- Call by Call im Ortsnetz: Wird es wirklich billiger?
Die Bild-Zeitung meldete vorgestern, dass im Ortsnetz ein
Preisrutsch bevorsteht. Bis zu 75% solle es günstiger
werden. Diese Meldung darf jedoch in den Bereich der Fabel
beziehungsweise Sensationslust verwiesen werden. Denn erstens
ist nicht klar, bei wie vielen Anbietern Call-by-Call im
Ortsnetz überhaupt funktionieren wird, und zweitens gibt es
durchaus Fälle, bei denen man mit Call-by-Call im Ortsnetz
kräftig draufzahlt.
Das erste Problem ist das Gesetz selber, auf das man sich
im Vermittlungsausschuss geeinigt hat: Es schreibt vor,
dass nur solche Alternativ-Anbieter Ortsgespräche anbieten
dürfen, die in der jeweiligen Stadt oder in deren unmittelbaren
Nähe eine Netzzusammenschaltung mit der Deutschen Telekom
betreiben. Eine solche ist in den Großstädten wie Hamburg
oder Berlin in der Regel vorhanden. Bei kleineren Städten
wie Leipzig oder Kassel wird es hingegen schon problematisch.
Die Folge: Viele Call-by-Call-Anbieter werden Ortsgespräche
nicht flächendeckend anbieten können. In großen Städten wird
es somit mindestens 10 bis 15 Anbieter für Ortsgespräche geben,
in kleinen Städten aber vielleicht nur drei oder vier. Wer in
der falschen Stadt die falsche Vorwahl wählt, kommt dann nicht
durch, oder das Gespräch wird doch wieder über die Deutsche
Telekom vermittelt.
Die Deutsche Telekom wird darüber hinaus versuchen,
das Gesetz so weit wie möglich zu ihren Gunsten auszulegen.
Die Folge könnte sein, dass alternativen Anbietern die
Zuführung von Ortsgesprächen erst einmal komplett verwehrt wird.
Dann muss die Regulierungsbehörde eine
formelle Zusammenschaltungsanordnung erlassen, die anschließend
in fast schon gewohnter Manier von den Gerichten überprüft
werden muss, wenn die Telekom klagt. Bis Rechtssicherheit
herrscht und alle alternativen Anbieter auch Ortsnetz-Zugang
haben, sind dann ein bis zwei Jahre vergangen.
Einige Anbieter werden zusätzlich investieren müssen, um
die Gesetzesauflagen zu erfüllen. Solche Kosten werden in
der Regel auf den Endkunden umgelegt. Die paradoxe Folge:
Ortsgespräche könnten sogar teurer angeboten werden, als
Ferngespräche oder Telefonate in benachbarte Länder.
Aber auch sonst ist der große Preisrutsch nicht zu erwarten.
Über 0190-0 werden bereits seit etwa einem Jahr Ortsgespräche
angeboten. Zwar verlangt der günstigste Anbieter zur Zeit
nur 1,5 Cent pro Minute in der Nebenzeit, doch handelt
es sich um ein befristetes Sonderangebot. Hinzu kommt,
dass gerade die günstigsten Anbieter oft die Ansage mit den
"Leitungsüberlastungen" haben, und man dann doch auf teurere
Firmen ausweichen muss. Damit bewegt man sich dann aber im
Bereich zwischen 2 und 3 Cent pro Minute.
Die Deutsche Telekom verlangt im Ortsbereich in der
günstigsten Zeit hingegen nur 1,5 Cent pro Minute, und
das ohne Verfügbarkeitsprobleme. Wer
also zur Nebenzeit Call-by-Call für Ortsgespräche verwendet,
riskiert, deutlich draufzuzahlen. Einziger Nachteil der
Telekom: Wegen der Abrechnung in 6-Cent-Einheiten
zahlt man während der günstigen Zeit ab 21 Uhr immer
für mindestens 4 Minuten - auch dann, wenn man nur wenige Sekunden
telefoniert.
