Newsletter 30/01 vom 26.07.2001
Die Neuigkeiten im Telefonbereich bis zum 26.07.2001 - von teltarif.de für Sie zusammengefasst.
  1. te-2 mit großen Problemen
  2. Viele kleine Änderungen bei Viag Interkom
  3. Einsteiger-Tarif jetzt auch von E-Plus
  4. Handy-Kunden können Rufnummer erst später mitnehmen
  5. MuchMoreTele.Com: Flatrate nicht eingestellt
  6. Neue DSL-Angebote bei lokalen Telefongesellschaften
  7. Tarifänderungen bei TelDaFax und Teledump, Sonderaktion von 01051 Telecom
  8. Telekom ergreift Maßnahmen gegen Fälscher von Telefonkarten
  9. Regulierungsbehörde sieht trotz Kritik Chancen für mehr Ortsnetzwettbewerb
  1. te-2 mit großen Problemen

    Nach einen Schreiben, dass der Redaktion von teltarif.de vorliegt, hat Alphatel SIM-Karten gesperrt, die durch den Mobilfunk-Provider te-2 telekommunikation GmbH vertrieben wurden. Dem Schreiben zufolge ist te-2 "Zahlungsverpflichtungen in erheblichen Umfang nicht nachgekommen". Alphatel hat "aus diesem Grund sämtliche vertraglichen Beziehungen mit der te-2 GmbH aufgekündigt". Dies hat zur Folge, dass die Mobilfunkkarte "temporär deaktiviert werden musste".

    Gleichzeitig bietet Alphatel den betroffenen te-2 Kunden an, die bestehenden Verträge "zu übernehmen" und damit den angeschriebenen Kunden "auch für die Zukunft die bekannt günstigen Konditionen unseres Hauses [= Alphatel] zur Verfügung zu stellen". Diese Formulierung (Zitat Alphatel) lässt allerdings vermuten, dass Alphatel zumindest mittelfristig auf hausinterne Tarife umstellen wird und nicht zu den supergünstigen Konditionen abrechnet, die te-2 vor allem in der Anfangszeit angeboten hat.

    Beigefügt war dem Schreiben neben den AGB von Alphatel auch eine Einverständniserklärung, die ausgefüllt "so schnell wie möglich" an Alphatel zurückgeschickt werden soll, damit nach einer "kurzen Prüfung der übersandten Unterlagen" der Mobilfunkanschluss "schon in Kürze wieder freigeschaltet" werden kann.

    Das Merkwürdige an diesem Schreiben ist, dass auf Rückfragen von uns die Pressesprecher sowohl von Alphatel als auch von te-2 angaben, davon keine Kenntnis zu haben. Nach Aussage von Alphatel ist der Vorstand diese Woche für Rückfragen von ihr diesbezüglich nicht erreichbar. Nähere Aussagen sind daher erst nächste Woche möglich. Andererseits weisen Berichte in unserem Benutzerforum darauf hin, dass auch andere te-2-Kunden gesperrt wurden und teilweise auch ähnliche oder gleich lautende Schreiben erhalten haben.

  2. Viele kleine Änderungen bei Viag Interkom

    Bei LOOP, der Mobilfunk-Prepaidkarte von Viag Interkom, wird der Abrechnungsmodus für SMS-Nachrichten ab 8. August umgestellt. Bisher musste man jeweils SMS-Pakete im Wert von 10 Mark kaufen, um Kurznachrichten verschicken zu können. In Zukunft wird jede Mitteilung - wie bei T-D1 und D2 Vodafone - einzeln direkt vom normalen Konto abgerechnet.

    Ebenfalls neu bei LOOP ist, dass nach einer Aufladung des Kartenguthabens das neue Guthabenzeitfenster angesagt wird. Bleibt abzuwarten, ob der Netzbetreiber die Karten dann wirklich zum angekündigten Termin ggf. abschaltet. Bislang waren LOOP-Karten - inoffiziell - unbegrenzt gültig.

    Des weiteren hat Viag Interkom sein Roamingangebot für die Loop-Prepaidkarte erweitert. Jetzt können auch von Malta und Zypern aus die Liebsten zu Hause angerufen werden. Dabei kostet ein Gespräch von Malta nach Deutschland 2,99 Mark pro Minute, von Zypern werden 1,99 Mark berechnet. Eine SMS kostet von Malta 1,59 Mark, von Zypern 0,99 Mark. Für eingehende Gespräche zahlt der Urlaubsreisende in jedem Fall 1,99 Mark pro Minute.

