Newsletter 4/99 vom 25.02.1999
Die Neuigkeiten im Telefonbereich bis zum 25.02.1999 - von teltarif.de für Sie zusammengefasst.
  1. epc-Betrugsfall: Sammelklage von teltarif läuft.
  2. Nachts 4 Pfennig pro Minute - ohne Anmeldung über Mobilcom.
  3. Mobilcom: Internet-Pauschaltarif "Tomorrow" abrupt eingestellt.
  4. Mobilcom: Internet rund um die Uhr für 6 Pfennig pro Minute.
  5. Telekom: Sammeln der Telefoneinheiten bei City-Plus möglich.
  6. Ferngespräche für 9 Pfennig zur Geschäftszeit über 01051 Telecom!
  7. Mox senkt Handy- und Auslandstarife.
  8. Komtel erweitert das Lizenzgebiet bis nach Hamburg und senkt die Preise.
  9. RSLCom bietet 0180- und 0800-Servicerufnummern.
  10. Tel-Econ: Handy-Karte 43 Pfennig/Minute sekundengenau.
  11. Poptel: Handy -> Festnetz für 29 Pfennig/Minute, Takt 30/6.
  12. Econophone: Günstige Pre-Paid-Karten.
  1. Seit gut einer Woche steht auf www.teltarif.de das Web-Formular bereit, über das man sich zur Sammelklage gegen epc Telekom anmelden kann. Bisher haben sich knapp hundert Geschädigte eingetragen. Von über der Hälfte der registrierten Personen sind auch bereits die Unterlagen (unter anderem eine Kopie des Kontoauszuges) eingegangen.

    Wir werden noch mindestens zwei Wochen abwarten, bevor wir zum nächsten Schritt gehen, der eigentlichen Klage. Bitte erzählen Sie auch Bekannten oder Kollegen von der Möglichkeit der Klage gegen epc, so dass ein möglichst großer Betrag zusammenkommt, der eingefordert werden kann.

    Wie bereits berichtet, hatte epc letztes Jahr günstige Telefonkarten beworben. Eine unbekannte Zahl von Kunden überwies Geld, bekam aber nie die Karten.

  2. Mobilcom streicht die Pflicht, sich für den Tarif "Call by Call 4" anzumelden. Ab heute kann man über die 01019 im offenen Call by Call für 8 Pfennig pro Minute (zwischen 19 und 22 Uhr) bzw. 4 Pfennig (zwischen 22 und 7 Uhr) telefonieren. Das bisherige Angebot der "freien Minute" entfällt aber ersatzlos.

    Unklar ist, warum Mobilcom diese Änderung so abrupt durchführt. Der Pressesprecher war leider nicht zu erreichen. Es könnte sein, dass Mobilcom von einem Konkurrenten dazu gezwungen wurde, nachdem Mobilcom in einer Anzeigenkampagne groß den 8- bzw. 4-Pfennig-Preis herausgestellt hat, aber sehr, sehr undeutlich dazugeschrieben hat, dass man sich für dieses Produkt anmelden muss. Es könnte aber auch sein, dass die Freiminute von zu vielen Kunden ausgenutzt wurde. Oder es haben sich einfach zu viele Kunden für "Call by Call 4" angemeldet und man wollte endlich den Verwaltungsaufwand wieder loswerden.

    Egal, wie der Grund lautet: Wer bisher die Freiminute für kostenlose Faxe genutzt hat, dürfte sich ärgern. Wer hingegen nachts endlose Gespräche mit der Freundin führt, profitiert davon, sich nicht mehr anmelden zu müssen.

  3. Der Internet-Pauschaltarif "Tomorrow" von Mobilcom ist letzten Freitag ersatzlos gestrichen worden. Angeblicher Grund für das Aus: Der Berliner Verbraucherschutzverein hat Mobilcom abgemahnt, dass bestimmte Klauseln in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) zu diesem Angebot wettbewerbswidrig sind. Unter anderem hieß es dort, dass die Zahl der Einwahlknoten beschränkt sei und eine Einwahl nicht garantiert werden könne. Mobilcom erklärte dazu, eine Streichung bzw. Änderung dieser Regelung sei nicht möglich.

