Newsletter 01/99 vom 14.01.1999
Die Neuigkeiten im Telefonbereich bis zum 14.01.1999 - von teltarif.de für Sie zusammengefasst.
  1. Nikoma: Aggressive Preissenkung.
  2. Nikoma: Aggressives Kundenumschalten.
  3. Mobilcom: Viele Ankündigungen - und viele leere Versprechen.
  4. Arcor: Versteckte Preiserhöhung für bestimmte Länder.
  5. First Telecom senkt die Auslandspreise zum 1. Februar 1999.
  6. Mundophone (bisher Interphone) plant echte kostenlose Ortsgespräche.
  7. o.tel.o schiebt eine Zwischenpreissenkung ein.
  8. Poptel (Internet-Telefonkarten) in die Datenbank aufgenommen.
  1. Nikoma behauptet seine Stellung als Preisbrecher und bietet seit Anfang Januar Ferngespräche für 15 Pfennig pro Minute zur Geschäftszeit an. Allerdings gilt der Minutentakt. Gegen 12% Aufpreis wird sekundengenau abgerechnet. Dadurch ergibt sich ein Minutenpreis von 16,8 Pfennig pro Minute. Bewohner des City-Bereichs der Städte Berlin, Düsseldorf, Frankfurt, Hamburg, Hannover, München, Nürnberg, Stuttgart bekommen darüberhinaus einen City-Tarif von 8 Pfennig pro Minute für Telefonate in benachbarte Orte. Nur im Januar 1999 telefonieren diese "NikoCity"-Kunden sogar für nur 12 Pfennig pro Minute zur Hauptzeit. Nikoma bietet auch noch einen Nacht- und Wochenendtarif, der jedoch deutlich teurer ist als bei vielen Konkurrenten.

    Die Auslandstarife wurden komplett überarbeitet und teilweise deutlich gesenkt. Die Highlights sind Großbritannien für 26 Pfennig pro Minute sowie Frankreich, Österreich und die USA für 28 Pfennig. Japan kostet 50 Pfennig pro Minute. Auch hier ist sekundengenaue Abrechnung gegen 12% Aufpreis möglich - beispielsweise steigt dadurch der Tarif für Großbritannien auf 29 Pfennig. In den meisten Fällen ist die sekundengenaue Abrechnung trotz Aufpreis die bessere Alternative - beim Minutentakt verschenkt man jedesmal ungenutzte Sekunden am Gesprächsende.

    Schließlich gibt es auch ein Internet-Angebot von Nikoma: 10 Pfennig pro Minute decken sowohl die Kosten für Einwahl als auch für den Zugang selber ab.

  2. Für Wirbel hat Nikomas Wechsel des Providers gesorgt. Statt wie bisher über COLT Telecom 01028 werden neue Kunden über Star Telecom 01098 aktiviert. Anscheinend bietet Star zur Zeit die besseren Konditionen.

    Die günstigen neuen Tarife von Nikoma können nur über die 01098 genutzt werden. Daher hat Nikoma seinen Bestandskunden eine E-Mail geschrieben und diese gebeten, sich kurz umzumelden. Nachdem nur wenige darauf reagierten, meldete Nikoma kurzerhand alle 01028-COLT-Kunden auch bei Star Telecom 01098 an.

    Diese zusätzliche Freischaltung führt aber zu Problemen, denn unter anderem arbeiten Mox Telecom und C@llas bereits seit einiger Zeit mit Star Telecom 01098 zusammen. Wer sich in 1998 bei Mox und Nikoma angemeldet hat, hat nun zwei Freischaltungen bei 01098 - eine durch Mox und eine durch Nikoma. Es ist dann mehr oder weniger Zufall, von wem man letztendlich die Rechnung bekommt, oder ob man sogar zwei Rechnungen erhält. Nach Auskunft von Star wird allerdings in der Regel nur die erste Anmeldung berücksichtigt. In diesem Fall würden also Mox-Kunden bei Mox bleiben und die Nikoma-Zweitanmeldung scheitern. Trotzdem empfiehlt es sich, bei Bedarf ein Telefax oder einen Brief an Nikoma zu schicken und der 01098-Aktivierung zu widersprechen.

    Oft tauchen Mox und Nikoma direkt hintereinander in den Ergebnissen der Tarifdatenbank auf. In diesem Fall wird unter den Tabellen ein Hinweis ausgedruckt, dass diese beiden Firmen nicht gleichzeitig genutzt werden können. Anschließend kann man einen der beiden Tarife wählen und sich eine bereinigte Tabelle anzeigen lassen. Es ist also kein Fehler der Tarifdatenbank, wenn bei beiden Firmen dieselbe Einwahlnummer genannt wird.

  3. Mobilcom 01019 hat in letzter Zeit viele Produkte angekündigt - und wenige davon wahrgemacht. Hieß es in 1998, man denke über kostenlose Ortsgespräche nach, heißt es in 1999, man werde kostenlose Ortsgespräche zwischen Mobilcom-Anschlüssen einführen. Alle anderen Ortsgespräche kosten 9,5 Pfennig pro Minute - das ist bis zu dreimal teurer als bei der Deutschen Telekom!

