Newsletter 6/99 vom 25.03.1999
Die Neuigkeiten im Telefonbereich bis zum 25.03.1999 - von teltarif.de für Sie zusammengefasst.
  1. Neue Preise bei Alpha Telecom, Debitel, KDD-Conos, Komtel TS, Mistral, Nikoma, TelDaFax und Tesion.
  2. Neue Preise für April angekündigt: 3U, ACC, Arcor, CS Telecom, Deutsche Telekom, Esprit Telecom, First Telecom, Interoute, o.tel.o, Telepassport und VEW Telnet.
  3. Ende der günstigen Handykarten ab April.
  4. Kampf um online-Pauschaltarif und Einwahlkosten.
  5. Internet so günstig wie ein Ortsgespräch: Arcor, Digital Transfers, Esprit, Herzog Telecom, KDT, knUUt Mobilcom, Netcologne, Nikoma, Talknet, Tesion und T-Online.
  6. Neue Technologien für den Internetzugang: ADSL, Kabelmodem und Digital Powerline.
  7. Viag Interkom: Mobil telefonieren zum Festnetzpreis.
  8. Digitaler Richtfunk als Alternative zum Kupferkabel.
  9. Weiterhin kein monatliches Telefonkostenlimit möglich.
  10. Forsa-Umfrage: Wachstumsgrenze erreicht?
  11. 01051: Teilweise offline
  1. Die Preisspirale dreht sich immer schneller. Die Zahl der Tarifänderungen der letzten beiden Wochen übersteigt die Kapazität dieses Newsletters bei weitem. Daher können nur noch exemplarisch die wichtigsten Änderungen benannt werden. Zunächst die neuen Tarife, die bereits gültig sind: Alpha Telecom hat bereits am 1. Februar Call by Call mit Anmeldung eingeführt. Bei Pre-Selection können Ferngespräche für 14 Pfennig pro Minute geführt werden, sekundengenau abgerechnet. Das ist einer der günstigsten Ferntarife am Markt mit Sekundentakt.

    Nikoma hat den Tarif nach 21 Uhr auf 7 Pfennig pro Minute gesenkt. Damit steht Nikoma zwischen 21 und 22 Uhr nun zusammen mit RSL Com und Tele2 ganz vorne in der Tarifdatenbank.

    Debitel hat beim Call by Call ohne Anmeldung über die 01015 den Ferntarif zwischen 20 und 6 Uhr auf 7,5 Pfennig pro Minute gesenkt. Allerdings gilt der Zwei-Minutentakt. Das Produkt lässt sich zur Zeit nur von den Vorwahlbereichen 021x, 028x, 030, 033x, 040, 041x, 070x, 071x, 073x, 075x und 079x aus nutzen, deswegen ist es in den Ergebnissen der Tarifabfrage auf Teltarif üblicherweise nicht enthalten.

    Mistral Telecom bekommt den Sonderpreis für den kompliziertesten Tarif: In der Zeit von 8 bis 9 Uhr, 12 bis 13 Uhr, 17 bis 18 Uhr und 21 bis 22 Uhr kann man beim Produkt "Happy Hour" für 8 Pfennig pro Minute telefonieren. Zu allen anderen Zeiten wird das Doppelte verlangt!

    Auch KDD Conos hat die innerdeutschen Ferntarife angepasst: Zur Hauptzeit werden nun 16 Pfennig verlangt, sekundengenau abgerechnet. Damit gilt der Tarif, der bisher nur in besonderen Regionen verfügbar war, nun für alle Conos-Kunden.

    Die Mobilfunkpreise sind bei TelDaFax drastisch gefallen: Tagsüber kosten Anrufe zum Handy nur mehr 48 Pfennig pro Minute, statt 84 Pfennig bisher. Damit ist TelDaFax (Sparvorwahl 01030) tagsüber der günstigste sekundengenau abrechnende Anbieter für Gespräche zum Handy.

    Kommen wir zu den Auslandspreisen: Tesion berechnet ab sofort nur mehr 37 Pfennig (werktags zwischen 9 und 19 Uhr) bzw. 29 Pfennig pro Minute (sonstige Zeiten) für Telefonate nach Frankreich, Italien, Österreich und in die Schweiz. Für alle genannten Länder ist Tesion damit der günstigste Anbieter ohne Anmeldung - mit Anmeldung geht es zumindest zur Hauptzeit teilweise noch günstiger.

