- Telekom schaltet weiteren Konkurrenten ab
Die Deutsche Telekom
hatte am Dienstag angekündigt, dass Leitungsnetz von
Callino vom Telekom-Netz zu trennen.
Heute, Punkt 18 Uhr wurde der insolvente Konkurrent dann in
der Tat abgeschaltet.
Als Begründung wurden ausstehende Rechnungen genannt. Callino
habe dem Unternehmen zudem keinen akzeptablen Plan zur Rückzahlung
der Schulden vorgelegt.
Wie der abgeschaltete Mitbewerber äußerte, entspricht der
ausstehende Rechnungsposten einem einmonatigen Rückstand; der
Finanzierungsplan habe sich im "normalen Handling" zwischen
Unternehmen bewegt.
Die Telekom hat Callino dennoch vom Netz getrennt und damit
auch viele Reseller des Anbieters. Ob das von Callino vorliegende
Angebot zur Rückzahlung wirklich tragfähig war, können wir nicht
beurteilen - dafür fehlt uns Einblick in Details. Callino sprach
jedoch von "Marktbereinigung", die die Deutsche Telekom hier mit
aller Strenge durchführen würde.
- Noch weitere Abschaltungen?
Es kann durchaus sein, dass in den nächsten Tagen oder Wochen
noch weitere Telefonfirmen von der Deutschen
Telekom abgeschaltet werden. Der Spiegel hatte über Ostern
berichtet, dass insgesamt 31 Anbieter zusammen fast eine Milliarde
Mark Schulden bei der Deutschen Telekom haben! Zumindest einige
dieser Unternehmen beklagen aber, dass die Rechnungen der Telekom
teilweise falsch seien, und dass sie deswegen nur Teilbeträge
bezahlen würden. Hierzu werden wir in den nächsten Tagen noch
eingehender auf www.teltarif.de berichten.
TelDaFax, die mittlerweile seit zwei
Wochen offline sind, haben für heute Mittag eine Pressekonferenz
angesetzt. Wir hoffen, dass auf dieser nähere Details zur
tatsächlichen Höhe der Schulden oder den weiteren Plänen genannt
werden. Selbstverständlich werden nach Ende der Pressekonferenz
auf unserer Homepage berichten, was sich ergeben hat.
- Teledump mit neuen günstigen Auslandszielen
Teledump verfolgt ungeachtet der
schwierigen Situation einiger Wettbewerber seine Preispolitik
weiter und bietet ab heute (18. April) weitere Auslandsziele
günstig über die eigene Netzvorwahl 0190-031 an. Gespräche nach
Finnland und Norwegen kosten nun zum Beispiel 10,5 Pfennig die
Minute, ebenso wie Verbindungen nach Neuseeland. Die Minutenpreise
gelten rund um die Uhr und werden vor dem Gespräch zur Sicherheit
noch einmal angesagt (kostenfrei).
Wer technisch ein wenig versiert ist, kann scheinbar auch ganz
ohne Kosten telefonieren. Ein 31jähriger Mann aus Sachsen hat
dazu Ortsnetzverteiler der Deutschen Telekom in der Nähe seines
Wohnortes angezapft und vor allem teure 0190-Servicenummern
angerufen. Während dem Mann keine Kosten entstanden,
wurden vielen Privatpersonen diese Verbindungen berechnet.
Wer glaubt, betroffen zu sein, soll sich mit der Polizei in
Verbindung setzen. Weitere Informationen finden Sie unter
http://www.teltarif.de/s/s4969.html .
- In der Grauzone: Werbe-Methoden bei Festnetz-Vertragsabschlüssen
Im Wettbewerb um Marktanteile lassen sich die Telefongesellschaften
einiges einfallen, um Kunden zu gewinnen. Die Methoden, derer sie
sich dabei bedienen, sind nicht immer legal. So schicken einige
Unternehmen Drückerkolonnen los. Diese überreden Kunden an der
Haustür oder am Telefon zum Wechsel oder Abschluss eines Vertrages.
Das berichtet die in Stuttgart erscheinende Zeitschrift "connect"
in der heute erscheinenden Ausgabe 9/2001.
