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Newsletter 15/01 vom 12.04.2001

Die Neuigkeiten im Telefonbereich bis zum 12.04.2001 - von teltarif.de für Sie zusammengefasst.

  1. TelDaFax: Verhandlungen gescheitert, die Leitungen bleiben tot
  2. Internet-Professionell und MuchMoreTele.com teilweise offline wegen TelDaFax-Pleite
  3. Internet by Call: Neuer Anbieter Callero und Preiserhöhungen bei Talkline
  4. Umstrittene kostenlose Kurznachrichten via ISDN und Linefire
  5. Ausland wieder mal günstiger
  6. Preselection wird teurer, umgestellt oder funktioniert nicht
  7. Te-2: City-Option doch nicht beim E-Plus-Vertrag
  8. Telepassport: Müssen Handybesitzer für fremde Anrufe auf ihre Mailbox zahlen?
  9. Mobilfunk: Darf's auch ein bisschen mehr sein?
  10. Recht und Links zum Mobilfunk
  1. TelDaFax: Verhandlungen gescheitert, die Leitungen bleiben tot

    Pünktlich um 12 Uhr hatte die Deutsche Telekom am vorigen Donnerstag ihre Ankündigung umgesetzt, den insolventen Anbieter TelDaFax abzuschalten. Frank Domagala, Pressesprecher der Telekom, begründete diesen Schritt gegenüber teltarif.de mit dem Scheitern der Verhandlungen zwischen TelDaFax und der Telekom über die Schuldentilgung. TelDaFax hätte kein schlüssiges Konzept auf den Tisch legen können. Die Verbindlichkeiten des Marburger Wettbewerbers bei der Telekom belaufen sich demnach auf rund 90 Millionen Mark (46 Millionen Euro).

    Im Laufe der vergangenen Woche gab es immer wieder Gerüchte über eine mögliche Rettung von TelDaFax. Im Gespräch waren auch angebliche Finanzhilfen von WorldAccess, dem amerikanischen Mehrheitsaktionär von TelDaFax. Diese scheinen jedoch nach derzeitigem Wissen nicht geflossen zu sein, zumal auch WorldAccess selber einen Antrag seiner Gläubiger auf Zwangskonkurs nach US-Recht abwehren muss. Die Telekom hat die Verhandlungen inzwischen endgültig für gescheitert erklärt.

    Der Insolvenzverwalter des gescheiterten Anbieters sucht nun bereits nach einem Käufer für das gesamte oder Teile des Unternehmens. Die Büdelsdorfer MobilCom, der ein gewisses Interesse an einer Übernahme von TelDaFax nachgesagt wurde, hat derartige Vermutungen jedoch dementiert: Als Begründung für das geringe Interesse ließ MobilCom wissen, dass man sich auf den Mobilfunk und insbesondere auf den Aufbau des ersten UMTS-Netzes in Deutschland konzentrieren wolle.

    Eventuell verliert der TelDaFax-Konzern sogar einen der wertvollsten Teile, nämlich die Mobilfunktochter Netztel Plus. Die Drillisch AG gab vorgestern bekannt, sie prüfe derzeit die Rückabwicklung des im Februar 2000 geschlossenen Kaufvertrages. Zur Begründung wurde angegeben, dass TelDaFax Vertragspflichten möglicherweise nicht erfüllt haben könnte. Um welche Vertragspunkte es sich hierbei handelt, wollte die Drillisch AG zum jetzigen Zeitpunkt nicht sagen. Sollte die Prüfung indes positiv verlaufen, könnte Drillisch das ehemalige Tochterunternehmen kurzfristig re-integrieren. Die Abrechnungssoftware der Netztel Plus AG und der Drillisch AG werde nämlich vom selben Unternehmen bereitgestellt, an dem Drillisch zudem mit 50 Prozent beteiligt sei. Für die Kunden der Netztel Plus würde die Rückübertragung, laut Drillisch, keine direkten Auswirkungen haben. TelDaFax jedoch könnte weiter an Marktwert verlieren.