    Eine vollkommen neue Variante des Zugangs nutzt Komtel TS: Man wählt sich über die Nummer 01803/024 024 (zur Zeit 24 Pfennig pro Minute) in einen Sprachcomputer ein und wählt dann die eigentliche Zielrufnummer. Nachteil: Man zahlt bereits, während man die eigentliche Nummer wählt oder es beim Angerufenen klingelt. Vorteil: Keine Anmeldung erforderlich, und es funktioniert sogar der Gebührenimpuls bei der Einwahl per Telekom! Zum genannten Tarif sind folgende Länder erreichbar: Dänemark, Frankreich, Großbritannien, Kanada, Niederlande, Schweden, Schweiz und die USA. Ab April wird ein Teil des Dienstes auf die Nummer 01805/024 024 (dann ebenfalls 24 Pfennig pro Minute) umgestellt werden, während bestimmte Länder auch künftig über 01803 erreichbar sein werden (dann 18 Pfennig pro Minute)

  2. Im April stehen ebenfalls eine Reihe von Änderungen bevor. Am wichtigsten ist die Senkung des Ferngesprächstarifs der Deutschen Telekom von 12 auf 6 Pfennig pro Minute in der Zeit von 21 bis 6 Uhr früh.

    Die von der Telekom gleichzeitig beantragte Senkung des Zeittaktes bei Ortsgesprächen nachts (bisher: 12 Pfennig für 4 Minuten, beantragt: 3 Pfennig für 1 Minute) wurde hingegen nicht genehmigt. Begründung der Regulierungsbehörde: Eine Senkung des Ortstarifs ist zur Zeit generell nicht möglich, da der Preis, den die Konkurrenten für ein Ortsgespräch bei Call-by-Call an die Telekom zu zahlen haben, nachts zur Zeit 2,88 Pfennig pro Minute beträgt. Das ist zu wenig von 3 Pfennig pro Minute entfernt, als dass die alternativen Anbieter mit der Telekom im Ortsbereich konkurrieren könnten. Die Folge der Ablehnung: Ein einminütiges Ferngespräch kostet bei der Telekom nachts künftig 6 Pfennig, während ein einminütiges Ortsgespräch 12 Pfennig kostet.

    Arcor und o.tel.o reagieren auf die Telekom-Offensive und bieten ab April ebenfalls nachts Ferngespräche für 6 Pfennig pro Minute an. Bei o.tel.o gilt dieser Preis aber nur bei Pre-Selection auf den Tarife private. Arcor bietet hingegen Telefonate für 6 Pfennig auch bei Call by Call über die 01070 an.

    Wieder einführen wird Arcor die günstige Region-50-Zone: Diese kostet ab April 14 Pfennig pro Minute (Hauptzeit werktags 9 bis 18 Uhr), 7,5 Pfennig pro Minute (Nebenzeit 6 bis 9 und 18 bis 21 Uhr, bzw. 6 bis 21 Uhr an Wochenenden) und 4 Pfennig pro Minute nachts (21 bis 6 Uhr). o.tel.o senkt hingegen den Tarif zur Geschäftszeit: Bei Call by Call ohne Anmeldung über die 01011 werden künftig 15 Pfennig pro Minute verlangt. Ferngespräche von angemeldeten Kunden sind hingegen teurer.

    Ab April bietet die neue Telefonfirma 3U Call by Call ohne Anmeldung über die 01078 an. Von 8 bis 20 Uhr werden 13,9 Pfennig berechnet, nachts sinkt der Tarif sogar auf 5,9 Pfennig pro Minute. Das ist einer der günstigsten sekundengenau abgerechneten Tarife in der Datenbank von teltarif. Aber auch international ist 3U ein Preisbrechner: 23,9 Pfennig nach Großbritannien oder Schweden, 27,9 Pfennig nach Frankreich oder 37,9 Pfennig nach Japan bedeuten jeweils den ersten Platz in der Tarifdatenbank!

