Newsletter 21/98 vom 23.10.1998
Die Neuigkeiten im Telefonbereich bis zum 23.10.1998 - von teltarif.de für Sie zusammengefasst.
- Talkline: 9 Pfennig die Minute
nach 21 Uhr.
- Mobilcom schaltet irreführende Werbung.
- Auch Interoute wirbt mit
undurchsichtigen Tarifen.
- Skandal um EPC Telecom.
- Veraltete Pager zum Sonderpreis.
- Tarife für Verbindungen zum E2-Netz aufgenommen.
- Tarifsenkung bei VEW Telnet zum
1. November 1998.
- Spezialangebot bei
Hutchison: Eine Stunde
Ferngespräch für 99 Pfennig.
- Tarifsenkung Viatel für Ausland.
- Senkung der Auslandstarife bei Netcologne.
- UPX auf teltarif nachgetragen.
- Dokom (Regionalanbieter für Dortmund) neu
auf www.teltarif.de.
- Redwing neu aufgenommen.
- TeleLev aus Leverkusen neu im Programm.
- In eigener Sache: Tariftabellen.
- Internetstreik für den 1. November geplant.
- Die Top-News kommt diesmal von
Talkline: Über die Netzvorwahl
01050 können seit 15. Oktober Ferngespräche für 9 Pfennig
pro Minute geführt werden. Dieser günstige Tarif gilt
aber nur zwischen 21 und 9 Uhr. Abgerechnet wird im
Minutentakt. Werktags zwischen 9 und 18 Uhr steigen
die Kosten auf 44 Pfennig pro Minute, dafür sinkt die
Taktzeit auf 10 Sekunden. Zu allen übrigen Zeiten werden
22 Pfennig berechnet, ebenfalls im 10-Sekunden-Takt.
Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Im Gegenteil, eine
Anmeldung ist sogar hinderlich: Wer bereits Talkline-Kunde
ist, telefoniert vorerst zu den alten Konditionen weiter, kann
also das 9-Pfennig-Superangebot nicht nutzen. In absehbarer
Zeit will Talkline die Altkunden informieren, die sich dann
entscheiden können, welcher Tarif in Zukunft gelten soll.
- Mobilcom war immer schon einer der
aggressiveren Konkurrenten der Deutschen
Telekom. Der neueste Coup: Eine Anzeigenkampagne in
Printmedien und im Fernsehen, die vollkommen im Telekom-Stil
gehalten ist, aber für die Mobilkom-Netzvorwahl 01019 wirbt:
"Telefonieren mit der Telekom ist gar nicht so teuer; wählen Sie
einfach 01019 vor jedem Ferngespräch". Prompt reagierte die
Telekom mit einer Klage. Unabhängig davon, wie der Rechtsstreit
ausgeht, eins ist gewiss: Mobilcom kann abermals Pluspunkte beim
Bekanntheitsgrad für sich verbuchen.
- Weil wir schon beim Thema Werbung sind:
Interoute wirbt bei seiner neuen
Karte "V.I.P. card 66" mit 10 Pfennig pro Minute für
Telefonate ins Festnetz bei sekundengenauer Abrechnung, siehe
zum Beispiel die Tabelle, die auf folgender URL im Internet
steht:
http://www.interoute.de/m_tar_v.htm
Erst unter der Tabelle, die viele, viele Länder aufzählt,
steht der Satz, dass die Einwahl 10 Pfennig alle 30 Sekunden
kostet. Statt 10 Pfennig pro Minute kommt man also auf 30.
Ein weiterer Malus ist das Verfahren: "V.I.P." steht für
"Voice over IP". Es handelt sich also um Internet-Telefonie.
Wenn aber nicht eigene, dedizierte Internetleitungen für die
Sprachübertragung verwendet werden, ist die Gefahr groß, dass
es zu störenden Verzögerungen oder gar Aussetzern kommt.
- Noch dreister war allem Anschein nach die Werbung von
EPC Telecom. In Zeitungsanzeigen
wurden sehr günstige Gespräche für 19 bis 29 Pfennige von
jedem Netz in jedes Netz angepriesen. Um eine der günstigen
Calling Cards zu erwerben, sollten mindestens DM 100,-
auf das Konto von epc überwiesen werden. Per E-Mail haben
uns viele Kunden berichtet, tatsächlich DM 100,-
bezahlt zu haben. Wir haben jedoch keinen einzigen Bericht
von einem Kunden erhalten, der tatsächlich telefonieren kann
oder dem zumindest die Einwahlnummer mitgeteilt worden wäre,
obwohl der geplante Netzstart vom 15. Oktober bereits
verstrichen ist. Viele Kunden beklagen sich hingegen darüber,
dass ihre Beschwerde-E-Mails an epc unbeantwortet bleiben.
