar ist.

  2. Preiserhöhungen nennt keiner gerne - und so musste teltarif in den letzten Tagen einige Male energisch nachfragen. Grund ist der Wegfall einer alten Sonderregelung: Bis vor kurzem machte es bei Verbindungen aus dem Ausland nämlich keinen Unterschied, ob das Gesprächsziel in Deutschland im Fest- oder Mobilnetz lag. Es gab einen einheitlichen, niedrigen Preis für beides. Das führte zu dem Trick, Telefonate ins deutsche Mobilnetz zunächst ins Ausland zu führen und von dort als internationales Gespräch zurücklaufen zu lassen. Zwar waren die Leitungskosten so deutlich höher, aber man umging die immer noch sehr teuren Gebühren, die die nationalen Mobilfunkfirmen verlangen, wenn man das Gespräch direkt über diese terminieren lässt.

    Dieser Trick mit dem Umweg wird nun immer schwieriger, da die internationalen Altverträge einer nach dem anderen auslaufen. EconoPhone reagierte am 5. August mit mehr als 50 Prozent Preisaufschlag bei Mobilfunkgesprächen in der Hauptzeit. Auch Mox Telecom wird sich für Verbindungen vom Fest- zum Mobilfunknetz ab 15. August 59,9 Pfennig statt 45,9 Pfennig bislang zahlen lassen. Bei den Ratingern wurden immerhin die nationalen Festnetzverbindungen zeitgleich gesenkt. Man darf gespannt sein, wer als nächstes mit den Preisen nach oben geht.

  3. Die US-Callback-Anbieter Sakon und Enlinea versuchen zumindest in Deutschland, sich gegenseitig die Kundschaft abzujagen. Die einen - Sakon - mussten, kaum in der teltarif-Datenbank, eine Preiserhöhung kundtun, die anderen - Enlinea - konnten mit vereinzelten Preisreduktionen wieder Boden gewinnen. Bei Sakon kostet das Deutschland-gespräch am Festnetz jetzt 30,4 Pfennig, genausoviel wie bei Enlinea. Dafür verlangt Sakon einen Zuschlag für Mobilfunkgespräche; Handy zu Handy bei Sakon also seit 1. August für umgerechnet 32,3 Pfennig.

  4. Das D-Netz zu E-Netz-Konditionen - das bietet ab sofort VIAG Interkom dank einem nationalen Roaming-Vertrag mit T-Mobil. In der Tat klappt es problemlos, sich mit einem Dual-Band-Handy und einer E2-Karte in das D1-Netz einzubuchen - lediglich beim ersten Mal muss man dazu das D1-Netz von Hand anwählen. Für den Viag-Kunden ist dieser Service ohne Aufpreis - er bezahlt zum Beispiel weiterhin nur 29 Pfennig pro Minute bei Gesprächen zu anderen Viag-Kunden. Einziger Haken: Während eines laufenden Telefonats kann das Handy (noch) nicht das Netz wechseln.

    Unterdessen bereitet Mannesmann für das Netz D2 eine kleine technische Revolution vor: Mit GPRS soll man im ISDN-Tempo (bis zu 100000 bit pro Sekunde) mobil auf die Datenautobahn auffahren können. Dabei sind nur die wirklich übertragenen Daten zu bezahlen - es macht also keinen Unterschied im Preis, ob man mehrere Webseiten gemütlich hintereinander liest oder sich hastig durchklickt.

    Seinen PrePaid-Kunden bietet D2 mit BestFriend demnächst ein neues Zuckerstück, lässt sich doch damit eine vorher festgelegte Festnetz- oder (D2-)Mobilfunk-Nummer zu einem besonders günstigen Tarif anrufen. T-Mobil, mit der "Nummer Eins" bereits im Besitz eines ähnlichen Tarifs, plant weitere Tarifsenkungen - Einzelheiten soll es auf der Internationalen Funkausstellung IFA geben.

    Ebenfalls auf der IFA will E-Plus sein Konzept für Fixed Mobile Integration vorstellen. Das System lehnt sich an das Produkt Genion der VIAG Interkom an. Wie E-Plus die dabei auftretenden technischen Probleme mit der teilweise älteren Soft- und Hardware zu lösen gedenkt, bleibt abzuwarten.

