Newsletter 5/99 vom 11.03.1999
Die Neuigkeiten im Telefonbereich bis zum 11.03.1999 - von teltarif.de für Sie zusammengefasst.
  1. 01051 Telecom: Billigtarif 9 Pfennig pro Minute nun bundesweit verfügbar.
  2. Super 24: Ferngespräche für 12 Pfennig im Minutentakt.
  3. Telebridge: Ferngespräche für 11 Pfennig (Pre-Selection) bzw. 13 Pfennig (Call by Call).
  4. COLT: Neue Preise und neues Netz.
  5. Econophone: 14,9 Pfennig, sekundengenau.
  6. UPX: 13,6 Pfennig, sekundengenau, ab 1. April.
  7. RSL Com: Günstige neue Auslandstarife ab sofort.
  8. Talkline: Niedrigere Ferntarife, Skandinavien-Spezial.
  9. Telepassport: Sondertarif nur für Studenten.
  10. Teleflash stellt Dienst ein.
  11. 01803- und 01805-Nummern billiger.
  12. Tarifreform für Telekom-Telefonzellen: Teure Ortsgespräche.
  13. Nikoma: Internet für 6 Pfennig pro Minute.
  14. o.tel.o: Internet ab 6 Pfennig pro Minute.
  15. TelDaFax: Internet erst nach der Cebit.
  16. Regionalanbieter reichen Klage gegen die Regulierungsbehörde ein.
  17. Telelev: Ab sofort Call by Call in Leverkusen und Umgebung.
  18. KielNET: Schleswig-Holstein billiger, Internet-Pauschalzugang.
  19. EPC-Sammelklage: Bereits fast 200 Teilnehmer.
  20. Kommentar.
  1. Bereits im letzten Newsletter haben wir über den Discounter 01051 Telecom berichtet: Ferngespräche über die 01051 für 9 Pfennig pro Minute, rund um die Uhr. War damals das Angebot nur in einigen Regionen verfügbar, so kann es nun bundesweit genutzt werden. 01051 hat damit den versprochenen Zeitplan übererfüllt: Ursprünglich wollte man erst Mitte März bundesweit online sein.

    Wie zu erwarten oder befürchten war, hat sich das Angebot sehr schnell herumgesprochen: Es gibt bereits erste Überlastungserscheinungen des Netzes, zumindest von Berlin aus muss man oft doppelt oder dreifach wählen, bevor man eine freie Leitung erwischt.

    Unterdessen hat 01051 erste Erfahrungen mit der bösen Konkurrenz sammeln dürfen: Mobilcom schickte eine Abmahnung, da 01051 auf seiner Website behauptete: "44% billiger als Mobilcom". 01051 hatte nämlich vergessen, dazuzuschreiben, dass man nur zur Geschäftszeit billiger ist.

  2. Ebenfalls neu auf dem Markt ist die Firma Super 24. Der Tarif: 12 Pfennig pro Minute für Ferngespräche, 48 Pfennig in die Mobilnetze, Minutentakt. Super 24 ist eine Tochterfirma von Telepassport und wickelt die Gespräche ebenfalls über die Netzvorwahl 01024 ab. Man kann sich also nicht gleichzeitig bei beiden Firmen anmelden.

  3. Auch Telebridge meldet sich ganz vorne an beim Preiskampf um die günstigsten Ferngespräche: Pre-Selection-Kunden bezahlen beim Easy-Tarif künftig nur mehr 11 Pfennig pro Minute. Allerdings wird ein monatlicher Mindestumsatz von DM 39,- erwartet. Um diesen zu erreichen, muss man mindestens 6 Stunden an der Strippe hängen. Call-by-Call-Kunden bezahlen hingegen 13 Pfennig pro Minute.

  4. Telebridge wickelt die Telefonate über den Geschäftskundencarrier COLT ab. Dieser hat zum 1. März ebenfalls die Preise gesenkt - wenn auch nicht ganz so drastisch. Dafür bietet COLT interessante Rabatte für Großkunden. In mehreren Großstädten betreibt COLT eigene City-Netze in Glasfasertechnologie, über die auch günstige Ortsgespräche (5,8 Pfennig pro Minute zur Geschäftszeit) möglich sind. Darüberhinaus hat COLT damit begonnen, diese Stadtnetze durch Fernleitungen miteinander zu verbinden. Allein in Deutschland sind dafür 2 600 km Glasfaser geplant.

