- Kampf um jedes Zehntelcent bei Festnetzpreisen
In der letzten Woche entbrannte der seit Monaten nicht mehr
gesehene Preiskampf wieder in voller Heftigkeit. Zunächst hatte
der neue Anbieter Phonecraft (Vorwahl
0190 087) mit TeleDiscount
(Vorwahl 0190 035) gleichgezogen und bot ab sofort
innerdeutsche Gespräche für 2,1 Cent (4,11 Pfennig)
pro Minute an. Nur wenige Stunden später reagierte jedoch
TeleDiscount und reduzierte den Tarif seinerseits auf
2,0 Cent (3,91 Pfennig) pro Minute. Besonders nett:
Sowohl über die 0190 035 von TeleDiscount als auch über
die 0190 087 von Phonecraft sind auch Ortsgespräche zum
jeweiligen Tarif möglich. Als Ziffernfolge tippt man dazu
die Netzkennziffer plus Ortsvorwahl plus Rufnummer ein.
Die Verfügbarkeit von Phonecraft ist allerdings nicht
unproblematisch: Bei mehreren Testanrufen der Redaktion in
verschiedenen Regionen Deutschlands konnte lediglich eine
Verbindung über die 0190 087 hergestellt werden. Im
Großraum Berlin oder Frankfurt war Phonecraft nicht nutzbar.
Auch im Raum München oder Stuttgart konnte keine Verbindung
über Phonecraft hergestellt werden. Nach Auskunft des Anbieters
arbeitet man aber mit Hochdruck an der Lösung der Probleme.
Aus diesem Grund wird Phonecraft bei uns vorerst als
regionaler Anbieter in der Datenbank geführt und bei der
Standard-Tarifabfrage nicht mit
berücksichtigt.
Auch bei Telediscount treffen viele Nutzer immer wieder
nur auf eine Ansage, die Netzüberlastung bekannt gibt.
Dieses passiert insbesondere zur Hauptzeit. Dabei ist
allerdings zu erwarten, dass die Zonen besonders häufiger
Netzüberlastung Anfang des nächsten Jahres wie auf magische
Weise auf Wanderschaft gehen. Denn durch eine neue
Interconnect-Regelung ändern sich die Gebiete, in denen
Telediscount besonders günstig einkaufen kann.
- Sonderaktionen bei 01039 und TeleDiscount, Tarifsenkung bei One.tel
So langsam nimmt die Zahl der Sonderangebot wieder ab.
Dennoch gibt es diese Woche aber noch zwei neue Aktionen.
So erweitert der Frankfurter Call-By-Call-Anbieter
01039 noch einmal die Länderliste der
Sonderaktion, die bis 1. Januar gültig ist. Darunter
fallen zum Beispiel Griechenland für 18 Pfennig pro Minute
oder Spanien für 10 Pfennig pro Minute.
TeleDiscount sind kurz
vor Weihnachten ebenfalls noch ein paar Länder eingefallen,
die man noch bis zum 31 Dezember über die 0190-035
günstiger erreichen kann. Das sind unter anderem Georgien
für 32,3 Pfennig, Indien für 107,6 Pfennig oder
Rio de Janeiro bzw. Sao Paulo für jeweils 24,4 Pfennig
pro Minute.
One.Tel hat seinen Kunden ein
kleines Weihnachtsgeschenk gemacht und den Tarif für das offene
Call by Call für innerdeutsche Gespräche zum 24. Dezember
geändert. Somit kostet die Gesprächsminute über die 01086
tagsüber von 6 bis 18 Uhr nur noch 2,8 Cent
(5,5 Pfennig) statt bisher 3 Cent. Alle anderen
Tarife bleiben unverändert. Auch die ungünstige Taktung von
4 Minuten bleibt weiterhin bestehen.
- Euroumstellung führt nur selten zu Tariferhöhungen im offenen Call by Call
Nun sind es nur noch wenige Tage, bis der Euro als offizielles
Zahlungsmittel eingeführt wird. Grund genug für uns, mal
nachzufragen, wie weit die Euroumstellung bei den Telefonanbietern
gediehen ist.
Ein erster Check ergab, dass bisher nur sehr wenige
Anbieter ihre Tarife bereits in Euro bekannt gegeben haben. Die
meisten anderen Anbieter haben uns jedoch auf Anfrage, wann
ihre Tarife umgestellt werden, die neuen Euro-Preise gleich
mitgeteilt. Allerdings muss man dabei anmerken, dass bei
einigen Anbietern der Eindruck entstand, dass wir sie mit
der Anfrage "überrascht" haben. So erhielten wir von einigen
Pressesprechern die Aussage, dass man dazu momentan nichts
sagen könne und man erst einmal nachfragen müsse.
