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| Festnetz | Internet | Mobilfunk | Handy & Co. | Meldung | Meinung | Service | 28.05.2012 |
Die GPS-Alternativen Galileo, GLONASS und CompassGLONASS gestartet, schneller Ausbau von Compass, Galileo hinkt hinterher
Satellitengestützte Navigation, das ist bisher weithin synonym mit dem Namen GPS, dem US-amerikanischen satellitengestützten
System für Positionierung und Navigation. Doch verschiedene Konkurrenten - aus
der EU, Russland und China - wollen sich zu GPS in Stellung bringen. Nach
einigen Rückschlägen geht es nun in großen Schritten voran, allerdings nicht für
die EU. Wir zeigen Ihnen, welche alternativen Satellitensysteme es gibt.
Galileo: EU-Projekt kommt nur langsam voran
Das Jahr 2007 markierte die schwerste Krise für Galileo. Nach langjährigen Kompetenz-Rangeleien waren Verhandlungen zwischen der EU und der Industrie gescheitert und das Aus des ambitionierten Projektes stand kurz bevor. Die EU beschloss daraufhin, Galileo mit Steuer-Milliarden zu retten und den Aufbau des Systems unter öffentlicher Regie voranzutreiben. Dass die Kompetenz- und Finanzierungsstreitigkeiten das Vorankommen von Galileo nicht eben beschleunigt haben, steht ausser Frage. Das Projekt hinkt deutlich hinter seinem ursprünglichen Zeitplan hinterher. Der bereits mehrmals verschobene Starttermin ist derzeit für das Jahr 2014 angesetzt. Ab dann soll ein eingeschränkter Betrieb möglich sein. Der Regelbetrieb ist jedoch nicht vor 2020 geplant. Von den 30 geplanten Galileo-Satelliten wurden bislang nur vier auf ihre Umlaufbahn im All gebracht. Die beiden Testsatelliten Giove-A und Giove-B sind im Jahr 2005, bzw. im Frühjahr 2008 gestartet. Giove-B war bereits nach kurzer Zeit - im September 2008 - aufgrund hoher Weltraumstrahlung für zwei Wochen ausgefallen. Im Oktober 2011 brachte die Europäische Weltraumagentur (ESA) die ersten beiden Satelliten für den Regelbetrieb ins All. Im Jahr 2012 sollen zwei weitere Satelliten folgen, um dann in die nächste Phase, die sogenannte In-Orbit-Validation fortzuschreiten. Weltweite Abdeckung bereits mit GLONASS
Doch auch Russland konnte seine eigenen Vorgaben zunächst nicht einhalten: Ursprünglich war die weltweite Abdeckung schon für das Jahr 2009 angekündigt. Anfang des Jahres 2008 erklärte das russische Verteidungsministerium, dass beim Ausbau von GLONASS mit erheblichen Verzögerungen gerechnet werden müsse und mit der weltweiten Abdeckung frühestens in einigen Jahren zu rechnen sei. Im Dezember 2011 gelang es Russland dann endlich, eine ausreichende Anzahl von funktionsfähigen Satelliten in den Orbit zu bringen, so dass GLONASS nun prinzipiell weltweit nutzbar ist. Zur weltweiten Abdeckung sind nach russischen Angaben 24 Satelliten erforderlich. Auch für das chinesische Satellitensystem Compass ist der Aufbau eines weltweiten Dienstes mit Satelliten in orbitalen Umlaufbahnen und geostationären Satelliten geplant. China besitzt bereits ein eigenes Satellitensystem namens Beidou, das den chinesischen Raum abdeckt. Stufenweise soll dieses zukünftig als Beidou-2, bzw. Compass zunächst für den asiatisch-pazifischen Raum und schließlich für den weltweiten Betrieb ausgebaut werden. Der weltweite Regelbetrieb soll 2020 mit 30 Satelliten beginnen. Bisher haben die Asiaten davon zehn gestartet. Mit Galileo, GLONASS und Compass gehen somit bis zu drei Konkurrenzsysteme für das amerikanische GPS in Betrieb. Bei Galileo und Compass werden voraussichtlich noch einige Jahre vergehen, bis sie einsatzbereit sind. GLONASS ist bereits funktionsfähig, allerdings sind bisher nur wenige Geräte auf den Markt, welche die russische Alternative unterstützen. So besitzen etwa das iPhone 4S und das Motorola Droid RAZR einen GLONASS-fähigen Chip. So bleibt vorerst das amerikanische GPS das weltweit vorherrschende Satellitensystem für Positionsbestimmung und Navigation. Hintergrund: Technik und Geschichte von GPS und seinen Konkurrenten
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