    Leider wurden gleichzeitig zwei Länder von der Liste entfernt. Kroatien und Norwegen mussten nach Angaben von Viag Interkom aus technischen Gründen, die bei den im jeweiligen Land ansässigen Netzwerken liegen, rausgenommen werden. Damit bleibt es bei insgesamt 25 Ländern, aus denen mit der LOOP-Karte telefoniert werden kann.

    Genion Duo bleibt auch in den nächsten acht Wochen der einzige Vertrag bei einem der vier deutschen Mobilfunk-Netzbetreiber, bei dem ein Startguthaben ausbezahlt wird. Wie Viag Interkom jetzt gegenüber seinen Fachhändlern mitteilte, werden auch im August und September 49 Mark in Form eines Gesprächsguthabens ausgeschüttet, wenn man einen neuen Vertrag über 24 Monate abschließt.

    Schon zum Start des paketvermittelten GPRS-Datendienstes vor einem halben Jahr kündigte Viag Interkom an, den Service auch im National Roaming bei T-D1 anbieten zu wollen. Einen Starttermin hierfür gibt es bisher nicht. Allerdings laufen die Tests für das GPRS-Roaming bereits auf Hochtouren.

    Bekanntlich können Viag-Kunden schon seit Februar im österreichischen One-Netz GPRS-Dienste nutzen. Seit einigen Tagen funktioniert es, wie ein Test der teltarif-Redaktion ergab, nun auch im D1-Netz. Offiziell ist das noch nicht, es gibt auch nach wie vor keinen Starttermin und schon gar keine Preise. Aber immerhin: Die Techniker sind offenbar bereits dabei, die Voraussetzungen dafür zu schaffen, dass Viag-Kunden bald auch im D1-Netz via GPRS online gehen können.

    Auch einige LOOP-Prepaidkarten rufen nach Einlegen in ein Motorola 260 bereits das "GPRS"-Logo im Handy hervor. Man kann die paketvermittelten Dienste auch schon nutzen, vom Kartenguthaben wird hierfür bisher nichts abgezogen. Bleibt abzuwarten, wann Viag Interkom als erster Netzbetreiber GPRS auf Prepaid-Basis offiziell anbietet. Angekündigt wurde dies ja bereits für diesen Sommer.

  3. Einsteiger-Tarif jetzt auch von E-Plus

    E-Plus kündigte bereits mehrfach im Amtsblatt der Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post (RegTP) einen Einsteiger-Tarif mit geringer Grundgebühr und Mindestgesprächsumsatz an. Bisher wurde dieser Tarif jedoch nie wirklich eingeführt. Das soll sich jetzt ändern: Nach Informationen der Connect-Netedition startet zum 1. August auch E-Plus mit einem Einsteigertarif, der denen der Konkurrenz ähnelt. Die Grundgebühr soll 9,95 Mark betragen. Dazu kommt ein monatlicher Mindestumsatz von 10 Mark.

    Auch die Gesprächskosten sind identisch mit den Angeboten von T-D1 (Telly-Smart), D2 Vodafone (D2 Sun) und Viag Interkom (Genion Starter). Gespräche ins deutsche Festnetz kosten in der Zeit von 8 bis 18 Uhr 99 Pfennig pro Minute, in der Freizeit 39 Pfennig pro Minute und am gesamten Wochenende nur 15 Pfennig pro Minute. Das Versenden von Kurzmitteilungen (SMS) kostet 39 Pfennig pro Nachricht.

    Der Tarif soll zunächst nur bis zum 31. Oktober angeboten werden.

  4. Handy-Kunden können Rufnummer erst später mitnehmen

    Handy-Kunden können ihre Rufnummer erst zu einem späteren Zeitpunkt mitnehmen, als zunächst geplant: Der Start für die Mitnahme beim Wechsel des Mobilfunk-Netzbetreibers, die so genannte Rufnummernportabilität, wird nach einem Bericht der "Welt am Sonntag" vom 1. Februar 2002 auf 1. November 2002 verschoben. Das habe der Sprecher der Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post (RegTP), Harald Dörr, bestätigt. Grund für die Verzögerung sei ein neues technisches Verfahren, das erstmalig in Europa die Mitnahme der Mailbox ermöglicht.

