- Internet World 2001 - Die Online-Branche trifft sich in Berlin
Als wichtiges Stimmungsbarometer der Onlinebranche hat am Dienstag die
Internet World in Berlin begonnen. Die Messe endet am heutigen Donnerstag,
wer das Ereignis also nicht verpassen will, muss sich sputen. Im Vorfeld
konnte man sich online als Besucher registrieren, und so den nicht
unbeträchtlichen Eintrittspreis von 60 Mark sparen. Trotz des
Katzenjammers in der Branche hatten Aussteller und Veranstalter zur Eröffnung
auf positive Impulse gehofft. Bekannte Computerfirmen wie Compaq, Intel
oder Microsoft sind auf Europas größter Internetmesse genauso vertreten
wie kleine Start-Ups und Risikokapitalgeber. Wichtige Themen an den
Messeständen und auf dem parallel laufenden Kongress sind das mobile
Internet und seine Geschäftsmöglichkeiten, die Vernetzungstechnologie
Bluetooth und die Sicherheit des
weltweiten Datennetzes.
Erstmals findet parallel die "Streaming Media" statt, auf der
Unternehmen das Internet-Fernsehen der Zukunft zeigen können. Eine der
großen Entwicklungen in den kommenden Jahren - wenn man den
Dienstleistern der Branche Glauben schenken kann.
Die Messe wurde von Bundeswirtschaftsminister Werner Müller (parteilos)
eröffnet. Trotz Pleiten und Kursabstürzen hat sich die Zahl der Aussteller mit
rund 1 000 fast verdoppelt. Einige kleine Start-Ups hatten ihr
Kommen wegen der Internet-Krise jedoch absagen müssen. Die Bundesregierung
gab sich vor der Messeeröffnung betont optimistisch
und rechnet in diesem Jahr noch mit 30 000 neuen Arbeitsplätzen in der
Internetbranche. Die Zahl der Arbeitskräfte in der Informationswirtschaft soll
um vier Prozent auf über 800 000 steigen. Einige Studien gehen sogar
davon aus, dass der Online-Boom in Europa gerade erst beginnt. Angesichts
der wieder anziehenden Preise für den privaten Internet-Zugang -
zuletzt hatte eXpressNet einen einheitlichen
Minutenpreis von 2,79 Pfennig eingeführt und so das bis dahin
billigere Surfen in der nun aufgehobenen Cityzone
verteuert - ist allerdings fraglich, ob diese
Erwartungen realistisch sind.
Ein Rundgang der teltarif-Redaktion am ersten Messetag hat
diesen pessimistischen Eindruck eher noch bestätigt: Neue und günstigere
Tarife hat keiner der dort vertretenen Anbieter aus dem Hut gezaubert. Lustlos
umher irrende Besucher auf der Jagd nach Werbegeschenken, leere Stuhlreihen
bei Vorträgen, eloquente Aussteller die vor allem eines wollen: Anderen, nicht
minder redegewandten Ausstellern ihre Produkte verkaufen. Internet
kondensiert auf die brennende Frage, wie man mit Diensten Geld verdienen kann. Zu diesem Thema gibt
es auch einen aktuellen Hintergrundbeitrag, den Sie online unter der URL
http://www.teltarif.de/s/s5182.html nachlesen können.
Einige Randnotizen möchten wir Ihnen trotzdem nicht vorenthalten:
Arcor betonte erneut das definitive Weiterbestehen seiner
ISDN-Flatrate,
die indes bekanntermaßen nicht an jedem Ort in der
Bundesrepublik verfügbar ist und zudem einen
Wechsel des Telefonanbieters
erforderlich macht. Tiscali plant für das Ende
des zweiten Quartals, wie bereits auf der diesjährigen
CeBIT
angekündigt, ein ADSL-Angebot für Privatkunden. Der Pilotbetrieb soll Ende
des laufenden Quartals in Berlin und Hamburg mit Bandbreiten von
1024 Kilobit pro Sekunde Downstream und 256 Kilobit pro Sekunde
Upstream starten.
Zu den künftigen Preisen wollte sich der zuständige Manager wegen derzeit
noch laufender Vertragsverhandlungen jedoch nicht äußern.
T-Online arbeitet an Version 4 seiner
Zugangssoftware. Zwei Module daraus, E-Mail und Homebanking, waren am
Messestand in einer Betaversion zu bestaunen und können ab sofort auch von
der T-Online-Homepage zum Testen heruntergeladen werden. Der endgültige
Erscheinungstermin der neuen Version steht jedoch noch nicht fest. Und falls
Sie nach SMS "süchtig" sind, dann ist vielleicht auch die am Mittwoch auf
der Messe erstmalig präsentierte SMS-Maus mit eigener Telefonnummer etwas
für Sie. Zu den Features der optischen .comMouse zählen Versand und Empfang
von SMS, Rund-SMS und eine Echtzeit-Suchmaschine, die entsprechend einem
vorher nach individuellen Kriterien zusammengestellten Profil passende
Meldungen im Internet per SMS auf dem Display anzeigt. Weitere
Einzelheiten lesen Sie bitte in unserem Beitrag mit der URL
http://www.teltarif.de/s/s5190.html nach.
