Newsletter 8/99 vom 22.04.1999
Die Neuigkeiten im Telefonbereich bis zum 22.04.1999 - von teltarif.de für Sie zusammengefasst.
  1. Megahochzeit zwischen der Deutschen Telekom und der Telecom Italia?
  2. E-Plus dementiert Gerüchte um neuen Festnetzpartner.
  3. Preissenkungen Festnetz.
  4. Neue Tarife für den Internetzugang.
  5. Diverse Änderungen bei den Regionalanbietern.
  6. Mobilfunk und Callback.
  7. Liste der Messen und Kongresse zur Telekommunikation.
  1. Zwischen der Deutschen Telekom und der Telecom Italia laufen intensive Gespräche in bezug auf ein Zusammengehen der beiden Unternehmen. Die ersten Gerüchte dazu tauchten Ende letzter Woche auf. Anfang dieser Woche stellte sich als Problem heraus, dass die Deutsche Telekom der etwas größere Partner ist. Die Telecom Italia möchte nur ungern geschluckt werden. Vor allem ist kritisch, dass fast 3/4 der Aktien der Deutschen Telekom noch im Staatsbesitz sind. Inzwischen hat die Bundesregierung aber versichert, keinerlei Einfluss auf das operative Geschäft des vereinigten Riesen nehmen zu wollen. Daraufhin scheint in Italien die Zustimmung zum Megadeal nun möglich.

    Durch das Zusammengehen würde das zweitgrößte Telekommunikationsunternehmen weltweit entstehen - mit einem Umsatz von 115 Milliarden Mark im Jahr. Die deutschen Börsen reagierten auf die Fusionsabsicht allerdings zurückhaltend: Die T-Aktie verlor in den letzten Tagen wiederholt an Wert. Vor allem überrascht die Marktteilnehmer die plötzliche Kehrtwende. Bisher bandelte die Telekom mit der France Telecom, mit der die gemeinsame internationale Tochter "Global One" gegründet worden war. Die Deutsche Telekom will sich aber jetzt aus dieser Beteiligung zurückziehen. Das europäische Kartellamt wird, wenn es die Zustimmung zur Fusion zwischen der Deutschen Telekom und Telecom Italia überhaupt erteilt, das Ende der Kooperation zwischen Deutscher Telekom und France Telecom zur Bedingung machen. Die France Telecom steht also plötzlich alleine da.

    Unterdessen hat die Deutsche Telekom erneut hervorragende Unternehmenszahlen gemeldet: Im ersten Quartal '99 wurde genausoviel Gewinn erwirtschaftet wie im Vergleichszeitraum 1998 - trotz der drastischen Preissenkung bei Ferngesprächen zum 1. Januar! Der Umsatz sank allerdings um eine Milliarde Mark - Tribut an die gesunkenen Preise und den zurückgegangenen Marktanteil.

  2. Durch die Fusion zwischen Arcor und o.tel.o, siehe letzter Newsletter, wurde E-Plus alleine gelassen: Bisher konnte sich E-Plus auf o.tel.o als Festnetzpartner beziehen, da beide Gesellschaften dieselben Eigentümer hatten. Schon sehr bald wurde E-Plus daher gefragt, ob man nach einem neuen Festnetzpartner suche - was diese eifrig dementierten. Unabhängig davon gibt es aber mehrere große Festnetzbetreiber, insbesondere TelDaFax, die zur Zeit ohne Mobilfunkpartner dastehen und dieses Manko gerne beseitigen würden. Für diese ist E-Plus mit Sicherheit ein interessanter Gesprächspartner.

  3. An der Tariffront ist wieder etwas Ruhe eingekehrt. Die meisten Unternehmen haben ihre Preise an die neue Vorgabe der Deutschen Telekom (Nachttarif 6 Pfennig/Minute) angepasst - oder auch bewusst nicht angepasst. Auffallendste Preissenkung ist die von TelDaFax: Zur Geschäftszeit werden ab sofort nur noch 12 Pfennig pro Minute statt vorher 15 Pfennig pro Minute berechnet. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich, man kann über die 01030 sofort telefonieren.

