- Neues aus der Mailbox: Änderungen bei D2 und Viag Interkom
Wenn es schon keine neuen Angebote gibt, kann man als
Netzbetreiber wenigsten sein Mailboxsystem ändern. So setzt
D2 Vodafone seine Umstellungen
fort. Jetzt kann man mit der Kurzwahl 5500 sowohl Umleitungen
zur Mailbox legen als auch Nachrichten abfragen. Die alten
Nummern bleiben aber zumindest vorerst weiter bestehen, so dass
man auch "direkten" Zugang zu den beiden Seiten einer Mailbox
(Abfrage und Aufsprache) von außen haben kann.
Auch für Nutzer der D2 Universal Number gibt es eine neue
Kurzwahl für die Rufumleitung: Anstelle von 500 und die eigene
Rufnummer muss künftig 05 plus die eigene Rufnummer verwendet
werden. Zum 15. Juni wird die bisherige Kennziffer der
Universal Number abgeschaltet. Mit D2 Universal Number kann
man eingehende Anrufe - ähnlich wie bei 0700 - auf beliebige
Ziele umleiten. Innerhalb des D2-Netzes und zum Festnetz
ist die Umleitung kostenlos, zu Sonderrufnummern, anderen
Mobilfunknetzen und ins Ausland dagegen kostenpflichtig.
Und wo wir schon mal beim Thema Mailboxen sind: Nach der
Free & Easy-Karte
von E-Plus gibt es nun auch bei
LOOP, dem Prepaid-Produkt
der Viag Interkom, eine Zwangs-Mailbox.
Die bedingten Rufumleitungen (bei besetzt, Nichterreichbarkeit
und Nichtentgegennahme) zum netzinternen Anrufbeantworter,
die bisher nach Belieben ein- und ausgeschaltet werden konnten,
können nun nicht mehr gelöscht werden. Viag begründet diesen
Schritt damit, dass nun alle Kunden die Vorteile der Mailbox
nutzen können. Falls man diesen Service nicht nutzen wolle,
sei man schließlich nicht verpflichtet, die Mailbox abzuhören.
Diese Auskunft ist allerdings nur ein schwacher Trost:
Bei D1 Xtra und D2
CallYa kann man die
Rufumleitungen schon seit geraumer Zeit einrichten und auch
löschen. Selbst zu anderen Telefonanschlüssen kann man die
Wertkarten von T-Mobil und D2 Vodafone umleiten. Sogar die
Lösung von E-Plus ist noch besser, wo man zumindest eine
sogenannte Abwesenheitsansage einrichten kann, nach deren
Aktivierung Anrufer keine Nachrichten mehr hinterlassen können.
- MobilCom will mit eigener Mobilnetzvorwahl durchstarten
Auf dem Mobilfunkmarkt gibt es wieder Bewegung: Der
Büdelsdorfer Anbieter MobilCom
will nach Informationen der "Telebörse" ab 1. Oktober
mit einer eigenständigen Mobilfunk-Vorwahl ins Rennen
gehen. Möglich werde dies aufgrund eines Roaming-Vertrages
mit E-Plus, berichtete das
Anlegermagazin. MobilCom erhalte dadurch das Recht, in den
nächsten zehn Jahren das E-Plus-Netz weitgehend eigenständig
zu nutzen. MobilCom könnte auf diese Weise deutlich bessere
Einkaufspreise als bisher erzielen und deshalb einen neuen
Preiskampf anzetteln. Die neue Vorwahl wird die 01566 sein.
Mit dieser neuen Vorwahl wolle MobilCom sich schon jetzt einen
eigenen Kundenstamm für die UMTS-Ära
aufbauen.
- Guthaben auf Telefonkarten darf nicht verfallen
Nach einem aktuellen Urteil des Kölner Oberlandesgericht,
darf das Restguthaben auf Telefon- und Prepaid-Karten nach der
Gültigkeitsdauer nicht verfallen. Das berichtete das
Telekommunikations-Magazin connect in seiner aktuellen Ausgabe.
