Newsletter 4/98 vom 09.02.1998
Die Neuigkeiten im Telefonbereich bis zum 09.02.1998 - von teltarif.de für Sie zusammengefasst.
  • Neue Telekom-Tarife ab März 98 genehmigt.
  • TelDaFax bietet ab 1. März 98 abends echtes Call by Call für 14 Pfennig in der Minute.
  • MobilCom verwirrt die eigenen Kunden mit falschen Informationen zu Preissteigerungen.
  • Debitel bietet ab März einen Privattarif mit geringerem Mindestumsatz aber höheren Verbindungspreisen.
  • Neuer Anbieter VEW TELNET in der Region Westfalen/Lippe.
  • Wesentliche Überarbeitung der Tarifdatenbank.
Der Regulierer in Bonn hat die neuen Preise der Telekom genehmigt, die ab 1. März 1998 gelten sollen. Diese sehen gewisse Preissenkungen bei Ferngesprächen vor, während Ortsgespräche so teuer bleiben wie bisher. Dieter Wolf, Präsident des Bundeskartellamts, ist darüber sauer: "Die Deutsche Telekom mißbraucht ihr weiterhin vorhandenes Monopol bei den Ortsverbindungen, um von den Kunden überhöhte Gebühren zu kassieren." So deutlich ist diese Behörde selten. Freuen können sich über die neuen Tarife der Telekom eigentlich nur Inhaber eines ISDN-Anschlusses, die gerne lange telefonieren. Für diese gibt es nämlich bis zu 30% Sonderrabatt. In vielen anderen Bereichen ist die Preissenkung aber sehr mager, zum Beispiel gerade mal 3,6% bis 7,7% bei Ferngesprächen zur Geschäftszeit. Meine Meinung ist, daß der neue Tarif gezielt solchen Personenkreisen Preisvorteile verschaffen soll, bei denen das Potential für einen Wechsel zu einem der neuen Anbieter besonders hoch ist. Potentielle Wechsler sind zum Beispiel Inhaber eines ISDN-Anschlusses, denn wer sich in den letzten Jahren in so etwas wie ISDN eingearbeitet hat, kommt sicherlich auch mit Begriffen wie Call by Call oder Pre-Selection klar.

TelDaFax wird ab 1. März 1998 echtes Call by Call zu einem guten Preis anbieten: 21,85 bzw. 13,8 Pfennig pro Minute für ganz Deutschland. Dieses Angebot wird zu allen Zeiten nutzbar sein außer von 9 bis 18 Uhr an Werktagen. Der günstigere der beiden Tarife gilt dabei jeweils zwischen 21 und 5 Uhr. TelDaFax betreibt bereits ein flächendeckendes Netz aus Mietleitungen, so daß ich hoffe, daß man an mehreren Standorten Interconnection-Verbindungen zur Telekom installieren wird. Der Vorteil dieses Vorgehens wäre, daß dann nicht alle Telefonate durch ein und dasselbe Nadelöhr müssen und wir nicht mit derselben Überlastung rechnen müssen wie bei MobilCom.

MobilCom hat in der Februar-Ausgabe seiner Hauszeitschrift, die alle Mobilfunkkunden erhalten, einen sehr zweideutigen Satz geschrieben. Je nachdem, wie man diesen interpretiert, bedeutet er, daß von 10 bis 16 Uhr ab sofort im 30-Sekunden-Takt abgerechnet wird - oder daß in dieser Zeit die 19-Pfennig-Einheiten nur noch 30 Sekunden lang dauern, entsprechend 38 Pfennig pro Minute. Die Hotline von MobilCom hat mehreren Kunden inzwischen bestätigt, daß letzteres tatsächlich angedacht war, aber nicht umgesetzt worden ist.

Der Privattarif von Debitel steht ab März zur Verfügung. Er sieht einen festen Preis von 30 Pfennig pro Minute für innerdeutsche Ferngespräche vor - rund um die Uhr. Das ist abends und am Wochenende deutlich teurer als selbst bei der Telekom. Für Kunden, die viel privat telefonieren, ist der Tarif also vollkommen uninteressant - auch wenn der Name Privattarif etwas anderes suggeriert.

Einen Anbieter, den ich bisher übersehen habe, ist VEW TELNET im Bereich Westfalen/Lippe. Leider habe ich noch keine Preise in Erfahrung bringen können, da die Webseite von VEW TELNET für Privatkunden einfach mittendrin aufhört. Gespräche in der Region sollen ganztags 11 Pfennig pro Minute kosten, ein fairer Preis.

Die Tarifdatenbank ist am Wochenende kräftig überarbeitet worden. Sie können jetzt unter anderem wählen, welche Firmen in der Aufstellung berücksichtigt werden sollen und wie viele Spalten die ermittelte Tabelle haben soll. Auch Rabatte (Arcor und Talkline) können jetzt eingerechnet werden. Leider leidet die Tarifdatenbank damit an dem Problem, daß auch viele Suchmaschinen haben: Wenn die Abfrage zu allgemein ist, bekommt man eine unbrauchbare Antwort. Der Versuch, eine Matrix aller Anbieter zu allen Zeiten (inklusive Nacht und Feiertagen) zu erstellen, führt auf nicht weniger als 24 unterschiedliche Tarifzeiten. Allerdings ist die Sache halb so schlimm, wie sie aussieht: Wer auf die Nacht- und Feiertagstarife verzichtet (die Voreinstellung) und nur die billigsten vier bis sechs Anbieter abfragt (ebenfalls Voreinstellung), bekommt überschaubare Tabellen als Antwort.

Die Tarifdatenbank kann ab sofort auch mit dem 10plus-Tarif der Telekom umgehen, bei dem Telefonate nach der zehnten Gesprächsminute billiger werden. Die Preissenkung kann in Form eines sinkenden Einheiten- bzw. Minutenpreis oder in Form von verlängerten Einheiten (wie bei der Telekom) ausgeführt sein. Es ist also vorgesorgt, falls andere Firmen nacheifern. Die Tarifdatenbank kann auch mit Mindestgesprächszeiten (wie bei NetCologne) oder Verbindungsentgelten (Arcor) umgehen. Ich bin jedenfalls gespannt, wer sich als nächstes einen Tarif einfallen läßt, der bisher nicht unterstützt ist.


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