    Nochmals deutlich günstiger ist Mistral beim Happy-Tarif, bei dem Ferngespräche nur noch 7 Pfennig pro Minute kosten - rund um die Uhr und sekundengenau abgerechnet! Damit ist Mistral zur Geschäftszeit bei Ferngesprächen billiger als die Deutsche Telekom bei Ortsgesprächen. Allerdings erwartet Mistral für dieses Produkt einen Umsatz von DM 500,- oder mehr im Monat sowie Preselection. Es fällt auf, dass Telefonate zum Mobilfunk und internationale Gespräche beim Happy-Tarif vergleichsweise teuer sind. Anscheinend dient der Ferngesprächs-Superpreis als Lockvogel, um Business-Kunden ans Netz zu bekommen, die in der Regel auch eine große Zahl von Telefonaten zum Mobilfunk oder ins Ausland führen.

    CS Telecom, mit 9,5 Pfennig pro Minute ebenfalls ganz vorne dabei bei den Preisbrechern, hat ab sofort einen Mindestumsatz von ca. DM 100,- im Monat eingeführt. Der hohe Mindestumsatz zeigt, wie gering die Margen geworden sind.

    Viag Interkom 01090 und Telepassport 01024 haben beide Tarifsenkungen zum 1. Mai angekündigt. Insbesondere wird der Preis für Telefonate nach "Welt 4" (Rest der Welt) auf DM 1,99 bzw. DM 1,96 gesenkt. Bei Viag gibt es ab 1. Mai einen Nachttarif von 5 Pfennig pro Minute zwischen 21 und 6 Uhr.

  4. Deutlich aktiver ist der Markt zur Zeit beim Thema Internetzugang. Waren es anfangs vor allem Telefonfirmen, die Internet by Call anboten, so melden sich inzwischen die Provider zurück. Beispielsweise kann über NGI (Next Generation Internet) bundesweit für 5,5 Pfennig pro Minute gesurft werden - sekundengenau abgerechnet und inklusive Telefonkosten. Bei Transmedia kostet die Onlineminute nach 20 Uhr und am Wochenende nur 5 Pfennig, während werktags zwischen 8 und 20 Uhr 7 Pfennig berechnet werden. Die monatliche Grundgebühr von DM 9,90 enthält bereits eine eigene Domain (z.B. www.xy.de), die für den Nutzer eingerichtet wird. Zudem können bis zu zehn E-Mail-Adressen angelegt werden.

    Einen anderen Weg geht Talknet, der Internet-Ableger von Talkline. Für DM 29,- gibt es einen Internetzugang, bei dem man bis zu 500 Minuten lang kostenlos surfen kann. Überschreitet man das Kontingent, wird ein Entgelt von 5 bis 9 Pfennig pro Minute verlangt, je nach Tageszeit. Das 1000-Minuten-Paket kostet DM 49,-, das 2000-Minuten-Paket DM 79,- im Monat. Bei letzterem gelten die Freiminuten allerdings nur zwischen 20 und 8 Uhr, während die kleineren Pakete auch untertags genutzt werden können.

    Die Deutsche Telekom hat unterdessen ein ganz besonders dickes Paket geschnürt: 43200 Online-Minuten für DM 1150,-, und das bei einer Leitung, die 24fach schneller ist als ein normaler ISDN-Internetzugang! Die Rede ist von ADSL, das ab sofort für Geschäftskunden und ab Juli auch für Privatkunden angeboten wird. Allerdings gibt es Beschränkungen beim Datentransfer: Überträgt man mehr als ca. 2,5 Gigabyte im Monat, wird man in die nächsthöhere Volumenkategorie eingestuft, die entsprechend teurer ist.

    Weitere Hoffnung auf Preissenkungen im Internetbereich macht die Regulierungsbehörde: Diese prüft den Tarif von 3 Pfennig pro Minute, den die Deutsche Telekom zur Zeit für die Einwahl zu T-Online berechnet. Weitere 3 Pfennig pro Minute werden für T-Online selber verlangt, so dass der Gesamtpreis 6 Pfennig pro Minute beträgt. Ergibt sich aus der Prüfung, dass der günstige Einwahltarif andere Internetprovider benachteiligt, kann die Regulierungsbehörde fordern, dass dieser auch anderen Providern angeboten wird. Insbesondere für Studenten, die über die Universitäten oft über kostenlose Provider verfügen, wäre das eine sehr gute Nachricht.

  5. Auch bei den Regionalanbietern bewegt sich vieles. TeleBel führt ab 1. Mai einen Sondertarif von 2 Pfennig pro Minute für Telefonate zwischen Telebel-Kunden ein. Der Internetzugang kostet ab diesem Termin nur noch 5 Pfennig pro Minute, inklusive Einwahl und sekundengenau abgerechnet.

