- Nach einer Laufzeit von einem Monat ist am 5.7. auf den Seiten
von teltarif.de die Leserumfrage zum Telekommunikationsmarkt zu
Ende gegangen. Die Resonanz war riesengroß, ca. 6500 Leser
beteiligten sich. Allen Teilnehmern sei herzlich gedankt.
Nach den ersten Eindrücken sind die Ergebnisse äußerst spannend
und werden die Gestalter des Telekommunikationsmarktes weiter
anspornen, noch mehr auf die Wünsche der Kunden einzugehen.
Besonders bemerkenswert ist, dass fast 60 Prozent
der Befragten an einem Wechsel ihres Festnetzanschlusses
von der Deutschen Telekom AG zu
einem Regionalanbieter interessiert sind. Auch Handynutzer
können rücksichtsvoll sein, so würden 95 Prozent der
Mobilfunkbenutzer ein Handyverbot an bestimmten Plätzen wie
Kirchen, Kino oder Theater mindestens tolerieren, meistenteils
sogar unterstützen.
Ob allerdings ein Internet-Pauschalbetrag inklusive
Grundgebühr, Einwahl und Telefonminuten von DM 50,-,
welchen 66 Prozent der Befragten sich wünschen, in naher
Zukunft realisierbar sein wird, ist fraglich. Die Auswertung
der Ergebnisse ist noch in Arbeit; Näheres wird in der
nächsten Ausgabe des Newsletters sowie in Bälde auch auf
unseren Internetseiten erscheinen.
- Munter in Bewegung blieb in den vergangenen 14 Tagen das
Preiskarussel. Manchmal mutet es ein wenig skurril an,
mit welchen Wortschöpfungen und mit wieviel Phantasie
die Werbestrategen der Telcos in die Offensive gehen.
Komserv beispielsweise hat seinen
bekannten "Service-Nummern-Service" jetz auch auf nationale
Ferngespräche ausgedehnt. Unter der Vorwahl 01803/018018 kann
von Festnetz zu Festnetz (und auch nur so) für 18 Pfennig
pro Minute telefonieren. Vorteil: KomServ geht auch, wenn
Call by Call sonst gesperrt ist.
Die Düsseldorfer ATEL
wendet sich mit Ferngesprächen zum
Telekom-Ortstarifen an
Geschäftskunden: Gespräche in diese kosten den rechnerischen
Minutenpreis von 8, 4,8 bzw. 3 Pfennig. Der Internetzugang
kostet 6 Pfennig rund um die Uhr.
Alpha Telecom aus
Frankfurt bietet neuerdings USA und Großbritannien für 15
Pfennig rund um die Uhr; nationale Ferngespräche kosten
noch 11,9 bzw. 5,9 Pfennig. Das Angebot richtet
sich auch an Privatkunden, verlangt aber eine Anmeldung.
Neu auf den Anbieterseiten von Teltarif ist die Münchener
Callino GmbH, die unter der 01075
mit 14 Pfennig tagsüber nicht unbedingt den preiswertesten,
aber in der Nebenzeit und am Wochenende mit 8 Pfennig
einen zumindest brauchbaren Tarif anbieten. Anmeldung ist
nicht erforderlich, es gilt der Minutentakt.
TelDaFax greift ab August
mit neuen Nahtarifen an: 8 bzw. 6 Pfennig im Umkreis von
20 Kilometern bei sekundengenauer Abrechnung sind ein
sehr seriöses Angebot. Sparvorwahl: 01030, keine Anmeldung.
Überhaupt: nur noch eine Frage von
Zeit, wann auch die Ortstarife purzeln, meint Harald Stöber,
der Chef von Mannesmann-Arcor.
Wenn die Telekom-Konkurrenten endlich auch direkten Zugang
zum Kunden bekommen, könne der Preisrutsch beginnen. Allerdings
verteidige der einstige Monopolist sein letztes Monopol mit Haken
und Ösen, wie auch das Bundeskartellamt in seinem Jahresbericht
mit Bedauern feststellt.