    Seit der Abschaltung ist die Nutzung der Netzvorwahl 01030 im offenen Call by Call nicht mehr möglich. Nutzen Sie bitte unsere tagesaktuelle Standardabfrage, wenn Sie wissen möchten, welcher Anbieter für Ihr jeweiliges Gesprächsziel den billigsten Tarif bietet. Wer auf TelDaFax pre-selected war und bislang noch nicht zu einem anderen Anbieter gewechselt ist, kann ohne Nutzung einer Call-by-Call-Vorwahl keine Ferngespräche mehr führen, bis die neue Pre-Selection bestätigt worden ist. Wer also noch auf der Suche nach einem preiswerten Ersatzanbieter ist, sollte mit Hilfe unserer Profi-Tarifabfrage fündig werden. Dazu bitte einfach alle Zugangsoptionen außer Pre-Selection deaktivieren.

    Wirklich hart betroffen waren - und sind teilweise noch - die Inhaber über TelDaFax geschalteter Servicerufnummern. Das Unternehmen selbst hat weder die eigenen Kunden rechtzeitig über die bevorstehende Abschaltung informiert, noch seine Kundendaten anderen Anbietern zur Verfügung gestellt. Aufgrund der organisatorischen und technischen Besonderheiten bei der Portierung von Servicerufnummern kann es daher in Einzelfällen bis zu vierzehn Tagen dauern, bis ein abgeschalteter Anschluss wieder erreichbar ist. Zumindest in einem uns bekannten Fall hat ein betroffener Kunde aufgrund der Nichterreichbarkeit unter seiner 0800er Rufnummer bereits Strafanzeige gegen den TelDaFax-Vorstand erstattet. Betroffen sind übrigens auch einige 0800er Einwahlnummern von Internetprovidern, siehe dazu auch den eigenen Beitrag in diesem Newsletter.

    TelDaNet, der TelDaFax-eigene Internetzugang, bleibt hingegen trotz "gekappter Leitungen" weiterhin online, wie den Usern auf der Homepage versichert wird. Bereits zuvor hieß es in einer E-Mail an die Nutzer, "für Ihren TelDaNet-Dienst können wir Sie beruhigen. Dieser Dienst wird durch die GeoNet Systems GmbH für die TelDaFax AG erbracht und ist nur bedingt durch die Abschaltung der Telekom betroffen. Ihr Internetzugang und der E-Mail Verkehr sind nicht von der Telekomleitung abhängig. Ebenfalls nicht betroffen ist die Erreichbarkeit Ihrer Domains oder der SMS-Versand. Für den Fax-Empfang und Versand haben wir stabile Leitungen geschaltet. Lediglich die Anmeldung zu unserem Dienst ist derzeit nicht möglich. Anmeldungen können aber per Fax an die Nummer 06421/181 1370 gerichtet werden."

  2. Internet-Professionell und MuchMoreTele.com teilweise offline wegen TelDaFax-Pleite

    Auch auf den Internet-Markt hatte und hat die Leitungsabschaltung bei TelDaFax seit vorigen Donnerstag unangenehme Nachwirkungen:

    Kunden des Bremer Providers Internet-Professionell sehen sich derzeit mit dem Umstand konfrontiert, dass sie sich nicht mehr ins weltweite Datennetz einwählen können. Die kostenfreie 0800-Einwahlnummer ist nicht mehr geschaltet und ein Verbindungsaufbau endet folglich im Nichts. Ruft man die Einwahlnummer per Festnetz an, ertönt lediglich ein Besetztzeichen.

    Wer bei der Hotline nachfragt, bekommt als User nur die Auskunft, dass man seitens des Providers von der Abschaltung der TelDaFax-Leitungen "überrascht" worden sei. Offensichtlich stellte TelDaFax die Einwahlnummern für Internet-Professionell zur Verfügung und nun steht der Bremer Provider aufgrund des TelDaFax-Fiaskos im Dunkeln. Weiter war von der Hotline zu erfahren, dass die Verhandlungen mit einem neuen Carrier noch "einige Tage" dauern könnten. Bis zu deren Abschluss sei leider keine Einwahl möglich. Kritisch anmerken muss man zudem, dass weder auf der Homepage Infos zum derzeitigen Stand der Dinge zu finden sind, noch die Kunden beispielsweise per E-Mail auf das Problem aufmerksam gemacht werden.