    Wahrscheinlicher ist, dass Mobilcom diese Regelung gar nicht ändern wollte. Gerüchten zufolge hat Mobilcom mit dem Tomorrow-Angebot erhebliche Verluste eingefahren, da sehr viele Nutzer stundenlang online blieben. Da kommt die Abmahnung als Vorwand für die Einstellung gerade recht. Die umstrittenen Klauseln hätte man vermutlich korrigieren können, indem man eine Prozentzahl angibt, wie gut bzw. schlecht der Zugang erreichbar sein soll. In diesem Fall kann dann jeder Nutzer anhand der Vertragsbedingungen selber beurteilen, ob er das Billigangebot annehmen will oder nicht.

    Auf jeden Fall ist jetzt erstmal jeder sauer auf jeden: Die Zeitschrift "Tomorrow", die dem Produkt ihren Namen gab und es kräftig promotete, klagt gerichtlich gegen Mobilcom: Diese zogen den Stecker gerade zu dem Zeitpunkt, als Tomorrow begann, ein neues Heft auszuliefern, in dem wiederum Werbung für das Pauschalangebot gemacht wird. Die Surfer sind hingegen sauer auf den Verbraucherschutzverein, der Mobilcom abgemahnt hat: Eine Reihe von Internet-Hackern ist auf die Site des Verbraucherschutzes Berlin losgegangen und hat diese mit unützen Dateien übersät.

    Es ist festzustellen, dass die fristlose Kündigung von Mobilcom so nicht möglich ist. Wer unzulässige Klauseln verwendet darf daraus nicht noch einen Vorteil ziehen, indem er den Vertrag zu einem beliebigen Zeitpunkt beendet! Kunden, die bisher über den Tomorrow-Tarif gesurft haben, könnten daher in den nächsten Monaten sich einen anderen Internet-Provider suchen. Der Teil der Internet-Rechnung, der über DM 77,- hinausgeht, kann bei Mobilcom als Schadenersatz geltend gemacht werden. Dieses gilt bis zu dem Zeitpunkt, zu dem Mobilcom den Vertrag regulär hätte kündigen können. Daher empfiehlt es sich, einen kurzen Brief an Mobilcom zu schreiben, dass man sich mit der fristlosen Kündigung und Einstellung des Dienstes nicht abfindet und auf Erfüllung des Vertrages besteht. Im nächsten Schritt sollte dann ein einzelner betroffener Nutzer einen Musterprozess gegen Mobilcom führen. Verliert Mobilcom diesen, ist der Weg frei für Abfindungen für alle Tomorrow-User. Teltarif wird weiter berichten.

  4. Auch nach den Negativ-Erfahrungen mit dem Pauschaltarif bleibt Mobilcom im Internet-Geschäft. Ab sofort kann man sich für 6 Pfennig pro Minute über die Zugangsnummer 01019/01929 ins Netz einwählen. Damit ist Mobilcom tagsüber günstiger als die Einwahl per Ortsgespräch bei einem konventionellen Provider! Es gilt der Minutentakt.

  5. Eine weitere Möglichkeit der günstigen Einwahl ins Internet ist der City-Plus-Tarif der Deutschen Telekom. Bei diesem kauft man 400, 600 oder 800 Einheiten zu je 90 Sekunden für einen Monat im Voraus und kann diese dann mit bis zu fünf registrierten Nummern im City-Bereich abtelefonieren. Bisher verfielen jedoch nicht verbrauchte City-Plus-Einheiten jeweils am Monatsende. Hier bessert die Telekom jetzt nach: In den nächsten Wochen werden alle Kunden auf ein neues Abrechnungssystem umgestellt, dass es erlaubt, unverbrauchte Einheiten von einem in den nächsten Abrechnungszeitraum zu übertragen. Allerdings kann höchstens das Doppelte des Monatskontingents verschoben werden. Darüberhinausgehende Einheiten verfallen weiterhin.

    Der andere Nachteil von City Plus wurde aber nicht beseitigt: Schießt man über das Kontingent heraus, bezahlt man wieder den vollen Preis für alle weiteren Einheiten!