    Ebenfalls neu ist offenes Call by Call über Esprit Telecom 01040. Allerdings will Esprit die bereits zahlreich akquirierten Geschäftskunden vor Netzüberlastung schützen und bietet diesen Dienst daher vorerst nur nachts und am Wochenende an. Ebenfalls gilt zur Zeit eine regionale Beschränkung auf die Vorwahlbereiche 03, 04, 050, 051, 053, 055 und 058, das entspricht Ost- und Norddeutschland. Ab 1. Mai kommen 06, 07, 08 und 09 hinzu, ab 1. Juni soll der Dienst bundesweit verfügbar sein. Die Tarife: 9 Pfennig abends bzw. am Wochenende sowie 5 Pfennig pro Minute nachts von 21 bis 8 Uhr. Minutentakt.

    Auch Telepassport 01024 verzichtet ab April auf die Anmeldung. Es gelten dieselben Preise wie bisher bei Call by Call mit Anmeldung, aber mit Minuten- statt Sekundentakt: 18 Pfennig werktags von 8 bis 18 Uhr bzw. 12 Pfennig sonst. Eine Anmeldung für Call by Call ist weiterhin möglich.

    ACC senkt ab April die Ferntarife leicht. Beim Takttarif werden aber abendliche Nahgespräche etwas teurer. Bisher waren letztere genauso teuer, wie ein Nahgespräch bei der Telekom. Folglich konnte man gefahrlos eine Pre-Selection auf ACC schalten lassen, da man nie teurer telefonierte als bisher. Diese Sicherheit gibt es jetzt nicht mehr.

    Der Regionalanbieter VEW Telnet berechnet künftig 8 bis 14 Pfennig pro Minute für Gespräche innerhalb von Nordrhein-Westfalen. Telefoniert man darüberhinaus, werden 10 bis 18 Pfennig fällig.

    Der Star-Telecom-Reseller CS Telecom hat ab April einen neuen günstigen Ferntarif angekündigt: 9,5 Pfennig pro Minute, rund um die Uhr! Bei Pre-Selection wird sekundengenau abgerechnet, bei Call by Call im 30-Sekunden-Takt.

    Interoute senkt die internationalen Preise: Belgien und Finnland sind zur Gruppe Top 10 hinzugestoßen, die nun folgerichtig Top 12 heißt und weiterhin 29 bzw. 38 Pfennig pro Minute kostet. Die nächste Gruppe, "International B" wurde ebenfalls um 10 Pfennig gesenkt und um Länder wie Hongkong, Israel oder Japan erweitert, die nun für 38 bis 48 Pfennig pro Minute erreicht werden können.

    Zu guter letzt bleiben die neuen Tarife von First Telecom. Zunächst die schlechte Nachricht: Bei Einwahl vom Handy aus wird künftig ein Aufpreis von 95 Pfennig pro Minute berechnet. Bisher waren es lediglich 22 bis 40 Pfennig pro Minute. Im Gegenzug richtet First Telecom aber ein Callback-Verfahren ein. Da dieses über England läuft, ist eine gute Qualität garantiert. Aufpreis beim Callback: 22 Pfennig pro Minute. Handy -> Festnetz kostet 39 Pfennig pro Minute. Callback-Gespräche werden künftig im Takt 30/1 abgerechnet; sonst arbeitet First Telecom weiterhin sekundengenau. Der normale Festnetztarif zur Geschäftszeit wird von 19 auf 17 Pfennig pro Minute gesenkt.

  3. First Telecom ist nicht die einzige Handykarte, bei der die Tarife ab 1. April '99 kräftig steigen. Grund ist das Auslaufen der bisherigen Mischkalkulation bei 0800-Nummern, bei der die Telefonfirmen nur einen einheitlichen Preis zu zahlen hatten, unabhängig, ob der Anruf aus dem Fest- oder Mobilnetz kam. Künftig werden zwischen den Telefonfirmen 0800-Anrufe aus dem Festnetz deutlich günstiger, aus dem Mobilnetz deutlich teurer abgerechnet. Calling-Card-Anbieter wie First Telecom müssen diesen Aufpreis langfristig weitergeben.

    Eine Alternative, bei der die Mischkalkulation vorerst weiterbesteht, sind Telefonate aus dem Ausland nach Deutschland. Aber auch hier sind die Verträge am Auslaufen; bei neuen Verträgen rechnet die Telekom in der Regel getrennt ab. Bei Callback wird diese Mischkalkulation für Auslandsanrufe ausgenutzt. Daher wird Teltarif in den nächsten Wochen weitere Callback-Anbieter aufnehmen; zu einigen Produkten liegen die Tarifinformationen bereits vor, konnten aber wegen Zeitmangel noch nicht eingearbeitet werden.