Damit sind die Alternativ-Carrier, die ohne
Verbindungsentgelt im Minutentakt abrechnen, in der Nebenzeit bei
kurzen Gesprächen günstiger, bei langen hingegen teurer als die
Deutsche Telekom. Viel Geld lässt sich so nicht sparen, denn
man wird immer wieder mal den falschen Anbieter erwischen.
Zur Hauptzeit sieht die Rechnung etwas anders aus, hier kann
man auch bei langen Gesprächen ca. 1 Cent bis maximal
2 Cent pro Minute sparen. Doch wer optimal sparen will,
muss sich
immer wieder neu über die günstigsten Angebote orientieren,
und so manche "Leitungsüberlastung" in Kauf zu nehmen. Da für
Geschäftskunden die Formel "Zeit = Geld" gilt, werden diese sich
genau überlegen, ob sich der Einsatz der Sparvorwahlen im
Ortsbereich lohnt.
- Tele2: Ab Oktober wieder ohne Einwahlentgelt, aber generell im Minutentakt
Zwiespältige Neuigkeiten gibt es bei Tele2.
Dieser Anbieter wird zum 1. Oktober die
Einwahlentgelte abschaffen und die Gesprächspreise für das
angemeldete
Call by Call leicht senken.
In der Hauptzeit (Montag bis Freitag 7 bis 19 Uhr) kosten
deutschlandweite
Ferngespräche dann weiterhin 4 Cent pro Minute, das
Einwahlentgelt von 2 Cent pro Verbindung
entfällt. In der übrigen Zeit werden 1,95 Cent pro Minute
berechnet.
Gespräche zu den D-Netzen werden neu mit 19,99 Cent pro
Minute tarifiert,
in alle anderen deutschen Mobilnetze werden weiterhin
23 Cent berechnet. Es bleibt auch bei den
4 Cent pro Minute ins europäische Ausland.
Auch hier und bei den Gesprächen in die Mobilnetze
entfällt das bisherige Verbindungsentgelt von 4 Cent.
Unerfreulich dagegen ist, dass Tele2 mit dem Ende des
Einwahlentgelts auch das Ende
der sekundengenauen Abrechnung einläutet.
So werden ab 1. Oktober Gespräche in allen Tarifen im
Minutentakt abgerechnet. Bisher galt
dieser Takt nur für Call by Call.
Kunden, die zum Beispiel einen Router oder
Preselection nutzten, profitierten
von der sekundengenauen Taktung.
- Neues bei OneTel: Tarife und Taktungen geändert
OneTel hat in der vergangenen Woche die
Tarife
für eine Reihe von Auslandszielen im offenen Call by Call
gesenkt.
Darunter sind mehrere deutliche Tarifsenkungen wie zum Beispiel
Indien für 44,40 Cent anstatt bisher 55,40 Cent pro
Minute
oder Türkei für 13,86 Cent anstatt bisher 21,8 Cent pro
Minute.
Zwar nimmt OneTel damit für einige Länder den ersten Platz
unserer Tarifabfrage unter
http://www.teltarif.de/standard.html
ein,
doch gibt es dabei einen großen Haken: Ab sofort gilt für alle
Ziele im offenen Call by Call
der Vier-Minuten-Takt, nicht nur für Gespräche ins Festnetz und
zum
Mobilfunk. Damit werden trotz der Tarifsenkungen vor allem kurze
Gespräche über die 01086 teilweise deutlich teurer.
Die Tarifsenkungen gelten auch für den Tarif
OneTel.A, der Call by Call mit
Anmeldung bietet. So kosten hier zum Beispiel Gespräche in die
Türkei 14,80 Cent (vorher
21,80 Cent), nach Indien 46,26 Cent (statt
54,30 Cent) und nach Serbien 16,60 Cent
(ehemals 19,70 Cent), jeweils pro Minute. Jedoch gibt es
auch hierbei neben der Tarifsenkung einen
Haken: Seit Freitag werden alle Gespräche bei OneTel.A nicht mehr
im 60-Sekundentakt, sondern im
120-Sekundentakt abgerechnet.