- Q-DSL-Flatrate für 59 Euro im Monat und Freenet-Flatrate via Satellit
Die Kölner QSC bietet ab sofort die
DSL-Flatrate Q-DSL
in den 40 größten Städten an der Bundesrepublik an.
Unbegrenzt surfen für nur 59 Euro (115,40 Mark)
lautet das QSC-Angebot an alle speedhungrigen Internet-User.
Studierende surfen übrigens zum Sonderpreis von 51 Euro
monatlich. Q-DSL bedeutet: Eine DSL-Standleitung,
also 24 Stunden Surfspaß mit 1 024 Kilobit pro
Sekunde Downstream und 128 Kilobit pro Sekunde
Upstream. Beim Telefonanschluss ändert sich nichts, denn
ein Wechsel des Telefonanbieters ist bei QSC nicht notwendig.
Im einmaligen Anschlusspreis von 59 Euro (51 Euro
bei Studierenden) ist die Installation einer separaten
Telefondose (TAE) durch die Deutsche Telekom
bereits enthalten. Zugangssoftware und das fertig konfigurierte
ADSL-Modem werden von QSC bereitgestellt. Die Mindestvertragslaufzeit
beträgt ein Jahr, die Kündigungsfrist drei Monate zum Monatsende.
Wer sich für das Angebot interessiert, kann online überprüfen,
ob seine Stadt bereits von QSC versorgt wird. Bislang gab es dieses
Angebot nur in Bremen und Bremerhaven.
Eine viel kritisierte Entscheidung im Zusammenhang
mit der Anbindung alternativer Anbieter an das T-DSL-Netz der
Deutschen Telekom hat
vorige Woche die Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post
(RegTP) bekanntgegeben:
Sie hat den entsprechenden Antrag von Talkline
abgelehnt. Talkline hatte argumentiert, dass der Wettbewerb auch bei den
breitbandigen Internet-Zugängen gewährleistet sein müsse. Auf Grund der
fehlenden Zusammenschaltung der Netze verschiedener Anbieter können die
Kunden jedoch fast ausschließlich nur T-Online als
Intenet-Service-Provider in diesem Bereich nutzen. Talkline sieht die
Entscheidung als Festschreibung der faktischen Monopolstellung der
Deutschen Telekom. Leidtragender sei einmal mehr der Verbraucher.
Der Elmshorner Anbieter prüft daher geeignete Schritte gegen die RegTP auf
nationaler und internationaler Ebene. Eine ausführlichere Darstellung
mit der Begründung der RegTP und Gegenargumenten von Talkline lesen Sie
bitte online unter der URL
http://www.teltarif.de/s/s5154.html nach.
Der Internet-Service-Provider Freenet
plant einen Internetzugang mit Satellitenanbindung plus Flatrate-Tarif.
Ab kommenden Herbst sollen für 179 Mark pro Monat ohne Volumenbegrenzung
Daten mit einer Geschwindigkeit von 1 Megabit (Downstream)
"vom Himmel geholt werden". Der Traffic wird über eine Satellitenverbindung
abgewickelt, die - und das ist neu - rückkanalfähig
sein wird. Eine zusätzliche Internet-Einwahl über das Telefonnetz ist
dann nicht mehr erforderlich. Die Installation der notwendigen
Sat-Schüssel sowie der Satellitenkarte für den PC wird von Freenet
übernommen. Die Kosten dafür betragen einmalig 799 Mark. Für einen
Hunderter zusätzlich gibt es ein TV-Kit für den Empfang von TV-Programmen.
Freenet DSL-SATT wird bundesweit verfügbar sein und ist
besonders für die Internet-Nutzer interessant, die außerhalb
der städtischen Ballungsräume wohnen oder wegen Glasfasertechnik
derzeit nicht mit leitungsgebundenem DSL versorgt werden können.
- Neue Toplevel-Domains und Grundsatzentscheidungen des BGH zum Domain-Recht
Eine Registrierung der neuen Toplevel-Domains .biz und .info dürfte
aller Voraussicht nach bereits ab Juli möglich sein, denn die
Verträge der ICANN mit den
Bewerbern sind vergangenen Dienstag abgeschlossen worden. Die
letzte Entscheidung liegt jedoch noch beim US Department
of Commerce. Ein besonderes Verfahren bei der Registrierung soll
den Schutz von Markenrechten gegenüber Domain-Grabbern sichern:
Zunächst haben Markenrechtsinhaber Gelegenheit, ihre Domainnamen
anzumelden, dann erst kommt die breite Öffentlichkeit dran.