Die Richter hatten geurteilt, dass die Formulierung
"gültig bis..." auf der Karte zwar eine vertragliche Bindung
zwischen Kartenanbieter und Käufer darstelle, aber gegen das
Transparenzgebot verstoße. Der Kunde könne nicht erkennen,
dass sein Restguthaben danach verfällt (Az.: 6 U 202/99).
Die Sperrung der Karte sei daher eine Vertragsverletzung,
denn der Anbieter erbringe seine Leistung nicht und mache
sich schadenersatzpflichtig, so die Zeitschrift. Der Kunde
habe einen Anspruch auf Erstattung des Restguthabens. Der
Erstattungspflicht kann der Anbieter "connect" zufolge nur
entgehen, wenn er den Kunden, etwa in einem Begleitschreiben,
ausdrücklich auf den Sachverhalt hingewiesen hat.
- TelDaFax wird Reseller
Wie bereits im letzten Newsletter angekündigt, hat die Deutsche
Telekom AG ihrem Konkurrenten TelDaFax
am Dienstag früh abermals
den Netzzugang gesperrt. Dies erfolgte aufgrund eines Urteils
in dem Verfügungsverfahren vor dem Landgericht Köln. Zwar hatte
das Gericht vor vier Wochen zunächst eine Einstweilige Anordnung
gegen die Telekom erlassen, die diese zur Wiederanschaltung
von TelDaFax zwang. Gegen diese Verfügung legte die Telekom
aber Widerspruch ein, was zu dem zitierten Urteil führte.
Hiergegen kann TelDaFax zwar Berufung einlegen, ein Urteil der
nächsten Instanz dürfte aber frühestens in ein paar Monaten
zu erwarten sein. Selbst dann, wenn dieses zu Gunsten von
TelDaFax ausfällt, wäre es viel zu spät, um wieder einen
vernünftigen Geschäftsbetrieb aufzunehmen.
Der Grund für den Gesinnungswandel des Gerichts dürfte sein,
dass die ursprüngliche Anordnung aufgrund von Eilbedürftigkeit
erfolgt war, ohne dass die Deutsche Telekom angehört wurde.
TelDaFax gibt aber noch nicht auf, sondern arbeitet jetzt
als Reseller von WorldCom weiter. Die Pre-Selection von
TelDaFax-Kunden wird in den nächsten Tagen entsprechend geändert
werden. Um die Geschäfte in diesem Sinne weiterzuführen, wird
TelDaFax sogar eine eigene spezielle Festnetztochter gründen.
Analog wird es auch eine Service-Tochter geben, die bestimmte
Dienstleistungen für Telefonfirmen erbringt. Das eigene Netz
von 2 800 Kilometer Länge soll hingegen verkauft werden, genauso
die Internet- und Mobilfunktochter.
Call-by-Call über die 01030 wird es hingegen künftig nicht mehr
geben. Nach der letzten Umstellung vom Sekundentakt auf den
60/1-Takt war TelDaFax aber auch nicht mehr sonderlich interessant
gewesen.
Nächster wichtiger Schritt für TelDaFax ist die Eröffnung
des Insolvenzverfahrens am 1. Juni. Dieses wird entscheiden,
ob wirklich einzelne Geschäftsteile weiter betrieben werden
können, oder ob die gesamte Firma pleite geht. Nach der neuen
Insolvenzordnung kann der Erhalt von wirtschaftlich gesunden
Geschäftsteilen auch dann durchgesetzt werden, wenn nicht alle
Gläubiger diesem zustimmen. Das ist wichtig, denn die Telekom
dürfte einem Sanierungsplan selbst dann ablehnend gegenüberstehen,
wenn sie alles Geld zurück bekommt. Einen großen Konkurrenten
los zu sein ist einfach mehr wert, als eventuell 65 Millionen Mark
Forderungsausfall, weil TelDaFax pleite geht.