    Von den nach Unternehmensangaben 3 500 Kunden von MuchMoreTele.com kommen derzeit ebenfalls acht- bis neunhundert User nicht ins Internet, da auch dieser Anbieter einen Teil seiner Leitungen über TelDaFax geschaltet hatte (Einwahlnummer 0800-668...). Derzeit laufen Verhandlungen mit Worldcom Deutschland, doch "das Problem bildet nach wie vor die Zeit", schreibt der Anbieter in einer E-Mail an seine Kunden. "Es geht darum, einige etwa 50 bis 60 Millionen Minuten pro Monat bei diesem Provider kurzfristig unterzubringen, ohne Qualitätsverluste zu erleiden. Die technischen Vorbereitungen dauern sieben Tage. Bedingt durch die Oster-Feiertage gibt es weitere Engpässe. MMTC hat nun eine schriftliche Zusage des definitiven Aufschaltungstermins: 23. April 2001, plus/minus zwei Tage."

    Es ist eine "Selbstverständlichkeit", schreibt der Provider weiter, dass eine nicht zur Verfügung gestellte Leistung auch nicht bezahlt werden muss. Das anteilige Entgelt für die Ausfallzeit soll den betroffenen Usern, so wird versprochen, "rückvergütet" werden. Die Geltendmachung von weiteren Schadensersatzansprüchen sei allerdings laut den zugrunde liegenden AGB ausgeschlossen.

  3. Internet by Call: Neuer Anbieter Callero und Preiserhöhungen bei Talkline

    Ab sofort gibt es mit dem Wiesbadener Anbieter Callero einen neuen preisgünstigen Internetprovider. Für einen Minutenpreis von 2,49 Pfennig im offenen Call by Call bietet Callero nach eigener Aussage einen "schnellen Internet-Zugang" an. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich, abgerechnet wird über die Telekom-Rechnung. Auch fallen keine Grundgebühren, Mindestumsatz, Einwahlentgelte oder sonstige Kosten an. Abgerechnet wird im Minutentakt.

    Callero Internet by Call kann bundesweit über die Einwahlrufnummer 01925 6190 genutzt werden. Benutzername und Passwort in den DFÜ-Einstellungen sind gleichlautend callero, wobei auf die Kleinschreibung geachtet werden muss. Unter www.callero.de gibt es weitere Informationen sowie eine Einwahlsoftware zum Download.

    Nachdem Comundo, Viatel und ClaraNet mit schlechtem Beispiel vorangegangen sind, hat auch Talkline seine Internet-Tarife erhöht. Betroffen sind die Hauptzeit von talknet adweb sowie talknet by call ohne Anmeldung. Talknet adweb kostet ab dem 15. April in der Hauptzeit 1,88 Pfennig pro Minute, in der Nebenzeit bleibt es bei 1,48 Pfennig.

    Bei talknet by call wird das Surfen jetzt richtig teuer: 4,88 Pfennig werden rund um die Uhr für die Onlineminute berechnet. Damit ist dieser Tarif in der Nebenzeit fast doppelt so teuer wie bisher. In der Hauptzeit (Montag bis Freitag 9 bis 18 Uhr) werden immerhin 1,4 Pfennig pro Minute mehr berechnet. Dieser neue Preis gilt bereits seit dem 1. April! Wer im laufenden Monat bereits viel über talknet by call online gewesen ist, muss sich am Ende des Monats über seine Internet-Rechnung also nicht wundern. Laut Talkline wurden die Kunden rechtzeitig von der Preiserhöhung informiert, lediglich die entsprechende Pressemitteilung habe man bedauerlicherweise erst mit geraumer Verspätung versandt.

    Die Preise im angemeldeten Call by Call bleiben unverändert. Talkline begründet diese Tarifanpassung mit dem neuen Abrechnungsmodell für die Inkassogebühren bei der Deutschen Telekom.

