
Start geplant ab 2014: GPS-IIIA
Die Entwicklung und der Aufbau des
GPS-Satellitensystems, vom Startschuss
im Jahr 1973 bis zur vollen Betriebsbereitschaft im
Jahr 1995, dauerte über 20 Jahre und war keineswegs eine
Bilderbuch-Geschichte. Das Budget des Programms wurde mehrfach gekürzt und wieder aufgestockt, die Zahl der ursprünglich geplanten
24 Satelliten wurde erst auf 18 zusammengestrichen und dann, nachdem klar
geworden war, dass die Funktion des Systems damit nicht gewährleistet werden
konnte, wieder erhöht.
Nach ersten Systemtests ab dem Jahr 1974 wurden die GPS-Satelliten der
ersten Generation - die so genannten Block-I-Satelliten - ab dem Jahr 1978
in ihre Umlaufbahn etwa 20 000 Kilometer über dem Erdboden geschickt. Der erste
Block-II-Satellit wurde im Jahr 1989 installiert und mittlerweile haben die
Block-II-Satelliten die Vorgänger-Generation vollständig abgelöst. Aber die nächste Generation der GPS-Satelliten, die Block-III-Satelliten, steht nach einigen Anfangsschwierigkeiten bereits in den Startlöchern und soll voraussichtlich ab dem Jahr 2014 in den Orbit gebracht werden.
Freigabe zur zivilen Nutzung ab 2000 bringt Navigationsboom
Als Wendepunkt in der Geschichte von GPS gilt der Abschuss der Linienmaschine
Korean Airlines Flight 007, die im Jahr 1983 vom Kurs abgekommen in
den sowjetischen Luftraum geflogen war und dort von sowjetischen Abfangjägern
abgeschossen wurde. Als Reaktion auf diesen tragischen Vorfall verkündete der
damalige US-Präsident Reagan, das GPS-System solle nach seiner Fertigstellung
auch für die zivile Nutzung freigegeben werden.
Die so genannte erste Betriebsbereitschaft von GPS (IOC - Initial
Operational Capability) erfolgte allerdings erst im Jahr 1993. In diesem
Jahr wurde auch die Freigabe zur zivilen Nutzung definitiv beschlossen. Nachdem
1994 die Satellitenkonstellation mit einem weiteren Block-II-Satelliten
vervollständigt worden war, wurde 1995 die volle Betriebsbereitschaft (FOC
- Full Operational Capability) bekannt gegeben.
Für die zivile Nutzung von GPS wurde aber zunächst nur ein künstlich
verschlechterter Dienst (SA - Selective Availability) bereitgestellt, der
eine Positionsbestimmung mit einer Genauigkeit von nur etwa 100 Metern
gestattete. Die Selective Availability wurde erst im Jahr 2000
abgeschaltet. Seitdem sind auch für zivile Nutzer Positionsbestimmungen mit
einer Genauigkeit von etwa 15 Metern möglich. Die Abschaltung der Selective
Availability wird allgemein als Voraussetzung für den Erfolg der zivil genutzten
Navigationssysteme gesehen.
Zusätzliche Bodenstationen verbessern Genauigkeit
Mit Erweiterungssytemen lässt sich die Genauigkeit der GPS-Positionsbestimmung
noch weiter verbessern. Die SBAS (Satellite Based Augmentation System)
genannten Systeme nutzen Bodenstationen mit exakt bekannten Positionen. Dadurch können sie Korrektursignale für GPS errechnen und so in frei verfügbaren Diensten Standortbestimmungen mit einer Genauigkeit von etwa einem bis drei Metern
möglich machen. Der weltweit verfügbare kommerzielle Dienst OmniSTAR bietet hier
sogar Genauigkeiten im Bereich von zehn Zentimetern.
Die Korrektursignale beziehen sich auf Fehler wie Schwankungen in den
Umlaufbahnen der Satelliten oder Störungen der Laufzeit der Signale in der
Ionosphäre und werden über geostationäre Satelliten übertragen. Es gibt
verschiedene untereinander kompatible SBAS-Systeme wie WAAS (Wide Area
Augmentation System) für Amerika, EGNOS (European Geostationary Navigation
Overlay Service) für Europa oder MSAS für Japan. EGNOS arbeitet mit etwa
30 Bodenstationen und drei geostationären Satelliten (Artemis und Inmarsat). SBAS-Systeme werden vor allem in der Luffahrt genutzt, es gibt auch aber handelsübliche GPS-Empfänger, die
SBAS-Dienste unterstützen.
A-GPS: Entlastung von GPS durch Mobilfunk
A-GPS (Assisted GPS) verbindet die Positionsbestimmung
per Satellit mit Assistenzinformationen, die über Mobilfunknetze ausgesendet werden.
Der individuelle GPS-Empfänger wird mit A-GPS entlastet: Er muss nur noch die
Ankunftszeiten der Satelliten-Signale messen. Der Empfang weiterer Informationen
wie Fehlerkorrektur-Daten übernimmt ein an das A-GPS-System angeschlossener
Referenzempfänger. Der Vorteil von A-GPS ist eine wesentlich schnellere
Positionsbestimmung (TTFF - Time to First Fix) und bessere Lokalisierungsmöglichkeit
auch in Umgebungen mit schlechtem GPS-Empfang wie in Städten.
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