Im Großen und Ganzen gibt es im offenen Call
by Call keine Preisänderungen. Discounter wie
Teledump (0190 031) oder
TeleDiscount (0190 035) geben
ihre Tarife seit einiger Zeit in beiden Währungen an. Eine
Umstellung im herkömmlichen Sinne ist bei diesen Discountern
sowieso nicht nötig, da sich die Tarife fast wöchentlich
ändern.
Bei Anbietern mit relativ stabilen Tarifen, wie
zum Beispiel Arcor (01070) oder
Talkline (01050), erfolgt
die Umstellung weitestgehend korrekt, so dass sich
umrechnungsbedingte Preiserhöhungen und -senkungen die Waage
halten bzw. nicht auftreten. Negativ fallen bis jetzt nur die
01019 Telefondienste GmbH
(01019) und BTIgnite (01090) auf: Bei
01019 kostet ein innerdeutsches Gespräch in der Nebenzeit ab
1. Januar statt bisher 8 Pfennig dann 4,9 Cent
was 9,58 Pfennig bedeutet. Bei BTIgnite steigt der
Preis für Gespräche in der Zeit von 21 bis 6 Uhr von
5 Pfennig auf 3 Cent bzw. 5,87 Pfennig pro
Minute.
Einige Anbieter, wie zum Beispiel 3U
(01078), IN-Telegence (01021)
oder Tesion (01023), gaben auf
Anfrage an, dass die vorhandenen Tarife "einfach umgerechnet"
werden. Ob und wieviel nach der Umrechnung noch gerundet
wird, ist bisher noch nicht klar. Die neuen Anbieter
01058 Telecom GmbH inklusive deren
Ableger Phonecraft (0190 087)
und Fonfux (0190 037), sowie
01039 haben ihre Tarife vom Start weg
in Euro angegeben. Hier ändert sich also - zumindest durch
Euroumstellung - nichts.
Bleibt zu hoffen, dass auch bei den übrigen Anbietern noch
rechtzeitig die Europreise bekannt gegeben werden, und das
späte Veröffentlichen nicht als ein Vorzeichen auf versteckte
Preiserhöhungen zu verstehen ist.
Bei unserer Tariftabelle erhalten Sie weiterhin per
einfachem Klick die Preise auch in Euro. Der zugehörige Link
findet sich jeweils knapp oberhalb der eigentlichen Tabelle.
- 1&1: asymmetrische Laufzeiten auf dem Prüfstand
Eine Besonderheit in den eigenen Verträgen ermöglichte
1&1,
die vor einigen Wochen eingeführte günstige DSL-Flatrate
kurzfristig wieder einzustellen: Auch dann, wenn der Kunde einen
Jahresvertrag geschlossen hat, behält sich 1&1 nämlich das
Recht zur Kündigung mit einer Frist von vier Wochen vor.
"Diese Klausel von 1&1 ist für den Verbraucher
überraschend, mithin nach AGB-Gesetz ungültig" sagt aber die
Verbraucherschutzzentrale Rheinland-Pfalz. Rechtliche Schritte
gegen 1&1 mit dem Ziel, diese Klausel zu streichen, hat der
Dachverband der Verbraucherzentralen bereits veranlasst.
Bis die Gerichte geurteilt haben, dürften aber nur
die wenigsten Flatrate-Kunden von 1&1 warten wollen.
Denn 1&1 hat die Kunden nach der Kündigung auf
einen volumenbegrenzten Tarif umgestellt. Mit diesem so
weiterzusurfen, als hätte man eine echte Flatrate, im Vertrauen
darauf, dass die Richter später genau dieses bestätigen,
kann flaue Gefühle in der Magengegend nach sich ziehen.
Dennoch ist das Verfahren der Verbraucherzentralen gegen
1&1 für die Verbraucher sehr wichtig. Denn ohne Gegenwehr
würden sonst bald alle Anbieter von Telekommunikationsdiensten
für den Verbraucher lange und für sich selber kurze
Kündigungsfristen vorsehen.
- Avisgo: Neuer Spitzenpreis im offenen Internet-by-Call
Nur 1,99 bzw. 2,38 Pfennig pro Minute verlangt der neue
Anbieter Avisgo im Internet by Call in der
Nebenzeit bzw. Hauptzeit. Die Hauptzeit dauert dabei Montag bis
Freitag jeweils von 9 bis 18 Uhr. Mit diesen Preisen erreicht
Avisgo an allen Tagen der Woche zwischen 9 und 21 Uhr auf Anhieb
Platz 1 der Tariftabelle für offenes Internet by Call.