- Wieder mal: Mit 01051 rund um die Uhr für 5 Pfennig die Minute telefonieren
Dem Telefonanbieter 01051 ist schon
wieder eine Sonderaktion eingefallen: Diesmal erfreuen
die findigen Düsseldorfer Call-by-Call-Kunden im ganzen
Bundesgebiet mit der "Aktion Junimond". In der ersten Woche
des Monats mit den kürzesten Nächten werden Ferngespräche
im deutschen Festnetz für 5 Pfennig pro Minute
angeboten. Tagsüber ist der 5-Pfennig-Tarif unschlagbar,
erfahrene Teltarifleser wissen aber, dass es nachts auch bessere
Angebote gibt - schauen Sie doch einfach mal bei unserer
Tarifabfrage unter der URL
http://www.teltarif.de/standard.html
vorbei. Die Aktion beginnt am Freitag und dauert bis
einschließlich 7. Juni. Abgerechnet wird wie üblich im
Minutentakt.
Außerdem wird die Länderaktion
vom 23. Mai bis zum 10. Juni verlängert. Welche Länder
Sie besonders günstig erreichen können, erfahren Sie unter der URL
http://www.teltarif.de/s/s5242.html .
- Teledump: Billigpreise in weitere Länder
Der günstige Düsseldorfer Anbieter Teledump
bietet seit dem 28. Mai weitere Gesprächsziele im
Ausland an. Über die 0190-031 können jetzt einige Länder Afrikas,
Südamerikas und der Karibik erreicht werden:
- Algerien: 49 Pf./Min. (auch Mobilfunk)
- Ghana: 67 Pf./Min. (auch Mobilfunk)
- Namibia: 51 Pf./Min. (auch Mobilfunk)
- Simbabwe: 48 Pf./Min. (auch Mobilfunk)
- Costa Rica: 30,5 Pf./Min. (Mobilfunk 39 Pf./Min.)
- Ecuador: 60 Pf./Min. (Mobilfunk 67 Pf./Min.)
- Mexiko: 34,5 Pf./Min. (auch Mobilfunk)
- Liechtenstein: 13,5 Pf./Min.
- Estland: 31,5 Pf./Min.
- Georgien: 39,5 Pf./Min. (auch Mobilfunk)
Die Taktung erfolgt wie immer im Minutentakt und der Tarif
wird vor dem Gespräch kostenfrei angesagt.
- Neue Flatrates von NetCologne und o.tel.o
Der regionale Anbieter NetCologne
erweitert sein Angebot um DSL-Produkte für Privat-
und Geschäftskunden. Für 111,49 Mark monatlich bekommt
der Kunde einen analogen Telefonanschluss und einen
DSL-Zugang inklusive Flatrate.
Der Grundpreis setzt sich aus der Telefongrundgebühr mit
DSL-Anschluss (62,59 Mark Analog) und dem Preis für die
DSL-Flatrate "FlatLine" (48,90 Mark) zusammen. Die Anbindung
erfolgt per ADSL mit einem Downstream von 1024 kBit/s und
einem Upstream von 128 kBit/s.
Wer lieber eine zeitabhängige Abrechnung bevorzugt,
bekommt für 70,41 Mark monatlich den Tarif "TimeLine", bei
dem jede Onlineminute 2,94 Pfennige kostet. Die Abrechnung
erfolgt im Sekundentakt.
Wer sich für einen ISDN-Anschluss entscheidet, zahlt
in beiden Tarifen nur 2,05 Mark mehr pro Monat. Generell
fällt eine Anschlussgebühr in Höhe von 48,90 Mark an.
Die Vertragslaufzeit ist abhängig von der jeweiligen
Anschlussart.
Auch o.tel.o möchte sich in die
Reihe der Flatrate-Anbieter einreihen und bietet ab 1. Juni den
breitbandigen Internetzugang "o.tel.o dsl flat" an. Bei diesem
Highspeed-Zugang stehen dem Nutzer Übertragungsgeschwindigkeiten
von bis zu 768 Kilobit pro Sekunde zur Verfügung.
Der monatliche Pauschalpreis für die DSL-Flatrate
beträgt 48,70 Mark (24,90 Euro). o.tel.o "dsl flat" gibt
es in Verbindung mit dem o.tel.o DSL-Komfortanschluss, der
monatlich 60,44 Mark (30,90 Euro) kostet.
