- Neue Telekom-Tarife ab März 98 genehmigt.
- TelDaFax bietet ab 1. März 98 abends
echtes Call by Call für 14 Pfennig
in der Minute.
- MobilCom verwirrt die eigenen Kunden
mit falschen Informationen zu Preissteigerungen.
- Debitel bietet ab März einen Privattarif
mit geringerem Mindestumsatz aber höheren Verbindungspreisen.
- Neuer Anbieter VEW TELNET in der
Region Westfalen/Lippe.
- Wesentliche Überarbeitung der Tarifdatenbank.
Der Regulierer in Bonn hat die neuen Preise der Telekom
genehmigt, die ab 1. März 1998 gelten sollen. Diese sehen gewisse
Preissenkungen bei Ferngesprächen vor, während Ortsgespräche so teuer
bleiben wie bisher. Dieter Wolf, Präsident des Bundeskartellamts,
ist darüber sauer: "Die Deutsche Telekom mißbraucht ihr weiterhin
vorhandenes Monopol bei den Ortsverbindungen, um von den Kunden
überhöhte Gebühren zu kassieren." So deutlich ist diese Behörde
selten. Freuen können sich über die neuen Tarife der Telekom
eigentlich nur Inhaber eines ISDN-Anschlusses, die gerne lange
telefonieren. Für diese gibt es nämlich bis zu 30% Sonderrabatt.
In vielen anderen Bereichen ist die Preissenkung aber sehr mager,
zum Beispiel gerade mal 3,6% bis 7,7% bei Ferngesprächen zur
Geschäftszeit.
Meine Meinung
ist, daß der neue Tarif gezielt solchen Personenkreisen Preisvorteile
verschaffen soll, bei denen das Potential für einen Wechsel zu einem
der neuen Anbieter besonders hoch ist. Potentielle Wechsler sind zum
Beispiel Inhaber eines ISDN-Anschlusses, denn wer sich in den letzten
Jahren in so etwas wie ISDN eingearbeitet hat, kommt sicherlich
auch mit Begriffen wie Call by Call oder Pre-Selection klar.
TelDaFax wird ab 1. März 1998
echtes Call by Call zu einem guten
Preis anbieten: 21,85 bzw. 13,8 Pfennig pro Minute für ganz
Deutschland. Dieses Angebot wird zu allen Zeiten nutzbar sein außer
von 9 bis 18 Uhr an Werktagen. Der günstigere der beiden Tarife
gilt dabei jeweils zwischen 21 und 5 Uhr. TelDaFax betreibt
bereits ein flächendeckendes Netz aus Mietleitungen, so daß ich
hoffe, daß man an mehreren Standorten Interconnection-Verbindungen
zur Telekom installieren wird. Der Vorteil dieses Vorgehens wäre,
daß dann nicht alle Telefonate durch ein und dasselbe Nadelöhr
müssen und wir nicht mit derselben Überlastung rechnen müssen wie
bei MobilCom.
MobilCom hat in der Februar-Ausgabe
seiner Hauszeitschrift, die alle Mobilfunkkunden erhalten, einen
sehr zweideutigen Satz geschrieben. Je nachdem, wie man diesen
interpretiert, bedeutet er, daß von 10 bis 16 Uhr ab sofort
im 30-Sekunden-Takt abgerechnet wird - oder daß in dieser Zeit die
19-Pfennig-Einheiten nur noch 30 Sekunden lang dauern, entsprechend
38 Pfennig pro Minute. Die Hotline von MobilCom hat mehreren
Kunden inzwischen bestätigt, daß letzteres tatsächlich angedacht war,
aber nicht umgesetzt worden ist.
Der Privattarif von Debitel steht
ab März zur Verfügung. Er sieht einen festen Preis von 30 Pfennig
pro Minute für innerdeutsche Ferngespräche vor - rund um die Uhr. Das
ist abends und am Wochenende deutlich teurer als selbst bei der
Telekom. Für Kunden, die viel privat
telefonieren, ist der Tarif also vollkommen uninteressant - auch wenn
der Name Privattarif etwas anderes suggeriert.
Einen Anbieter, den ich bisher übersehen habe, ist
VEW TELNET im Bereich Westfalen/Lippe.
Leider habe ich noch keine Preise in Erfahrung bringen können, da die
Webseite von VEW TELNET für Privatkunden einfach mittendrin aufhört.
Gespräche in der Region sollen ganztags 11 Pfennig pro Minute
kosten, ein fairer Preis.
Die Tarifdatenbank ist am
Wochenende kräftig überarbeitet worden. Sie können jetzt unter
anderem wählen, welche Firmen in der Aufstellung berücksichtigt
werden sollen und wie viele Spalten die ermittelte Tabelle
haben soll. Auch Rabatte (Arcor und
Talkline) können jetzt eingerechnet
werden. Leider leidet die Tarifdatenbank damit an dem Problem, daß
auch viele Suchmaschinen haben: Wenn die Abfrage zu allgemein ist,
bekommt man eine unbrauchbare Antwort. Der Versuch, eine Matrix
aller Anbieter zu allen Zeiten (inklusive Nacht und Feiertagen)
zu erstellen, führt auf nicht weniger als 24 unterschiedliche
Tarifzeiten. Allerdings ist die Sache halb so schlimm, wie sie
aussieht: Wer auf die Nacht- und Feiertagstarife verzichtet (die
Voreinstellung) und nur die billigsten vier bis sechs Anbieter
abfragt (ebenfalls Voreinstellung), bekommt überschaubare Tabellen
als Antwort.
Die Tarifdatenbank kann ab sofort auch mit dem 10plus-Tarif der
Telekom umgehen, bei dem Telefonate nach der zehnten Gesprächsminute
billiger werden. Die Preissenkung kann in Form eines sinkenden
Einheiten- bzw. Minutenpreis oder in Form von verlängerten Einheiten
(wie bei der Telekom) ausgeführt
sein. Es ist also vorgesorgt, falls andere Firmen nacheifern.
Die Tarifdatenbank kann auch mit Mindestgesprächszeiten (wie bei
NetCologne) oder Verbindungsentgelten
(Arcor) umgehen. Ich bin jedenfalls
gespannt, wer sich als nächstes einen Tarif einfallen läßt, der
bisher nicht unterstützt ist.
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