  5. Econophone hat ebenfalls neue Preise bekanntgegeben. Ferngespräche kosten ab sofort 14,9 Pfennig pro Minute. Damit ist Econophone zur Zeit der günstigste Anbieter mit sekundengenauer Abrechnung. Nur Stundenten können bei Telepassport noch günstiger im Sekundentakt telefonieren, siehe unten. Nach 18 Uhr und am Wochenende berechnet Econophone 9,9 Pfennig pro Minute.

    Für Econophone ist eine Anmeldung erforderlich. Übrigens: Die Rufnummer der Hotline für die Anmeldung oder die Adresse der Homepage finden Sie - nicht nur bei Econophone - auf der jeweiligen Anbieterinfoseite auf teltarif. Rufen Sie dazu zunächst die Seite http://www.teltarif.de/a/ auf, und klicken Sie dann auf den Namen der Telefonfirma. Sie erreichen die Anbieterinfoseiten auch, indem Sie in den Ergebnisseiten der Tarifdatenbank auf den Namen einer Telefonfirma klicken.

  6. Ab 1. April senkt der COLT-Reseller UPX ebenfalls die Preise: Ferngespräche kosten zur Geschäftszeit dann nur noch 13,6 Pfennig pro Minute. Abends werden 11 Pfennig berechnet, nachts 8,5 Pfennig. Auch die internationalen Preise können sich sehen lassen: Frankreich kostet 30,5 Pfennig pro Minute, Neuseeland 42,4 Pfennig. Die Abrechnung erfolgt sekundengenau. Es gibt keine Mindestumsätze oder anderweitige Benachteiligungen für Call-by-Call-Kunden.

  7. RSL com senkt ab sofort die Auslandstarife: Großbritannien kostet nur noch 24 Pfennig pro Minute, Kanada 27 Pfennig, Österreich 28 Pfennig, Belgien 33 Pfennig. Nach 21 Uhr sind die Auslandstarife sogar noch etwas günstiger. Es gilt der Minutentakt (Call by Call) bzw. der Sekundentakt (Pre-Selection). Darüberhinaus wurden die Ferntarife von Call by Call und Pre-Selection angepasst, so dass nun einheitlich 18 Pfennig tagsüber bzw. 7 Pfennig nach 21 Uhr bezahlt werden. Am Wochenende tagsüber werden 14 Pfennig pro Minute verlangt - mehr, als bei der Deutschen Telekom. Die Hauptzeit beginnt künftig bereits um 8 Uhr, nicht mehr um 9 Uhr wie bisher.

  8. Auch Talkline 01050 hat die Tarife korrigiert. Allerdings bleibt Talkline mit 18 Pfennig für Ferngespräche (werktags 8 bis 21 Uhr) bzw. 9 Pfennig (sonst) weiterhin vergleichsweise teuer. Günstig ist hingegen das Skandinavien-Spezial, wenn der Minutentakt nicht stört: Dänemark, Finnland, Norwegen und Schweden kosten jeweils 39 Pfennig pro Minute. Es gibt zwar für alle Länder günstigere Angebote - aber nur mit Anmeldung.

  9. Studenten können ab sofort bei Telepassport einen Sondertarif nutzen: Bei diesem gibt es Ferngespräche für 14 Pfennig pro Minute, sekundengenau abgerechnet.

  10. Teleflash hat Ende Februar den Dienst der werbefinanzierten Telefonie eingestellt - weniger als zwei Wochen nach dem Start. Angeblicher Grund: Der Verbraucherschutzverein hat Teleflash abgemahnt, da der Angerufene unter Umständen Werbung mit anhören muss, wozu dieser keine Zustimmung gegeben hat. Telefonwerbung ist in Deutschland per Gesetz verboten.