  4. Ein komplett neuer Bereich, in dem sich in den letzten Wochen unerwartet ein Preiskampf entwickelt hat, ist die Internet-Einwahl. Auslöser war in diesem Fall die Deutsche Telekom mit T-Online: Bei dem Onlinedienst kostet die Minute ab 1. April nur mehr 6 Pfennig pro Minute inklusive Einwahl. Zum Vergleich: Ein normales Ortsgespräch, das in der Regel zur Einwahl bei einem Internet-Provider nötig ist, kostet bis zu 8 Pfennig pro Minute. Entsprechend laut wurden die Stimmen, die der Deutschen Telekom Preisdumping gegen die Internet-Konkurrenz vorwarfen.

    AOL ging sogar vor Gericht - und errang einen Sieg: Die Telekom muss auch künftig die Preise für Einwahl und T-Online getrennt ausweisen. Die Regulierungsbehörde bestätigte diese Entscheidung; sie will darauf achten, dass die Telekom die vergünstige Einwahl nicht nur für die Kunden von T-Online, sondern auch für die Kunden anderer Internet-Provider anbieten wird. Das ist ein Vorteil für alle Onlinenutzer.

    Unabhängig davon nutzen die Konkurrenten der Telekom in den letzten Wochen zunehmend die Möglichkeiten von Call by Call, um ebenfalls vergünstigte Einwahlmöglichkeiten anzubieten. Die Folge ist eine ganze Reihe von Internet-Produkten, die zumindest zur Geschäftszeit deutlich günstiger sind als bisher.

  5. Arcor berechnet für "Internet by Call" ohne Anmeldung ab 1. April nur mehr 6 Pfennig pro Minute rund um die Uhr. Der Internet-Provider Digital Transfers will sogar nur 5 Pfennig, sekundengenau abgerechnet, dafür fällt eine monatliche Grundgebühr von DM 4,- an. Esprit Telecom verlangt 8 Pfennig zur Geschäftszeit bzw. 6 Pfennig sonst für Internet ohne Anmeldung. Der Dienst ist in denselben Regionen verfügbar wie Call by Call (siehe oben).

    KDT bietet gleich zwei Tarifmodelle: Eines mit 6 Pfennig pro Minuten rund um die Uhr sowie ein zweites mit vergünstigter Einwahl nachts, aber einer monatlichen Pauschale von bis zu DM 35,-. Wer viel tags und nachts online ist, dürfte mit diesem Pauschalmodell zur Zeit insgesamt am günstigsten surfen.

    knUUt kostet DM 19,- Grundgebühr, ermöglicht aber zwischen 20 und 8 Uhr bundesweit die Einwahl zum Ortstarif - sekundengenau abgerechnet. Mobilcom setzt hingegen auf ein einfaches Tarifkonzept: 5 Pfennig pro Minute, rund um die Uhr. Leider gilt der Minutentakt. Nach der Einwahl bei Mobilcom wird man beim ersten Web-Aufruf immer auf die Startseite von Mobilcom geführt - auch, wenn man diese gar nicht sehen will.

    Nikoma verlangt 6 Pfennig pauschal pro Minute, bzw. 5 Pfennig, wenn der Kunde innerhalb des City-Bereichs folgender Städte wohnt: Augsburg, Berlin, Bielefeld, Bremen, Dortmund, Düsseldorf, Frankfurt, Hamburg, Hannover, Karlsruhe, Köln, Leipzig, Mannheim, München, Nürnberg und Stuttgart. Talknet verspricht zwar "kostenloses Surfen", berechnet aber für die Einwahl weiterhin eine Art Ortsgespräch, das zwischen 4 und 8 Pfennig pro Minute kostet. Wenn die Sonderaktion Ende April ausläuft und die Onlinegebühr von 4 Pfennig pro Minute wieder hinzukommt, ist Talknet deutlich teurer als die anderen hier aufgeführten Firmen.