Die Hotline-Nummern von epc sind abgeklemmt oder dauerbesetzt,
das Konto ist von der Staatsanwaltschaft beschlagnahmt und von
dem oder den Verantwortlichen fehlt zur Zeit jede Spur.
Wir haben auf teltarif erstmals am 30. September 1998 vor epc
gewarnt, da uns die Tarife zu billig vorkamen. Noch am selben
Tag ging ein Telefax von epc ein, in dem wir aufgefordert wurden,
eine Gegendarstellung zu veröffentlichen, wenn wir weitere
rechtliche Schritte vermeiden wollen. Wir kamen der Aufforderung
nach, begannen aber gleichzeitig eine intensive Recherche, deren
Ergebnisse regelmäßig auf der Epc-Seite
veröffentlicht wurden. Am auffälligsten waren die Widersprüche
darüber, wer epc überhaupt ist. Nach eigenen Angaben hatte
epc in 1997 über 200 Millionen US-$ investiert. In Realität
war die Firma "epc telecom corp." erst vor ca. einem Monat in
Florida eingetragen worden. Das Gründungskapital bestand aus
7500 Aktien mit einem Wert von nominell je 1 Dollar.
Eine zeitlang war die Firma Tele Line Services als
Wiederverkäufer von epc tätig, die dazu den eigenen Produktnamen
Tel*Econ wählte. Am Dienstag,
den 13. Oktober 1998 hat Tele Line Services den Verkauf von
Tel*Econ eingestellt, nachdem Zweifel an der Zuverlässigkeit
von epc bzw. dem Verantwortlichen Herrn Berg aufgekommen waren.
Tele Line erstattet die einbezahlten Beträge zurück.
Wer direkt auf das epc-Konto bezahlt hat, sollte sich in
der nächsten Zeit bei der zuständigen Staatsanwaltschaft als
Geschädigter melden:
Staatsanwaltschaft 1 beim Landgericht
10548 Berlin
Sachbearbeiterin: Frau Michaele Blume
Aktenzeichen: 57JS2788-98
- Ebenfalls fragwürdig ist es, wenn zur Zeit
Pager für die Funkrufdienste Quix und
TelMi zum Sonderpreis verkauft werden. In beiden Fällen hat
nämlich die Betreibergesellschaft angekündigt, den Dienst auf
Grund von Unrentabilität demnächst einzustellen.
- Nach all den Negativnachrichten nun zu den positiven Dingen:
Seit kurzem können in der Tarifdatenbank auf www.teltarif.de
auch die Preise für Verbindungen zum neuen E2-Netz der Viag
Interkom abgefragt werden. Eine Umfrage unter den Telefonfirmen
hat ergeben, dass in der Regel Telefonate zum E2-Netz gleich
teuer sind wie Telefonate zum D2-Netz. Lediglich EWE Tel hat
das E2-Netz etwas teurer als D2 eingestuft.
- VEW Telnet plant zum
1. November 1998 eine grundlegende Tarifreform.
Der alte Takttarif wird durch "sekundengenaue Abrechnung
ab der ersten Minute" ersetzt. Ob das bedeutet, dass
immer mindestens eine Minute abgerechnet wird, oder ob
echt sekundengenau getaktet wird, ist noch nicht ganz klar.
Telefonate innerhalb von Nordrhein-Westfalen kosten zukünftig
nur noch 15 Pfennig pro Minute zur Geschäftszeit und
10 Pfennig sonst. Mit diesem Tarif belegt VEW Telnet
von 9 bis 21 Uhr durchgehend den vordersten Platz in
der Tarifdatenbank bei einer
Abfrage von Region-50-Tarifen. Teilweise lassen sich über die
NRW-Zone von VEW Telnet sogar Gespräche führen, die anderswo als
Ferngespräche berechnet werden. Andererseits werden Gespräche,
die aus Nordrhein-Westfalen herausgehen, in der Regel bei VEW
zum Ferntarif berechnet, während bei anderen Telefonfirmen
unter Umständen der Region-50-Tarif zum Zuge kommt.