  6. Der Newcomer 01051 Telecom startet mit einem Preisbrecher: Bundesweite Ferngespräche für 9 Pfennig pro Minute im Minutentakt! Dieser Tarif gilt auch zur Geschäftszeit, wo viele andere Firmen noch das Doppelte berechnen. Der Dumpingpreis soll dadurch möglich sein, dass man systematisch die Kosten reduziert, z.B. mit einem sehr kleinem Team arbeitet. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Das Produkt soll zur Zeit in 51% von Deutschland verfügbar sein, ein zügiger Ausbau auf ganz Deutschland ist geplant.

  7. Mox drückt ebenfalls die Preise. Telefonate zum Handy kosten ab 1. März 49,9 Pfennig pro Minute. Auch viele Länder sind günstiger erreichbar, z.B. Großbritannien und die USA für 25,9 Pfennig pro Minute. Die Türkei kostet über Mox 65,9 Pfennig pro Minute, das ist der Spitzenplatz in der Tarifdatenbank. Besonders erfreulich: Mox Telecom bleibt dem kundenfreundlichen Sekundentakt treu.

  8. Der Regionalanbieter Komtel legt zu: Statt nur in Flensburg und Umgebung wird man künftig in ganz Schleswig-Holstein und Hamburg aktiv sein. Ab 1. März kosten Telefonate in die nördlichen Bundesländer (Bremen, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen und Schleswig-Holstein) nur mehr 15 Pfennig pro Minute (Hauptzeit) bzw. 10 Pfennig (Nebenzeit). Kunden am Komtel-Netz bezahlen 6 bzw. 3 Pfennig pro Minute für Ortsgespräche sowie für den Internetzugang. Telefonate in den Nachbarort kosten 8 bzw. 5 Pfennig pro Minute. Es wird sekundengenau abgerechnet, wobei immer auf volle Pfennige aufgerundet wird.

    Mit diesem Schritt baut Komtel seine Stellung als preisgünstiger und kompetenter Anbieter weiter aus.

  9. Die RSLCom hat ab sofort neben 0800- auch 0180X-Servicerufnummern im Angebot. Der Preis beträgt zur Hauptzeit 9 bis 21 Uhr 26,7 Pfennig pro Minute bzw. 16,2 Pfennig sonst. RSL liegt damit preislich mit an der Spitze. Zur Geschäftszeit ist Mox mit 21,9 Pfennig pro Minute knapp 20% günstiger als RSL. Zur Nebenzeit führt hingegen RSL um fast 30% vor Mox.

  10. In den letzten Wochen hat sich auch bei den Telefonkarten einiges getan. Bei Tel*Econ kostet Handy->Festnetz nur noch 43 Pfennig pro Minute. Es wird sekundengenau abgerechnet. Wer noch das Produkt mit 49 Pfennig pro Minute und 30/30-Takt nutzt, muss die Karte umtauschen, da der Carrier gewechselt hat. Auch Auslandsgespräche sind teilweise sehr günstig: Im Falle von Brasilien und Ecuador steht die Karte mit DM 1,01 bzw. DM 1,08 pro Minute jeweils an der Spitze der Tarifdatenbank.

  11. Auch Poptel hat die Preise gesenkt. Bis zum 31. März läuft eine Sonderaktion: Handy -> Festnetz für 29 Pfennig/Minute, Festnetz -> Handy für 39 Pfennig. Poptel ist ein Pionier der Internet-Telefonie. Um Störungen zu vermeiden, werden aber nur eigens angemietete Leitungen verwendet.

  12. Von Econophone sind die vorausbezahlten Telefonkarten auf teltarif nachgetragen worden. Diese werden bereits seit 1997 angeboten. China kostet 99 Pfennig pro Minute, Thailand DM 1,11 oder Nigeria DM 1,40. Es gilt der Minutentakt.
Weitere Informationen zu allen hier genannten Telefonfirmen, wie zum Beispiel die Internet-Adresse, Hotline-Nummer oder eine Tarifübersicht, finden Sie wie üblich auf http://www.teltarif.de/ .
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