Eine weitere Änderung betrifft den Tarif
OneTel.B.
Hier wurden ebenfalls die Gesprächspreise in mehrere Länder
gesenkt - zumeist auf ähnliches Niveau wie im offenen Call-by-Call..
Die Einwahl erfolgt auch über die 01086, nur ist eine Anmeldung
erforderlich. Bei OneTel.B fällt zudem eine monatliche Grundgebühr
von 3,99 Euro an. Der Vorteil wiederum ist, dass alle
Gespräche im Minutentakt abgerechnet werden.
- Rapid Link stellt Call-by-Call-Geschäft ein
Der Mannheimer Telekommunikationsanbieter
Rapid Link
stellt sein Call-by-Call-Angebot ein. Damit werden
die Tarife rapid2u und
rapid4me komplett gestrichen.
Es wird kein alternatives Call-by-Call-Angebot geben.
Ursprünglich wurde als Termin für die Abschaltung der
8. September genannt.
Zur Zeit ist Call by Call jedoch noch möglich, mit einer
Abschaltung ist allerdings jeden Tag zu rechnen.
Besitzer eines Routers können die beiden Tarife weiterhin
nutzen. Sie müssen ihren Router von der Einwahlnummer 01065 auf
die Nummer
0800 0024240 umprogrammieren. Es sei jedoch nicht möglich,
sich im normalen
Call by Call über diese Nummer einzuwählen.
Als Grund für die Abschaltung gibt Rapid Link eine
Konzentration auf die Vermarktung von
Pre-Selection-Anschlüssen an.
Dies gilt sowohl für den Privat- als auch den
Geschäftskunden-Bereich.
- Telekom: SMS im Festnetz jetzt auch als E-Mail
Wer ein SMS-fähiges Festnetztelefon besitzt und im Netz
der Deutschen Telekom telefoniert, kann
Kurzmitteilungen seit kurzer Zeit auch als E-Mail verschicken.
Somit sind über die Tastatur des Telefons auch alle
E-Mail-Empfänger weltweit erreichbar.
Zum Nachrichtenversand per E-Mail gibt man ins SMS-Textfeld
zunächst die E-Mail-Adresse
des Empfängers und anschließend - nach einem Leerzeichen - die
gewünschte Nachricht ein.
Die Nachricht wird an die netzinterne Rufnummer 8000
verschickt.
Der Versand einer SMS innerhalb des Festnetzes kostet - auch als
E-Mail - 7,7 Cent,
in die Mobilfunknetze liegt der Preis bei 19,9 Cent.
Wer sich bis zum Jahresende für den grundgebührfreien
Festnetz-SMS-Service freischalten lässt,
erhält 50 Gratis-SMS. Diese können sowohl für den Versand
innerhalb des Festnetzes,
als auch zu Handy-Teilnehmern genutzt werden.
Informationen zum SMS-Versand ins Festnetz finden Sie auch
unter
http://www.teltarif.de/i/sms-festnetz.html .
- GMX wird Internetprovider
Der Freemail- und Messaging-Anbieter
GMX bietet ab
Oktober auch eigene Internet-Zugänge an.
Bei dem neuen Schmalbandtarif bezahlt der Nutzer rund um die
Uhr ein Cent,
ohne Einwahlentgelt und bei minutengenauer Taktung. Allerdings
verlangt GMX eine Mindestnutzung von
10 Stunden pro Monat. Außerdem kann der Tarif nur mit einer
speziellen
Einwahlsoftware genutzt werden, welche Windows als
Betriebssystem
voraussetzt. Linux-Nutzer werden somit von vornherein
ausgeschlossen.
Zum anderen bietet gmx ab nächsten Monat auch
DSL-Tarife an, die mit einem
T-DSL-Anschluss der Deutschen Telekom
genutzt werden können.