- Eine alte Nachricht, die bisher noch nicht den Weg in einen
Newsletter gefunden hatte: Hutchison
bietet seinen Privatkunden einen Spezialtarif, bei dem diese
am Wochenende zwischen 21 und 22 Uhr genau 99 Pfennig
für ein Gespräch bezahlen - egal, wie lange dieses dauert.
- Bereits im letzten Newsletter war die Tarifsenkung von
Viatel 01079 für innerdeutsche
Ferngespräche erwähnt worden. Damals war uns aber entgangen,
dass gleichzeitig die Kosten für internationale Ferngespräche
in der Nebenzeit teilweise deutlich gesenkt worden sind.
Daher holen wir die Meldung hiermit nach.
- Netcologne hat zum 1. Oktober seine
Auslandstarife teilweise drastisch gesenkt. Trotzdem bleibt
Netcologne bei Ferngesprächen vergleichsweise teuer.
- Neu auf teltarif ist der Anbieter UPX.
Es werden zwei Tarife geboten, einer für Kunden, die hauptsächlich
innerdeutsche Ferngespräche führen, einer für Kunden, die viel
international oder zum Mobilfunk telefonieren. Leider ist
Pre-Selection Pflicht.
- In Dortmund bietet die Dokom seit
kurzem Festnetztelefonie an. Die Ersparnis ist mit 14% im
Vergleich zur Deutschen Telekom eher gering. Günstig ist aber
das Angebot zur Internet-Einwahl: Hier berechnet die Dokom
pro Einheit 42% weniger als die Telekom bei einem Ortsgespräch,
obwohl die Takteinheiten gleich lang dauern.
- Neu am Markt ist auch Redwing, die
ihr Pre-Select-Produkt im
Multi-Level-Marketing bzw. Strukturvertrieb an den Kunden bringen
wollen. Die Tarife sind in Ordnung. Wer allerdings unter
DM 100,- Umsatz bleibt, bezahlt DM 8,- Rechnungsgebühr.
Die Pre-Selection-Gebühr der Telekom wird nicht übernommen.
- In Leverkusen, den daran angrenzenden Städten und in Dortmund
ist TeleLev seit kurzem als
Telefondienstleister tätig. Von Köln ist aber nur der
rechtsrheinische Teil der Stadt direkt am Netz. Gespräche
innerhalb des Lizenzgebietes oder in die direkt angrenzenden Gemeinden und Städte sind in den meisten Zeitzonen günstiger als
Ortsgespräche bei der Deutschen Telekom.
Darüberhinaus rechnet TeleLev sekundengenau ab. Leider wird zur
Zeit nur Pre-Selection angeboten.
- Wir werden immer wieder gebeten, im Newsletter Tariftabellen
mitzuveröffentlichen. Schließlich würde es eine ganze Menge an
Telekom-Einheiten kosten, die aktuellen Tabellen immer wieder in
der Tarifdatenbank von www.teltarif.de nachzuschlagen.
Grundsätzlich verstehen wir diese Anregung. Leider gibt
es aber nicht die "Universaltabelle". Der eine interessiert
sich für Ferngespräche, jemand anderes für die Region 50 oder
für Telfonate zum Mobilfunk. Wenn wir nun den Newsletter um
Tabellen erweitern, bewirken wir, dass alle Empfänger alle
Tabellen bekommen, selbst, wenn sie diese gar nicht benötigen.
- Der geplante Internet-Streik war bereits Bestandteil des letzten Newsletters. Daher hier nur
zur Erinnerung: Die Streiker fordern dazu auf, am 1. November
auf das Internet zu verzichten, um Druck auf die
Telefonanbieter zu machen, dass endlich die Kosten für die
Telefonate für die Einwahl gesenkt werden.
Sie können diesen Newsletter auch abonnieren.
Sie erhalten dann regelmäßig eine exemplarische Aufstellung
aller Neuigkeiten auf diesen Web-Seiten. Tippen Sie dazu Ihre
E-Mail-Adresse in untenstehendes Feld und klicken Sie dann auf den
Knopf "Abo bestellen". Dieser Service ist für Sie kostenlos.
Unmittelbar nach dem Bestellen wird eine Willkommensmail an Sie
geschickt. Heben Sie diese bitte auf, da sich darin auch die
Information befindet, wie Sie Ihr Abo wieder beenden. Ihre Adresse
wird von uns nur für den Versand dieses Newsletters verwendet und
nicht weitergegeben.
|
 |
Newsletter
2013
2012
2011
2010
2009
2008
2007
2006
2005
2004
2003
2002
2001
2000
1999
1998
Alle Newsletter in der Übersicht
|