    Der Regionalanbieter Netcologne hat auf der Cebit einen sehr günstigsten Onlinezugang angekündigt: In Kürze sollen nur mehr DM 66,- für 60 Onlinestunden verlangt werden. Schon jetzt ist bei Netcologne die Interneteinwahl für 2 bis 4 Pfennig pro Minute möglich; 60 Onlinestunden kosten beim Pauschaltarif zur Zeit inklusive Telefonanschluss DM 98,- (analog) bzw. DM 114,- (ISDN). ISIS in Düsseldorf berechnet bereits seit geraumer Zeit nur 1 bis 2 Pfennig pro Onlineminute. Kielnet ermöglicht gar Ortsgespräche zum Nulltarif, wenn man komplett wechselt. Schließlich gibt es noch Tesion, die bei Ihrem Internetzugang die Kosten auf 5 bis 10 Pfennig pro Minute gesenkt haben. Zahlt man eine Montatspauschale von DM 49,90, sinken die Kosten auf 3,5 bis 5 Pfennig pro Minute. Es wird sekundengenau abgerechnet.

    Angesichts der ähnlichen Preise empfiehlt es sich, nach Qualität zu entscheiden: Arcor, Esprit, Mobilcom und o.tel.o bieten den einfachen Zugang ohne Anmeldung. knUUt, KDT und Digital Transfers sind hingegen klassische Internetprovider. Bei Problemen bieten diese vermutlich den besseren Service, bei Extrawünschen können sie flexibler reagieren. Nikoma nimmt eine Mittelstellung zwischen Telefonfirma und Provider ein.

    Wer viel nachts surft, ist mit den Pauschalmodellen von knUUt oder KDT am besten bedient, da die online-Minute nur 3 Pfennige kostet. Denselben Preis erzielt man auch über einen Provider vor Ort zusammen mit der Einwahl per Ortsgespräch. Bei KDT ist die Pauschale höher als bei knUUT, dafür kostet es weniger extra, wenn man sich auch untertags einwählt. Es lohnt sich aber auf jeden Fall, zu überprüfen, ob nicht ein regionaler Anbieter vor Ort noch bessere Konditionen bietet.

  6. Während die Preise für das klassische Internet (56 kbit analog bzw. 64 kbit ISDN) fallen, nimmt das neue Internet immer konkretere Formen an: Mit 1 Megabit pro Sekunde ist es mindestens achtfach schneller als ISDN bei Kanalbündelung bzw. 16fach schneller als normales ISDN. Die Wege zum neuen Internet sind vielfältig: ADSL, Kabelmodem oder Digital Powerline.

    Die Deutsche Telekom startet ab 1. April mit einer ADSL-Variante, die sie T-DSL nennt: Dabei werden neben den gewohnten zwei ISDN-Kanälen bis zu 7,68 Megabit pro Sekunde über ein normales Telefonkabel übertragen. Es ist dafür nötig, ein spezielles Modem beim Kunden sowie in der Vermittlungseinrichtung zu installieren. Für Privatkunden, die ab Juli bedient werden sollen, wird die Geschwindigkeit von der Telekom auf 0,75 Megabit beschränkt - immer noch vielfach schneller als ISDN. Ein Bundle aus ISDN-Anschluss, T-DSL und 100 Freistunden bei T-Online soll monatlich DM 247,- kosten. Hingegen kosten ab April 100 Stunden T-Online bei normalen Zugang und ISDN-Anschluss ca. DM 350,-. Die neue Technologie lohnt sich für Vielsurfer also auf jeden Fall.

    Die nächste schnelle Variante sind Kabelmodems, die an das TV-Kabelnetz angeschlossen werden. Über ein Kabel können hier gleich mehrere Haushalte versorgt werden. Allerdings sind Kabelmodems erst dann sinnvoll, wenn die TV-Kabel um einen sogenannten Rückkanal erweitert worden sind, der die Datenübertragung vom Haushalt zur Sendestation ermöglicht. Die Deutsche Telekom hat beim Aufbau des Netzes in der Regel auf diese Technologie verzichtet. Bis Ende dieses oder Anfang nächsten Jahres wird die Telekom aber das Kabelnetz an private Investoren verkaufen; diese werden mit hoher Wahrscheinlichkeit die Rückkanäle ergänzen, um Telefon- und Internetanschlüsse über das Kabel zu ermöglichen.

