- Zwischen der Deutschen Telekom
und der Telecom Italia laufen intensive Gespräche in bezug auf
ein Zusammengehen der beiden Unternehmen. Die ersten Gerüchte
dazu tauchten Ende letzter Woche auf. Anfang dieser Woche
stellte sich als Problem heraus, dass die Deutsche Telekom
der etwas größere Partner ist. Die Telecom Italia möchte nur
ungern geschluckt werden. Vor allem ist kritisch, dass fast
3/4 der Aktien der Deutschen Telekom noch im Staatsbesitz sind.
Inzwischen hat die Bundesregierung aber versichert, keinerlei
Einfluss auf das operative Geschäft des vereinigten Riesen
nehmen zu wollen. Daraufhin scheint in Italien die Zustimmung
zum Megadeal nun möglich.
Durch das Zusammengehen würde das zweitgrößte
Telekommunikationsunternehmen weltweit entstehen - mit einem
Umsatz von 115 Milliarden Mark im Jahr. Die deutschen Börsen
reagierten auf die Fusionsabsicht allerdings zurückhaltend:
Die T-Aktie verlor in den letzten Tagen wiederholt an Wert.
Vor allem überrascht die Marktteilnehmer die plötzliche
Kehrtwende. Bisher bandelte die Telekom mit der France Telecom,
mit der die gemeinsame internationale Tochter "Global One"
gegründet worden war. Die Deutsche Telekom will sich aber
jetzt aus dieser Beteiligung zurückziehen. Das europäische
Kartellamt wird, wenn es die Zustimmung zur Fusion zwischen
der Deutschen Telekom und Telecom Italia überhaupt erteilt,
das Ende der Kooperation zwischen Deutscher Telekom und France
Telecom zur Bedingung machen. Die France Telecom steht also
plötzlich alleine da.
Unterdessen hat die Deutsche Telekom erneut hervorragende
Unternehmenszahlen gemeldet: Im ersten Quartal '99 wurde
genausoviel Gewinn erwirtschaftet wie im Vergleichszeitraum
1998 - trotz der drastischen Preissenkung bei Ferngesprächen
zum 1. Januar! Der Umsatz sank allerdings um eine Milliarde
Mark - Tribut an die gesunkenen Preise und den zurückgegangenen
Marktanteil.
- Durch die Fusion zwischen Arcor und o.tel.o, siehe letzter
Newsletter, wurde E-Plus alleine gelassen: Bisher konnte sich
E-Plus auf o.tel.o als Festnetzpartner beziehen, da beide
Gesellschaften dieselben Eigentümer hatten. Schon sehr
bald wurde E-Plus daher gefragt, ob man nach einem neuen
Festnetzpartner suche - was diese eifrig dementierten.
Unabhängig davon gibt es aber mehrere große Festnetzbetreiber,
insbesondere TelDaFax, die zur Zeit ohne Mobilfunkpartner
dastehen und dieses Manko gerne beseitigen würden. Für diese
ist E-Plus mit Sicherheit ein interessanter Gesprächspartner.
- An der Tariffront ist wieder etwas Ruhe eingekehrt. Die meisten
Unternehmen haben ihre Preise an die neue Vorgabe der Deutschen
Telekom (Nachttarif 6 Pfennig/Minute) angepasst - oder auch bewusst
nicht angepasst. Auffallendste Preissenkung ist die von
TelDaFax: Zur Geschäftszeit werden
ab sofort nur noch 12 Pfennig pro Minute statt vorher
15 Pfennig pro Minute berechnet. Eine Anmeldung ist nicht
erforderlich, man kann über die 01030 sofort telefonieren.
Nochmals deutlich günstiger ist Mistral beim Happy-Tarif,
bei dem Ferngespräche nur noch 7 Pfennig pro Minute kosten
- rund um die Uhr und sekundengenau abgerechnet! Damit ist
Mistral zur Geschäftszeit bei Ferngesprächen billiger als die Deutsche Telekom bei Ortsgesprächen.
Allerdings erwartet Mistral für dieses Produkt einen Umsatz von
DM 500,- oder mehr im Monat sowie Preselection. Es fällt
auf, dass Telefonate zum Mobilfunk und internationale Gespräche
beim Happy-Tarif vergleichsweise teuer sind. Anscheinend dient
der Ferngesprächs-Superpreis als Lockvogel, um Business-Kunden ans
Netz zu bekommen, die in der Regel auch eine große Zahl von
Telefonaten zum Mobilfunk oder ins Ausland führen.