Die von speziellen Vertriebsfirmen und privaten Call-Centern
geschickten Vertragsvermittler sollen teilweise sogar als
Mitarbeiter der Telekom aufgetreten sein und
vorgegeben haben, die letzte Telefonrechnung überprüfen zu wollen.
Danach füllten sie laut "connect" aber einen Freischaltungsauftrag
eines anderen Anbieters aus und ließen den Kunden eine angebliche
Jahres-Endabrechnung der Telekom unterschreiben. Erst bei der neuen
Rechnung habe das Opfer den Wechsel zur anderen Telefongesellschaft
entdeckt.
Interessanterweise wurde vom Landgericht Bonn aber gegen die
Telekom eine einstweilige Verfügung verhängt, die es der Telekom
untersagt, weiterhin Kunden anzurufen und ohne unterschriebenen
Vertrag zurück auf die DTAG zu preselecten. (AZ: 11 O 35/01 vom
05. März 2001). Wir haben auch Hinweise von unseren
Lesern, dass neben o.tel.o
auch Talkline und
Operator mit ähnlichen Methoden
Kunden anwerben. Dabei sind Werbeanrufe ohne vorheriges
Einverständnis, auch "Cold Calling" genannt, in Deutschland per
Gesetz wettbewerbswidrig.
- RegTP: XXL für alle!
Der XXL-Pauschaltarif der
Deutschen Telekom, mit dem kostenloses
Telefonieren an Sonn- und Feiertagen möglich ist, soll
jetzt auch für Kunden mit Analoganschluss verfügbar werden.
Die Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post
(RegTP) verlängerte die Ende April
auslaufende Genehmigung für den XXL-Tarif für ISDN-Anschlüsse bis
zum 31. Oktober - mit der Auflage, dass das Unternehmen ein
entsprechendes Angebot auch für Analog-Anschluss-Kunden anbietet.
Der Antrag dafür muss bis 10. August vorliegen.
Beim XXL-Tarif zahlt der Kunde rund 15 Mark Aufschlag
zur normalen ISDN-Monatsgrundgebühr und kann dafür darf an Sonn-
und Feiertagen kostenlos telefonieren. Über die Nutzung einer
der offenen Einwahlnummern kann man aber auch kostenlos surfen.
XXL war Mitte letzten Jahres eingeführt worden. Zu den Auflagen der
RegTP gehört auch, dass die Telekom Regulierungsbehörde monatlich
über die Nutzerzahl und das Nutzungsverhalten bei XXL berichtet.
Damit wird überprüft, ob die Kosten für diesen Pauschaltarif
langfristig von den Einnahmen gedeckt werden.
- Flatrate für 22 Mark monatlich?
Man möchte es nicht für möglich halten: Trotz des Flatrate-Sterbens
der letzten 12 Monate, der sogar die T-Online-Flatrate für Analog-
und ISDN-Anschlüsse zum Opfer fiel, wagen sich neue Anbieter
aufs Parkett. Diesmal soll das unbegrenzte Surfvergnügen sogar
nur 11 Euro im Monat kosten, dafür soll man ständig Werbung
für Erotik-Sites über sich ergehen lassen. Dabei verursacht
ein Flatrate-Nutzer meist 100 Mark und mehr im Monat an Kosten
für die Einwahl und den Zugang selber. Die paar Erotik-Banner
können das Missverhältnis zwischen den Flatrate-Kosten und dem
Flatrate-Preis auch nicht ausgleichen. Um nicht noch Werbung für
derartig haarsträubende Angebote zu machen, nennen wir hier den
Namen des Betreibers nicht.
- Viag Interkom verkauft Internettochter
Viag Interkom trennt sich übrigens von
seiner Internettochter Planet Interkom. Das Tochterunternehmen
geht zum größten Teil an Tiscali.
Der neue Hauptanteilseigener will eigenen Worten nach der größte
Internet-Service-Provider auf dem Markt werden.
Die Tarife bleiben zunächst bestehen. Wer über Planet
Interkom ins Internet geht, sollte aber die Entwicklung
verfolgen. Kurzfristige Preisänderungen sind im Internet
by Call möglich. Informationen dazu finden Sie unter
http://www.teltarif.de/s/s4947.html .