Angebote für Geschäftskunden haben
German Business Net und RSL COM neu aufgelegt.
Die ersteren bieten Preselectionkunden ab 1. August
12,6 Pfennig rund um die Uhr für nationale Ferngespräche
sowie 17,4 Pfennig für 0800er-Servicenummern. RSL COM
unterbietet diesen Tarif mit seinen 16,2 bzw. 9,3 Pfennig
ebenfalls für 0800.
Weitere Details zu diesen Angeboten können Sie wie üblich
auf www.teltarif.de nachlesen.
- 80 Prozent aller telefonischen Kommunikation wird schon in
10 Jahren über Mobilfunknetze stattfinden. Mobile Einwahl
ins Internet, mobiles Homebanking, mobile Videotelefonie -
Schlagworte einer Zukunft, die nach Ansicht von Forschern des
Fraunhofer Instituts Arbeitswirtschaft und Organisation bereits
begonnen hat. Der Mobilfunk jedenfalls wird Wachstumsträger
Nummer 1 der TK-Branche, soviel ist schon heute unter den
Experten unbestritten. Und bereits in vier Jahren wird demnach
50 Prozent des gesamten Umsatzes im Telekommunikationsbereich
auf den Mobilfunk entfallen.
Gleich 100 Prozent des Erlöses aus der Versteigerung
der breitbandigen Mobilfunklizenzen Anfang kommenden Jahres
in Bonn gehen in die Staatskasse. UMTS (Universal Mobile
Telecommunication Systems) ist das Zauberwort für die Chance,
internetfähigen Mobilfunk im nächsten Jahrtausend unter die
Leute bringen zu können, und der Finanzminister kalkuliert -
sicher nicht ohne unterschwelliges Zucken um die Mundwinkel -
mit rund acht Milliarden Mark. Mark(t)forscher gehen davon aus,
dass im Jahre 2004 jeder Haushalt in Deutschland über einen
Internetzugang verfügt, der wiederum auch mobil zu erreichen
sein soll. Aufbruchstimmung also bei den Anbietern solcher
Technologie, die mit sinkenden Preisen und Tarifen beim Handy
rechnen, aber andererseits (noch) nicht genau einschätzen können,
wie groß nun wirklich die Resonanz beim Kunden sein wird.
Begonnen hat die Zukunft bereits ganz konkret bei
E-Plus-Kunden. Diese können ab sofort monatlich - und ohne
Aufpreis oder Vertragsverlängerung - von einem zum anderen Tarif
wechseln. Wer sich beispielsweise für längere Zeit im Ausland
aufhält und nicht im E-Plus-Netz telefonieren kann, hat die
Möglichkeit des kostenlosen Umstiegs auf den Privatkundentarif
ohne Inklusivminuten für DM 19,95 Grundgebühr pro Monat.
Andererseits kann der Messe-Werktätige, der für eine bestimmte
Frist viel häufiger mobil telefonieren möchte/muss als sonst,
für vier Wochen in den Tarif "Time&More 1000" wechseln, der
für 299 Mark 1000 Inklusivminuten bietet.
In Kürze starten wird die Zukunft für Interessenten
von LOOP. Ab August '99 kann man mit dieser Prepaid Card von
VIAG Interkom die Vorteile mobiler
Telefonie nutzen, ohne eine vertragliche Bindung eingehen zu
müssen. Die Kartenguthaben betragen 25, 50 oder 100 Mark,
die Gesprächsgebühren stehen aber noch nicht fest.
Und auch in der Schweiz hat die Zukunft bereits Einzug
gehalten - mit dem Namen Orange. Das britische TK-Unternehmen
baut in der Alpenrepublik ein GSM-1800-Netz auf und hat aufgrund
der erschwerten topografischen Bedingungen ein nationales
Roaming-Abkommen mit der Swisscom abgeschlossen. So können
Orange-Kunden das Dual-Band-Netz des früheren Monopolisten
mitnutzen und ersparen sich dadurch nervige Funklöcher.
