Galileo

Konkurrenz für GPS? Starttermin von Galileo ungewiss

Galileo ist ein europäisches System für Satellitennavigation, das die Vormachtstellung von GPS bekämpfen soll. Durch technische und finanzielle Schwierigkeiten wurde der Start von Galileo schon mehrmals verschoben.
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GPS ist das weltweit beherrschende Satelliten-Navigations­system, das auch von Navigationsgeräten in Autos, Handys und Smartphones genutzt wird. Seit geraumer Zeit indes befindet sich das europäische Galileo als Pendant zu dem amerikanischen, militärisch kontrol­lierten GPS in Planung. Das Projekt der EU wird auch von diversen Staaten außerhalb der Union unterstützt.

Galileo von Beginn an mit Schwierigkeiten

Allein bis 2013 wurden für die Entwicklung und den Systemaufbau der Infra­struktur von Galileo über fünf Milliarden Euro benötigt. Ursprünglich sollte das System schon 2008 an den Start gehen. Zuletzt hatte die EU für den weiteren notwendigen Ausbau und laufenden Betrieb bis 2020 zusätzliche sieben Milliarden Euro vorgesehen. Diese Ausgaben könnten sich durch einen Rückschlag im Sommer 2014 nochmals erhöhen.

Satelliten in der falschen Umlaufbahn gelandet

Galileo-Satelliten im Weltall und ihre UmlaufbahnenGalileo-Satelliten im Weltall und ihre Umlaufbahnen Die letzte konkrete Planung sah einen Teil­betrieb zum Jahres­beginn 2015 vor, einen Vollbetrieb hingegen frühestens ab 2018. Sie ist jedoch durch einen Vorfall im August 2014 schon wieder hinfällig: Dabei waren zwei neue Galileo-Satelliten ins Weltall gebracht worden, die jedoch in falsche Umlaufbahnen positioniert wurden. Eine Untersuchungs­kommission der EU soll die Ursachen für diesen Fehler heraus­finden. Es ist derzeit unklar, ob weitere Galileo-Satelliten ins All gebracht werden, bevor die Kommission zu einem abschließenden Ergebnis gekommen ist.

Unabhängige Infrastruktur für Europa angestrebt

Mit Galileo wollen die EU und die Europäische Weltraumorganisation ESA die Vormacht­stellung des US-Dienstes GPS (Global Positioning System) brechen. Die EU-Kommission bezeichnet Galileo daher als das wichtigste Infra­struktur­projekt der nächsten Jahre. Galileo soll Autofahrern, Rettungs­diensten, Landwirten und weiteren Nutzern eine genauere Ortung bieten. Insgesamt sollen ab 2020 30 Satelliten in mehr als 23 000 Kilometern die Erde umkreisen und Signale zur Erde senden. Im Gegensatz zum US-System GPS steht Galileo nicht unter mili­tärischer Kontrolle.

Die ersten Galileo-Satelliten Giove-A und Giove-B dienten nur zu Test-Zwecken. Giove-A war im Jahr 2005 gestartet, Giove-B im Frühjahr 2008. Giove-B war bereits nach kurzer Zeit - im September 2008 - aufgrund hoher Weltraum­strahlung für zwei Wochen ausgefallen.

Von den 30 geplanten funktionalen Galileo-Satelliten wurden bislang vier auf ihre beabsichtigte Umlauf­bahn ins All gebracht. Zwei Satelliten für die sogenannte In-Orbit-Validation starteten jeweils in den Jahren 2011 und 2012. Die beiden im August 2014 ins All gebrachten Satelliten sind zwar prinzipiell funktions­tüchtig, sie können aufgrund ihrer falschen Positionen jedoch in Zukunft voraussichtlich nicht für die Navigation eingesetzt werden.

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