Angeboten werden zwei volumenbasierte Tarife von
6,99 Euro bis 14,99 Euro
sowie eine Flatrate für 29,99 Euro.
Überschreitet der Nutzer das Transferlimit bei den
Volumentarifen,
fallen pro Megabyte faire 0,5 Cent an.
Alle neuen Tarife sind ab dem 1. Oktober buchbar. Die
Vertragslaufzeit beträgt generell
4 Wochen. Die Kostenkontrolle über das Transfervolumen soll
durch einen Traffic-Check im Kunden-Account erfolgen.
Die genauen Konditionen des jeweiligen Tarifes entnehmen Sie
bitte unserer Meldung unter
http://www.teltarif.de/s/s8809.html .
- Netcologne mit ISDN- und DSL-Neukundenoffensive
Zur Gewinnung neuer Kunden startete der Kölner Regional-Carrier
Netcologne in der letzten Woche eine
zeitlich befristete Preisaktion.
Wer beim Anbieter bis zum 31. Oktober einen
ISDN-Anschluss
beantragt, bezahlt ein Jahr lang eine Grundgebühr von
14,80 Euro statt 23 Euro.
Der Aktivierungspreis für einen ISDN-Anschluss beträgt
25,60 Euro.
Entscheidet man sich dagegen im gleichen Zeitraum
für einen ISDN-Anschluss mit DSL,
erlässt
Netcologne die Anschlusskosten von 25,60 Euro und einen
Monat den Grundpreis für den Zugang.
Letzterer beläuft sich auf 33 Euro. Dieses Angebot gilt
auch für
Bestandskunden, die auf DSL umsteigen wollen. Jedem DSL-Nutzer
wird außerdem kostenlos
ein DSL-Modem zur Verfügung gestellt. Im Vergleich zur
Deutschen Telekom bieten die Kölner DSL
mit Downloadgeschwindigkeiten von bis zu 1024 kBit/s.
Eine Flatrate kostet 25 Euro pro Monat. Alternativ gibt es
drei
Call-by-Internet-Tarife, die das Surfen mit drei verschiedenen
Bandbreiten bieten.
- E-Plus beendet Einführungsaktion für i-mode
Seit März bietet E-Plus seinen Kunden
i-mode an. Um i-mode nutzen zu
können, braucht man das NEC-Handy
N21i.
Für die Nutzung von i-mode fällt ein Grundpreis von 3 Euro
pro Monat
und es gilt eine Mindestvertragslaufzeit von 6 Monaten.
Zur Einführung
senkte E-Plus das ursprünglich geplante Nutzungsentgelt
von 1 Cent pro Kilobyte auf 0,1 Cent. Nach zahlreichen
befristeten Aktionen verkündete E-Plus Mitte August,
dass der Einführungspreis auf unbestimmte Zeit verlängert
wird.
Doch schon einen Monat später hat E-Plus seine Pläne
geändert und teilte auf Nachfrage mit, dass die Aktion Ende
September ausläuft. Wie die weitere Preisgestaltung aussehen
wird, konnte uns E-Plus nicht mitteilen, bei Neuigkeiten werden
wir Sie auf dem Laufenden halten. Eine Übersicht über die
Entwicklung von i-mode finden Sie in unserem News-Bereich:
http://www.teltarif.de/arch/2002/kw37/s8806.html
- o2: LOOP-Mailbox für einige Kunden kostenlos
Einige o2 LOOP-Kunden können derzeit ihre
Mailbox
kostenlos abrufen. Die entsprechenden Kunden wurden per
SMS über die seit dem 1. September
und noch
bis zum 31. Oktober laufende Aktion informiert. Bei Kunden,
die die SMS nicht erhalten haben, wird die Abfrage des mobilen
Anrufbeantworters
ganz normal berechnet.
Hintergrund der Aktion ist nach Angaben der o2-Pressestelle,
dass der
Netzbetreiber Erfahrungen über das Nutzungsverhalten der User
sammeln
möchte, unter anderem auch im Hinblick auf die Einführung neuer
Dienste oder neuer Features innerhalb der Mailbox.