    In einer Erklärung der RegTP heißt es dazu: "Im Zuge der Vorbereitungen der Netzbetreiberportabilität hat sich herausgestellt, dass die Einführung einer qualitativ hochwertigen und verbraucherfreundlichen Lösung neun Monate mehr Vorbereitungszeit erfordert, als durch die in Vfg. 049/2000 eingeräumt wurde. Die RegTP hatte insofern zu entscheiden, ob sie auf der Einhaltung des Termins beharrt und in Kauf nimmt, dass eine Lösung realisiert wird, die fehleranfällig ist, und zudem dazu führt, dass portierten Kunden bestimmte Leistungsmerkmale nicht mehr zur Verfügung stehen. Dabei ging es insbesondere um die Portierung der sogenannten Mailboxnummern. Mailboxrufnummern werden gebildet, indem zwischen die Dienstekennzahl und die Teilnehmerrufnummer eine zweistellige Kennung gesetzt wird. Sie haben in GSM-Netzen im wesentlichen folgende Funktionen:

    • Anrufweiterschaltung zur Mailbox bei Nichterreichbarkeit
    • Abhören der Mailbox vom eigenen Mobiltelefon oder von jedem anderen beliebigen Telefon
    • Direktes Aufsprechen von Nachrichten auf die Mailbox durch Dritte
    Den Zielen des TKG wird besser entsprochen, wenn der Termin für die Einführung der Netzbetreiberportabilität zugunsten einer qualitativ, hochwertigen und verbraucherfreundlichen Lösung um neun Monate verschoben wird und Mailboxrufnummern portierbar sind."

    Man könnte den Kunden nach einer Rufnummernmitnahme im neuen Netz aber auch einfach andere Mailboxnummern geben. Insofern stellt sich hier die Frage, ob der Vorteil der einfacheren Konfiguration bei Mailboxmitnahme wirklich die Verzögerung rechtfertigt.

  5. MuchMoreTele.Com: Flatrate nicht eingestellt

    In den letzten Tagen erreichten die Redaktion von teltarif.de mehrere E-Mails von Lesern, die eine Flatrate für 199 Mark bei der MuchMoreTele.Com haben. Alle Leser beklagten sich, dass diese Flatrate seit dem Wochenende nicht mehr nutzbar ist. Das Unternehmen war jedoch für eine Stellungnahme telefonisch nicht erreichbar. Gestern erhielt die Redaktion auf schriftliche Anfrage ein Schreiben, in dem mitgeteilt wurde, dass die MMTC GmbH in Kürze eine offizielle Presseerklärung zu den Vorfällen der Leitungsabschaltung eines Carriers abgeben wird. "Um gerichtliche Ermittlungen gegen diesen Carrier nicht zu behindern, wird der Wortlaut der Presseerklärung zur Zeit noch rechtlich geprüft."

    Des weiteren wird in dieser Erklärung daraufhin gewiesen, dass die Flatrate nicht eingestellt ist und die meisten Zugänge weiterlaufen. Es sind lediglich auf Grund "rechtswidrigem Geschäftsgebahren EINES Carriers die Kundenzugänge, die über diesen Carrier abgewickelt wurden" gesperrt.

    Kunden, deren Benutzername mit "d5" beginnt, sind von der Leitungsabschaltung nicht betroffen und können "zu den gleichen technischen Gegebenheiten und denselben Kosten" ihren Internetzugang weiterhin nutzen.

  6. Neue DSL-Angebote bei lokalen Telefongesellschaften

    Der Chemnitzer Citycarrier ChemTel hat zum 16. Juli sein Angebot ChemDSL in ChemWEB umbenannt und bietet jetzt eine DSL-Flatrate mit wahlweise 256 kBit/s oder 512 kBit/s an. Im Preis inbegriffen ist ein eigener virtueller Webserver mit 100 MB Festplattenplatz und einer eigenen Domain (.de,.org,.net,.com oder andere). Neben uneingeschränktem FTP- und SSH-Zugriff ist auch eine MySQL-Datenbankunterstützung bereits integriert. Außerdem erhält der User "50 selbst administrierbare Benutzer-Accounts mit beliebig vielen E-Mail-Aliasen".