    Teleflash hat verkündet, gegen diese Entscheidung gerichtlich vorgehen zu wollen. Verwunderlich ist aber, dass Teleflash gemäß den Angaben des Verbraucherschutzvereins zunächst die Unterlassungserklärung unterschrieben hat und nun dagegen anklagt. Dasselbe Ergebnis - nämlich eine Klärung vor Gericht - wäre erreicht worden, wenn Teleflash die Unterlassungserklärung nicht abgegeben hätte. In diesem Fall hätte Teleflash zumindest so lange weiterarbeiten können, bis das Urteil vorliegt.

    Noch verwunderlicher, warum Teleflash nicht mehr erreichbar ist: Unter der Einwahlnummer 0800/0100-100 ertönt "Kein Anschluss unter dieser Nummer". Unter der Berliner Rufnummer 030/20924038 von Teleflash bekommt man nur eine Bandansage, in der man gebeten wird, sich doch beim Verbraucherschutzverein zu beschweren. Faxe werden noch angenommen, bis jetzt erhielten wir aber keine Antwort. Der Pressesprecher ist über seine Handy-Nummer "zur Zeit nicht erreichbar". Auf der bisherigen Info-Nummer von Teleflash, nämlich 01805/121131, hört man eine Werbebotschaft für eine (teure) 0190-Nummer, die von Legion Telekommunikation betrieben wird. Legion hat auch die Technik für Teleflash bereitgestellt. Wenn Legion nun statt der Teleflash-Ansage plötzlich Eigenwerbung schaltet, bedeutet das sicherlich nichts Gutes für die Geschäftsbeziehungen zwischen Teleflash und Legion. Legion weigert sich jedoch, zu diesem Thema Auskünfte zu geben.

  11. Die hohen Preise für 01803- und 01805-Nummern werden gesenkt. In einer ersten Stufe hat die Telekom ab 1. März den Tarif für 01805-Nummern auf 30 Pfennig pro Minute reduziert. Das entspricht einer Dauer der Tarifeinheit von 24 Sekunden statt wie bisher 15 Sekunden. Ab 1. April ist eine weitere Senkung vorgesehen: 24 Pfennig pro Minute für 01805 und 18 Pfennig für 01803. Diese Preisanpassung wird auch von Arcor an deren Kunden weitergegeben. Es ist damit zu rechnen, dass auch die anderen Telefonfirmen die Preise für die Einwahl in 01803 und 01805 auf dieses Marktniveau senken.

  12. Bei Telefonzellen dauert die Einheit seit 1. März immer genau 30 Sekunden (Ferngespräche) bzw. 60 Sekunden (Citytarif), unabhängig von der Tageszeit. Die Einheit kostet wie bisher 20 Pfennig (Münzen oder 12-Mark-Telefonkarten) bzw. etwas mehr oder weniger bei Nutzung von Kreditkarten, 50-Mark-Telefonkarten, T-Card usw. Dadurch ergibt sich ein Minutenpreis von ca. 20 Pfennig für Ortsgespräche bzw. 40 Pfennig für Ferngespräche. Zum Vergleich: First Telecom, die sich auch von Telefonzellen nutzen lässt, berechnet 12 bis 19 Pfennig für Ferngespräche.

  13. Auch im Internet-Bereich bewegen sich die Preise: Nikoma verlangt seit Anfang März 6 Pfennig pro Minute rund um die Uhr. Gegenüber dem Februar-Preis (9 bzw. 5 Pfennig pro Minute) bedeutet das eine drastische Senkung tagsüber, aber eine geringe Erhöhung nachts. Der Preis ist bereits inklusive Einwahl. Weniger schön: In letzter Zeit häufen sich die Klagen von Nikoma-Kunden, die sich beschweren, dass E-Mail-Anfragen von Nikoma nur zögerlich oder gar nicht beantwortet werden.

  14. Auch o.tel.o senkt die Preise fürs Internet drastisch: Günstige 6 Pfennig pro Minute gibt es aber hier nur nachts von 22 bis 9 Uhr oder am Wochenende. Zur Geschäftszeit steigen die Kosten bis auf 11 Pfennig pro Minute.

  15. TelDaFax startet ab der Cebit (18. März 1999) ebenfalls mit einem Internet-Angebot. Es wird eine Anmeldung erforderlich sein. Der Preis: 9 Pfennig im Minutentakt. Die Einwahl erfolgt über eine 0800-Nummer, so dass man dieses Produkt problemlos auch von unterwegs (Hotelzimmer usw.) aus nutzen können sollte.