CS Telecom, mit 9,5 Pfennig
pro Minute ebenfalls ganz vorne dabei bei den Preisbrechern,
hat ab sofort einen Mindestumsatz von ca. DM 100,- im
Monat eingeführt. Der hohe Mindestumsatz zeigt, wie gering
die Margen geworden sind.
Viag Interkom 01090 und
Telepassport 01024 haben beide
Tarifsenkungen zum 1. Mai angekündigt. Insbesondere wird der
Preis für Telefonate nach "Welt 4" (Rest der Welt) auf
DM 1,99 bzw. DM 1,96 gesenkt. Bei Viag gibt es ab
1. Mai einen Nachttarif von 5 Pfennig pro Minute zwischen
21 und 6 Uhr.
- Deutlich aktiver ist der Markt zur Zeit beim Thema
Internetzugang. Waren es anfangs vor allem Telefonfirmen, die
Internet by Call anboten, so melden sich inzwischen die Provider
zurück. Beispielsweise kann über NGI
(Next Generation Internet) bundesweit für 5,5 Pfennig pro
Minute gesurft werden - sekundengenau abgerechnet und inklusive
Telefonkosten. Bei Transmedia
kostet die Onlineminute nach 20 Uhr und am Wochenende nur
5 Pfennig, während werktags zwischen 8 und 20 Uhr
7 Pfennig berechnet werden. Die monatliche Grundgebühr
von DM 9,90 enthält bereits eine eigene Domain
(z.B. www.xy.de), die für den Nutzer eingerichtet wird.
Zudem können bis zu zehn E-Mail-Adressen angelegt werden.
Einen anderen Weg geht Talknet,
der Internet-Ableger von Talkline. Für DM 29,- gibt
es einen Internetzugang, bei dem man bis zu 500 Minuten
lang kostenlos surfen kann. Überschreitet man das Kontingent,
wird ein Entgelt von 5 bis 9 Pfennig pro Minute verlangt,
je nach Tageszeit. Das 1000-Minuten-Paket kostet DM 49,-,
das 2000-Minuten-Paket DM 79,- im Monat. Bei letzterem
gelten die Freiminuten allerdings nur zwischen 20 und 8 Uhr,
während die kleineren Pakete auch untertags genutzt werden
können.
Die Deutsche Telekom hat
unterdessen ein ganz besonders dickes Paket geschnürt: 43200
Online-Minuten für DM 1150,-, und das bei einer Leitung,
die 24fach schneller ist als ein normaler ISDN-Internetzugang!
Die Rede ist von ADSL, das ab sofort für Geschäftskunden und
ab Juli auch für Privatkunden angeboten wird. Allerdings gibt
es Beschränkungen beim Datentransfer: Überträgt man mehr als
ca. 2,5 Gigabyte im Monat, wird man in die nächsthöhere
Volumenkategorie eingestuft, die entsprechend teurer ist.
Weitere Hoffnung auf Preissenkungen im Internetbereich macht
die Regulierungsbehörde: Diese prüft den Tarif von 3 Pfennig
pro Minute, den die Deutsche Telekom zur Zeit für die Einwahl zu
T-Online berechnet. Weitere 3 Pfennig pro Minute werden für
T-Online selber verlangt, so dass der Gesamtpreis 6 Pfennig
pro Minute beträgt. Ergibt sich aus der Prüfung, dass der
günstige Einwahltarif andere Internetprovider benachteiligt,
kann die Regulierungsbehörde fordern, dass dieser auch anderen
Providern angeboten wird. Insbesondere für Studenten, die
über die Universitäten oft über kostenlose Provider verfügen,
wäre das eine sehr gute Nachricht.
- Auch bei den Regionalanbietern bewegt sich vieles.
TeleBel führt ab 1. Mai einen
Sondertarif von 2 Pfennig pro Minute für Telefonate zwischen
Telebel-Kunden ein. Der Internetzugang kostet ab diesem Termin
nur noch 5 Pfennig pro Minute, inklusive Einwahl und
sekundengenau abgerechnet.