  4. Umstrittene kostenlose Kurznachrichten via ISDN und Linefire

    Der Trick ist nicht ganz neu, aber mit Linefire geht es etwas leichter als bisher: Wer einen PC und einen ISDN-Anschluss hat, kann über das ISDN-Netz Kurznachrichten verschicken, ohne dass dafür Gebühren anfallen. Schon vor zehn Jahren haben Insider mit selbst gebauten ISDN-Karten für den Amiga den Umstand ausgenutzt, dass sich mit dem (kostenlosen) Klingelzeichen auch weitere Informationen übertragen lassen. Die Nachricht kann dabei prinzipiell beliebig lang sein, indem man mehrmals anklingelt. So braucht man für die 160 Zeichen einer "gewöhnlichen" SMS bis zu 20 Sekunden für die Übertragung. Linefire funktioniert im gesamten europäischem ISDN-Netz und kann auch landesübergreifend genutzt werden.

    Weil man sich nicht mehr kostenpflichtig ins Internet einwählen muss, um seine Nachrichten abzusetzen, könnten die Anbieter von kostenpflichtigen Messanger-Diensten Verluste erleiden. Für die Deutsche Telekom dürfte allerdings ein anderer Umstand weit ärgerlicher sein: Linefire benötigt zur Übertragung der Meldungen jede Menge Anrufversuche. Diese belasten die Vermittlungsstellen stark, denn jedes Mal muss eine Leitung aufgebaut und wenige Sekundenbruchteile später wieder abgebaut werden. Trotzdem darf die Telekom nichts abrechnen, da keine echte Verbindung zustande kommt.

    Die Telekom hat bereits reagiert und gegen den Autor eines anderen SMS-Tools für das Festnetz eine Einstweilige Verfügung erwirkt. Das Programm SMS-Notify - Linefire funktioniert ganz ähnlich - darf nicht mehr beworben werden. Die Telekom plant übrigens die Einführung eines eigenen kostenpflichtigen SMS-Dienstes für das Festnetz.

    Mehr über Linefire erfahren Sie unter der URL http://www.teltarif.de/s/s4886.html .

  5. Ausland wieder mal günstiger

    In der vergangenen Woche haben einige Anbieter die Minutenpreise für Gespräche ins Ausland gesenkt oder weitere Länder in ihr Angebot aufgenommen.

    Noch bis zum 30. April ermöglicht One.Tel teils sehr günstige Gespräche unter anderem ins nahe Ausland (Schweiz für 8 Pfennig die Minute), nach Osteuropa (Tschechische Republik für 29 Pfennig die Minute) und in die USA (7,9 Pfennig pro Minute). Der spezielle Overnight-Tarif gilt aber nur in den Nachtstunden von 24 bis 9 Uhr. Doch Vorsicht: Der Overnight-Rabatt gilt nicht für nationale Ferngespräche - zwischen 20 und 6 Uhr werden nicht angemeldeten Kunden nämlich 9 Pfennig pro Minute für innerdeutsche Verbindungen berechnet! Weitere Informationen können Sie der unserer News unter http://www.teltarif.de/s/s4903.html entnehmen.

    Mit den Calling Cards von Median können jetzt vergleichsweise günstig Gespräche zum Beispiel nach Nordafrika (Algerien für 49 Pfennig die Minute) oder in den Nahen Osten (Libanon für 59 Pfennig die Minute) geführt werden. Die Karten können über das Internet bestellte werden bei http://www.median-phonecard.de .

    Auch die Düsseldorfer Teledump hat ihr Angebot erweitert. So sind über die Vorwahl 0190-031 seit dem 11. April auch günstige Gespräche zum Beispiel nach Irland (10,5 Pfennig), Griechenland (23,5 Pfennig) oder Thailand (57 Pfennig) möglich. Anders als beim Overnight-Spezial von One.Tel gelten die Minutenpreise rund um die Uhr. Vor jedem Gespräch wird der Minutenpreis nochmals (kostenfrei) angesagt. Viele Leser klagen aber darüber, dass Teledump vor allem tagsüber nur sehr schlecht verfügbar ist. Statt der gewünschten Verbindung ertönt nur eine Ansage, dass die Leitungen überlastet seien und man auf die (meist teurere) 01051 ausweichen könne.