    Der Preis für die 256 kBit/s-DSL-Flatrate beträgt monatlich 114,84 Euro (224,60 Mark). Für den doppelt so schnellen Zugang (512 kBit/s) werden monatlich 172,84 Euro (338,04 Mark) fällig. Hinzu kommt noch eine Einrichtungsgebühr von 230,84 Euro (451,48 Mark). Neben dem Webserver ist außerdem noch ein Router zum Anschluss eines Netzwerkes an das Internet im Preis enthalten. Für den eigenen Datentransfer, sowie für den anfallenden Traffic des Webservers, fallen keine weiteren Kosten an.

    Auch die Nürnberger Citycarrier NEFkom Telekommunikation GmbH & Co. KG ist vom "DSL-Virus" befallen worden und startet ein DSL-Angebot für Geschäftskunden in Nürnberg, Erlangen und Fürth. Ab August bietet NEFkom für kleinere Unternehmen den Tarif NEFonline netrunner-dsl an: Dabei handelt es sich um einen ADSL-Anschluss mit 1 000 kBit/s Down- und 300 kBit/s Upstream. Der Preis beträgt monatlich 91,64 Euro (179,23 Mark). Für mittelgroße Unternehmen ist der Tarif NEFonline network-dsl: Hierbei handelt es sich um einen SDSL-Anschluss mit wahlweise 300 kBit/s oder 600 kBit/s Up- und Downstream. Der Preis beträgt 207,64 Euro (406,10 Mark) für network-dsl 300 beziehungsweise 323,64 Euro (632,98 Mark) für network-dsl 600. Außerdem erhält man bei den Tarifen network-dsl 300 und network-dsl 600 eine statische Internetadresse. Der Datentransfer ist jeweils im Preis inbegriffen (Flatrate).

    Für die Einrichtung fallen abhängig von der Mindestvertragslaufzeit noch einmal Kosten zwischen 172,84 Euro (338,04 Mark) bei 12 Monaten und 91,64 Euro (179,23 Mark) bei 24 Monaten an. Bei einer Vertragslaufzeit von 36 Monaten entfällt die Einrichtungsgebühr. Des weiteren sind die Angebote nur in Verbindung mit einem NEFvoice direct ISDN-Mehrgeräte- oder S0-Anlagenanschluss nutzbar.

    Zum Herbst plant NEFkom mit flatrunner-dsl die Ausweitung des Angebots auch für Privatkunden und verspricht auch dafür einen "straff kalkulierten Preis".

  7. Tarifänderungen bei TelDaFax und Teledump, Sonderaktion von 01051 Telecom

    Nach der Abschaltung und dem Wechsel zu MCI Worldcom hat TelDaFax auch die Tarife angepasst. Teurer geworden sind insbesondere Gespräche in der Nebenzeit sowie Verbindungen in die E-Netze. Dafür sind Ferngespräche zur Hauptzeit jetzt günstiger. Statt bisher einem gibt es jetzt auch zwei Preselect-Tarife: Classic National und Classic Regional. Beim nationalen Tarif sind die Ferngespräche einen halben Pfennig günstiger, beim regionalen die Ortsgespräche. Mit 6,49 bis 10,49 Pfennig pro Minute ist aber keines der Angebote ein besonderes Schnäppchen.

    Der Düsseldorfer Anbieter Teledump hat umfangreiche Tarifänderungen ins Ausland bekannt gegeben. Mit der Sparvorwahl 0190031 werden Telefonate in einige Länder günstiger - teilweise sind aber auch Preiserhöhungen dabei. Zum Beispiel kosten Gespräche nach Spanien, Russland oder Portugal zukünftig etwas mehr, Griechenland oder Ungarn sind dagegen billiger zu erreichen. Ob sich auch für Ihr Gesprächziel eine Änderung ergeben hat, erfahren Sie durch eine Abfrage unserer Tarifdatenbank.

    Auch von der Mutterfirma von Teledump, der 01051 Telecom GmbH, gibt es Neues zu berichten. Dieser Anbieter hat sich "zur Überbrückung des Sommerloches" zum wiederholten Mal eine Aktion einfallen lassen. Vom 1. bis einschließlich 7. August kosten Ferngespräche über die 01051 rund um die Uhr 5 Pfennig pro Minute.

  8. Telekom ergreift Maßnahmen gegen Fälscher von Telefonkarten

    Die Telekom will mit drastischen Maßnahmen organisierten Banden das Fälschen bzw. Wiederaufladen von Telefonkarten unmöglich machen. In Berlin können seit dem vergangenen Montag Telefonkarten, die zwischen 1987 und 1995 hergestellt wurden, nicht mehr an öffentlichen Fernsprechern benutzt werden. Unbenutzte Telefonkarten aus dieser Zeit beziehungsweise Karten mit Restguthaben würden umgetauscht. Bundesweit sollen zum Jahresende alle Telefonkarten aus der Zeit vor 1998 gesperrt werden.