  16. Nach der Entscheidung zur Miete für die Teilnehmeranschlussleitung (teltarif berichtete) war die Regulierungsbehörde teilweise heftig unter Beschuss genommen worden. Der Kritikpunkt: Die Konkurrenten bezahlen mit DM 25,40 netto deutlich mehr Miete als Analoganschluss-Kunden der Telekom mit DM 21,39, obwohl letztere nicht nur die Anschlussleitung, sondern auch weiteren Service wie monatliche Rechnung, Telefonbuch, Telefonbucheintrag usw. erhalten. Jetzt sind auch zwei Klagen vor Gericht anhängig: Eine von Telepassport und eine von einer Gemeinschaft von Regionalanbietern (EWE Tel, HanseNet, ISIS, NetCologne, Tesion und VEW Telnet).

  17. Der Regionalanbieter Telelev bietet neben Pre-Selection ab sofort Call by Call mit Anmeldung in Leverkusen und Umgebung. Der Haken: Innerdeutsche Gespräche kosten bei Call by Call einen Pfennig extra pro Minute.

  18. KielNET hat einen Spezialtarif (9 Pfennig pro Minute) eingerichtet, der für Gespräche nach ganz Schleswig-Holstein gilt. Der Ferntarif bleibt mit 19 Pfennig pro Minute unverändert.

    Deutlich interessanter ist das Internet-Pauschalangebot, das ab April geplant ist. Für dieses ist zunächst ein ISDN-Anschluss bei KielNet (ab DM 39,- pro Monat) erforderlich. Gegen eine Pauschale von DM 29,90 kann man dann ohne Zeitbeschränkung surfen. Überträgt man mehr als 100 Megabyte, kommen aber pro angefangene 100 MB DM 19,90 hinzu. Zur Orientierung: Mit 100 MB kann man sich über tausend Webseiten anschauen, selbst dann, wenn diese relativ viele Graphiken beinhalten. Sind die Seiten kurz, sind es sogar noch mehr.

  19. Zur Aktion Gemeinschaftsklage gegen EPC haben sich bereits 200 Teilnehmer angemeldet. Allerdings haben noch nicht alle, die sich angemeldet haben, auch die notwendigen Unterlagen an uns geschickt. Wir werden daher in den nächsten Tagen per E-Mail Erinnerungen versenden, so dass wir spätestens nach der Cebit zum nächsten Schritt gehen können: Übergabe der Adressenliste an den Rechtsanwalt. Selbstverständlich ist es bis dahin weiterhin möglich, an der Aktion teilzunehmen!

  20. Die Preisänderungen der letzten Wochen belegen: Der Markt ist noch keineswegs zum Stillstand gekommen. Neben Supersparpreisen nachts (4 bis 5 Pfennig bei Mobilcom und Tele2) gibt es auch immer günstigere Angebote zur Geschäftszeit. Monat für Monat melden die Telefonfirmen wachsende Minutenzahlen. Hingegen ist die Konsolidierung, die Phase der Pleiten und Zusammenlegungen, die viele aufgrund des Preiskampfes der letzten Monate vorhergesagt haben, ist bis jetzt nicht eingetreten.

    Dennoch gibt es erste Opfer: Einige der oben angekündigten Tarifsenkungen waren wahrscheinlich erst für die Cebit oder noch später geplant, wurden aber anscheinend vorgezogen, um den Anschluss nicht zu verpassen. Und die Regionalanbieter, die sich vor allem auf Vollanschlüsse spezialisiert haben, ächzen unter der Entscheidung über die hohe Anschlussmiete. Aber auch hier gibt es Auswege: Pauschalangebote "ISDN-Anschluss + Internet" wie das von Kielnet (siehe oben) oder Netcologne finden mit Sicherheit ihre Kunden.

Weitere Informationen zu allen hier genannten Telefonfirmen, wie zum Beispiel die Internet-Adresse, Hotline-Nummer oder eine Tarifübersicht, finden Sie wie üblich auf http://www.teltarif.de/ .
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