- Mit dem US-Callback-Anbieter Sakon
gibt es bei teltarif eine neue Sparadresse. Die Amerikaner, die
ihr Vertriebsnetz in Deutschland über verschiedene Agenten mit
variablen Konditionen gerade erst aufbauen, bieten interessante
Tarife vor allem für Handynutzer. Von Mobil- zu Mobiltelefon
in Deutschland ist für umgerechnet ca. 27 Pfennig zu
realisieren. Möglich sind selbstverständlich auch Verbindungen
in ausländische Fest- und Mobilfunknetze. Abgerechnet wird per
Abbuchungsgenehmigung von der Kreditkarte in US-Dollar per EVN
im 30/6-Takt. Wie bei Callback-Anbietern üblich, läuft die Uhr
ab Rückruf vom Telefoncomputer und nicht erst ab Gesprächsbeginn.
Kommt keine Verbindung zustande, werden die Kosten jedoch
storniert. Alle weiteren Details stehen auf www.teltarif.de in
der Rubrik "Anbieterinfo".
Auch Telegroup ist mit neuen
Callback-Tarifen zurück am Markt. Verbindungen ins deutsche
Festnetz kosten über die Düsseldorfer Deutschland-Filiale ca. 40,
solche ins deutsche Mobilfunknetz knapp 51 Pfennig.
- Der Regionalanbieter Hansenet
(Hamburg und Umgebung) senkt zum 1.August die Preise.
Citygespräche kosten dann zur Hauptzeit nur noch 5,9,
abends und am Wochenende 4,9, und nachts 2,9 Pfennig.
Ferngespräche werden ebenfalls günstiger: tagsüber 11,9 ,
abends 7,9 und nachts 5,9 Pfennig. Einzig die Tarife
für Auslandsgespräche bleiben hinter den Erwartungen zurück.
Übrigens: Eine Anmeldung ist nicht erforderlich, einfach die
01041 vorweg wählen. Es gilt der Minutentakt.
- Auch in diesem Monat gab es Bewegung bei den Auslandstarifen.
Der Regionalanbieter Rapid
Link senkte beispielsweise die Preise für Telefonate
nach England auf 15 Pfennig pro Minute, auch die USA mit
19 Pfennig oder Österreich mit 23 Pfennig sind recht
günstig. Weitere Preissenkungen in diesem Marktsegment gab es
bei Nikoma: Telefonate nach England
oder die USA kosten ab August 20 Pfennig pro Minute.
Bei KDD-CONOS
liegt der USA-Tarif bei nunmehr 29 Pfennig.
KomServ bietet mit Japan, Italien
und Spanien drei neue Auslandsdestinationen an, allesamt für
24 Pfennig pro Minute. Von den oben genannten Firmen ist
KomServ die einzige, die auch ohne Anmeldung genutzt werden kann.
Einfach die 01805/024 024 anrufen, der Computer erklärt
alles weitere. Aber Vorsicht: Die Gebühr von 24 Pfennig pro
Minute (bei Anruf über die Deutsche Telekom aus dem Festnetz)
bezahlt man aber bereits ab Einwahl in den Telefoncomputer.
Trick: Mit der #-Taste lässt sich die Ansage abbrechen, man
kann dann gleich die gewünschte Auslandsrufnummer wählen.
Ebenfalls ohne Anmeldung: 01051 Telecom. Die Niederlande
kosten bei diesem Discounter ab sofort nur noch 16 Pfennig
pro Minute. Frankreich rutscht mit 19 Pfennig ebenfalls
knapp unter die psychologische 20-Pfennig-Marke. Bis Ende
des Monats läuft noch der USA-Hammer von First Telecom 01039:
10 Pfennig pro Minute an den Wochenenden! Bei beiden Anbietern
gilt der Minutentakt, bei First Telecom kommen nochmals
2 Pfennig pro Gespräch hinzu.
- Vorsicht ist weiterhin bei der Wahl des Internet-Providers
geboten. Dieser Markt ist stark in Bewegung, es vergeht
kein Tag, an dem nicht mit neuen, "unschlagbaren" Angeboten
geworben wird. Darunter sind Viag
Interkom GmbH mit neuen "Premium"-Offerten,
die Summersurfer, Ginko und der Kölner
Netzwerkdienst, der allerdings nicht zu den günstigsten
Anbietern zählt.