    Berlin bildet den Anfang dieser Aktion, weil hier die Hochburg der kriminellen Telefonkartenfälscher sitzen soll. Der Missbrauch liegt demzufolge in Berlin dreimal höher als im Bundesdurchschnitt, tausende von gefälschten Telefonkarten seien im Umlauf.

    Erleichtert wird den Banden das Manipulieren an Telefonkarten dadurch, dass die eingesetzte Chiptechnik der ersten Generation nicht mehr den heutigen Sicherheitsstandards entspricht. Mit einem Aufladegerät und Computer werden leere Karten binnen Sekunden wieder voll und auf Schwarzmärkten zu "günstigen" Preisen verkauft. Die Telekom schätzt den Schaden durch den Telefonkartenbetrug auf einen zweistelligen Millionenbetrag.

    Informationen zum Umtausch erteilt jeder Berliner T-Punkt oder die Telefon-Hotline: 0800 33 02985.

  9. Regulierungsbehörde sieht trotz Kritik Chancen für mehr Ortsnetzwettbewerb

    Die Chancen für mehr Wettbewerb im Ortsnetz haben sich nach Einschätzung der Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post (RegTP) deutlich erhöht. Rein rechnerisch hätten derzeit etwa 60 Prozent aller Einwohner eine Alternative zu einem Telefonanschluss der Telekom, sagte der Präsident der Behörde, Matthias Kurth, in Bonn. Somit könnten die Konkurrenten des Marktführers auf rund 28 Millionen Telefonkanäle zurückgreifen. Die entscheidende Frage sei aber, ob die Kunden wechseln wollten und dann zügig umgeschaltet würden.

    Nach wie vor zeigen die vorliegenden Daten, dass die Deutsche Telekom das Ortsnetz dominiert. So erreichten die neuen Anbieter bei insgesamt 50,9 Millionen Telefonkanälen einen Marktanteil von 2,1 Prozent. Regional gibt es jedoch erhebliche Unterschiede. Rund 80 Prozent der Anschlüsse der Wettbewerber auf der letzten Meile zum Endkunden (TAL-Anschluss) entfallen auf Mietleitungen der Telekom.

    Bei den TAL-Vermietungen habe Deutschland in Europa eine Spitzenposition erreicht und Pionierleistung erbracht, betonte der Regulierungschef. Ende Juni standen knapp 500 000 Vermietungen in Deutschland gerade 90 000 in sieben EU-Ländern gegenüber. Als "unerfreulich" bezeichnete Kurth die Situation bei der Bereitstellung von Mietleitungen durch die Telekom. Das Unternehmen habe jedoch zugesagt, die hohen Auftragsrückstände in diesem Bereich bis Oktober abzuarbeiten.

    Auch sei die Wachstumsdynamik auf dem Telekommunikationsmarkt nach wie vor intakt. So seien die Umsätze im vergangenen Jahr um 16 Prozent auf 110 Milliarden Mark (56,2 Milliarden Euro) gestiegen. Das waren 24 Milliarden Mark mehr als im ersten Jahr der Marktöffnung 1998. Am gesamten Markt hielten die Wettbewerber, vor allem bedingt durch ihre starke Stellung im Mobilfunk, einen Anteil von 41 Prozent.

    Gegen diese Einschätzung der Regulierungsbehörde gab es von mehreren Seiten Kritik. Der Bundesverbande der lokalen und regionalen Telekommunikationsgesellschaften e. V. (BREKO) stellte fest, dass der Wettbewerb im Ortsnetz nur zögerlich in Gang kommt. Ursache sind seiner Meinung nach die unverändert hohen Kosten für die Teilnehmeranschlussleitung (TAL) sowie die schlechte Bereitstellungssituation für wesentliche Wettbewerbsleistungen, wie z. B. durch die Deutsche Telekom AG (DTAG).

    Auch von der Deutschen Industrie und Handelskammertag (DIHK) kritisiert die RegTP und selbst der ehemalige Präsident der RegTP, Klaus-Dieter Scheurle, sieht die Deutsche Telekom auf der Siegerstraße. Nähere Einzelheiten können Sie unter http://www.teltarif.de/s/s5696.html nachlesen.


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