- Mobilfunk: Free & Easy-Pakete teurer, neue Tarife bei Viag Interkom
Seitens der Mobilfunkbetreiber wurden den Telefonkunden in
diesem Jahr keine netten Angebots-Ostereier ins Nest gelegt -
im Gegenteil: Die Ankündigungen der Netzbetreiber, die Preise
für Prepaid-Pakete zu erhöhen, werden umgesetzt. Den ersten
Schritt für den Abbau der Geräte-Subventionierung hat
E-Plus Mitte dieses Monats getan: Die Preise
für Free & Easy-Prepaidkarten, die man zusammen mit
einem Mobiltelefon kauft, wurden deutlich erhöht.
Inklusive 25 Mark Startguthaben zahlt man für die Wertkarte
zusammen mit dem Nokia 3310 nun 349 Mark. Mit Alcatel 303
WAP, Siemens A35 oder Philips Az@lis 238 wird die Karte jetzt
für 199 Mark verkauft. Vorbei sind die Zeiten, in denen man
auch bei E-Plus Prepaid-Bundles für zum Teil deutlich unter
100 Mark kaufen konnte.
Der zur MobilCom-Gruppe gehörende
Provider Cellway hat bereits angekündigt,
sich der Preiserhöhung des Netzbetreibers anzuschließen. Andere
Provider dürften kurzfristig folgen. Derzeit noch nicht betroffen
sind Handys, die man beim Abschluss eines neuen Laufzeitvertrags
kauft. Noch bekommt man sie zu den gleichen Konditionen wie
bisher.
Interessanteres gibt es über Viag Interkom
zu berichten: Seit dem 17. April bietet dieser Netzbetreiber
neue Mobilfunktarife an. Beim Tarif Genion Starter fällt die
Grundgebühr mit 9,95 Mark pro Monat vergleichsweise niedrig
aus, und die Gesprächspreise pro Minute reichen von 15 Pfennig
für Wochenend-Festnetzgespräche bis 1,29 Mark für Gespräche
tagsüber in andere Mobilfunknetze. Netzinterne Gespräche und
Anrufe zur Mailbox kosten in der Hauptzeit (8 bis 18 Uhr)
69 Pfennig und 39 Pfennig in der Nebenzeit. Der
Anbieter verlangt allerdings einen monatlichen Mindestumsatz von
10 Mark. Die Taktung ist, anders als im Privat-Tarif, 60/10
und somit ungünstiger, da die erste Gesprächsminute immer voll
berechnet wird. Die Einrichtungsgebühr liegt bei 49 Mark.
Nicht für Wenigtelefonierer, aber für Lebenspartner gedacht, ist
der Tarif Genion Duo. Bei diesem Tarif erhält der Vertragspartner
jeweils zwei Handys, Mobil- und Festnetznummern, City- oder
Localbereiche und Home-Zonen. Die Monats-Grundgebühr beträgt
44,90 Mark und die Gesprächspreise sind am Genion-Home-Tarif
orientiert. Gespräche zwischen den beiden Karten kosten rund um
die Uhr nur 15 Pfennig die Minute. So günstig telefonieren
sonst nur Business-Kunden von E-Plus im Professional-XL-Tarif
zu anderen E-Plus-Anschlüssen. Weitere Informationen zu diesen
Tarifen finden Sie in der entsprechenden Meldung unter der URL
http://www.teltarif.de/s/s4961.html .
Und wo wir gerade bei Viag sind: Nachdem man
mit der LOOP-Prepaidkarte von Viag Interkom -
wie berichtet - bisher in vermutlich
allen rund 80 Roaming-Ländern telefonieren konnte, die auch
E2-Vertragskunden offen stehen, hat der Netzbetreiber dieses nette,
aber unbeabsichtigte Feature jetzt abgeschaltet. Viag-Prepaid-Kunden
können somit nur noch in 25 europäischen Staaten mobil
telefonieren. Dafür funktioniert dies - wie auch bei der XtraCard
von T-D1 - ohne zusätzliche Anmeldung und
Bonitätsprüfung. Dies ist bei E-Plus (Free & Easy)
noch gar nicht und bei D2 Vodafone
(CallYa) erst ab Sommer möglich.
.
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