    Für das Internet-Angebot von Mobilcom wurde im November ein Preis von 9,5 Pfennig pro Minute genannt. Im Dezember, als es dann soweit war, wurde die Aussage ebenfalls ergänzt: "9,5 Pfennig pro Minute für Pre-Select-Kunden." Alle anderen zahlen 19 Pfennig pro Minute - eine Preissteigerung um den Faktor zwei.

    Letztes Wochenende kündigte Mobilcom-Chef Schmid in einem Interview Call by Call fürs Handy zu günstigen Tarifen an. Das einzige Problem: Vize-Regulierer Björnsen blockiert hartnäckig die Deregulierung des Mobilfunkbereichs. Da helfen auch Möchtegern-Angebote von Mobilcom nichts.

    Tatsächlich realisiert wurde das Internet-Pauschalangebot: Für DM 77,- in der Nebenzeit (werktags 19 bis 7 Uhr und am Wochenende ganztags) so viel surfen, wie man will. Diverse Nutzer klagten aber über eine Anmeldeprozedur, die anfangs gar nicht und später nur quälend langsam funktionierte. Da die Anmeldung nur möglich ist, während man über Mobilcom eingewählt ist, mußten die Nutzer für ihre diversen Versuche den vollen Internet-Tarif von Mobilcom mit 19 Pfennig pro Minute bezahlen. Angemeldete Benutzer klagen hingegen über langsame Leitungen. Immerhin: Die zusätzlichen Wartezeiten durch den langsamen Datentransfer kosten in diesem Fall nichts.

    Es wird Zeit, dass Mobilcom in Zukunft statt vielen Versprechungen in vielen Interviews wieder gute Produkte anbietet. Das Hauptprodukt - Mobilcom Call by Call 01019 - ist zur Zeit nicht empfehlenswert. Wer noch Bekannte oder Verwandte kennt, die 01019 wählen, sollte diese jetzt davon überzeugen, es in Zukunft mit TelDaFax 01030, Arcor 01070, Viatel 01079 oder Viag Interkom 01090 zu probieren. Alle genannten Konkurrenten sind nämlich billiger.

  4. Auch Arcor 01070 fällt negativ auf: Bei der Tarifreform am 1. Januar 1999 wurden die Auslandszonen neu geordnet, ohne, dass dieses in den einschlägigen Pressemitteilungen erwähnt worden wäre. Die Mittelmeeranrainerstaaten Ägypten, Jordanien, Libanon und Syrien sind von "Übriges Europa" nach "Welt 3" umgesetzt worden - eine Preiserhöhung um den Faktor 2,7!

  5. Hingegen wird First Telecom diverse internationale Preise zum 1. Februar 1999 senken. Belgien, England, Frankreich, Italien, Kanada, Niederlande und die USA sollen künftig 35 Pfennig pro Minute kosten. First Telecom bleibt auch in Zukunft bei der sekundengenauen Abrechnung. Die Tarifsenkung ist ausnahmsweise noch nicht in die Tarifdatenbank von www.teltarif.de eingearbeitet, da noch nicht die kompletten Unterlagen vorliegen.

  6. Mundophone (früher Interphone, Internet-Homepage: http://www.interphone.de/) plant, ab 1. März kostenlose Ortsgespräche anzubieten. Außerhalb des Ortsnetzes schlägt aber sofort ein Ferntarif von 18 Pfennig pro Minute zu. Die Frage, in welchen Städten man beginnen werde, beantwortete man damit, dass der Dienst flächendeckend geplant sei. Das ist ein gewaltiges Vorhaben. Allerdings steht Worldcom, eine der größten Telefonfirmen weltweit, hinter Mundophone. Sobald alle Daten vorliegen, wird Mundophone auf teltarif nachgetragen werden.

  7. o.tel.o 01011 führt seine Tarifreform erst am 1. Februar 1999 durch. Offenbar hatte man nicht erwartet, dass die wichtigsten Konkurrenten bereits zum 1. Januar ihre Preise senken. Jetzt hat o.tel.o nachgebessert und Tarife für den Januar veröffentlicht, die zwischen den 1998er-Preisen und den ab Februar gültigen 1999er-Preisen liegen.

  8. Ein Neuzugang auf teltarif: Poptel bietet bereits seit einiger Zeit seine Telefonkarten an. Für Auslandsgespräche wird das Internet-Protokoll verwendet. Poptel hat inzwischen Niederlassungen in mehreren Ländern gegründet. Allerdings sind die Auslandsspezialisten wie First Telecom, Interoute, Komtel oder Nikoma oft günstiger als Poptel - und das mit konventioneller Telefonie.
Weitere Informationen zu allen hier genannten Telefonfirmen, wie zum Beispiel die Internet-Adresse, Hotline-Nummer oder eine Tarifübersicht, finden Sie auf http://www.teltarif.de/ .
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