Alternativ bietet o.tel.o Dauersurfern, die zum Festpreis
surfen möchten, auch die ISDN-Flatrate "o.tel.o flat" an.
Diese gibt es in Verbindung mit dem ISDN-Anschluss "o.tel.o
komplett" (Grundgebühr 39,90 Mark/20,40 Euro) für monatlich
70,21 Mark (35,90 Euro).
Die o.tel.o ISDN- und DSL-Flatrate sind in den Städten
verfügbar, in denen das Unternehmen seinen ISDN-Ortsanschluss
"o.tel.o komplett" anbietet. Dazu gehören zur Zeit 44 deutsche
Städte. DSL wird allerdings auch innerhalb dieser Städte nicht
flächendeckend angeboten. Bis zum Jahresende sollen rund
70 Städte erschlossen sein.
- Telekom-Hauptversammlung: Massive Kritik an Telekom-Führung
Der Vorstand der Deutschen Telekom
wurde wegen des drastischen Einbruchs der
T-Aktie auf der Hauptversammlung am
Dienstag von zahlreichen Aktionären scharf attackiert. Die
Anleger warfen der Konzernspitze vor, durch milliardenschwere
Zukäufe wie VoiceStream und den Erwerb der sündhaft teuren
UMTS-Lizenzen an dem Kursverfall
mitschuldig zu sein. Telekom-Chef Ron Sommer bedauerte
am Dienstag in Köln vor 9 500 Anteilseignern den
Kursrückgang, zeigte sich aber überzeugt, dass die T-Aktie
aus dem Tief wieder herauskommen wird.
Zur umstrittenen Wertminderung
des Immobilienvermögens in Höhe von fast vier Milliarden
Mark forderten verschiedene T-Aktionäre eine Sonderprüfung.
Binnen eines Jahres seien 200 Milliarden Euro vernichtet
worden, meinte der Aktionärsschützer Marc Tümmler von der
Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz. "Sie stellen
eine konkrete Gefahr für die Aktienkultur in Deutschland dar",
sagte Tümmler an die Adresse des Telekom-Vorstandes. Seit ihrem
Höchststand im Frühjahr 2000 bis heute hat die Aktie mehr als
70 Prozent an Wert eingebüßt. Telekom-Chef Ron Sommer bedauerte
in einer mehr als einstündigen Rede den starken Rückgang der
T-Aktie, betonte aber, dass die derzeitige Bewertung seiner
Aktie die erstklassige Positionierung und den geschäftlichen
Erfolg in keiner Weise widerspiegele. Sobald sich die allgemeine
Marktstimmung wieder ändere, werde die T-Aktie eine positive
Entwicklung vollziehen.
Zur umstrittenen Immobilienbewertung wiederholte der
Telekom-Chef die bekannte Position des Vorstandes: Die Werte
seien stets rechtlich einwandfrei ermittelt worden. Notwendig
sei die Neubewertung geworden, weil die Telekom ihre Strategie
geändert habe und Teile dieses Vermögens schneller verkaufen
wolle. Der öffentlichen Diskussion stelle sich die Telekom. So
werde die Bilanz des laufenden Geschäftsjahres durch einen
zweiten Bilanzprüfer testiert.
Auch die Kritik am Kaufpreis für den US-Mobilfunkanbieter
VoiceStream wies Sommer zurück. Das Unternehmen sei die
allerbeste Wahl gewesen, weil es mit dem GSM-Standard mit der
gleichen Technik arbeite wie Telekom-Unternehmen in Europa.
Der US-Markt verfüge bei der Teilnehmerrate von derzeit
40 Prozent noch über ein gewaltiges Potenzial, welches
jeden Vergleich in Europa in den Schatten stelle, sagte Sommer.
Ab dem 1. Juni wird VoiceStream in den Telekom-Konzern
eingegliedert. Und wegen des geänderten Steuerrechts in den
Staaten muss die Telekom für VoiceStream weniger ausgeben,
als geplant: Statt 7,7 Milliarden Dollar sollen es jetzt
nur 4,5 bis 5 Milliarden Dollar sein.
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