    Die dritte Technologie ist Digital Powerline. Dazu wird im Trafo-Häuschen ein Sender installiert. Ein passender Empfänger kommt in den Haushalt unmittelbar vor den Zähler. Digital Powerline eignet sich zur Zeit vor allem für Internet: Beim Ein- und Ausschalten starker Stromverbraucher entstehen Störfunken, die Telefongespräche über das Stromkabel stören würden.

  7. Noch ein Weg, um Telefon und Internet zum Kunden zu bringen, ist digitaler Richtfunk: Dabei wird ein kleiner Empfänger außen am Haus angebracht, der auf einen zentralen Sender ausgerichtet wird. Letzterer kann mehrere Empfänger versorgen. Allerdings gelten die Kosten als hoch; einige Regionalanbieter beklagen, dass im Richtfunk nicht genügend Kanäle zur Verfügung stehen, um wirklich eine flächendeckende Versorgung in Städten zu erreichen.

  8. Die Viag Interkom wählt das eigene Mobilfunknetz E2, um Kunden zu Hause anzuschliessen: So lange sich der Handy-Nutzer in seiner Wohnung bzw. in deren unmittelbaren Nähe befindet, kann er zum Sondertarif telefonieren, der nur noch minimal teurer ist, als ein normales Festnetzgespräch. Der Kunde bekommt auch eine normale Festnetznummer zugewiesen, unter der er erreichbar ist. Verlässt der Kunde die "Home Zone", werden hingegen normale Mobilfunktarife verlangt. Das Produkt "Home Zone" kostet eine Grundgebühr von knapp DM 35,- im Monat - deutlich weniger, als ein Festnetz- und Mobilanschluss zusammen, obwohl die Home Zone grundsätzlich beide Funktionalitäten abdeckt.

  9. Nach §18 der Telekommunikationskundenschutzverordnung kann man ein monatliches Limit für die Telefonrechnung festlegen: Wird dieses überschritten, muss die Telefonfirma den Kunden darauf hinweisen bzw. gegebenenfalls den Anschluss für abgehende Anrufe sperren. Unterbleibt der Hinweis, muss der Kunde den Mehrbetrag nicht bezahlen. Das Problem: Die Telefonfirmen können oder wollen dieses Limit aus technischen Gründen nicht umsetzen. Die Politik hat daher den Paragraphen aus obiger Verordnung bis Ende des Jahres 2000 ausgesetzt. Schade, denn hier könnte Technik wirklich zum Vorteil des Kunden eingesetzt werden.

  10. In letzter Zeit mehren sich die Stimmen, die ein Ende des rasanten Wachstums der neuen Telefonfirmen voraussagen. Beispielsweise ermittelte Forsa im Auftrag der Zeitschrift "connect", dass es nur noch knapp 5 Millionen Deutsche gibt, die in der nächsten Zeit von der Telekom zu einem der anderen Anbieter wechseln wollen. Hauptgründe derjenigen, die der Deutschen Telekom treu bleiben wollen: Mangelnde Übersicht über den Markt und Zufriedenheit mit der Deutschen Telekom.

    Wahrscheinlich reagiert der Markt in Phasen: Zur Zeit läuft eine sehr hektische Preissenkungswelle. Wenn sich demnächst herausstellt, dass günstige Preise nicht automatisch massenhaft Kunden bringen, wird der Markt ruhiger werden - und es werden sich wieder mehr Kunden trauen, zu wechseln. Das erhöht wiederum den Umsatz und schließlich den Gewinn bei den Konkurrenten, die wiederum zur nächsten Preisrunde starten.

  11. 01051 Telecom, Preisbrecher mit 9 Pfennig pro Minute rund um die Uhr, musste teilweise offline gehen: In bestimmten Gebieten hat die Deutsche Telekom noch nicht die benötigten Interconnect-Anschlüsse bereitgestellt. Die Telefonate könnten zwar über andere Interconnect-Punkte abgewickelt werden, würden dann aber einen weiteren Weg im Telekom-Netz laufen, weswegen 01051 mehr an die Telekom zahlen müsste. Damit lässt sich dann aber der 9-Pfennig-Tarif nicht mehr halten. Hoffen wir, dass das Problem möglichst bald behoben ist.
Weitere Informationen zu allen hier genannten Telefonfirmen, wie zum Beispiel die Internet-Adresse, Hotline-Nummer oder eine Tarifübersicht, finden Sie wie üblich auf http://www.teltarif.de/ .
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