Streitigkeiten in Bezug auf Prioritäten soll die in Genf ansässige
World Intellectual Property
Organization (WIPO)
klären. In der Bundesrepublik gehören
Schlund & Partner sowie
NetName-Solutions.com zu
den Registraren für die neuen Toplevel-Domains.
Derweil befasst sich erstmals der Bundesgerichtshof
(BGH) in einem
Grundsatzverfahren mit der Registrierung und Benutzung von Domainnamen
im Internet. In dem mündlichen Verfahren geht es um Domain-Grabbing
und die Monopolisierung einer Branchenbezeichnung durch ein einzelnes
Unternehmen. Die Urteile in den insgesamt drei
verhandelten Fällen werden für kommenden Freitag erwartet und werden
voraussichtlich Auswirkungen auf zahlreiche derzeit bei den Gerichten
anhängige Verfahren haben.
Mindestens so verwirrend, wie die teilweise widersprüchlichen
Gerichtsurteile zum Domainrecht in der Vergangenheit, sind Webadressen
mit Klammeraffen. Bislang sind Subdomains nur mit Punkt möglich,
zum Beispiel www.subdomain.domain.xy, und das @-Zeichen ausschließlich
als technischer Trenner zwischen Rechner- und Nutzerkennung
bei E-Mail-Adressen reserviert. Mit einem technischen Trick ermöglichen
einige Webhoster nun, auch Subdomains mit Klammeraffen vom
Domainnamen zu trennen, zum Beispiel www.subdomain@domain.xy. Damit
sind zwar einige Spielereien möglich, zumal der Klammeraffe
einen gewissen "Internet-Touch" vermittelt. Andererseits lassen sich
solche Webadressen nicht mehr von E-Mail-Adressen unterscheiden.
Das Internet mit seinen vielen technischen Möglichkeiten
dürfte damit für den Einsteiger noch komplizierter gemacht werden.
- D2-WAP im Juni fürs halbe Geld - D1-Xtra mit EC-Karte aufladen
Wenn die Preise sonst schon nicht purzeln: Wenigstens
WAP wird (erstmal)
billiger. Anstelle der sonst üblichen 39 Pfennig pro Minute berechnet
D2 Vodafone vom 1. bis 30. Juni nur
19 Pfennig pro Minute. Dies teilte der Netzbetreiber jetzt in seiner
aktuellen Rechnungsbeilage mit.
Ein kleines Extra meldet auch T-D1:
Die Xtra-Card lässt sich jetzt auch mit
der EC-Karte aufladen. Dazu muss man an entsprechend dafür ausgelegten
Telecash-Terminals zweimal die eigene XtraCard-Rufnummer eingeben.
Das Geld wird dann dem Kartenguthaben hinzugefügt und es wird
automatisch ein Beleg über den aufgeladenen Betrag erstellt. Terminals, die
zur Aufladung der D1-Prepaidkarte genutzt werden können, erkennt man an
einem speziellen Xtra-Electronic-Cash-Logo. T-Mobil ist der bislang einzige
deutsche Netzbetreiber, der einen derartigen Service anbietet. In Italien
ist das Aufladen von Mobilfunk-Prepaidkarten via EC-Karte an Terminals
dagegen schon lange eine Selbstverständlichkeit.
- Victorvox bietet alles, was das Herz begehrt, für 9,95 Mark: Smart, Sun und Privat
Ab sofort kann man bei Victorvox sämtliche
Einsteigertarife der Netzbetreiber bekommen:
"Telly Smart" von
T-Mobil und "Sun" von
D2-Vodafone und "Privat" von
E-Plus, wobei der 9,95 Mark-Tarif von E-Plus
eine Victorvox-Kreation ist, die so nicht von E-Plus angeboten wird.
Die monatliche Grundgebühr beträgt jeweils 9,95 Mark, dazu kommt
ein Mindestumsatz von 10 Mark pro Monat. Es wird eine einmalige
Anschlussgebühr von 49,90 Mark erhoben. Bei dem E-Plus-Tarif werden
auch SMS in den Mindestverbrauch eingerechnet, bei den anderen
Tarifen nicht. Die Verbindungspreise entsprechen weitgehend denen der
Netzbetreiber, allerdings kosten beim E-Plus-Angebot die Gespräche von
mobil zu mobil jeweils 10 Pfennig pro Minute mehr
als beim Original-Privat-Tarif, bei
netzexternen Gespräche kostet die Minute sogar 50 Pfennig mehr.
