Satellitengestützte Navigation, das ist bisher weithin synonym mit dem Namen
GPS, dem US-amerikanischen satellitengestützten
System für Positionierung und Navigation. Doch verschiedene Konkurrenten - aus
der EU, Russland und China - wollen sich zu GPS in Stellung bringen. Nach
einigen Rückschlägen geht es nun in großen Schritten voran, allerdings nicht für
die EU. Wir zeigen Ihnen, welche alternativen Satellitensysteme es gibt.
Galileo: EU-Projekt kommt nur langsam voran

Umlaufbahnen der Galileo-Satelliten
Ein Anwärter ist Galileo - dabei war das europäische Satellitensystem nie
unumstritten. Während die Befürworter Galileo als ein für die europäische
Wirtschaft und Forschung notwendiges Projekt verteidigten, das das amerikanische
GPS ergänzen und verbessern könne, kritisierten die Gegner, Galileo sei ein
reines "Prestigeprojekt" der europäischen Politik, das Milliardensummen
verschlinge und zudem überflüssig sei, da mit GPS ja ein funktionierendes und
kostenloses System verfügbar sei.
Das Jahr 2007 markierte die schwerste Krise für Galileo. Nach langjährigen
Kompetenz-Rangeleien waren Verhandlungen zwischen
der EU und der Industrie gescheitert und das Aus des
ambitionierten Projektes stand kurz bevor. Die EU beschloss daraufhin, Galileo
mit Steuer-Milliarden zu retten und den Aufbau des
Systems unter öffentlicher Regie voranzutreiben.
Dass die Kompetenz- und Finanzierungsstreitigkeiten das Vorankommen von Galileo
nicht eben beschleunigt haben, steht außer Frage. Das Projekt hinkt deutlich
hinter seinem ursprünglichen Zeitplan hinterher. Der bereits mehrmals
verschobene Starttermin ist derzeit für das Jahr 2014 angesetzt. Ab dann
soll ein eingeschränkter Betrieb möglich sein. Der Regelbetrieb ist jedoch nicht
vor 2020 geplant.
Von den 30 geplanten Galileo-Satelliten wurden bislang nur sechs ins All gebracht. Die beiden Testsatelliten Giove-A und Giove-B sind im Jahr 2005, bzw. im
Frühjahr 2008 gestartet. Giove-B war bereits nach kurzer Zeit - im
September 2008 - aufgrund hoher Weltraumstrahlung für zwei Wochen ausgefallen.
Im Oktober 2011 brachte die Europäische Weltraumagentur (ESA) die ersten beiden Satelliten
für den Regelbetrieb in die Umlaufbahn. Auf den Start von zwei weiteren Satelliten im Jahr 2012 folgt die nächste Phase, die sogenannte In-Orbit-Validation. Zwischen 2013 und 2015 will die ESA insgesamt 22 weitere Satelliten ins All bringen.
Weltweite Abdeckung bereits mit GLONASS

Galileo-Satellit Giove-A
Russland hatte Ende 2006 bekannt gegeben, sein bisher für militärische
Zwecke reserviertes Satellitensystem GLONASS künftig auch für die zivile Nutzung
freizugeben. Dazu sollte in einem ersten Schritt die Zahl der Uragan-Satelliten
von 12 auf 18 aufgestockt werden, um zunächst eine vollständige
Abdeckung von Russland zu erreichen. In einem zweiten Schritt sollte die Zahl
der Satelliten auf mindestens 24 erhöht werden, womit eine weltweite
Abdeckung erreicht werden kann.
Doch auch Russland konnte seine eigenen Vorgaben zunächst nicht einhalten:
Ursprünglich war die weltweite Abdeckung schon für das Jahr 2009
angekündigt. Anfang des Jahres 2008 erklärte das russische
Verteidungsministerium, dass beim Ausbau von GLONASS mit erheblichen
Verzögerungen gerechnet werden müsse und mit der weltweiten Abdeckung frühestens
in einigen Jahren zu rechnen sei.
Im Dezember 2011 gelang es Russland dann endlich, eine ausreichende Anzahl von
funktionsfähigen Satelliten in den Orbit zu bringen, so dass GLONASS nun
prinzipiell weltweit nutzbar ist. Das iPhone 4S und das Motorola
Droid RAZR gehörten zu den ersten Smartphones, die einen GLONASS-fähigen Chip mitbrachten. Aktuelle Smartphones mit GLONASS-Empfang finden Sie auch mit unserer Handy-Datenbank-Suche.
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Smartphones mit GLONASS-Unterstützung
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HSDPA, Radio Kamera: integriert vsl. Q2/2013
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LTE, HTML-Browser Kamera: integriert vsl. Q2/2013
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LTE, Radio Prozessor-Kerne: 2 vsl. Q2/2013
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HSDPA, Radio Kamera: integriert
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LTE, Radio Kamera: integriert
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HSDPA, HTML-Browser Prozessor-Kerne: 4
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Auch China baut eigenes Satellitensystem aus
Auch China arbeitet am Aufbau eines eigenen Satellitensystems für Navigation, Ortung und Zeitmessung namens Beidou. Es baut auf dem bereit bestehenden System Compass auf und soll China vom US-amerikanischen GPS unabhängig machen. Im Gegensatz zu GPS, GLONASS und Galileo werden für Beidou auch geostationäre Satelliten eingesetzt. Beidou ist zunächst für die zivile Nutzung nur im asiatisch-pazifischen Raum freigeschaltet und soll ab 2020 weltweit verfügbar sein. Bis zum Jahr 2012 haben die Asiaten bereits 16 der mehr als 30 geplanten Satelliten in den Orbit gebracht.
Mit Galileo, GLONASS und Beidou werden in den nächsten Jahren somit bis zu drei Konkurrenzsysteme für
das amerikanische GPS verfügbar sein. Bei Galileo und Beidou werden voraussichtlich
noch einige Jahre vergehen, bis sie einsatzbereit sind. GLONASS ist bereits
funktionsfähig und es kommen immer mehr Geräte auf den Markt, welche
die russische Alternative unterstützen. Es bleibt also spannend, wie lange das amerikanische GPS seine Stellung als das weltweit vorherrschende Satellitensystem für Positionsbestimmung und Navigation halten kann.
Hintergrund: Technik und Geschichte von GPS und seinen Konkurrenten
Praktische Infos rund um mobile Navigation
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Navigation per GPS: Wissen, wo's lang geht
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