Browser-Test

Netbook-Browser im Vergleich: Wer macht das Rennen?

Internet Explorer, Firefox und Co. auf leistungsschwachen Plattformen
AAA

Netbooks sind als hochmobile Geräte im Internet zu Hause, und im Gegensatz zu Smartphones und Tablets haben die Nutzer hier dank der x86-Plattform die Möglichkeit, ihre vom Desktop gewohnten Browser einzusetzen. Die vergleichsweise schwache Leistung der Netbook-Prozessoren bringt allerdings spezielle Anforderungen an Internet Explorer, Firefox und Co. mit, was jeden Browser unterschiedlich gut für Netbooks nutzbar macht.

Asus Eee PC 1005HA-M (Seashell) Windows 7

Netbook-Browser im VergleichNetbook-Browser im Vergleich Auf einen Test unter Laborbedingungen haben wir hier bewusst verzichtet. Messwerte beim Seitenaufruf sind in der Praxis meist wenig aufschlussreich, denn sie hängen neben dem Browser selbst noch von zu vielen anderen Faktoren ab, etwa der Internetverbindung, dem Server der Zielseite, weitere Rechnerauslastung und anderen Dingen. Als Stichprobe haben wir trotzdem die teltarif.de-Webseite in jedem Browser mehrmals mit leerem Browser-Cache im WLAN aufgerufen und den Mittelwert gemessen. Ebenfalls ermittelt wurde die Zeit, die der Browser auf dem Testgerät, einem noch immer weit verbreiteten Asus Eee PC 1005HA-M, zum Starten benötigt. Neben der im Vergleich zu Desktops und Notebooks recht geringen Leistung sind Netbooks vor allem wegen der geringen Bildschirmauflösung von meist nur 1 024 mal 600 Pixel problematisch. Jeder der hier vorgestellten Browser hat allerdings seine Eigenheiten, die ihn mehr oder weniger gut für die speziellen Bedürfnisse auf einem Netbook geeignet sein lassen.

Internet Explorer 9: Der Marktführer

Internet Explorer 9 in völlig neuer OptikInternet Explorer 9 in völlig neuer Optik Mit der Version 9 hat Microsoft den Internet Explorer runderneuert und nahezu komplett überarbeitet. Der vorher raumgreifende Kopfbereich, der bei Netbooks wegen der geringen Auflösung rund ein Viertel des Bildschirms einnahm, wurde deutlich verkleinert. Microsoft schließt sich in Sachen Optik dem allgemeinen Trend an, die Tab-Reiter weiter oben zu positionieren und dafür Adress- und Suchfeld in einem Element zu kombinieren. Im Vergleich mit der Konkurrenz bietet der Internet Explorer in der aktuellsten Version sogar am meisten Platz für die Darstellung von Webseiten. Mit den Standardeinstellungen kommt der IE9 in der Vertikalen auf 507 Pixel.

Durch die Umstellung des Kopfteiles ist der Internet Explorer in der Version 9 auch für Netbooks wieder eine echte Alternative, zumal Microsoft auch kräftig auf's Gaspedal gedrückt hat, was die Geschwindigkeit angeht Mit einer Startzeit von 13,5 Sekunden musste sich der IE9 nur Chrome geschlagen geben. Der IE9 ist bei einigen Dingen dank seiner guten Ausnutzung der Grafik-Hardware sogar schneller als der spartanische Chrome. Bei der teltarif-Webseite war der Internet Explorer 9 trotzdem mit einer durchschnittlichen Ladezeit von 16 Sekunden am unteren Ende der Skala angesiedelt. Aktuelle Web-Standards wie HTML5 und Flash sind natürlich kein Problem. Für den Internet Explorer gibt es zahlreiche Erweiterungen und Toolbars, diese fressen aber wiederum Bildschirmplatz und Rechenleistung.

Mozilla Firefox: Der Vielseitige

Add-Ons für Firefox sind zahlreichAdd-Ons für Firefox sind zahlreich Der Mozilla Firefox geht derzeit mit Version 5 in die nächste Runde und bleibt der Deutschen liebstes Kind, wenn es um's Surfen im Netz geht, zumindest einigen Studien zufolge. Weltweit liegt Firefox auf dem zweiten Rang hinter dem Internet Explorer. Seit der Version 4 hat auch Firefox die Tab-Leiste nach ganz oben verlegt, das Design wirkt angenehm schlicht und modern. Mit dem gerade vorgestellten Firefox 5 hat Mozilla an der neuen Optik nur geringe Änderungen vorgenommen, aber im Hintergrund weiter an Stabilität und Geschwindigkeit gearbeitet. Noch immer hat allerdings der Firefox mit die längsten Ladezeiten im Vergleich, von knapp 27 Sekunden unter der Version 4 verbesserte sich die Version 5 allerdings auf rund 20 Sekunden. Für die teltarif-Webseite benötigte der Mozilla-Browser durchschnittlich 12 Sekunden.

Das große Plus beim Firefox sind die Add-Ons. Es gibt derzeit über 6 200 Erweiterungen für den Browser, die mit einem Klick installiert sind und nützliche Funktionen bereitstellen, von Twitter-Clients über Wettervorhersage bis hin zu Video- und Foto-Apps. Auf einer eigenen Webseite lassen sich die Extensions durchstöbern. Auf einem Netbook verkehrt sich dieser Vorteil allerdings auch schnell ins Gegenteil, denn je mehr Erweiterungen für Firefox installiert werden, desto langsamer wird der Browser beim Starten und teilweise auch beim Surfen. In Kombination mit dem ohnehin etwas höheren Ressourcen-Hunger von Firefox ergibt sich hier unter Umständen kein besonders glücklicher Mix für Netbook-Nutzer.

Auf der zweiten Seite nehmen wir die drei weiteren großen Browser Chrome, Safari und Opera unter die Lupe.

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