- Ab Sommer geben Handy-Hersteller Strahlungswerte an
Ob die Ängste vor dem zunehmenden Elektro-Smog nun berechtigt sind oder
nicht, die Branche reagiert auf die Sorgen der Handy-Käufer: Ab diesem
Sommer sollen die Kunden europaweit über die drohende
Strahlenbelastung durch ihr neues Gerät
informiert werden. Die Mobilfunk-Branche will die zum Teil
stark unterschiedlichen Strahlungswerte der einzelnen Mobiltelefone in der
Bedienungsanleitung angeben und einordnen, sagte ein
Siemens-Sprecher in einem Zeitungsinterview. Darauf hätten sich fast alle
Handy-Hersteller verständigt, unter anderen
Nokia,
Motorola,
Siemens und
Ericsson.
Eine Sprecherin von Marktführer Nokia sagte, die Werte würden aber
nicht auf der Packung angegeben. "Das wäre unfair, denn alle Geräte, die
derzeit auf dem Markt sind, unterschreiten deutlich die nationalen und
internationalen Grenzwerte." Die Unternehmen reagieren damit auf die
wachsende Angst vor Elektrosmog. Handys stehen unter anderem im
Verdacht, Krebs zu erzeugen. Derzeit werden in zahlreichen Studien die
Auswirkungen von Elektro-Smog untersucht.
- Teledump erweitert sein Angebot und senkt Preise
Über die Einwahl von Teledump
(0190-031) sind jetzt auch folgende Länder
erreichbar: Hongkong (für 10,5 Pf./Min.), Marokko (für 69 Pf./Min.),
Tunesien (für 58 Pf./Min.) und Vietnam (für 1,63 Mark/Min.).
Gespräche in die US-Bundesstaaten Alaska und Hawaii
können nun ebenfalls getätigt werden. Wie für die übrige USA auch,
gilt ein Minutenpreis von 8 Pfennigen.
Portugal erreicht man nun für 12,5 Pfennige die Minute und
die Gesprächsminute nach Großbritannien ist
um einen Pfennig günstiger geworden (jetzt 6,5 Pf./Min.).
Neuerdings kann der Anrufer über die
Teledump-Einwahl auch ausländische Mobilfunknetze
erreichen. Die Minute in die britischen Mobilfunknetze kostet
58 Pfennige, die Mobilfunknetze Hongkongs ruft
man für erstaunliche 14 Pfennige die Minute an,
der entsprechende Anruf nach Marokko kostet
schon 79 Pfennige pro Minute und nach
Portugal zahlt man 45 Pfennige die Minute.
- 01051: Am Freitag umsonst in die Niederlande telefonieren
An diesem Freitag sind Telefonate in die Niederlande über die
01051 kostenfrei. Der nicht zu unterbietende
Preis gilt von Freitag null Uhr bis Mitternacht für Festnetzrufnummern
in den Niederlanden. Der Standardpreis für Verbindungen über 01051
in das niederländische Festnetz beträgt 12 Pfennige die Minute.
Die Mobilfunknetze unseres Nachbarn sind leider nicht zu diesem
Preis erreichbar, hier kostet die Minute über 01051 auch am Freitag
69 Pfennige. Wer günstig in ein niederländisches
Mobilfunknetz telefonieren möchte, kann zum Beispiel die Einwahl von
MobilCom (01019) nutzen. Die Gesprächsminute
kostet dann 24 Pfennige.
- Sonderaktionen im Call by Call
Im Rahmen einer Sonderaktion ermöglicht One.Tel
tagsüber zwischen neun und zwölf Uhr Ferngespräche innerhalb
Deutschlands für 4,9 Pfennige die Minute. Der Sonderpreis
gilt noch bis zum 20. Mai für angemeldete Kunden (Preselection und
Call by Call) sowie im offenen Call by Call über die 01086.
Ursprünglich sollte ein Preis von 5,4 Pfennigen die Minute
gelten. Die kurzfristige Änderung erfolgte nach der Ankündigung
von 01051, den Preis für Deutschland-Ferngespräche
befristet auf 5 Pfennige pro Minute zu senken. Dieser
Preis gilt übrigens noch bis einschließlich 17. Mai und rund um
die Uhr.
Neben One.Tel und 01051 hat auch BT Ignite
einen attraktiven Sonderpreis für nationale Ferngespräche
eingeführt. In den Abend- und Nachtstunden von 21 bis
sechs Uhr kostet die Minute für ein Ferngespräch nur 3,3 Pfennige.
Der Preis gilt bis zum 17. Juni. Eine ähnliche Aktion
hatte Viag Interkom, von der BT Ignite das Festnetzgeschäft übernommen
hat, bereits früher im Programm, unter dem Namen "Kalte Nächte, heiße
Telefone".
.
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