Ob es irgendwann möglicherweise dauerhaft und für alle Kunden
einen
kostenlosen mobilen Anrufbeantworter geben wird, ist derzeit
offen. Bislang
bietet auf dem deutschen Mobilfunkmarkt nur
E-Plus
seinen Kunden in den Professional-Tarifen eine kostenlose Mailbox
an.
- Talkline: Neuer GPRS-Tarif für D1-Kunden
Der Elmshorner Provider Talkline bietet
seinen D1-Kunden jetzt einen interessanten
GPRS-Optionstarif
an, den es beim Netzbetreiber selbst in dieser Form nicht gibt.
Kunden, für die der Tarif GPRS Profi
(9,95 Euro zusätzliche Grundgebühr, 1 Megabyte
Datenübertragung
inklusive) zu klein und der GPRS Office-Tarif (39,95 Euro
zusätzliche
Grundgebühr, 20 Megabyte Inklusivvolumen) zu teuer ist,
können bei
Talkline nun auch einen GPRS Giga-Tarif bekommen.
Das Angebot kostet 17,95 Euro im Monat zusätzlich.
4 Megabyte
Datentransfer sind in der Grundgebühr enthalten. Danach kostet
jeder
Datenblock von jeweils 100 Kilobyte 23 Cent.
Rechnerisch beträgt
der Preis pro Kilobyte somit 0,23 Cent. Weitere Kosten, wie
zum Beispiel eine Stunden- oder Tagespauschale, fallen nicht an.
- Alles "Fair": Victorvox mit neuer Tarifstruktur
Victorvox hat seine Produktpalette
komplett umgekrempelt: Seit Anfang dieser Woche gibt es die
"Fair-Familie", die nach und nach alle anderen Victorvox-Tarife
ersetzen soll. Die "neuen" Tarife sind den alten Tarifen bei
genauem Hinsehen ziemlich ähnlich, beibehalten wird
beispielsweise das sehr kurze Wochenende, das auf den Sonntag
reduziert ist (Ausnahme: E-Plus) und der ungünstige 60/30-Takt
bei den beiden Basic-Tarifen. Die sekundengenaue Abrechnung
kostet 5,95 Euro pro Monat extra.
Die neuen Tarife heißen
"Fair Basic", "Fair SMS", "Fair Medium", "Fair Large" und "Fair
Business".
Tarifdetails finden Sie in unserer Meldung
http://www.teltarif.de/s/s8805.html .
Die umfangreiche Tarifaufnahme wird in den nächsten Tagen
abgeschlossen werden.
Neu ist auch die Online-Rechnung: Wer auf die Papierrechnung
verzichtet, bekommt auf seine Mobilfunkrechnung jeden Monat
30 Cent
gutgeschrieben.
Alles in allem ist es erfreulich, dass Victorvox
das Angebot nun auf ein wieder
überschaubares Angebot reduziert; die Krefelder Tarif-Kreateure
haben vermutlich selbst nicht mehr ganz durchgeblickt. Wer noch
einen der alten Victorvox-Tarife haben möchte, kann bis Ende
September einen entsprechenden Vertrag abschließen, danach werden
die bisherigen Angebote aus dem Programm genommen.
- Einstellung des operativen Geschäftes DLC new media - der Anfang vom Ende?
DLC new media stellt ab sofort das operative Geschäft ein. Auf
der Homepage des Kerpener Händlers
www.handyberater.de
wird
als Grund "die aktuelle Situation bezüglich Quam" angegeben.
Das heißt konkret, dass keine Kundenaufträge mehr akquiriert
werden sollen. Für Kunden, die die Dienstleistungen des Unternehmens
aktuell
in Anspruch nehmen, gebe es keine Veränderungen. DLC new media
hielte
seine Dienstleistungen aufrecht und vertragliche Erstattungen
z.B. im Bereich
o2 und Vodafone
würden planmäßig
erfolgen. In einer E-Mail an die Reaktion wies der
Geschäftsführer von DLC,
Eduard Hilger, ausdrücklich darauf hin, dass sich das Unternehmen
nicht in einem Insolvenzverfahren befinde und dies auch nicht
anstrebe.
