Smartphone-Sicherheit

Nicht genutzte Apps: Runter vom Smartphone!

Hier ein witziges Spiel, dort ein hilf­reiches Tool: Experi­mentier­freudige Smart­phone-Besitzer haben oft zahl­reiche Apps auf ihrem Handy. Die sind bei vielen Zu­griffs­rechten aller­dings ein mög­liches Ein­falls­tor für Schäd­linge. Darum empfehlen Experten: Weg damit!
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Nicht genutzte Apps - runter vom SmartphoneNicht genutzte Apps: Runter vom Smartphone! Wer immer mal wieder neue Apps auf sein Smartphone lädt, hat schnell eine stattliche Sammlung. Die sollten Nutzer aber regel­mäßig ausmisten, rät Jens Heider vom Fraunhofer-Institut für Sichere Infor­mations­technologie (SIT). "Was man nicht nutzt, sollte man vom Smartphone werfen", sagt der Experte. Das räumt nicht nur Speicher­platz frei, sondern erhöht auch die Sicher­heit des Geräts. Denn jede zusätzliche App ist auch eine potenzielle Sicher­heits­lücke, die Angreifer und Daten­kraken aus­nutzen können.

Risikofaktor sind dabei nicht nur typische Abzock-Apps wie die berüchtigten Taschenlampen, sondern auch vertrauenswürdige Programme von seriösen Firmen. "Wenn von einer App Gefahr ausgeht, muss das keine böse Absicht der Entwickler sein", sagt Heider. Oft reicht schon ein kleiner Fehler in der Programmierung, um eine App zum Einfallstor für Schädlinge zu machen. Das gilt auch, wenn ein Programm nur installiert ist, aber nicht benutzt wird: "Eine App kann zwar keinen Schaden anrichten, so lange sie nicht läuft", sagt Heider. "Ich kann als Angreifer aber dafür sorgen, dass sie das tut." Außerdem laufen bei vielen Nutzern mit einem leistungsfähigen Smartphone unzählige Apps im Hintergrund, ohne dass das Smartphone dadurch ausgebremst wird.

Problem bei Android: Zugriffsrechte nicht einzeln regelbar

"Je mehr Zugriffsrechte eine App hat, desto größer ist der Schaden, den sie anrichten kann", warnt der Sicherheitsexperte. Auf Spiele und Programme, die sich mehr herausnehmen als sie eigentlich brauchen, verzichtet der Nutzer daher besser gleich. "Leider kann man die einzelnen Zugriffsrechte unter Android nicht kontrollieren", klagt Heider. "Das war mal vorgesehen, ist inzwischen aber wieder rausgeflogen."

Nutzer von Android 4.3 (Jelly Bean) können sich mit einem Trick aber die Kontrolle über die Rechte ihrer Apps verschaffen. Dafür müssen sie den kostenlosen Nova Launcher installieren. Mit diesem lässt sich ein Widget namens App-Vorgänge einrichten. Damit können Nutzer dann genau einstellen, welche App was darf - allerdings kann es passieren, dass eine App ohne ihre gewohnten Rechte nicht startet oder abstürzt. Unter Android 4.4 (KitKat) funktioniert der Trick nicht mehr.

Was auf dem Smartphone bleibt, sollte immer auf dem neuesten Stand sein. Denn durch Updates werden eventuell auch Sicherheitslücken geschlossen. Theoretisch kann eine App dadurch aber auch gefährlicher werden. "Oft werden mit einer neuen Version auch die Zugriffsrechte erweitert", warnt Jens Heider. "Dann sollte man auf das Update vielleicht eher verzichten." Erhält eine App durch ein Update neue Rechte, lädt Android die neue Version nicht automatisch herunter, sondern fragt vorher beim Nutzer um Erlaubnis.

Andere alternative Oberflächen für Android haben wir in unserer Übersicht Neue Konzepte, bessere Grafik - das leisten Android-Launcher zusammengestellt.

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