    Auch bei der 01051 wird vor jedem Gespräch der Minutenpreis nochmals kostenfrei angesagt. Im Zeitraum vom 12. April bis zum 30. April führen Sie Gespräche nach Südafrika (49 Pfennig die Minute), Israel (19 Pfennig) und nach Kolumbien (34 Pfennig) zu niedrigeren Preisen.

  6. Preselection wird teurer, umgestellt oder funktioniert nicht

    ElisaNet erhöht die Gesprächspreise für Preselection-Kunden. Im Tarif "Preselect Privat" kosten deutschlandweite Ferngespräche seit dem 9. April 12 Pfennig in der Hauptzeit und 5 Pfennig in der Nacht. Auch Auslandsziele sind teurer geworden. Eine Gesprächsminute in die USA kostet nun 15 Pfennig. ElisaNet gehört damit zu den weniger günstigen Anbietern auf dem Markt. Die Details können Sie in der News unter http://www.teltarif.de/s/s4921.html nachlesen.

    Viag Interkom stellt seine Preselection-Kunden auf BT Ignite um. Der BT-Tarif "01090" entspricht dem bisherigen Tarif "01090-Basic". Die anderen Preselection-Tarife werden ab Mai nicht mehr angeboten. Mit der Umstellung verfolgt die neue Muttergesellschaft von Viag Interkom die Trennung der Mobilfunk- und Festnetzsparte.

    Die Preselection-Kunden von Te-2 brauchen sich derzeit keine Sorgen um etwaige Preiserhöhungen zu machen. Sie können den gewählten Dienst im Moment leider nicht nutzen. Der Carrier des Unternehmens ist angeblich in Schwierigkeiten. Verlässliche Aussagen konnten wir zum jetzigen Zeitpunkt nicht bekommen. Te-2-Kunden werden zur Zeit aufgefordert für Ferngespräche die Netzvorwahl der Deutschen Telekom (01033) vorzuwählen. Dabei soll nicht die Abschaltung von TelDaFax der Auslöser der Probleme sein. Nähere Informationen finden Sie unter http://www.teltarif.de/s/s4899.html .

  7. Te-2: City-Option doch nicht beim E-Plus-Vertrag

    Te-2 hat sich mittlerweile auch zu den Vorwürfen einiger Leser und den Nachfragen unsererseits geäußert - angebotene E-Plus-Mobilfunkverträge bieten entgegen den Werbebroschüren keine günstige City-Option. Wir haben den Wortlaut des Pressevertreters dazu kommentarlos abgebildet. Sie können sich Ihre eigene Meinung bilden; den Text finden Sie unter http://www.teltarif.de/s/s4900.html . Vorab aber die wichtigsten Infos: betroffene Kunden können nach Aussage des Pressevertreters in D1- oder D2-Verträge mit City-Option wechseln. Von einem Sonderkündigungs- oder Rücktrittsrecht ist derzeit keine Rede.

  8. Telepassport: Müssen Handybesitzer für fremde Anrufe auf ihre Mailbox zahlen?

    Ein Redakteur von teltarif.de staunte nicht schlecht, als er Ende März die Monatsabrechnung Februar 2001 von TelePassport durchlas: 1,18 Mark wurden ihm da für drei Anrufbeantworter-Abfragen im Februar von jeweils weniger als zehn Sekunden Dauer in Rechnung gestellt. Unser Redakteur jedoch nutzt die Karte jedoch bereits seit Oktober nicht mehr. Auf eine der Rechnungen mit Klebeband aufgeklebt, fristet sie ihr nutzloses Dasein in einem Leitz-Ordner.

    Nicht ganz nutzlos allerdings für den Erfurter Serviceprovider: Ein neuneinhalbminütiger Anruf bei der Hotline über eine 01805er Rufnummer zu 24 Pfennig pro Minute - der Minutenpreis wird übrigens von TelePassport nicht angegeben - kostete bereits das Doppelte des zu reklamierenden Betrages. Das Gespräch hat dabei übrigens weniger als zwei Minuten gedauert, mehr als sieben Minuten "hing" er in der Warteschleife. Überdies konnte das Problem nicht gelöst werden: Über eine gleich teure Faxnummer hätte unser Redakteur dem Anbieter eine schriftliche Beschwerde zukommen lassen sollen.