    Der Festnetzanbieter Telepassport dringt immer stärker in den Mobilfunkbereich ein. Neben E-Plus- werden ab sofort auch D1-Karten angeboten. Insgesamt gibt es vier verschiedene Tarifmodelle als Mobilfunk-Serviceprovider für T-Mobil.

  5. Die einen wollen nicht mehr, die anderen können noch mehr - daher wechselt die Sparvorwahl 01015 den Namen: debitel gibt das offene Call by Call zum 15. August nach mehreren Monaten Betriebszeit auf (mangels Möglichkeit, ordentlich Geld zu verdienen) und Ex-Netz-Partner RSL COM springt zum selben Termin in die Bresche. Argument: Der Markt sei noch längst nicht fest aufgeteilt. Konsequenz: nationale Ferngespräche preiswerter, Mobilfunkverbindungen etwas teurer, Auslandsziele variantenreich ein bisschen billiger.

    Vorteil der Aktion: Weniger Verwirrung, denn bisher galt für die 01015, dass diese technisch von RSL-Com, marketingmäßig aber von Debitel abgewickelt wurde. Nun gehört beides zu RSL Com - ein winziger Schritt zu mehr Klahrheit im Tarifdschungel.

  6. Ultimo ist die schöne Zeit, zu der das Geld aufs Konto fließt. Und die Zeit, zu der die Telcos neue Preise machen, gelegentlich jedenfalls. Auf nationaler Ebene stach diesmal SUPER 24 hervor, die mit 9,9 Pfennig rund um die Uhr bei Ferngesprächen innerhalb Deutschlands tagsüber fast konkurrenzlos sind. Die Telepassport-Reseller bieten seit 8. August auch Internet zum Vorzugspreis an: 4,9 Pfennig, ebenfalls rund um die Uhr inklusive Telefongebühren. Es gilt der Minutentakt. Wie bei allen anderen Firmen, bei denen keine Call-by-Call-Vorwahlen genannt werden, ist eine Anmeldung erforderlich.

    Die Berliner Pronet GmbH liegt mit Preisen ab 10 Pfennig neuerdings ebenfalls im Vorderfeld der Anbieter. Hier wird allerdings ein Rechnungs-Mindestbetrag von DM 9,90 verlangt.

    An Geschäftskunden wenden sich die Anbieter Citrus und GermanBusinessNet. Die Network GmbH mit dem fruchtigen Namen aus Ludwigshafen muss mit Preisen ab 13,9 Pfennig tagsüber sehen, wie sie ihre Kunden überzeugt. GBN hat Ende des letzten Monats eine Tarifsenkung in Aussicht gestellt, die erst ab Anfang des kommenden gilt: 11,5 Pfennig tagsüber bei sekundengenauer Berechnung, allerdings nur für Geschäftskunden.

  7. Sie sind in der Branche populär geworden mit ihren "Servicenummern", die Frankfurter KomServ GmbH. Mit Ideenreichtum und beharrlicher Pfiffigkeit versucht die KomTel-Tochter, über 0180X-Nummern aufsehenerregende Sonderangebote aufzulegen, die (fast) unerreicht sind. Zuletzt war das der Fall mit dem Viertelstunden-Talk für 48 Pfennig pauschal. Die Testphase mit diesem Angebot ist erfolgreich verlaufen, melden die Frankfurter mit Dank an die Kunden. Vielleicht ja sogar zu gut, denn für 3,2 Pfennig pro Minute konnte man sonst nirgends telefonieren. Wie es heißt, wird nun an einem "maßgeschneiderten" neuen Produkt gearbeitet, das im Oktober am Markt sein soll.

    Man darf gespannt sein, auch darauf, wie lange "handshake e.V." aus Saarbrücken seine Internet-Pauschale im Angebot behält. Die läuft ebenfalls über eine 01804-Nummer und bietet für 48 Pfennig pro Einwahl non-stop-surfing ab 21 bis 9 Uhr. Allerdings wird die Clubmitgliedschaft vorausgesetzt, die DM 75,- im Monat kostet...