Der Grund für das Vorgehen sei, dass Quam
"berechtigte Forderungen
seitens DLC nur teilweise erfüllt hat" und eine einvernehmliche
Lösung nicht
in Sicht sei. Dadurch sei die DLC zur Einstellung des operativen
Geschäftes
"quasi genötigt" worden.
Daneben dürfte es noch andere Gründe für die Einstellung
des Internet-Geschäfts geben. Nach dem Ende von Quam und
der Ablehnung von o2, weitere von DLC vermittelte Aufträge
anzunehmen, verbleibt kaum noch eine Möglichkeit, Verträge
mit hohen Auszahlungen anzubieten. Natürlich könnte DLC
weiterhin ganz normale Mobilfunkverträge mit Handy anbieten -
doch bekommt man diese auch im Shop um die Ecke, zumeist auch
mit besserem Service als bei DLC.
- MobilComs düstere Zukunft
Vor viereinhalb Jahren der Star des jungen Call-by-Call-Marktes
("01019" für 19 Pfennig pro Minute), entwickelt sich
MobilCom seit etwa einem Jahr zunehmend
zum Problemfall.
Der Erwerb einer UMTS-Lizenz und aggressive Pläne zur Expansion
und zum Aufbau des Netzes haben viel Geld gekostet - zu viel,
wie es jetzt den Anschein hat. Die Schulden drücken, und ohne
Bürgschaften des Partners France Télécom ginge schon heute
nichts mehr.
Doch aus der Partnerschaft ist schon längst Feindschaft
geworden, da Schmid auch dann noch an den alten Ausbauplänen
festhielt, als France Télécom wegen eigener drückender Schulden
die Investitionen zurück fuhr. Über ein halbes Jahr ist der
Streit schon in den Medien, mit der Folge der Verunsicherung
von Kunden, sinkenden Umsätzen und steigenden Verlusten.
Und so wundert es nicht, dass France-Télécom-Chef
Michel Bon Medienberichten zufolge darüber nachdenkt, das
MobilCom-Engagement ganz aufzugeben. Die fast unweigerliche
Folge für MobilCom wäre dann eine Insolvenz.
Kommt es zum Bruch, wird von den hochfliegenden
Plänen nichts mehr übrig bleiben. Denn die Suche nach
einem Unternehmen, dass die rentablen Teile von MobilCom
übernimmt und weiterführt, könnte schwierig werden. Die Deutsche
Telekom, T-Mobile und Vodafone scheiden vermutlich aus
kartellrechtlichen Gründen aus. E-Plus hätte zwar sicher
Interesse an den Kunden von MobilCom, gehört aber zu KPN,
die ebenfalls finanziell in der Klemme stecken, und sich
zur Zeit keine großen Sprünge leisten können. o2 steht mit
dem Partner British Telecom zwar besser dar, kann mit den
MobilCom-Kunden aber nur etwas anfangen, wenn sie diese auf
das eigene Netz umstellt. Zwar können ab 1. November
Rufnummern auch zwischen den Netzen portiert werden, doch
dürfte nur ein Teil der Kunden dem Netzwechsel zustimmen.
Die UMTS-Lizenz wäre im Fall der Übernahme von MobilCom durch
o2 ebenfalls abzuschreiben.
Mit Sicherheit dürfte hingegen Debitel Interesse zeigen:
Denn dahinter steht Swisscom, ein Tk-Unternehmen, dass sich klug
herausgehalten hatte, als andere Unternehmen Milliarden über
Milliarden in hochspekulative Projekte steckten. Unter anderem
war Debitel bei der UMTS-Aktion in Deutschland ausgestiegen.
So könnte wieder einmal der Volksmund recht behalten: "Wer
zuletzt lacht, lacht am besten".
.
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