    Auf Anfrage bei Harald Gustyn, dem Geschäftsführer von TelePassport und Super24, rief wenige Tage später ein Herr F. bei unserem Redakteur an: Ja, man habe den Fehler gefunden. Anrufe von außen auf die Mailbox seien bedauerlicherweise in die Abrechnung mit eingeflossen. Aber nein, bislang sei unser Redakteur der einzige Betroffene dieser Panne. Selbstverständlich wird der Redakteur eine Gutschrift über die 1,18 Mark erhalten.

    teltarif wunderte vor allem, warum unser Redakteur der einzige Betroffene sein sollte. Dass die Weiterleitung zur Mailbox aus Versehen mit abgerechnet wird, kann passieren, zumal andere Weiterleitungen (zum Beispiel ins Festnetz oder gar ins Ausland) ebenfalls kostenpflichtig wären. Und siehe da: In den letzten Tagen trudelte ein Fax eines anderen TelePassport-Kunden ein, in dem genau das gleiche Phänomen beklagt wird:

    "Sämtliche Anrufe von Dritten auf die Mailbox wurden mir berechnet, und zwar zu dem Tarif, den ich für das Abfragen der Mailbox bezahlen müsste. Erstmals trat dieses Problem auf den Mitte Oktober und Mitte November eingetroffenen Rechnungen auf. Zu diesem Zeitpunkt hatte ich den Chip aus meinem Handy ausgebaut, so dass diese Gespräche gar nicht von mir sein konnten." Und in diesem Leserbrief kommen noch andere unerfreuliche Details ans Tageslicht: Abbuchung trotz widerrufener Einzugsermächtigung, Deaktivierung der Karte bis zur Feststellung des Fehlers nur gegen eine Gebühr von 34,75 Mark, trotz Zusage nicht erfolgte Gutschriften, Bearbeitungszeit für einen Widerspruch von acht Wochen und weitere Rechnungsfehler trotz Widerspruch.

    Kaum hatten wir den Beitrag veröffentlicht, schrieben weitere teltarif-Leser Beiträge in das zugehörige Forum, die von ähnlichen Abrechnungsschwierigkeiten berichten. Bitte, posten Sie auch Ihre Erfahrungen im Forum zu unserem Beitrag, den Sie online unter der URL http://www.teltarif.de/s/s4920.html nachlesen können.

  9. Mobilfunk: Darf's auch ein bisschen mehr sein?

    Nachdem die Preisschraube im letzten Jahr immer weiter nach unten gedreht wurde, geht es jetzt in die andere Richtung weiter: Die neuen Tarife werden wieder teurer. Ein Beispiel dafür ist der Mobil-Tarif des Magdeburger Anbieters Internet-Handy-Shop. Beim IHS-Light-Tarif des bisherigen "alles-kostenlos"-Anbieters wird wieder eine monatliche Grundgebühr berechnet - mit 7,77 Mark ist man dabei. Damit werden die Befürchtungen wahr, dass die von den Netzbetreibern angekündigten Kürzungen bei den Handy-Subventionen auf die Angebote der Service-Provider durchschlagen. Internet-Handy-Shop begründet das Auslaufen der grundgebührfreien Free24-Tarifs jedenfalls damit, dass Telepassport aufgrund der "drastischen Kürzungen der Netzbetreiber-Provisionen" keinen grundgebührfreien Tarif mehr anbieten könne. Weitere Informationen zum neuen Angebot des Internet-Handy-Shop erhalten Sie unter der URL http://www.teltarif.de/s/s4914.html .

    Auch der neue Aktionstarif von Victorvox ist nicht mehr kostenlos - der Service-Provider bietet seinen Kunden jetzt den E-Plus-Tarif "Reachy" an. Die Monatsgrundgebühr beträgt originellerweise 8,88 Mark. Es wird immerhin kein Mindestumsatz berechnet, wie dies bei vielen anderen Wenigtelefonierer-Tarifen der Fall ist. Die Gesprächsgebühren sind durchschnittlich und insgesamt günstiger als beim neuen IHS-Angebot: In der Hauptzeit (8 bis 18 Uhr) kosten Festnetzgespräche 99 Pfennig die Minute und in der Nebenzeit werden 39 Pfennig berechnet. Netzinterne Gespräche kosten pro Minute 59 Pfennig in der Hauptzeit und 39 Pfennig in der Nebenzeit. Verbindungen in Fremdnetze sind zur Hauptzeit mit 1,99 Mark die Minute teuer, die Nebenzeit wird mit 39 Pfennig für jede Gesprächsminute berechnet. Die Mailboxabfrage kostet rund um die Uhr 39 Pfennig die Minute. Weitere Informationen zu diesem Tarif finden Sie unter der URL http://www.teltarif.de/s/s4905.html .