Hansenet startet ab dem
1. Mai mit einem Nachttarif von 6 Pfennig pro Minute für
Ferngespräche. Der Internetzugang kostet künftig zwischen 6,5
und 8 Pfennig pro Minute (ohne Grundpreis) bzw. zwischen
2,5 und 4 Pfennig (monatlicher Grundpreis: DM 50,-).
Letzteres ist mit Sicherheit ein attraktives Angebot für
Vielsurfer.
Einen ähnlichen Weg geht auch
Gelsen-Net: Entweder surft man
für 6 Pfennig pro Minute rund um die Uhr (ohne Grundpreis)
bzw. für 3 Pfennig gegen ein monatliches Entgelt von
DM 29,-. Dieses Angebot gilt bereits seit 1. April.
- Im Mobilfunkbereich sind ebenfalls einige Neuerungen zu erwähnen.
So haben T-D1 und D2 ab Mai neue Preise angekündigt. Ähnlich
dem City-Partner-Tarif von Viag Interkom (E2) sollen Gespräche
Handy->Festnetz für 29 Pfennig pro Minute möglich werden,
wenn man sich innerhalb der vorher gewählten Ortszone aufhält.
teltarif wird über die Änderungen in Kürze noch ausführlicher
berichten. Mit ein Grund für die Preissenkung dürfte sein, dass
Viag Interkom, die ersten mit dem 29-Pfennig-Tarif, inzwischen
den 100.000sten Kunden im neuen E2-Netz angeschlossen haben -
herzlichen Glückwunsch!
In der Schweiz ist seit kurzem Call by Call im
Mobilfunkbereich möglich, da der Mobilfunkanbieter Swisscom
und der Spezialist Telesonique einen Interconnect-Vertrag
geschlossen haben: Durch Vorwahl von 10715 können Gespräche vom
Swisscom-Handy ins Ausland zwischen 15 und 30% günstiger geführt
werden als direkt über die Swisscom. Technisch ist also Call by
Call im Mobilfunkbereich kein Problem. Politisch wird es aber
in Deutschland weiterhin von der Regulierungsbehörde verhindert,
die damit nach eigenen Aussagen die neuen Mobilfunkanbieter E2
und E-Plus vor zuviel Konkurrenz schützen will.
Um bei Telefonaten vom Mobilnetz aus zu sparen, ist zur
Zeit vor allem Callback sinnvoll.
Dabei lässt man sich von einem Computer im Ausland anrufen.
Callback ist deswegen günstig, weil bei Telefonaten aus dem
Ausland nach Deutschland bisher nicht unterschieden wurde, ob
das Gespräch im Fest- oder Mobilnetz endet. Doch diese Zustände
nähern sich dem Ende. Global
Voice ist das erste Beispiel eines Callback-Anbieters,
der einen Zuschlag für Gespräche von oder zum Handy berechnet.
Er ist zwar mit einem US-cent pro Minute nicht sonderlich
hoch - aber er ist ein erster Anfang in eine Richtung, die den
Mobilfunknutzern nicht schmecken dürfte.
Neu im Callbackbereich ist das Country Callback von
Microcall, das besonders Gespräche
innerhalb eines Landes
vergünstigt. Ein Telefonat Festnetz->Handy oder umgekehrt kostet
bei diesem 38,9 Pfennig pro Minute. Abgerechnet wird im
6-Sekundentakt ohne anfängliches Minimum - deutlich besser,
als bei vielen anderen Callbackdiensten. Die Rechnung kommt
aus Deutschland. Der genannte Preis enthält 16% Mehrwertsteuer,
die von Geschäftskunden als Vorsteuer abgesetzt werden kann.
Geschäftliche Mobiltelefonierer sollten daher auf Basis des
Nettopreises von 33,5 Pfennig pro Minute vergleichen.
- Neu auf teltarif ist eine Liste der Messen und Kongresse zum
Thema Telekommunikation unter der URL
http://www.teltarif.de/i/messe.html .
Es werden vor allem solche Events aufgeführt, die sich an ein
breites Publikum richten oder auf denen innovative Ideen und
Produkte vorgestellt bzw. umgesetzt werden.
Weitere Informationen zu allen hier genannten Telefonfirmen,
wie zum Beispiel die Internet-Adresse, Hotline-Nummer oder eine
Tarifübersicht, finden Sie wie üblich auf http://www.teltarif.de/ .
.
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