Dass die Katze allerdings in weiteren Säcken verborgen sein
kann, dies zeigte vor allem keincent. Zwar wurde mit einem
Minutenpreis von 3 Pfennig geworben, dieser kann aber nur
erreicht werden, wenn man für DM 720,- ein 400-Stunden-Paket
kauft. Dies entspricht einer duchschnittlichen Online-Zeit von
mehr als 13 Stunden pro Tag im Monat, selbst für Vielst-Surfer
schwer zu erreichen. Damit wäre diese Katze aus dem Sack.
Ein erneuter Versuch einer Flatrate erstickte schon im Keim.
Internet Professionell aus Bremen war mit einem Pauschal-Angebot
von unbegrenzter Surfzeit für DM 149,- monatlich gestartet.
Nur kurze Zeit später wurde der Service wieder eingestellt;
der Grund lag in Sicherheitsproblemen sowie der technisch nicht
zu bewältigenden enormen Rückmeldung. Trotz alledem bleibt zu
hoffen, dass der nächste Versuch einer Flatrate endlich einmal
erfolgreicher verläuft, gewünscht jedenfalls wird sie von den
Surfern, wie unsere Umfrage zeigte.
- Noch immer gibt es post-monopolistisches Verhalten bei der
Deutschen Telekom AG - diesen
Eindruck gewinnt man bei nachfolgenden Meldungen. Trotz
Preisstürzen bei Fern-, Auslands- und Mobiltarifen stiegen die
Preise für Ortsgespräche seit dem Beginn der Liberalisierung:
Telefonate von der Telefonzelle aus wurden nämlich teurer.
Das Kartellamt bemängelt die immer noch marktbeherrschenden
Stellung der Telekom im Ortsbereich. In mehreren Fällen habe die
Telekom Anträge auf Genehmigung von Entgelten gestellt, die höher
waren, als der Preis, den sie selbst von Endkunden verlangt.
Unter diesen Voraussetzungen wird es für Konkurrenten der
Telekom schwierig, wettbewerbsfähige Preise im Ortsnetzbereich
anzubieten.
Auch das Wort "Service" wird noch keinesfalls groß
geschrieben. Neuerdings ist es bei T-Online nicht
mehr möglich, einen Einzelverbindungsnachweis für die
Internet-Rechnung zu erhalten. Dies anzubieten ist auch
rechtlich nicht notwendig, da ein unentgeltlicher EVN nur
für Sprachkommunikationsdienstleistungen zu erbringen ist.
Allerdings würde es technisch kein Problem darstellen, einen EVN
auch für Datenverbindungen zu erstellen. Was aber die Telekom
nicht tun muss, das tut sie auch nicht. Dieses Verhalten kann
nicht gerade kundenorientiert genannt werden, eben typisch für
einen Ex-Monopolisten.
- Nicht gerade mit Ruhm bekleckert hat sich die
Deutsche Telekom bei der Propagierung
ihrer neuen Rabatt-Tarife "AktivPlus", "Select 5/10" und "Select
5/30", die sie seit 1. Juli anbietet. Während die Werbung
auf verlockende Sparmöglichkeiten hinwies, waren Hotlines,
Techniker und Vertrieb zu Monatsbeginn offenbar überfordert.
Zahlreiche Leser von Teltarif berichteten, sie hätten länger
als eine Woche auf Auftragsbestätigungen gewartet oder seien auf
längere Wartezeiten vertröstet worden. Dann stellte sich heraus,
dass die angebotenen Tarife einige Nutzungsausschlüsse in sich
trugen, die die Werbung schlicht verschwiegen hatte. So lässt
sich ein ISDN-Sozialanschluss nicht mit den oben genannten
neuen Tarifen kombinieren; auch Anlagenanschlüsse waren von der
Nutzung von vornherein ausgeschlossen. Ein Fall für den Kadi
- fand die Düsseldorfer ISIS GmbH.