Anders als viele der nächstplatzierten verlangt Avisgo
kein Verbindungsaufbauentgelt. Da das neue Angebot aber als
Einführungsangebot deklariert ist, ist aber unklar, wie lange es
bei diesen günstigen Preisen bleiben wird. Avisgo hat noch kein
eigenes Netz aufgebaut, sondern agiert zur Zeit anscheinend als
Wiederverkäufer von Talkline. Dem Backbone von Talkline droht aber
die Abschaltung, wenn sich in den nächsten Monaten kein Käufer für
deren Festnetz-Bereich findet.
Doch zur Zeit kann man gut mit Avisgo sparen, daher hier die
Einwahldaten: Einwahlnummer 0192/56555, Benutzername und Passwort
avisgo.
- QSC: Vertrag ohne Preise
Etwas ungewöhnlich, was QSC
per Pressemitteilung bekannt gab: Man habe mit der
Deutschen Telekom einen Vertrag
über das so genannte Line Sharing geschlossen. Dabei teilen
sich beide eine Teilnehmeranschlussleitung zum Endkunden.
Die Telekom versorgt den Kunden über die Leitung
weiterhin mit Analog- oder ISDN-Telefonie, während QSC
einen DSL-Internetzugang bereit stellt. Bisher war diese
Form der effizienten Leitungsnutzung nur möglich, wenn man
Telefonanschluss und DSL-Anschluss aus derselben Hand bezog.
Am häufigsten ist dabei die Kombination aus ISDN-Anschluss
und T-DSL-Anschluss der Deutschen Telekom, aber auch
Arcor oder Freenet
haben ähnliche Angebote.
Ungewöhnlich ist nun nicht das Line Sharing, sondern die
Form des Vertrages: Er enthält noch keine Preise. Und so
teilt QSC weiter mit, dass mit dem kommerziellen Betrieb erst
im Lauf des Jahres 2002 gerechnet wird.
Die Preise muss indes noch die Regulierungsbehörde
festsetzen. Zwar hatte die Deutsche Telekom vor einigen Monaten
bereits ein Angebot mit Preisen unterbreitet. Doch sollte das
Line Sharing teurer sein, als die Miete der kompletten Leitung.
Kein Wunder, dass ein formelles Entgelt-Regulierungsverfahren
eingeleitet wurde. Bis zu dessen Abschluss bleibt QSC bei der
jetzigen Technik: Wünscht ein Kunde Q-DSL, bekommt er einen
zusätzlichen Anschluss ins Haus.
- Provider: Keine Lust auf neuen Modem-Standard V.92
Während in DSL investiert wird, bleiben die Modem-Nutzer auf
der Strecke. V.92 sollte ihnen eigentlich viele neue Features
ermöglichen: Schnellerer Verbindungsaufbau (unter 10 Sekunden),
automatische Unterbrechung und späteres Wiederaufsetzen der
Verbindung bei eingehenden Anrufen, und einiges mehr.
Doch das Interesse der Provider ist lau. Bei einer
Umfrage von teltarif.de unter großen Providern erklärte nur
Talkline, den neuen Standard zu
unterstützen. Zwei weitere befanden sich immerhin bereits in einer
Testphase, auf die die Einführung folgen sollte. Die Mehrheit
erklärte hingegen, den Standard nicht oder erst nach allgemeiner
Durchsetzung einführen zu wollen.
Weitere Details finden Sie in unserem Beitrag http://www.teltarif.de/s/s6870.html" .
- D2 veröffentlicht Preise zu Quam und MobilCom
Endlich können nun auch Kunden im D2-Netz
direkt Gespräche zur 01505 von Quam-Kunden
führen. Werktags tagsüber zahlen Kunden im
D2 Sun-Tarif 1,69 Mark für
ein einminütiges Gespräch zu Quam. Im
Fun-Tarif kostet
die Minute sogar 1,89 Mark, während man im
Classic- und Classic Premium-Tarif "nur"
99 Pfennig zahlt. In der Nebenzeit zahlen Sun-, Classic-
und Classic Premium-Kunden 69 Pfennig. Fun-Kunden werden
sogar mit 99 Pfennig pro Minute zur Kasse gebeten.
Damit sind die Vodafone-Preise vergleichsweise teuer.
E-Plus und Viag
Interkom berechnen für Telefonate zu Quam die gleichen
Preise wie in die anderen Fremdnetze. Zum Beispiel kann man
im Professional XL-Tarif von E-Plus rund um die Uhr
für 40 Pfennig pro Minute zu Quam telefonieren. Wer einen
Genion-Vertrag hat, zahlt tagsüber 99 und in der Nebenzeit
39 Pfennig pro Minute. Kunden mit älteren Verträgen
kommen werktags ab 18 Uhr und am Wochenende sogar
mit einem Minutenpreis von 29 Pfennig davon.