  8. Kaum ein Tag vergeht, an dem nicht irgendwer einen neuen Tarif anpreist. Nach dem vorläufigen Ende des Preiskampfes an der Ferngesprächs-Front kommen jetzt nach und nach Auslandsverbindungen unter den Hammer. Wer bietet weniger - dies die Frage, die die Telcos reihum sich selbst und ihren Kunden beantworten. Türkei z.B. derzeit nicht schlecht bei Telepassport mit dem Türkiyem-Tarif per Call by Call mit Anmeldung zu 49 Pfennig pro Minute. Oder Alo Vatan, zu gut deutsch: Hallo Heimat, die die türkische Heimat ab 44 Pfennig im Angebot hat. Entsprechend der Zielgruppe ist die Homepage www.alovatan.de in türkischer Sprache verfasst. Auch Mox bietet mit 48,9 Pfennig pro Minute mit. Alle genannten Firmen benötigen eine Anmeldung; weitere Details siehe www.teltarif.de .

    Viatel vermittelt Gespräche in die USA, nach Kanada, Großbritannien, Frankreich, Belgien und Niederlande seit 1. August für 18 Pfennig rund um die Uhr. Es gilt der Minutentakt; keine Anmeldung erforderlich, sondern einfach die 01079 vorwählen. First Telecom wirbt mit Preisnachlässen beim Prepaid-Service First Phone. Puerto Rico gibt es damit seit 1. August für 35 Pfennig rund um die Uhr, Südkorea für 51 Pfennig und Angola für DM 1,04. Italien, Österreich und Irland hat sich Drillisch zum Ziel seiner Preisrutsch-Aktion gesetzt - jeweils für 22 statt vorher 33 Pfennig, ab 5. August. Netzvorwahl: 010050.

  9. Nach dem Börsengang des Jahres jetzt vielleicht die Übernahme des Jahres: Von Erfolgsnachweis-Pflicht getrieben, verkündete Telekom-Chef Ron Sommer am vergangenen Freitag die 100-Prozent-Übernahme von One2One. Das britische Mobilfunk-Unternehmen gilt als eines der wachstumsstärksten in der Branche und kostet die DTAG runde 20 Milliarden Mark. Damit sei ein weiterer wichtiger Schritt in der Internationalisierungsstrategie der Telekom getan, meinte ein nicht ganz so strahlender Ron Sommer bei der obligatorischen Pressekonferenz hinterher. Visionen treibt der Mann weiter vor sich her: Als nächstes soll T-Mobil an die Börse, dann eine paneuropäische, wenn nicht gar globale Mobilfunkmarke entstehen.

    Ebenfalls europäischen, aber ungleich unerfreulicheren Inhalts ist die Beschwerde, die die Arbeitsgemeinschaft RegioNet bei den Wettbewerbshütern in Brüssel gegen die DTAG vorgetragen hat. Sie wirft der Telekom missbräuchliche Ausnutzung einer marktbeherrschenden Stellung vor, indem diese von den Regionalanbietern zu hohe Gebühren für die Übernahme von Anschlüssen abverlange. Über diese Gebühren war 1998 und Anfang '99 lange gestritten worden, bis die Regulierungsbehörde in einer viel kritisierten Entscheidung die momentan gültigen Preise festsetzte.

    Um Geld - und nicht zu knapp - geht es auch beim Verkauf des telekomeigenen TV-Kabelnetzes, der auf Betreiben eben jener Brüsseler Wettbewerbshüter demnächst vonstatten gehen soll. Das TV-Kabel gilt als die Goldgrube der Multimedia-Zukunft, nicht nur wegen seines Alternativ-Charakters zur Teilnehmeranschlussleitung. Neben Namen wie Bertelsmann, Mannesmann, gar Microsoft ist nun auch die Deutsche Bank im Bieterpool vertreten. Da kann man sicher sein, dass es um mehr als nur Peanuts geht...

    Und noch einmal Thema "Geld und Zukunft": Das Beratungs-Unternehmen PricewaterhouseCoopers (PWC) ist sicher, dass Telefonminuten und Bandbreiten schon bald an der Börse gehandelt werden. Der liberalisierte TK-Markt verlange nach effizienteren Handelsformen und transparenteren Preisen, meinen die Experten. In Düsseldorf solle demnach bereits in spätestens eineinhalb Jahren ein solcher Börsenhandel starten.


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