Das Landgericht Köln stoppte auf Antrag des TK-Unternehmens die
laufende Telekom-Werbung für die Rabatt-Tarife mit Hinweis auf
irreführende Angaben. Kritik hatte es zuvor auch schon vom
Verband der Telekommunikationsmakler und -vermittler (VDTM)
gegeben, der die neuen Telekom-Tarife "sehr kompliziert"
genannt hatte.
Auch in einem anderen Rechtsstreit in Sachen
irreführender Werbung war die Telekom jetzt in zweiter
Instanz unterlegen: Das Oberlandesgericht Schleswig gab Mobilcom recht, das einen TV-Spot
moniert hatte. Darin hatte die Telekom mit unzulässiger
Blickfangwerbung auf ISDN-Gesprächsgebühren ab 8,4 Pfennig
pro Minute aufmerksam gemacht. Schon im März hatte das
Landgericht Flensburg der klagenden Mobilcom Recht gegeben.
Einen strukturell ähnlichen Tarif wie AktivPlus bietet ab
1. August Mannesmann Arcor,
aber nur bei Preselection. Die Eschborner schicken mit
"Arcor Sunny" eine Variante mit zwei Optionen ins Rennen.
Gegen 9,90 Mark monatliche Grundgebühr erkauft der Kunde 11
bzw. 6 Pfennig teure Fern- und 6 bzw. 3 Pfennig teure
Ortsgespräche. Verbindungen in die D1-, E2- und E-Plus-Netze
werden mit 89/48 Pfennig, solche ins (hauseigene)
D2-Netz mit 69/39 Pfennig berechnet. Variante zwei bietet
5 Prozent Rabatt auf die genannten Tarife, kostet allerdings
auch 29,90 Mark Grundgebühr im Monat.
- Mit Highspeed ins Internet - oder schlicht übers Klo: so
verschieden sind derzeit die Konzepte zur "Letzten Meile".
Interoute aus Frankfurt hat
für das kommende Jahr eine Datenautobahn angekündigt, auf der
selbst der Standstreifen noch einer Formel-1-Piste für Bits
und Bytes gleichkommt.
Schon im Mai 2000 soll das Petabit-Netz betriebsbereit sein,
das die bisher geläufigen Terabit-Verbindungen gleich um das
Tausendfache an Geschwindigkeit übertrifft. Theoretisch könnte
der Inhalt von 10000 handelsüblichen 10-Gigabyte-Festplatten
in einer Sekunde über ein Petabit-Netzwerk übertragen werden.
Derartig gigantische Kapazitäten werden künftig für Internet,
Datenübertragung und internationale Telefonverbindungen
genutzt werden. Hinter dem Projekt stehen außer Interoute
noch Alcatel und als Finanziers die Sandoz-Familienstiftung.
Das Netzwerk besteht aus eine Reihe von nationalen Ringen, von
denen jeder einzelne die Hauptgeschäftszentren der jeweiligen
Länder miteinander verbinden wird. Zum Netzwerk gehören
außerdem zahlreiche Untersee-Verbindungen durch Nord-, Ost-
und die Irische See. Bereits Ende des Jahres 2000 soll
das Netz zu 90 Prozent fertig gestellt sein.
Etwas weniger spektakulär, aber kaum weniger effektiv
dürfte die (schon in die Tat umgesetzte) Idee von BerliKomm
sein, Kommunikationskabel im Abwasser-Kanalsystem zu
verlegen. Eine praktische, zeit- und finanzsparende
Methode, die nun auch in Köln Nachahmer gefunden hat: Netcologne will diese innovative
Technik testen und bei Erfolg - also zusätzlicher Kundengewinnung
- ausbauen.
Selbst Norderstedt (Land Hamburg) mausert sich zur
Metropole ultimativer Multimedia-Technik. Gemeinsam mit
COLT Telecom wollen die Norddeutschen dem
geneigten Internet-User Beine machen und auf ihrer Datenautobahn,
die im Jahre 2000 erst noch in Bau geht, T-DSL der Deutschen
Telekom im Schnellgang überholen.