Die Verbindungspreise von D2 Vodafone sollen auch zur
MobilCom-Vorwahl 0156 gelten. Diese
wird allerdings erst im Laufe des nächsten Jahres kommerziell
genutzt werden.
- Weihnachtsaktion von Viag Interkom verlängert
Sechs Monate keine Grundgebühr in den Privatkundentarifen, ein
halbes Jahr nur die halbe Grundgebühr in den Geschäftskundentarifen
- dieses Angebot bei Abschluss eines neuen Genion-Vertrags hat
Viag Interkom nun bis 15. Januar 2002
verlängert. Einziges Manko: Der
Genion-Rucksack ist ausverkauft. Dieser ist - sofern der örtliche
Fachhändler nicht doch noch einen auf Lager hat - nicht mehr
verfügbar.
Von der Verlängerung der Weihnachtsaktion profitiert
auch das Angebot "Siemens M35i mit Genion Starter". Statt
sechs Monaten gilt hier bei Abschluss bis 15. Januar eine
zwölfmonatige Grundgebührbefreiung. Genion Duo-Neukunden
profitieren sogar bis 31. März 2002 von einem
Startguthaben in Höhe von 49 Mark.
Auch das LOOP-Angebot, das
beim Kauf einer Christmas Box neben einem Startguthaben von
25 Mark eine monatliche Gutschrift von 5,25 Mark
offeriert, wurde bis Mitte Januar
verlängert. Vom 16. Januar bis
28. Februar folgt die nächste Aktion für Genion-Neukunden:
Bei Abschluss eines Laufzeitvertrags mit den Siemens-Handys C45,
S45 bzw. ME 45 winken drei Monate Grundgebührbefreiung.
- Centrium ändert Tarife für Prepaid-SMS-Tarif
Was zu erwarten war, wird nun auch beim Kölner
Prepaid-SMS Anbieter
Centrium
umgesetzt: Nachdem die deutschen Mobilfunkanbieter
angekündigt haben, die SMS-Tarife für Großabnehmer deutlich
anzuheben, kündigt jetzt die Centrium
GmbH neue SMS-Tarife für ihr Endkundenangebot zum neuen Jahr an.
Künftig gilt für D2-Vertragskunden mit Interesse
am Prepaid-Angebot nicht mehr ein Einheitspreis für das
Versenden von SMS, sondern es wird
zwischen netzinternen SMS (innerhalb des D2-Netzes)
und netzexternen SMS unterschieden. Während die
netzinternen SMS von 15 Pfennig auf 8 Cent
kaufmännisch umgerechnet wurden und somit nahezu stabil bleiben,
werden SMS in deutsche Fremdnetze und über 200 Netze
weltweit deutlich teurer. Hier werden statt bisher ebenfalls
15 Pfennig ab 1. Januar 14 Cent (27 Pfennig)
verlangt, was eine Verteuerung um fast 100 Prozent
darstellt. Zum Vergleich: D2 Vodafone berechnet für den
Versand in Fremdnetze bis zu 29,5 Cent. Das Angebot von
Centrium stellt also trotz der Preisanhebung weiterhin eine
kostengünstige Alternative dar. Es verlangt aber künftig die
Nutzung von zwei verschiedenen Mitteilungszentralen für interne
und externe SMS.
Neben dem bekannten Prepaid-SMS-Angebot stehen auch
weitere Dienste auf der neu gestalteten Homepage von Centrium
zur Verfügung. Mit "WebSMS" ist es für Kunden, die auch
schon den oben beschriebenen Prepaid-SMS-Tarif "MobileSMS"
nutzen, möglich, über das Prepaid-Guthaben SMS aus dem
Internet zu verschicken. Die Preise liegen bei 9 Cent
für den SMS-Versand in alle deutschen Netze. Für den Versand
in ausländische Netze werden 11 Cent vom Prepaid-Konto
abgebucht.
Darüber hinaus kann das eigene Guthaben über die Homepage
abgerufen werden. Außerdem steht neben der bisher üblichen
Banküberweisung auch die Möglichkeit offen, das Prepaid-Guthaben
bei 250 autorisierten Centrium-Partner-Shops oder via
Paybox aufzuladen.
Wegen der Feiertage kam dieser Newsletter etwas später und kürzer
als gewohnt. Den nächsten Letter erhalten Sie aber am 3. Januar
wieder wie üblich gleich in der Früh.
Am 31. Dezember finden Sie, wie jedes Jahr, unseren Ausblick
für 2002 im Newsbereich von teltarif.de. Aufgrund der sinkenden
Interconnect-Preise verspricht dieser durchaus einige Spannnung.
Schauen Sie also mal rein. Falls Sie uns bis dahin nicht mehr lesen,
wünschen wir schon jetzt einen Guten Rutsch!
.
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