    Einen neuen Mobilfunk-Tarif für Geschäftskunden bietet die Oldenburger Telefongesellschaft EWE TEL an. Bei einer monatlichen Grundgebühr von 60,32 Mark - EWE TEL-Kunden zahlen für mobil business direct 48,72 Mark - kosten Inlandsgespräche rund um die Uhr nur 26 Pfennig pro Minute. Auch für die netzinternen Telefonate - also vom D2-Netz ins D2-Netz - zahlt der Kunde den gleichen Preis. Mobilfunkgespräche innerhalb der City, also zu einem Hausanschluss im entsprechenden Ortsnetz, gibt es für die gewohnten 15 Pfennig pro Minute. Der EWE TEL mobil business-Kunde kann zwischen zwei Taktungsmodellen wählen. Entweder entscheidet er sich für die 60/1-Taktung (nach der ersten Minute wird sekundengenau abgerechnet) oder gegen einen Aufpreis von 4,64 Mark für die 10/10-Taktung. Über diesen Tarif können Sie mehr erfahren, wenn Sie die URL http://www.teltarif.de/s/s4896.html aufrufen.

    Und last but not least gibt es noch eine kleine Information zu Hutchison. Dieser Mobilfunk-Provider sträubt sich derzeit gegen die Übernahme durch MobilCom. Zum 1. April hat das Unternehmen die Vertragslaufzeiten für viele Tarife im D1-Netz neu geregelt. In den Tarifen Telly Smart, Telly, Telly Plus, Call 25 D1, Call 46 D1, Call 79 D1 und ProTel kann man ab sofort zwischen Verträgen ohne Laufzeit und Verträgen mit zwei Jahren Bindung wählen. Die bisher wählbaren Laufzeiten von sechs bzw. zwölf Monaten werden nicht mehr angeboten. Bei Verträgen ohne Laufzeit kann man mit einer Frist von sechs Wochen zum Monatsende kündigen. Man bekommt dann allerdings auch kein billiges Handy dazu. Die Hutchison-Just Talk-Tarife gibt es nach wie vor nur mit 24 Monaten Vertragsbindung.

    Verträge ohne Laufzeit sind für alle interessant, die sich in der heutigen, schnelllebigen Telekommunikationswelt nicht an einen bestimmten Anbieter binden wollen. Auch von T-Mobil gibt es vergleichbare Angebote. D2 Vodafone und E-Plus bestehen nach wie vor auf Zwei-Jahres-Verträgen, Viag Interkom bietet hingegen auch Verträge mit nur drei Monaten Bindung, aber ohne Handysubvention an.

  10. Recht und Links zum Mobilfunk

    Es lohnt sich, Mobilfunk-Rechnungen genau zu prüfen, denn Abrechnungsmängel berechtigen zur Kündigung des Mobilfunkvertrages: Die in München erscheinende Zeitschrift "NJW Rechtsprechungs-Report" berichtet unter Berufung auf ein Urteil des Amtsgerichts Frankfurt/Oder (Aktenzeichen 2.2 C 307/00), dass Mobilfunkkunden unter bestimmten Umständen aus einem Laufzeitvertrag herauskommen können. Wenn bereits die ersten beiden Abrechnungen eines auf 24 Monate neu abgeschlossenen Mobilfunkvertrages falsch sind, darf der Kunde außerordentlich kündigen. In dem verhandelten Fall sollte der Teilnehmer laut Rechnung einen Vorschuss auf die Grundgebühren zahlen. Außerdem war das versprochene Startguthaben in der zweiten Rechnung nicht mehr fortgeschrieben worden.