- Die Anwahl persönlicher Rufnummern mit der Vorwahl 0700 wird
billiger. Ab 1. August zahlt man in der Hauptzeit werktags von
9 bis 18 Uhr nur noch 24 Pfennig pro Minute. In der Nebenzeit
fallen 12 Pfennig pro Minute an. Der Vorteil dieser von der
Regulierungsbehörde vergebenen Nummern ist ihre Portierbarkeit:
Man kann sie nach Bedarf auf den eigenen Festnetz- oder
Mobilfunkanschluss schalten, im Büro oder zuhause. Auch beim
Umzug bleibt die Nummer gleich. Derzeit werden Persönliche
Rufnummern von Mannesmann Arcor (seit
Oktober 1998), der Deutschen Telekom
AG (seit April 1999) und o.tel.o
(seit Mai 1999) angeboten.
- An der Stuttgarter Debitel AG hält
künftig die Swisscom AG einen Mehrheitsanteil. Die Eidgenossen
sicherten sich mit der Übernahme Know-how in Sachen Technik,
Management und Vertrieb, die Schwaben umgekehrt Partizipation
an einem der weltweit führenden Festnetzbetreiber. Für das
größte netzunabhängige TK-Unternehmen Europas blättern die
Schweizer rund 3,2 Milliarden Mark hin, um ihre Strategie
vom Ausbau ihrer internationalen Wettbewerbsfähigkeit
umzusetzen. In die Röhre guckte bei dem Deal die Marburger
TelDaFax AG, die sich seit geraumer
Zeit nach einem geeigneten Partner im Mobilfunkbereich umsieht.
Wie man hört, soll das Gebot von TelDaFax einen Euro pro
Debitel-Aktie zu wenig betragen haben.
Gespräche oder mehr zum Thema Fusion oder Kooperation gibt
es zuhauf - jeder redet mit jedem, heißt ein geflügeltes Wort
in der Branche. Der DTAG wird der
Vorsatz nachgesagt, in Bälde die vollständige Kontrolle über
die österreichische Max.Mobil erlangen zu wollen, an der sie
schon jetzt 81 Prozent hält. Geld genug ist bei der Telekom
ja vorhanden, auch wenn sie beim Börsengang - nicht ohne eine
Portion Eigenbeteiligung - gut eine Milliarde Mark verpasst
haben soll; Geld, das durch massive Verkäufe von alten T-Aktien
kurz vor Handelsbeginn der neuen Aktien deren Ausgabekurs nach
unten gedrückt hatte.
Ein probates Mittel zur Darstellung unternehmerischen Erfolgs
- oder dessen, was dafür verkauft wird - sowie des eigenen
Marktwerts sind die teils monatlich, teils quartalsweise
veröffentlichten Zahlen über verkaufte Telefonminuten.
Mobilcom überraschte dabei mit
einer Rekordziffer von 522 Millionen Fernverbindungsminuten im
Monat Juni. Man muss wissen, was Mobilcom so nicht sagt, dass
in dieser Zahl auch ein erheblicher Anteil (fast 30 Prozent)
von Internet-Minuten inklusiv ist, so dass sich die Zahl der
Gesprächsminuten - auch im Vergleich zu den Mitbewerbern -
relativiert. Man mogelt sich halt so durch...
Mannesmann Arcor plus
o.tel.o lagen im selben
Zeitraum bei 1,11 Milliarden dieser von uns so genannten
"All-inclusive-Minuten" - ebenfalls eine fast furchteinflössende
Zahl.
Allen TK-Wettbewerbern ist eines gemeinsam: Das Internet
und seine Nutzung gewinnt vehement an Bedeutung. Die schiere
Telefonie ist zwar noch die Nummer 1 - aber man fragt sich,
wie lange noch.
Telekommunikation wird immer vielfältiger - neben dem klassischen
(Festnetz-)telefon werden die Daten- und Mobildienste immer stärker
genutzt. Lassen wir uns überraschen, was in den nächsten Jahren
noch an Neuerungen auf uns zukommt!
.
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