    Hansenet startet ab dem 1. Mai mit einem Nachttarif von 6 Pfennig pro Minute für Ferngespräche. Der Internetzugang kostet künftig zwischen 6,5 und 8 Pfennig pro Minute (ohne Grundpreis) bzw. zwischen 2,5 und 4 Pfennig (monatlicher Grundpreis: DM 50,-). Letzteres ist mit Sicherheit ein attraktives Angebot für Vielsurfer.

    Einen ähnlichen Weg geht auch Gelsen-Net: Entweder surft man für 6 Pfennig pro Minute rund um die Uhr (ohne Grundpreis) bzw. für 3 Pfennig gegen ein monatliches Entgelt von DM 29,-. Dieses Angebot gilt bereits seit 1. April.

  6. Im Mobilfunkbereich sind ebenfalls einige Neuerungen zu erwähnen. So haben T-D1 und D2 ab Mai neue Preise angekündigt. Ähnlich dem City-Partner-Tarif von Viag Interkom (E2) sollen Gespräche Handy->Festnetz für 29 Pfennig pro Minute möglich werden, wenn man sich innerhalb der vorher gewählten Ortszone aufhält. teltarif wird über die Änderungen in Kürze noch ausführlicher berichten. Mit ein Grund für die Preissenkung dürfte sein, dass Viag Interkom, die ersten mit dem 29-Pfennig-Tarif, inzwischen den 100.000sten Kunden im neuen E2-Netz angeschlossen haben - herzlichen Glückwunsch!

    In der Schweiz ist seit kurzem Call by Call im Mobilfunkbereich möglich, da der Mobilfunkanbieter Swisscom und der Spezialist Telesonique einen Interconnect-Vertrag geschlossen haben: Durch Vorwahl von 10715 können Gespräche vom Swisscom-Handy ins Ausland zwischen 15 und 30% günstiger geführt werden als direkt über die Swisscom. Technisch ist also Call by Call im Mobilfunkbereich kein Problem. Politisch wird es aber in Deutschland weiterhin von der Regulierungsbehörde verhindert, die damit nach eigenen Aussagen die neuen Mobilfunkanbieter E2 und E-Plus vor zuviel Konkurrenz schützen will.

    Um bei Telefonaten vom Mobilnetz aus zu sparen, ist zur Zeit vor allem Callback sinnvoll. Dabei lässt man sich von einem Computer im Ausland anrufen. Callback ist deswegen günstig, weil bei Telefonaten aus dem Ausland nach Deutschland bisher nicht unterschieden wurde, ob das Gespräch im Fest- oder Mobilnetz endet. Doch diese Zustände nähern sich dem Ende. Global Voice ist das erste Beispiel eines Callback-Anbieters, der einen Zuschlag für Gespräche von oder zum Handy berechnet. Er ist zwar mit einem US-cent pro Minute nicht sonderlich hoch - aber er ist ein erster Anfang in eine Richtung, die den Mobilfunknutzern nicht schmecken dürfte.

    Neu im Callbackbereich ist das Country Callback von Microcall, das besonders Gespräche innerhalb eines Landes vergünstigt. Ein Telefonat Festnetz->Handy oder umgekehrt kostet bei diesem 38,9 Pfennig pro Minute. Abgerechnet wird im 6-Sekundentakt ohne anfängliches Minimum - deutlich besser, als bei vielen anderen Callbackdiensten. Die Rechnung kommt aus Deutschland. Der genannte Preis enthält 16% Mehrwertsteuer, die von Geschäftskunden als Vorsteuer abgesetzt werden kann. Geschäftliche Mobiltelefonierer sollten daher auf Basis des Nettopreises von 33,5 Pfennig pro Minute vergleichen.

  7. Neu auf teltarif ist eine Liste der Messen und Kongresse zum Thema Telekommunikation unter der URL http://www.teltarif.de/i/messe.html . Es werden vor allem solche Events aufgeführt, die sich an ein breites Publikum richten oder auf denen innovative Ideen und Produkte vorgestellt bzw. umgesetzt werden.

Weitere Informationen zu allen hier genannten Telefonfirmen, wie zum Beispiel die Internet-Adresse, Hotline-Nummer oder eine Tarifübersicht, finden Sie wie üblich auf http://www.teltarif.de/ .
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