    Die Amtsrichter stuften den Vertrag als Dauerschuldverhältnis ein, das aus wichtigem Grund gekündigt werden kann. Die Fortsetzung des Vertrages sei für den Kündigenden unzumutbar: Eine Vorschusspflicht ergebe sich weder aus dem Gesetz noch aus dem konkret abgeschlossenen Vertrag. Das beklagte Unternehmen habe auch in keiner Weise erkennen lassen, dass es die Grundgebühr künftig nicht mehr im Vorschusswege einfordern werde.

    Das ist ein sehr verbraucherfreundliches Urteil, das aber leider noch nicht von höheren Instanzen bestätigt wurde. Andere Amts- oder Landgerichte können daher bei ähnlicher Sachlage anders entscheiden. Weitere Informationen zum Thema "Sonderkündigungsrecht" finden Sie auf unserer Info-Seite unter der URL http://www.teltarif.de/i/kuendigung.html .

    Wie in unserem letzten Newsletter bereits berichtet, haben Mobilfunkkunden ab Februar nächsten Jahres ein Recht auf die Beibehaltung ihrer Mobilfunknummer auch bei Vertrags- oder Netzwechsel. Wie zu erwarten war, zeigen sich die Netzbetreiber wenig erfreut: So sieht T-Mobil eine ganze Reihe von Problemen. Nachdem das Verwaltungsgericht Köln die Klagen von T-Mobil und D2 Vodafone zurückgewiesen hat, in denen die Netzbetreiber gegen die neue Regelung geklagt hatten, ist die Telekom-Tochter mit ihren Bedenken an die Öffentlichkeit gegangen. Aus Sicht von T-Mobil spricht im Kundeninteresse sehr viel für diese Klage der Mobilfunk-Unternehmen. Denn das Telekommunikationsgesetz (TKG) bezieht sich in diesem Punkt eindeutig auf Festnetzanschlüsse wenn es dort heißt, dass beim Wechsel des Betreibers und Verbleiben am selben Standort die Rufnummer portiert werden muss. Wird die Rufnummern-Portabilität auf die Mobilfunknetze ausgedehnt, hat der Verbraucher weitere Nachteile zu befürchten: Anhand der Rufnummer ist dann nämlich nicht mehr zu erkennen, ob man wirklich günstig innerhalb des selben Netzes telefoniert.

    Dass der Gesetzgeber möglicherweise auch beabsichtigt, dass die Tarife durch die Rufnummernportierung transparenter werden, fällt bei dieser Sichtweise leider unter den Tisch: Eine andere, sehr kundenfreundliche Lösung dieses Problems wäre nämlich, dass die Tarife für Gespräche ins eigene Mobilfunknetz und in die Fremdnetze angeglichen werden. Dann muss man auch nicht länger überlegen, welche(n) seiner Bekannten man nun auf dem Handy anrufen kann und welchen nicht, weil der- oder diejenige leider die "falsche" Vorwahl hat, die dann einfach zu teuer kommt.

    Es gibt noch ein weiteres Thema, das Handy-Nutzer derzeit beschäftigt, nämlich den neuen Verordnungs-Entwurf der Bundesregierung zur Telekommunikationsüberwachung. Dieser Entwurf ist schon mehrfach kritisiert worden, zum einen, weil zu befürchten ist, dass die Internet-Gebühren steigen werden, zum anderen, weil die Benutzer von Mobiltelefonen problemlos überwacht werden können. Nach der Ansicht des Chaos Computer Clubs (CCC) schafft die Bundesregierung mit neuen Verordnungsentwurf für die Telekommunikationsüberwachungs-Verordnung (TKÜV) die Voraussetzungen für eine räumliche Überwachung von Telefon- und Handy-Benutzern: "Im Klartext ermöglicht das die Erstellung von lückenlosen Bewegungsprofilen bei Überwachungsvorgängen, obwohl der Betroffene gar nicht aktiv telefoniert oder das Gerät nutzt", sagte CCC-Sprecher Andy Müller-Maguhn.

    Weitere Informationen zum Thema erhalten Sie unter der URL http://www.teltarif.de/s/s4901.html .


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